Albert Speer

ï»ż
Albert Speer
Albert Speer (1933)

Berthold Konrad Hermann Albert Speer (* 19. MĂ€rz 1905 in Mannheim; † 1. September 1981 in London) gehörte zu den fĂŒhrenden Architekten und zentralen Organisatoren des Nationalsozialismus. Seit 1937 war er Generalbauinspektor fĂŒr die Reichshauptstadt und plante zahlreiche Monumentalbauten, die den NS-Herrschaftsanspruch unterstreichen sollten. Ab 1942 zunĂ€chst Reichsminister fĂŒr Bewaffnung und Munition, leitete er bis zum Kriegsende die Kriegswirtschaft des Deutschen Reichs. Speer gehörte zu den 24 Angeklagten im NĂŒrnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen MilitĂ€rgerichtshof. Am 1. Oktober 1946 wurde er wegen seiner Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gesprochen und zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Vor allem wegen seiner nach der Haft publizierten Autobiografie und der darin enthaltenen Apologetik gilt er als ein umstrittener Autor ĂŒber das „Dritte Reich“.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Albert Speer entstammte einem großbĂŒrgerlichen Elternhaus in Mannheim. Bereits sein Vater Albert Friedrich Speer und sein Großvater waren Architekten. Speer war der mittlere von drei Söhnen, sein Ă€lterer Bruder hieß Hermann (* 1902), sein jĂŒngerer Ernst (* 1906, 1943 in Stalingrad vermisst). Er besuchte zunĂ€chst das Lessing-Gymnasium in Mannheim und studierte dann an der UniversitĂ€t Karlsruhe und von FrĂŒhjahr 1924 bis Sommer 1925 an der Technischen Hochschule MĂŒnchen (heute Technische UniversitĂ€t MĂŒnchen). Im Herbst 1925 wechselte er an die Technische Hochschule Berlin-Charlottenburg und bemĂŒhte sich vergeblich darum, in das Seminar von Hans Poelzig aufgenommen zu werden. 1926 wurde Speer SchĂŒler Heinrich Tessenows und nach dem Diplom (1927) sein Assistent, was er bis Anfang 1932 blieb.

Architekt Hitlers

Albert Speer (2.v.l.) bespricht am 21. Juni 1939 mit Adolf Hitler (2.v.r.) auf dem Berghof PlĂ€ne fĂŒr das neue Opernhaus in Linz. Foto von Heinrich Hoffmann.

Nach eigenem Bekunden erwachte Speers Interesse am Nationalsozialismus im Dezember 1930 nach dem Besuch einer politischen Kundgebung in der Berliner Hasenheide, bei der Hitler als Redner auftrat. Einige Wochen spÀter, am 1. MÀrz 1931, trat er in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 474 481). Im selben Jahr wurde er Mitglied der SA, wechselte aber 1932 von der SA zur Motor-SS.[1]

1931 beauftragte der Leiter der NS-Kreisleitung West in Berlin, Karl Hanke, den ihm als NSKK-Mann bekannten Speer damit, den Sitz der Kreisleitung, eine angemietete Villa in Berlin-Grunewald, umzubauen. Kurz vor der Reichstagswahl am 31. Juli 1932 erhielt Speer ebenfalls ĂŒber Hanke den Auftrag, das gerade von der Partei erworbene neue Gauhaus in der Voßstraße 10 fĂŒr die Parteizwecke umzubauen. Anschließend verließ Speer mangels AuftrĂ€gen Berlin und ging zurĂŒck nach Mannheim. Er ließ sich dort als Architekt nieder, erhielt jedoch keine AuftrĂ€ge.

Nach der Reichstagswahl am 5. MĂ€rz 1933, die nicht den erhofften Stimmzuwachs brachte, ernannte Hitler seinen Propaganda-Chef Goebbels zum Reichsminister fĂŒr VolksaufklĂ€rung und Propaganda. Das bisherige GebĂ€ude der Regierungspressestelle, das Leopold-Palais am Wilhelmplatz (gegenĂŒber der Reichskanzlei), ein klassizistisches GebĂ€ude aus dem 18. Jahrhundert, das spĂ€ter von Schinkel umgebaut worden war, erhielt Goebbels als Sitz fĂŒr sein Ministerium. Wieder wurde ein Architekt gesucht, der es innenarchitektonisch auf den Stil der Partei bringen konnte. Hanke ließ den Auftrag wiederum Speer zukommen und holte ihn zu diesem Zweck aus Mannheim nach Berlin zurĂŒck. Speer selbst beschreibt, dass er das GebĂ€ude ohne grĂ¶ĂŸere RĂŒcksichtnahme auf die historische Bausubstanz in der von Hitler und Goebbels gewĂŒnschten Weise umbauen ließ.

Über Hanke erhielt er wenig spĂ€ter auch den Auftrag, das AufmarschgelĂ€nde auf dem Tempelhofer Feld fĂŒr eine der ersten NS-MassenaufmĂ€rsche am 1. Mai 1933 dekorativ herzurichten. Speer ließ sechs gigantische Hakenkreuzfahnen und drei Fahnen mit den kaiserzeitlichen Farben schwarz-weiß-rot hinter einer großen RednertribĂŒne (mit Platz fĂŒr die gesamte ParteifĂŒhrerschaft) aufhĂ€ngen. Goebbels ließ den als anstellig und stilistisch auf Parteilinie befindlich erkannten Speer nun auch damit beauftragen, seine Dienstwohnung an der KöniggrĂ€tzer Straße (heute Ebertstraße) sĂŒdlich des Brandenburger Tors innenarchitektonisch in gewĂŒnschter Weise zu modernisieren.

Goebbels war damit zufrieden und schlug Speer nun als architektonischen Gestalter fĂŒr den geplanten Reichsparteitag in NĂŒrnberg vor. Hitler gefielen Speers VorschlĂ€ge. Den Auftrag, die Dienstwohnung des Reichskanzlers in der Alten Reichskanzlei innenarchitektonisch zu verĂ€ndern, erhielt zwar Hitlers damaliger Leibarchitekt Paul Ludwig Troost, der sein BĂŒro in MĂŒnchen hatte, doch Speer wurde als ausfĂŒhrender Bauleiter fĂŒr diese Baumaßnahmen engagiert. 1934 starb Troost, und Speer ĂŒbernahm dessen Aufgaben.

Ab 1934/35 entwarf Speer monumentale Bauten fĂŒr die Reichsparteitage der NSDAP in NĂŒrnberg, die jedoch kriegsbedingt nur zum Teil realisiert wurden. Ab 1935 widmete er sich der Planung der Neuen Reichskanzlei in Berlin, deren Bau bereits seit 1934 im GesprĂ€ch war.[2] Nach großflĂ€chigen, vorbereitenden Abrissarbeiten in den beiden Folgejahren begannen 1937 die Bauarbeiten,[2] die sich samt aller weiteren Ausbaumaßnahmen noch bis in die vierziger Jahre erstrecken sollten.

