Fulda

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Fulda
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Fulda
Fulda
Deutschlandkarte, Position der Stadt Fulda hervorgehoben
50.5527777777789.6775261
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Fulda
Höhe: 261 m ĂŒ. NN
FlĂ€che: 104,05 kmÂČ
Einwohner:

64.349 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 618 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahlen: 36037, 36039, 36041, 36043
Vorwahl: 0661
Kfz-Kennzeichen: FD
GemeindeschlĂŒssel: 06 6 31 009
Stadtgliederung: 24 Stadtteile,
11 Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schlossstraße 1
36037 Fulda
WebprÀsenz: www.fulda.de
OberbĂŒrgermeister: Gerhard Möller (CDU)
Lage der Stadt Fulda im Landkreis Fulda
Eiterfeld Burghaun Rasdorf HĂŒnfeld NĂŒsttal Bad Salzschlirf GroßenlĂŒder Fulda Petersberg (Hessen) Hofbieber Tann (Rhön) Hilders Dipperz KĂŒnzell Poppenhausen (Wasserkuppe) Ehrenberg (Rhön) Gersfeld (Rhön) Ebersburg Eichenzell Kalbach Flieden Hosenfeld Neuhof (bei Fulda) Main-Kinzig-Kreis Bayern ThĂŒringen Landkreis Hersfeld-Rotenburg VogelsbergkreisKarte
Über dieses Bild
Dom St. Salvator zu Fulda
Logo der Stadt

Die Stadt Fulda am gleichnamigen Fluss ist Oberzentrum der Region Osthessen und neuntgrĂ¶ĂŸte Stadt Hessens. Sie ist die Kreisstadt des Landkreises Fulda und gleichzeitig eine von sieben SonderstatusstĂ€dten Hessens. Weiterhin war Fulda Sitz des Klosters Fulda und ist eine Hochschul-, Barock- und Bischofsstadt mit Bischofssitz des gleichnamigen Bistums. Wahrzeichen der Stadt ist der Fuldaer Dom St. Salvator.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

  • Die Stadt Fulda befindet sich in der Mitte Deutschlands, im Bundesland Hessen am Oberlauf des gleichnamigen Flusses Fulda, unweit der Landesgrenzen zu den Freistaaten ThĂŒringen und Bayern. Sie liegt eingebettet zwischen den Mittelgebirgen Rhön im Osten und Vogelsberg im Westen.
  • Fulda ist die grĂ¶ĂŸte Stadt in der Region Osthessen und deren politisches und kulturelles Zentrum.
  • Die nĂ€chsten GroßstĂ€dte sind jeweils ĂŒber 100 km von Fulda entfernt: im SĂŒdwesten Frankfurt am Main (104 km), im SĂŒdosten WĂŒrzburg (110 km), im Osten Erfurt (168 km) sowie im Norden Kassel (106 km).

Nachbargemeinden

Fulda ist umgeben von den Umlandgemeinden Petersberg, KĂŒnzell und Eichenzell und bildet mit diesen drei Gemeinden eine Agglomeration von ca. 106.000 Bewohnern (Stand 2009). Weitere Nachbargemeinden sind: GroßenlĂŒder, HĂŒnfeld, Neuhof und Schlitz.

Stadtgliederung

Fulda umfasst neben der Kernstadt 24 Stadtteile:

Stadtteil Einwohnerzahl
Bernhards 523
Besges 115
Bronnzell (mit Ziegel) 1412
Dietershan 717
Edelzell 2313
GlÀserzell 1144
Haimbach 2246
Harmerz 1094
Istergiesel 408
Johannesberg 814
KĂ€mmerzell 841
Kohlhaus 1139
Stadtteil Einwohnerzahl
Lehnerz 1611
LĂŒdermĂŒnd 221
Maberzell (mit TrÀtzhof) 1727
Malkes 183
Mittelrode 350
Niederrode 266
Niesig 1653
Oberrode 525
Rodges 157
Sickels 1074
Zell 270
Zirkenbach 475

Die Kernstadt von Fulda ist zusÀtzlich in elf statistische Bezirke oder innerstÀdtische Viertel unterteilt, die jedoch keine eigenen Stadtteile bilden:

Bezirk Einwohnerzahl
Aschenberg 8664
Frauenberg 2580
Fulda-Galerie 1311
Horas 1277
Innenstadt 6529
Neuenberg 1075
Nordend 4247
MĂŒnsterfeld 1000
Ostend 4352
SĂŒdend 4685
Westend 3947
Ziehers Nord 2059
Ziehers SĂŒd 3703

Eingemeindungen

Die Stadt Fulda wurde durch die hessische Gebietsreform 1972 um die oben genannten 24 Umlandgemeinden vergrĂ¶ĂŸert, verlor aber 1974 ihre Kreisfreiheit. DafĂŒr wurde sie, wie sechs weitere hessische StĂ€dte mit mehr als 50.000 Einwohnern, Sonderstatusstadt. Das bedeutet, dass die Stadt mehr Aufgaben und Rechte hat als sonstige kreisangehörige StĂ€dte, aber weniger als kreisfreie StĂ€dte.

Blick vom Schulzenberg ĂŒber Fulda auf die Rhön
Blick vom Schulzenberg ĂŒber Fulda auf die Rhön

Entwicklung des Stadtgebiets

Anfang der 1970er Jahre entstand auf dem Aschenberg ein neuer Stadtteil, dessen Bebauung durch Wohnblocks und HochhĂ€user, aber auch EinfamilienhĂ€user geprĂ€gt ist. Die heutige Stadtentwicklung wird am westlichen Rand der Innenstadt fortgefĂŒhrt. Außerdem entsteht im Westen der neue Stadtteil Fulda-Galerie. Im Jahre 2005 wurde das neue Kultur- und Kongresszentrum Esperanto fertiggestellt und eingeweiht. Darin befindet sich ein neues Schwimmbad, das das alte Zentralbad ersetzt. Weitere grĂ¶ĂŸere Bauprojekte in der Innenstadt waren die Neugestaltung des GemĂŒsemarkts und sind gegenwĂ€rtig die Umgestaltung des UniversitĂ€tsplatzes und in Zukunft die Umgestaltung und Neubebauung von innerstĂ€dtischen Industriebrachen, wie dem ehemaligen Emaillierwerk sowie der stillgelegten Milchwerke.

Klima

Durch seine Lage in Mitteleuropa befindet sich Fulda in der warmgemĂ€ĂŸigten Klimazone. Die Winter sind kalt mit einem Durchschnitt von 0,6 Grad im Januar, die Sommer sind kĂŒhl mit einem Durchschnitt von 17,7 Grad im Juli. Dennoch kann es im Sommer ĂŒber 30 Grad warm werden.


Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschlĂ€ge fĂŒr Fulda
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3 4 7 13 17 20 22 22 17 13 8 5 Ø 12,6
Min. Temperatur (°C) -3 -2 1 3 9 12 13 13 9 4 0 -1 Ø 4,8
Niederschlag (mm) 46,3 40,3 48,5 52,3 60,5 72,8 64,7 67,5 46,1 48,0 54,8 62,9 ÎŁ 664,7
Sonnenstunden (h/d) 1,24 2,15 3,30 4,76 6,11 6,14 6,35 5,89 4,32 3,03 1,39 0,92 Ø 3,8
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Geschichte

→ Hauptartikel: Geschichte der Stadt Fulda
→ Hauptartikel: Kloster Fulda#Geschichte

Namensherkunft

Kupferstich von Fulda von MatthÀus Merian (1655)
Ansicht Fuldas von Norden (1813)

Die Herkunft des Namens Fulda ist ungeklĂ€rt. Urkundlich sind folgende Namen ĂŒberliefert. Aus dem Jahr 750 Uulta und Uulthaha, von 751 Fulda, von 752 Uuldaha, vor dem Jahr 769 Fulde, und im 16. Jahrhundert Fuld, Fult und Fuldt.

Die wahrscheinlichste Herkunft ist eine sogenannte Hydronymie (GewĂ€ssernamengebung) aus altsĂ€chsisch folda (‛Erde, Boden’) und dem Grundwort -aha, das mit dem lat. aqua (‛Wasser’) verwandt ist und in vielen deutschen Flussnamen auftritt (vgl. Ache, -a).

Aufgrund der Tatsache, dass es im Indogermanischen eine große Zahl von Wörtern mit der Wurzel *pel-/pol- gibt, besteht auch die Möglichkeit, dass Fulda eine Variante des indogermanischen polota wĂ€re. FĂŒr den Namen Fulda lassen sich demzufolge auch gewisse Verwandtschaftsbeziehungen im östlichen Mitteleuropa finden: Im Lettischen gibt es palts, palte (PfĂŒtze, Lache), aber auch den Fluss Pelta oder Peltew.

