Freiwillige Feuerwehr

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Freiwillige Feuerwehr

Eine Freiwillige Feuerwehr (offizielle Abk√ľrzung in Deutschland, √Ėsterreich und S√ľdtirol ist FF) ist eine √∂ffentliche Feuerwehr, die sich haupts√§chlich aus ehrenamtlichen Mitgliedern, mitunter auch einigen hauptamtlichen Kr√§ften (z. B. f√ľr den Rettungsdienst etc.) zusammensetzt. Im Gegensatz dazu besteht eine Berufsfeuerwehr (BF) aus rein hauptamtlichen Einsatzkr√§ften. Entgegen der weitverbreiteten Meinung, in den meisten St√§dten Deutschlands w√ľrde es eine Berufsfeuerwehr geben, wird der Brandschutz in Deutschland haupts√§chlich durch freiwillige Kr√§fte sichergestellt. Bei einer Gesamtzahl von 2.074 St√§dten in Deutschland existieren lediglich in 102 dieser St√§dte Berufsfeuerwehren. In allen diesen St√§dten gibt es zur Verst√§rkung der Berufsfeuerwehr auch freiwillige Abteilungen. Auch in √Ėsterreich gibt es nur in sechs Landeshauptst√§dten eine Berufsfeuerwehr. In s√§mtlichen anderen Orten wird der Brandschutz von 4.528 Freiwilligen Feuerwehren wahrgenommen, sodass im Durchschnitt pro Gemeinde ann√§hernd zwei Freiwillige Feuerwehren bestehen.

Die Organisation, den Brandschutz gr√∂√ütenteils mit Freiwilligen Feuerwehren abzudecken, hat sich vor allem in den deutschsprachigen L√§ndern durchgesetzt, w√§hrend in den meisten anderen west- und auch osteurop√§ischen L√§ndern andere Organisationsformen vorherrschen. In manchen L√§ndern gibt es jedoch Bestrebungen ein freiwilliges System zu etablieren. Ein Beispiel hierf√ľr ist die ESEPA in Griechenland.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Saug- und Druckspritze der Freiwilligen Feuerwehr Kronach von 1882 (Nachgestelltes Bild von 2003)
Typisches Feuerwehrhaus einer kleinen Freiwilligen Feuerwehr in ländlichem Raum, FF Philippsthal, Brandenburg
K√ľhlen eines Kraftstofftanks bei einer Einsatzgro√ü√ľbung der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis T√ľbingen

Eine der √§ltesten Freiwilligen Feuerwehren auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschlands ist die Freiwillige Feuerwehr der Kreisstadt Saarlouis im heutigen Saarland.[1] Sie wurde 1811 von der damaligen franz√∂sischen Regierung gegr√ľndet. Am 16. September 1811, kurz nach einem im Nachbardorf Fraulautern ausgebrochenen gro√üen Brand, wurde auf Beschluss des Magistrats der Stadt Saarlouis die bestehende Feuerl√∂scher-Kompanie unter Genehmigung des Pr√§fekten von Metz Vincent-Marie Vi√©not de Vaublanc durch den Oberb√ľrgermeister Renauld neu organisiert. Diese Neubildung geschah zu einer Zeit, als Napoleon ein Dekret f√ľr die Pariser Feuerwehr erlassen hatte, dessen Kerngedanken Freiwilligkeit der Rekrutierung der Mannschaft, milit√§risch straffe Organisation und unbezahlter Dienst, also Ehrenamtlichkeit, waren. Obwohl dieses Dekret ausdr√ľcklich nur f√ľr Paris galt, die Brandschutzproblematik aber √ľberall die gleiche war, erlie√üen in der Folge auch die Pr√§fekturen in Frankreich f√ľr ihre Verantwortungsbereiche vergleichbare Dekrete (z. B. der Pr√§fekt Vaublanc f√ľr die Stadt Metz 1812). Nachdem am 1. Dezember 1815 die Preu√üen in Saarlouis eingezogen waren (Ergebnis aus Wiener Kongress), wird die Feuerwehr deutsch (preu√üisch).

