Friedrich Schiller

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Friedrich Schiller
Friedrich Schiller
(von Ludovike Simanowiz, 1794)
Schillers Unterschrift
Schillers BĂŒste in Jena

Johann Christoph Friedrich von Schiller (* 10. November 1759 in Marbach am Neckar, WĂŒrttemberg; † 9. Mai 1805 in Weimar, Sachsen-Weimar), 1802 geadelt, war ein deutschsprachiger Dichter, Philosoph und Historiker. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Dramatiker. Viele seiner TheaterstĂŒcke gehören zum Standardrepertoire der deutschsprachigen Theater. Auch als Lyriker war er erfolgreich: Seine Gedankenlyrik wurde exemplarisch, seine Balladen zĂ€hlen zu den beliebtesten deutschen Gedichten.

Schiller gehört mit Wieland, Goethe und Herder zum Viergestirn der Weimarer Klassik.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Herkunft, Ausbildung und erste Erfolge

Elternhaus und Schule

Schillers Geburtshaus
in Marbach am Neckar

Friedrich Schiller wurde als zweites Kind des Offiziers und Wundarztes Johann Caspar Schiller und Elisabeth Dorothea Schiller, geb. Kodweiß, 1759 in Marbach am Neckar geboren. Friedrich war der einzige Sohn neben fĂŒnf Schwestern. Da der Vater eine Anstellung als Werbeoffizier bekam, siedelte die Familie 1763 nach Lorch ĂŒber. Kurz nachdem 1766 Friedrichs Schwester Luise geboren worden war, zog die Familie nach Ludwigsburg. Im selben Jahr trat Friedrich in die dortige Lateinschule ein. Bereits mit dreizehn Jahren verfasste er TheaterstĂŒcke Absalon und Die Christen; beide sind heute nicht mehr erhalten.

Auf herzoglichen Befehl und gegen den Willen der Eltern musste Schiller 1773 in die MilitĂ€rakademie Karlsschule (damals im Schloss Solitude bei Stuttgart) eintreten. Schiller begann zunĂ€chst ein Rechtsstudium. Die Zöglinge wurden militĂ€risch gedrillt, was dazu beigetragen haben mag, dass er noch mit fĂŒnfzehn Jahren BettnĂ€sser war; zweimal wurde er deswegen hart bestraft. Schiller schnupfte heimlich Tabak und las zusammen mit seinen Kameraden verbotene Schriften.

Medizinstudium

Schiller als Regimentarzt, 1781/1782. GemÀlde von Philipp Friedrich Hetsch
Die Karlsschule in Stuttgart

Die Akademie wurde 1775 von Schloss Solitude in die Innenstadt von Stuttgart verlegt. Schiller wechselte das Studienfach und wandte sich der Medizin zu. WĂ€hrend dieser Zeit fesselten ihn die Werke der Dichter des Sturm und Drang und die Gedichte Klopstocks. Im selben Jahr verfasste er das (heute nicht mehr erhaltene) TheaterstĂŒck Der Student von Nassau. 1776 erschien sein erstes gedrucktes Gedicht Der Abend. Schiller studierte die Werke Plutarchs, Shakespeares, Voltaires, Rousseaus und Goethes. Ebenfalls 1776 begann er die Arbeit an dem Freiheitsdrama Die RĂ€uber. 1779 bestand er die ersten medizinischen Examina und bat um die Entlassung als MilitĂ€rarzt, die ihm jedoch erst nach dem Abschluss der Dissertation Versuch ĂŒber den Zusammenhang der thierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen 1780 gewĂ€hrt wurde. Er reflektierte darin den anthropologisch begrĂŒndbaren Zusammenhang zwischen der entstehenden „Erfahrungsseelenkunde“ und einer somatisch orientierten „Arzneiwissenschaft“, weswegen er den zeitgenössischen „philosophischen Ärzten“ zugerechnet wurde, was bereits auf seine spĂ€tere Entwicklung hinwies.[1]

„Die RĂ€uber“

„Schiller liest die RĂ€uber im Bopserwald“ (Skizze von Viktor von Heideloff)
Schillerdenkmal
von Reinhold Begas auf dem Gendarmenmarkt in Berlin

Auf der Festung Hohenasperg traf Schiller den dort eingekerkerten Dichter Christian Friedrich Daniel Schubart, der ihn auf den Stoff der RĂ€uber aufmerksam machte. 1781 vollendete Schiller sein TheaterstĂŒck, das noch im selben Jahr anonym gedruckt wurde. Am 13. Januar 1782 wurden Die RĂ€uber vom Mannheimer Theater unter der Intendanz Wolfgang Heribert von Dalbergs erfolgreich uraufgefĂŒhrt. JubelstĂŒrme entfachte das StĂŒck insbesondere beim jugendlichen Publikum - freiheitsbegeisterte Jugendliche grĂŒndeten in den folgenden Monaten in SĂŒddeutschland viele „RĂ€uberbanden“. Auch Schiller war mit seinem Freund Andreas Streicher bei der UrauffĂŒhrung anwesend und hatte zu diesem Zweck die Karlsschule, ohne um offizielle Erlaubnis zu bitten, heimlich verlassen. Als er vier Monate spĂ€ter ein zweites Mal ohne Urlaubsgenehmigung nach Mannheim reiste, steckte Herzog Carl Eugen den unbotmĂ€ĂŸigen Dichter zur Strafe fĂŒr vierzehn Tage in Arrest und untersagte ihm jeden weiteren Kontakt mit dem (hessischen) „Ausland“.

Flucht aus Stuttgart

Anfang 1782 erschien die Anthologie auf das Jahr 1782 mit 83, meist von Schiller verfassten Gedichten. Als im August desselben Jahres dem Herzog eine Beschwerde vorgetragen wurde, dass Schiller mit seinen RĂ€ubern die Schweiz verunglimpft habe (da er einen der RĂ€uber GraubĂŒnden als Mekka der Gauner beschimpfen lĂ€sst[2]), spitzte sich der Konflikt zwischen Landesherrn und Autor zu. Schiller wurde Festungshaft angedroht und jede weitere nicht-medizinische Schriftstellerei verboten. Damit war fĂŒr Schiller, der bislang aus RĂŒcksicht auf seinen vom Herzog abhĂ€ngigen Vater mit seiner Flucht gezögert hatte, ein weiteres Verbleiben in Stuttgart endgĂŒltig unmöglich geworden. In der Nacht vom 22. auf den 23. September 1782, wĂ€hrend der Herzog zu Ehren einer russischen GroßfĂŒrstin ein großes Fest mit Feuerwerk gab, nutzte Schiller die Gunst des Augenblicks und floh mit seinem Freund Andreas Streicher aus der Stadt. Er reiste zunĂ€chst abermals nach Mannheim, wo er Dalberg sein neues Drama Die Verschwörung des Fiesco zu Genua vorlegte. Es folgten Reisen nach Frankfurt am Main, Oggersheim und Bauerbach (ThĂŒringen). SpĂ€ter schilderte Streicher jene Zeit in seinem Buch Schillers Flucht von Stuttgart und Aufenthalt in Mannheim von 1782 bis 1785.