Bei der Reichstagswahl am 29. MĂ€rz 1936 kandidierte er als Amtsleiter, erhielt aber kein Mandat.

Ebenfalls 1937 ernannte Hitler Speer zum Generalbauinspektor fĂŒr die Reichshauptstadt (GBI), dem eine gleichnamige Behörde unterstellt war. Speers Hauptaufgabe als Generalbauinspektor war der Umbau Berlins zur Welthauptstadt Germania. In diesem Rahmen sollte im Spreebogen mit der Großen Halle die grĂ¶ĂŸte Kuppelhalle der Welt entstehen.

Speers Behörde zeichnete verantwortlich fĂŒr Planung, Genehmigung und Bau von Zwangsarbeiterlagern und betrieb etliche in eigener Regie. Nach Siemens und der Reichsbahn war der GBI 1942/43 drittgrĂ¶ĂŸter Betreiber von Zwangsarbeiterlagern im Großraum Berlin.

Mit Heinrich Himmler vereinbarte Speer die Herstellung und Lieferung von Baumaterial durch KZ-HĂ€ftlinge. Das Kapital fĂŒr die von der SS gegrĂŒndete Firma „Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH (DEST)“ wurde aus dem Haushalt Speers finanziert. Das Geld floss direkt in den Aufbau des KZ-Systems. Der zinslose Kredit fĂŒr die SS-TotenkopfverbĂ€nde war rĂŒckzahlbar an Speers Behörde in Form von Steinen. Deshalb wurden fast alle KZs zwischen 1937 und 1942 in der NĂ€he von Tongruben oder SteinbrĂŒchen gebaut. FĂŒr die Lager in Groß-Rosen in Schlesien und Natzweiler-Struthof im Elsass legte Speer 1940 die Standorte wegen der dortigen Granitvorkommen selbst fest.

Aufgrund der Aktenlage lĂ€sst sich heute beweisen, dass die Deportationslisten zwischen Oktober 1941 und MĂ€rz 1943 von Speers Mitarbeitern zusammen mit der Gestapo erstellt wurden. Speer hat die Kenntnis davon bis zu seinem Tode bestritten. Gleichwohl schrieb er in einem Brief vom 13. Dezember 1941 an Martin Bormann, dass die „Aktion in vollem Gange“ sei, und beschwerte sich darĂŒber, dass Bormann „Judenwohnungen“ ausgebombten Berlinern bereitstellen wolle, obwohl doch diese ihm (Speer) zustĂŒnden.

Seit August 1941 war Speer Mitglied des Reichstages.[3]

StĂ€dtebauliche EntwĂŒrfe fĂŒr das „Dritte Reich“ und den Wiederaufbau

Das ReichsparteitagsgelĂ€nde in NĂŒrnberg um 1940

Albert Speer hatte sich in der FrĂŒhzeit des Regimes gegenĂŒber Paul Schultze-Naumburg und dessen Heimatschutzarchitektur mit neoklassizistischen Konzepten durchsetzen können. Speer wurde zum fĂŒhrenden NS-Architekten in enger Kooperation mit seinem Bauherrn, Adolf Hitler. Dieser gab die programmatische Grundlinie fĂŒr tiefgreifende stĂ€dtebauliche VerĂ€nderungen vor. So sollte beispielsweise Hamburg als „Welthandelszentrum“, MĂŒnchen als „Hauptstadt der Bewegung“, NĂŒrnberg als „Stadt der Reichsparteitage“ und Linz, wo Hitler begraben werden wollte, als „Patenstadt des FĂŒhrers“ neuerrichtet werden. 1937 erteilte Hitler Speer den grĂ¶ĂŸten Auftrag, Planungen fĂŒr den Umbau Berlins in die „Welthauptstadt“ Germania vorzulegen.

„Berlin ist eine Großstadt, aber keine Weltstadt. Sehen Sie Paris an, die schönste Stadt in der Welt! Oder selbst Wien! Das sind StĂ€dte mit einem großen Wurf. Berlin aber ist nichts als eine ungeregelte AnhĂ€ufung von Bauten. Wir mĂŒssen Paris und Wien ĂŒbertrumpfen.“

– Adolf Hitler

Siehe auch: Architektur im Nationalsozialismus

Bereits 1940/41 waren eine Vielzahl von Fachpublikationen zum Wiederaufbau vorgelegt worden. Ab 1943 richtete Speer einen zentralen „Arbeitsstab Wiederaufbau zerstörter StĂ€dte“ unter seiner Leitung ein.[4] Die hier vertretenen Architekten und ihre planerischen und baulichen Überlegungen spielten – mit Ausnahme von Speer selbst – noch Jahrzehnte nach Kriegsende eine wichtige Rolle.[4] Ihre modernistischen Planungen kamen unter Verzicht auf die NS-Symbolik fast ausnahmslos zum Tragen.[4] Wichtige Ausnahmen, die auch in der DDR Walter Ulbrichts eine Rolle spielten, waren einige, Elemente des Heimatstil wiederaufnehmende Wiederaufbauplanungen, in Westdeutschland die InnenstĂ€dte von MĂŒnster (Westfalen) und Freudenstadt.[4]

RĂŒstungsminister 1942 bis 1945

Adolf Hitler verleiht Albert Speer Fritz-Todt-Ring, Mai 1943
Albert Speer zusammen mit Erhard Milch General der Luftwaffe, Mai 1944

Wenige Stunden nach dem tödlichen Flugzeugabsturz des RĂŒstungsministers Fritz Todt (Februar 1942) ernannte Hitler Speer zu dessen Nachfolger in allen Ämtern, also zum Reichsminister fĂŒr Bewaffnung und Munition, Leiter der Organisation Todt, und zum Generalinspektor fĂŒr das deutsche Straßenwesen, Festungsbau, Wasser und Energie. UnverĂ€ndert blieb er Generalbauinspektor fĂŒr die Reichshauptstadt. Damit gehörte Speer zum engsten FĂŒhrungskreis des Dritten Reiches. ZustĂ€ndig war er fĂŒr die gesamte HeeresrĂŒstung und ĂŒbergreifend fĂŒr Munition jeder Art, nicht aber fĂŒr Marine und Luftwaffe.[5]

Speer gelang es, den schwerfĂ€lligen Ablauf der RĂŒstungsproduktion in kĂŒrzester Zeit zu reorganisieren. Er entzog diesen weitgehend der Wehrmacht und verlagert ihn auf die Industrie. Hierzu diente eine dreidimensionale Organisation:

  1. „AusschĂŒsse“ waren fĂŒr die Auftragsvergabe zustĂ€ndig, etwa fĂŒr Munition, Waffen, Panzer. Diese waren bereits von Todt eingerichtet worden, Speer fĂŒgte weitere hinzu.
  2. „Ringe“ waren ĂŒbergreifend fĂŒr die Versorgung mit wichtigen Zulieferungen verantwortlich, z. B. Kugellager, SchmiedestĂŒcke, usw.
  3. „Kommissionen“ ĂŒbernahmen die Konstruktionen, etwa von Panzern, GeschĂŒtzen, Kraftfahrzeugen.

