Franz Kafka

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Franz Kafka
Franz Kafka (um 1906)

Franz Kafka (* 3. Juli 1883 in Prag, damals Österreich-Ungarn; † 3. Juni 1924 in Kierling – heute Stadtteil von Klosterneuburg –, Österreich; selten auch tschechisch FrantiĆĄek Kafka) war ein deutschsprachiger Schriftsteller, der aus einer bĂŒrgerlichen jĂŒdischen Kaufmannsfamilie stammte.[1] Sein Hauptwerk bilden neben drei Romanen bzw. Romanfragmenten (Der Process, Das Schloss und Der Verschollene) zahlreiche ErzĂ€hlungen.

Kafkas Werke wurden zum grĂ¶ĂŸeren Teil erst nach seinem Tod und gegen seinen erklĂ€rten Willen von Max Brod, einem engen Freund und Schriftstellerkollegen, veröffentlicht. Seither zĂ€hlen sie zum unbestrittenen Kanon der Weltliteratur mit vielfĂ€ltigen, anhaltenden Wirkungen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Franz Kafka, etwa fĂŒnf Jahre alt
Kafka als SchĂŒler (vor 1900)
Kafkas Schwestern: v. l. Elli, Valli, Ottla

Herkunft

Franz Kafkas Eltern Hermann Kafka (1852–1931) und Julie Kafka, geborene Löwy (1856–1934) entstammten jĂŒdischen Familien. Der Vater kam aus dem Dorf Wosek im Bezirk Pisek in SĂŒdböhmen, wo er in einfachen VerhĂ€ltnissen aufwuchs. Er musste als Kind die Waren seines Vaters, des SchĂ€chters Jakob Kafka (1814–1889), in umliegende Dörfer ausliefern. SpĂ€ter arbeitete er als reisender Vertreter, dann als selbststĂ€ndiger GalanteriewarenhĂ€ndler in Prag. Julie Kafka gehörte einer wohlhabenden Familie aus Podiebrad an, verfĂŒgte ĂŒber eine umfassendere Bildung als ihr Mann und hatte Mitspracherecht in dessen GeschĂ€ft, in dem sie tĂ€glich bis zu zwölf Stunden arbeitete. Neben den BrĂŒdern Georg und Heinrich, die bereits als Kleinkinder verstarben, hatte Kafka drei Schwestern, die spĂ€ter deportiert wurden, vermutlich in Konzentrationslager oder Ghettos, wo sich ihre Spuren verlieren: Gabriele, genannt Elli (1889–1941?), Valerie, genannt Valli (1890–1942?) und Ottilie „Ottla“ Kafka (1892–1943?). Da die Eltern tagsĂŒber abwesend waren, wurden alle Geschwister im Wesentlichen von wechselndem, ausschließlich weiblichem Dienstpersonal aufgezogen. Kafka gehörte zu den zehn Prozent der Bevölkerung Prags, deren Muttersprache Deutsch war. Außerdem beherrschte er wie seine Eltern Tschechisch.

WĂ€hrend sich Kafkas Literatur umfangreich mit seinem VerhĂ€ltnis zum Vater beschĂ€ftigte, war die Mutter eher im Hintergrund. Allerdings gibt es gerade aus der mĂŒtterlichen Linie eine große Anzahl von Verwandten, die sich in Kafkas Figuren wiederfinden,[2] zu nennen sind hier Junggesellen, Sonderlinge, Talmudkundige und explizit der Landarzt Onkel Siegfried Löwy, der Vorbild fĂŒr die ErzĂ€hlung Ein Landarzt war.

Kindheit, Jugend und Ausbildung

Von 1889 bis 1893 besuchte Kafka die Deutsche Knabenschule am Fleischmarkt in Prag. Dann wechselte er, entsprechend der Auswahl seines Vaters, an das humanistische Staatsgymnasium in der Prager Altstadt, welches sich im selben GebÀude wie das GalanteriegeschÀft seines Vaters befand. Auch an dieser Schule war die Unterrichtssprache Deutsch.[3]

Bereits in seiner Jugend beschĂ€ftigte sich Kafka mit Literatur. Sein umfangreiches FrĂŒhwerk ist jedoch verschollen, vermutlich hat er es selbst vernichtet, ebenso die frĂŒhen TagebĂŒcher.

Zu seinen frĂŒhesten Freunden in der Oberschulzeit gehörte Rudolf IllowĂœ, der schon 1898 das Gymnasium verließ. SpĂ€tere Freundschaften schloss er u. a. mit Hugo Bergmann, Ewald Felix Pƙíbram, in dessen Vaters Versicherung er spĂ€ter arbeiten sollte, Paul Kisch sowie Oskar Pollak, mit dem er bis in die UniversitĂ€tszeit befreundet blieb.

1899 wendet sich der SechzehnjĂ€hrige Kafka dem Sozialismus zu. Obwohl sein MitschĂŒler und politischer Mentor, Rudolf Illowy, die Schule verlassen musste, bleibt Kafka seiner Überzeugung treu und zeigt die Rote Nelke offen zur Schau.[4] Nachdem er die ReifeprĂŒfung (Matura) im Jahre 1901 mit „befriedigend“ bestanden hatte, verließ er zum ersten Mal in seinem Leben Böhmen und reiste mit seinem Onkel Siegfried Löwy nach Norderney und Helgoland.

Kafka lebte weitestgehend nach den WĂŒnschen des von ihm als tyrannisch erlebten Vaters. Dieses Schicksal spiegelt sich auch in vielen Werken Kafkas wider. Das Streben nach außen, nach einem freien Leben ohne Bestimmungen etc., ist in Werken wie Die Verwandlung unverkennbar. Was sein Studium betraf, das er von 1901 bis 1906 an der Karl-Ferdinands-UniversitĂ€t zu Prag absolvierte, begann er zunĂ€chst mit Chemie, wechselte aber nach kurzer Zeit in die juristische Richtung; dann versuchte er es – mehr seinen Neigungen entsprechend – mit einem Semester Germanistik und Kunstgeschichte, erwog sogar die Fortsetzung in MĂŒnchen, um dann im zweiten Anlauf doch beim Studium der Rechte zu bleiben. ProgrammgemĂ€ĂŸ schloss er es nach fĂŒnf Jahren mit der Promotion bei Alfred Weber ab, worauf verpflichtend ein einjĂ€hriges unbezahltes Rechtspraktikum am Landes- und am Strafgericht folgte.

Berufsleben

Nach einem kurzen Zwischenspiel bei der privaten Versicherungsgesellschaft „Assicurazioni Generali“ (Oktober 1907 bis Juli 1908) arbeitete Kafka von 1908 bis 1922 in der „Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt fĂŒr das Königreich Böhmen“ (AUVA) in Prag. Seine Arbeit bezeichnete er selbst oft als bloßen „Brotberuf“.

Die TĂ€tigkeit als Beamter in der halbstaatlichen Institution verlangte von ihm genaue Kenntnisse der industriellen Produktion und der großbetrieblichen Technik. Er arbeitete anfangs in der Unfallabteilung, wurde dann in die versicherungstechnische Abteilung versetzt. Dabei hatte er direkten Einblick in die katastrophalen, in hohem Grad gefĂ€hrlichen Arbeitsbedingungen in der Industrie. Auf Kafka lassen sich einige VorschlĂ€ge zu UnfallverhĂŒtungsvorschriften zurĂŒckfĂŒhren. Seine Erfahrungen fĂŒhrten auch zu einer partiellen Solidarisierung mit der Arbeiterschaft, auf Demonstrationen (denen er als Passant beiwohnte) trug er manchmal eine rote Nelke im Knopfloch.

Seit 1910 gehörte er als „Konzipist“ zur Betriebsabteilung, nachdem er sich durch den Besuch von Vorlesungen ĂŒber „Mechanische Technologie“ an der deutschen Technischen Hochschule in Prag darauf vorbereitet hatte.

Kafka arbeitete Bescheide aus und brachte sie auf den Weg, wenn es alle fĂŒnf Jahre galt, die Betriebe in Gefahrenklassen einzuteilen. Von 1908 bis 1916 wurde er immer wieder zu kurzen Dienstreisen nach Nordböhmen geschickt, besonders hĂ€ufig war er bei der Bezirkshauptmannschaft Reichenberg. Dort besichtigte Kafka Unternehmen, referierte vor Unternehmern und nahm Gerichtstermine wahr. Bevor er als Prosaautor in Erscheinung trat, hatte er schon als „Versicherungsschriftsteller“ BeitrĂ€ge fĂŒr die jĂ€hrlich erscheinenden Rechenschaftsberichte der Anstalt verfasst. Kafka war sofort gefordert, arbeitete sich schnell ein und wurde als „vorzĂŒgliche Konzeptskraft“ erkannt. In Anerkennung seiner Leistungen wurde der „Aushilfsbeamte“ darum viermal befördert (1910 Konzipist, 1913 VizesekretĂ€r, 1920 SekretĂ€r, 1922 ObersekretĂ€r).

Auch wenn unter sozialen Gesichtspunkten die Ă€ußeren Bedingungen gĂŒnstig erschienen, waren es doch die inneren Bedingungen, unter denen Kafka litt. „Über die Arbeit klage ich nicht so, wie ĂŒber die Faulheit der sumpfigen Zeit“, schrieb schon der 24-jĂ€hrige Kafka in einem Brief. Der „Druck“ der BĂŒrostunden, das Starren auf die Uhr, der „alle Wirkung“ zugeschrieben wird, die letzte Arbeitsminute als „Sprungbrett der Lustigkeit“ waren grundsĂ€tzliche Aspekte, unter denen Kafka seine BĂŒroarbeit sah. In einem Brief an Milena JesenskĂĄ schrieb er: „Mein Dienst ist lĂ€cherlich und klĂ€glich leicht
ich weiß nicht wofĂŒr ich das Geld bekomme“.

Als bedrĂŒckend empfand er auch sein (von der Familie erwartetes) Engagement in den elterlichen GeschĂ€ften, zu denen 1911 die Asbestfabrik des Schwagers hinzugekommen war, die allerdings nie so recht florierte und die Kafka mit noch grĂ¶ĂŸerem Nachdruck zu ignorieren versuchte, da er sich zu ihrem stillen Teilhaber und in einem unbedachten Moment sogar zu ihrem FĂŒrsprecher hatte machen lassen.

