Gaza Strip

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Gaza Strip
Gazastreifen (Palästinensische Autonomiegebiete)
Flagge Palästinas
Wappen Palästinas
Flagge Wappen
Amtssprache Arabisch
Hauptstadt Gaza
Staatsoberhaupt Mahmud Abbas (de jure), Chalid Maschal und Ismail Haniyya (de facto)
Regierungschef Salam Fayyad (de jure), Chalid Maschal und Ismail Haniyya (de facto)
Fläche ca. 360 km²
Einwohnerzahl 1.500.202 (Schätzung Juli 2008)
Bevölkerungsdichte 4.167 Einwohner pro km²
Währung Offizielles Zahlungsmittel: Neuer israelischer Schekel
Nationalhymne Biladi
Nationalfeiertag 15. November
Zeitzone (UTC+2)
Internet-TLD .ps
Telefonvorwahl +970

Der Gazastreifen (arabisch ‚ÄŹŔāō∑ōßōĻ ōļō≤ŔĎō©‚Äé, DMG QitńĀ Ņ ń†azza, hebr√§isch ‚ÄŹ◊®◊¶◊ē◊Ę◊™ ◊Ę◊Ė◊Ē‚Äé ‚ÄěRetzuat Asa‚Äú, auch Gasastreifen) ist ein K√ľstengebiet am √∂stlichen Mittelmeer zwischen Israel und √Ągypten mit Gaza-Stadt als Zentrum.

Er gehört, wie das Westjordanland, zu den Palästinensischen Autonomiegebieten und steht im Inneren formal unter Verwaltung der Palästinensischen Autonomiebehörde.

Den Namen "Gazastreifen" und seine geographische Form erhielt er nach dem ersten arabisch-israelischen Krieg 1948/49, als Israel und √Ągypten ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichneten.

Seit 2007 wird der Gazastreifen von der radikalislamischen Hamas kontrolliert. Israel nimmt die Kontrolle der Au√üengrenzen auf der n√∂rdlichen und √∂stlichen Landseite, der westlichen Seeseite sowie die indirekte Kontrolle des Personenverkehrs √ľber Videoschaltung auf der S√ľdseite wahr (in Zusammenarbeit mit √Ągypten und der Europ√§ischen Union). Auch in der Wasser- und Stromversorgung sowie der Telekommunikation ist der Gazastreifen nicht autonom, sondern von Israel abh√§ngig.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Sandstrand von Gaza.

Der Gazastreifen besteht haupts√§chlich aus Sand und D√ľnen, wie die ganze Mittelmeerk√ľste Pal√§stinas, lediglich 14¬†% der Fl√§che sind f√ľr die Landwirtschaft nutzbar. Seine L√§nge betr√§gt 40¬†km, seine Breite zwischen 6¬†km und 14¬†km und die Fl√§che 360¬†km¬≤. Der Gaza-Streifen ist damit etwas kleiner als das deutsche Bundesland Bremen. Die mit 105 Metern √ľber dem Meer h√∂chste Erhebung ist der Abu Auda. Im j√§hrlichen Durchschnitt regnet es zwischen 150¬†mm bis 450¬†mm, allerdings hat der Streifen reichlich Grundwasser.

Im Gazastreifen liegen folgende St√§dte: Gaza-Stadt, Chan Yunis, Dair al-Balah, Rafah, Bait Lahiya und Dschabaliya. Bis zur R√§umung der j√ľdischen Siedlungen (siehe unten) im August 2005 lebten ca. 8500 Israelis im Gazastreifen innerhalb der j√ľdischen Enklaven in 21 j√ľdischen Siedlungen.

Geschichte

Alte Postkarte mit Einwohnern von Gaza.
Im Suq von Gaza.
Blick auf Gaza-Stadt (2007).

Gaza war in der fr√ľhen Antike ein bedeutendes Handelszentrum an der Schnittstelle von Afrika, Asien und Europa. Die antike Handelsstra√üe Via Maris verlief durch Pal√§stina. Die Philister hatten das Gebiet im 12. Jh. v. Chr. im Zuge des sog. Seev√∂lkersturms von √Ągypten √ľbernommen und bauten es zum Kern ihres Siedlungsgebietes aus. Ab dem 8. Jh. v. Chr. wechselte in kurzer Folge die Herrschaft verschiedener Reiche aus √Ągypten oder Syrien/Mesopotamien √ľber das Gebiet (√Ągypten, Assyrien, Neubabylonisches Reich). Das Perserreich beherrschte das Gebiet ab dem sp√§ten 6. Jhd. v. Chr. Alexander der Gro√üe eroberte die sich ihm heftig widersetzende Stadt 332 v. Chr. nach dreimonatiger Belagerung. Danach ermordeten seine Truppen die gesamte m√§nnliche Bev√∂lkerung der Stadt. Alexanders Nachfolgedynastien der Ptolem√§er (von √Ągypten aus) und der Seleukiden (von Syrien aus) beherrschten das Gebiet bis zur Eroberung durch die R√∂mer im 1. Jh. v. Chr. Die R√∂mer bauten die Stadt Gaza wieder auf und verhalfen ihr zu neuer Bl√ľte. Die Araber eroberten das Gebiet nach dem Sieg √ľber die Byzantiner am Jarmuk im Jahr 636.