In Deutschland entstand 1835 dann die erste deutsch gegr√ľndete Feuerwehr. Dies ist die Spritzengemeinschaft Kierspe-Neuenhaus (Nordrhein-Westfalen, M√§rkischer Kreis), die auch noch heute als L√∂schgruppe Neuenhaus des L√∂schzuges IV Neuenhaus/Vollme[2] der FF Kierspe existiert. 1841 erfolgte die Aufstellung der ersten Freiwilligen Feuerwehr nach heutigem Verst√§ndnis im s√§chsischen Mei√üen;[3] 1846 entstanden dann nach und nach auch andere deutsch gegr√ľndete Freiwillige Feuerwehren in Heidelberg und Durlach (Karlsruhe). Meist sind sie aus politisch revolution√§r eingestellten Turnvereinen hervorgegangen (siehe Badische Revolution). Die Freiwilligen Feuerwehren verwendeten damals neuartige und leistungsf√§higere Spritzen, die vom Heidelberger Ingenieur Karl Metz gefertigt wurden. Da diese Spritzen noch muskelbetrieben waren, war ihre Bedienung anstrengend und erforderte besondere Fitness.

Zu den ersten Einsätzen wurde die Heidelberger Freiwillige Feuerwehr gar nicht gerufen. Sie beeindruckte den Stadtrat aber dadurch, dass sie sehr schnell und erfolgreich arbeitete mit bisher in der Brandbekämpfung nicht gekannter Organisation und Logistik. Die Idee setzte sich schnell durch, und schon wenige Jahre später gab es in der Region zahlreiche weitere ähnliche Organisationen.

Der Begriff Feuerwehr wurde √ľbrigens 1847 das erste Mal in einer Karlsruher Zeitung verwendet. Christian Hengst hatte 1846 in Durlach eines der ersten freiwilligen Pompier-Corps gegr√ľndet und setzte bei einem Gro√übrand des Gro√üherzoglichen Hoftheaters in Karlsruhe die Stadtspritze Nr. 2 von Metz ein. Dies brachte die neuen Methoden der Brandbek√§mpfung tagelang in die √ľberregionale Presse.

Auch in √Ėsterreich wurden in den 1860er Jahren die ersten Freiwilligen Feuerwehren gegr√ľndet, die auch oft den Rettungsdienst √ľbernahmen. Aus den Reihen der vorher unorganisierten B√ľrger wurden Feuerwehrvereine gegr√ľndet, die dadurch auch leichter Geldmittel erhielten. Die erste freiwillige Betriebsfeuerwehr hatte bereits 1831 die Kaiserlich-K√∂nigliche Tabakfabrik in Schwaz in Tirol. Die erste freiwillige Ortsfeuerwehr im heutigen √Ėsterreich war die 1857 gegr√ľndete Freiwillige Feuerwehr Innsbruck. In der √∂sterreichisch-ungarischen Monarchie wurde bereits 1851 ein freiwillige Pompiers Corps in Reichstadt durch Ferdinand Leitenberger in B√∂hmen gegr√ľndet, der auch Instruktionen f√ľr die Organisation und Ausr√ľstung schrieb und damit zum Vorbild in B√∂hmen wurde.[4] Die beispielhafte Entwicklung nach dem Muster Leitenbergers erfolgte rasant, sodass es um die Jahrhundertwende allein im √∂sterreichischen Teil √Ėsterreich-Ungarns bereits etwa 8.500 Freiwillige Feuerwehren gab.

Heutzutage sind die meisten Freiwilligen Feuerwehren mit modernstem Ger√§t ausgestattet, um im Ernstfall schnelle und professionelle Hilfe leisten zu k√∂nnen. Neben den zahlreichen Freiwilligen Feuerwehren in den einzelnen Gemeinden, gibt es auch gr√∂√üere ebenso Freiwillige Feuerwehren, die mit einer umfangreicheren Ausr√ľstung die Feuerwehren der Umgebung bei speziellen Eins√§tzen unterst√ľtzen k√∂nnen. Mancherorts werden diese als St√ľtzpunktfeuerwehren bezeichnet.