Zu der „niederen“ Arbeit, die Kafka also an mehreren Orten kennenlernte, gehörten natĂŒrlich auch die einfachen Arbeiter selbst. VerbĂŒrgt ist, dass Kafka sich fĂŒr sie menschlich interessierte und einsetzte; sein ruhiger, persönlicher Umgang hob sich wohltuend ab vom Chefgebaren seines Vaters. Noch nĂ€her konfrontiert mit den Sorgen und Leiden der einfachen Leute wurde er im Ersten Weltkrieg: zunĂ€chst, als in Prag Tausende von „ostjĂŒdischen“ FlĂŒchtlingen anlandeten, dann im Rahmen der „KriegerfĂŒrsorge“, bei der er sich um die Rehabilitation und berufliche Umschulung von Schwerverwundeten kĂŒmmern musste.[5] Dazu war er von seiner Versicherungsanstalt verpflichtet worden; zuvor hatte ihn diese allerdings als „unersetzliche Fachkraft“ reklamiert und damit (gegen Kafkas Intervention) vor der Front geschĂŒtzt, nachdem er 1915 erstmals als militĂ€risch „voll verwendungsfĂ€hig“ eingestuft worden war. Die Kehrseite dieser WertschĂ€tzung erlebte Kafka dann zwei Jahre darauf, als er an Lungentuberkulose erkrankte und um Pensionierung bat: Die Anstalt sperrte sich und gab ihn erst nach fĂŒnf Jahren am 1. Juli 1922 endgĂŒltig frei.

Generationenkonflikt, Vater-Sohn-Beziehung

Kafka hatte in seiner Jugend kein besonders gutes VerhĂ€ltnis zu seinem Vater, da dieser ihn als Kind, als Jugendlichen und auch noch in Studienzeiten grob behandelte und unterdrĂŒckte. Seine Mutter, die selbst die Werte und Urteile des Vaters ĂŒbernahm, vermochte keinen wesentlichen Gegenpol zu dessen dominanter Rolle zu bilden. Der junge Kafka fĂŒrchtete sich nicht unbedingt vor seinem Vater, aber er stand stets auf Distanz und in Hassliebe zu ihm.

In vielen Werken Kafkas wird der Vater, das Familienoberhaupt, als sehr mĂ€chtig, stark und partiell auch als unterdrĂŒckend dargestellt; so in der Verwandlung, wo Gregor, der Protagonist und Sohn, ein riesiges Ungeziefer ist und sich im Laufe der Handlung immer nutzloser vorkommt, bis zu seinem Ableben, das Erleichterung fĂŒr die Familie darstellt. Die ĂŒbermĂ€chtige Figur des Vaters ist es, die in der fĂŒr Kafkas Schreiben so ĂŒberaus wichtigen Kurzgeschichte Das Urteil den Sohn Georg Bendemann zum „Tode des Ertrinkens“ verurteilt. Im Brief an den Vater, den Kafka weder absenden noch veröffentlichen wollte, schreibt er, dass der Vater immerzu Macht ĂŒber ihn gehabt habe. Vermutlich ließ diese erlebte UnterdrĂŒckung Kafka zu dem introvertierten und selbstkritischen bzw. „selbsthassenden“ Menschen werden, als der er heute gesehen wird. Das zeigt sich daran, dass Kafka alles, was sich in seinem Nachlass befand, verbrennen lassen wollte – was aber nicht vollzogen wurde. Doch eben die harte Selbstkritik und die belastete Vaterbeziehung gehören zu den prĂ€genden Motiven in Kafkas Leben und Werk und stellen auch wichtige inhaltliche Momente der Kafka-Rezeption dar.

Freundschaften

Franz Kafkas Zeichnungen in „transition“, Nr.27 (1938)

Kafka hatte in Prag einen relativ engen, aber konstanten Kreis etwa gleichaltriger Freunde, der sich wÀhrend der ersten UniversitÀtsjahre bildete. Die wichtigste Person war ohne Zweifel Max Brod, der ebenfalls Jura studierte. SpÀter gesellten sich der Philosoph Felix Weltsch und die Schriftsteller Oskar Baum und Franz Werfel dazu. Brod erkannte die literarischen FÀhigkeiten Kafkas. Durch seine Vermittlung kam es auch zum Kontakt mit dem jungen Leipziger Rowohlt Verlag und zu Kafkas erster Buchpublikation (Betrachtung, 1912).

Unter den zeitweiligen Freundschaften Kafkas ist die zu Jizchak Löwy noch erwĂ€hnenswert, einem aus einer orthodox-chassidischen Warschauer Familie stammenden Schauspieler, der vor allem durch seine Entschiedenheit, mit der er seine kĂŒnstlerischen Interessen auch gegenĂŒber seinen Eltern durchsetzte, fĂŒr Kafka zum bewunderten Vorbild wurde.

Nach Ansicht seines Biographen Stach war Kafka „keinesfalls sozial isoliert“, sondern „nur psychisch“. Wer Kafkas Werke kennt, mag ermessen, was in dem Wörtchen „nur“ verborgen liegt.

Die engste Beziehung in der Familie hatte Kafka zu seiner jĂŒngsten Schwester Ottla. Sie war es auch, die Kafka 1918 zeitweise bei sich und ihrer Familie aufnahm, als er Erholung benötigte.

Beziehungen

Kafka (1923)

Eine der ersten Frauen, zu denen Kafka eine Liebesbeziehung aufbaute, war die 1888 in Wien geborene Hedwig Therese Weiler. „Im Sommer 1907 lernte sie Kafka in Triesch bei Iglau (MĂ€hren) kennen, wo beide ihre Ferien bei Verwandten verbrachten. Die Liebesbeziehung, die sich hier entwickelte, war jedoch nur von kurzer Dauer; wechselseitige Besuche sind nicht nachweisbar.“[6] Ein Briefkontakt ist jedoch belegt.[7]

Im Mittelpunkt der Betrachtungen zu Kafkas Beziehungen zu Frauen stehen Kafkas Briefe an seine Verlobte Felice Bauer, eine Berliner Angestellte, die Kafka am 13. August 1912 in der Wohnung Max Brods kennengelernt hat.

Die Briefe haben im Wesentlichen Kafkas Ringen und seine Zweifel um die Richtigkeit der Verlobung und seiner Angst ums Schreiben zum Inhalt, die er in aller Offenheit und in all seinem sprachlichen Vermögen in seinen Briefen niederschrieb, weswegen sie auch in literarischer Hinsicht als reizvoll gelten. Nach rund 300 Briefen, zeitweise bis zu drei tĂ€glich, sowie sechs weiteren, relativ kurzen Begegnungen kam es knapp zwei Jahre spĂ€ter, am 1. Juni 1914, zur offiziellen Verlobung in Berlin – und ganze sechs Wochen danach zur Entlobung.[8]

Kennzeichnend ist eine Passage aus dem Brief vom 13. Juli 1913 an Felice Bauer, in dem er zunĂ€chst ein mögliches gemeinsames Leben im SĂŒden anspricht, dann aber fortfĂ€hrt: „Nur die NĂ€chte mit Schreiben durchrasen, das will ich. Und daran zugrundegehn oder irrsinnig werden, das will ich auch...“.[9]

Das Stereotyp vom „Junggeselle[n] der Weltliteratur“[10] setzte sich in der Rezeption durch seine langen brieflichen AnnĂ€herungen und raschen Trennungen fest.

Es folgten zwei weitere Verlobungen, die wieder gelöst wurden: ZunĂ€chst noch einmal mit Felice Bauer (1917), dann mit der Prager SekretĂ€rin Julie Wohryzek (1919). Die erste fĂŒhrte – nach Kafkas Empfinden „direkt“ – zu seinem Blutsturz, d. h. zum Ausbruch der Lungentuberkulose im August 1917; die zweite, nach Intervention seines Vaters gegen das Verlöbnis, zur Generalabrechnung mit ihm im Brief an den Vater, den er allerdings nie abschickte.

In seinem VerhĂ€ltnis zu der selbstbewussten, freisinnigen Journalistin Milena JesenskĂĄ wiederholte Kafka dann 1920/21 das Muster der brieflichen AnnĂ€herung, der spĂ€ter wachsende Selbstzweifel und der RĂŒckzug folgen.

1923 lernte Kafka in Graal-MĂŒritz die KindergĂ€rtnerin Dora Diamant kennen. Mit ihr entwickelte sich ein eheĂ€hnliches VerhĂ€ltnis und eine fortdauernde IntimitĂ€t wie sonst zu keiner anderen Frau.[11] Dora fungiert zunehmend als Krankenschwester, die ihn bis zu seinem Tod pflegt.

„Das Urteil“

→ Hauptartikel: Das Urteil (Kafka)

In der Nacht vom 22. zum 23. September 1912 gelang es Kafka, die ErzĂ€hlung Das Urteil in nur acht Stunden in einem Zuge zu Papier zu bringen. Im spĂ€teren Urteil der Literaturwissenschaft hat Kafka hier mit einem Schlag thematisch und stilistisch zu sich selbst gefunden. Kafka hingegen elektrisierte zunĂ€chst der noch nie so intensiv erlebte Akt des Schreibens („Nur so kann geschrieben werden, nur in einem solchen Zusammenhang, mit solcher vollstĂ€ndigen Öffnung des Leibes und der Seele“), sowie die unverminderte Wirkung der Geschichte auch nach wiederholtem (eigenem) Vorlesen – nicht nur auf die Zuhörer, sondern auch auf ihn selbst.

Das Urteil leitete Kafkas erste lĂ€ngere Kreativphase ein; die zweite folgte rund zwei Jahre spĂ€ter. Damit deutet sich zugleich ein Problem an, das auch mit seinem kĂŒnstlerischen Durchbruch nicht behoben war, ja sogar noch schĂ€rfer hervortrat: zwischen den Phasen literarischer Fruchtbarkeit litt Kafka unter – zumeist lĂ€ngeren – Perioden der DĂŒrre; in diesem Fall volle eineinhalb Jahre. Allein schon deshalb blieb fĂŒr ihn eine Existenz als „bĂŒrgerlicher Schriftsteller“, der mit seinem Schaffen sich und dazu noch eine eigene Familie nĂ€hren kann, zeitlebens in unerreichbarer Ferne. Seine beruflichen Verpflichtungen können als Schreibhindernisse nicht unbedingt der Grund gewesen sein, hatte Kafka seine kreativen Hochphasen oft gerade in Zeiten Ă€ußerer Verschlechterungen (etwa im zweiten Halbjahr von 1914 durch den Kriegsausbruch). Überdies wusste Kafka mit seiner Strategie des „Manöver-Lebens“ – was hieß: vormittags BĂŒrostunden, nachmittags Schlafen, nachts Schreiben – seinen Freiraum auch zu verteidigen.

