Friedrich Hund

Friedrich Hund
1920er Jahre in Göttingen

Friedrich Hund (* 4. Februar 1896 in Karlsruhe; † 31. März 1997 in Göttingen) war ein deutscher Physiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Robert Mulliken und Friedrich Hund
1929 in Chicago

Hund war der Sohn eines Eisenwaren- und Haushaltswarenhändlers und ging in Karlsruhe, Erfurt und Naumburg an der Saale zur Schule, wo er 1915 am Realgymnasium das Abitur machte. Er brach sich kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges einen Fuß und musste als Einziger seiner Klasse nicht direkt in den Krieg ziehen. Er half seinem Lehrer Professor Paul Schoenhals beim Unterricht der jüngeren Schüler. Danach war er zwei Jahre beim Wetterdienst der Marine im Ersten Weltkrieg. Seine Eltern konnten ihm kein Studium finanzieren, weshalb sein Lehrer ihm ein kleines Stipendium verschaffte, das er mit Nachhilfe-Unterricht aufbesserte.

Ausbildung und Lehrjahre

Er studierte Mathematik, Physik und Geographie in Marburg und Göttingen und legte 1921/22 seine Lehramtsexamina ab. In Göttingen hörte er unter anderem bei James Franck, David Hilbert, Richard Courant, Carl Runge. 1922 wurde er in Göttingen bei Max Born promoviert (mit einer Arbeit über den Ramsauer-Effekt[1]), während er sein Referendariat an einem Göttinger Gymnasium ableistete. Er war von 1922 bis 1927 Borns (planmäßiger) Assistent (wie auch – außerplanmäßig – zur gleichen Zeit Werner Heisenberg und Pascual Jordan). Nach der Habilitation 1925 war er Privatdozent für Theoretische Physik in Göttingen. 1926/27 war er einige Monate bei Niels Bohr in Kopenhagen. 1927 wurde er außerordentlicher Professor (1928 ordentlicher Professor) für Theoretische Physik in Rostock. Nach einer Gastprofessur (1929) an der Harvard University (wobei er auch, wie gleichzeitig Heisenberg, an der University of Chicago war, wo er Mulliken wieder traf, und an einigen anderen Universitäten Vorlesungen hielt[2]) ging er nach Leipzig.

Leipzig (1929 bis 1946)

1929 wurde er als Professor für Mathematische Physik (Nachfolger von Gregor Wentzel) an die Universität Leipzig berufen[3], wo auch Heisenberg wirkte, mit dem er lange Jahre ein Seminar über Struktur der Materie leitete und das ab Ende der 1920er Jahre ein Zentrum der Theoretischen Physik war. Hund war mit Heisenberg befreundet[4] und verteidigte ihn wie andere führende deutsche Physiker auch gegen die bedrohliche, von Johannes Stark entfachte Kampagne (mit einem Artikel im Schwarzen Korps der SS), die sich auch gegen die moderne theoretische Physik richtete. Hund schrieb Protestbriefe an den Dekan der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig Paul Koebe und den Reichsminister für Erziehung Bernhard Rust[5] und regte Peter Debye zu einer Stellungnahme an[6]. Am Uranprojekt im Zweiten Weltkrieg war er im Gegensatz zu Heisenberg nicht beteiligt.[7] Als Heisenberg 1942 nach Berlin ging, übernahm Hund das Direktorat am Leipziger Physik-Institut. 1943 erhielt er wie kurz zuvor Pascual Jordan die Max-Planck-Medaille, die höchste Auszeichnung für theoretische Physik der Deutschen Physikalischen Gesellschaft, die seit 1939 nicht mehr verliehen worden war.