Nachdem im 11. Jh. vor√ľbergehend fr√§nkische Kreuzfahrer das Gebiet eroberten, kam es im 12. Jh. unter √§gyptisch-mamelukkische Herrschaft. Nach der Niederlage gegen die Osmanen im Jahr 1517 geriet das √§gyptische Mamelukkenreich unter osmanische Herrschaft. Seit der osmanischen Niederlage im Ersten Weltkrieg geh√∂rte das Gebiet zum britischen V√∂lkerbundsmandat f√ľr Pal√§stina. Die meisten j√ľdischen Familien wurden 1929 w√§hrend antij√ľdischer Ausschreitungen aus dem Gazastreifen vertrieben. Die letzten Juden verlie√üen den Gazastreifen w√§hrend des Arabisch-Israelischen Krieges 1948[1].

1948‚Äď1967

In der Zeit nach der Gr√ľndung des Staates Israel bis zum Sechstagekrieg wurde der Gazastreifen von √Ągypten verwaltet, jedoch nicht annektiert. Im Gegensatz zu den Pal√§stinensern des damals von Jordanien besetzten Westjordanlandes erhielten die Bewohner des Gazastreifens keine staatsb√ľrgerlichen Rechte von √Ągypten und blieben somit staatenlos.[2] 1956 wurde der Gazastreifen im Sinai-Feldzug (Suezkrise) von Israel vor√ľbergehend milit√§risch besetzt, fiel jedoch aufgrund internationalen Drucks wieder an √Ągypten.

1967‚Äď2004

Im Sechstagekrieg 1967 wurde √Ągypten von Israel besiegt. Der Gazastreifen wurde daraufhin von Israel besetzt, w√§hrend sich die israelische Armee von der ebenfalls besetzten Sinai-Halbinsel wieder zur√ľckzog. Die israelische Regierung genehmigte in der Folgezeit den Bau j√ľdischer Siedlungen im Gazastreifen. 8000 Siedler lebten auf 40¬†% des Gazastreifens in den Siedlungen Netzarim, Kfar Darom, Gush Katif. Diese Siedlungen waren f√ľr die arabischen Bewohner des Gazastreifens nicht zug√§nglich und schnitten sie von Str√§nden und Feldern ab. Seit dem Gaza-Jericho-Abkommen (auch Kairoer Abkommen genannt) 1994 stand der Gazastreifen √ľberwiegend unter der Selbstverwaltung der Pal√§stinenser (Pal√§stinensische Autonomiegebiete). Zwischen israelischen Soldaten und Pal√§stinensern kam es seit der Ausrufung der zweiten Intifada immer wieder zu blutigen K√§mpfen; der Gazastreifen bildet weiterhin eine Hochburg f√ľr den arabisch-islamischen Fundamentalismus der radikalislamischen Hamas.

2005

Der israelische Ministerpr√§sident Ariel Scharon setzte 2005, nach langen innenpolitischen Auseinandersetzungen, den Abzug der Israelis aus dem Gazastreifen ‚Ästverbunden mit dem Abbau aller j√ľdischen Siedlungen¬†‚Äď durch. Bei einer Abstimmung im israelischen Parlament hatten sich 60 Abgeordnete f√ľr den Abzug und 47 dagegen ausgesprochen. Diese Mehrheit erhielt Scharon nur aufgrund von Stimmen der Opposition (u. a. der Arbeitspartei), da seine Partei in der Frage des R√ľckzugs gespalten war und daher einige Abgeordnete gegen ihn stimmten.