Unsichere Jahre 1783–1789

Als GerĂŒchte laut wurden, dass sich Herzog Carl Eugen um Schillers Auslieferung bemĂŒhe, bekam der Dichter, auf Vermittlung seines Studienfreundes Wilhelm von Wolzogen (der 1794 Caroline von Lengefeld heiratete), im Dezember 1782 bei dessen Mutter Henriette von Wolzogen ein unauffĂ€lliges Asyl im thĂŒringischen Bauerbach. Hier vollendete er die Arbeit an Luise Millerin und begann die ersten EntwĂŒrfe zu Don Karlos. In der nahe gelegenen Residenzstadt Meiningen lernte er bei seinen Besuchen in der Hofbibliothek des Herzoghauses den Bibliothekar Reinwald kennen, der ihn mit Arbeitsmaterial versorgte und spĂ€ter Schillers Schwester Christophine heiratete.

Auf Einladung des Theaterintendanten Dalberg kehrte Schiller im Juli 1783 nach Mannheim zurĂŒck und trat dort im September die Stelle eines Theaterdichters an. Im gleichen Monat erkrankte er am „Nervenfieber“ (Malaria), das im damals noch sumpfigen Rheintal heimisch war. In Mannheim lernte er Charlotte von Kalb kennen. Im Januar 1784 wurde der Fiesco, im April 1784 das Drama Luise Millerin uraufgefĂŒhrt, das inzwischen, auf Empfehlung des Schauspielers August Wilhelm Iffland, den publikumswirksameren Titel Kabale und Liebe bekommen hatte. Vor der KurpfĂ€lzischen deutschen Gesellschaft in Mannheim hielt Schiller im Juni 1784 die Vorlesung Was kann eine gute stehende SchaubĂŒhne eigentlich wirken?[3]. Im Dezember 1784 verlieh ihm Herzog Carl August von Sachsen-Weimar, der zuvor am DarmstĂ€dter Hof Schillers Lesung des ersten Aufzugs von Don Karlos miterlebt hatte, den Titel eines Weimarischen Rats. Nach einem Jahr als Theaterdichter in Mannheim wurde Schillers Vertrag von Dalberg nicht verlĂ€ngert, was dazu fĂŒhrte, dass sich Schillers ohnehin schon prekĂ€re finanzielle Lage noch verschĂ€rfte und der hochgelobte Autor fast im Schuldturm landete.

Im April 1785 reiste Schiller nach Leipzig zu Christian Gottfried Körner, der ihm aus der wirtschaftlichen Notlage half. Die Bekanntschaft mit Körner, der von 1812 bis 1816 eine Gesamtausgabe von Schillers Werken herausgab, hatte im Juni 1784 mit einem anonymen, aber mit vier Portraits versehenen Brief begonnen: Körner und sein Freund Ludwig Ferdinand Huber waren mit den Töchtern Minna und Dora Stock[4] des Leipziger Kupferstechers Johann Michael Stock (1737–1773) liiert und fĂŒr diese unstandesgemĂ€ĂŸe Verbindung von ihren großbĂŒrgerlich-autoritĂ€ren VĂ€tern kritisiert worden. Deshalb konnten sich die beiden Brautpaare insbesondere mit der Darstellung der nicht standesgemĂ€ĂŸen Beziehung in Schillers Drama Kabale und Liebe identifizieren und hatten in dem genannten anonymen Brief an Schiller ihre uneingeschrĂ€nkte Verehrung fĂŒr dessen mutige Dramen zum Ausdruck gebracht: „Zu einer Zeit, da die Kunst sich immer mehr zur feilen Sklavin reicher und mĂ€chtiger WollĂŒstlinge herabwĂŒrdigt, tut es wohl, wenn ein großer Mann auftritt und zeigt, was der Mensch auch jetzt noch vermag.“ Schiller antwortete erst ein halbes Jahr spĂ€ter auf diesen Brief: „Ihre Briefe [
] trafen mich in einer der traurigsten Stimmungen meines Herzens.“

Das SchillerhÀuschen auf dem Körnerschen Weinberg in Loschwitz bei Dresden, wo Schiller vom 13. September 1785 bis zum Sommer 1787 wohnte.

Im Sommer und Herbst 1785 entstand auf Körners Bitte im nahe gelegenen Dorf, dem heutigen Stadtteil Gohlis, und nach dem 13. September in Körners Weinberghaus in Dresden-Loschwitz die Ode an die Freude fĂŒr die Tafel der Freimaurerloge Zu den drei Schwertern in Dresden.[5] WĂ€hrend seines Aufenthaltes in Loschwitz lernte Schiller im gegenĂŒber der Elbe gelegenen Dorf Blasewitz in einem Schankgut[6] die Tochter des Gastwirts, Johanne Justine Segedin, kennen, die er spĂ€ter 1797 in Wallensteins Lager als „Gustel von Blasewitz“ verewigte.[7]). 1786 erschien in der zweiten Ausgabe der Zeitschrift Thalia die ErzĂ€hlung Verbrecher aus Infamie. Eine wahre Geschichte, die spĂ€ter unter dem Titel Der Verbrecher aus verlorener Ehre veröffentlicht wurde. In der Zeit vom 17. April bis 21. Mai 1787 weilte Schiller in Tharandt bei Dresden und vollendete dort im Gasthof zum Hirsch[8] seinen Don Karlos.

Am 21. Juli 1787 reiste Schiller nach Weimar und machte dort die Bekanntschaft von Herder, Wieland und dem ersten Kantianer Carl Leonhard Reinhold, der Schiller davon ĂŒberzeugte, sein Kant-Studium mit dessen Schriften aus der Berlinischen Monatsschrift zu beginnen. WĂ€hrend einer Reise durch Rudolstadt lernte er Charlotte von Lengefeld und deren Schwester Caroline kennen, die unter ihrem Ehenamen Caroline von Wolzogen bekannt wurde, nachdem sie zunĂ€chst unter Pseudonym in Schillers Zeitschrift Die Horen den Roman Agnes von Lilien veröffentlicht hatte, der zeitweise Schiller bzw. Goethe[9] zugeschrieben wurde. Im selben Jahr wurde auch das Drama Don Karlos gedruckt und sogleich aufgefĂŒhrt. Nachdem Goethe 1788 von seiner Italienreise zurĂŒckgekehrt war, trafen sich beide Dichter am 7. September zum ersten Mal im Garten der Familie Lengefeld in Rudolstadt, ohne allerdings großes Interesse fĂŒreinander zu zeigen.

Don Karlos (damals noch als Dom Karlos), Titelblatt und Frontispiz des Erstdruckes, 1787

Wirtschaftliche Konsolidierung 1789–1799

Im Jahr 1789 nahm Schiller eine Professur in Jena an – entgegen seinen Hoffnungen ohne Gehalt – und lehrte dort als Historiker, obgleich er Professor der Philosophie war. Qualifiziert hatte er sich insbesondere mit seiner Geschichte des Abfalls der Vereinigten Niederlande. Die Nachricht, dass der beliebte Autor der RĂ€uber seine LehrtĂ€tigkeit in Jena aufnehmen sollte, löste wahre BegeisterungsstĂŒrme aus. Die ganze Stadt war in Aufruhr. Der Andrang interessierter Studenten zu seiner Antrittsvorlesung Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte? sprengte die KapazitĂ€t des Hörsaals, sodass die zahllosen Hörer kurzfristig in den grĂ¶ĂŸten Saal der UniversitĂ€t wechseln mussten.

