Gebhard Leberecht von Bl├╝cher

´╗┐
Gebhard Leberecht von Bl├╝cher
Gebhard Leberecht von Bl├╝cher
ÔÇ×Marschall Vorw├ĄrtsÔÇť
Gebhard Leberecht von Bl├╝cher
Portr├Ąt f├╝r die Freimaurerloge ÔÇ×Pax inimica malisÔÇť in Emmerich

Gebhard Leberecht von Bl├╝cher, F├╝rst von Wahlstatt (* 16. Dezember 1742 in Rostock; ÔÇá 12. September 1819 in Krieblowitz, Schlesien), war preu├čischer Generalfeldmarschall und hat sich in bedeutenden Schlachten hervorgetan. Seiner offensiven Truppenf├╝hrung verdankte er den popul├Ąren Beinamen Marschall Vorw├Ąrts, der ihm nicht von den Deutschen, sondern von den Russen verliehen wurde. Seine beharrliche Vorw├Ąrts-Strategie, mit der er gegen das Z├Âgern der drei verhandlungsbereiten Monarchen der Sechsten Koalition im Winter 1813/1814 die ├ťberquerung der Rheingrenze und den Vormarsch auf Paris durchsetzte, f├╝hrte zur relativ schnellen Niederlage der Franzosen. Den endg├╝ltigen Sturz Napoleons f├╝hrte er durch den Sieg bei der Schlacht von Waterloo mit Wellington herbei. Dadurch wurden sie die beiden damals popul├Ąrsten Kriegshelden der Befreiungskriege in Europa.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Die Anf├Ąnge

Bl├╝cher stammt aus dem alten Adelsgeschlecht Bl├╝cher.

Sein Vater war der hessen-kasselsche Rittmeister Christian Friedrich von Bl├╝cher (1696ÔÇô1761). Seine Mutter war Dorothea Maria von Z├╝low (1702ÔÇô1769) aus dem mecklenburgischen Uradelsgeschlecht derer von Z├╝low. Die Familie von Bl├╝cher besa├č urspr├╝nglich das Rittergut GrossÔÇôRenzow.[1] Gebhard Leberechts Urgro├čvater verlor diesen Familienbesitz aber w├Ąhrend des Drei├čigj├Ąhrigen Krieges.[2] Um kriegerischen Auseinandersetzungen der St├Ąnde mit Herzog Karl Leopold zu entgehen, ging seine Mutter nach Rostock, wo Bl├╝cher geboren wurde. Gebhardt hatte sechs ├Ąltere Br├╝der und zwei Schwestern. Die durchaus ├Ąrmlichen Verh├Ąltnisse veranlassten seine Eltern ihn gemeinsam mit seinem ├Ąlteren Bruder Ulrich Siegfried zur Schwester auf die schwedische Insel R├╝gen zu schicken. Sie war mit dem schwedischen Kammerherrn von Kradwitz verheiratet. Eine grundlegende geistige Schulbildung genossen die Br├╝der nicht, vielmehr widmeten sie sich fast ausschlie├člich der k├Ârperlichen Ert├╝chtigung. Nach Eintritt Schwedens 1757 in den Siebenj├Ąhrigen Krieg schlossen sich die Br├╝der 1758 gegen den Willen ihrer Eltern dem schwedische Husaren-Regiment Sparre an und k├Ąmpften gegen Preu├čen. Bl├╝cher wurde im August 1760 als Kornett bei einem Gefecht am Kavelpa├č vom preu├čischen Husaren Gottfried Landeck gefangen genommen und auf das Gut Galenbeck verbracht. Dort bewog ihn Oberst von Belling, der mit Bl├╝cher verschw├Ągert war, in preu├čische Dienste einzutreten, und machte ihn bald darauf zu seinem Adjutanten. Fortan k├Ąmpfte er erfolgreich im Husaren-Regiment H8 und stieg vom Kornett bis zum Stabsrittmeister (1771) auf. Am Kavelpass erinnert der Bl├╝cherstein heute an seine Gefangennahme und den ├ťbertritt in preu├čische Dienste.