Unter US-amerikanischer Besatzung wurde er dort nach dem Krieg 1945 Pro-Rektor. Als danach die US-Amerikaner Ende Juni 1945 aus Leipzig abzogen, versteckte er sich, um nicht in ein Lager im Westen transportiert zu werden. Der Grund war nicht sein Haus, sondern er wollte nicht als Kriegsbeute (Sklave) in den Westen verschleppt werden.[8]

Jena (1946 bis 1951)

1946 wechselte er als Professor an die Universität Jena, wo er 1948 Rektor war. Nach eigenen Angaben war ihm die Arbeitslast in Leipzig, wo er auch die Vorlesungen über Experimentalphysik halten musste, beim Neuaufbau der Physikalischen Institute zu groß.[9] Der Hauptgrund für den Wechsel war jedoch: Die Institute in Leipzig waren zerstört, in Jena kaum; in Leipzig gab es wenig Kollegen, im Gegensatz zu Jena. Eine für sieben Personen geeignete Wohnung war jedoch Voraussetzung, woran der Wechsel beinahe gescheitert wäre.

In Jena kam es zu Konflikten mit den sowjetischen Besatzungsdienststellen, bei denen er sonst in hohem Ansehen stand[10] (1949 erhielt er den Nationalpreis der DDR[11], jedoch erst nach seinem Rücktritt als Rektor). Hund verfügte, dass auch Kinder von Hochschullehrern studieren konnten, was von General Kolesnitschenko im Sinne der damaligen ideologischen Auffassungen wieder aufgehoben wurde.[12] Hund versuchte die Verantwortlichkeiten zwischen Jenaer Universität, Thüringer Ministerium und Besatzungsmacht zu klären, was nicht gut gehen konnte. In Berlin hatte er erreicht, dass 25 begabte Bewerber in Jena ein Studium der Physik aufnehmen konnten.[13] Später war es möglich, dass auch Bewerber zu einem Medizin- oder Theologiestudium zugelassen wurden, die keine Arbeiter- oder Bauernkinder waren.[14] Der auftretende Ärztemangel war einer der Gründe.

Eine anonyme Anzeige aus der Universitätsverwaltung, in der Hund mangelnder politischer Aktivität beschuldigt wurde, erreichte das Ministerium im September 1948.[15] Ministerin Torhorst hatte ein Problem. Sie bat den Rektor zu einem Gespräch ins Ministerium. Als Hund merkte, dass sie zwar den Auftrag hatte, ihn zu entlassen, aber keine richtigen Gründe, trat er von sich aus zurück.[16] Seine Amtszeit als Rektor dauerte somit von Februar bis Oktober 1948.

Ende Juli 1951, nachdem er von einer Gastvorlesung in Frankfurt/Main nach Jena zurückgekehrt war, verließ er die DDR und ging über Berlin mit seiner Familie in den Westen. Seinen Besitz musste er fast komplett zurücklassen, die Russen schickten ihm aber später seine Möbel und andere Dinge nach.

Wechsel nach Frankfurt am Main

Die zwei wichtigsten Gründe für seinen Wechsel von Jena nach Frankfurt waren: die Zukunft seiner Kinder und die politischen Verhältnisse. Er hatte gehofft, dass eine Demokratie besser funktionieren würde.[17]

Hund wurde zunächst Professor in Frankfurt am Main (als Nachfolger von Erwin Madelung)[18], war aber ab 1957, nach einer Gastprofessur 1956 an der University of Maryland, wieder in Göttingen tätig.

Friedrich Hund, Werner Heisenberg und Max Born anlässlich Hunds siebzigsten Geburtstages im Februar 1966 in Göttingen.

Wieder in Göttingen (noch 40 Jahre)

In Göttingen war er Professor für Theoretische Physik als Nachfolger von Richard Becker.

Friedrich Hund (rechts) diskutiert 1993
mit Carl Friedrich von Weizsäcker, der bei ihm in Leipzig promoviert hatte.

1964 wurde Friedrich Hund emeritiert.[19]. Er blieb aber auch danach wissenschaftlich und in der Lehre aktiv, nicht nur in Göttingen, wo er bis 1990 Vorlesungen hielt, sondern auch 1968 als Gastprofessor in Köln, 1969 in Heidelberg, 1970 in Frankfurt am Main und später in Wuppertal.

Die letzten Jahre seines Lebens war er blind, was ihn jedoch nicht davon abhielt, Vorträge zu halten und zu diskutieren.