Trotz heftiger gesellschaftlicher und politischer Auseinandersetzungen im Vorfeld leitete Israel am 15.¬†August 2005 schlie√ülich den Abzug aus dem Gazastreifen mit einem Einreise- und Aufenthaltsverbot f√ľr israelische Zivilisten ein. Den Siedlern der 21 im Gazastreifen befindlichen j√ľdischen Siedlungen wurde zun√§chst eine Frist von 48 Stunden gegeben, um das Gebiet zu verlassen. Danach begann die zwangsweise R√§umung des Gebietes durch das israelische Milit√§r. Innerhalb weniger Tage wurden die Siedlungen im Gazastreifen ger√§umt; nach Abriss der H√§user sollen die bisherigen j√ľdischen Siedlungsgebiete an die Pal√§stinenser √ľbergeben werden. Am Morgen des 12.¬†September 2005 verlie√ü der letzte israelische Milit√§rkonvoi den Gazastreifen √ľber den Grenz√ľbergang Kissufim. Damit endete nach 38 Jahren die Pr√§senz der Israelis im Gazastreifen. Der Abzug wurde von den Pal√§stinensern teils frenetisch mit Freudensch√ľssen und Autokorsos gefeiert. Allerdings kam es auch zu Zwischenf√§llen. So steckten Pal√§stinenser in mehreren fr√ľheren israelischen Siedlungen die Synagogen der Siedler in Brand, die als einzige Geb√§ude unzerst√∂rt zur√ľckgelassen wurden. Es folgten heftige innerarabische Kampfhandlungen vereinzelter arabischer Klans und der Bewegungen Hamas und Fatah untereinander. Der Kampf um die von den Israelis freigegebenen Gebiete wurde blutig ausgetragen, viele hunderte arabischer Zivilisten starben. Zugleich nahmen die Anschl√§ge auf israelisches Territorium zu, vermehrt wurden Raketen und Anschl√§ge registriert. Der Aufbau der arabischen Infrastruktur lahmte weiterhin.

Israels Premier Ariel Scharon hatte am 25.¬†Dezember 2005 die Streitkr√§fte angewiesen, Raketenangriffe militanter Pal√§stinenser vom Gazastreifen aus auf israelische St√§dte zu unterbinden. Dazu sollte eine 2,5¬†Kilometer breite Sperrzone im n√∂rdlichen Gazastreifen eingerichtet werden. Diese durfte von Pal√§stinensern nicht betreten werden. Am 27.¬†Dezember 2005 hatte die israelische Armee die pal√§stinensischen Bewohner der ‚ÄěSicherheitszone‚Äú durch Flugbl√§tter und Lautsprecherdurchsagen aufgefordert, diese zu verlassen.

2006‚Äď2007

Im Januar 2006 gewann die Hamas bei den Parlamentswahlen der Pal√§stinensischen Autonomiegebiete mit 76 von 132 Sitzen die absolute Mehrheit. Aufgrund anschlie√üender, internationaler Isolation, die einen Stopp der Finanzhilfen der USA und der EU an die Autonomiebeh√∂rde beinhaltete, war die Hamas jedoch gezwungen, im September 2006 in eine Regierung der Nationalen Einheit mit der verfeindeten Fatah einzuwilligen. Die Spannungen zwischen der islamistischen Hamas und der gem√§√üigteren Fatah hielten jedoch an und erreichten im Juni 2007 einen neuen H√∂hepunkt.[3] Im Kampf um Gaza gelang es der Hamas, die Fatah aus dem Gazastreifen zu vertreiben. Pr√§sident Mahmud Abbas setzte am 17. Juni 2007 eine neue Regierung unter Salam Fayyad ein. Dabei wurde er von den USA, der EU, aber auch von der Arabischen Liga unterst√ľtzt. Die Hamas lehnte die neue Regierung ab, ohne jedoch auf den alleinigen Machtanspruch im Gazastreifen zu verzichten, den sie seitdem faktisch regiert.

Am 19. September 2007 erkl√§rte die israelische Regierung den Gazastreifen zum ‚Äěfeindlichen Gebiet‚Äú, um ‚Äěso den Druck auf die Hamas (zu) erh√∂hen, damit diese die inzwischen fast t√§glichen Raketenangriffe aus dem pal√§stinensischen Autonomiegebiet unterbindet‚Äú.[4] Daher soll unter anderem die Versorgung des Gazastreifens mit Elektrizit√§t eingeschr√§nkt werden. Ziel dieser Ma√ünahmen sei die Schw√§chung der Hamas. Der Generalsekret√§r der Vereinten Nationen hat daraufhin Israel aufgefordert, den Beschluss zu √ľberdenken. Israel habe Verpflichtungen gegen√ľber der Zivilbev√∂lkerung und d√ľrfe nicht Menschenrechte missachten.[5]

2008‚Äď2009

Reichweiten von Raketen aus dem Gazastreifen und bedrohte Städte in Israel

Als Reaktion auf die anhaltenden Raketenangriffe auf die israelische Stadt Sderot mit Qassam-Raketen durch die Hamas aus dem n√∂rdlichen Gazastreifen sperrte Israel zun√§chst am 18. Januar 2008 die Grenz√ľberg√§nge zum Gazastreifen und stellte die Treibstofflieferungen ein. Nachdem das einzige √Ėlkraftwerk bei Gaza-Stadt seine Stromproduktion am Sonntag, dem 20. Januar 2008, einstellen musste, kam es zun√§chst zu einem gro√üen Stromausfall im Gazastreifen. Israel und die Hamas-Regierung unter Ismail Haniyya machten sich gegenseitig f√ľr den Stromausfall verantwortlich.[6] Die israelische Regierung k√ľndigte kurz darauf eine √Ėffnung der Grenzen und Wiederaufnahme der Hilfslieferungen in den Gazastreifen an. Auch die Stromlieferungen, die 70 Prozent des Strombedarfes ausmachen, sollten wieder aufgenommen werden.[7]