Fuldaer Raum bis zur StadtgrĂŒndung

Nach der wechselvollen Erdgeschichte des Fuldaer Raumes sind auch hier steinzeitliche Zeugnisse zu finden. Erste Besiedlungen sind in der Zeit um 5000 v. Chr. nachweisbar (siehe Zeitleiste). Kulturen entwickelten sich, die Völkerwanderung brachte neue Siedler in die Region. Eine keltische Stadt entstand an der Milseburg. Das FrĂ€nkische Reich entwickelte sich nach dem Zerfall des Römischen Reichs zum Machtzentrum in Mitteleuropa. Der Frankenkönig Chlodwig I. sicherte sich mit seiner Taufe die UnterstĂŒtzung Roms, eine breitangelegte Christianisierung setzte ein. Bonifatius wurde vom Papst beauftragt, die germanischen StĂ€mme in diesem Raum zu missionieren und der römisch-katholischen Kirche zu unterstellen.

Durch Sturmius begann 744 die Entwicklung des Ortes. Im Jahre 754 wurde Bonifatius in diesem Kloster beigesetzt. Durch Karl den Großen erhielt das Kloster 774 die ImmunitĂ€t und wurde somit zu einem Reichskloster. Zwischen 791 und 819 wurde die Ratgar-Basilika (benannt nach dem Abt Ratgar) erbaut, zu dieser Zeit der grĂ¶ĂŸte Kirchenbau nördlich der Alpen. Gleichzeitig siedelten sich erste Bauern und Handwerker um das Kloster an.

Abt, BĂŒrger und Bauern (11.–16. Jahrhundert)

Kupferstich des Renaissanceschlosses in Fulda, 1655

Die Abtei und die Siedlung erhielt 1019 durch Heinrich II. das MĂŒnz-, Markt- und Zollrecht, und 1114 wurde Fulda das erste Mal als Stadt (civitas) erwĂ€hnt. Unter Abt Markward I. (1150–1165) erlebte die Stadt einen Aufschwung, viele entfremdete GĂŒter wurden restituiert. Dabei half dem Abt einer der bekanntesten UrkundenfĂ€lscher des Mittelalters, der Fuldaer Mönch Eberhard. Abt Markward musste Raubritter vertreiben, er legte Burgen an und befestigte die Stadt 1162 mit einer Stadtmauer, etwa zwölf TĂŒrmen und fĂŒnf Stadttoren (Heertor, Peterstor, Florentor, KohlhĂ€usertor und Frauentörlein).

Von König Friedrich II. wurden die Äbte des Klosters in den ReichsfĂŒrstenstand erhoben. FĂŒrstabt Heinrich von Weilnau ließ zwischen 1294 und 1312 eine Abtsburg bauen, in der er außerhalb des Klosters residierte. Diese Burg wurde im 17. Jahrhundert durch FĂŒrstabt Johann Friedrich von Schwalbach in ein Renaissanceschloss umgebaut.

Aufstand der BĂŒrger

Heertor (um 1150 errichtet) auf der Stadtseite des Stadtschlosses, aus ihm ging man an der Abtsburg vorbei, aus der Stadt heraus, um auf die Via Regia zu kommen

1208 wurde Fulda zur Stadt erhoben und wachte ĂŒber ihre Rechte gegen die AnsprĂŒche der Äbte, die schon eine Burg neben dem Kloster besaßen. Als FĂŒrstabt Heinrich VI. von Hohenberg 1319/20 eine zweite Burg innerhalb der Stadt errichtete, erstĂŒrmten die BĂŒrger mit Hilfe des Klostervogts, Graf Johann von Ziegenhain, beide Burgen des Abtes und zerstörten die neue Burg samt Turm und Ringmauern. Auf Klage des geflĂŒchteten Abtes beim Kaiser wurden ĂŒber die Stadt und den Grafen die Reichsacht verhĂ€ngt.

1326 nutzte Heinrich von Hohenberg seine gestĂ€rkte Macht als Stadtherr dazu, die jĂ€hrliche Steuer der Stadt fĂŒr sieben Jahre von 100 auf 800 Pfund Heller zu erhöhen. Als er 1330 die Steuern ein weiteres Mal erhöhen wollte, formierte sich in der Stadt erneuter Widerstand. Als er daraufhin einige reiche BĂŒrger einkerkern ließ und zur Freilassung eine Kaution von 9500 Pfund Heller forderte, erhoben sich die BĂŒrger 1331 gegen ihn. Sie verbĂŒndeten sich wiederum mit Graf Johann von Ziegenhain, stĂŒrmten die Abtsburg, das Kloster, den Frauenberg und den Petersberg. Wieder wurde die Stadt mit Reichsacht bestraft. Die Ministerialen des Abts schlugen den Aufstand nieder. Erzbischof Balduin von Trier vermittelte eine SĂŒhne, gemĂ€ĂŸ der die BĂŒrger den Turm und die Ringmauern der neuen Burg wiederherzustellen hatten und bedeutende EntschĂ€digungen zahlen mussten. Die Stadt Fulda erhielt einen Rat und BĂŒrgermeister unter Aufsicht eines fĂŒrstlichen Schultheißen.

Bauernkriege im Fuldaer Land

Die Situation der StĂ€dtebĂŒrger und der Bauern im Umland war durch die hohen Abgaben und Frondienste sehr klĂ€glich. Das Stift plĂŒnderte das Landvolk aus und errichtete immer prunkvollere Bauten. So erhoben sich auch die Bauern im Fuldaer Land gemeinsam mit den BĂŒrgern der Stadt gegen die Obrigkeit und beteiligten sich im FrĂŒhjahr 1525 am Deutschen Bauernkrieg.

In den Bauernkriegen in Fulda und Fuldaer Land war der Pfaff von Dipperz Hans Dahlhopf bedeutsam, der 10.000 Bauern um sich scharte. Landgraf Philipp von Hessen kam dem Stift mit einem starken Heer zur Hilfe und schlug den Aufstand in der Schlacht am Frauenberg nieder.

Fulda als Barockstadt

Ehemalige UniversitĂ€t Fulda – heute: Adolf-von-Dalberg-Schule
Franziskanerkloster Frauenberg vor Stadtansicht von Fulda, 1850
Bonifatiusplatz mit Bonifatiusdenkmal und Hauptwache, 1850

1603 wurde in der Zeit der Hexenverfolgungen Balthasar Nuss als Zentgraf nach Fulda berufen. Balthasar von Dernbach ĂŒbertrug ihm darĂŒber hinaus die DurchfĂŒhrung der Hexenprozesse im gesamten Hochstift. In drei Jahren ließ Balthasar Nuss etwa 300 angebliche Hexen und Hexenmeister foltern und anschließend hinrichten. Das Vermögen der Opfer zog er fĂŒr sich ein. Besonders bekanntes Opfer der Hexenverfolgungen war Frau Merga Bien 1603. (NĂ€heres zu den Hexenprozessen siehe bei Balthasar von Dernbach).

Im DreißigjĂ€hrigen Krieg wurde die Stadt am 20. Juni 1640 durch schwedische Streifkorps hart bedrĂ€ngt.

FĂŒrstabt Placidus von Droste hat in seiner Amtszeit (1678 bis 1700) als Abt die Finanzen der Abtei Fulda grundlegend saniert. Sein Nachfolger FĂŒrstabt Adalbert von Schleifras konnte somit im Jahr 1700 Johann Dientzenhofer zum Stiftsbaumeister in Fulda ernennen und ihn beauftragen, an der Stelle der romanischen Ratgar-Basilika den heutigen Fuldaer Dom und ein Stadtschloss im Stile des Barock zu errichten.[2]

1752 wurden die FĂŒrstĂ€bte in den Stand von FĂŒrstbischöfen erhoben. Im SiebenjĂ€hrigen Krieg wurde Fulda 1762 von einem hannöverschen Korps unter Luckner genommen.

Die Straße zwischen Frankfurt und Fulda wurde 1764 auf Anweisung des Fuldaer FĂŒrstbischofs Heinrich von Bibra als eine der ersten Straßen in Hessen zu einer Chaussee ausgebaut.

WĂ€hrend der Amtszeit von FĂŒrstabt Adolf von Dalberg wurde Fulda UniversitĂ€tsstadt.[3] Von 1734 bis 1805 existierte die katholische UniversitĂ€t Fulda. Die Einrichtung besaß vier FakultĂ€ten: Theologie, Philosophie, Medizin und Jura. Das barocke GebĂ€ude des fuldisch-fĂŒrstĂ€btlichen Hofarchitekten Andreas Gallasini entstand von 1731 bis 1734.[4] Heute beherbergt es die Adolf-von-Dalberg-Grundschule.

19. Jahrhundert

Blick auf den Frauenberg, 1820
Dom, Alte Wache und Bonifatiusdenkmal (Louis Kolitz)

Die SĂ€kularisierung 1802 entmachtete die FĂŒrstbischöfe. Die fuldischen Besitzungen gingen an Friedrich Wilhelm von Oranien-Nassau, bis 1806 Napoleon die Provinz Fulda annektierte. 1810 wurde sie Teil des Großherzogtums Frankfurt. Auf dem Wiener Kongress 1815 wurde die Provinz aufgelöst und nach einjĂ€hriger preußischer Verwaltung an Kurhessen abgegeben. Nach dem Deutsch-Deutschen Krieg von 1866 wurden Fulda und Kurhessen Teil des Königreichs Preußen.