Zu seinen Doktoranden gehören Harry Lehmann (Jena 1950), Hans Euler (mit Heisenberg), Carl Friedrich von Weizsäcker (links) und Jürgen Schnakenberg. Siegfried Flügge war in Leipzig sein Assistent und Edward Teller sein Hilfsassistent[20].

Werk

Noch vor Entstehung der Quantenmechanik deutete Hund die komplizierten Spektren der Elemente Scandium bis Nickel. Auf der Grundlage der Quantenmechanik trug er dann wesentlich zur Theorie der Molekülspektren und der Aufklärung des Zusammenhangs von Termstruktur und Symmetrie quantenmechanischer Systeme bei [21].

Er stellte 1925 die Hundsche Regel[22] auf, damals eine rein empirische Regel in der Atomphysik, die erst später begründet und zu drei Regeln erweitert wurde. 1926/27 hat er den später so genannten Tunneleffekt (dessen Entdeckung meist George Gamow zugeschrieben wird) zuerst bei optisch isomeren Molekülen entdeckt und beschrieben[23]. Es wurden mehr als 250 Aufsätze und Schriften[24] von ihm veröffentlicht. Hund hat sich besonders auch mit der Geschichte der Physik befasst.

In der Molekülphysik und -spektroskopie unterscheidet man nach Hund die so genannten Hundschen Kopplungsfälle (a) bis (e), je nach der Art und Weise, in der die verschiedenen quantenmechanischen Drehimpulse (Elektronenspin, Bahndrehimpuls, Rotation) zum Gesamtdrehimpuls koppeln (Vektoraddition). Bekannt ist in der Molekülphysik auch die Hund-Mulliken-Theorie (heute Molekülorbital-Theorie genannt), die von der Heitler-London-Methode zu unterscheiden ist. Dabei arbeitete er mit Robert S. Mulliken zusammen, den er seit 1925 in Göttingen kannte und mit dem er 1927 in Göttingen, 1929 in Chicago und 1930 und 1933 in Leipzig zusammenarbeitete.[25]

Das Seminar „Heisenberg mit Hund“[26] erlangte Weltgeltung und zog Schüler aus vielen Ländern an. In Leipzig verbreiterte Hund sein Arbeitsfeld und wandte sich zum Beispiel auch der Kernphysik zu. Unabhängig von Eugene Wigner untersuchte er 1937 als erster eine angenäherte SU (4) Symmetrie in den Kernspektren (die sich bei Spin- und Isospininvarianz der Kernkräfte ergibt).[27] Er untersuchte 1936 auch das Verhalten von Materie unter sehr hohem Druck, mit Anwendungen in der Astrophysik[28] und theoretische Festkörperphysik (Elektronenwellenfunktion in Kristallgittern).

Später befasste sich Hund auch mit Geschichte der Physik, speziell der Quantentheorie. Er verfasste einige verbreitete Lehrbücher der theoretischen Physik, die zum Teil in andere Sprachen übersetzt wurden. Er schrieb 1978: Es ist mir eine Freude, dass Herr Kollege K. Yamazaki sich der Mühe einer japanischen Übersetzung meiner Geschichte der Quantentheorie unterzogen hat.

Friedrich Hund mit Familie:
Gattin Ingeborg und 5 Kinder, 1950 in Jena

Hund führte seit 1912 ein wissenschaftliches Tagebuch, das in der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen aufbewahrt wird.[29]

Familie

Friedrich Hund ehelichte am 17. März 1931 die Mathematikerin Ingeborg Seynsche (1905–1994). Seine spätere Gattin promovierte 1930 an der Georg-August-Universität Göttingen zum Doktor der Philosophie[30] mit der Dissertation: Zur Theorie der fastperiodischen Zahlenfolgen[31] bei Richard Courant. Es war ein Thema der Mathematik auf Anregung von Harald Bohr und Alwin Walther.[32] Die Familie hatte sechs Kinder: Gerhard (1932), Dietrich (1933–1939), Irmgard (1934), Martin (1937), Andreas (1940) und Erwin (1941).