Am 23. Januar 2008 sprengten militante K√§mpfer einen mehrere hundert Meter langen Teil der Grenzmauer zu √Ągypten, worauf viele tausend Pal√§stinenser √ľber die Grenze in die √§gyptischen Provinz Schimal Sina str√∂mten.[8] In Israel werden Stimmen laut, die Verantwortung f√ľr die Versorgung der 1,5 Millionen Bewohner des Gazastreifens wieder ‚Äď wie es bis 1967 der Fall war ‚Äď √Ągypten zuzuschieben.[9] Auch √Ągypten ergriff entlang der Grenze zu Gaza √§hnliche Schritte wie Israel und begann Anfang 2008 mit der Errichtung einer 3 m hohen Sperrmauer, die ‚Äď nach der Sprengung der Grenzbarrieren durch die Hamas ‚Äď zumindest auf einer Teilstrecke des Grenzverlaufs die bisherigen Stacheldrahtsperranlagen ersetzen soll.[10]

Am 19. Juni 2008 trat eine von √Ągypten ausgehandelte sechsmonatige Waffenruhe in Kraft. Die Hamas verpflichtete sich, ihre Raketenangriffe auf israelische Gebiete zu beenden; im Gegenzug will Israel seine Blockade √ľber den Gazastreifen schrittweise lockern. Damit war es zum ersten Mal seit langer Zeit wieder m√∂glich, die 1,4 Millionen im Gazastreifen lebenden Pal√§stinenser unbeschr√§nkt mit Nahrungsmitteln, Baustoffen, Treibstoff und Konsumg√ľtern zu versorgen.[11] Im Juli 2008 ersch√ľtterten mehrere Bombenanschl√§ge und Selbstmordattentate den Gazastreifen. Die Hamas machte daf√ľr die mit ihr rivalisierende Pal√§stinensergruppe Fatah verantwortlich. Bei Razzien wurden √ľber 100 Mitglieder der Fatah festgenommen[12]. Auch die Raketen- und M√∂rserangriffe auf israelische Siedlungen wurden fortgef√ľhrt und von der Hamas nicht unterbunden. W√§hrend der verabredeten Waffenruhe wurden insgesamt mindestens 239 Raketen- und 185 Granatenangriffe gez√§hlt, alleine am 17. Dezember erfolgten 24 Angriffe[13]. Abwehrma√ünahmen der IDF gegen Raketensch√ľtzen werden von der Hamas als Verletzung der vereinbarten Waffenruhe und Provokation bezeichnet.

Seit einigen Jahren kommt es im Gazastreifen auch wiederholt zu Bombenanschlägen islamistischer Extremisten auf die Einrichtungen der christlichen Minderheit unter den Palästinensern; dabei wurden u. a. eine Bibliothek sowie Geschäfte und Internetcafés zerstört.[14][15]

Am 27. Dezember 2008 begann die israelische Armee als Reaktion auf den fortw√§hrenden Raketenbeschuss Israels durch die Hamas die Operation Gegossenes Blei. Begleitet wurde diese milit√§rische Aktion von Bombenangriffen auf Geb√§ude, in denen Hamas vermutet wurden. Dabei kamen mehrere hundert Zivilisten ums Leben, mehrere Tausend wurden w√§hrend der Luftangriffe verletzt, sodass Krankenh√§user √ľberf√ľllt waren und die medizinische Versorgung erschwert wurde. Die Operation wurde durch einseitige Waffenstillstandserkl√§rungen durch Israel vom 17. Januar 2009 f√ľr zehn Tage[16] und von Hamas vom 18. Januar 2009 f√ľr sieben Tage vorl√§ufig beendet. Israel zog seine letzten Truppen am Dienstag, den 21. Januar 2009 ab[17].