Am 2. November 1850 wurde Fulda von preußischen Truppen besetzt, aber nach dem Zusammenstoß ihrer Vorposten mit Österreichern bei Bronnzell am 9. November gerĂ€umt und dann auf kurze Zeit von den Bayern besetzt. Im Krieg von 1866 besetzten es die Preußen 6. Juli abermals.

Die Stadt Fulda war im Kulturkampf ein Hauptbollwerk des Ultramontanismus im Deutschen Reich. Die Zahl der Einwohner betrug 1885 mit der Garnison (eine reitende Abteilung Feldartillerie Nr. 11) 12.226 (darunter 1880: 3347 Evangelische und 602 Juden). Fulda ist der Sitz eines Bischofs, eines Domkapitels, eines Amtsgerichts, eines Steueramtes etc.

Weimarer Republik und Nationalsozialismus

1927 wurde Fulda kreisfreie Stadt.

In Fulda konnte die NSDAP bei der Reichstagswahl MĂ€rz 1933 nicht mehr als ein Viertel der Stimmen erringen, auch im Stadtrat spielte sie eine untergeordnete Rolle. Im Zuge der Gleichschaltung wurde 1933 die Fuldaer Actiendruckerei zerstört, in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 der historische Judenfriedhof und die Synagoge in der ehemaligen Judengasse. Der frĂŒhere BĂŒrgermeister von Fulda, Karl Ehser, sagte spĂ€ter, dass die Gaupropagandaleitung in Kassel ihn aufgefordert habe, dafĂŒr zu sorgen, dass es auch in Fulda zu Übergriffen komme. Er hatte den Befehl erhalten, die Synagoge zerstören zu lassen. Am 9. November wurde der Brand der Synagoge tagsĂŒber vorbereitet, nachdem das Mobiliar bereits zertrĂŒmmert wurde. Gegen 2 Uhr, 4 Uhr und 6 Uhr wurde Feuer gelegt; die 80 Jahre alte Synagoge brannte nieder. Am Folgetag wurden jĂŒdische GeschĂ€fte und Wohnungen zerstört. Der Historiker Walter MĂŒhlhausen sagte „Die Initiative zu der Gewalt in Hessen ging in der ĂŒberwiegenden Mehrzahl von den örtlichen NS-Organisationen aus, doch die Bevölkerung, gleich ob sie das braune Parteibuch besaß oder nicht, machte in der Reichskristallnacht mit“. 1940 wurde der jĂŒdische Friedhof zerstört, die Grabsteine entfernt und an anderen GebĂ€uden verbaut. Ab 1941 folgte die Deportation von insgesamt 243 Fuldaer Juden.[5] 1940 wurden die Franziskaner aus dem Kloster Frauenberg vertrieben.

Im Zweiten Weltkrieg war Fulda mehrfach Ziel von Luftangriffen. Am 11. und 12. September 1944 und am 27. Dezember 1944 gab es die meisten Opfer; die Stadt wurde zu etwa einem Drittel zerstört. Insgesamt wurden 1595 Kriegstote in Fulda gezĂ€hlt; hinzu kamen noch eine ganze Anzahl von Verletzten und Vermisste. Verkehrswesen und Industrie waren schwer getroffen. Auch die historischen Bauten in der Altstadt, insbesondere rund um den GemĂŒsemarkt sowie im Barockviertel trugen SchĂ€den davon.

Nachkriegszeit und Gegenwart

Fulda gehörte nach dem Zweiten Weltkrieg zur amerikanischen Besatzungszone und war somit Teil des spĂ€teren Bundeslandes Hessen auf westdeutschem Gebiet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs rĂŒckte Fulda jedoch von der Mitte Deutschlands in eine wirtschaftliche Randlage und befand sich geografisch nur noch am östlichen Ende der Bundesrepublik wieder. Die Innerdeutsche Grenze zur DDR verlief nur ca. 35 km außerhalb des Stadtzentrums. Dadurch wurde Fulda bis 1989 von seinem östlichen Hinterland abgeschnitten, da insbesondere die traditionellen Verkehrs- und Wirtschaftsbeziehungen zu ThĂŒringen unterbrochen wurden. Fulda zĂ€hlte wĂ€hrend der deutschen Teilung daher zum sogenannten Zonenrandgebiet.

In der Zeit des Kalten Krieges hatte Fulda eine besondere strategische Bedeutung, die im Begriff Fulda Gap verdeutlicht wird. Der von der NATO entwickelte Begriff rĂŒhrte von der Vorstellung her, dass im Falle eines Angriffs vom Warschauer Pakt dieser versuchen wĂŒrde, durch das Tal der Fulda ĂŒber das nur ca. 100 km entfernte Frankfurt a. M. nach SĂŒdwestdeutschland einzudringen. Bei diesem Szenario wĂ€re Fulda vermutlich einer der ersten KriegsschauplĂ€tze in einem möglichen Dritten Weltkrieg geworden. In Fulda gab es daher auch eine große US-Garnison in den Downs Barracks mit dem 11th Armored Cavalry Regiment (Blackhorse). 1994 wurde die Stationierung von US-StreitkrĂ€ften in Fulda beendet. Auf dem GelĂ€nde der ehemaligen Kaserne siedelten sich verschiedene Behörden und Firmen an. Auf dem zur Kaserne gehörenden Flugplatz entwickelte sich ein neuer Stadtteil Galerie mit WohnhĂ€usern und einem MessegelĂ€nde.

Fulda entwickelte sich nach 1945 trotz ihrer Randlage zu einem modernen Industriestandort. 1972 erfolgte im Zuge der Gebietsreform in Hessen die Eingemeindung von 24 Stadtumlandgemeinden. 1974 verlor die Stadt die Kreisfreiheit, jedoch gilt seit 1980 ein Funktionaler Sonderstatus, womit verschiedene Aufgaben der Kreisstufe verbunden sind.

Am 17. und 18. November 1980 wurde Papst Johannes Paul II. bei einem Besuch von mehr als 100.000 GlÀubigen[6] begeistert in der Innenstadt und bei einem Gottesdienst unter freiem Himmel auf dem Domplatz empfangen.

Am 29. September 1984 kommt es zu einer friedlichen Großdemonstration in Fulda. Etwa 30.000 AnhĂ€nger der Friedensbewegung demonstrieren gegen die MilitĂ€rpolitik in Ost und West. Mit dem Fall der Berliner Mauer und der Öffnung der Innerdeutschen Grenze am 9. November 1989 besuchen tĂ€glich mehrere tausend MitbĂŒrger aus der DDR die Barockstadt.

1990 wurde Fulda Austragungsort des 30. Hessentages und 1994 feierte die Stadt ihr 1250-jĂ€hriges Bestehen und wurde Veranstaltungsort der ersten hessischen Landesgartenschau. Im Jahre 2002 wurde das JubilĂ€um „250 Jahre Bistum Fulda“ gefeiert.

2004 wurde des 1.250. Todestages des Heiligen Bischofs Bonifatius gedacht. Dabei kam es zur WelturauffĂŒhrung des Bonifatius-Musical im Schlosstheater Fulda.

Politik

Stadtschloss Fulda, Sitz des Stadtparlamentes in Fulda
Bonifatiusstatue vor dem Stadtschloss. Die BildsÀule wurde von Johann Werner Henschel im Jahre 1842 geschaffen

Im katholisch geprĂ€gten Fulda war im zweiten Kaiserreich und der Weimarer Republik traditionell das Zentrum die stĂ€rkste Partei. Nach dem Krieg etablierte sich die Stadt als Hochburg der CDU im Land Hessen. Bekanntester Fuldaer Politiker der Nachkriegszeit war Alfred Dregger, der 24 Jahre lang OberbĂŒrgermeister von Fulda und 26 Jahre lang Bundestagsabgeordneter (zeitweise CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender) des Wahlkreises Fulda war.

Der Magistrat besteht aus elf StadtrĂ€ten. Davon entfallen sieben Sitze auf die CDU, drei Sitze auf die SPD und ein Sitz auf BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen.