Einer anderen gĂ€ngigen These zufolge war Kafkas Leben und Schreiben nach der Entstehung des Urteils dadurch gekennzeichnet, dass er das eine dem anderen opferte, dass er also dem gewöhnlichen Leben entsagte, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. FĂŒr diese Stilisierung liefert er selbst in TagebĂŒchern und den Briefen reichlich Material.

Anders als beim Urteil war allerdings das kĂŒnftige Schreiben fĂŒr ihn hĂ€ufig quĂ€lend und stockend; dies gibt folgende Tagebuchaufzeichnung wieder:

„Kein Wort fast, das ich schreibe, passt zum anderen, ich höre, wie sich die Konsonanten blechern aneinanderreihen und die Vokale singen dazu wie Ausstellungsneger. Meine Zweifel stehen um jedes Wort im Kreis herum, ich sehe sie frĂŒher als das Wort, aber was denn! Ich sehe das Wort ĂŒberhaupt nicht, das erfinde ich.“[12]

Krankheit und Tod

Grab von Franz Kafka in Prag-ĆœiĆŸkov

Im August 1917 erlitt Franz Kafka einen nĂ€chtlichen Blutsturz, es wurde eine Lungentuberkulose festgestellt, eine Erkrankung, die zur damaligen Zeit nicht heilbar war. Die Symptome besserten sich zunĂ€chst wieder, doch im Herbst 1918 erkrankte er an der Spanischen Grippe, die eine mehrwöchige LungenentzĂŒndung nach sich zog. Danach verschlechterte sich Kafkas Gesundheitszustand von Jahr zu Jahr, trotz zahlreicher langer Kuraufenthalte, u. a. in Schelesen (Böhmen), TatranskĂ© Matliare (heute Slowakei), Riva del Garda (Welschtirol im Sanatorium Dr. von Hartungen), Graal-MĂŒritz (1923).[13] WĂ€hrend seines Aufenthaltes in Berlin 1923/24 griff die Tuberkulose auch auf den Kehlkopf ĂŒber, Kafka verlor allmĂ€hlich sein Sprechvermögen und konnte nur noch unter Schmerzen Nahrung und FlĂŒssigkeit zu sich nehmen. WĂ€hrend eines Aufenthalts im Sanatorium Wienerwald im April 1924 wurde von Dr. Hugo Kraus, einem Familienfreund und Leiter der Lungenheilanstalt, definitiv Kehlkopftuberkulose diagnostiziert. Infolge der fortschreitenden Auszehrung konnten die Symptome nur noch gelindert werden; ein operativer Eingriff war wegen des schlechten Allgemeinzustands nicht mehr möglich. Franz Kafka reiste ab und starb am 3. Juni 1924 im Sanatorium Kierling bei Klosterneuburg im Alter von 40 Jahren. Als offizielle Todesursache wurde Herzversagen festgestellt. Begraben wurde er auf dem Neuen JĂŒdischen Friedhof in Prag-StraĆĄnice.[14] Der schlanke kubistische Grabstein von Dr. Franz Kafka und seinen Eltern mit Inschriften in deutscher und hebrĂ€ischer Sprache befindet sich rechts vom Eingang, etwa 200 Meter vom Pförtnerhaus entfernt. An der dem Grab gegenĂŒber liegenden Friedhofswand erinnert eine Gedenktafel in tschechischer Sprache an Dr. Max Brod.[15]

Zur Frage der NationalitÀt

Kafka lebte erst im Vielvölkerstaat der k.u.k. Monarchie Österreich-Ungarn und nach dem Ersten Weltkrieg in der neu gegrĂŒndeten Tschechoslowakei. Kafka selbst bezeichnete sich in einem Brief als deutschen Muttersprachler („Deutsch ist meine Muttersprache, aber das Tschechische geht mir zu Herzen“[16]). Die deutschsprachige Bevölkerung in Prag, die etwa sieben Prozent ausmachte, lebte in einer „inselhaften Abgeschlossenheit“[17] mit ihrer auch als „Pragerdeutsch“[18] bezeichneten Sprache. Diese Isoliertheit meinte Kafka auch, wenn er in dem bereits zitierten Brief schrieb: „Ich habe niemals unter deutschem Volk gelebt.“[19] Zudem gehörte er der jĂŒdischen Minderheit an. Schon in der Schule gab es heftige Auseinandersetzungen zwischen tschechisch- und deutschsprachigen Pragern.[20] Das politische Deutsche Reich blieb fĂŒr Kafka – etwa wĂ€hrend des Ersten Weltkriegs – weit entfernt und fand keinen Niederschlag in seinem Werk. Auch Belege fĂŒr die Selbstsicht einer österreichischen NationalitĂ€t lassen sich nicht finden.

Schaffen

EinflĂŒsse (literarisch, philosophisch, psychologisch, religiös)

Nach Ansicht Nabokovs ĂŒbte Flaubert den grĂ¶ĂŸten literarischen Einfluss auf Kafka aus, was er vor allem mit dessen Stil begrĂŒndet. Wie Flaubert, so Nabokov, verabscheute Kafka wohlgefĂ€llige Prosa und benutzte die Sprache als Werkzeug. „Gern entnahm er seine Begriffe dem Wortschatz der Juristen und Naturwissenschaftler und verlieh ihnen eine gewisse ironische Genauigkeit, ein Verfahren, mit dem auch Flaubert eine einzigartige dichterische Wirkung erzielt hatte.“[21]

Kafka hat sich seit den letzten Gymnasialklassen intensiv mit Friedrich Nietzsche beschÀftigt.[22] Besonders Also sprach Zarathustra scheint ihn gefesselt zu haben.[23]

Eine Lebensparallele sah Kafka in dem Philosophen Kierkegaard. Über ihn sagt er: „Er bestĂ€tigt mich wie ein Freund“.[24]

Die Vorstellungen von Sigmund Freud und seinen SchĂŒlern etwa zu Wahnvorstellungen und speziell zur Paranoia waren Kafka aus der Zeit heraus natĂŒrlich bekannt, ohne dass ein explizites intensives Studium in dieser Richtung erfolgte.[25]

Kafka hat sich durch umfangreiches Schriftenstudium intensiv mit der jĂŒdischen Religion auseinander gesetzt.[26] Besonders beeinflusst haben ihn auch religiöse Sagen, Geschichten und Handlungsanleitungen, die ursprĂŒnglich mĂŒndlich ĂŒberliefert wurden.[27]

EinflĂŒsse des scheinbar Trivialen (Kino, jiddisches Theater, VergnĂŒgungseinrichtungen)

In einem Brief vom Dezember 1908 Ă€ußert Kafka ...wie könnten wir uns sonst am Leben erhalten fĂŒr den Kinematographen
 .[28] Er schreibt 1919 an seine zweite Verlobte Julie Wohryzek er sei verliebt in das Kino. Kafka war aber offensichtlich weniger beeindruckt von Filmhandlungen (entsprechende Äußerungen fehlen in seinen Schriften); vielmehr geben seine Texte selbst eine filmtechnische Sichtweise wieder. Sein ErzĂ€hlen entwickelt seinen besonderen Charakter durch die Verarbeitung filmischer Bewegungsmuster und Sujets.[29] Es lebt aus den grotesken Bildfolgen und Übertreibungen des frĂŒhen Kinos, die literarisch verdichtet hier sprachlich auftreten. Der Film ist in Kafkas Geschichten allgegenwĂ€rtig: im Rhythmus des großstĂ€dtischen Verkehrs, in Verfolgungsjagden und DoppelgĂ€nger-Szenen und in GebĂ€rden der Angst. Diese Elemente sind besonders im Romanfragment Der Verschollene zu finden.

Auch in den deftigen VorfĂŒhrungen des jiddischen Theaters aus Lemberg, die Kafka oft besuchte und mit deren Mitgliedern er befreundet war, waren viele dieser vorgenannten Elemente enthalten und sie bewirkten bei Kafka einen starken Eindruck von AuthentizitĂ€t.[30]

Bis ca. 1912 hat Kafka auch rege am Nachtleben mit Kleinkunstdarbietungen teilgenommen. Hierzu gehörten Besuche in Cabarets, Bordellen, Varietes u. Ă€.[31] Eine Reihe seiner spĂ€ten ErzĂ€hlungen sind in diesem Milieu angesiedelt; siehe Erstes Leid, Ein Bericht fĂŒr eine Akademie, Ein HungerkĂŒnstler, Josefine, die SĂ€ngerin oder das Volk der MĂ€use.

Rezeption

Kafka-Denkmal von Jaroslav RĂłna zwischen Heilig-Geist-Kirche und Spanischer Synagoge in Prag

Zu Lebzeiten war Kafka der breiten Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannt. Ob das anders gewesen wĂ€re, wenn er mehr als die wenigen kĂŒrzeren Texte freigegeben hĂ€tte, gehört in den Bereich der Spekulation. Kafkas Skepsis gegenĂŒber seinem Werk und seiner Dichterexistenz ĂŒberhaupt ging so weit, dass er seinem engsten Freund und Nachlassverwalter Max Brod auftrug, seine unveröffentlichten Texte (darunter alle seine Romane) zu vernichten.

In der zweiten an Brod gerichteten VerfĂŒgung vom 29. November 1922, die nach Kafkas Tod „bei genauerm Suchen“[32] gefunden wurde, schreibt Kafka: „Von allem, was ich geschrieben habe, gelten nur die BĂŒcher: Urteil, Heizer, Verwandlung, Strafkolonie, Landarzt und die ErzĂ€hlung: HungerkĂŒnstler. (Die paar Exemplare der 'Betrachtung' mögen bleiben, ich will niemandem die MĂŒhe des Einstampfens machen, aber neu gedruckt darf nichts daraus werden.) Wenn ich sage, daß jene 5 BĂŒcher und die ErzĂ€hlung gelten, so meine ich damit nicht, daß ich den Wunsch habe, sie mögen neu gedruckt und kĂŒnftigen Zeiten ĂŒberliefert werden, im Gegenteil, sollten sie ganz verloren gehn, entspricht dieses meinem eigentlichen Wunsch. Nur hindere ich, da sie schon einmal da sind, niemanden daran, sie zu erhalten, wenn er dazu Lust hat.“

Heute besteht allgemein Einigkeit darĂŒber, dass Max Brod die richtige Entscheidung traf, als er gegen Kafkas „letzten Willen“ handelte und dessen Werk schlussendlich doch publizierte. Einen nicht nĂ€her zu bestimmenden Teil seiner Texte hat Kafka allerdings noch zu Lebzeiten selbst vernichtet. Literaturkennern wie Walter Benjamin oder Kurt Tucholsky war Kafka bereits in den zwanziger Jahren ein Begriff. Weltweit bekannt wurde Kafkas Werk jedoch erst nach dem Zweiten Weltkrieg, zunĂ€chst in den USA und Frankreich, in den 1950er-Jahren dann auch im deutschsprachigen Raum.