Friedrich Schiller (von Anton Graff, um 1790

Im selben Jahr erschien die erste Buchausgabe des Romans Der Geisterseher, und Schiller freundete sich mit Wilhelm von Humboldt an. Am 22. Februar 1790 heiratete er Charlotte von Lengefeld und wurde in der nach ihm benannten Schillerkirche in Jena getraut. Pfarrer war sein Kollege, der Philosophieprofessor Carl Christian Erhard Schmid. WĂ€hrend eines Besuches bei seiner Schwester Christophine und Schwager Reinwald in Meiningen verlieh Herzog Georg I. Friedrich Schiller den Titel Hofrat. Vieles deutete nun berufliche Verbesserungen und familiĂ€res GlĂŒck hin.

Doch bereits gegen Jahresende erkrankte Schiller lebensgefĂ€hrlich. Am 3. Januar 1791 erlitt er einen Zusammenbruch, krampfartigen Husten und zeitweilige Ohnmachten. Ende Januar und im Mai folgten weitere AnfĂ€lle. Schiller war vermutlich an Tuberkulose erkrankt, von der er zeitlebens nicht mehr genas. Das GerĂŒcht von seinem Tod verbreitete sich im Lande und erreichte im Juni auch Kopenhagen, wo der Dichter Jens Immanuel Baggesen eine Gemeinde von Schiller-Bewunderern um sich versammelt hatte. Als man hörte, dass Schiller noch lebte, gewĂ€hrten im Dezember desselben Jahres Ernst Heinrich Graf von Schimmelmann und Friedrich Christian von Augustenburg, Mitglieder des dĂ€nischen Freundeskreises, Schiller eine jĂ€hrliche Pension von 1000 Talern, die auf drei Jahre befristet war - eine hochwillkommene Erleichterung der Lebenshaltung, die Schiller vorĂŒbergehend von den lĂ€stigen Pflichten des Broterwerbs befreite, sodass er sich ganz auf seine philosophischen und Ă€sthetischen Studien konzentrieren konnte.[10]

Begleitschreiben zur Urkunde, die Schiller 1792 zum EhrenbĂŒrger der französischen Republik machte

Im Jahre 1792 wurde Schiller fĂŒr Die RĂ€uber neben Friedrich Gottlieb Klopstock, Johann Heinrich Campe, Johann Heinrich Pestalozzi, George Washington und Tadeusz Koƛciuszko zum EhrenbĂŒrger der französischen Republik. Anlass war mehr Schillers Ruf als Rebell denn sein tatsĂ€chliches Wirken. Er stand zwar der französischen Revolution anfangs durchaus wohlwollend gegenĂŒber, sah jedoch den Umschlag in die freiheits- und menschenverachtende Schreckensherrschaft der Jakobiner voraus und verabscheute die spĂ€teren Massenhinrichtungen im revolutionĂ€ren Frankreich zutiefst.

Im selben Jahr vollendete er die Geschichte des DreißigjĂ€hrigen Krieges und die Werke Neue Thalia und Über die tragische Kunst erschienen. 1793 folgte die Schrift Über Anmut und WĂŒrde. Am 14. September wurde sein Sohn Karl geboren. 1794 lernte Schiller den Verleger Johann Friedrich Cotta kennen, der sich bereit erklĂ€rte, die Monatszeitschrift Die Horen und spĂ€ter den Musenalmanach herauszugeben.

Freundschaftliche Verbindung mit Goethe

Goethe- und Schiller-Denkmal im Golden Gate Park, San Francisco

Ehe Goethe und Schiller zu dem legendĂ€ren Freundespaar der Weimarer Klassik wurden, das sich fast tĂ€glich besuchte und nicht nur literarisch, sondern auch philosophisch und naturwissenschaftlich miteinander austauschte, half und gegenseitig motivierte, waren sie Konkurrenten. Goethe fĂŒhlte sich vom wachsenden Ruhm des JĂŒngeren bedrĂ€ngt. FĂŒr ihn war Schiller zunĂ€chst nichts anderes als eine lĂ€stige Erinnerung an seine Werther-Zeit und den eigenen, inzwischen ĂŒberwundenen Sturm und Drang. Und Schiller sah im bereits etablierten Goethe, der auf ihn bei der ersten, eigens von Charlotte von Lengefeld eingefĂ€delten Begegnung (am 7. September 1788) unnahbar und arrogant wirkte, eine „stolze PrĂŒde, der man ein Kind machen muß, um sie vor der Welt zu demĂŒtigen.“ Was die beiden Rivalen spĂ€ter verband, war die gemeinsame Arbeit am eigenen Werk, denn sich wechselseitig im intensiven Austausch von Gedanken und Empfindungen zu befördern und selbst zu steigern, war der erklĂ€rte Zweck dieser Freundschaft, deren Geschichte nicht weniger war als eine zehn Jahre wĂ€hrende „praktische Probe aufs Exempel der Bildungsidee im Zeitalter der Klassik.“[11] Als Schiller starb, ging fĂŒr Goethe eine Epoche zu Ende. Das VerhĂ€ltnis war inzwischen so innig geworden, dass Goethe beim Tode Schillers - wie er in einem Brief an Carl Friedrich Zelter schrieb - die HĂ€lfte seines Lebens, ja sich selbst zu verlieren glaubte.

Nachdem Schiller im FrĂŒhjahr 1794 nach Jena umgezogen war und im Sommer von Goethe die Zusage zur Mitarbeit an der Monatszeitschrift Die Horen erwirkt hatte, entwickelte sich der erste freundschaftliche Briefwechsel zwischen den beiden. Im September 1794 wurde Schiller von Goethe nach Weimar eingeladen und verbrachte zwei Wochen in dessen Haus. Er hielt dabei seinen gewohnten Tagesablauf bei, das hieß, er schlief bis mittags und arbeitete nachts. Im Wissen um Schillers konservative Moral vertuschten Goethe und seine langjĂ€hrige LebensgefĂ€hrtin Christiane Vulpius ihre „wilde Ehe“. Das Versteckspiel muss in den zwei Wochen einen ungewöhnlichen logistischen Aufwand im Hause Goethes verursacht haben. Christiane und ihr fĂŒnfjĂ€hriger Sohn August blieben im eigenen Haus unsichtbar. Schiller bezeichnete die Beziehung zur Mademoiselle Vulpius als Goethes „einzige BlĂ¶ĂŸe“ und kritisierte ihn in einem Brief fĂŒr seine „falschen Begriffe ĂŒber das hĂ€usliche GlĂŒck“. Goethe sprach von seinem „Ehestand ohne Zeremonie“. Schillers Leidenschaft fĂŒr das Kartenspiel und den Tabak störte Goethe, der Freunden gegenĂŒber mitunter boshaft sein konnte; auch die oft kolportierte Anekdote, Schiller habe nur beim Geruch fauler Äpfel dichten können, stammt ebenfalls von ihm.

1795 erschien Die Horen zum ersten Mal. Außerdem vollendete Schiller die Abhandlung Über naive und sentimentalische Dichtung. An der Zeitschrift wirkten die berĂŒhmtesten Schriftsteller und Philosophen der Zeit mit. Dazu gehörten unter anderem Herder, Fichte, August Wilhelm Schlegel, Wilhelm und Alexander von Humboldt, Johann Heinrich Voß und Friedrich Hölderlin.

1796 starb sowohl Schillers Vater als auch seine Schwester Nanette. Sein zweiter Sohn Ernst wurde geboren. Von 1796 bis 1800 gab Schiller die Literaturzeitschrift Musenalmanach heraus, an der unter anderen Goethe, Herder, Tieck, Hölderlin und August Wilhelm Schlegel mitarbeiteten. 1797 erschienen im Musenalmanach fĂŒr das Jahr 1797 die Xenien, in denen Schiller und Goethe gemeinsam literarische MissstĂ€nde verspotteten.