Stadtverordnetenversammlung

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Fulda besteht aus 59 Mitgliedern. Die Kommunalwahl am 27. MĂ€rz 2011 ergab folgende Stimm- bzw. Sitzverteilung bei 41,2 Prozent Wahlbeteiligung (Zahlen im Vergleich zur Kommunalwahl vom 26. MĂ€rz 2006):

Kommunalwahl 2011
 %
60
50
40
30
20
10
0
51,0%
18,4%
17,8%
4,6%
3,4%
3,0%
1,8%
CWE Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/KĂŒrzel
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2006
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-7,6%
-1,8%
+9,4%
+1,3%
-1,5%
+0,4%
-0,2%
CWE Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/KĂŒrzel
Parteien und WĂ€hlergemeinschaften 2011 2006
 % Sitze  % Sitze
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 51,0 30 58,6 35
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 18,4 11 20,2 12
BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen (GRÜNE) 17,8 10 8,4 5
Christliche WĂ€hler-Einheit e. V. (CWE) 4,6 3 3,3 2
Freie Demokratische Partei (FDP) 3,4 2 4,9 3
Die LINKE.Offene Liste (LINKE) 3,0 2 2,6 1
Die Republikaner (REP) 1,8 1 2,0 1
gesamt 100,0 59 100,0 59
Wahlbeteiligung 41,2 % 36,2 %

OberbĂŒrgermeister der Stadt Fulda

Name von bis
Anton Thomas 1805 1835
Daniel Mackenrodt 1835 1859
Ignaz WeißmĂŒller 1859 1862
Franz Rang 1862 1893
Dr. Georg Antoni 1894 1930
Dr. Franz Danzebrink (Zentrum) 1930 1945
Erich Schmidt (nach dem Krieg von den Amerikanern eingesetzt) 1945 1946
Dr. Cuno Raabe (CDU) 1946 1956
Dr. Alfred Dregger (CDU) 1956 1970
Dr. Wolfgang Hamberger (CDU) 1970 1998
Dr. Alois Rhiel (CDU) 1998 2003
Gerhard Möller (CDU) 2003 heute

Seit 2003 ist Gerhard Möller (CDU) OberbĂŒrgermeister der Stadt Fulda. Seine Wiederwahl erfolgte am 22. MĂ€rz 2009 mit einem Stimmenanteil von 81,2 Prozent bei einer Wahlbeteiligung von 25,6 Prozent. Seit 2004 ist Dr. Wolfgang Dippel BĂŒrgermeister der Stadt Fulda.

Wappen

Stadtwappen

„Ein gespaltener Schild; vorne in Silber ein schwarzes, durchgehendes Kreuz, hinten in Rot ein grĂŒner Dreiberg, aus dem eine grĂŒne Lilienstaude mit drei silbernen BlĂŒten herauswĂ€chst. Über dem Schild befindet sich eine fĂŒnfzinnige Mauerkrone.“

– Blasonierung

Das Kreuz stammt aus dem Wappen der Abtei Fulda, durch die die Stadt entstanden ist. Die Lilien stehen fĂŒr die drei Schutzpatrone der Stadt (Simplicius, Faustinus und Beatrix). Die drei HĂŒgel unter der Lilie sollen die GrĂ€ber der drei darstellen, weil Beatrix die beiden Soldaten begrub und deshalb getötet wurde. Bonifatius brachte Reliquien dieser Heiligen in die Klosterkirche nach Fulda. Der rote Hintergrund steht fĂŒr den MĂ€rtyrertod, den die drei gestorben sind. Die Mauerkrone steht fĂŒr die Stadtmauer.

Nach Auflösung des Orden des heiligen Simplicius, kamen die drei Gartenlilien aus dem Abtwappen, das als ein Teil des Ordenszeichen und Gesellschafts- und Ordenswappen war, ins Wappen der Stadt. Zuvor hatte Fulda auf Silber einen natĂŒrlichen Falken im Schild und im linken Obereck einen zweimal geasteten Buchenstamm. Schildhalter war der Schutzheilige Simplicius als geharnischter Ritter.[7]

StÀdtepartnerschaften

StÀdtefreundschaft

Patenschaften

Die Stadt Fulda hat Patenschaften ĂŒbernommen fĂŒr

Religionen

Stadtpfarrkirche St. Blasius

Christentum

Römisch-Katholische Kirche

Als katholischer Bischofssitz und regelmĂ€ĂŸiger Tagungsort der Deutschen Bischofskonferenz ist Fulda traditionell katholisch geprĂ€gt. Die KlostergrĂŒndung im Jahr 744 gilt auch als GrĂŒndungsjahr der Stadt Fulda. Aus dem Kloster und seinem Herrschaftsbereich entwickelte sich bis 1752 das Bistum. Einer der bekanntesten Bischöfe war Erzbischof Johannes Dyba (1929–2000), der aufgrund seiner konservativen Positionen gleichsam populĂ€r und umstritten war.

Nach der Reformation fand katholischer Gottesdienst nur noch in der Kirche am Severiberg statt. Die Gegenreformation mit intensivem Einsatz der Jesuiten in Schule, Predigt und Katechese eroberte Fulda wieder fĂŒr den Katholizismus zurĂŒck.

Evangelische Kirchen

Seit 1896 haben die Fuldaer Evangelischen eine reprĂ€sentative Kirche in der Innenstadt, die Christuskirche. Erbprinz Wilhelm Friedrich von Oranien-Nassau (1772–1843), ab 1814 als Wilhelm I. König der Niederlande und Großherzog von Luxemburg, grĂŒndete als neuer Landesherr 1802 in Fulda eine evangelisch-reformierte Gemeinde. Am 3. April, dem Palmsonntag des Jahres 1803, fand im Collegium Marianum der UniversitĂ€t in Fulda der erste Gottesdienst der neu gegrĂŒndeten evangelisch-reformierten Gemeinde statt. Dieser Raum stand der evangelischen Gemeinde bis zur Einweihung der Christuskirche am 1. Juli 1896 fĂŒr Gottesdienste zur VerfĂŒgung. Nachdem die Christuskirche im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, fanden von Ostern 1946 bis zur Wiedereinweihung am 25. September 1949 erneut evangelische Gottesdienste im Collegium Marianum statt. Aus anfangs 343 Evangelischen und einem Pfarrer wurden im Laufe von 200 Jahren in Fulda und nĂ€herer Umgebung acht evangelische Gemeinden mit zwölf Pfarrerinnen und Pfarrern und fast 20.000 Gemeindegliedern, die den reformatorischen Glauben in dieser Region reprĂ€sentieren[8]. Fulda ist seit 1949 Sitz des BĂŒros des Deutschen Evangelischen Kirchentages. Die Ehefrau des GrĂŒnders Dr. Reinold von Thadden-Trieglaff (1891–1976), Freiin Elisabeth von ThĂŒngen (1893–1988), stammte aus der nahen Rhön.

Eine Evangelische Gemeinschaft (frĂŒher Landeskirchliche Gemeinschaft) – zum Evangelischen Gemeinschaftsverband Hessen-Nassau e. V. gehörend – gibt es seit 1899 in Fulda. Im gleichen Haus ist auch die örtliche EC-Jugendarbeit beheimatet.

Seit 1948 gibt es eine aktive christliche Pfadfinderarbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Christuskirchengemeinde. Der ansĂ€ssige Fuldaer VCP-Stamm zĂ€hlt heute ĂŒber 100 Mitglieder.

Freikirchen

In Fulda gibt es mehrere freikirchliche Gemeinden, wie die Baptisten (Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde), die Jesus-Haus-Gemeinde (Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden), die Freie evangelische Gemeinde, die Bibelgemeinde Oase und eine große Christliche BrĂŒdergemeinde mit russlanddeutscher PrĂ€gung. Seit 2002 gibt es zudem eine Gruppe der Jesus Freaks.

Russisch-orthodoxe Kirche

Seit Februar 2006 gibt es in Fulda eine Gemeinde der Russisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats. Sie wurde zu „Ehren des Festes Begegnung des Herrn“ benannt. Die Gottesdienste werden regelmĂ€ĂŸig gehalten.[9]

Judentum

→ Hauptartikel: JĂŒdische Gemeinde Fulda

In Fulda gibt es heute eine jĂŒdische Gemeinde. Sie setzt damit die jahrhundertelange Tradition jĂŒdischen Lebens in Fulda fort.

Islam

In Fulda bestehen einige islamische Moscheegemeinden, die hauptsĂ€chlich fĂŒr Familien tĂŒrkischer, bosnisch-herzegowinischer, arabischer, nordafrikanischer, iranischer und pakistanischer Herkunft von großer Bedeutung sind.

Zu den grĂ¶ĂŸeren Gemeinden gehört der TĂŒrkisch-Islamische Verein und die Ahmadiyya Muslim Jamaat, die seit ĂŒber zehn Jahren eine Sendung zur AufklĂ€rung ĂŒber den Islam („Stunde des Islam“) im Offenen Kanal von Fulda produziert.

Seit Juni 2007 gibt es in Fulda auch einen muslimischen Friedhof[10].

Kultur

Medien

Sitz der Fuldaer Zeitung und ProduktionsstÀtte im 19. Jahrhundert
Studio Fulda des Hessischen Rundfunks

In Fulda erscheint seit dem 1. Januar 1874 im alteingesessenen Parzeller Verlag die Fuldaer Zeitung. Der gleiche Verlag gibt zahlreiche heimatgeschichtliche Publikationen heraus. Eine konkurrierende Tageszeitung, die Fuldaer Volkszeitung, musste 1974 das Erscheinen einstellen. Bereits seit 2. Januar 1869 war in Fulda das Kreisblatt, seit 1. Januar 1885 als Fuldaer Kreisblatt und seit 30. April 1920 als Fuldaer Tageblatt erschienen, das aber am 1. September 1922 sein Erscheinen einstellte. Weitere KonkurrenzblÀtter zur Fuldaer Zeitung konnten sich spÀter nicht etablieren.