Über Kafkas Bedeutung fĂŒr die Diskussionen der Schriftsteller in der Tschechoslowakei, unter anderem mit dem Schwerpunkt Entfremdung, hielt man 1963 eine international besetzte Kafka-Konferenz im Schloss Liblice bei Prag, die 2008 neu bewertet werden sollte.

Erinnerungsplakette an Kafkas Geburtshaus (von Karel Hladik)

Werke und Einordnung

Die Romanfragmente

Wie in einem Albtraum bewegen sich seine Protagonisten durch ein Labyrinth undurchsichtiger VerhĂ€ltnisse und sind anonymen MĂ€chten ausgeliefert. Das Schloß wie auch die GerichtsgebĂ€ude in Der Process bestehen aus einem weit verzweigten Gewirr unĂŒbersichtlicher RĂ€ume, und auch in Der Verschollene (von Brod unter dem Titel Amerika veröffentlicht) sind die seltsam unverbundenen SchauplĂ€tze – ein Schiff, ein Hotel, das „Naturtheater von Oklahoma“, sowie die Wohnung des Onkels von Karl Roßmann, dem Helden – gigantisch und unĂŒberschaubar.

Insbesondere bleiben aber auch die Beziehungen der handelnden Personen ungeklĂ€rt. Im Schloß erzeugt Kafka mit subtilen literarischen Mitteln Zweifel an der Stellung des Protagonisten K. als „Landvermesser“ und dem Inhalt dieses Begriffes selbst und schafft so Interpretationsspielraum. Nur bruchstĂŒckhaft erfĂ€hrt K. und mit ihm der Leser im Laufe des Romans mehr ĂŒber die Beamten des Schlosses und ihre Beziehung zu den Dorfbewohnern. Die allgegenwĂ€rtige, aber gleichzeitig unzugĂ€ngliche und auch faszinierende Macht des Schlosses ĂŒber das Dorf und seine Menschen wird dabei immer deutlicher. Trotz all seiner BemĂŒhungen, in dieser Welt heimisch zu werden und seine Situation zu klĂ€ren, erhĂ€lt K. keinen Zugang zu den maßgeblichen Stellen in der Schlossverwaltung, wie auch der Angeklagte Josef K. im Prozess niemals auch nur die Anklageschrift zu Gesicht bekommt.

Nur im Romanfragment Der Verschollene, das wie das Schloß als unvollendet gilt, bleibt die vage Hoffnung, dass Roßmann im fast grenzenlosen, paradiesischen „Naturtheater von Oklahoma“ dauerhaft Geborgenheit finden kann.

Die ErzÀhlungen

In fast allen ErzÀhlungen Kafkas, z. B. Der Bau, Forschungen eines Hundes, Kleine Fabel ist das Scheitern und das vergebliche Streben der Figuren das beherrschende Thema, wobei das nicht immer ganz ernst, sondern oft durchaus mit einer gewissen Ironie dargestellt wird.

Ein fast durchgĂ€ngiges Thema ist das verborgene Gesetz, gegen das der jeweilige Protagonist unwillentlich verstĂ¶ĂŸt oder das er nicht erreicht (Vor dem Gesetz, In der Strafkolonie, Der Schlag ans Hoftor, Zur Frage der Gesetze). Der fĂŒr den Protagonisten verborgene Code, der die AblĂ€ufe bestimmt, ist Ă€hnlich wie in den Romanfragmenten Process und Schloss auch immer wieder in den ErzĂ€hlungen zu finden.

Es ist der Stil Kafkas, der ihn von Expressionisten am meisten unterscheidet, und mit dem Kafka die unglaublichsten Sachverhalte aufs deutlichste und nĂŒchternste beschreibt. Dies tritt vor allem in seinen ErzĂ€hlungen zu Tage. Die kĂŒhle minutiöse Beschreibung der legitimierten Grausamkeit In der Strafkolonie oder die selbstverstĂ€ndliche Verwandlung von Mensch zum Tier und umgekehrt, wie in Die Verwandlung oder Ein Bericht fĂŒr eine Akademie sind kennzeichnend. Dieser Stil ist dafĂŒr verantwortlich, dass Kafka hier nicht einfach ein LebensgefĂŒhl nachgeformt hat, sondern eine eigene Welt mit eigenen Gesetzen schuf, deren Unvergleichlichkeit sich nicht zuletzt durch die Schaffung des Begriffs des „Kafkaesken“ bewahrheitet.

Interpretation

Die Deutungslust der Interpreten nach 1945 liegt vielleicht daran, dass seine Texte offen und hermetisch zugleich sind, d. h., dass sie einerseits leicht und andererseits schwer zugĂ€nglich sind: leicht durch Sprache, Handlung, Bildhaftigkeit und relativ geringen Umfang; schwer dadurch, dass man die Tiefe zwar fĂŒhlt, aber kaum auszuloten und einzelne Schichten nur bruchstĂŒckhaft zu beschreiben vermag. Albert Camus meinte: „Es ist das Schicksal und vielleicht auch die GrĂ¶ĂŸe dieses Werks, daß es alle Möglichkeiten darbietet und keine bestĂ€tigt.“ Im Zusammenhang von Deutungsprovokation und -verweigerung liegt die sirenenhafte Faszination, die verfĂŒhrerische Versuchung von Kafkas Texten (Walter H.Sokel).[33]

Verschiedene Interpretationen von Kafkas Werk (abgesehen natĂŒrlich von der textimmanenten) weisen u. a. in folgende Richtungen: psychologisch (so wie man dies z. B. mit Hamlet, Faust oder Stiller tun kann), philosophisch (vor allem zur Schule des Existenzialismus), biographisch (z. B. durch Elias Canetti in „Der andere Prozess“), religiös (ein dominierender Aspekt der frĂŒhen Kafka-Rezeption, der heute eher als fragwĂŒrdig angesehen wird, u. a. von Milan Kundera) und soziologisch (d. h. den gesellschaftskritischen Gehalt untersuchend). Eine wichtige Frage der Interpretation der Werke Kafkas ist der Einfluss der jĂŒdischen Religion und Kultur auf das Werk, die schon vom Nestor der modernen Kabbala-Forschung Gershom Scholem dahingehend beantwortet wurde, dass Kafka eher der jĂŒdischen als der deutschen Literaturgeschichte zuzuordnen sei. Dieser Deutungshinweis wurde auf breiter Front von Karl E. Grözinger in seinem Buch „Kafka und die Kabbala. Das JĂŒdische im Werk und Denken von Franz Kafka.“ Berlin-Wien 2003, aufgenommen. Seine Forschungen haben eine tiefe Verankerung ganzer Romane wie Der Process oder Das Schloss in der jĂŒdisch religiösen Kultur gezeigt, ohne die das Werk kaum adĂ€quat verstanden werden kann. Wenn auch von manchen modernen Autoren bestritten, haben sich Grözingers Auffassungen doch weltweit durchgesetzt.

Ungeachtet der jeweiligen Interpretationen hat sich der Begriff des Kafkaesken eingebĂŒrgert, der die Merkmale der Welt Kafkas modellhaft in sich fasst, und der laut Kundera, „als der einzige gemeinsame Nenner von (sowohl literarischen als auch wirklichen) Situationen zu sehen ist, die durch kein anderes Wort zu charakterisieren sind und fĂŒr die weder Politikwissenschaft noch Soziologie noch Psychologie einen SchlĂŒssel liefern.“

Bedeutung und Wirkungsgeschichte

Briefmarke, Deutsche Post AG (2008)

Unter den zeitgenössischen Schriftstellern bezieht sich vor allem Leslie Kaplan (Frankreich) in ihren Romanen und in Aussagen zu ihrer Arbeitsweise stĂ€ndig auf Kafka, um die Entfremdung des Menschen, die mörderische BĂŒrokratie, aber auch den Freiheits-Spielraum, den vor allem das Denken und Schreiben eröffnet, darzustellen.

VerbĂŒrgt ist der große Einfluss Kafkas auf Gabriel GarcĂ­a MĂĄrquez. Insbesondere von Kafkas ErzĂ€hlung Die Verwandlung hat GarcĂ­a MĂĄrquez nach eigener Bekundung den Mut fĂŒr die Ausgestaltung seines „magischen Realismus“ genommen: Gregor Samsas Erwachen als KĂ€fer, so GarcĂ­a MĂĄrquez selbst, habe seinem „Leben einen neuen Weg gewiesen, schon mit der ersten Zeile, die heute eine der berĂŒhmtesten der Weltliteratur ist“. Kundera erinnert sich in seinem Buch Verratene VermĂ€chtnisse (S. 55) an eine noch prĂ€zisere Auskunft von GarcĂ­a MĂĄrquez zu dem Einfluss Kafkas auf ihn: „Kafka hat mir beigebracht, dass man anders schreiben kann.“ Kundera erlĂ€utert: „Anders: das hieß, indem man die Grenzen des Wahrscheinlichen ĂŒberschreitet. Nicht (in der Art der Romantiker), um der wirklichen Welt zu entfliehen, sondern um sie besser zu verstehen.“

Auch abseits kĂŒnstlerischer Kriterien findet Kafka große Bewunderung. So ist fĂŒr Canetti Kafka deswegen ein großer Dichter, weil er „unser Jahrhundert am reinsten ausgedrĂŒckt hat“.

Bereits 1915 wurde Kafka indirekt mit dem „Theodor-Fontane-Preis fĂŒr Kunst und Literatur“ ausgezeichnet: Der offizielle PreistrĂ€ger Carl Sternheim gab das Preisgeld an den noch weitestgehend unbekannten Kafka weiter.