Das Jahr 1797 wird als das „Balladenjahr“ bezeichnet, da in jenem Jahr viele Balladen Goethes und Schillers entstanden. Besonders Schillers war Ă€ußerst produktiv: Der Taucher, Der Handschuh, Der Ring des Polykrates, Ritter Toggenburg, Der Gang nach dem Eisenhammer, Die Kraniche des Ibykus; 1798 folgten die Balladen Die BĂŒrgschaft und Der Kampf mit dem Drachen. Schiller wurde außerdem im selben Jahr endlich die Urkunde zugestellt, die ihn zum EhrenbĂŒrger der französischen Republik machte.

Weimarer Jahre ab 1799

Schillers Wohnhaus in der heutigen Schillerstraße in Weimar
Gedenktafel am Haus Windischenstr 8, in Weimar
Schiller (von F.G. Weitsch, 1804)

Am 11. Oktober 1799 wurde seine Tochter Caroline Henriette Luise geboren, und am 3. Dezember zog Schiller mit seiner Familie nach Weimar, wo ihm am 16. November 1802 das Adelsdiplom ĂŒberreicht wurde. Von nun an durfte er sich Friedrich von Schiller nennen. Im selben Jahr starb seine Mutter.

In diesem Jahr vollendete Schiller den Wallenstein. Das Lied von der Glocke entstand. 1800 beendete er die Arbeit an dem Drama Maria Stuart, 1801 Die Jungfrau von Orléans. Sein Gedicht Der Antritt des neuen Jahrhunderts erschien (Edler Freund, wo öffnet sich dem Frieden, | Wo der Freiheit sich ein Zufluchtsort? | Das Jahrhundert ist im Sturm geschieden, | Und das neue öffnet sich mit Mord).

1803 beendete Schiller seine Arbeiten an Die Braut von Messina. Am 18. Februar 1804 vollendete er den Wilhelm Tell und begann sogleich mit seinen Arbeiten zum Demetrius, den er allerdings nicht mehr abschließen sollte. Am 25. Juli 1804 wurde seine Tochter Emilie Friederike Henriette geboren. Er erkrankte in dieser Zeit immer hĂ€ufiger.

Tod 1805

Eine Zeitung verbreitete wenige Monate vor Schillers Tod die Falschmeldung, er sei tot. Doch im Februar 1805 erkrankte er tatsĂ€chlich sehr schwer und traf am 1. Mai zum letzten Mal mit Goethe auf dem Weg ins Theater zusammen. Noch kurz vor seinem Tod vollendete Schiller die Übersetzung von Jean Racines klassischer Tragödie PhĂšdre (1677).

Am 9. Mai starb Friedrich Schiller an einer vermutlich durch eine Tuberkuloseerkrankung hervorgerufenen akuten LungenentzĂŒndung in Weimar. Wie die Obduktion ergab, war Schillers linker LungenflĂŒgel völlig zerstört. Auch die Nieren waren fast aufgelöst. Der Herzmuskel hatte sich zurĂŒckgebildet und Milz und Galle waren stark vergrĂ¶ĂŸert. Ferdinand Jagemann zeichnete Schiller auf dem Totenbett. Johann Christian Ludwig Klauer fertigte seine Totenmaske.

Schillers Gebeine wurden zunĂ€chst im Kassengewölbe auf dem Jacobsfriedhof Weimar beigesetzt. 1826 sollten sie geborgen werden. Man konnte sie allerdings nicht mehr identifizieren. Daraufhin brachte man diejenigen Gebeine, die am ehesten in Frage kamen, in die Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Im Herbst 1826 entlieh sich Goethe von dort heimlich den SchĂ€del. Nur seinen Freund Wilhelm von Humboldt weihte er ein, der es jedoch weitererzĂ€hlte. Im Anblick des SchĂ€dels schrieb Goethe das Gedicht Bei Betrachtung von Schillers SchĂ€del. Die sterblichen Überreste wurden am 16. Dezember 1827 in die FĂŒrstengruft auf dem neuen Weimarer Friedhof ĂŒberfĂŒhrt, wo spĂ€ter auch Goethe auf eigenen Wunsch „an Schillers Seite“ bestattet wurde.

Schillers Gebeine

Die FĂŒrstengruft auf dem Historischen Friedhof in Weimar. Hier wurden 1827 sterbliche Überreste beigesetzt, die man irrtĂŒmlich fĂŒr die Schillers hielt.

1911 wurde ein weiterer SchĂ€del gefunden, der ebenfalls Schiller zugeschrieben wurde. Jahrelang stritt man, welcher der richtige sei. Um dies zu klĂ€ren, wurde im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) und der Klassik Stiftung Weimar das Forschungsprojekt „Der Friedrich-Schiller-Code“ gestartet, in dessen Rahmen geklĂ€rt werden sollte, ob einer der beiden als SchillerschĂ€del ausgezeichneten Totenköpfe in der Weimarer FĂŒrstengruft wirklich zu Schiller gehört. Im FrĂŒhjahr 2008 kam man zu dem Ergebnis, dass keiner der beiden SchĂ€del Schiller zugeordnet werden könne. AufwĂ€ndige DNA-Analysen der Gebeine von Schillers Schwestern und der Vergleich dieser DNA mit der aus den ZĂ€hnen der beiden FĂŒrstengruftschĂ€del gewonnenen DNA brachten dies zu Tage. Zeitgleich fand eine Gesichtsrekonstruktion an dem bisher als authentisch geltenden SchĂ€del statt. Da die von zwei unabhĂ€ngigen Laboren durchgefĂŒhrten DNA-Analysen jedoch als eindeutig gelten, wird dem noch ausstehenden Ergebnis der Gesichtsrekonstruktion wenig Beachtung geschenkt. Das bisher in Schillers Sarg befindliche Skelett wurde ebenfalls untersucht. Dessen Teile können mindestens drei verschiedenen Personen zugeordnet werden; die DNA der SchillerschĂ€del stimmt nicht mit der DNA der Skelettteile ĂŒberein. So hat sich die Klassik Stiftung Weimar entschlossen, Schillers Sarg leer in der FĂŒrstengruft zu belassen. Nach dem wahrem SchĂ€del soll von Seiten der Stiftung nicht gesucht werden.[12] Auch Wissenschaftler der UniversitĂ€t Freiburg haben die Suche nach dem echten SchĂ€del nach umfangreichen Untersuchungen der SchĂ€del-Sammlung der Eberhard Karls UniversitĂ€t TĂŒbingen ergebnislos beendet.

Verwandtschaft

Friedrich von Schiller ist ĂŒber den Schultheiß Johannes Vaut und Elisabeth von Plieningen mit anderen schwĂ€bischen Dichtern und Wissenschaftlern verwandt:

Schiller als Historiker

Schillers BeschĂ€ftigung mit Geschichte ist von der Aneignung und Weiterentwicklung des ganzen Spektrums der universalhistorischen Ideen der AufklĂ€rung gekennzeichnet, die er vor allem in seinen Ă€sthetischen Schriften Über die Ă€sthetische Erziehung des Menschen sowie Über naive und sentimentalische Dichtung konsequent weiterentwickelte. Die Ästhetisierung der Geschichte als Wissenschaft, die anthropologische Wende und die Hervorhebung des Menschen als Objekt der Geschichte, die BegrĂŒndung der erzieherischen Funktion der Geschichte sowie die Proklamation der Methode der historischen Analogie dienten als SchlĂŒsselelemente nicht nur fĂŒr die weitere Entwicklung des historischen Denkens von Schiller in seinen historischen Werken „Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande von der Spanischen Regierung“ und „Geschichte des DreißigjĂ€hrigen Krieges“, sondern auch fĂŒr die Entstehung seines klassischen Geschichtsdramas.