Alle diese Organisationen wurden mit hochrangigen Industrievertretern besetzt. Speer nannte dieses System den „großen Selbstverwaltungskörper der RĂŒstungsindustrie“.[6]

Fehlende Transparenz in der Verteilung von Rohstoffen, zumal des immer knappen Stahls, war ein wesentlicher Schwachpunkt des bisherigen Systems gewesen. Abhilfe schuf eine neu eingerichtete „Zentrale Planung“, geleitet von Hans Kehrl. An deren Sitzungen nahmen neben Speer der Generalluftzeugmeister Erhard Milch teil und, je nach Thema, andere Hauptbetroffene wie der „GeneralbevollmĂ€chtigte fĂŒr den Arbeitseinsatz“ Fritz Sauckel, oder Vertreter von Verwaltung und Industrie. Dieses Gremium sorgte dafĂŒr, dass die Produktionsprogramme durchfĂŒhrbar blieben: hinsichtlich der Rohstoffe und der ArbeitskrĂ€fte. Es war, so Tooze, das „eigentliche Kriegskabinett der deutschen Wirtschaft“.[7]

Rasch konnte Speer Erfolge vorweisen, auch wenn diese zunĂ€chst noch kaum seiner eigenen Amtszeit zuzurechnen waren. Nach der Niederlage der Wehrmacht vor Moskau war dies ein hochwillkommenes Thema fĂŒr die Propaganda. Aber Speers neue Organisation bewĂ€hrte sich und ermöglichte erhebliche Rationalisierungen und Materialeinsparungen. Bis zum Herbst 1944 stieg die RĂŒstungsproduktion in einer als erstaunlich wahrgenommenen Weise an, trotz der Zerstörungen durch die alliierten Bombenangriffe. Immer wieder bedachte Hitler dies mit Lob. Freilich blieb deutsche RĂŒstung weit hinter jener der Alliierten zurĂŒck, was Speer wusste, Hitler jedoch abwies.[8]

Speer konnte seinen Machtbereich erheblich ausdehnen: Im Juli 1943 kam die MarinerĂŒstung hinzu. Im September ĂŒbernahm er wesentliche Funktionen des Reichswirtschaftsministeriums. Damit war er auch fĂŒr die wichtigsten Bereiche der zivilen Wirtschaft zustĂ€ndig – jetzt lautete sein Titel „Reichsminister fĂŒr RĂŒstung und Kriegsproduktion“. Schließlich ĂŒbernahm er 1944 auch die LuftrĂŒstung.[9]

Die ArbeitskrĂ€fte waren ein Hauptengpass fĂŒr die RĂŒstungsindustrie. Fast die HĂ€lfte der in der deutschen Volkswirtschaft beschĂ€ftigten MĂ€nner wurden im Verlauf des Krieges zur Wehrmacht eingezogen. Um die RĂŒstungsproduktion dennoch aufrechtzuerhalten, wurden Handel, Handwerk und VerbrauchsgĂŒterindustrie stark ausgedĂŒnnt. Dies reichte jedoch nicht aus. Vielmehr wurden MĂ€nner und Frauen aus den besetzten Gebieten herangezogen, zunĂ€chst freiwillig, dann unter Zwang. Hinzu kamen Kriegsgefangene, Juden und andere KZ-HĂ€ftlinge. Am Ende des Krieges waren dies mehr als 7 Millionen, etwa 20 % aller BeschĂ€ftigten. SpĂ€ter berief sich Speer darauf, dass nicht er, sondern der GeneralbevollmĂ€chtigte fĂŒr den Arbeitseinsatz, Fritz Sauckel, fĂŒr die Beschaffung der von ihm angeforderten ArbeitskrĂ€fte verantwortlich gewesen war.[10].

Speer wusste, dass im Jahr 1941 die sowjetischen Kriegsgefangenen in deutscher Hand kaum ernĂ€hrt worden waren. Deshalb forderte er kurz nach Amtsantritt, dass die in Deutschland arbeitenden AuslĂ€nder ausreichend zu verpflegen seien. FĂŒr die Zivilarbeiter aus den westlichen LĂ€ndern konnte er dies erreichen, weniger jedoch fĂŒr die Zivilarbeiter aus dem Osten und die Kriegsgefangenen. Am schlechtesten erging es denen aus Polen und der Sowjetunion. Die Überlebensquote sowjetischer Kriegsgefangener in Deutschland lag bei nur 42 %. (Zum Vergleich: Von den deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion kehrten 62 % zurĂŒck.) Insgesamt kamen etwa 2,7 Millionen von den fĂŒr das Reich arbeitenden AuslĂ€ndern, Juden und KZ-HĂ€ftlingen um. Das war jedoch nicht Speers Ziel gewesen: Arbeitskraft war fĂŒr ihn ein knappes Gut und sollte möglichst erhalten bleiben.[11]

In den Berliner RĂŒstungsbetrieben waren 1942 zahlreiche Juden beschĂ€ftigt. Speer gelang es, diese zunĂ€chst vor den Deportationen in die Vernichtungslager zu bewahren, gegen Goebbels‘ erbitterten Widerstand. Er erklĂ€rte, diese seien fĂŒr die RĂŒstungsproduktion unentbehrlich. Erst Anfang 1943, nach der Niederlage bei Stalingrad, konnte sich Goebbels bei Hitler durchsetzen. ‒ Im Herbst 1942 vereinbarte Speer mit Leiter des SS-Wirtschafts-und Verwaltungshauptamtes Oswald Pohl, fĂŒnfzigtausend fĂŒr die Deportation vorgesehene Juden in der RĂŒstungsindustrie einzusetzen. Dazu kam es nicht, Hitler zog es vor, Zwangsarbeiter herbeischaffen zu lassen. ‒ Wenn Speer Juden fĂŒr die RĂŒstungsproduktion einsetzen konnte, griff er zu. Dass er die Judenvernichtung gebilligt hĂ€tte, geht aus keiner seiner Äußerungen hervor. Dennoch war sie ihm bekannt – anders als er spĂ€ter behauptete. Diese und andere Verbrechen des Nationalsozialismus nahm er hin und nutzte sie auch fĂŒr seine Ziele.[12]