Kafka – als verbotener Literat und als Markenartikel

WĂ€hrend der Zeit von 1933 bis 1945 war Kafka wie u. a. alle namhaften jĂŒdischen Schriftsteller verboten. Er ist in der einschlĂ€gigen Liste verbotener Autoren wĂ€hrend der Zeit des Nationalsozialismus als Erzeuger von „schĂ€dlichem und unerwĂŒnschtem Schriftgut“ genannt. Seine Werke fielen wie viele andere den BĂŒcherverbrennungen zum Opfer.[34]

Die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei (KSČ) rehabilitierte Kafka nach dem Zweiten Weltkrieg nicht, sondern stufte ihn als dekadent ein. In dem Roman Der Process fand man unerwĂŒnschte AnklĂ€nge an die Denunziationen und Schauprozesse in den Staaten des Warschauer Pakts.[35] Beim Kafka-Kongress von 1963 zum 80. Geburtstag des Schriftstellers im Schloss Libnice wurde er von vielen Rednern gewĂŒrdigt. Aber bereits 1968 nach der Niederschlagung des Prager FrĂŒhling wurden seine Werke wieder verboten.

Die frĂŒhere Tschechoslowakei, aus der das heutige Tschechien hervorging, hat sich lange Zeit nicht mit Kafka identifiziert, wohl auch, weil er ausschließlich in deutscher Sprache geschrieben hat. Inzwischen allerdings wurde Kafka von der Stadt Prag in einem Touristenrummel derart vereinnahmt,[36] dass dies nur noch vergleichbar ist mit Mozart in Salzburg. Neben der Prager Franz-Kafka-Gesellschaft, die sich um die Werke Kafkas verdient macht und das jĂŒdische Erbe Prags wiederbelebt, gibt es unzĂ€hlige StĂ€tten zur Kafka-Begegnung, BuchlĂ€den und Souvenirartikeln jeglicher Art. Seit 2005 zeigt das Kafka-Museum[37] auf der Prager Kleinseite (CihelnĂĄ 2b) die Ausstellung Die Stadt K. Franz Kafka und Prag.

Streit um die Handschriften

Kafka hatte seinen Freund Max Brod vor seinem Tod gebeten, den Großteil seiner Handschriften zu vernichten. Brod widersetzte sich diesem Willen jedoch und sorgte dafĂŒr, dass viele von Kafkas Schriften posthum veröffentlicht wurden. 1939, kurz vor dem Einmarsch der deutschen Truppen in Prag, gelang es Brod, die Handschriften nach PalĂ€stina zu retten. 1945 schenkte er sie seiner SekretĂ€rin Ilse Ester Hoffe, wie er auch schriftlich festhielt: „Liebe Ester, Bereits im Jahre 1945 habe ich Dir alle Manuskripte und Briefe Kafkas, die mir gehören, geschenkt.“

Hoffe verkaufte einige dieser Handschriften, darunter Briefe und Postkarten, das Manuskript zu Beschreibung eines Kampfes (heute in Besitz des Verlegers Joachim Unseld) und das Manuskript zum Roman Der Process, das 1988 im Londoner Auktionshaus Sotheby’s fĂŒr 3,5 Millionen Mark an das Literaturarchiv Marbach versteigert wurde. Die ĂŒbrigen Handschriften schenkte Hoffe noch zu Lebenzeiten ihren beiden Töchtern Eva und Ruth Hoffe.

Eva und Ruth Hoffe einigten sich nach dem Tod ihrer Mutter im Jahre 2009 schließlich darauf, die Handschriften an das Deutsche Literaturarchiv in Marbach zu verkaufen, was zu einem Streit zwischen den beiden Schwestern und dem Literaturarchiv einerseits und dem Staat Israel, der den rechtmĂ€ĂŸigen Platz von Kafkas Handschriften in der Nationalbibliothek Israels sieht, andererseits fĂŒhrte. Israel begrĂŒndet seinen Anspruch auf die Handschriften mit einem Paragraphen aus Max Brods Testament („daß aber die im ersten Absatz angefĂŒhrten Manuskripte, Briefe und sonstige Papiere und Urkunden der Bibliothek der HebrĂ€ischen UniversitĂ€t Jerusalem oder der Staatlichen Bibliothek Tel Aviv oder einem anderen öffentlichen Archiv im Inland oder im Ausland zur Aufbewahrung ĂŒbergeben werden sollen“), obwohl Ester Hoffe die Handschriften gar nicht als Erbe, sondern in Form einer Schenkung von Max Brod erhielt und sie auch ihren Töchtern schenkte und nicht vererbte. Seit 1956 befinden sich sĂ€mtliche noch in Hoffes Besitz befindliche Handschriften in Banktresoren in Tel Aviv und ZĂŒrich.[38]

Werke

Die Verwandlung: Erstausgabe 1915, Titelillustration Ottomar Starke.

Bei kursiv gedruckten Titeln handelt es sich um BĂŒcher, die gesammelte Prosatexte enthalten. Die in einer Sammlung enthaltenen Werke sind im Artikel zum Sammelband aufgefĂŒhrt.

Zu Lebzeiten veröffentlicht

Alle 46 Publikationen (z.T. Mehrfachveröffentlichungen einzelner Werke) zu Lebzeiten Franz Kafkas sind aufgefĂŒhrt auf den Seiten 300ff in Joachim Unseld: Franz Kafka. Ein Schriftstellerleben. Die Geschichte seiner Veröffentlichungen. ISBN 3-446-13554-5.)

Postum veröffentlicht

Romanfragmente
  • 1925 – Der Process (Niederschrift 1914/15; abweichend von Kafkas Schreibweise fĂŒr das Romanfragment werden Der Prozess, Der Prozeß oder Der Proceß verwendet)
  • 1926 – Das Schloss (Niederschrift 1922; Romanfragment)
  • 1927 – Der Verschollene (erste EntwĂŒrfe 1912 unter dem Titel „Der Verschollene“; von Brod unter dem Titel Amerika veröffentlicht, heute ist der ursprĂŒngliche Titelname wieder allgemein eher gebrĂ€uchlich; Romanfragment)

Werkausgaben

  • Max Brod (Hrsg.): Gesammelte Werke. Frankfurt am Main, New York: S. Fischer 1950-74 (auch bekannt als: „Brod-Ausgabe“; heute textkritisch ĂŒberholt).
  • JĂŒrgen Born, Gerhard Neumann, Malcolm Pasley und Jost Schillemeit (Hrsg.): Kritische Ausgabe. Schriften, TagebĂŒcher, Briefe. Frankfurt am Main: S. Fischer 1982 ff. (auch bezeichnet als: „Kritische Kafka-Ausgabe (KKA)“)
  • Hans-Gerd Koch (Hrsg.): Gesammelte Werke in 12 BĂ€nden in der Fassung der Handschrift. Frankfurt am Main: S. Fischer, 1983 ff. (Textidentisch mit den TextbĂ€nden der Kritischen Ausgabe)
  • Roland Reuß und Peter Staengle (Hrsg.): Historisch-kritische Ausgabe sĂ€mtlicher Handschriften, Drucke und Typoskripte. Frankfurt am Main und Basel: Stroemfeld Verlag 1995 ff. (auch bezeichnet als: „Franz Kafka-Ausgabe (FKA)“); bisher sind erschienen:
    • Der Process. Faksimile-Edition, 16 Hefte + 1 Beiheft, mit CD-ROM, 1997
    • Beschreibung eines Kampfes. Faksimile-Edition, 2 BĂ€nde, 1 Beiheft, mit CD-ROM, 1999
    • Oxforder Quarthefte 1 & 2. Faksimile-Edition, 2 BĂ€nde, 1 Beiheft, mit CD-ROM, 2001
    • Oxforder Quartheft 17: Die Verwandlung. Faksimile-Edition, 1 Band, 1 Beiheft, mit CD-ROM, 2003
    • Oxforder Oktavhefte 1 & 2. Faksimile-Edition, 2 BĂ€nde, 1 Beiheft, mit CD-ROM, 2004
    • Oxforder Oktavhefte 3 & 4. Faksimile-Edition, 2 BĂ€nde, 1 Beiheft, mit CD-ROM, 2007
    • Oxforder Oktavhefte 5 & 6. Faksimile-Edition, 2 BĂ€nde, 1 Beiheft, mit CD-ROM, 2009.
Franz Kafka - In der Strafkolonie - Hörbuch gelesen von Hans-Jörg Große in Wikimedia Commons, Berlin 2011.

HörbĂŒcher

Hörbuchsammlungen:

Briefe

Hintergrund

Kafka schrieb intensiv und lange Zeit seines Lebens Briefe. Diese Briefe ermöglichen es, Einblicke in das Leben und Wesen des Schriftstellers zu erhalten. Kafkas Briefe belegen einen sehr sensiblen Menschen und vermitteln seine Angst vor dem eigenen Wesen, der ihn umgebenden Großstadt und der gesamten Welt. Manche sind der Ansicht, Kafkas Briefe ergĂ€nzen das literarische Werk nicht nur, sondern seien ein Teil von ihm. Die jeweiligen Antwortschreiben sind bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht erhalten.

Ausgaben der Briefe

  • Bestandteil von: Kritische Ausgabe. Schriften, TagebĂŒcher, Briefe. Verlag S. Fischer, 1982 ff.
    • Briefe, Band 1 (1900–1912). Herausgegeben von Hans-Gerd Koch. Text, Kommentar und Apparat in einem Band. Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag, 1999, ISBN 3-10-038157-2.
    • Briefe, Band 2 (1913 bis MĂ€rz 1914). Herausgegeben von Hans-Gerd Koch. Text, Kommentar und Apparat in einem Band. Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag, 2001, ISBN 978-3-10-038158-3.
    • Briefe, Band 3 (1914–1917). Herausgegeben von Hans-Gerd Koch. Text, Kommentar und Apparat in einem Band. Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag, 2005, ISBN 978-3-10-038161-3.
    • Briefe, Band 4 (1918–1920). Herausgegeben von Hans-Gerd Koch. Text, Kommentar und Apparat in einem Band. Frankfurt am Main: S. Fischer Verlag, angekĂŒndigt fĂŒr November 2011, ISBN 978-3-10-038162-0.
  • Andere Ausgaben:
    • Malcolm Pasley (Hrsg.): Franz Kafka, Max Brod – Eine Freundschaft. Briefwechsel. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-10-008306-7.
    • Josef ČermĂĄk, Martin SvatoĆĄ (Hrsg.): Franz Kafka – Briefe an die Eltern aus den Jahren 1922–1924. Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-596-11323-7.
    • JĂŒrgen Born, Erich Heller (Hrsg.): Franz Kafka – Briefe an Felice und andere Korrespondenz aus der Verlobungszeit. Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt am Main, ISBN 3-596-21697-4.
    • JĂŒrgen Born, Michael MĂŒller (Hrsg.): Franz Kafka – Briefe an Milena. Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-596-25307-1.
    • Hartmut Binder, Klaus Wagenbach (Hrsg.): Franz Kafka – Briefe an Ottla und die Familie. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1974, ISBN 3-10-038115-7.