Seine letzte Ruhestätte befindet sich in München, wo auch Gattin Ingeborg und seine Schwester Gertrud begraben sind.

Ehrungen

Max-Planck-Medaille 1943, verliehen an Friedrich Hund, wegen des Krieges nicht in Gold.

Hund war seit 1933 Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften, seit 1944 der Leopoldina, seit 1949 der Deutschen Akademie der Wissenschaften in der DDR (und von deren Nachfolgerin, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, deren Ehrenmitglied er seit 1994 war) und seit 1958 der Göttinger Akademie der Wissenschaften, deren Ehrenmitglied er seit 1991 war. Er war Ehrenmitglied der Deutschen Physikalischen Gesellschaft.

Werke

  • Versuch einer Deutung der großen Durchlässigkeit einiger Edelgase für sehr langsame Elektronen, Dissertation, Universität Göttingen 1923
  • Linienspektren und periodisches System der Elemente, Habil.Schrift, Universität Göttingen, Springer 1927
  • Allgemeine Quantenmechanik des Atom- und Molekelbaues, in Handbuch der Physik, Band 24/1, 2. Auflage, S. 561-694 (1933)
  • Materie als Feld, Berlin, Springer 1954
  • Einführung in die Theoretische Physik, 5 Bände 1944-51, Meyers Kleine Handbücher, Leipzig, Bibliographisches Institut, 1945, 1950/51 (Band 1: Mechanik, Band 2: Theorie der Elektrizität und des Magnetismus, Band 3: Optik, Band 4: Theorie der Wärme, Band 5: Atom- und Quantentheorie)
  • Theoretische Physik, 3 Bände, Stuttgart Teubner, zuerst 1956-57, Band 1: Mechanik, 5. Auflage 1962, Band 2: Theorie der Elektrizität und des Lichts, Relativitätstheorie, 4. Auflage 1963, Band 3: Wärmelehre und Quantentheorie, 3. Auflage 1966
  • Theorie des Aufbaues der Materie, Stuttgart, Teubner 1961
  • Grundbegriffe der Physik, Mannheim, BI 1969, 2. Auflage 1979
  • Geschichte der Quantentheorie, 1967, 2. Aufl., Mannheim, BI 1975, 3. Auflage 1984
  • Quantenmechanik der Atome, in Handbuch der Physik/Encyclopedia of Physics, Band XXXVI, Berlin, Springer 1956
  • Die Geschichte der Göttinger Physik, Vandenhoeck und Ruprecht 1987 (Göttinger Universitätsreden)
  • Geschichte der physikalischen Begriffe, 1968, 2. Aufl. (2 Bände), Mannheim, BI 1978 (Band 1: Die Entstehung des mechanischen Naturbildes, Band 2: Die Wege zum heutigen Naturbild), Spektrum Verlag 1996
  • Göttingen, Kopenhagen, Leipzig im Rückblick, in Fritz Bopp (Hrsg.) Werner Heisenberg und die Physik unserer Zeit, Braunschweig 1961