WidersprĂŒchliches Verhalten angesichts der Niederlage

Albert Speers Handlungen im letzten Kriegsjahr sind widersprĂŒchlich. Auf der einen Seite erkannte er die bevorstehende Niederlage: Mit der systematischen und stĂ€ndig wiederholten Zerstörung der deutschen Treibstofferzeugung ab Mai 1944 drohte die endgĂŒltige Lahmlegung der Wehrmacht. Speer legte dies Hitler in einer Serie von „Hydrierdenkschriften“ schonungslos dar. Auch kritisierte er Hitlers Entscheidungen, die Jagdflugzeuge vorwiegend an der Front einzusetzen anstatt zum Schutz der Basisindustrien. Weitere Denkschriften aus dem SpĂ€tjahr 1944 kĂŒndigten Hitler den bevorstehenden Zusammenbruch der gesamten RĂŒstungsindustrie an. Hitler ließ Speer dies durchgehen, wĂ€hrend er sonst auch zaghafte Hinweise auf eine Niederlage rĂŒcksichtslos unterdrĂŒckte.[13]

Auf der anderen Seite wollte Speer die letzten KrĂ€fte fĂŒr die RĂŒstung mobilisieren. In einer Denkschrift „Totaler Krieg“ vom Juli 1944 forderte er radikale Maßnahmen: Die Verwaltung sei aufs Ă€ußerste zu vereinfachen, die Zahl der Hausangestellten sollte reduziert werden, auch die unteren Dienste der Wehrmacht könnten KrĂ€fte abgeben. Das Studium geisteswissenschaftlicher FĂ€cher sei jetzt unnötig, GaststĂ€tten und VergnĂŒgungslokale seien ĂŒberflĂŒssig. Umgesetzt wurde dies jedoch kaum. Auch in einer Serie von Reden zwischen Mai und Dezember 1944 rief er dazu auf, die Anstrengungen fĂŒr die RĂŒstung aufs Ă€ußerste zu steigern.[14]

WĂ€hrend der zweiten JahreshĂ€lfte 1944 fĂŒhrte er heftige Auseinandersetzungen mit Joseph Goebbels: WĂ€hrend Speer die RĂŒstungsproduktion steigern wollte, suchte Goebbels dieser die Arbeiter zu entziehen, um sie der Wehrmacht zuzufĂŒhren. Hitler nahm nicht fĂŒr Goebbels Partei, sondern ĂŒberließ beide ihrem Konflikt, ohne einzugreifen. Jedenfalls erreichte Goebbels seine Ziele nur teilweise, und – anders als Speer es in seinen „Erinnerungen“ schrieb – konnte Goebbels ihm keineswegs Befehle erteilen.[15]

Bei ihren RĂŒckzĂŒgen sollte die Wehrmacht Industrie und Infrastruktur grĂŒndlich zerstören. Dies war die Politik der Verbrannten Erde, fĂŒr die aber meist nicht hinreichend Zeit verblieb. Als sich die Front im Herbst 1944 den Reichsgrenzen nĂ€herten, erreichte Speer, dass Industrieanlagen nicht zu zerstören, sondern nur vorĂŒbergehend zu „lĂ€hmen“ seien, mit der BegrĂŒndung, dass diese voraussichtlich wieder zurĂŒckerobert werden könnten. Auch könnten dann bis zum Schluss weiter RĂŒstungsgĂŒter produziert werden.[16]

Am 19. MĂ€rz 1945 – die Amerikaner hatten bereits den Rhein, die Rote Armee die Oder ĂŒberschritten – hob Hitler die Vorschriften zur LĂ€hmung auf und verfĂŒgte eine rĂŒcksichtslose Zerstörung von Industrie, Infrastruktur und Sachwerten: der sogenannte Nero-Befehl. Elf Tage spĂ€ter konnte Speer Hitler wenigstens teilweise umstimmen: FĂŒr die Industrie galt wieder die LĂ€hmung, BrĂŒcken sollten nur nach militĂ€rischer Notwendigkeit zerstört werden. Was Speer an Vernichtungen tatsĂ€chlich verhindert hat, ist schwer abzuschĂ€tzen.[17]

In der Berichterstattung an Hitler wurde Speer vom SpĂ€tjahr 1944 ab von seinem Stellvertreter Karl Saur verdrĂ€ngt. Diesen ernannte Hitler auch in seinem Politischen Testament vom 29. April 1945 zu Speers Nachfolger. Speer widersetzte sich nicht. Seine PrioritĂ€ten hatten sich verschoben: Bereits am 27. Januar 1945 hatte er in einem „Rechenschaftsbericht“ an Mitarbeiter und Industrie einen RĂŒckblick gegeben und nicht mehr zu weiteren Anstrengungen aufgefordert. Vielmehr ging es ihm jetzt um Zukunftsaufgaben in einer Zeit nach dem Dritten Reich. Im MĂ€rz 1945 sollten Landmaschinen und Lebensmittel den Vorrang vor RĂŒstungsgĂŒtern haben. In einem Deutschland nach Hitler erwartete er fĂŒr sich selbst ein Amt beim Wiederaufbau. Dass er moralisch kompromittiert sein könnte, kam ihm damals nicht in den Sinn.[18]

Gegen Kriegsende befand sich Speer in Hamburg, flog aber am 23. April noch einmal nach Berlin, um sich von Hitler und Eva Braun zu verabschieden, wobei er Zeuge der Absetzung Görings wurde. Anschließend hielt er sich bei Dönitz in Schleswig-Holstein auf und gehörte nach dem Tod Hitlers dessen Kabinett an.

NĂŒrnberger Prozesse, GefĂ€ngnis und die letzten Jahre bis zum Tod

Albert Speer als Angeklagter bei den NĂŒrnberger Prozessen, 1946

Am 23. Mai wurde er von den Briten in Schloss GlĂŒcksburg verhaftet. Mit den anderen Regierungsmitgliedern wurde er nach Bad Mondorf geflogen. Da noch nicht feststand, ob ihm der Prozess gemacht werden sollte, wurde ihm zunĂ€chst eine privilegierte Sonderbehandlung zuteil. Er wurde im Juni in die NĂ€he von Paris und dann nach Kransberg gebracht und dort vernommen. Erst Ende September kam er mit den anderen Hauptkriegsverbrechern in das NĂŒrnberger GefĂ€ngnis.