TagebĂŒcher

Kafkas TagebĂŒcher sind fĂŒr den Zeitraum von 1909 bis kurz vor seinem Tod 1923 grĂ¶ĂŸtenteils erhalten geblieben. Sie enthalten nicht nur seine persönlichen Notizen, sondern auch zahlreiche literarische Fragmente.

Ausgaben der TagebĂŒcher

  • Bestandteil von: Gesammelte Werke in EinzelbĂ€nden in der Fassung der Handschrift. Verlag S. Fischer, 1983.
    • Hans-Gerd Koch (Hrsg.): TagebĂŒcher Band 1: 1909–1912 in der Fassung der Handschrift. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1994.
    • Hans-Gerd Koch (Hrsg.): TagebĂŒcher Band 2: 1912–1914 in der Fassung der Handschrift. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1994.
    • Hans-Gerd Koch (Hrsg.): TagebĂŒcher Band 3: 1914–1923 in der Fassung der Handschrift. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1994.
    • Hans-Gerd Koch (Hrsg.): ReisetagebĂŒcher in der Fassung der Handschrift. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1994
  • Bestandteil von: Historisch-kritische Ausgabe. Stroemfeld Verlag, 1995.
    • Roland Reuß, Peter Staengle und andere (Hrsg.): Oxforder Oktavhefte 1 & 2. Stroemfeld, Frankfurt am Main und Basel 2004. (Entstehungszeitraum der Oktavhefte: Ende 1916 bis Anfang 1917)
    • Roland Reuß, Peter Staengle und andere (Hrsg.): Oxforder Quarthefte 1 & 2. Stroemfeld, Frankfurt am Main und Basel 2001. (Zeitraum der Ouarthefte: 1910–1912)

Amtliche Schriften

Hintergrund

Franz Kafka war in der Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt fĂŒr das Königreich Böhmen tĂ€tig und verfasste dort AufsĂ€tze, Gutachten, Rundschreiben und anderes. Siehe oben den Abschnitt „Berufsleben“.

Ausgaben der amtlichen Schriften

  • Franz Kafka: Amtliche Schriften. Mit einem Essay von Klaus Hermsdorf. Hrsg. von Klaus Hermsdorf unter Mitwirkung von Winfried Poßner und Jaromir Louzil. Akademie Verlag, Berlin 1984.
  • Klaus Hermsdorf: Hochlöblicher Verwaltungsausschuß. Amtliche Schriften. Luchterhand, 1991, ISBN 3-630-61971-1.
  • Klaus Hermsdorf, Benno Wagner (Hrsg.): Franz Kafka. Amtliche Schriften. S. Fischer, Frankfurt a. M. 2004, ISBN 3-10-038183-1. (Bestandteil der Kritischen Kafka-Ausgabe)

Zeichnungen

Ausgaben der Zeichnungen

  • Niels Bokhove, Marijke van Dorst (Hrsg.): ’Einmal als großer Zeichner.’ Franz Kafka als bildender KĂŒnstler. Vitalis, Prag 2006, ISBN 3-89919-094-7. – Auch englische Ausgabe: Niels Bokhove, Marijke van Dorst (Hrsg.): A Great Artist One Day. Franz Kafka as a Pictorial Artist. Vitalis Prague 2007, ISBN 978-80-7253-236-0.

Gedichte

Ausgaben der Gedichte

  • Marijke van Dorst (Hrsg.): ’Ik ken de inhoud niet...’ Gedichten / ’Ich kenne den Inhalt nicht...’ Lyrik. Zweisprachige Ausgabe. Niederl. Übersetzung: Stefaan van den Bremt. ErlĂ€uterungen: Niels Bokhove. Exponent, Bedum 2000.

Vertonungen

Der Komponist Juan MarĂ­a Solare hat Texte von Kafka vertont:

  • Nachts fĂŒr Bariton, Klarinette, Trompete und Gitarre (2000)
  • kleine Fabel fĂŒr Sprechtrio (2005).

Der ungarische Komponist György KurtĂĄg vertonte 1985/86 "Kafka-Fragmente" (op. 24). Es handelt sich hierbei um einen vierzigteiligen Liederyklus fĂŒr Sopran und Violine. Informationen finden sich u.a. bei:

  • SR DRS Radio-Discothek: György KurtĂĄg - Kafka-Fragmente op.24
  • Kafka-Fragmente, 1 Audio CD, ca. 65 Min., Ecm Record (Universal), im Auftrag der Wittener Tage fĂŒr Neue Kammermusik, Juliane Banse (Sopran), AndrĂĄs Keller (Violine), (2006)
  • Kafka-Fragmente, 1 Audio CD, ca. 65 Min., Hungaroton (Klassik Center Kassel), Adrienne Csengery (Sopran), AndrĂĄs Keller (Violine), (1996)
  • Kurtag Kafka Fragmente Oram, 1 Audio CD, ca. 56 Min., Ondine, Anu Komsi (Sopran), Sakari Oramo (Violine), (1996)

Kafka in der Kunst

  • K - Kunst zu Kafka. Ausstellung zum 50. Todestag. BĂŒcherstube am Theater, Bonn 1974.
  • Wolfgang Rothe: Kafka in der Kunst. Belser Verlag, Stuttgart und ZĂŒrich 1979, ISBN 3-7630-1675-9.
  • Hans Fronius. Kunst zu Kafka. Mit einem Text von Hans Fronius. EinfĂŒhrung Wolfgang Hilger. Bildtexte Helmut Strutzmann. Edition Hilger und Lucifer Verlag im Kunsthaus LĂŒbeck, Wien und LĂŒbeck 1983, ISBN 3-900318-13-1.
  • Peter Assmann, Johann Lachinger (Hrsg.): Hans Fronius zu Franz Kafka. Bildwerke von 1926–1988. BeitrĂ€ge von JĂŒrgen Born, Andreas Geyer, Wolfgang Hilger, Otto Mauer. Bibliothek der Provinz. Verlag fĂŒr Literatur, Kunst und Musikalien, Weitra 1997, ISBN 3-85252-143-2.

SekundÀrliteratur

  • Maria Luise Caputo-Mayr, Julius Michael Herz: Franz Kafka, Internationale Bibliographie der PrimĂ€r- und SekundĂ€rliteratur. 2., erweiterte und ĂŒberarbeitete Auflage. Saur, MĂŒnchen 2000, ISBN 3-907820-97-5. (deutsch und englisch, Band 1, Band 2/Teil 1, Band 2/Teil 2)

Biographien

alphabetisch

  • Peter-AndrĂ© Alt: Franz Kafka: Der ewige Sohn. Beck, MĂŒnchen 2005, ISBN 3-406-53441-4.
  • Thomas Anz: Franz Kafka. Beck, MĂŒnchen 1989, ISBN 3-406-33162-9. (2. Auflage erschien 1992)
  • Hartmut Binder: Kafka-Handbuch in zwei BĂ€nden. Band 1: Der Mensch und seine Zeit. Kröner, Stuttgart 1979, ISBN 3-520-81701-2.
  • Begley, Louis: Die ungeheure Welt, die ich im Kopfe habe. Über Franz Kafka. Deutsche Verlags-Anstalt, MĂŒnchen 2008, ISBN 978-3-421-04362-7
  • Max Brod: Franz Kafka. Eine Biographie. S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 1962.
  • Josef ČermĂĄk: „Ich habe seit jeher einen gewissen Verdacht gegen mich gehabt.“ Franz Kafka - Dokumente zu Leben und Werk. 2 Bd.e, 1. Textband, 2. 30 Faksimiles von Originaldokumenten, Parthas Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-86964-026-6.
  • Roger Hermes, W. John, H.-G. Koch, A. Widera: Franz Kafka. Eine Chronik. Wagenbach, Berlin 1999, ISBN 3-8031-2338-0.
  • Ekkehard W. Haring: Leben und Persönlichkeit. In: Manfred Engel, Bernd Auerochs (Hrsg.): Kafka-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung. Metzler, Stuttgart/Weimar 2010,1-27, ISBN 978-3-476-02167-0.
  • Bernd Neumann: Franz Kafka. Gesellschaftskrieger. Eine Biografie. Wilhelm Fink, MĂŒnchen 2008, ISBN 978-3-7705-4689-3.
  • Alois Prinz: Auf der Schwelle zum GlĂŒck. Die Lebensgeschichte des Franz Kafka. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007.
  • Harald Salfellner: Franz Kafka und Prag. 7., neubearbeitete Ausgabe. Vitalis-Verlag, Prag 2011, ISBN 978-3-89919-018-2.
  • Nicholas Murray: Kafka und die Frauen, Felice Bauer, Milena Jesenska, Dora Diamant. Artemis & Winkler, DĂŒsseldorf 2007, ISBN 978-3-538-07242-8.
  • Reiner Stach: Kafka. Die Jahre der Entscheidungen. S. Fischer, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-596-16187-8.
  • Reiner Stach: Kafka. Die Jahre der Erkenntnis. S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-10-075119-5.
  • Joachim Unseld: Franz Kafka. Ein Schriftstellerleben. Die Geschichte seiner Veröffentlichungen. Hanser, MĂŒnchen/Wien 1982, ISBN 3-446-13554-5 und S. Fischer, Frankfurt a. M. 1984, ISBN 3-596-26493-6 (Fischer Taschenbuch)
  • Klaus Wagenbach: Franz Kafka. Eine Biographie seiner Jugend. Francke Verlag, Bern 1958.
  • Klaus Wagenbach: Franz Kafka. (rororo Monographie) Rowohlt, Reinbek 1964. (Eine ĂŒberarbeitete Neuausgabe erschien 2002, ISBN 3-499-50649-1)
  • Klaus Wagenbach: Franz Kafka. Bilder aus seinem Leben. Wagenbach, Berlin 1983, ISBN 3-8031-3509-5; 2., erweiterte und verĂ€nderte Auflage. Wagenbach, Berlin 1994, ISBN 3-8031-3547-8; 3., erweiterte und verĂ€nderte Auflage. Wagenbach, Berlin 2008, ISBN 978-3-8031-3625-1.
  • Felix Weltsch: Religion und Humor in Leben und Werk Franz Kafkas. onomato Verlag, DĂŒsseldorf 2009, ISBN 978-3-939511-21-2.
  • Zischler, Hanns: Kafka geht ins Kino. Rowohlt Hamburg 1996.