Literatur

  • Michael Schaaf: Zum 100. Geburtstag von Prof. Dr. Friedrich Hund. CENSIS-REPORT-20-96, Hamburg, Febr. 1996
  • Werner Kutzelnigg: Friedrich Hund und die Chemie, Angewandte Chemie, Band 108, 1996, S. 629-643
  • Helmut Rechenberg, Gerald Wiemers: Friedrich Hund (1896-1997). Sächsische Lebensbilder, 2004
  • Helmut Reeh, Nachruf in Spektrum (Informationsorgan der Universität Göttingen) 1997, Heft 2
  • Hubert Laitko Physikgeschichte von innen betrachtet - Friedrich Hund als Historiker seines Fachs, Nachrichten der Akademie der Wissenschaften in Göttingen 1996
  • Manfred Schroeder (Hrsg.): Hundert Jahre Friedrich Hund: Ein Rückblick auf das Wirken eines bedeutenden Physikers, Nachrichten der Akademie der Wissenschaften in Göttingen 1996 (Beiträge von G. Eilenberger, K. Hentschel, G. Herzberg, D. Langbein, H. Rechenberg, I. Supek, H. G. Walther, C. F. v. Weizsäcker).
  • Siegfried Flügge (Hrsg.): Friedrich Hund zum 70. Geburtstag, Springer Tracts in Modern Physics, 1966
  • J. Hajdu Friedrich Hund: Weg und Werk, Zeitschrift für Physik D, Band 36, 1996, S.191-195 (Sonderband, Friedrich Hund gewidmet) und Friedrich Hund zum 90., Physikalische Blätter Bd.42, 1986, S.1
  • Interview mit Klaus Hentschel, Renate Tobies, NTM (Internationale Zeitschrift für Geschichte und Ethik der Naturwissenschaften, Technik und Medizin), Bd.4, 1996, S.1-18
  • Carl Friedrich von Weizsäcker: Friedrich Hund zum 95. Geburtstag, Physikalische Blätter Bd.47, 1991, S.61
  • Max Born: Friedrich Hund 70 Jahre, Physikalische Blätter, Bd.22, 1966, S.79
  • Joachim Poppei: Das Leben und Wirken Friedrich Hunds: unter besonderer Berücksichtigung der Zeit in Leipzig und Jena. Sektion Physik der Karl-Marx-Universität Leipzig, 1. Dezember 1983, 26 Seiten. Nachlass Friedrich Hund bei der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (COD. MS. F. HUND 363 Poppei, Joachim).
  • Helmut G. Walther: Die ersten Nachkriegsrektoren Friedrich Zucker und Friedrich Hund. Sonderdruck aus Hochschule im Sozialismus. Studien zur Geschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena (1945-1990), Band 2, S. 1911-1928. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2007.
  • Ronald Beyer, Constanze Mann: Die Ehrenbürger der Stadt Jena. Band 17 der Reihe Dokumentationen der Städtischen Museen Jena, 2007, ISBN 978-3-930128-84-6.