In der Fuldaer Bahnhofstraße betreibt der Hessische Rundfunk ein Regionalstudio, aus dem Berichte aus Osthessen gesendet werden. In der Frankfurter Straße unterhĂ€lt der Privatsender Hit Radio FFH im Parzeller-Haus ebenfalls ein Regionalstudio.

Über Kabelfernsehen ist der Offene Kanal Fulda zu empfangen, der von Laien produzierte Sendungen publiziert.

Die Anzeigenzeitung Fulda Aktuell erscheint seit 25 Jahren fĂŒr die Stadt Fulda, den Landkreis Fulda sowie Teile des Vogelsbergkreises und des Wartburgkreises. Die wöchentliche Auflage liegt bei knapp 114.000 Exemplaren, die haushaltsdeckend verteilt werden. Die Zeitung gehört zum Verlagskonzern von Dirk Ippen.

Fulda im Film

Die historische Altstadt sowie das nach dem Zweiten Weltkrieg immer noch gut erhaltene Barockviertel der Stadt diente gelegentlich als Kulisse fĂŒr bekannte deutsche Spiel-und Fernsehfilme. Die bekanntesten Produktionen sind:

Musik

Orchester und Chöre

  • Akkordeon Orchester Fulda e. V., gegrĂŒndet 1951 von Arno Hartmann, dem Vater des jetzigen Dirigenten Martin Hartmann.
  • Fuldaer Symphonisches Orchester, gegrĂŒndet 1999.
  • Konzertchor „Winfridia“ Fulda
    Der Konzertchor Winfridia besteht seit 1876 und fĂŒhrt pro Jahr zwei große Werke der geistlichen oder/und weltlichen Chormusik auf, wie z. B.: Bach – h-moll Messe, Johannes, und MatthĂ€uspassion; Beethoven – 9. Symphonie; Requiemvertonungen von Mozart, Brahms, Verdi u. v. m.
  • Collegium musicum Fulda e. V.
  • Domchor Fulda
  • JugendKathedralChor Fulda (ehemals MĂ€dchenkantorei und Domsingknaben)
  • Dompfarrchor St. Simplizius
  • Kinder- und Jugendchor der Dompfarrei Fulda
  • Kinderchor St. Bonifatius Fulda
  • Knabenchor Marianum Fulda
  • Kammerorchester der Jugend e. V.
  • Posaunenchor der Evangelischen Gesamtgemeinde Fulda, gegrĂŒndet 1946
  • Blasorchester der Freiherr-vom-Stein-Schule Fulda, gegrĂŒndet 1952
  • Musikverein Fulda-Niesig
  • Symphonisches Blasorchester Fulda, gegrĂŒndet 2009
  • Fuldaer Stadtmusikanten, 1823 bis 1852, wiedergegrĂŒndet als e. V. 1988
  • Fuldaer TurmblĂ€ser e. V.

Rock und Jazz

  • Edguy
  • TMF (Tischer Men’s Friends)
  • the incredible peanutz
  • Mighty Vibez
  • Mercury Falling
  • Hartmanns Harmonists e. V.

Theater und Kino

  • Das Schlosstheater Fulda befindet sich in einem Nebenbau des Stadtschlosses. Das Schlosstheater verfĂŒgt ĂŒber 690 SitzplĂ€tze und bietet einen reichhaltigen Spielplan, trotz des fehlenden eigenen Ensembles. Hier wurde anlĂ€sslich des 1250. Todestages von Bonifatius am 3. Juni 2004 Bonifatius – Das Musical uraufgefĂŒhrt. Am 3. Juni 2011 wurde Die PĂ€pstin – Das Musical im Schlosstheater uraufgefĂŒhrt.
  • In Fulda gibt es ein Kino: Der Cinestar Filmpalast im Schildeck-Center (Löherstrasse ecke Schildeckstrasse).

KrankenhÀuser/Kliniken

Klinikum Fulda

Das Klinikum Fulda wurde in seiner gegenwĂ€rtigen Form am 23. Februar 1976 in Betrieb genommen, wenngleich 1805 der erste weltliche Herrscher von Fulda, Friedrich Wilhelm von Oranien-Nassau, mit Unterzeichnung der Stiftungsurkunde den Startschuss fĂŒr den Bau eines modernen Krankenhauses gab. Es ist eines der Akademischen LehrkrankenhĂ€user der Philipps-UniversitĂ€t Marburg und der Hochschule Fulda. Das Klinikum umfasst heute 28 Institute und Kliniken bei einem Einzugsgebiet mit etwa 500.000 Menschen und 2.500 Mitarbeitern. Seit Januar 2004 wird das Klinikum Fulda als gemeinnĂŒtzige Aktiengesellschaft (gAG) der Stadt Fulda gefĂŒhrt. DarĂŒber hinaus nahm im Jahr 1984 der Hubschrauber „Christoph 28“ der ADAC-Luftrettung in Fulda seinen Dienst auf.

  • Herz-Jesu-Krankenhaus
  • St.Elisabethenklinik
  • Neuro-Spine-Center Dr. Al-Hami
  • Dalbergklinik

SchwimmbÀder und Eislaufbahnen

  • FreibĂ€der: In den Fuldaauen gibt es das Sportbad Rosenau (im Volksmund auch „Rosenbad“ genannt), daneben das Freibad in der Gemeinde Petersberg.
  • HallenbĂ€der: Öffentliche HallenbĂ€der gibt es u. a. im Sportbad Ziehers, im Stadtbad am Hotel Esperanto sowie in den Sieben Welten (ehm. Rhön Therme) in der Gemeinde KĂŒnzell.

Museen

FĂŒrstensaal im Schloss

Bauwerke und SehenswĂŒrdigkeiten

Kirchen

Michaelskirche
Dom St. Salvator zu Fulda
Adelspalais im Barockviertel
Paulustor
Altes Rathaus in Fulda
Orangerie von Fulda
Profil des GĂ€stehauses Kloster Frauenberg. Blick auf Fulda.
  • Aus der Zeit vor 1000 n. Chr. ist in Fulda noch die romanische Michaelskirche erhalten, eine der Ă€ltesten Kirchen Deutschlands (818–822 erbaut). Wie die ehemalige Ratgar-Basilika diente sie wohl auch als Grabeskirche. Der Innenraum der Michaelskirche ist mit Freskenmalereien ausgeschmĂŒckt.
  • St. Andreas Kirche: Die neu restaurierte Krypta aus ottonischer Zeit ist ein gut erhaltenes Kunstwerk und birgt eine der Ă€ltesten Wandmalereien nördl. der Alpen. St. Andreas ist eine ehemalige Kloster- und Propsteikirche, die auf das Jahr 1020 zurĂŒckgeht.
  • Dom St. Salvator zu Fulda: Der Fuldaer Dom ist das Wahrzeichen der Stadt. Im Inneren des Doms befindet sich u. a. die GrabstĂ€tte des Hl. Bonifatius, des ersten Apostels der Deutschen. Die PlĂ€ne des Doms wurden im Jahr 1700 von einem der bedeutendsten deutschen Barockbaumeister, Johann Dientzenhofer (1663–1726), im Auftrag von FĂŒrstabt Adalbert von Schleifras angefertigt. Der VorgĂ€ngerbau, die Ratgarbasilika, einst grĂ¶ĂŸte Basilika nördlich der Alpen, wurde zugunsten des neuen Doms niedergelegt, ehe 1704 der Bau im (damals aktuellen) barocken Stil begonnen wurde. Am 15. August 1712 wurde der Dom geweiht. Der Dom zu Fulda ist seinem inneren System nach an den Petersdom in Rom angelehnt.
  • Domdechanei: Die Dechanei und der Domdechaneigarten befinden sich in unmittelbarer NĂ€he zum Fuldaer Dom, in dem heute ein Lapidarium eingerichtet ist. In einem Bereich des DechaneigebĂ€udes befindet sich heute das Dommuseum.
  • Kloster Frauenberg (1758–1765): Als LieblingsstĂ€tte des heiligen Bonifatius erhielt der Frauenberg den Namen Bischofsberg. Schon bald wurde eine ursprĂŒnglich hölzerne Kapelle von Abt Ratgar (802 bis 817) durch eine steinerne Kirche ersetzt. Bis 1525 zĂ€hlte das Kloster Frauenberg zu den fuldischen Propsteien. Auf dem Frauenberg sind seit dem 31. MĂ€rz 1623 bis heute Franziskaner angesiedelt. 1757 brannten Kloster und Kirche bis auf den FĂŒrstenbau ab, so dass die Klosteranlage in ihrer heutigen barocken Form zwischen 1758 und 1765 errichtet wurde.
  • Stadtpfarrkirche St. Blasius: 1771 wurde unter FĂŒrstbischof Heinrich von Bibra die alte Kirche abgerissen und mit dem Bau einer barocken Kirche begonnen. Die PlĂ€ne hierzu stammen vom Jesuitenpater Andreas Anderjoch. Die Weihe erfolgte am 17. August 1785.
  • Heilig-Geist-Kirche (Fulda): Die heutige barocke Heilig-Geist-Kirche wurde in den Jahren 1729 bis 1733 als Hospitalkirche an der Stelle ihrer gotischen VorgĂ€ngerin aus dem 13. Jahrhundert von FĂŒrstabt Adolf von Dalberg erbaut.
  • Severikirche (Fulda): Die Kirche wurde in den Jahren 1438 bis 1445 im Stil der Gotik erbaut. Von 1620 bis 1623 wurde das GebĂ€ude als erste Klosterkirche der nach Fulda berufenen Franziskaner verwendet. Den Benediktinern diente das GebĂ€ude ab 1626 fĂŒr kurze Zeit als Kirche.
  • Benediktinerinnenabtei zur Heiligen Maria: Die Benediktinerinnenabtei ist ein 1626 durch den Fuldaer FĂŒrstabt Johann Bernhard Schenck zu Schweinsberg (1623–1632) gegrĂŒndetes Kloster der Benediktinerinnen im Stadtzentrum Fuldas. Die in den Jahren 1629 bis 1631 erbaute Klosterkirche ist in den Formen der SpĂ€tgotik und Renaissance errichtet worden. Bis heute sind dort Schwestern des Benediktinerordens angesiedelt.
  • St. Bonifatius in Horas, Nachbildung der Elisabethkirche (Marburg) 1885, mit Glasfenstern von Charles Crodel 1958 und 1974.
  • Propsteischloss Johannesberg: Im Jahre 811 erstmals erwĂ€hnt. Unter Abt Rabanus Maurus (822–842) wurde die Kirche vergrĂ¶ĂŸert und ein Benediktinerkloster gegrĂŒndet, welche in der Folgezeit in eine Propstei umgewandelt wurde. Um 1500 erfolgte ein spĂ€tgotischer Neubau, der 1686 bis 1691 in eine barocke Form umgewandelt wurde.