Literaturgeschichtliche Bedeutung

SchillerbĂŒste von Theodor Wagner (nach Johann Heinrich Dannecker)

Schiller ist ein Zeitgenosse des Übergangs vom absolutistischen zum bĂŒrgerlichen Zeitalter und der Französischen Revolution. Da sich das BĂŒrgertum unter dem – in Deutschland kleinstaatlichen – Absolutismus nicht politisch artikulieren konnte und durfte, wurde die Literatur in der zweiten HĂ€lfte des 18. Jahrhunderts zu einem zentralen Medium der Steigerung des bĂŒrgerlichen Selbstbewusstseins. Das Pathos und die Empfindsamkeit in Schillers Werken bis um 1785 sind Ausdruck der Entfaltung des Menschlichen, eines Prinzips, das der aristokratischen Herrschsucht entgegengestellt wird. Das BĂŒrgerliche Trauerspiel als ĂŒberwiegendes Formelement (beziehungsweise dessen Gegensatz Menschlichkeit – Herrschsucht in den frĂŒhen Dramen bis Kabale und Liebe) spiegelt dies wider.

Nach der Periode zwischen 1785 und 1795 mit Werken wie Don Karlos und grundlegenden literaturtheoretischen Abhandlungen wie Über die Ă€sthetische Erziehung des Menschen und Über naive und sentimentalische Dichtung entstehen zwischen 1795 und 1805 vor allem Dramen, die der Weimarer Klassik zuzuordnen sind. In ihnen setzte Schiller das Programm der Ă€sthetischen Erziehung des Menschen um – Verstand und GefĂŒhl zu verbinden. Er beabsichtigte, mit der Wirkung auf das Publikum durch den Wechsel von Idyllik und Dramatik den Ă€sthetischen Menschen zu formen – als Voraussetzung fĂŒr den gewaltfreien Übergang zu einem vernĂŒnftigen Staat und als Gegenprogramm zur Französischen Revolution wie auch zur zeitgenössischen Politik, in denen er nur rohe KrĂ€fte am Werk sah.

Schiller ist somit nicht nur Verfasser sprach- und bildkrĂ€ftiger Dramen wie Die RĂ€uber, Don Karlos, Die Jungfrau von Orleans oder Wilhelm Tell. Er brachte seiner deutschsprachigen Leserschaft auch die in seinem (dem 18.) Jahrhundert entwickelnden Vernunft-, HumanitĂ€ts- und Freiheitsideale nĂ€her. In Schillers eigenen Worten gesagt ist der „Bau einer wahren politischen Freiheit“ das „vollkommenste aller Kunstwerke“ (Über die Ă€sthetische Erziehung des Menschen, Zweiter Brief).

Kant und Schiller

Immanuel Kant

Um 1791 wurde in Schillers Werk der Einfluss der Kantischen Philosophie – vor allem der Ästhetik aus der Kritik der Urteilskraft – immer deutlicher.

Metaphysik und Ethik

Kant hatte die dogmatische Form der Metaphysik, in die „verliebt zu sein“ er „das Schicksal“ hatte, mit seiner Kritik der reinen Vernunft ĂŒberwunden. Metaphysik, sofern sie wissenschaftlich auftreten wolle, könne nur noch als kritische Begrenzung dessen verstanden werden, wonach die grĂŒbelnde Vernunft von jeher gesucht habe, den unvermeidlichen Fragen nach Gott, Freiheit und Unsterblichkeit. Letztlich könne die Vernunft nicht, wie von der dogmatischen Metaphysik lange behauptet, ĂŒber die Erfahrung hinaus sichere Angaben ĂŒber diese Ideen machen, sondern allenfalls die Bedingungen der Möglichkeit der Erfahrung - und dies heißt auch der Grenzen des Erkennens - aufzeigen. Nicht die Dinge an sich werden erfasst, sondern ihre Erscheinungen. Was der Mensch aber von sich aus – a priori – hineintrĂ€gt, waren nach Kant Anschauungsformen und Kategorien des Verstandes. Davon unterschied Kant die Vernunft, genauer die Ideen der Vernunft, die eine lediglich "regulative" Funktion haben und mithin in der empirischen Wirklichkeit nicht „dargestellt“ werden. Nur in Form einer Analogie war eine indirekte Darstellung möglich. Aus dieser Perspektive erklĂ€rt sich Kants Bestimmung des Schönen als „Symbol des Sittlichguten.“[14]

Nach Kant konnte eine Handlung, die auf Neigung beruht, nicht moralisch sein, da in diesem Fall die BestimmungsgrĂŒnde des Willens heteronom waren, mithin von Ă€ußerlichen Faktoren abhingen und nicht Ausdruck der Freiheit sein konnten. Bei einer freien Handlung bejaht das Subjekt das Moralgesetz des kategorischen Imperativs aus Einsicht unter Vermittlung des „vernunftgewirkten“ GefĂŒhls der „Achtung vor dem Gesetz.“

Die Kantische Ethik wendet sich gegen den EudĂ€monismus, der die Tugend als Quelle von GlĂŒcksgefĂŒhlen betrachtet. Man handelt nicht moralisch, um sich gut zu fĂŒhlen, sondern im Bewusstsein der Freiheit (der autonomen SpontaneitĂ€t) vor dem Sittengesetz spĂŒrt man – als Folge, nicht als Ziel – ein GefĂŒhl der Befriedigung und Freude. Dieses Wohlgefallen der Tugend nannte Kant „Selbstzufriedenheit.“ Wenn der Mensch sich der moralischen Maximen bewusst ist und ihnen – ohne Neigung – folgt, spĂŒrt er den „Quell einer [
] damit verbundenen [
] unverĂ€nderlichen Zufriedenheit.“[15] „Neigung ist blind und knechtisch, sie mag nun gutartig sein oder nicht.“[15] Selbst das Mitleid scheint Kant dabei „lĂ€stig“, wenn es der Überlegung, was Pflicht sei, vorhergeht.

Ethik und Ästhetik

In der Kritik der Urteilskraft erklĂ€rte Kant die Schönheit in ihrer Wirkung auf das Subjekt und unterschied zwei Formen des „Wohlgefallens“. Das Wohlgefallen war erstens „interesselos“, also nicht in der Vorstellung der Existenz des schönen Gegenstandes begrĂŒndet und zweitens auf ein Wohlgefallen der inneren ZweckmĂ€ĂŸigkeit des schönen Gegenstandes bezogen, ohne damit eine praktische Absicht – etwa im Gebrauch des Gegenstandes – zu verbinden.

Das freie Geschmacksurteil ist nach Kant eine schöpferische Leistung des Rezipienten. Körner machte Schiller 1791 darauf aufmerksam, dass Kant Schönheit nur von der Wirkung auf das Subjekt beschreibe, die Unterschiede schöner und hĂ€sslicher Objekte hingegen nicht untersuche. Fast zwei Jahre spĂ€ter begann Schiller seine Antworten auf diese Fragen zu formulieren.[16] Als „GehaltsĂ€sthet“ definierte er die Schönheit auch als Produkt des Geistes in Form des Kunstschönen.

