F√ľrstentum Ansbach

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F√ľrstentum Ansbach
Territorium des F√ľrstentum Ansbach (1791)

Das F√ľrstentum Ansbach bzw. Markgraftum Brandenburg-Ansbach war ein reichsunmittelbares Territorium im fr√§nkischen Reichskreis, das von Nebenlinien des Hauses Hohenzollern regiert wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Entstehung und geschichtliche Entwicklung

Das F√ľrstentum Ansbach entwickelte sich aus dem untergebirgischen Landesteil der Burggrafschaft N√ľrnberg. Zusammen mit dem obergebirgischen Teil der Burggrafschaft bildete es die fr√§nkischen Stammlande der Hohenzollern. Nachdem diese 1415/1417 mit Burggraf Friedrich VI. von N√ľrnberg in den erblichen Besitz der Mark Brandenburg gelangt waren, verwendeten die Hohenzollern ihren dadurch neu erworbenen Titel Markgraf mit der Zeit auch in ihren bisherigen fr√§nkischen Besitzungen. Mit dem 1427 erfolgten Verkauf der N√ľrnberger Burggrafenburg an die Reichsstadt N√ľrnberg endete das burggr√§fliche Kapitel in der Geschichte der Hohenzollern. F√ľr ihre fr√§nkischen Territorien b√ľrgerte sich nunmehr die Bezeichnung Markgraftum ein, bzw. im Zuge sp√§terer (zun√§chst jedoch nur vor√ľbergehender) Landesteilungen dann Markgraft√ľmer. Die endg√ľltige Trennung in zwei selbstst√§ndige Territorien fand schlie√ülich 1486 nach dem Tod von Markgraf Albrecht Achilles statt. Entsprechend der 1473 von diesem erlassenen Dispositio Achillea wurde dabei das hohenzollernsche Herrschaftsgebiet in Franken unter dessen beiden j√ľngeren S√∂hnen aufgeteilt. Die Zuweisung der beiden Landesteile wurde durch Losentscheid entschieden. Friedrich II. fiel dabei mit dem untergebirgischen Land das sp√§tere F√ľrstentum Ansbach zu, w√§hrend sein Bruder Siegmund mit dem zweiten Landesteil das nachmalige F√ľrstentum Kulmbach erhielt.

Das F√ľrstentum Ansbach wurde zwar mehrfach in Personalunion mit dem F√ľrstentum Kulmbach (bzw. seit 1604 Bayreuth) regiert (1495‚Äď1515, 1557‚Äď1603 und 1769‚Äď1791), es blieb aber bis zum Ende des alten Reiches ein staatsrechtlich eigenst√§ndiges Territorium. Mit dem F√ľrstentum Bayreuth wurde es 1791/1792 an den preu√üischen Staat angegliedert und mit diesem zusammen als Ansbach-Bayreuth zun√§chst von Karl August von Hardenberg gemeinsam verwaltet. Noch vor der Niederlage Preu√üens im vierten Koalitionskrieg fiel es 1806 durch einen von Napoleon erzwungenen Gebietstausch an das K√∂nigreich Bayern.