Einzelnachweise

  1. veröffentlicht in Zeitschrift für Physik, Band 13, 1923, S. 241
  2. Toronto, Massachusetts Institute of Technology, General Electric bei Irving Langmuir. Helmut Rechenberg, Jagdish Mehra The historical development of Quantum Theory, Band 6, Teil 1, S. 559. In Harvard hielt er Vorlesungen auf Einladung von Edwin Kemble und Theodore Lyman
  3. Nach Hajdu: Friedrich Hund, Zeitschrift für Physik D, Band 36, 1996, S. 191, geschah die Berufung auf Betreiben von Heisenberg
  4. Auch wenn die Beziehungen nicht ohne Spannungen waren. Hund war mit seiner Rolle als zweiter Mann hinter Heisenberg nicht zufrieden, was sich unter anderem darin ausdrückte, dass Heisenberg ihn 1929 von seiner Reise in die USA zurückbeorderte, um ihn bei Beginn des Semesters zu vertreten, während er selbst seine Weltreise fortsetzte. Cassidy: Uncertainty - The Life and Science of Werner Heisenberg, Freeman 1992, S. 271, wobei sich Cassidy auf ein Interview mit Hund 1981 bezieht
  5. Beschwerde über den Präsidenten der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt Herrn Prof. Dr. Johannes Stark. geschrieben von Friedrich Hund am 20. Juli 1937
  6. Cassidy Uncertainty, S. 382
  7. Hund im Interview mit Schaaf
  8. Siehe hierzu seine handschriftlichen Aufzeichnungen (im Kapitel Protokoll zum Abzug der Amerikaner aus Leipzig 1945), die bisher nicht veröffentlicht wurden.
  9. Interview mit Schaaf
  10. Auch weil er nicht der Einladung der US-Amerikaner in den Westen gefolgt war
  11. Vergeben an Friedrich Hund vor Gründung der DDR (Kinder von Nationalpreisträgern durften ein Studium beginnen)
  12. Auch innerhalb der sowjetischen Verwaltung kam es darüber zu Streit. Andrei Nikitin in Manfred Heinemann (Hrsg.): Hochschuloffiziere und Wiederaufbau des Hochschulwesens in Deutschland 1945-1949. Die Sowjetische Besatzungszone, Akademie Verlag 2000, S. 4
  13. Einige dieser Studienbewerber leben noch und dienen als Zeitzeugen.
  14. Dies traf zum Beispiel für Abiturienten 1950 des altsprachlichen Zweiges zu, von denen viele noch ihr 60jähriges Abitur feiern konnten.
  15. Helmut G. Walther: Die ersten Nachkriegsrektoren Friedrich Zucker und Friedrich Hund. Sonderdruck aus Hochschule im Sozialismus. Studien zur Geschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena (1945–1990), Band 2, S. 1921. Böhlau Verlag Köln Weimar Wien 2007.
  16. In diesem Gespräch bei der Ministerin sagte er: "Wäre es für Sie hilfreich, wenn ich zurücktrete?" Worauf sie sichtlich aufatmete. So erzählte er es seinen Kindern.
  17. Er hatte sich zwar entschieden, in den Westen zu gehen, war aber doch etwas traurig, denn er sagte am letzten Abend in Jena zu seiner Tochter: "So schön werden wir es nie wieder haben".
  18. Auch in der Nachfolge Sommerfelds war er im Gespräch, Sommerfeld selbst schlug ihn 1946 neben Heisenberg und von Weizsäcker als Kandidat für seine Nachfolge vor
  19. Lebenslauf Friedrich Hund
  20. Interview von Hund mit Schaaf
  21. Brockhaus Enzyklopädie. F. A. Brockhaus Wiesbaden 1975, Band 22, S. 666, ISBN 3-7653-0028-4
  22. Hund Zur Deutung verwickelter Spektren, insbesondere der Elemente Scandium bis Nickel,Zeitschrift für Physik, Band 33, 1925, S. 345–371
  23. Hund: Zur Deutung der Molekelspektren III, Zeitschrift für Physik, Band 43, 1927, S. 805–826. Hund verwendete für Moleküle meist die Bezeichnung Molekel. Zu Hunds Entdeckung des Tunneleffekts Rechenberg, Mehra: The historical development of quantum theory, Band 6, Teil 1, S. 535
  24. Schriften Friedrich Hund
  25. Mulliken Molecular Scientists and Molecular Science- some reminiscences, Journal of Chemical Physics, Bd. 43, 1965, S2-S11
  26. Heisenberg mit Hund. Friedrich Hund in der Vorlesung. Leipzig 1937. So wurden die Kurse auch offiziell angekündigt, was nicht nur bei Studenten, sondern auch bei Physikern wie Walther Gerlach Anlass zu Scherzen war (Hund, Interview mit Schaaf).
  27. Hund Symmetrieeigenschaften der Kräfte in Atomkernen und Folgen für deren Zustände, insbesondere der Kerne bis zu sechzehn Teilchen, Zeitschrift für Physik, Bd. 105, 1937, S. 202. Siehe auch Pais Inward Bound, Oxford University Press 1986, S. 425
  28. Hund Materie unter sehr hohen Drucken und Temperaturen, Ergebnisse der exakten Naturwissenschaften, Band 15, 1936, S. 189–228
  29. Nachlass Hund, Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, pdf Datei
  30. Urkunde der Promotion von Ingeborg Seynsche, ausgestellt am 28. Februar 1930 in Göttingen (Original im Besitz ihrer Kinder).
  31. Seynsche, I. Zur Theorie der fastperiodischen Zahlfolgen. Disputats. Rend. Circ. Mat. Palermo 55, 1931, 27 S.
  32. Biographie von Ingeborg Seynsche auf Seiten der DMV
  33. Ehrungen und Diplome Friedrich Hund
  34. Mitglied der Académie internationale de science moléculaire quantique
Die sechs Seiten des Manuskripts
Seite 1 des Manuskripts
Seite 2 des Manuskripts
Seite 3 des Manuskripts
Seite 4 des Manuskripts
Seite 5 des Manuskripts
Seite 6 des Manuskripts

Manuskript zum Abzug der Amerikaner aus Leipzig 1945

Die nebenstehenden Bilder zeigen die sechs Seiten eines Manuskripts, das Friedrich Hund in der Zeit vom 25. Juni bis 3. Juli 1945 erstellte, als die Amerikaner Leipzig verließen und viele Professoren in Lastwagen abtransportierten. Das Original des Protokolls ist im Besitz seines ältesten Sohnes.