In einem Brief an Körner schrieb er 1792, den „objektiven Begriff des Schönen, an welchem Kant verzweifelt“, gefunden zu haben, schrĂ€nkte diese Hoffnung spĂ€ter aber wieder ein.

Im ersten der Kallias-Briefe vom 25. Januar 1793 war fĂŒr Schiller die Schwierigkeit, „einen Begriff der Schönheit objektiv aufzustellen und ihn aus der Natur der Vernunft völlig a priori zu legitimieren [
] fast unĂŒbersehbar.“ Schönheit wohne „im Feld der Erscheinungen“, wo kein Raum sei fĂŒr platonische Ideen. Schönheit sei eine Eigenschaft der Dinge, der ErkenntnisgegenstĂ€nde, und ein „Ding ohne Eigenschaften“ sei unmöglich.[17]

Schiller formulierte hier auch seine berĂŒhmt gewordene Formel, Schönheit sei „Freiheit in der Erscheinung.“

In seiner philosophischen Abhandlung Über Anmut und WĂŒrde, der ersten großen Reaktion auf Kant, in der er seine Gedanken – wenn auch rhapsodisch, nicht systematisch-deduktiv - formulierte[18], schrieb Schiller: „In der Kantischen Moralphilosophie ist die Idee der Pflicht mit einer HĂ€rte vorgetragen, die alle Grazien davon zurĂŒckschreckt und einen schwachen Verstand leicht versuchen könnte, auf dem Wege einer finstern und mönchischen Asketik die moralische Vollkommenheit zu suchen. Wie sehr sich auch der große Weltweise gegen diese Mißdeutung zu verwahren suchte, [
] so hat er, [
] doch selbst durch die strenge und grelle Entgegensetzung beider auf den Willen des Menschen wirkenden Prinzipien einen starken (obgleich bei seiner Absicht vielleicht kaum zu vermeidenden) Anlass dazu gegeben.“[19]

Im Gegensatz zu Kant vertrat er das Ideal einer MoralitĂ€t, das Neigung und Pflicht zu verbinden suchte. Diese Möglichkeit sah er im Bereich des Ästhetischen. Durch die Kunst sollten sich die geistigen und sinnlichen KrĂ€fte harmonisch ausbilden. Die Ästhetik sei der Weg, ĂŒber den der sinnliche Mensch vernĂŒnftig gemacht werde.[20]

„In einer schönen Seele ist es also, wo Sinnlichkeit und Vernunft, Pflicht und Neigung harmonisieren, und Grazie ist ihr Ausdruck in der Erscheinung.“[21]

Freiheit im Kantischen Sinne bedeutet fĂŒr das Subjekt, frei von Fremdbestimmungen und sein eigener Gesetzgeber zu sein. Diese Selbstbestimmung nun erscheint fĂŒr Schiller in der Autonomie des Kunstwerkes. In seiner Harmonie scheint es keinem Ă€ußeren Zweck, sondern nur seinen eigenen, inneren Gesetzen zu folgen. WĂ€hrend Kant das Schöne aus der Perspektive des betrachtenden Menschen bestimmt, konzentriert sich Schiller auch auf das Wesen des schönen Kunstgegenstandes.

Schiller wollte einen Schönheitsbegriff etablieren, der Natur und Vernunft, Sinnenwelt und moralische Welt vermittelte.[22] Schönheit sei ohne sinnliche Erscheinung unmöglich, das sinnliche Material – die Kunst – war aber nur dann schön, wenn es der Idee der Vernunft entsprach. Die Schönheit war daher als die „BĂŒrgerin zweier Welten anzusehen, deren einer sie durch Geburt, der anderen durch Adoption angehört; sie empfĂ€ngt ihre Existenz von der sinnlichen Natur, und erlangt in der Vernunftwelt das BĂŒrgerrecht.“[23]

Um das VerhĂ€ltnis zwischen Kant und Schiller zu verdeutlichen, wurde vielfach auf das berĂŒhmte Distichon „Gewissensskrupel“ verwiesen: „Gerne dien ich den Freunden, doch tu ich es leider mit Neigung/ Und so wurmt es mir oft, dass ich nicht tugendhaft bin.“[24]

Schiller betrachtete Kant hingegen nicht als Gegner, sondern als Bundesgenossen und wies selbst auf „MissverstĂ€ndnisse“ der Lehren Kants hin. Vor allem das Zusammenspiel von rationalen und sinnlichen Elementen bewertete Schiller anders als Kant. WĂ€hrend Kant darin lediglich eine unter vielen Pflichten sah, schien es Schiller als wesentlich fĂŒr die Tugend. Das Distichon spiegelt also Schillers Meinung ĂŒber Kants Ethik nicht ernsthaft wider.[25]

Rezeption

Schillerdenkmal in Wiesbaden (1905) von Joseph Uphues

Schillers Werke wurden nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen europĂ€ischen LĂ€ndern begeistert aufgenommen, so beispielsweise im noch ungeeinten, unterdrĂŒckten Italien (vgl. Giuseppe Verdi) und im zaristischen Russland. Den einen galt Schiller als Dichter der Freiheit, den anderen als Verteidiger bĂŒrgerlicher Gesittung. Die sprachgewaltige EingĂ€ngigkeit seiner Verse und seine pointensicheren BĂŒhnendialoge sorgten dafĂŒr, dass zahlreiche davon zu geflĂŒgelten Worten wurden. 1859 feierte man seinen 100. Geburtstag in ganz Europa, ja selbst in den USA. Der Verleger Johann Friedrich Cotta verkaufte bis 1867 insgesamt 2,4 Millionen Exemplare der Werkausgabe.

Detailaufnahme des Schillerdenkmals in Stuttgart von Bertel Thorvaldsen (1913)

Das deutsche BĂŒrgertum pflegte dann im 19. und auch im frĂŒhen 20. Jahrhundert einen sich mehr und mehr verdinglichenden Umgang mit Schillers Werken. Seitdem die Schulreformer des 19. Jahrhunderts sie in die LesebĂŒcher gebracht hatten, lernte man seinen Schiller auswendig und benutzte ihn mehr als „kulturelles Kapital“, weniger um ihn als KĂŒnstler und Denker zur Kenntnis zu nehmen (vgl. Halbbildung). GeschĂ€tzt wurde er auch als Freiheitsdichter in der deutschen Arbeiterbewegung und in den Arbeiterbildungsvereinen.

Die Nationalsozialisten versuchten nach ihrer MachtĂŒbernahme zunĂ€chst, Schiller als in ihrem Sinne „deutschen Dichter“ fĂŒr sich zu vereinnahmen. 1941 wurde jedoch die AuffĂŒhrung des Wilhelm Tell auf Befehl Hitlers verboten; auch Don Karlos wurde nicht mehr aufgefĂŒhrt.

Goethe- und Schiller-Denkmal in Weimar (von Ernst Rietschel, 1857). Kranzniederlegung zum 200. Geburtstag Schillers 1959 (links: Kranz von Wilhelm Pieck)

In der DDR bemĂŒhte man sich um die ideologische Integration Schillers. Dort galt er als „fortschrittlicher BĂŒrgerlicher“, der den Kommunismus mit vorbereitet habe. AnlĂ€sslich seines 200. Geburtstages wurden 1959 aufwĂ€ndige Feiern veranstaltet. Nicht das ganze Schillersche ƒuvre erfreute sich allerdings der WertschĂ€tzung des Regimes. Auch hier wurde das allzu freiheitliche TheaterstĂŒck Don Karlos („Sire, Geben Sie Gedankenfreiheit“) bald nicht mehr aufgefĂŒhrt. Die Rede Versuch ĂŒber Schiller, die Thomas Mann zum 150. Todestag des Dichters im Mai 1955 (also kurz vor seinem eigenen Tod) in beiden Teilen des geteilten Deutschlands hielt, war eine 'LiebeserklĂ€rung' an Schiller und zugleich ein Appell an die Deutschen, die aus den letzten beiden Kriegen scheinbar nichts gelernt hatten.