Frankreich will zur Sicherung des Waffenstillstandes und zur Verhinderung von neuem Waffenschmuggel vom Meer aus die Fregatte Germinal in die K√ľstenregion verlagern. Gleichzeitig fordert es die schnelle √Ėffnung des Grenz√ľberganges Rafah.[18]

Am 27. Januar 2009 um 8:00 Uhr Ortszeit wurde in der N√§he des Grenz√ľberganges Kissufim von militanten Pal√§stinensern ein Sprengsatz gez√ľndet, als ein israelisches Patrouillenfahrzeug passierte. Dabei wurde ein israelischer Unteroffizier get√∂tet und drei Soldaten teilweise schwer verletzt. [19][20] Kurz nach diesem Angriff k√ľndigte Ministerpr√§sident Ehud Olmert harte Reaktionen auf den Vorfall an. Am Nachmittag r√ľckten Panzer und Bulldozer √∂stlich von Chan Junis in den Gazastreifen ein. Dabei wurde ein pal√§stinensischer Landwirt get√∂tet. Die Luftwaffe habe eine Rakete auf ein fahrendes Motorrad abgefeuert und dabei ein Hamas-Mitglied und seinen Beifahrer schwer verletzt. Am fr√ľhen Mittwoch Morgen hat die Luftwaffe mehrere Luftangriffe auf die Tunnelanlagen an der Grenze zu √Ągypten geflogen. [21]

Bevölkerung

Das Territorium hat mit ca. 4.000 Einwohnern pro Quadratkilometer die Bev√∂lkerungsdichte eines st√§dtischen Verdichtungsgebiets. Der Gazastreifen liegt damit inbezug auf die Bev√∂lkerungsdichte zwischen den St√§dten M√ľnchen (4.225 Ew/km¬≤) und Berlin (3.834 Ew/km¬≤), den beiden am dichtest besiedelten St√§dten Deutschlands.

Zwei Drittel bis drei Viertel der Bev√∂lkerung sind Fl√ľchtlinge, die vor dem Pal√§stinakrieg v.a. in Jaffa und Umgebung lebten, und deren Nachkommen [22]. Davon leben ca. 492.000 in den acht von der UNRWA verwalteten Lagern[23]. Damit leben 22,42% aller von der UNRWA registrierten palestinensischen Fl√ľchtlinge im Gazastreifen. Die Bev√∂lkerungsdichte dieser Lager geh√∂rt zu den h√∂chsten der Welt; so leben in dem Lager Beach bei der Stadt Gaza 80.688 Menschen auf einer Fl√§che von weniger als einem Quadratkilometer [22] (zum Vergleich: Mumbai 31.214; Gaza Stadt 14.658; Tokio 13.650; New York 10.532).

Die Geburtenrate und das Bevölkerungswachstum ist eine der höchsten weltweit [24] [25]. Über die Hälfte der Bevölkerung ist unter 15 Jahre alt und die Bevölkerungszahl verdoppelt sich bei der derzeitigen Wachstumsrate etwa alle 15 bis 20 Jahre. Die Lebenserwartung ist geringer als im Westjordanland und Israel.[26]

Nach Berechnungen der FAO lebten im Jahr 2006 81¬†% der 1,5 Millionen Einwohner des Gazastreifens ebenso wie 59¬†% der 2,4 Millionen Einwohner des Westjordanlandes unterhalb der Armutsgrenze. Nach FAO-Angaben waren 70 Prozent der Bev√∂lkerung im Gazastreifen nicht in der Lage, ihren t√§glichen Nahrungsmittelbedarf ohne zus√§tzliche Hilfe zu decken und hatten nur 2‚Äď3 Stunden pro Tag Zugang zu Wasser.[27] Seit 1949 ist der Gazastreifen wesentlich auf die Versorgung durch die UNRWA angewiesen. Seit dem Sechs-Tage-Krieg steht der Gazastreifen unter direkter, seit dem R√ľckzug des israelischen Milit√§rs und der Schlie√üung israelischer Siedlungen im Jahr 2005 unter indirekter Kontrolle Israels. Israel, aber auch das Nachbarland √Ągypten schr√§nkten den Personen- und Warenverkehr in der Vergangenheit immer wieder ein und lie√üen ihn zeitweise g√§nzlich zum Erliegen kommen, was immer wieder zu Engp√§ssen in der Versorgung f√ľhrte und somit die dortige Wirtschaft und den Arbeitsmarkt zumindest teilweise zusammenbrechen lie√ü.

Wirtschaft

Die Industrie des Gazastreifens besteht aus meist kleinen Familienbetrieben, in denen Textilien, Seife, Schnitzereien aus Olivenholz, und Souvenirs aus Perlmutt hergestellt werden. Die Israelis haben einige moderne industrielle Kleinbetriebe aufgebaut. Elektrizit√§t wird aus Israel geliefert. Die wichtigsten Agrarprodukte sind Oliven, Zitrusfr√ľchte, Gem√ľse, Rindfleisch, und Molkereiprodukte. Haupt-Ausfuhrartikel sind Zitrusfr√ľchte und Schnittblumen, Haupteinfuhrartikel sind Lebensmittel, Konsumg√ľter und Baustoffe. Die wichtigsten Handelspartner des Gazastreifens sind Israel, √Ągypten und das Westjordanland.