Mitgliedschaft und Werdegang in der Freiwilligen Feuerwehr

Um in die Einsatzabteilung einer Freiwillige Feuerwehr eintreten zu k√∂nnen, m√ľssen verschiedene Voraussetzungen erf√ľllt sein. Neben einem Mindestalter m√ľssen die Bewerber in der Regel ‚Äěk√∂rperlich und geistig geeignet‚Äú sein,[5] was jedoch nicht einheitlich festgeschrieben ist. In Deutschland liegt das Mindestalter je nach Bundesland bei 16[6] bis 18 Jahren.[7]

In √Ėsterreich ist der Eintritt in die FF teilweise schon mit 15 Jahren m√∂glich. Da die Feuerwehr auf Grund von Landesgesetzen organisiert ist, sind auch bundesl√§nderabh√§ngig manchmal auch andere Kriterien ma√ügebend. So ist eine Mitgliedschaft in K√§rnten und der Steiermark gesetzlich nur EU-B√ľrgern m√∂glich, auch wenn diese Bedingung nicht immer wirklich durchgezogen wird.[8][9]

Der Vorgang der Aufnahme gestaltet sich h√∂chst unterschiedlich, m√∂glich sind eine Aufnahme durch Handschlag nach Teilnahme an mehreren Dienstabenden bis hin zu einer schriftlichen Bewerbung bei der f√ľr den Brandschutz zust√§ndigen Institution (z. B. Referat Feuerwehr und Katastrophenschutz der Gemeinde). √úblich ist ein Aufnahmegespr√§ch, in dem der Bewerber √ľber die Rechte und Pflichten im Feuerwehrdienst aufgekl√§rt wird; seltener wird ein polizeiliches F√ľhrungszeugnis gefordert. Die Entscheidung √ľber die Aufnahme liegt je nach Bundesland oder auch Gemeinde bei verschiedenen Stellen innerhalb der Feuerwehr oder bei √ľbergeordneten Stellen. In √Ėsterreich ist die sogenannte Angelobung im Zuge der Aufnahme bei vielen Feuerwehren √ľblich.

Die Ausbildung in der Freiwilligen Feuerwehr findet auf kommunaler Ebene und auf Landesebene in Feuerwehrschulen statt. Sie gliedert sich nach der Grundausbildung in weitergehende F√ľhrungs- sowie technische Ausbildung.

Mit Dauer der Zugeh√∂rigkeit zur Einsatzabteilung, dem Erwerb weiterer Qualifikationen und der Wahrnehmung von Funktionen k√∂nnen die Feuerwehrangeh√∂rigen in der Hierarchie der Dienstgrade aufsteigen. Eine Weisungsbefugnis h√∂herer Dienstgrade gegen√ľber Feuerwehrangeh√∂rigen niedrigerer Dienstgrade besteht jedoch nicht, diese ergibt sich vielmehr durch die F√ľhrungsstruktur ‚Äď im Einsatz durch erworbene und ausge√ľbte F√ľhrungsfunktionen (Gruppenf√ľhrer, Zugf√ľhrer etc.), au√üerhalb des Einsatzes durch die jeweilige F√ľhrungs- und Leitungsstruktur innerhalb der Feuerwehr (Wehrf√ľhrung, Kommandant etc.).

Hauptamtliche Kräfte

In einigen Städten und größeren Gemeinden können auch hauptamtliche Kräfte bei der Freiwilligen Feuerwehr eingesetzt sein.

Zivildiener (Ersatzdienstleistende) als Feuerwehrkräfte

In √Ėsterreich werden bei gro√üen Feuerwehren oft zus√§tzlich zum freiwilligen Stamm Zivildiener zum Feuerwehrdienst herangezogen, um die Tagesbereitschaft zu verbessern. Bevorzugt einberufen werden dabei Zivildiener, die bereits vor ihrem Wehrersatzdienst Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr waren. Dadurch wird die Ausbildung, die die Zivildiener erhalten m√ľssen, wesentlich erleichtert. Die Zivildiener leisten den Dienst nicht wie die freiwilligen Mitglieder sondern eher wie Berufsfeuerwehrm√§nner, da sie w√§hrend ihrer Dienstzeit st√§ndig anwesend sind. Oft bleiben Zivildiener auch nach ihrem abgeleisteten Zivildienst bei einer Feuerwehr weiterhin freiwillige Mitglieder.