Im Schillerjahr 2005 wurde dann aber deutlich, dass sein Werk auch in der wiedervereinigten deutschen Republik eher kalendarisch als mit begeistertem Zuspruch gewĂŒrdigt wurde. Die schillerbezogene Literaturwissenschaft nahm zwar neuen Aufschwung, doch die Massenmedien handelten den Gedenktag in der Hauptsache biografisch ab. In öffentlichen Veranstaltungen zeitigten seine Texte allerdings durchaus noch Wirkung. Travestien oder aktualisierende Bearbeitungen dagegen taten sich schwerer. Die Originale waren nicht mehr bekannt genug. Der Typus des BildungsbĂŒrgers, der mit Schillers Werken vertraut ist, kann bei Theaterpublikum und Leserschaft im 21. Jahrhundert nicht mehr vorausgesetzt werden.[26]

Schillerpreise

Folgende Schillerpreise wurden gestiftet:

Deutsche Briefmarken und MĂŒnzen

Siehe auch

Werke

Prachtausgabe vom Herlet Verlag, um 1910

Dramatische Werke

ErzÀhlprosa

Lyrik

Philosophische Schriften

Erste Seite aus den Briefen ĂŒber die Ă€sthetische Erziehung: Faksimile aus den Horen

Historische Werke

Übersetzungen und Nachdichtungen

Herausgegebene Zeitschriften

Vertonungen

Schillers Dramen und Gedichte haben zahlreiche Komponisten zur Vertonung – teils im Original und teils in einer bearbeiteten Fassung – angeregt. Hier eine Auswahl:

Literatur

chronologisch

  • Ludwig Börne: Dramaturgische BlĂ€tter. Über den Charakter des Wilhelm Tell in Schillers Drama, 1828, in: SĂ€mtliche Schriften. Band I. DĂŒsseldorf 1964.
  • Hermann FischerJohann Christoph Friedrich Schiller. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 31, Duncker & Humblot, Leipzig 1890, S. 215–245.
  • Ludwig Bellermann (Hrsg.): Schillers Werke in 14 BĂ€nden. Kritisch durchgesehene und erlĂ€uterte Ausgabe, Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien 1895.
  • Gert Sautermeister: Idyllik und Dramatik im Werk Friedrich Schillers. Kohlhammer, Stuttgart 1971.
  • Friedrich Schiller. Eine Dokumentation in Bildern. Schiller-Nationalmuseum, Marbach 1979; Lizenzausgabe Insel, Frankfurt am Main.
  • Arnd Meusburger: Die bĂŒrgerlichen Ideale des 18. Jahrhunderts in Schillers Dramen 1780–1804. Dissertation, UniversitĂ€t Innsbruck 1985.
  • Theobald Ziegler: Friedrich Schiller. Nachdruck, Schutterwald/Baden 1998, ISBN 978-3-928640-37-4.
  • Rostislav Danilevskij: Schiller in der russischen Literatur. Dresden University Press, 1998.
  • Anna Nalbandyan: Schillers Geschichtsauffassung und ihre Entwicklung in seinem klassischen Werk. Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2008, ISBN 978-3-8300-3517-6.
  • Peter-AndrĂ© Alt: Schiller. Leben – Werk – Zeit. 2 BĂ€nde. Verlag C. H. Beck, MĂŒnchen 2000, ISBN 3-406-45905-6 und ISBN 3-406-46225-1.
  • Claudia Pilling: Friedrich Schiller. Biographie. Rowohlt, Reinbek 2002, ISBN 3-499-50600-9.
  • RĂŒdiger Safranski: Schiller oder Die Erfindung des Deutschen Idealismus. Biographie. Hanser, MĂŒnchen 2004, ISBN 3-446-20548-9 (auch Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft).
  • Sigrid Damm: Das Leben des Friedrich Schiller. Insel, Frankfurt 2004, ISBN 3-458-17220-3.
  • Jörg Aufenanger: Schiller und die zwei Schwestern. Deutscher Taschenbuch Verlag, MĂŒnchen 2004, ISBN 3-423-24446-1.
  • Frank Druffner, Martin Schalhorn: GötterplĂ€ne und MĂ€usegeschĂ€fte – Schiller 1759–1805. Marbacher Katalog 58, Marbach 2005, ISBN 3-937384-11-1.
  • RĂŒdiger Safranski: Schiller als Philosoph – Eine Anthologie. wjs-Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-937989-08-0.
  • GĂŒnther Emig und Peter Staengle: Schiller in Heilbronn. 2005.
  • Der Regimentsmedicus Schiller – Arzt, Autor, FahnenflĂŒchtiger. Hörbuch. Berlin 2005, ISBN 3-9810256-3-6.
  • Stephan FĂŒssel: Schiller und seine Verleger. Insel Verlag, Frankfurt a.M. – Leipzig 2005, ISBN 3-458-17243-2.
  • Johannes Lehmann: Unser armer Schiller – eine respektlose AnnĂ€herung. Biographie. Rowohlt, Reinbek 2005, ISBN 3-499-23270-7.
  • Thilo Dinkel, GĂŒnther Schweizer: Vorfahren und Familie des Dichters Friedrich Schiller. Eine genealogische Bestandsaufnahme. SĂŒdwestdeutsche Ahnenlisten und Ahnentafeln Bd. 4, Verein fĂŒr Familien- und Wappenkunde in WĂŒrttemberg und Baden e. V., Stuttgart 2005, ISBN 3-934464-08-4.
  • Norbert Oellers: Johann Christoph Friedrich von Schiller. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 22, Duncker & Humblot, Berlin 2005, S. 759–763.
  • Wilfried Noetzel: Friedrich Schillers Philosophie der Lebenskunst. Zur Ästhetischen Erziehung als einem Projekt der Moderne. Turnshare, London 2006, ISBN 1-903343-91-7.
  • Olga Gronskaja: Friedrich Schillers Gedichte in russischen Übersetzungen. In: Friedrich Schiller: Die GrĂ¶ĂŸe der Welt. Regine Dehnel, Berlin 2007.
  • Norbert Oellers und Robert Steegers: Weimar. Literatur und Leben zur Zeit Goethes. Reclam, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-15-020182-4.
  • Walter MĂŒller-Seidel: Friedrich Schiller und die Politik: Nicht das Große, nur das Menschliche geschehe. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009. ISBN 978-3-406-57284-5
  • Friedrich Dieckmann: Freiheit ist nur in dem Reich der TrĂ€ume. Schillers Jahrhundertwende. Frankfurt am Main, Insel Verlag 2009. ISBN 978-3-458-17455-4
  • RĂŒdiger Safranski: Goethe und Schiller. Geschichte einer Freundschaft. MĂŒnchen u. a., Hanser 2009. ISBN 978-3-446-23326-3
  • Ferdinand Tönnies: Schiller als ZeitbĂŒrger und Politiker, [Erstausgabe 1905], in Ferdinand Tönnies Gesamtausgabe, Bd. 7, Walter de Gruyter, Berlin/New York 2009, S. 3–60, ISBN 978-3-11-015840-3 (s. a. Tönnies’ AufsĂ€tze ĂŒber Schiller S. 294–321)
  • Friedrich Dieckmann: Freiheit ist nur in dem Reich der TrĂ€ume. Schillers Jahrhundertwende, Insel Verlag, Franklfurt am Main 2009 ISBN 978-3-458-17455-4