Die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach

Markgraf von bis Anmerkungen Bild
Friedrich I. 1398 1440 Friedrich I. war der j√ľngere Bruder von Johann III. Er z√§hlte noch zu den Burggrafen von N√ľrnberg. Nach der Teilung erh√§lt er von seinem Vater dem Burggrafen Friedrich V. von N√ľrnberg 1398 das "untergeb√ľrgische" F√ľrstentum Ansbach und nach dem Tod seines Bruder auch das "obergeb√ľrgische" F√ľrstentum Kulmbach. Seit 1415 erh√§lt er auch die W√ľrde des Kurf√ľrsten von Brandenburg verliehen. 1371 Friedrich-01.jpg
Albrecht I. Achilles 1440 1486 Albrecht Achilles √ľbernahm als Markgraf von Ansbach nach dem Tod seines ohne m√§nnliche Nachkommen verstorbenen Bruders Johann der Alchemist auch das F√ľrstentum Kulmbach. Als sein √§ltester Bruder Friedrich der Eiserne 1470 als Kurf√ľrst von Brandenburg abdankte, folgte er ihm nach und vereinte damit den gesamten Besitz der Hohenzollern in einer Hand. Albrecht Achilles.jpg
Friedrich II. 1486 1515 Friedrich II. war der zweite Sohn des Albrecht Achilles. Er √ľbernahm nach dem Tod seines Bruders Siegmund auch das F√ľrstentum Kulmbach. Wegen seines verschwenderischen Lebensstils, wurde er 1515 von seinen S√∂hnen abgesetzt und 13 Jahre lang auf der Plassenburg gefangen gehalten.
Georg der Fromme 1515 1543 Georg der Fromme war ein Sohn von Friedrich II.. Zusammen mit Bruder Kasimir entmachtete er seinen Vater 1515. Georg der Fromme √ľbernahm dabei das F√ľrstentum Ansbach, lie√ü es in seiner Abwesenheit aber von seinem Bruder verwalten. Als dieser starb, √ľbernahm er f√ľr Kasimirs minderj√§hrigen Sohn Albrecht Alcibiades bis zu dessen Vollj√§hrigkeit die Regierungsgesch√§fte des F√ľrstentums Kulmbach. Georg der Fromme.jpg
Georg Friedrich I. 1543 1603 Als einziger Sohn von Georg dem Frommen war Georg Friedrich I. seit 1543 Markgraf von Ansbach und folgte 1557 Albrecht Alcibiades als Markgraf von Kulmbach. F√ľr den zunehmend depressiven preu√üischen Herzog Albrecht Friedrich √ľbernahm er 1577 als dessen n√§chster Verwandter die Vormundschaft. Georg Friedrich I. gelang eine Konsolidierung des Finanzwesens. Als vorbildlich empfundene fr√§nkische Beamte wurden nach Preu√üen entsandt, um dort ebenfalls entsprechende Reformen umzusetzen. Mit Georg Friedrich I. starb die √§ltere Linie der fr√§nkischen Hohenzollern aus. 1539 Georg Friedrich.jpg
Joachim Ernst 1603 1625 Nach dem Aussterben der √§lteren fr√§nkischen Linie der Hohenzollern wurden erneut die beiden F√ľrstent√ľmer, diesmal unter den beiden erstgeborenen S√∂hnen des Kurf√ľrsten Johann Georg aufgeteilt. W√§hrend Christian das F√ľrstentum Kulmbach √ľbernahm und den Regierungssitz nach Bayreuth verlagerte, erhielt Joachim Ernst das F√ľrstentum Ansbach. Joachim Ernst 02 IV 13 2 0026 01 0369 a Seite 1 Bild 0001.jpg
Friedrich III. 1625 1634 Friedrich III. folgte seinem Vater Joachim Ernst. Bis zu seiner Vollj√§hrigkeit f√ľhrte allerdings seine Mutter Sophie von Solms-Laubach die Gesch√§fte. 1634, im Jahre seiner Vollj√§hrigkeit, fiel er im Drei√üigj√§hrigen Krieg in der Schlacht bei N√∂rdlingen auf der Seite der Schweden.
Albrecht II. 1634 1667 Albrecht II. war ein weiterer Sohn von Joachim Ernst. Bis zu seiner Vollj√§hrigkeit 1639 war nochmals seine Mutter Sophie von Solms-Laubach die Regentin √ľber das F√ľrstentum. Albrecht von Brandenburg-Ansbach (aka).jpg
Johann Friedrich 1667 1686 F√ľr Johann Friedrich als sp√§tgeborenen ersten Sohn von Albrecht II. aus zweiter Ehe wurde bis zu seiner Vollj√§hrigkeit 1672 eine Vormundschaftsregierung eingesetzt.
Christian Albrecht 1686 1692 F√ľr Christian Albrecht, den jungen Sohn des Johann Friedrich, wurde erneut eine Vormundschaftsregierung eingesetzt. Er starb noch vor Erreichen seiner Vollj√§hrigkeit.
Georg Friedrich II. 1692 1703 Georg Friedrich der J√ľngere folgte als Bruder von Christian Albrecht als Markgraf nach. Auch bis zu seiner Vollj√§hrigkeit wurde eine Vormundschaftsregierung eingesetzt. Im Pf√§lzischen Erbfolgekrieg k√§mpfte er als Freiwilliger in der Reichsarmee und er fiel nach Verdiensten schlie√ülich in der Schlacht bei Schmidm√ľhlen im Spanischen Erbfolgekrieg. Er hinterlie√ü keine Nachkommen.
Wilhelm Friedrich 1703 1723 Wilhelm Friedrich war der j√ľngste Sohn von Johann Friedrich. Da er in zweiter Ehe des Vaters mit Eleonore von Sachsen-Eisenach geboren wurde, war er ein Halbbruder der beiden vorausgegangenen Markgrafen. Er gr√ľndete 1710 die Ansbacher Fayencenmanufaktur. 1686 Wilhelm Friedrich.jpg
Karl Wilhelm Friedrich 1723 1757 Karl Wilhelm Friedrich, genannt der Wilde Markgraf, folgte als einziger Sohn von Wilhelm Friedrich. Bis zu seiner Vollj√§hrigkeit √ľbernahm seine Mutter Christiane Charlotte von W√ľrttemberg die Regentschaft. Er regierte als absolutistischer Herrscher mit prunkvollem Hofstaat und ging exzessiv seiner Jagdleidenschaft nach, dabei hinterlie√ü seinem Sohn als Nachfolger eine enorme Schuldenlast. Zu seinen vielf√§ltigen Baut√§tigkeiten z√§hlt der Umbau des Ansbacher Schlosses, die Errichtung zweier Schlossbauten in Gunzenhausen und die Erweiterung der Sankt Gumbertus Kirche in Ansbach im Markgrafenstil. Markgraf Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach.jpg
Christian Friedrich Karl Alexander 1757 1791 Christian Friedrich Karl Alexander war der Sohn von Karl Wilhelm Friedrich. Nachdem mit dem Tod von Friedrich Christian auch die j√ľngere Linie der Bayreuther Markgrafen erloschen war, kamen erstmals nach 1603 die beiden F√ľrstent√ľmer Bayreuth und Ansbach wieder in einer Personalunion zusammen. In einem geheimen Vertrag verkaufte Karl Alexander 1791 die beiden F√ľrstent√ľmer an Preu√üen. Im Gegenzug erhielt er eine lebenslange Pension. Er heiratete Elizabeth Craven und begab sich mit ihr als Privatmann nach England, wo er sich bis zu seinem Lebensabend der Pferdezucht widmete. Karl Alexander Brandenburg Ansbach.jpg