In Deutschland wurden zu Zeiten der Wehrpflicht bei jeder Freiwilligen Feuerwehr Wehrersatzdienstleistende aufgenommen und im Katastrophenschutz eingesetzt. Dieser Dienst dauerte 4 Jahre an. Die Aufnahme musste vom Ersatzdienstanstrebenden beantragt werden, vor der Aufnahme war die Zustimmung der jeweiligen Feuerwehrf√ľhrung, der f√ľr den Katastrophenschutz zust√§ndigen Kreisverwaltung und des Kreiswehrersatzamtes n√∂tig. Die Ersatzdienstleistenden waren gleichzeitig Mitglied der √∂rtlichen Freiwilligen Feuerwehr und einer √ľber√∂rtlichen, zumeist kommunal organisierten Katastrophenschutz-Einheit. Die Ersatzdienstleistenden sind von der Wehrpflicht befreit, das hei√üt, sie brauchen den Dienst an der Waffe nicht zu verweigern. Auch wenn sie bereits anerkannte Kriegsdienstverweigerer sind, k√∂nnen sie sich statt Zivildienst zu leisten bei der Feuerwehr verpflichten.

Gesamtfeuerwehr aus Einheiten Freiwilliger ‚Äď und Berufsfeuerwehrkr√§ften

Diese Variante ist beispielsweise in allen deutschen Städten mit einer Berufsfeuerwehr (BF) anzutreffen. In Berlin sind die Freiwilligen zum Teil zu zehn Dienststunden im Monat auf der Wache verpflichtet.[10] So wird die BF entlastet und der Ausbildungsstand der Freiwilligen Feuerwehr hoch gehalten. Die Freiwilligen Feuerwehren sind fest in die Organisation der jeweiligen Berufsfeuerwehr eingebunden.[11] Sie werden bei Großschadensereignissen, zur Ablösung längeren Einsätzen und beim gleichzeitigen Auftreten einer Vielzahl von Schadensereignissen (Sturm, Silvester etc.) alarmiert.

Auch im t√§glichen Einsatzgeschehen kann die Freiwillige Feuerwehr, ab einer in der Ausr√ľckeordnung festgelegten Gr√∂√üe des Ereignisses, gleichzeitig mit der Berufsfeuerwehr alarmiert werden. Durch die meist k√ľrzere Anfahrt und die gute Ortskenntnis k√∂nnen so wichtige Minuten gewonnen werden. Zudem haben in vielen St√§dten Freiwillige Feuerwehren Spezialaufgaben (z. B.: First Responder in Hamburg[12]). Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehr arbeiten dann Hand in Hand zusammen und erg√§nzen sich in ihren F√§higkeiten.

Auch in Wien gibt es noch zwei Freiwillige Feuerwehren am n√∂rdlichen Stadtrand. Diese haben auch ihren eigenen Einsatzbereich und r√ľcken unabh√§ngig von der Berufsfeuerwehr aus. Nur die Ausbildung ist im Rahmen der Berufsfeuerwehr m√∂glich. Im Umland von Wien sind speziell organisierte Z√ľge vorhanden, die bei Gro√üeins√§tzen der Feuerwehren bereits vorher zugeteilte Feuerwachen besetzten. Diese sind organisatorisch √§hnlich den Katastrophenhilfsdiensten dieser Bezirke.

Alarmierung von freiwilligen Mitgliedern

Eine Sirene zur Alarmierung
Ein Funkmeldeempfänger zur Alarmierung

Am Anfang eines jeden Einsatzes der Feuerwehr steht die Alarmierung. Besonders bei Freiwilligen Feuerwehren stellt diese Alarmierung ein nicht zu untersch√§tzendes Problem dar, da sich die Mitglieder in der Regel an √Ėrtlichkeiten befinden, die der alarmierenden Leitstelle nicht direkt bekannt sind, z. B. zu Hause, am Arbeitsplatz oder unterwegs.