Im NĂŒrnberger Kriegsverbrecherprozess (1945–1946) wurde Speer am 1. Oktober 1946 wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 20 Jahren Haft verurteilt, die er im alliierten KriegsverbrechergefĂ€ngnis Spandau verbrachte. Seine langjĂ€hrige SekretĂ€rin Annemarie Kempf hatte als Zeugin durch positive Aussagen und gesammeltes Entlastungsmaterial versucht, das Urteil zu mildern. Der Todesstrafe entkam Speer nur sehr knapp. ZunĂ€chst votierten der sowjetische und der amerikanische Richter fĂŒr Tod durch den Strang, wĂ€hrend der französische sowie der britische Richter eine Zeitstrafe verhĂ€ngen wollten. Da eine Mehrheit von drei zu eins notwendig war, musste spĂ€ter die Abstimmung wiederholt werden, in der sich der amerikanische Richter schließlich umstimmen ließ.[19] Letztendlich hatte Speer sein Leben seinen kurz vor Kriegsende gezeigten AktivitĂ€ten gegen die Befehle Hitlers zu verdanken, die vor allem die Franzosen und Briten zu einem milderen Urteil tendieren ließen.

WĂ€hrend seiner Gefangenschaft unterstĂŒtzten ehemalige Mitarbeiter auf Initiative von Rudolf Wolters seine Ehefrau Margarete Speer und die Kinder finanziell. Speer wurde erst nach vollstĂ€ndiger VerbĂŒĂŸung der Haftstrafe (1966) entlassen, da die Sowjetunion eine vorzeitige Begnadigung ablehnte. Seine in dieser Zeit heimlich erstellten Aufzeichnungen ĂŒber die Haft, den immer gleichen Tagesablauf und die Konflikte unter den Mitgefangenen sowie Erinnerungen an Hitler wurden hinausgeschmuggelt und spĂ€ter unter dem Titel „Spandauer TagebĂŒcher“ veröffentlicht. 1981 starb Speer wĂ€hrend einer Interviewreise in London an den Folgen eines Schlaganfalls. Speer wurde in Heidelberg beerdigt.

Familie

Im Sommer 1922 hatte Speer die gleichaltrige Margarete („Margret“) Weber (1905–1987) kennengelernt, die aus einer Heidelberger Handwerkerfamilie stammte. Albert und Margret heirateten am 28. August 1928 in Berlin gegen den Willen von Speers Mutter, die die Schwiegertochter fĂŒr „nicht standesgemĂ€ĂŸâ€œ hielt. Margret Speer brachte zwischen 1934 und 1942 sechs Kinder (Albert, Hilde, Margarete, Arnold, Fritz und Ernst) zur Welt. Einige von Albert Speers Kindern sind bekannte Persönlichkeiten. Sein Sohn Albert ist ebenfalls Architekt und wurde ein Stadtplaner von internationalem Rang. Seine Tochter Hilde Schramm ist Erziehungswissenschaftlerin und ehemalige Abgeordnete der Alternativen Liste im Berliner Abgeordnetenhaus, 1989/90 war sie ein Jahr lang dort VizeprĂ€sidentin. 2004 erhielt sie fĂŒr ihr Engagement in der Stiftung „ZurĂŒckgeben“ zugunsten kĂŒnstlerischer und wissenschaftlicher Arbeiten noch unbekannter jĂŒdischer Frauen den Moses-Mendelssohn-Preis. Seine am 19. Juni 1938 geborene Tochter Margarete wurde wie die Mutter Margret genannt und studierte ArchĂ€ologie in Heidelberg. Am 14. April 1962 heiratete sie den ArchĂ€ologen Hans J. Nissen, mit dem sie eine Zeitlang in Bagdad lebte. Sie wurde eine gefragte Fotografin, die sich besonders der Architektur-, Garten- und Pflanzenfotografie widmete. 2004 veröffentlichte sie ein Buch ĂŒber ihren Vater. Sein 1940 geborener Sohn Arnold erhielt zunĂ€chst den Taufnamen Adolf, was spĂ€ter geĂ€ndert wurde.[20]

Speers Beziehung zu Hitler

Speer selbst war schon bei der ersten Teilnahme an einer Kundgebung mit Hitler von ihm und seinen Visionen, Idealen, seiner intuitiven AnpassungsfĂ€higkeit und seinem Charme beeindruckt. Speer sagte spĂ€ter: „Wenn Hitler Freunde gehabt hĂ€tte, dann wĂ€re ich bestimmt einer seiner engen Freunde gewesen“.[21]

Hitler wiederum fand in Speer den Architekten, der ihm in kĂŒrzester Zeit mit seinem organisatorischen Talent Großbauwerke erstellen und mit dem er ĂŒber Kunst parlieren konnte. Vor allem schĂ€tzte er Speers LoyalitĂ€t. Hitler war an der Kunst im Allgemeinen, vor allem aber an Architektur interessiert und gewĂ€hrte Speer alle möglichen Mittel fĂŒr seine Bauten (Zitat Speer: „FĂŒr einen großen Bau hĂ€tte ich wie Faust meine Seele verkauft. Nun hatte ich meinen Mephisto gefunden.“).[22] Speer hatte durchaus eigene Interessen und Ziele, die er als Architekt von Hitlers Bauideen noch am ehesten verfolgen konnte, so etwa die gigantomane Umgestaltung von Berlin in die „Welthauptstadt Germania“, ein Über-Rom und Über-Paris zugleich. Speer verkörperte das, was Hitler immer so gern gewesen wĂ€re: KĂŒnstler und VisionĂ€r.

Selbststilisierung

Speer arbeitete seit seiner Inhaftierung in NĂŒrnberg und in Spandau daran, durch ebenso umfangreiche wie heimliche schriftliche Aufzeichnungen (die mit Hilfe eines Krankenpflegers nach draußen, zu seinem Freund Rudolf Wolters nach Coesfeld geschmuggelt wurden)[23] sein durch den NĂŒrnberger Prozess einigermaßen positives Image als unpolitischer Technokrat und fehlgeleiteter Idealist zu stabilisieren, und dabei alle negativen Punkte seiner Biographie (Förderung des KZ-Ausbaus, Vertreibung der Juden aus Berlin etc.) zu verschleiern. Besonders in seinen beiden ĂŒberaus erfolgreichen Buchpublikationen, den Erinnerungen von 1969 und den Spandauer TagebĂŒchern von 1975 entstellt er entscheidende Phasen seiner TĂ€tigkeit im „Dritten Reich“ teilweise ins Gegenteil und stellt sich selbst als Fachmann dar, der von den Verbrechen des Regimes kaum gewusst habe und „nur seine Pflicht getan“ habe. In Speers Erinnerungen bilden die Jahre 1933 bis 1945 den Schwerpunkt, er beschreibt hier ausfĂŒhrlich sein angebliches VerhĂ€ltnis zu Hitler. Speer setzt sich zwar mit seiner Rolle in der NS-Zeit kritisch auseinander und bestreitet auch nicht seine grundsĂ€tzliche Mitverantwortung, verschweigt aber nach Heinrich Schwendemann Wesentliches. An der veröffentlichten Textfassung der in den Spandauer Jahren vorbereiteten Autobiografie hatte im Auftrag von Wolf Jobst Siedler, dem damaligen GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Ullstein Verlags, Joachim C. Fest als Ghostwriter mitgewirkt.[24] Dieses Buch zementierte ĂŒber lange Zeit die „Speer-Legende“ vom „Gentleman-Nazi“.