Schlösser

  • Stadtschloss: Der erste VorgĂ€ngerbau des Fuldaer Stadtschlosses war eine Abtsburg, die am Anfang des 14. Jahrhunderts gebaut wurde. Danach wurde die Burg am Anfang des 17. Jahrhunderts zu einer Schlossanlage umgebaut, die im letzten Viertel desselben Jahrhunderts zu einem Renaissanceschloss umgebaut und erweitert wurde. Diese Anlage wurde durch Johann Dientzenhofer Anfang des 18. Jahrhunderts im Stil des Barocks umgebaut. Beim Umbau zu einer Kurprinzenresidenz Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Schloss teilweise spĂ€tklassizistisch umgebaut.
  • Schloss Fasanerie („Adolphseck“): Das Schloss, einstmals fĂŒrstbischöfliche und spĂ€ter kurfĂŒrstlich-hessische Sommerresidenz, liegt in der Gemarkung Eichenzell. Das Schloss wurde in den Jahren 1730–1757 erbaut. Die weitlĂ€ufige Barockanlage, die sich der Fuldaer FĂŒrstbischof Amand von Buseck schuf, spiegelt dessen Macht und Prachtliebe augenscheinlich wider. Architekt war der in fĂŒrstbischöflichen Diensten stehende italienische Hofbaumeister Andreas Gallasini. In dem Schloss befindet sich eine in Europa einmalige Porzellansammlung mit Fuldaer Porzellan.

GebÀude aus der Barockzeit

  • Orangerie mit Floravase: Die Orangerie wurde ab 1721 nach PlĂ€nen von Maximilian von Welsch errichtet. Den FĂŒrstĂ€bten dienten die barocken RĂ€umlichkeiten fĂŒr Sommerfeste. In den Wintermonaten wurden dort ZierbĂ€umchen wie Orangen und Zitronen aufbewahrt; so ist auch der Name Orangerie zu erklĂ€ren.
  • UniversitĂ€t Fulda: Die Adolphs-UniversitĂ€t Fulda wurde 1734 durch FĂŒrstabt Adolph von Dalberg gegrĂŒndet und existierte bis 1805. WĂ€hrend der 71 Jahre ihres Bestehens hatte die UniversitĂ€t etwa 4100 Studenten, die auf vier FakultĂ€ten: Theologie, Philosophie, Medizin und Jura verteilt waren. Das barocke GebĂ€ude von 1731 bis 1734 wurde von Andreas Gallasini entworfen.
  • Altes Rathaus (Rekonstruktion des Aussehens von 1531)
  • Adelspalais im Barockviertel
  • Paulustor: Bauzeit 1710–1711; der ursprĂŒngliche Standort des Tores fĂŒr den Apostel Paulus lag zwischen dem Stadtschloss und der Hauptwache. Entworfen wurde es von Johann Dientzenhofer im Jahre 1710. An die heutige Stelle versetzt wurde es 1771, damit der Dom in die Stadt integriert werden konnte.

Sonstige Bauwerke

DenkmÀler

  • Bonifatiusdenkmal – Auf dem frĂŒheren Schlossplatz (heute Bonifatiusplatz) steht seit 1842 ein Erzstandbild des heiligen Bonifatius
  • Gedenkstein fĂŒr die 1870–71 Gefallenen auf dem alten Mittleren StĂ€dtischen Friedhof in der KĂŒnzeller Straße – frĂŒher in der Hundeshagenanlage
  • Gedenkstein fĂŒr die 1914–18 Gefallenen des 47. Infanterieregiments in der Hundeshagenanlage
  • Gedenktafel am Stadtschloss
  • Obelisk vor Stadtpfarrkirche
  • Alter jĂŒdischer Friedhof (heute Jerusalemplatz)

Parks und Naherholungsgebiete

  • Frauenberg
  • Fuldaaue mit LandesgartenschaugelĂ€nde (Erste Landesgartenschau Hessens 1994)
  • Rauschenberg mit Spazierwegen und Aussichtsturm
  • Heimattiergarten
  • Schlossgarten beim Fuldaer Stadtschloss
  • Park des Schlosses Fasanerie bei Eichenzell.
  • Wanderwege und Radwege um Fulda

RegelmĂ€ĂŸige Veranstaltungen

  • Fulda ist Hessens grĂ¶ĂŸte Karnevalshochburg. Die bis ins 15. Jahrhundert zurĂŒckgehende Foaset besteht aus insgesamt 13 Karnevalsvereinen, an deren Spitze die Fuldaer Karnevalsgesellschaft steht. Die um den Stadtkern herum „regierenden“ Vereine werden „Randstaaten“ genannt. Am Rosenmontag marschieren diese und zahlreiche regionale Karnevalsvereine im traditionell grĂ¶ĂŸten Rosenmontagszug in ganz Hessen durch Fuldas Innenstadt.
  • Weiter gibt es in den Sommermonaten (meist April–Oktober) die alle zwei Wochen stattfindende Night Skating Experience, eine Inlineskater-Veranstaltung auf öffentlichen Straßen der Stadt unter dem Schutz der Polizei. UnterstĂŒtzt wird das Projekt durch die Stadt Fulda und das PolizeiprĂ€sidium Osthessen.
  • Einmal im Jahr findet in den Sommermonaten das zumeist 10-tĂ€gige SchĂŒtzen- und Volksfest statt, welches pro Jahr ca. 120.000 Besucher anlockt. Veranstaltungsort ist die sog. „Ochsenwiese“, die außerhalb des SchĂŒtzenfestes als Großparkplatz dient.
  • Seit 1972 findet im Herbst mit der Osthessenschau eine ĂŒber die Landesgrenzen bekannte Regionalausstellung statt. Die alle 2 Jahre ausgetragene Leistungsschau findet im Jahre 2009 zum 19. Mal statt. Veranstaltungsort ist seit 2004 nicht mehr die Ochsenwiese, sondern das AusstellungsgelĂ€nde Messe-Galerie am westlichen Stadtrand.
  • Der Fuldaer Weihnachtsmarkt findet vom 26. November bis 23. Dezember 2010 zum 31. Mal statt.