HandbĂŒcher

alphabetisch

  • Hartmut Binder (Hrsg.): Kafka-Handbuch in zwei BĂ€nden. Band 1: Der Mensch und seine Zeit; Band 2: Das Werk und seine Wirkung. Kröner, Stuttgart 1979, ISBN 3-520-81801-9.
  • Manfred Engel, Bernd Auerochs (Hrsg.): Kafka-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung. Metzler, Stuttgart/Weimar 2010, ISBN 978-3-476-02167-0.
  • Bettina von Jagow, Oliver Jahraus (Hrsg.): Kafka-Handbuch. Leben - Werk - Wirkung. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2008, ISBN 978-3-525-20852-6.

Interpretationen

alphabetisch

  • Ulf Abraham: Der verhörte Held. Verhöre, Urteile und die Rede von Recht und Schuld im Werk Kafkas. Finck Verlag, MĂŒnchen 1985, ISBN 3-7705-2308-3.
  • Claude David (Hrsg.): Franz Kafka. Themen und Probleme. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1980, ISBN 3-525-33433-8.
  • Wilhelm Emrich: Franz Kafka. AthenĂ€um-Verlag. Bonn 1958.
  • Wilhelm Emrich: "Franz Kafkas Bruch mit der Tradition und sein neues Gesetz". In: W.E., Protest und Verheißung. AthenĂ€um-Verlag Frankfurt/Bonn, 1960.
  • Wilhelm Emrich: "Die Bilderwelt Franz Kafkas". In: W.E., Protest und Verheißung. AthenĂ€um-Verlag Frankfurt/Bonn, 1960.
  • Waldemar Fromm: Artistisches Schreiben. Franz Kafkas Poetik zwischen „Proceß“ und „Schloss“. Wilhelm Fink, MĂŒnchen 1998.
  • Karl Erich Grözinger: Kafka und die Kabbala. Das JĂŒdische im Werk und Denken von Franz Kafka. Berlin/Wien 2003.
  • Erich Heller: The World of Franz Kafka. In E.H., The Disinherited Mind: Essays in Modern German Literature and Thought. Bowes & Bowes, Cambridge 1952.
  • Erich Heller: Enterbter Geist. Essays ĂŒber modernes Dichten und Denken. Suhrkamp, Frankfurt a.M., 1986.
  • Paul Heller: Franz Kafka. Wissenschaft und Wissenschaftskritik. Stauffenburg, TĂŒbingen 1989, ISBN 3-923721-40-4.
  • Bettina von Jagow, Oliver Jahraus: Kafka-Handbuch Leben-Werk-Wirkung. Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, 2008, ISBN 978-3-525-20852-6.
  • Herbert Kraft: Mondheimat. Kafka. Neske, Pfullingen 1983, ISBN 3-7885-0244-4. (Interpretation zahlreicher Kafka-Texte aus der Sicht historisch-kritischer Literaturwissenschaft)
  • Klaus-Detlef MĂŒller: Franz Kafka – Romane. Erich Schmidt Verlag, Berlin 2007.
  • Marko Pajevic: Kafka lesen. Acht Textanalysen. Bernstein, Bonn 2009, ISBN 978-3-939431-37-4.
  • Gerhard Rieck: Kafka konkret – das Trauma ein Leben. Wiederholungsmotive im Werk als Grundlage einer psychologischen Deutung. Königshausen & Neumann, WĂŒrzburg 1999, ISBN 3-8260-1618-1.
  • Wiebrecht Ries: Kafka zur EinfĂŒhrung. Junius Verlag, 1993, ISBN 3-88506-886-9.
  • Wendelin Schmidt-Dengler (Hrsg.): Was bleibt von Franz Kafka? Positionsbestimmung. BraumĂŒller, Wien 1985, ISBN 3-7003-0537-0.
  • Wendelin Schmidt-Dengler, Norbert Winkler: Die Vielfalt in Kafkas Leben und Werk. Vitalis, 2005, ISBN 3-89919-066-1.
  • Sprache im technischen Zeitalter, Themenheft „Kafkas Schatten, Schatten Kafkas“, Ausgabe 88/1983 mit BeitrĂ€gen von Herbert Achternbusch, Harald Hartung, Helmut HeißenbĂŒttel, GĂŒnter Herburger, Walter Höllerer, GĂŒnter Kunert, Oskar Pastior, Herbert Rosendorfer, Tadeusz RĂłsewicz, Edoardo Sanguineti, Marin Sorescu und Andrew Weeks.
  • Ralf Sudau: Franz Kafka: Kurze Prosa/ErzĂ€hlungen. 2007, ISBN 978-3-12-922637-7.
  • Gernot Wimmer: Franz Kafkas ErzĂ€hlungen. Rationalismus und Determinismus. Zur Parodie des christlich-religiösen Mythos. Lang, Frankfurt a. M. [u. a.] 2008.

Anderes

alphabetisch

  • Theodor W. Adorno: Aufzeichnungen zu Kafka. In: GS Bd. 10.1. S. 254ff.
  • Peter-AndrĂ© Alt: Kafka und der Film. Beck Verlag, 2009, ISBN 978-3-406-58748-1.
  • Walter Benjamin: Franz Kafka. Zur zehnten Wiederkehr seines Todestages. In: GS Bd. 2.2. S. 209ff
  • Albert Camus: Die Hoffnung und das Absurde im Werk von Franz Kafka. Rauch Verlag, DĂŒsseldorf 1956.
  • Elias Canetti: Der andere Prozeß. Kafkas Briefe an Felice. Hanser, MĂŒnchen 1968.
  • Nadine A. Chmura (Hrsg.): Kafka. Schriftenreihe der Deutschen Kafka-Gesellschaft. Band 1ff., Bernstein-Verlag, Bonn 2007 ff., ISSN 1864-9920.
  • Gilles Deleuze, FĂ©lix Guattari: Kafka, FĂŒr eine kleine Literatur. Suhrkamp, Frankfurt 1976.
  • Ludwig Dietz: Franz Kafka. Die Veröffentlichungen zu seinen Lebzeiten [1908–1924]. Eine textkritische und kommentierte Bibliographie. Lothar Stiehm Verlag, Heidelberg 1982.
  • Manfred Engel, Dieter Lamping (Hrsg.): Franz Kafka und die Weltliteratur. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, ISBN 3-525-20844-8.
  • Manfred Engel, Ritchie Robertson (Hrsg.): Kafka und die kleine Prosa der Moderne / Kafka and Short Modernist Prose. Königshausen & Neumann, WĂŒrzburg 2010 (Oxford Kafka Studies I). ISBN 978-3-8260-4029-0
  • Janko Ferk: Recht ist ein 'Prozeß'. Über Kafkas Rechtsphilosophie. Manz, Wien 1999.
  • Janko Ferk: Wie wird man Franz Kafka? Drei Essays. Mit einem Vorwort von Wendelin Schmidt-Dengler. LIT, Wien/Berlin 2008.
  • Kerstin Gernig: Die Kafka-Rezeption in Frankreich: Ein diachroner Vergleich der französischen Übersetzungen im Kontext der hermeneutischen Übersetzungswissenschaft. Königshausen & Neumann Verlag, WĂŒrzburg 1999, ISBN 3-8260-1694-7.
  • Erich Heller und JĂŒrgen Born (Hrsg.): Briefe an Felice und andere Korrespondenz aus der Verlobungszeit. Mit einer Einleitung von Erich Heller. S. Fischer Verlag, 1967
  • Klaus Hermsdorf: Kafka in der DDR. Hrsg. von Gerhard Schneider und Frank Hörnigk. Theater der Zeit, Berlin 2007, ISBN 978-3-934344-93-8.
  • Heinrich Eduard Jacob: Kafka oder die Wahrhaftigkeit. In: Der Feuerreiter. Zeitschrift fĂŒr Dichtung, Kritik und Graphik. II. Jg. Heft 2, August/September 1924, hrsg. von Heinrich Eduard Jacob; S. 61–66.
  • Heinrich Eduard Jacob: Truth for Truth's Sake. In: The Kafka Problem. Hrsg. Angel Flores, New York 1956.
  • Kafka-Verlag Prag 1996: Kafka und Prag ISBN 80-85844-13-3.
  • Leslie Kaplan: Kafka, Kafka (frz.), dt. udT. Kafka. In: Die Werkzeuge. Kap. 2: Mit Schriftstellern. Vorwerk 8, Berlin 2006, ISBN 3-930916-77-0.
  • Hans-Gerd Koch (Hrsg.): Als Kafka mir entgegenkam
 Erinnerungen an Franz Kafka. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2005, ISBN 3-8031-2528-6.
  • Milan Kundera: Irgendwo, dahinter. In: Die Kunst des Romans. Hanser, MĂŒnchen 1987.
  • Claudia Liebrand: F. K. (Forschungsgeschichte) Darmstadt: WBG 2006 (Reihe: Studium)
  • David Zane Mairowitz, Robert Crumb: Kafka kurz und knapp. Verlag Zweitausendeins, ISBN 3-86150-117-1. (aus der Kurz-und-knapp-Reihe ĂŒber berĂŒhmte Persönlichkeiten; Kafkas Leben und Werk als illustrierter Essay, z. T. in Graphic-Novel-Sequenzen), 1. Aufl. 1995, 6. Aufl. 2001.
  • Sascha Michel (Herausgeber) Unterwegs mit Franz Kafka. S. Fischer Verlag, 2010, ISBN 978-3-596-90270-5.
  • Alice Miller: Du sollst nicht merken/ Dichtung (Das Leiden des Franz Kafka). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1983.
  • Marek Nekula: Franz Kafkas Sprachen. 
 in einem Stockwerk des innern babylonischen Turmes 
. Max Niemeyer Verlag, TĂŒbingen 2003.
  • Milan Richter, Kassiber aus Kafkas Höllenparadies. 2006, TheaterstĂŒck, deutsche Übersetzung von G. Tesche.
  • Milan Richter, Kafkas zweites Leben. 2007, TheaterstĂŒck, deutsche Übersetzung von G. Tesche.
  • Klaus R. Scherpe, Elisabeth Wagner (Hrsg.): Kontinent Kafka. Mosse-Lectures an der Humboldt-UniversitĂ€t zu Berlin. Mit 8 Grafiken von Ergin Inan. Vorwerk 8, Berlin 2006, ISBN 3-930916-79-7.
  • Johannes Urzidil: Da geht Kafka. Artemis, ZĂŒrich/Stuttgart 1965; erweiterte Ausgabe: MĂŒnchen, dtv 1966. (= dtv. 390.)
  • Klaus Wagenbach (Hrsg.): Kafkas Prag. Ein Reiselesebuch. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 1993, ISBN 3-8031-1141-2.
  • Hans Dieter Zimmermann Kafka fĂŒr Fortgeschrittene C.H. Beck 2004, ISBN 3-406-51083-3.
  • Hanns Zischler: Kafka geht ins Kino. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1996, ISBN 3-498-07659-0.

