Friedrich von Nerly

Friedrich Nerly: Selbstporträt 1828
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Friedrich Nerly: Studie zum Porträt Carl Friedrich von Rumohr (1823)
Friedrich Nerly: Venedig bei Sonnenuntergang
Die Grotte des Posillipo (1847)

Friedrich von Nerly (italienisch Frederigo Nerly, ursprünglich Christian Friedrich Nehrlich, in Kunstkreisen zur Unterscheidung von seinem Sohn auch Friedrich Nerly der Ältere; * 24. November 1807 in Erfurt; † 21. Oktober 1878 in Venedig), war ein deutscher Maler, der durch Veduten (Stadtansichten) von Venedig bekannt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nach dem frühen Tod seines Vaters, eines Postsekretärs in Erfurt, 1815 wurde er vom Bruder seiner Mutter in Hamburg großgezogen. Dieser war Musiker und erkannte dessen künstlerische Begabung schnell und förderte diese. Den ersten Zeichenunterricht bekam er von der Ehefrau seines Onkels, danach von einem weiteren Onkel, Heinrich Joachim Herterich, der ihn später auch als Lehrling in seine lithographische Werkstatt aufnahm. Der junge Nerly verkehrte auch bei der Familie Johann Michael Speckter, des Partners von Herterich. Speckter war ein enger Freund von Philipp Otto Runge, ebenfalls Schüler von Nerlys Onkel. Bald machte Nerly die Bekanntschaft des Mäzens Freiherr Carl Friedrich von Rumohr.

1823 wurde Nerly Schüler von Rumohr und war neben Franz Horny einer seiner wichtigsten. Das wichtigste Credo des Freiherrn war "das immerwährende Studium der realen Natur". Im Sommer 1827 begleitete Nerly seinen Mentor Rumohr auf eine ausgedehnte Reise, die über den Harz, Weimar, Dresden und München schließlich nach Italien führte, dabei machte er die Bekanntschaft in Weimar mit Johann Wolfgang von Goethe.

Nach Rom reiste er Ende 1828 allein weiter, um vorerst dort zu bleiben. In diesem Jahr änderte er auch aus seiner Italien-Begeisterung heraus, seinen Namen in "Nerly". Nach eigenem Bekunden hatte außer Rumohr nur noch Johann Christian Reinhart, den er in Rom kennenlernte, künstlerischen Einfluss auf ihn. In Rom hatte Nerly bis zu seiner Abreise 1835 die Leitung der "Cervaro-Feste" inne. Mit diesen Kostümfesten wurde von der Ponte Molle Gesellschaft[1] mittels humorvoller Initiationsriten neuankommende Künstler begrüßt und in die Künstlergemeinschaft aufgenommen.

Nach einer kurzen Reise durch Süditalien ließ sich Nerly Ende Oktober 1835 in Venedig als Künstler nieder. Hier in der Lagunenstadt fand er die Sujets, mit denen er quasi weltweit bekannt wurde; seine "Piazetta bei Mondschein" malte er 36 mal. In Venedig avancierte Nerly bald schon zum Mitglied der ortsansässigen Kunstakademie. Nerly heiratete eine Frau aus der venezianischen Gesellschaft.

Einer der wenigen Kontakte zu seiner Alten Heimatstadt Erfurt war der Maler Eduard Gerhardt, der ihn nach 1841 in Venedig besuchte.

Der König von Württemberg verlieh ihm 1852 als Anerkennung und Dank das Ritterkreuz 1. Klasse des Ordens der Württembergischen Krone, mit dem der persönliche Adel verbunden war[2].

1878 starb der Maler in Venedig. 1883 vermachte sein Neffe, der Maler Eduard von Hagen, der Stadt Erfurt den gesamten künstlerischen Nachlass Nerlys und legte damit den Grundstein für die Gemäldegalerie im Angermuseum der Landeshauptstadt.

Der Maler Friedrich Paul Nerly (1842–1919) war sein Sohn. Dieser starb in Luzern und stiftete den Nachlass seines Vaters dem Erfurter Museum.

Werke

  • Bildnis des Kunsthistorikers Karl Friedrich von Rumohr (Berlin, Alte Nationalgalerie, Inv. Nr. A III 725), um 1823-27, Öl auf Leinwand, 31 x 25 cm
  • Italienische Landschaft mit Hirten (Wuppertal, Von der Heydt-Museum, Inv. Nr. G 0133), 1831, Öl auf Leinwand, 150 x 122 cm
  • Blick auf Terracina und den Monte Circeo (Hamburger Kunsthalle, Inv. Nr. 2787), 1833, Öl auf Leinwand, 99 x 137,5 cm
  • Die Wasserfälle von Terni (Wien, Österreichische Galerie, Inv. Nr. 3296), um 1834, Öl auf Leinwand
  • Venedig bei Nacht (Triest, Museo Morpurgo), 1850, Öl auf Leinwand, 75 x 102 cm
  • Blick über das Bacino di San Marco in Venedig (Köln, Van Ham Kunstauktionen, verkauft im April 2007, Ergebnis: 550.000 €), um 1840-45, Öl auf Leinwand, 80 x 119 cm

Literatur

  • Friedrich Pecht: Nerly, Federico von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 23, Duncker & Humblot, Leipzig 1886, S. 435 f.
  • Anna von Przychowski: Friedrich von Nerly. In: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt (Hrsg.): Mitteldeutsche Lebensbilder. 3. Band Lebensbilder des 18. und 19. Jahrhunderts. Selbstverlag, Magdeburg 1928, S. 414–428.
  • Thomas Gädeke: Nerly, Federico von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 19, Duncker & Humblot, Berlin 1999, S. 65 f.
  • Friedrich Nerly und die Künstler um Carl Friedrich Rumohr. Bearbeitet von Thomas Gädeke. Katalog. Kloster Cismar, Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum; Landesmuseum Mainz 1991.

Einzelnachweise

  1. Vorläufer des Deutschen Künstlervereins von 1845
  2. Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Württemberg 1877, Seite 41

Weblinks


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