Gleichem Zweck dienten auch die Spandauer TagebĂŒcher, in denen seine Zeit im engsten NS-FĂŒhrungszirkel noch einmal als Erinnerungseinsprengsel innerhalb der Schilderung der Jahre seiner Gefangenschaft erscheint. Über weite Strecken versucht er hier, durch Diffamierung der Ticks und Idiotismen seiner Mitgefangenen (Baldur von Schirach, Rudolf Heß, Karl Dönitz, Raeder, Neurath, Walter Funk) sich selber in besserem Licht darzustellen. Auch die Legende, er habe die Neue Reichskanzlei in weniger als zwölf Monaten errichten lassen, wird in beiden BĂŒchern wiederholt (und damit eine von der NS-Propaganda ersonnene Legende zur Untermauerung der angeblichen Effizienz des NS-Systems).[25]

Von beiden BĂŒchern wurden mehrere hunderttausend Exemplare verkauft, fĂŒr die Erinnerungen hatte Speer vom Ullstein-Verlag schon vorab einen Vorschuss von 100.000 DM erhalten. In einem Fernseh-Interview nach seiner Freilassung 1966 behauptete Speer, nichts von der massenhaften Ermordung der Juden und anderer Minderheiten wĂ€hrend der deutschen Besatzung gewusst zu haben. Speer war jedoch am 6. Oktober 1943 in Posen bei den Reichs- und Gauleitern und hielt dort eine Rede. Dann sprach Himmler von 17:30 bis 19:00 Uhr in der zweiten seiner „Posener Reden“ offen ĂŒber den Holocaust. Speers Einlassung, er sei zuvor abgereist und habe auch von befreundeten Teilnehmern nie etwas davon erfahren, wird von Gitta Sereny als „schlicht unmöglich“ bezeichnet.[26] Neu aufgefundene Dokumente legen nahe, dass Speer den Ausbau des Zwangsarbeits- und Vernichtungslagers Auschwitz nicht nur kannte, sondern auch aktiv vorantrieb.[27] Die Selektion der HĂ€ftlinge in ArbeitsfĂ€hige fĂŒr die RĂŒstungsindustrie und in fĂŒr die Vernichtung bestimmte Alte, Kranke und Kinder entsprach seinen Interessen. Als RĂŒstungsminister brauchte er Zwangsarbeiter und als Generalbauinspektor fĂŒr die Reichshauptstadt hatte er fĂŒr die Neugestaltung Berlins die Massendeportation der Berliner Juden betrieben. Die Recherchen und ihre Bewertung durch die Historiker sind auch auf diesen Gebieten noch nicht abgeschlossen.

Speers Veröffentlichungen verursachten auch ein ZerwĂŒrfnis mit vielen ehemaligen Mitarbeitern und WeggefĂ€hrten, die ihm - Ă€hnlich wie Kreise der intellektuellen Linken - vorwarfen, sich wie in den 1930er-Jahren erneut völlig dem Zeitgeist zu unterwerfen.[28] Demnach sei Speer in erster Linie ein ĂŒberzeugungsloser Opportunist, der versuchte, in der Öffentlichkeit der Bundesrepublik Fuß zu fassen. Es kam zum endgĂŒltigen Zusammenbruch seiner Beziehung zu seinem engen Freund Rudolf Wolters. Dieser stieß sich vor allem an der Diskrepanz zwischen Speers öffentlichen Buß-Bekenntnissen und seinem vermögenden Lebensstil. Albert Speer, so Wolters, sei „ein Mann, fĂŒr den Geld und Geltung entscheidend waren“.[29] In der Folge machte Wolters seine Akten dem Historiker Matthias Schmidt zugĂ€nglich, der 1982 eine erste kritische Biografie des RĂŒstungsministers veröffentlichte.

Joachim Fest, der als redaktioneller Berater an Speers Veröffentlichungen und somit an seiner Selbststilisierung entscheidend mitgewirkt hatte, meinte nach dem Erscheinen von Schmidts Buch, Speer habe „uns allen mit der treuherzigsten Miene der Welt eine Nase gedreht.“[30]

Literatur

Monografien

  • Albert Speer: Erinnerungen. Berlin, Ullstein 1969, ISBN 3-549-07184-1
  • Albert Speer: Spandauer TagebĂŒcher. PropylĂ€en 2002 [1975], ISBN 3-549-07158-2
  • Albert Speer: Der Sklavenstaat. Meine Auseinandersetzung mit der SS. Ullstein 1981, ISBN 3-421-06059-2
  • Albert Speer: Die Kransberg-Protokolle 1945. Seine ersten Aussagen und Aufzeichnungen, Juni – September. Hrsg. von Ulrich Schlie. MĂŒnchen, F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung 2003, ISBN 3-7766-2288-1