Kulinarische SpezialitÀten

  • Weintradition: Fulda verfĂŒgt ĂŒber eine alte Weinanbautradition, worauf Urkunden und Bodenfunde hinweisen. Nach GrĂŒndung des Klosters im Jahr 744 waren zunĂ€chst kirchliche BedĂŒrfnisse die treibende Kraft zum Anbau des Weines. In Berichten aus dem 12. Jahrhundert werden verschiedene Weinanbaugebiete an sonnigen Kalkfelsen in Fulda erwĂ€hnt. Dazu gehörte auch der Weinberg des Klosters Frauenberg. Noch heute sind WĂ€ck, Woarscht on Wie (Brot, Wurst und Wein) beliebte SpezialitĂ€ten.
  • Essenstradition: Ein weiteres bekanntes Fuldaer Gericht ist der Zwibbelsploatz (Zwiebelkuchen), der traditionell in Altfuldaer Haushalten freitags hergestellt und zum Backen in die nĂ€chste BĂ€ckerei gebracht wurde. Noch heute gibt es diese Fuldaer SpezialitĂ€t in den alteingesessenen BĂ€ckereien zu kaufen. Dazu gab es dann oft Kartoffelsuppe. Auch dieses Gericht grĂŒndet sich auf die katholische Fuldaer Tradition, da fleischloses Essen an Freitagen zur Erinnerung an Jesu Tod dient. Fulda ist auch fĂŒr seine vielfĂ€ltigen Brotsorten bekannt; beliebt ist u. a. ein im Holzofen gebackenes, rustikales Weizenmischbrot mit Kruste, welches unter der Bezeichnung „Bauernbrot“ in BĂ€ckereien erhĂ€ltlich ist. Im Umland von Fulda, insbesondere in der Region Rhön, sind heute noch Hausschlachtungen, insbesondere von Schweinen und Rindern, sehr verbreitet. Bekannte SpezialitĂ€ten sind Fuldaer Schwartenmagen sowie Flurgönder.
  • Biertradition: Zudem verfĂŒgt Fulda mit dem Hochstiftlichen Brauhaus Fulda in der Leipziger Straße ĂŒber eine große Brauerei. Bekanntestes Produkt der seit 1848 bestehenden Brauerei ist das leicht herb schmeckende „Hochstift Pils“. Daneben gibt es mit dem Brauhaus WiesenmĂŒhle noch ein kleineres Brauhaus in Fulda, welches sich auf die Herstellung naturtrĂŒber Biersorten spezialisiert hat sowie mit 6,50 Meter Breite und einem Gewicht von 55 Tonnen ĂŒber das grĂ¶ĂŸte MĂŒhlrad Europas verfĂŒgt.[13]

Wirtschaft und Infrastruktur

Brauerei in Fulda

In frĂŒheren Jahrhunderten war Fulda Oberzentrum der umgebenden lĂ€ndlichen Gebiete mit der Verwaltung der fĂŒrstbischöflichen Liegenschaften; die Stadt war geprĂ€gt durch das Handwerk, wie zum Beispiel Gerber in der Löherstraße, Kammgarnspinnerei, Baumwollweberei, Damast- und Sackleinwandfabrikation (Fuldaer Leinwand), PlĂŒsch-, Filztuch-, Wachslichtfabrikation, WollfĂ€rberei, Wachsbleicherei, Salpetersiederei, Verfertigung von Blasinstrumenten etc. Um 1880 waren auch der Getreide- und der Viehhandel von Bedeutung; jĂ€hrlich fanden damals neun RindviehmĂ€rkte und wöchentlich ein Schweinemarkt statt. Die NĂ€he zum Rhein-Main-Gebiet begĂŒnstigt heute Fulda. Der Anschluss durch die ICE-ZĂŒge sowie RegionalzĂŒge zeigt die Bedeutung des Rhein-Main-Gebietes fĂŒr Fulda. Fuldaer Pendler arbeiten in nennenswerter Zahl im Rhein-Main-Gebiet, aber auch im frĂ€nkischen WĂŒrzburg, weniger in Richtung Kassel orientiert.

Mit Beginn der Industrialisierung gewannen die Kerzenfabrikation (Wachsindustrie Fulda Adam Gies), Metallverarbeitung (Emaillierwerk) und Stoffverarbeitung (Fa. Mehler) an Bedeutung.

AnsÀssige Unternehmen

Die ĂŒberregional bekannte Reifenfirma Fulda Reifen

In Fulda sind auch heute noch zahlreiche Hersteller der Textilindustrie ansÀssig, darunter die Firmen Mehler AG und die Wirth Gruppe, zu der unter anderem die FilzFabrik Fulda als Filzhersteller und die Dura Tufting als Teppichbodenhersteller gehören.

Als weiterer wichtiger Arbeitgeber der Region und ĂŒberregional bekanntes produzierendes Unternehmen ist Fulda Reifen (vormals Gummiwerke Fulda) zu nennen. Weiterhin ist Fulda der Hauptsitz des Lebensmittelhandelsunternehmens tegut
, in der Mess- und Regelungstechnik ist die Firma JUMO GmbH & Co. KG tĂ€tig, die Firma EDAG GmbH & Co. KGaA entwickelt Automobilkarosserien und Produktionsstraßen (z. B. Entwicklung des smart), und die Firma Eika produziert Kerzen.

In der Gesundheitsbranche waren die zur Fresenius SE & Co. KGaA gehörende Helios Kliniken GmbH vertreten. Sie hatte seinen Konzernsitz in Fulda, verlegte diesen allerdings Anfang 2007 nach Berlin. Auch die Deutschlandzentrale des Personaldienstleisters Adecco wurde im Dezember 2006 verlegt, von Fulda nach DĂŒsseldorf.

GrĂ¶ĂŸter Energieversorger und regionaler Verkehrsbetrieb ist die Überlandwerk Fulda AG (ÜWAG).

Verkehr

Durch seine zentrale Lage in Deutschland ist Fulda sowohl im Straßen- als auch im Bahnverkehr gĂŒnstig an mehreren großen, deutschlandweiten Verbindungsstrecken gelegen. Die Stadt hat einen unmittelbaren Anschluss an die Nord-SĂŒd-Autobahn A 7 (WĂŒrzburg–Kassel) mit insgesamt drei Ausfahrten Richtung Innenstadt. Zudem verfĂŒgt sie sĂŒdlich von Fulda ĂŒber einen Autobahnanschluss an die A 66 nach Frankfurt a. M. und dem Rhein-Main-Gebiet. Im Bahnverkehr gehört der Bahnhof Fulda als zentraler deutscher Bahnknotenpunkt und ICE-Bahnhof in die zweithöchste deutsche Bahnhofskategorie.

Die Stadt ist Ausgangspunkt von Omnibuslinien zur Rhön und zum Vogelsberg. Der Bahnhof Fulda ist zentraler Umsteigebahnhof fĂŒr lokale und regionale Buslinien. Der öffentliche Nahverkehr innerhalb der Stadt wird durch Linienbusse der ÜWAG abgedeckt.

Eisenbahn

Bahnhofsvorplatz Bahnhof Fulda
→ Hauptartikel: Bahnhof Fulda

Der Bahnhof Fulda ist ein ICE-Bahnhof und wichtiger Verkehrsknotenpunkt an der Schnellfahrstrecke Hannover–WĂŒrzburg, der Kinzigtalbahn und der Bahnstrecke Fulda–Bebra zwischen Frankfurt am Main, Kassel, Erfurt und WĂŒrzburg. Die Nebenstrecken Vogelsbergbahn und Rhönbahn fĂŒhren ĂŒber den Vogelsberg nach Gießen und nach Gersfeld in der Rhön.

Straßen

Rabanusstraße in der Innenstadt
Überregionale Straßenverbindungen um Fulda
Historische Straßen

Fulda liegt an der Wegkreuzung folgender historischer Straßen:

Bundesautobahnen
Bundesstraßen

In Fulda befindet sich heute die drittgrĂ¶ĂŸte FußgĂ€ngerzone Hessens. 2008 entstand die 23 Millionen Euro teure Westumfahrung, die die Innenstadt und vor allem die Frankfurter Straße entlasten soll und direkt in diese einmĂŒndet.

Telekommunikation

Auf dem Hummelskopf, einer 413 Meter hohen Erhebung im Norden der Stadt befindet sich bei 50° 36â€Č 14″ N, 9° 40â€Č 36″ O50.6038888888899.6766666666667 ein 133 Meter hoher Fernmeldeturm der Deutschen Telekom AG.

Bildung

Schulen in Fulda
# Schulform SchĂŒler / Studenten
15 Grund- und Hauptschulen 2790
3 Sonderschulen 379
1 Grund-, Haupt- und Realschule 894
3 Realschulen 1933
4 Gymnasien 4728
Gymnasiale Oberstufe 343
Berufliche Schulen 7666
1 Hochschule 5427
1 Theologische FakultÀt 39
1 Bischöfliches Priesterseminar 22
Einer der vielen ZugÀnge zum Campus der Hochschule Fulda

Fulda hat seit der KlostergrĂŒndung eine lange Tradition als Schul- und UniversitĂ€tsstadt. Zu erwĂ€hnen sind hier insbesondere Rabanus Maurus (Aufbau der Klosterbibliothek, Klosterschule, EnzyklopĂ€die „De universo“) und Heinrich von Bibra mit der Schulreform im Hochstift Fulda. 1734 wurde von Adolph von Dalberg die UniversitĂ€t Fulda gegrĂŒndet, die bis 1805 bestand.

An Unterrichtsanstalten bestanden 1880: ein Gymnasium, ein Realprogymnasium, eine katholische und eine evangelische höhere Töchterschule, ein katholisches Schullehrerseminar und die hessische Landesbibliothek mit etwa 50.000 BĂ€nden (1778 gegrĂŒndet).

Heute gibt es in Fulda, dem Schuloberzentrum der Region, mehrere Gymnasien: die Freiherr-vom-Stein-Schule, die Winfriedschule, das Domgymnasium und die Marienschule. Dazu sind vier weitere Realschulen, zahlreiche Grund- und Hauptschulen, Hoch- und Fachoberschulen und Sonderschulen angesiedelt. Eine Gesamtschule gibt es im Stadtgebiet nicht. An der Hochschule Fulda sind mehr als 5.400 Studierende eingeschrieben. Außerdem gibt es die Theologische FakultĂ€t Fulda und das daran angeschlossene Priesterseminar Fulda.