Die Alarmierung kann durch unterschiedliche Alarmierungssysteme, wie durch Sirenen oder Funkmeldeempf√§nger durchgef√ľhrt werden. Mobiltelefone werden von Feuerwehren nicht, oder nur f√ľr eine optionale Sekund√§ralarmierung (Einsatzkr√§fte zur Abl√∂sung bei langen Eins√§tzen) benutzt. Im Ernstfall, z. B. bei einem Terroranschlag oder im Katastrophenfall, w√ľrde ein Mobiltelefon aller Erfahrung nach nicht funktionieren, da das Mobilfunknetz durch die erh√∂hte Gespr√§chsaktivit√§t √ľberlastet w√§re (anschauliches Beispiel ist die √úberlastung der Mobilfunknetze in der Silvesternacht). Aber auch beim Ausfall der Stromversorgung von Sendemasten durch einen Katastrophenfall sind Mobiltelefone nicht mehr erreichbar.

Die Alarmierung per Flash-SMS kann auch, da von Netzbetreibern keine Prioritäten garantiert werden, teilweise später als per Pager den Empfänger erreichen. Trotzdem nutzen einige Feuerwehrmitglieder die Alarmierung via SMS, um mehr Einsatzkräfte erreichen zu können.

In Deutschland erfolgt die Alarmierung √ľber Funkmeldeempf√§nger (FME) ‚Äď wie der Sprechfunk der Feuerwehren ‚Äď auf den Frequenzen des BOS-Funks. Auch in √Ėsterreich haben die Feuerwehren eigene Frequenzbereiche.

Nach Alarmierung begeben sich die Einsatzkräfte schnellst- und sicherstmöglich zum Feuerwehrhaus.

Bei der Anfahrt mit dem privaten PKW d√ľrfen die Feuerwehrangeh√∂rigen (in Deutschland) Sonderrechte nach ¬ß35 [13] StVO in Anspruch nehmen, jedoch erkennen andere Verkehrsteilnehmer nicht, dass es sich um eine Einsatzfahrt handelt. Verb√§nde und Landesfeuerwehrschulen raten daher meist von der Inanspruchnahme dieser Rechte ab.[14]

In Deutschland kennzeichnen deshalb manche Feuerwehrleute ihren PKW mit einem Dachaufsetzer, wenn sie Sonderrechte in Anspruch nehmen. Aber auch hier wird die Anwendung der Sonderrechte differenziert betrachtet.

Ein Wegerecht ist hier generell ausgeschlossen, da Sondersignalanlagen in der Regel auf privaten Fahrzeugen nicht installiert werden d√ľrfen. Ausnahmen gibt es hierbei in manchen Bundesl√§ndern bei bestimmten F√ľhrungskr√§ften.[15]

Nach dem Anlegen der Einsatzkleidung folgt das Besetzen der Feuerwehrfahrzeuge und die Fahrt zum Einsatzort.

Vereinbarkeit von Beruf und Feuerwehr im Ehrenamt

√úbung: Rettung einer verunfallten Besuchergruppe im Besucherbergwerk Fell

Die Brandschutzgesetze der deutschen Bundesl√§nder erlauben den Angeh√∂rigen der Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr w√§hrend der Arbeitszeit im Einsatzfalle die Entfernung vom Arbeitsplatz. Die Arbeitgeber erhalten auf Antrag den Lohnausfall von der Kommune erstattet. Dies gilt auch f√ľr Ausbildungsveranstaltungen, etwa der Teilnahme an Lehrg√§ngen an einer Landesfeuerwehrschule. Die Arbeitsmarktssituation im 21. Jahrhundert verringert jedoch h√§ufig die Einsatzf√§higkeit vieler Freiwilliger Feuerwehren. So wird manchen ehrenamtlichen Feuerwehrleuten von ihren Arbeitgebern untersagt, w√§hrend ihrer Arbeitszeit den Arbeitsplatz wegen eines Feuerwehreinsatzes zu verlassen, obwohl dies den gesetzlichen Regelungen widerspricht. Auch die r√§umliche Entfernung von Wohnort und Arbeitsplatz vermindert vor allem die Tagesalarmbereitschaft der Feuerwehr am Wohnort der Pendler. Zudem stellt die kontinuierlich notwendige Weiterbildung eine zus√§tzliche Belastung f√ľr bereits im Berufsleben geforderte Freiwillige dar.