Filmographie

Literaturverfilmungen

Dokumentationen

  • Ich stelle mich noch einmal vor: Ich heiße Franz Kafka. Dokumentation, Österreich, Deutschland, 2004, 60 Min., ein Film von Peter Zurek und Karl Pridun, Produktion: ORF, Erstausstrahlung: 16. Oktober 2004 bei 3sat, Inhaltsangabe von ZDFtheaterkanal
  • Du bist mein Menschengericht. Briefe von Felice an Franz Kafka. Dialogmontage, 2004, von Wolfgang H. Fleischer und Zoltan Pataky, Leser: Vera Borek und Eugen Star
  • Wer war Kafka? Dokumentarfilm, Frankreich, 2006, 97 Min., Regie: Richard Dindo, Erstausstrahlung, 26. Januar 2007, Produktion: arte, Inhaltsangabe von arte

Spielfilme

Kurzfilme

  • 1990 – A Licensed Liberty. 34 Min., Regie: Michael Kreihsl, [1]
  • 1993 – The Metamorphosis of Franz Kafka. 30 Min., Regie: Carlos Atanes[39]
  • 1993 – Franz Kafka's It's a Wonderful Life. 23 Min., Buch und Regie: Peter Capaldi, Produktion: BBC Scotland,
  • 2003 – EntschlĂŒsse. Experimentalkurzfilm – 4 Min., Regie: Mirko Tzotschew[40]
  • 2004 – Heimkehr. Kurzfilm, 8 Min., Regie: Mirko Tzotschew[41]
  • 2004 – Menschenkörper. Regie: Tobias FrĂŒhmorgen, Vorlage: Ein Landarzt[42]
  • 2006 – Grosser LĂ€rm. Experimentalkurzfilm, 10 Min., Regie: Mirko Tzotschew
  • 2006 – Pferdekopf. Experimentalkurzfilm, 4 Min., Regie: Mirko Tzotschew, Vorlage: „Wunsch, Indianer zu werden“
  • 2006 – Un voyage en Italie. 22 Min., Regie: Christophe Clavert, Produktion: Les Films du saut du tigre, Frankreich
  • 2007 – Kafka – inaka isha. (ă‚«ăƒ•ă‚« ç”°èˆŽćŒ»è€…; Kafka – Ein Landarzt), Animationsfilm – 20 Min., Regie: Kƍji Yamamura
  • 2008 – Fahrgast. Kurzfilm, 10 Min., Regie: Mirko Tzotschew
  • 2010 - Once Hijos, Kurzfilm, 15 Minuten, Regie Rafael GĂłmez, Adaption der ErzĂ€hlung Elf Söhne (spanisch mit englischen Untertiteln)

Siehe auch

Varia

  • In dem Kurzfilm Franz Kafka's It's a Wonderful Life, der 1995 in der Kategorie Best Shortfilm/Live Action den Oscar gewann, sitzt Franz Kafka, dargestellt von Richard E. Grant, gerade an dem ersten Satz seiner ErzĂ€hlung Die Verwandlung und verzweifelt an der Tatsache, dass ihm nicht die passende Verwandlungsform fĂŒr seine Hauptfigur Gregor Samsa einfĂ€llt.
  • Jan Jindra: Wege des Franz K. – SchauplĂ€tze aus Leben und Werk F. K.s in Fotografien. DĂŒsseldorf Herbst 2006 (siehe Weblinks) danach in Dresden
  • Die Band Samsas Traum bezieht ihren Namen ebenso wie die Band Gregor Samsa von dem Hauptcharakter der ErzĂ€hlung Die Verwandlung.
  • Die Band Blumfeld ist nach der Hauptfigur aus der ErzĂ€hlung Blumfeld, ein Ă€lterer Junggeselle benannt.

Anmerkungen

  1. ↑ Franz Kafka, Lebensdaten, Werk, Regionaler Arbeitskreis Internet am Oberschulamt Karlsruhe
  2. ↑ Peter-AndrĂ© Alt: Franz Kafka: Der ewige Sohn. Eine Biographie. Verlag C. H. Beck, MĂŒnchen 2005, ISBN 3-406-53441-4. S. 28.
  3. ↑ Peter-AndrĂ© Alt: Franz Kafka: Der ewige Sohn. Eine Biographie, C. H. Beck, MĂŒnchen 2005, ISBN 3-406-53441-4, S. 74.
  4. ↑ Klaus Wagenbach: Kafka Rohwolt Taschenbuch Verlag GmbH, Hamburg 1964, S. 35f.
  5. ↑ Reiner Stach: Kafka Die Jahre der Erkenntnis. S. Fischer Verlag 2008 ISBN 978-3-10-075119-5, S. 78ff.
  6. ↑ http://www.franzkafka.de/franzkafka/die_frauen/hedwig_weiler/457350
  7. ↑ Kafka, Franz: Briefe 1902-1924, hg. von Max Brod, Frankfurt/M. 1975.
  8. ↑ Reiner Stach: Die Jahre der Entscheidungen. Fischer Verlag, ISBN 3-596-16187-8, S. 503.
  9. ↑ u. a. zitiert in Sascha Michel: Unterwegs mit Kafka. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2010, ISBN 978-3-596-90270-5, S. 204.
  10. ↑ Reiner Stach: Die Jahre der Entscheidungen. Fischer Verlag, ISBN 3-596-16187-8, S. 32.
  11. ↑ Peter-Andre Alt: Der ewige Sohn. S. 670.
  12. ↑ Wendelin Schmidt-Dengler, Norbert Winkler: Die Vielfalt in Kafkas Leben und Werk. Vitalis 2005, ISBN 3-89919-066-1, S. 57.
  13. ↑ Ostseebad Graal-MĂŒritz, wissen.de
  14. ↑ Daten der deutschen Literatur; Der ursprĂŒngliche Verwaltungsbezirk ĆœiĆŸkov, in dem der Friedhof liegt, ist jetzt Teil des Verwaltungsbezirks StraĆĄnice
  15. ↑ Harald Salfellner: Franz Kafka und Prag. Vitalis Verlag, Prag 2002, Kapitel Der Neue JĂŒdische Friedhof in Prag-StraĆĄnice, S. 179-185.
  16. ↑ Kafka: Briefe an Milena. 12. Aufl. Frankfurt a. M. 2002, S. 17.
  17. ↑ Klaus Wagenbach: Franz Kafka. 36. Aufl. Reinbek 2002, S. 54.
  18. ↑ Wagenbach 2002, S. 63.
  19. ↑ Kafka: Briefe an Milena. Ebd. Abgesehen von seiner Situation wollte er in diesem Brief seine Verbundenheit mit der Tschechin Milena Jesenskà dokumentieren.
  20. ↑ Wagenbach 2002, S. 24.
  21. ↑ Nabokov: Die Kunst des Lesens. Fischer TB, S. 320.
  22. ↑ Klaus Wagenbach: Kafka. rororo monographien, 1991, S. 40.
  23. ↑ Peter-AndrĂ© Alt: Franz Kafka: Der ewige Sohn. Eine Biographie. Verlag C. H. Beck, MĂŒnchen 2005, ISBN 3-406-53441-4, S. 93.
  24. ↑ Reiner Stach: Kafka Die Jahre der Entscheidungen. S. Fischer, Frankfurt a. M. 2004, ISBN 3-596-16187-8, S. 471.
  25. ↑ Reiner Stach: Kafka. Die Jahre der Entscheidungen. S. Fischer, Frankfurt a. M. 2004, ISBN 3-596-16187-8, S. 232.
  26. ↑ Peter-AndrĂ© Alt: Franz Kafka: Der ewige Sohn. Eine Biographie. Verlag C. H. Beck, MĂŒnchen 2005, ISBN 3-406-53441-4. S. 582.
  27. ↑ Peter-AndrĂ© Alt: Franz Kafka: Der ewige Sohn. Eine Biographie. Verlag C. H. Beck, MĂŒnchen 2005, ISBN 3-406-53441-4, S. 16.
  28. ↑ Peter-AndrĂ© Alt: Kafka und der Film. Beck Verlag 2009, ISBN 978-3-406-58748-1, S. 194.
  29. ↑ Peter-AndrĂ© Alt: Kafka und der Film. Beck Verlag 2009, ISBN 978-3-406-58748-1.
  30. ↑ Reiner Stach: Kafka. Die Jahre der Entscheidungen. S. Fischer, Frankfurt a. M. 2004, ISBN 3-596-16187-8, S. 49.
  31. ↑ Peter-AndrĂ© Alt: Kafka und der Film. Beck Verlag 2009, ISBN 978-3-406-58748-1, S. 13.
  32. ↑ Max Brod im Nachwort zu Der Prozess. Fischer Verlag, 1986, S. 224.
  33. ↑ Wendelin Schmidt-Dengler, Norbert Winkler: Die Vielfalt in Kafkas Leben und Werk. Vitalis 2005, ISBN 3-89919-066-1, Walter H. Sokel, S. 124.
  34. ↑ BĂŒcherverbrennung, literaturkritik.de
  35. ↑ Mairowitz/Robert Crumb: Kafka. Kurz und knapp, Verlag Zweitausendeins, S. 162 ff.
  36. ↑ Mairowitz, Robert Crumb: Kafka. Kurz und knapp. Verlag Zweitausendeins, S. 165.
  37. ↑ Kafka-Museum
  38. ↑ Ofer Aderet: Israeli heir: More Kafka works stashed in Swiss vault. In: Haaretz. 22. November 2009. (Artikel ĂŒber den Streit um Kafkas Erbe (engl.))
  39. ↑ „The Metamorphosis of Franz Kafka“ – Video online
  40. ↑ Biograpie von Mirko Tzotschew
  41. ↑ Heimkehr von M. Tzotschew
  42. ↑ Menschenkörper von T. FrĂŒhmorgen

Weblinks

 Commons: Franz Kafka â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Franz Kafka â€“ Quellen und Volltexte
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