Die Wirtschaftsleistung des Gazastreifens ist zwischen 1992 und 1996 um etwa ein Drittel abgesunken. Erkl√§rt wurde dieser Niedergang einerseits mit Korruption und Misswirtschaft durch Jassir Arafat, andererseits mit israelischen Grenzabriegelungen, durch die der bis dahin aufgebaute Pendler- und G√ľterverkehr zwischen Israel und dem Gazastreifen unterbrochen wurde. Die negativste soziale Folge hiervon war, dass eine hohe Arbeitslosigkeit entstand.

In den darauffolgenden Jahren verh√§ngte Israel solche umfassenden Grenzsperrungen seltener und traf Vorkehrungen, um die Auswirkungen solcher Sperren und anderer Sicherheitsma√ünahmen auf den Import pal√§stinensischer Waren und Arbeitskraft nach Israel zu vermindern. Diese √Ąnderungen f√ľhrten zu einer drei Jahre anhaltenden wirtschaftlichen Erholung im Gazastreifen.

Der Aufschwung endete mit dem Ausbruch der Zweiten Intifada im Herbst des Jahres 2000. Die Zweite Intifada f√ľhrte zu v√∂lligen Grenzabriegelungen durch die israelische Armee, sowie h√§ufigen Verkehrsbehinderungen in den Pal√§stinensischen Selbstverwaltungsgebieten, wodurch Handel und Arbeitsverkehr stark behindert wurden. Innerer Aufruhr und israelische Milit√§raktionen in den Pal√§stinensergebieten f√ľhrten zur Zerst√∂rung wichtiger Fabrikanlagen und Verwaltungsstrukturen, zahlreichen Gesch√§ftsschlie√üungen und einem j√§hen Abfall des Bruttoinlandsproduktes.

Ein weiterer Hauptfaktor war das Sinken der Arbeitseinkommen infolge der eingeschr√§nkten Anzahl von Bewohnern, denen die Einreise zur Arbeit nach Israel gestattet wurde. Nach dem israelischen R√ľckzug aus dem Gazastreifen erlaubte Israel wieder einer begrenzten Anzahl von Arbeitern, nach Israel zu pendeln. Nach dem Sieg der Hamas in den Parlamentswahlen von 2006 hat Israel aber angek√ľndigt, diese Genehmigungen wieder zu reduzieren oder zu beenden.

Israelische Siedler haben w√§hrend der Zeit ihrer Anwesenheit im Gazastreifen Treibh√§user gebaut und mit neuen landwirtschaftlichen Verfahren experimentiert. Die Treibh√§user boten hunderten von Pal√§stinensern Arbeitspl√§tze. Als sich die Israelis im Sommer 2005 aus dem Gazastreifen zur√ľckzogen, kaufte die Weltbank die Treibh√§user und stellte sie dem pal√§stinensischen Volk zur Verf√ľgung, um ihre Wirtschaft anzukurbeln. Wenngleich es auch an einigen Orten zu Pl√ľnderungen und Vandalismus kam, werden nun die meisten dieser Treibh√§user von pal√§stinensischen Farmern benutzt.

Politische Organisation

Der Gazastreifen ist in f√ľnf politische Einheiten (Gouvernements der Pal√§stinensischen Autonomiebeh√∂rde) untergliedert: Nord Gaza Gouvernement, Gaza Gouvernement, Dair al-Balah Gouvernement, Chan Yunis Gouvernement und Rafah Gouvernement.

Bei der zweiten Wahl im Januar 2006 wurden die folgenden Ergebnisse erzielt[28]:

  • Nordgaza: 5 Sitze an die Liste Change and Reform(a)
  • Gaza: 5 Sitze an die Liste Change and Reform, 3 Sitze f√ľr die Liste Independent Palestine(b)
  • Dair al-Balah: 2 Sitze an die Liste Change and Reform, 1 Sitz an die Partei al-Fatah
  • Chan Yunis: 3 Sitze an die Liste Change and Reform, 2 Sitze an die Partei al-Fatah
  • Rafah: 3 Sitze an die Partei al-Fatah
(a) Die Liste Change and Reform wird √ľberwiegend von der Hamas gestellt.
(b) Die Liste Independent Palestine wird von Mustafa Barghuti angef√ľhrt.

Grenz√ľberg√§nge

Grenz√ľbergang Rafah

Am 15.¬†November 2005 wurde eine Vereinbarung zwischen Israel und der Pal√§stinensischen Autonomiebeh√∂rde getroffen, nach der an der Grenze zwischen dem Gazastreifen und √Ągypten in Rafah ein √úbergang f√ľr Menschen und Waren geschaffen werden soll. Die Grenzabfertigung sollte durch die Pal√§stinensische Autonomiebeh√∂rde unter Aufsicht einer europ√§ischen Beobachtergruppe und mit Fern√ľberwachung durch Israel erfolgen.