Andererseits wird nach Aussagen von Studien in den letzten Jahren vermehrt von Unternehmen auf die Erfahrungen zur√ľckgegriffen, die Mitglieder von Freiwilligenorganisationen und da vor allem bei der Feuerwehr als Arbeitskr√§fte mitbringen, dies vor allem seit vermehrt F√ľhrungs- und Teamf√§higkeiten in der Wirtschaft gefragt ist.[16]

In √Ėsterreich ist die Freistellung f√ľr Feuerwehreins√§tze nicht gesetzlich geregelt. Hier wird eher auf die Freiwilligkeit von Unternehmen gesetzt und jede(r) Feuerwehrfrau oder -mann muss das im Einzelnen mit dem jeweiligen Arbeitgeber vereinbaren. Unternehmen, die besonders die Feuerwehr bei der ehrenamtlichen T√§tigkeit unterst√ľtzen, k√∂nnen die Auszeichnung Feuerwehrfreundlicher Arbeitgeber vom jeweiligen Landesfeuerwehrverband erhalten.[17]

Nachwuchsförderung

Von Jugendfeuerwehrm√§nnern vorgenommene L√∂schangriffs√ľbung

Die Nachwuchsf√∂rderung innerhalb einer Freiwilligen Feuerwehr wird durch spezielle Einheiten innerhalb der √∂rtlichen Feuerwehr durchgef√ľhrt. In Deutschland ist dies vor allem die Jugendfeuerwehr, in einigen Bundesl√§ndern existiert f√ľr j√ľngere Kinder die Kinderfeuerwehr, in √Ėsterreich die Feuerwehrjugend. Abh√§ngig von den nationalen oder L√§nderregelungen wird in der Jugendfeuerwehr bzw. der Feuerwehrjugend die M√∂glichkeit geboten, bereits in einem jugendlichen Alter der Feuerwehr beizutreten. Mitglieder der Jugendfeuerwehr d√ľrfen zumeist nicht am aktiven Dienst (√úbungen der Einsatzkr√§fte und Eins√§tze) teilnehmen, sie sollen einerseits feuerwehrspezifische Ausbildung in Theorie und Praxis erhalten und andererseits auch ein allgemeines Jugendprogramm erleben. Das Alter, mit dem Jugendfeuerwehrmitglieder in den aktiven Dienst √ľbernommen werden, ist von den Regelungen in den einzelnen Bundesl√§ndern abh√§ngig. In einigen Bundesl√§ndern d√ľrfen Jugendfeuerwehrmitglieder an Eins√§tzen teilnehmen, die Einsatzarten sind jedoch f√ľr Minderj√§hrige stark begrenzt. In Kinderfeuerwehren werden Kinder zwischen (je nach Bundesland) vier oder sechs bis 10 Jahren spielerisch an die Themen Feuer, Brandschutz und Feuerwehr herangef√ľhrt. Die gro√üe Altersdifferenz in Kinderfeuerwehren erfordert meist eine gewisse Binnendifferenzierung, so wird bei den j√ľngeren Mitgliedern durch Malen und Spielen an die Brandschutzerziehung in Kindertagesst√§tten und Kinderg√§rten angeschlossen, bei √§lteren Mitgliedern mit √úbungen an die Brandschutzerziehung und Vorf√ľhr√ľbungen in Grundschulen.