Biografie

  • Adelbert Reif: Albert Speer. Kontroversen um ein deutsches PhĂ€nomen, 1978
  • Matthias Schmidt: Albert Speer. Das Ende eines Mythos. Bern, MĂŒnchen, Scherz 1982
    1. Neuauflage: Albert Speer. Das Ende eines Mythos. MĂŒnchen, Goldmann 1983
    2. Neuauflage: Albert Speer: Das Ende eines Mythos – Speers wahre Rolle im Dritten Reich, Geleitwort von Heinrich Breloer, Berlin, Netzeitung 2005, ISBN 3-938941-00-6[31]
  • Gitta Sereny: Albert Speer – Das Ringen mit der Wahrheit und das deutsche Trauma. MĂŒnchen, Kindler 1995, ISBN 3-463-40258-0
  • Joachim Fest: Speer. Eine Biographie. Frankfurt a.M., Fischer 2001, ISBN 3-596-15093-0
  • Heinrich Schwendemann: Albert Speer. Architekt des Todes. „Im Herbst 1944 stand NS-RĂŒstungschef Albert Speer auf dem Höhepunkt seiner Macht. Auch heute noch gern zum Â»verfĂŒhrten BĂŒrger« umgelogen, gehörte Speer tatsĂ€chlich zu den brutalsten FĂŒhrern des Regimes.“[32]
  • Margret Nissen unter Mitarbeit von Margit Knapp und Sabine Seifert: Sind Sie die Tochter Speer? DVA, 2005, ISBN 3-421-05844-X[33]
  • Joachim Fest: Die unbeantwortbaren Fragen. Notizen ĂŒber GesprĂ€che mit Albert Speer zwischen Ende 1966 und 1981. Reinbek, Rowohlt 2005, ISBN 3-498-02114-1
  • Heinrich Schwendemann: Architekt des Todes. In: Die Zeit, Nr. 45/2004.
  • Heinrich Breloer: Unterwegs zur Familie Speer. Begegnungen, GesprĂ€che, Interviews. Berlin, PropylĂ€en 2005, ISBN 3-549-07249-X
  • Volker Ullrich: Die Speer-Legende. In: Die Zeit, Nr. 39/1999, Rezension der Fest-Biografie
  • Adam Tooze, Yvonne Badal (Übers.): Ökonomie der Zerstörung. Die Geschichte der Wirtschaft im NS Siedler, MĂŒnchen 2007 (zuerst engl. 2006) ISBN 978-3-88680-857-1, passim, insbesondere S. 634 ff. Neuaufl. Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung BpB (Schriftenreihe der Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung; Band 663) ISBN 978-3-89331-822-3. Neuaufl. Pantheon, MĂŒnchen 2008, ISBN 3-570-55056-7 (Rezension bzw. zusammenfassendes Interview siehe Netzeitung und Die Zeit)
  • Adam Tooze: Der Blitzkrieg, der keiner war. In: Die Zeit, Nr. 27/2007
  • Dan van der Vat: The good Nazi. The Life and Lies of Albert Speer. 1997 (deutsch: Der gute Nazi. Leben und LĂŒgen des Albert Speer.) Aus dem Englischen ĂŒbersetzt von Kurt Baudisch und Frank Jankowski. Henschel Verlag, Berlin, 1997. ISBN 3-89487-275-6.
  • Karl-GĂŒnter Zelle: Hitlers zweifelnde Elite: Goebbels – Göring – Himmler – Speer. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2010, ISBN 3-506-76909-X

Architektur und Stadtplanung

  • Joachim Petsch: Baukunst und StĂ€dteplanung im Dritten Reich. MĂŒnchen, Hanser 1976, ISBN 3-446-12279-6
  • Heinrich Schwendemann: "Drastic Measures to Defend the Reich at the Oder and the Rhine
" A forgotten Memorandum of Albert Speer of 18 March 1945. In: Journal of Contemporary History. 38. Jahrgang, 2003, S. 597–614.
  • Susanne Willems:[34] Der entsiedelte Jude. Albert Speers Wohnungsmarktpolitik fĂŒr den Berliner Hauptstadtbau. Berlin, Edition Hentrich 2002, ISBN 3-89468-259-0
  • Lars Olof Larsson: Die Neugestaltung der Reichshauptstadt. Albert Speers Generalbebauungsplan fĂŒr Berlin. Stuttgart 1978, ISBN 3-7757-0127-3
  • Dietmar Arnold: Neue Reichskanzlei und „FĂŒhrerbunker“ – Legenden und Wirklichkeit. Berlin 2005, ISBN 978-3-86153-353-5
  • Lars Olof Larsson, Ingolf Lamprecht: „Fröhliche Neugestaltung“ oder: Die Gigantoplanie von Berlin 1937–1943. Albert Speers Generalbebauungsplan im Spiegel satirischer Zeichnungen von Hans Stephan. Kiel, Verlag Ludwig 2009, ISBN 978-3-937719-69-6

Film und Funk

  • Heinrich Breloer (Buch und Regie): Speer und Er, Dokudrama, Deutschland, 2004
  • Reinhard Knodt: Speer und Wir, Radiodokumentation, Bayerischer Rundfunk, Deutschland, 2005
  • Nigel Paterson (Regie): NĂŒrnberg - Die Prozesse - Albert Speer - Karriere ohne Gewissen. Grossbritannien, 2006, 59 Min. Deutsche Fassung BR. (Doku-Drama, das Augenzeugenberichte und Archivmaterial mit nachgespielten Szenen verbindet)

Weblinks

 Wikiquote: Albert Speer â€“ Zitate
 Commons: Albert Speer â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Biografien