Auf Seite 2 schreibt Hund: "Wir unterhielten uns auf dem Weg zur Straßenbahn über den Zwang, die Verschickung in die Sklaverei, als was wir die Sache ansehen mussten." und auf Seite 4: "Es ist für die Universität unwürdig, wenn ihre Professoren wie Maschinenteile ausgewechselt würden."

Weblinks

 Commons: Friedrich Hund, Medaillen und Bilder aus seinem Nachlass – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Friedrich Hund — à Göttingen ( 1925) Naissance 4 février 1896 Karlsruhe (Allemagne) Décès 31  …   Wikipédia en Français

  • Friedrich Hund — Friedrich Hund, Göttingen ( 1925) Friedrich Hund (4 de febrero, 1896 31 de marzo, 1997) fue un físico alemán, conocido por su trabajo en la estructura de átomos y moléculas. Estudió matemática …   Wikipedia Español

  • Friedrich Hund — (4 de febrero, 1896 31 de marzo, 1997) fue un físico alemán, conocido por su trabajo en la estructura de átomos y moléculas. Estudió matemáticas, física y geografía en Marburgo y Göttingen. Investigó e impartió clase ( …   Enciclopedia Universal

  • Friedrich Hund — Infobox Scientist |name =Friedrich Hund box width = image width = caption =Carl von Weizsäcker Friedrich Hund, Göttingen DPI birth date =4 February 1896 birth place =Karlsruhe death date =31 March 1997 (aged 101) death place =G%C3%B6ttingen… …   Wikipedia

  • Hund — Friedrich Hund Friedrich Hund, à droite de l image Friedrich Hund (4 février 1896 à Karlsruhe; † 31 mars 1997 à Göttingen) était un physicien allemand. Après des études en mathématique, physique et géographie à Marburg et Göttingen, Friedrich… …   Wikipédia en Français

  • Hund (Begriffsklärung) — Hund bezeichnet: Naturwissenschaftlicher Bereich: Haushund, das vom Wolf abstammende Haustier Hunde, in der Zoologie die Familie der Canidae Großer Hund, ein Sternbild Kleiner Hund, ein Sternbild Hund (Einheit), eine früher regional gebräuchliche …   Deutsch Wikipedia

  • Hund's rule of maximum multiplicity — is an observational rule which states that a greater total spin state usually makes the resulting atom more stable. Accordingly, it can be taken that if two or more orbitals of equal energy are available, electrons will occupy them singly before… …   Wikipedia

  • Friedrich Karl Schmidt — (* 22. September 1901 in Düsseldorf; † 25. Januar 1977 in Heidelberg) war ein deutscher Mathematiker, der sich vor allem mit Algebra und Zahlentheorie beschäftigte. Leben und Werk …   Deutsch Wikipedia

  • Hund'sche Regel — Die nach Friedrich Hund benannten Hundschen Regeln machen eine Aussage darüber, in welcher Drehimpulskonfiguration die Elektronen in den Orbitalen eines Atoms im Grundzustand vorliegen. Diese Regeln gelten dabei im Rahmen der LS Kopplung, die… …   Deutsch Wikipedia

  • Hund-Regel — Die nach Friedrich Hund benannten Hundschen Regeln machen eine Aussage darüber, in welcher Drehimpulskonfiguration die Elektronen in den Orbitalen eines Atoms im Grundzustand vorliegen. Diese Regeln gelten dabei im Rahmen der LS Kopplung, die… …   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.