Geografie

Topografie und territorialer Bestand

Die nat√ľrlichen Gegebenheiten des Territoriums boten g√ľnstige Voraussetzungen f√ľr eine intensive Landwirtschaft: Die Bodenbeschaffenheit war in weiten Teilen sehr fruchtbar und gestattete die Einbringung reicher Ernten. Das F√ľrstentum galt deshalb als ein reiches Agrarland, wovon zu einem gewissen Teil auch die Bev√∂lkerung des Landes profitieren konnte.

Nachdem 1541 mit dem Regensburger Teilungsvertrag die Grenze zum benachbarten Unterland des F√ľrstentums Kulmbach (dem Gebiet um Erlangen und Neustadt a. d. Aisch) endg√ľltig festgelegt worden war, gab es bis zum Ende der Selbstst√§ndigkeit keine tiefgreifenden √Ąnderungen mehr am territorialen Bestand des F√ľrstentums. Lediglich mit der 1741 durch Erbschaft angefallenen Grafschaft Sayn-Altenkirchen im Westerwald ergab sich nochmals ein gr√∂√üerer Gebietszuwachs.

Administrative Gliederung

Die obere administrative Ebene des F√ľrstentums Ansbach bestand in der Mitte des 18. Jahrhunderts aus insgesamt 15 Verwaltungsgebieten (ohne die Grafschaft Sayn-Altenkirchen):

Der oberen Verwaltungsebene nachgeordnet waren ca. 60 Vogt-, Richter-, Stadtvogteiämter, sowie die Verwaltungen der im Zuge der Reformation aufgehobenen Klöster.

Wappen der Markgrafen von Ansbach und Bayreuth am Feuchtwanger Röhrenbrunnen
Wappen des Markgrafen Wilhelm Friedrich in der Kirche St. Michael in Markt Berolzheim

Wappen

Das Wappen der Hohenzollern im F√ľrstentum Ansbach war im Laufe der Jahrhunderte erheblichen Ver√§nderungen unterworfen. Es setzt sich immer st√§rker aus verschiedenen Elementen zusammen, die die immer umfangreicheren Anspr√ľche der Familie repr√§sentieren. Dabei nahmen die fr√§nkischen Hohenzollern vermehrt auch die Anspr√ľche ihrer preu√üischen Verwandten mit in ihr Wappen auf.

Das Stammwappen der Hohenzollern ist Silber und Schwarz geviert. Als gemehrtes Wappen erscheint es im Wechsel mit dem Wappenfeld, welches die Burggrafschaft symbolisiert: Ein schwarzer doppelschw√§nziger L√∂we auf goldenem Grund. Der L√∂we tr√§gt eine rote Krone. Die hinzukommende Kurf√ľrstenw√ľrde durch die Mark Brandenburg bringt als weiteres Wappenbild den Brandenburger Adler, einen roten Adler auf silbernem Grund. Nach Dr. Bernhard Peter[1] steigt die Anzahl der Wappenfelder bis 1769 auf 33 Felder. Darin werden Anspr√ľche auf zuvor eigenst√§ndige Herzogt√ľmer oder auch Bist√ľmer abgebildet, die aber vorrangig von der Hauptlinie der Hohenzollern erhoben werden.

Literatur

  • M. Spindler, A. Kraus: Geschichte Frankens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts, M√ľnchen 1997. ISBN 3-406-39451-5
  • Gerhard Taddey: Lexikon der deutschen Geschichte, Stuttgart 1998. ISBN 3-520-81303-3
  • M. Spindler, G. Diepolder: Bayerischer Geschichtsatlas, M√ľnchen 1969.

Weblinks

 Commons: F√ľrstentum Ansbach ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ http://www.dr-bernhard-peter.de/Heraldik/Galerien/galerie520.htm

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