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ↑ Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. 2. Auflage. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 590. Nach seinen Erinnerungen S. 35f. war dies nicht der Fall, sondern er wurde in Berlin Mitglied des NSKK und nach dem Umzug nach Mannheim der Motor-SS als Gast zugeteilt.. 
  2. ↑ a b Dietmar Arnold: Neue Reichskanzlei und „FĂŒhrerbunker“ – Legenden und Wirklichkeit. 1. Auflage, Berlin 2005, S. 69
  3. ↑ Erich Stockhorst: 5000 Köpfe. VMA-Verlag, Wiesbaden 1967
  4. ↑ a b c d Werner Durth, Niels Gutschow: TrĂ€ume in TrĂŒmmern. Vieweg Friedr. + Sohn, 1988, ISBN 3-528-08706-4. 
  5. ↑ Gregor Janssen: Das Ministerium Speer: Deutschlands RĂŒstung im Krieg. 2. Aufl. Ullstein, Berlin 1969, S. 34.
  6. ↑ Gregor Janssen: Das Ministerium Speer: Deutschlands RĂŒstung im Krieg. 2. Aufl. Ullstein, Berlin 1969, S. 43.44, 47.
  7. ↑ Adam Tooze: Ökonomie der Zerstörung. Die Geschichte der Wirtschaft im Nationalsozialismus. Siedler, MĂŒnchen 2007, S. 642.
  8. ↑ Karl-GĂŒnter Zelle: Hitlers zweifelnde Elite. Goebbels – Göring – Himmler – Speer. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2010, S. 279-282, 285.
  9. ↑ Gregor Janssen: Das Ministerium Speer: Deutschlands RĂŒstung im Krieg. 2. Aufl. Ullstein, Berlin 1969, S. 111, 135, 188-189.
  10. ↑ Bernhard R. Kroener: „Menschenbewirtschaftung“, Bevölkerungsverteilung und personelle RĂŒstung in der zweiten KriegshĂ€lfte (1942 – 1944). In: MilitĂ€rgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Bd. 5.2, DVA,Stuttgart 1999, ISBN 3-421-06499-7, S. 777-1002, hier S. 854-855
  11. ↑ Karl-GĂŒnter Zelle: Hitlers zweifelnde Elite. Goebbels – Göring – Himmler – Speer. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2010, S. 302-303; Mark Spoerer: Zwangsarbeit unter dem Hakenkreuz: auslĂ€ndische Zivilarbeiter, Kriegsgefangene und HĂ€ftlinge im Deutschen Reich und im besetzten Europa 1939 – 1945. Stuttgart, DVA 2001, ISBN 3-421-05464-9, S. 229-231.
  12. ↑ Karl-GĂŒnter Zelle: Hitlers zweifelnde Elite. Goebbels – Göring – Himmler – Speer. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2010, S. 303-307.
  13. ↑ Karl-GĂŒnter Zelle: Hitlers zweifelnde Elite. Goebbels – Göring – Himmler – Speer, Ferdinand Schöningh, Paderborn 2010, S. 294-297.
  14. ↑ Karl-GĂŒnter Zelle: Hitlers zweifelnde Elite. Goebbels – Göring – Himmler – Speer, Ferdinand Schöningh, Paderborn 2010, S. 300-301, 307-310.
  15. ↑ Speer: Erinnerungen. PropylĂ€en 1969 / Ullstein 2003, Seite 406-407; Karl-GĂŒnter Zelle: Hitlers zweifelnde Elite. Goebbels – Göring – Himmler – Speer, Ferdinand Schöningh, Paderborn 2010, S. 307-328.
  16. ↑ Karl-GĂŒnter Zelle: Hitlers zweifelnde Elite. Goebbels – Göring – Himmler – Speer, Ferdinand Schöningh, Paderborn 2010, S. 331-333.
  17. ↑ Karl-GĂŒnter Zelle: Hitlers zweifelnde Elite. Goebbels – Göring – Himmler – Speer, Ferdinand Schöningh, Paderborn 2010, S. 339-342.
  18. ↑ Karl-GĂŒnter Zelle: Hitlers zweifelnde Elite. Goebbels – Göring – Himmler – Speer, Ferdinand Schöningh, Paderborn 2010, S. 333-335, 345.
  19. ↑ Telford Taylor: Die NĂŒrnberger Prozesse, S. 650, ISBN 3-453-09130-2
  20. ↑ Vgl. Arnold / Reichskanzlei 2005, S. 151.
  21. ↑ Speer: Erinnerungen. PropylĂ€en 1969 / Ullstein 2003, Seite 517
  22. ↑ Speer: Erinnerungen. PropylĂ€en 1969 / Ullstein 2003, Seite 44
  23. ↑ Gitta Sereny: Albert Speer: Sein Ringen mit der Wahrheit. Goldmann TB 15141, MĂŒnchen 2001, ISBN 3-442-15141-4, S. 733f.
  24. ↑ Volker Ullrich: Speers Erfindung. Wie die Legende um Hitlers Liebling entstand und welche Rolle Wolf Jobst Siedler und Joachim Fest dabei spielten. In: Die Zeit, Nr. 19/2005
  25. ↑ Joachim Fest referiert diese Legende ein weiteres Mal ohne kritische Anmerkung in seinem Speer-Buch von 1999, obwohl schon seit 1982 die wahre Geschichte des Baus der Reichskanzlei (begonnen 1934, vorlĂ€ufig fertiggestellt erst 1943) bekannt und publiziert war.
  26. ↑ Gitta Sereny: Albert Speer: Sein Ringen mit der Wahrheit. Goldmann TB 15141, MĂŒnchen 2001, ISBN 3-442-15141-4, S. 484; zusammenfassend zur Kontroverse: Stefan Krebs, Werner Tschacher: Speer und Er. Und Wir? Deutsche Geschichte in gebrochener Erinnerung. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht. Band 58, 2007, Heft 3, S. 163ff
  27. ↑ „Sonderprogramm Prof. Speer“, WDR 2005
  28. ↑ Fest (1999), S. 443f.
  29. ↑ van der Vat (1997), S. 552
  30. ↑ Joachim Fest: Die unbeantwortbaren Fragen. Notizen ĂŒber GesprĂ€che mit Albert Speer zwischen Ende 1966 und 1981. Rowohlt Verlag, Reinbek, 2006 ISBN 3-499-62159-2 S.257
  31. ↑ Informations- und Bestellseite zur Neuauflage
  32. ↑ Architekt des Todes. In: Die Zeit, Nr. 45/2004.
  33. ↑ Rezension von Schwendemann In: Die Zeit, Nr. 7/2005
  34. ↑ Susanne Willems

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen WörterbĂŒchern nach:

  • Albert Speer — Albert Speer. Para el hijo de Albert Speer, vĂ©ase Albert Speer (hijo). Berthold Konrad Hermann Albert Speer (n. Mannheim, 19 de marzo de 1905 – Londres, 1 de septiembre de 1981) fue un arquitecto y polĂ­tico 
   Wikipedia Español

  • Albert Speer — (pĂšre)  Pour son fils, voir Albert Speer (fils). Albert Speer. Berthold Konrad Hermann Albert Speer (19 mars  
   WikipĂ©dia en Français

  • Albert Speer Jr. — Albert Speer (fils)  Pour son pĂšre, voir Albert Speer. Projet Europaviertel de Albert Speer Partner GmbH Albert Speer (nĂ© le 
   WikipĂ©dia en Français

  • Albert Speer, Jr. — Albert Speer (born July 29, 1934 in Berlin) is a German architect and urban planner. He is son of the architect and Nazi Party official Albert Speer, who was a member of Adolf Hitler s inner circle and the Third Reich s Chief Architect. Albert… 
   Wikipedia

  • Albert Speer — This article is about the German architect who became a Third Reich minister, and later an author. For his eldest son, also an architect, see Albert Speer, Jr.. For the early 20th century American judge, see Albert Spear. Albert Speer Albert… 
   Wikipedia

  • Albert Speer — Para el hijo de Albert Speer, vĂ©ase Albert Speer (hijo). Albert Speer (19 de marzo de 1905 – 1 de septiembre de 1981), llamado a veces el “primer arquitecto del Tercer Reich”, otros le denominan el arquitecto del diablo . Fue el arquitecto jefe… 
   Enciclopedia Universal

  • Albert Speer — noun German Nazi architect who worked for Hitler (1905 1981) ‱ Syn: ↑Speer ‱ Instance Hypernyms: ↑architect, ↑designer 
   Useful english dictionary

  • Albert Speer (senior) — Albert Speer (1933) Berthold Konrad Hermann Albert Speer (* 19. MĂ€rz 1905 in Mannheim; † 1. September 1981 in London) war einer der fĂŒhrenden Architekten im Nationalsozialismus. Seit 1937 war er Generalbauinspektor fĂŒr die Reichshauptstadt und… 
   Deutsch Wikipedia

  • Albert Speer senior — Albert Speer (1933) Berthold Konrad Hermann Albert Speer (* 19. MĂ€rz 1905 in Mannheim; † 1. September 1981 in London) war einer der fĂŒhrenden Architekten im Nationalsozialismus. Seit 1937 war er Generalbauinspektor fĂŒr die Reichshauptstadt und… 
   Deutsch Wikipedia

  • Albert Speer (Senior) — Albert Speer (pĂšre)  Pour son fils, voir Albert Speer (fils). Albert Speer. Berthold Konrad Hermann Albert Speer (19 mars  
   WikipĂ©dia en Français


Share the article and excerpts

Direct link

 Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.