Seit 2001 ist die Hochschul- und Landesbibliothek Fulda an zwei Standorten vertreten: am Heinrich-von-Bibra-Platz und an der Hochschule in der Marquardstraße. Zusammen verfĂŒgen sie ĂŒber einen Bestand von ĂŒber 520.000 BĂ€nden.

Das Stadtarchiv Fulda hat am Bonifatiusplatz seinen Standort. Ein kirchliches Archiv befindet sich im Bischöflichen Priesterseminar am Eduard-Schick-Platz.

Das Bonifatiushaus [14] (Haus der Weiterbildung der Diözese Fulda) ist als katholische Akademie ein TrĂ€ger der außerschulischen Bildung. Das Diözesanbildungswerk mit Sitz im Bonifatiushaus ist Mitglied der Katholischen Erwachsenenbildung – Landesarbeitsgemeinschaft Hessen.

Sport

Stadion Fulda

Der Fußballverein SC Borussia Fulda spielt in der Saison 2011/12 in der siebten deutschen Fußballliga, der Gruppenliga Fulda. Der grĂ¶ĂŸte Erfolg in der Vereinsgeschichte war die Meisterschaft von Nordhessen und Niedersachsen 1934. Im Meisterschaftsspiel gegen Göttingen 05 siegte der Sport-Club damals mit 4:1. In der Saison 1997/98 gelang beinahe der Aufstieg in die 2. Bundesliga mit Platz 3 in der Regionalliga-SĂŒd.

Das Stadion der Stadt Fulda, der Sportpark Johannisau verfĂŒgt ĂŒber 20.000 ZuschauerplĂ€tze; 742 der insgesamt 1978 SitzplĂ€tze sind ĂŒberdacht. Das Stadion wurde im Jahre 1957 noch ohne die heutige SitztribĂŒne eingeweiht. Zuschauerrekord war 1963 in der Regionalliga SĂŒd das Spiel zwischen Fulda und Hessen Kassel vor 26.000 Besuchern. Die Besucherzahl wurde aus SicherheitsgrĂŒnden Anfang der 1970er Jahre auf 25.000, Anfang der 1980er Jahre auf 22.000 reduziert. Bei einem Freundschaftsspiel zwischen Fulda und dem FC Bayern MĂŒnchen waren 1997 20.000 Besucher zugegen. Der Fußball-Alltag des Borussia Fulda findet vor deutlich weniger Zuschauern statt.

Die bekanntesten ehemaligen Spieler von Borussia Fulda sind der deutsche Fußballnationalspieler Sebastian Kehl, derzeit in Diensten von Borussia Dortmund, Altin Lala, derzeit KapitĂ€n von Hannover 96, CĂ©sar Thier, aktueller Torwarttrainer von TSG 1899 Hoffenheim und Olivier Djappa.

Fulda ist Heimat des grĂ¶ĂŸten Hessischen Kastenlauf (fand 2006 zum fĂŒnften Mal statt mit circa 300 Teilnehmern).

Der Pool-Billard-Club Fulda (PBC) ist 2006 Championsleague Sieger geworden. Im Team ist der mehrfache Weltmeister Thorsten Hohmann.

Der TTC Rhön-Sprudel Fulda-Maberzell spielt in der 1. Tischtennis-Bundesliga. In der Saison 1954/55 und 1955/56 trat FT 48 Fulda in der Herrenoberliga, der damals höchsten deutschen Klasse im Tischtennis, an.

Bekannt ist auch der Kanu-Club-Fulda, welcher bei vielen nationalen und internationalen WettkÀmpfen vertreten ist.

Persönlichkeiten

→ Hauptartikel: Liste von Persönlichkeiten der Stadt Fulda

BerĂŒhmte Persönlichkeiten aus Fulda sind unter anderem der evangelische Theologe Justus Menius, der Physiker und NobelpreistrĂ€ger Ferdinand Braun, der Offizier Wilhelm Heye, der Bundesminister fĂŒr Arbeit Anton Storch, der Fußballspieler Sebastian Kehl, der Radrennfahrer Patrik Sinkewitz und der SĂ€nger und Songwriter Tobias Sammet.

Literatur

  • Fulda in: Meyers Konversationslexikon 1888–90 (4. Aufl.), Bd. 6, S. 779.
  • Erwin Sturm: Die Bau-und Kunstdenkmale der Stadt Fulda 1984 Fulda ISBN 3-7900-0140-6.
  • Dieter Griesbach-Maisant unter Mitarbeit von Manfred Reith und mit einem Beitrag von Werner Kirchoff: KulturdenkmĂ€ler in Hessen Stadt Fulda, hrsg. vom Landesamt fĂŒr Denkmalpflege Hessen in der Reihe Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland, 1992 Braunschweig/Wiesbaden, ISBN 3-528-06244-4.
  • Walter Heinemeyer und Berthold JĂ€ger (Herausgeber) Fulda in seiner Geschichte Landschaft, Reichsabtei, Stadt, 57. Veröffentlichung der Historischen Kommission fĂŒr Hessen, Fulda 1995 ISBN 3-7900-0252-6.
  • Anton Schmitt: FĂŒhrer durch Fulda. 15. Aufl., 2001 Fulda ISBN 3-7900-0329-8.
  • Geschichte der Stadt Fulda, Band I: Von den AnfĂ€ngen bis zum Ende des Alten Reiches. Herausgeber Fuldaer Geschichtsverein, 2009 Fulda ISBN 978-3-7900-0397-0.
  • Geschichte der Stadt Fulda, Band II: Von der fĂŒrstlichen Residenz zum hessischen Sonderstatus. Herausgeber: Fuldaer Geschichtsverein, 2008 Fulda ISBN 978-3-7900-0398-7.
  • Karl Maurer: 1200 Jahre Fulda : 744–1944. Fulda, 1944.
  • Wolfgang Hamberger: Geschichte der Stadt Fulda. Parzeller, Fulda, 2008.
  • Christoph Michel: Fuldische Wege. Fulda in Goethes Korrespondenz, TagebĂŒchern, GesprĂ€chen und amtlichen Schriften, in: Schriften der DarmstĂ€dter Goethe-Gesellschaft, Heft 1, S. 39-62, Bernstein-Verlag, Bonn 2011, ISBN 978-3-939431-59-6.

Weblinks

 Commons: Fulda â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Fulda in Merians Topographia Hassiae â€“ Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2010 (Hilfe dazu)
  2. ↑ Vgl. Milada Vilímková, Johannes Brucker: Dientzenhofer. Eine bayerische Baumeisterfamilie in der Barockzeit, Rosenheimer Verlagshaus, Rosenheim 1989, S. 46.
  3. ↑ Vgl. Akademie fĂŒr Raumforschung und Landesplanung: Veröffentlichungen der Akademie fĂŒr Raumforschung und Landesplanung. Forschungs- und Sitzungsberichte, Band 52, Curt R. Vincenz Verlag, Hannover 1988, S. 298.
  4. ↑ Vgl. Lara Calderari: Galassini, Andrea. In: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 7. April 2011.
  5. ↑ Vortrag: Morgens um sechs brannte die Synagoge Fuldaer Zeitung vom 10. November 2010
  6. ↑ hr-online: GlockengelĂ€ut – Beten fĂŒr das Kirchenoberhaupt – Stand: 2. April 2005
  7. ↑ Joseph Schneider, Buchonia: eine Zeitschrift fĂŒr vaterlĂ€ndische Geschichte, Altertumskunde, Geographie, Statistik und Topographie, C. MĂŒllersche Buchhandlung, Fulda 1828, S. 8
  8. ↑ Festschrift „200 Jahre evangelische Gemeinde in Fulda“. Fulda, 2003
  9. ↑ Webseite der Kirchengemeinde zu Ehre des Festes Begegnung des Herrn
  10. ↑ OsthessenNews: Akt der Akzeptanz: Neues muslimisches BegrĂ€bnisfeld auf Westfriedhof eingeweiht
  11. ↑ Deutschland – Land der Ideen: AusgewĂ€hlter Ort des Tages – Stand: 13. Mai 2010
  12. ↑ Homepage der Kinder-Akademie Fulda – Stand: 13. Mai 2010
  13. ↑ Wo der Fluss Energie fĂŒr naturtrĂŒbes Bier liefert Fuldaer Zeitung vom 6. September 2010.
  14. ↑ http://www.bonifatiushaus.de/bonifatiushaus_xslt/bildungshaus_akademie/allgemeines.php?navid=6/

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  • Fulda — Le nom dĂ©signe celui qui est originaire de Fulda, commune allemande de la province de Hesse. Il a souvent Ă©tĂ© portĂ© par des Juifs askhĂ©nazes. Autres formes : Fuld, Fulde. Forme francisĂ©e : Fould 
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