Weblinks

 Commons: Friedrich Schiller â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Wikisource: Friedrich Schiller â€“ Quellen und Volltexte

Werke im Volltext

Belege

  1. ↑ Wilfried Noetzel: Friedrich Schiller – Philosoph und Mediziner. Internationale Zeitschrift fĂŒr Philosophie und Psychosomatik 1/2009 (Hier als pdf, abgerufen am 16. August 2010)
  2. ↑ Spiegelberg sagt im 2. Aufzug, 3. Auftritt zu Razmann: "zu einem Spitzbuben will's GrĂŒtz.- Auch gehört dazu ein eignes Nationalgenie, ein gewisses, daß ich so sage, Spitzbubenklima, und da rat' ich dir, reis' du ins GraubĂŒndner Land, das ist das Athen der heutigen Gauner."
  3. ↑ Besser bekannt unter dem Titel der Veröffentlichung: Die SchaubĂŒhne als eine moralische Anstalt betrachtet
  4. ↑ Anna Maria „Minna“ Jakobine (* 11. MĂ€rz 1762; † 20. August 1843) und Johanna Dorothea „Dora“ Stock (* 6. MĂ€rz 1759/1760; † 30. Mai 1832)
  5. ↑ In einem Brief an Körner schrieb Schiller, dass Johann Christoph Bode ihn veranlassen wollte, der Freimaurerei beizutreten. Körner, der selbst Freimaurer war, riet ihm ab, da Bode ihn nur fĂŒr den Illuminatenorden gewinnen wolle. Vgl. Lenning: Allgemeines Handbuch der Freimaurerei. Zweiter Band. Max Hesse’s Verlag. 1901. - Noch im zehnten Brief zum Don Karlos schrieb Schiller 1787, dass er weder Illuminat noch Freimaurer sei. Schillers Urenkel Alexander von Gleichen-Rußwurm gab jedoch an, Wilhelm Heinrich Karl von Gleichen-Rußwurm habe den Schriftsteller der RudolstĂ€dter Freimaurerloge GĂŒnther zum stehenden Löwen zugefĂŒhrt. In ihr wurde ĂŒbrigens auch Johann Gottlieb Fichte 1794 Mitglied. Vgl. http://www.internetloge.de/arst/schiller.htm Friedrich Schiller]. 1829 beklagten sich zwei Freimaurer aus Rudolstadt ĂŒber die Auflösung der Loge mit den Hinweis darauf, dass in ihr sogar Schiller aufgenommen worden sei. Urkunden zu Schillers Mitgliedschaft sind hingegen nicht gefunden worden. Vgl. Eugen Lennhoff, Oskar Posner, Dieter A. Binder: Internationales Freimaurer Lexikon. Herbig Verlag, 5. Auflage 2006, ISBN 978-3-7766-2478-6.
  6. ↑ Es handelt sich umden heutigen Schillergarten.
  7. ↑ Vgl. Wallensteins Lager, Ende des 5. Auftritts.
  8. ↑ Der Gasthof nennt sich heute Schillereck.
  9. ↑ So von August Wilhelm Schlegel. Vgl. hierzu RĂŒdiger Safranski, a.a.O., S. 58.
  10. ↑ Vgl. hierzu RĂŒdiger Safranski, Goethe und Schiller. Geschichte einer Freundschaft. MĂŒnchen u. a., Hanser 2009, S. 89-90.
  11. ↑ RĂŒdiger Safranski, Goethe und Schiller. Geschichte einer Freundschaft. MĂŒnchen u. a., Hanser 2009, S. 14.
  12. ↑ http://www.mdr.de/tv/schiller/5473013.html
  13. ↑ Tafel 3: Schillers Verwandtschaft mit großen Schwaben (nach Faber, ergĂ€nzt durch Lauxmann)
  14. ↑ Kindlers: Neues Literatur-Lexikon. Bd. 14, Friedrich Schiller, Über Anmut und WĂŒrde, S. 941, Kindler, MĂŒnchen 1991
  15. ↑ a b Immanuel Kant, Kritik der praktischen Vernunft, Kritische Aufhebung der Antinomie, S. 247, Werke in zwölf BĂ€nden, Band VII, Suhrkamp, Frankfurt 1974
  16. ↑ Schiller-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Kallias, oder ĂŒber die Schönheit. S. 385, Metzler, Hg. v.: Matthias Luserke-Jaqui, Stuttgart, 2005
  17. ↑ Zit. nach: Matthias Luserke-Jaqui, Friedrich Schiller, Das essayistische Werk, 5.7. Kallias-Briefe und Über Anmut und WĂŒrde, S, 245, A. Francke Verlag, TĂŒbingen, 2005
  18. ↑ Matthias Luserke-Jaqui, Friedrich Schiller: Das essayistische Werk. 5.7. Kallias-Briefe und Über Anmut und WĂŒrde, S, 247, A. Francke Verlag, TĂŒbingen, 2005
  19. ↑ Friedrich Schiller: Über Anmut und WĂŒrde. S. 262, SĂ€mtliche Werke, Band V., Philosophische Schriften, Vermischte Schriften, Deutscher BĂŒcherbund, Stuttgart
  20. ↑ Volker Spierling: Kleine Geschichte der Philosophie. Neuzeit. Im Umkreis des Deutschen Idealismus. S. 151, Piper, MĂŒnchen 2004
  21. ↑ Friedrich Schiller: Über Anmut und WĂŒrde. SĂ€mtliche Werke, Band V., S. 265 Philosophische Schriften und Vermischte Schriften, Deutscher BĂŒcherbund, Stuttgart
  22. ↑ Kindlers: Neues Literatur-Lexikon. Bd. 14, Friedrich Schiller, Über Anmut und WĂŒrde, S. 942, Kindler, MĂŒnchen 1991
  23. ↑ Friedrich Schiller: Über Anmut und WĂŒrde. SĂ€mtliche Werke, Band V., S. 240. Philosophische Schriften und Vermischte Schriften, Deutscher BĂŒcherbund, Stuttgart
  24. ↑ Friedrich Schiller: Gedichte. Klassische Lyrik. SĂ€mtliche Werke, Band III., S. 256. Gedichte, ErzĂ€hlungen, Übersetzungen, Deutscher BĂŒcherbund, Stuttgart
  25. ↑ L. W. Beck: Kants „Kritik der praktischen Vernunft“. S. 297, Anmerkungen, XII. Die Ästhetik der reinen praktischen Vernunft. Wilhelm Fink Verlag, MĂŒnchen, 1974
  26. ↑ Literatursoziologisch interessant hat Eugen Rosenstock-Huessy darauf hingewiesen, dass im Zuge des sozialen Wandels nach jeweils etwa 130 Jahren ganze KulturbestĂ€nde aus dem GedĂ€chtnis der neuen Generationen verschwinden können. Gemessen daran waren 2005 Schillers Texte immerhin einem Teil der deutschen Bildungseliten bemerkenswert nahe – nĂ€her jedenfalls als es den Zeitgenossen Schillers die damals ebenso weit zurĂŒckliegende, aber fast vergessene deutsche Barockliteratur gewesen war.

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