Reserveeinheiten

√Ėsterreich

In √Ėsterreich ist die aktive Mitgliedschaft mit dem H√∂chstalter von 65 Jahren begrenzt. Ab diesem Alter m√ľssen die Mitglieder nicht austreten sondern werden in den Reservestand √ľberstellt. Das bedeutet, dass sie am Einsatzgeschehen nur mehr beschr√§nkt teilnehmen d√ľrfen und auch ihre Funktionen zur√ľcklegen m√ľssen. Sie behalten aber trotzdem verschiedene Rechte in ihrer angestammten Feuerwehr. So sind sie beispielsweise in manchen Bundesl√§ndern √§hnlich den aktiven Mitgliedern bei Wahlen des Kommandos stimmberechtigt. Je nach Bundesland d√ľrfen sich Mitglieder auch nach einem festgelegten Dienstalter in die Reserve melden. Dies geschieht vor allem dann, wenn sie aus privaten, beruflichen oder auch aus gesundheitlichen Gr√ľnden nicht mehr an Eins√§tzen und √úbungen teilnehmen k√∂nnen, aber am gesellschaftlichen Leben in der Feuerwehr trotzdem teilhaben wollen.

In Niederösterreich werden im Jahr 2011 erste Vorstöße vom niederösterreichischen Landesfeuerwehrverband unternommen, das erlaubte Höchstalter auf das 70. Lebensjahr hinaufzusetzen.[18]

Siehe auch

 Portal:Feuerwehr ‚Äď √úbersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Feuerwehr

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Feuerwehr Saarlouis
  2. ‚ÜĎ FF Kierspe (LZ IV)
  3. ‚ÜĎ √Ąlteste .... oder nicht √§lteste Freiwillige Feuerwehr Deutschlands, abgerufen am 20. Juni 2010]
  4. ‚ÜĎ Das freiwillige Pompiers-Corps oder Anleitung wie in jeder Provinzial-Stadt oder in jedem gr√∂√üeren Dorfe mit unbetr√§chtlichen Auslagen eine Feuerwehr oder Feuer- Lebensrettungs-L√∂schanstalt gegr√ľndet werden kann. Bereits ausgef√ľhrt in Reichstadt zu B√∂hmen, Prag 1855
  5. ‚ÜĎ Feuerwehrgesetz Baden-W√ľrttemberg, ¬ß10, auf http://www.landesrecht-bw.de
  6. ‚ÜĎ Gesetz √ľber den Brandschutz und die Hilfeleistungen der Feuerwehren (Schleswig Holstein), ¬ß 9, abgerufen von http://www.gesetze-rechtsprechung.sh.juris.de
  7. ‚ÜĎ Gesetz √ľber die Feuerwehren im Land Berlin, ¬ß 6
  8. ‚ÜĎ Migrantenverbot bei Feuerwehr soll fallen auf ORF vom 5. August 2011, abgerufen am 5. August 2011
  9. ‚ÜĎ Migranten d√ľrfen nicht zur Feuerwehr in der Kleinen Zeitung vom 5. August 2011 abgerufen am 5. August 2011
  10. ‚ÜĎ BF Berlin
  11. ‚ÜĎ BF Wiesbaden, Menuelink ‚ÄěDie Freiwillige Feuerwehr‚Äú
  12. ‚ÜĎ Aufgaben der FF Hamburg
  13. ‚ÜĎ ¬ß35 StVO
  14. ‚ÜĎ Hinweis der Landesfeuerwehrschule Baden-W√ľrttemberg zum Einsatz von Sonderrechten im privaten PKW
  15. ‚ÜĎ Sonderrechte und Sonderwarneinrichtungen f√ľr private Kraftfahrzeuge von Feuerwehr, Katastrophenschutz und Rettungsdienst, Bayrisches Staatsministerium des Innern, 16. Juni 2008
  16. ‚ÜĎ Brand Aus: Bei der Feuerwehr erworbene F√ľhrungsqualit√§t hilft im Job, Ausgabe 11/2010 Seite 8
  17. ‚ÜĎ [tt_news=2574&tx_ttnews[backPid]=5&cHash=9e51e3ad79 Feuerwehrfreundliche Arbeitgeber ausgezeichnet] in der Zeitschrift Blaulicht abgerufen am 25. August 2010
  18. ‚ÜĎ Vorschlag: Mit 70 noch bei der Feuerwehr auf ORF-Online vom 18. Januar 2011

Weblinks


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