Seit dem 30.¬†November 2005 bis zur Macht√ľbernahme der Hamas im Gazastreifen waren etwa 70 Europ√§er unter der Leitung des Italieners Pietro Pistolese am pal√§stinensisch-√§gyptischen Grenz√ľbergang in Rafah stationiert. Die Aufgabe der European Union Border Assistance Mission Rafah (EU BAM Rafah) war es, beim Aufbau eines pal√§stinensischen Grenzschutzes zu helfen, die vorgenommene Grenzabfertigung ‚Äěaktiv zu beobachten‚Äú, und zu den institutionalen Beziehungen zwischen den pal√§stinensischen, √§gyptischen und israelischen Beh√∂rden bez√ľglich des Grenz√ľberganges beizutragen.

Nach Macht√ľbernahme der Hamas im Gazastreifen im Juni 2007 wurde der Grenz√ľbergang bis auf weiteres geschlossen. Weder eine Einreise, noch die Ausreise ist m√∂glich. Israel, √Ągypten und die Pal√§stinensische Autonomiebeh√∂rde stellten sich bislang auf den Standpunkt, dass die Grenzabfertigungsvereinbarung vom 15. November 2005 immer noch g√ľltig sei. Die Hamas dagegen betrachtet die Grenzabfertigung als in der alleinigen Regelungskompetenz der Hamas-Regierung in Gaza und der √§gyptischen Regierung. Nachdem √Ągypten die Grenze zum Gaza-Streifen zeitweise ge√∂ffnet hatte, wurde er nach einem Massenansturm von Pal√§stinensern wieder geschlossen. √Ągypten bef√ľrchtete den Schmuggel von Waffen und das Einsickern von Hamas-K√§mpfern, die im Inland Terroranschl√§ge ver√ľben k√∂nnten. [29]

Grenz√ľbergang Karni

F√ľr den Export von G√ľtern nach Israel k√∂nnen am Grenz√ľbergang Karni seit dem 31.¬†Dezember 2005 150 Lastwagen pro Tag und seit Ende 2006 400 Lastwagen pro Tag durchfahren. Dar√ľber hinaus soll der Export von frischen landwirtschaftlichen G√ľtern erm√∂glicht werden. Israel hat eine sogenannte Pufferzone im Gazastreifen eingerichtet.

Seit Anfang 2006 ist der Export von G√ľtern aus dem Gazastreifen praktisch unterbrochen. In den Gazastreifen aus Israel importiert werden k√∂nnen nur noch Lebensmittel, Medikamente bzw. humanit√§r notwendige G√ľter sowie Brenn- und Treibstoffe. Dabei war seit Anfang 2006 der Grenz√ľbergang Karni w√§hrend rund der H√§lfte des Zeitraumes geschlossen ‚Äď von Israel mit Sicherheits√ľberlegungen begr√ľndet. Entsprechend dieser wirtschaftlichen Abschn√ľrung und der inzwischen praktisch unterbundenen Zahlungs√ľberweisungen √ľber Banken von und an Regierungsstellen in Gaza wegen des Wahlsiegs des Hamas, sowie den, durch die Angriffe mit Katjuscha-Raketen und den damit begr√ľndeten israelischen Milit√§raktionen, ist das Wirtschaftsleben inzwischen weitgehend zum Stillstand gekommen. Eine humanit√§re Katastrophe wird praktisch nur durch Aktivit√§ten internationaler humanit√§rer Organisationen und einzelner ausl√§ndischer Staaten verhindert.

Luft- und Seezugänge

Daneben kontrolliert Israel weiterhin mit seiner Armee den gesamten Zugang zum Gazastreifen √ľber die Luft (bestehender Flughafen Gaza von Israel teilweise zerst√∂rt und Wiederaufnahme von Flugverbindungen ohne Zustimmung Israels nicht m√∂glich) und zur See (Bau eines Hochseehafens bzw. Aufnahme entsprechender Schiffsverbindungen ohne israelische Zustimmung nicht m√∂glich).

Bekannte Persönlichkeiten

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Abu-Lughod, Janet L.; Dumper, Michael (2007), Cities of the Middle East and North Africa: A Historical Encyclopedia, ABC-CLIO, S. 155.
  2. ‚ÜĎ http://www.stern.de/politik/ausland/:Gazastreifen-Zwischen-Besetzung,-R%FCckzug-Unabh%E4ngigkeit/531604.html?id=531604
  3. ‚ÜĎ Reuters: Hamas erkl√§rt sich zum Sieger im Gazastreifen, 14. Juni 2007; Zitat:‚ÄěSeit Beginn der Eskalation am Sonntag sind damit mehr als 100 Pal√§stinenser ums Leben gekommen‚Äú
  4. ‚ÜĎ Neue Z√ľrcher Zeitung: Israel erkl√§rt Gazastreifen zum ¬ęfeindlichen Gebiet¬Ľ, 19. September 2007
  5. ‚ÜĎ Der Standard: UNO: Israel muss Gaza-Beschluss √ľberdenken, 19. September 2007
  6. ‚ÜĎ tagesschau.de: Blackout im Gaza-Streifen ‚Äď Inszenierung oder humanit√§re Krise?, 21. Januar 2008
  7. ‚ÜĎ tagesschau.de: Israel √∂ffnet vor√ľbergehend die Grenzen, 21. Januar 2008
  8. ‚ÜĎ tagesschau.de: Grenz√∂ffnung zwischen √Ągypten und Gaza ‚Äď Rafah wird zum Marktplatz, Januar 2008
  9. ‚ÜĎ tagesschau.de: tagesschau ‚Äď Israel will Gaza an √Ągypten abschieben, 24. Januar 2008
  10. ‚ÜĎ tagesschau.de: √Ągypten baut Mauer an der Grenze zum Gaza-Streifen, 6. M√§rz 2008
  11. ‚ÜĎ Die Zeit: Nahost: Waffenruhe zwischen Israel und Hamas, 19. Juni 2008
  12. ‚ÜĎ tagesschau.de: Hamas startet Razzia gegen Fatah-Mitglieder, 26. Juli 2008
  13. ‚ÜĎ N-TV: ‚ÄěIsrael und Hamas - Waffenstillstand absurd‚Äú, 18. Dezember 2008
  14. ‚ÜĎ BBC News: Militants bomb Gaza YMCA library, 15. Februar 2008
  15. ‚ÜĎ Haaretz: Bombs hit Christian bookstore, two Internet cafes in Gaza City, 15. April 2007
  16. ‚ÜĎ E. Hausen/A. Dippel: ‚ÄěIsrael beschlie√üt einseitige Feuerpause - Merkel, Sarkozy und Brown wollen vermitteln‚Äú, Israelnetz.com vom 17. Januar 2009.
  17. ‚ÜĎ Thomson Reuters: ‚ÄěIsraelischer Abzug aus Gazastreifen abgeschlossen‚Äú, vom 21. Januar 2009, gesehen 21. Januar 2009.
  18. ‚ÜĎ tagesschau.de - Aktion gegen den Waffenschmuggel - Frankreich schickt Fregatte vor die Gaza-K√ľste (Zugriff am 24. Januar 2009)
  19. ‚ÜĎ http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,603681,00.html
  20. ‚ÜĎ http://www.tagesschau.de/ausland/nahost308.html
  21. ‚ÜĎ http://www.tagesschau.de/ausland/gaza758.html
  22. ‚ÜĎ a b Statistische Angaben der UNRWA f√ľr den Gazastreifen
  23. ‚ÜĎ Statistische Angabe auf der Website der UNRWA
  24. ‚ÜĎ http://www.palaestina.org/news/nachrichten/zeigeNachricht.php?ID=3501
  25. ‚ÜĎ http://derstandard.at/?url=/?id=3246947%26sap=2%26_pid=8850255
  26. ‚ÜĎ ‚ÄěIn our projections, initial life expectancies at birth for the Israeli population were as during the second half of the 1990s - 76.3 for Jewish men and 80.2 for Jewish women, and 74.2 for Arab men, and 77.4 for Arab women. In the West Bank the projection's initial life expectancies were 71.4 for men and 75.5 for women; and in the Gaza area, 70.4 and 73.4, respectively. Our assumption in all population projections is that, as in the recent past, life expectancy at birth would continue to increase by about one year every five calendar years.‚Äú; Demography in Israel/Palestine: Trends, Prospects, Policy Implications; Sergio DellaPergola The A. Harman Institute of Contemporary Jewry; The Hebrew University of Jerusalem; 2001; p11; Demography in Israel, 2001
  27. ‚ÜĎ http://www.fao.org/docrep/008/a0256e/a0256e0g.htm
  28. ‚ÜĎ Wahlergebnisse 2006
  29. ‚ÜĎ Grenze zu √Ągypten wieder geschlossen

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31.433333333334.38333333337Koordinaten: 31¬į¬†N, 34¬į¬†O


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  • Gaza Strip ‚ÄĒ Ga‚Ä≤za Strip‚Ä≤ n. geg a coastal area on the E Mediterranean: formerly in the Palestine mandate, occupied by Israel 1967‚Äď94; since 1994 under Palestinian self rule ‚Ķ   From formal English to slang


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