Da Bl├╝cher bei Unruhen in Polen (1772) an einem verd├Ąchtigen Priester eine Scheinerschie├čung vornehmen lie├č, ├╝berging man ihn bei der bevorstehenden Ernennung zum Major und Eskadronschef. Daraufhin verlangte er trotzig seinen Abschied (1773), der ihm von Friedrich dem Gro├čen mit den Worten ÔÇ×Der Rittmeister von Bl├╝cher kann sich zum Teufel scherenÔÇť gew├Ąhrt wurde. Schnell bereute Bl├╝cher diesen Entschluss, doch Friedrich verweigerte ihm trotz jahrelanger Gesuche und Eingaben den Wiedereintritt in die Armee. Bl├╝cher zog sich nach Schlesien zur├╝ck, wo er ein Gut erwarb. In Pottlitz (Kreis Flatow in Westpreu├čen) heiratete er 1773 Karoline Amalie von Mehling (1756ÔÇô1791), mit der er sieben Kinder hatte. Nach ihrem Tod heiratete er 1795 in Sandhorst bei Aurich Amalie von Colomb (1772ÔÇô1850), eine Schwester des sp├Ąteren Generals Peter von Colomb. Etwa 15 Jahre lang besa├č Bl├╝cher L├Ąndereien in Gro├č-Raddow bei Stettin, Kreis Regenwalde (Hinterpommern), im heutigen Polen. Am 6. Februar 1782 wurde er zum Mitglied der Freimaurerloge ÔÇ×Augusta zur goldenen KroneÔÇť in Stargard in Pommern gew├Ąhlt. Erst 1787, nach dem Tod Friedrichs II., stellte ihn Friedrich Wilhelm II. wieder als Major in seinem alten Regiment ein. Nach dem Feldzug gegen Holland 1790 wurde er Oberst. Nach dem Gefecht von Kirrweiler (gegen Frankreich), in dem er sechs Gesch├╝tze eroberte, wurde er 1794 Generalmajor. Von 1798 bis 1801 war Bl├╝cher Besitzer des Guts Nipnow in der Landgemeinde Schmaatz bei Stolp in Hinterpommern.[3] 1799 trat er in Hamm der Freimaurerloge Zum hellen Licht bei.

Jena und Auerstedt

1801 wurde Bl├╝cher zum Generalleutnant bef├Ârdert. Er wohnte zwei Jahre in Emmerich und schloss sich der dortigen Freimaurerloge ÔÇ×Pax inimica malisÔÇť (lat., etwa: Friede ÔÇô Feind des B├Âsen), in der auch seine beiden S├Âhne und neun seiner Offiziere zu Mitgliedern gew├Ąhlt wurden, an.[4] 1802 nahm er Erfurt und M├╝hlhausen f├╝r Preu├čen in Besitz. In dieser Zeit (1802ÔÇô1806) war er Meister vom Stuhl der Loge ÔÇ×Zu den drei BalkenÔÇť in M├╝nster. Dort lie├č er sich auch in freimaurerischer Bekleidung malen.

Bei Ausbruch des Krieges 1806 stie├č er mit den westf├Ąlischen Truppen ÔÇô er war Milit├Ąrgouverneur der neu errichteten Provinz Westfalen in M├╝nster ÔÇô zun├Ąchst zum Korps des Generals Ernst von R├╝chel, setzte gemeinsam mit R├╝chel den z├Âgernden Kurf├╝rsten Wilhelm I. von Hessen-Kassel unter Druck, um den Kurf├╝rsten zum Kriegseintritt auf preu├čischer Seite zu bewegen, und stie├č schlie├člich in Th├╝ringen zur Hauptarmee unter der F├╝hrung des Herzogs Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig. In der Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt f├╝hrte er bei Auerstedt den ersten Angriff der preu├čischen Kavallerie. Der Angriff missgl├╝ckte, da Bl├╝cher zu ungeduldig war: Er griff die frische und kampfkr├Ąftige franz├Âsische Infanterie an, ohne abzuwarten, bis Artillerie und Infanterie ihr Werk getan hatten, und wurde zur├╝ckgeschlagen. Die Niederlage war so nachhaltig, dass eine allgemeine Flucht einsetzte und Bl├╝cher kurzfristig das Kommando ├╝ber die zweihundert Mann starke Leibschwadron zum Schutz des K├Ânigs ├╝bernehmen musste.

Der R├╝ckzug nach L├╝beck

F├╝rst Bl├╝cher von Wahlstatt

Ôćĺ Siehe auch: Schlacht bei L├╝beck

Anschlie├čend sammelte Bl├╝cher Teile der versprengten Truppen und brachte mit Scharnhorst ÔÇô hierbei begann ihre Freundschaft ÔÇô 34 schwere Kanonen in Sicherheit. Bl├╝cher machte Scharnhorst zum Stabschef, und beide planten, franz├Âsische Truppen auf sich zu ziehen, so dass Preu├čen neue Truppen aufstellen und die Franzosen erneut angreifen k├Ânne. Tats├Ąchlich nahmen die Franzosen die Verfolgung mit drei Korps unter den Marsch├Ąllen Bernadotte, Soult und Murat auf. Trotz mangelnder Verpflegung und vieler Ersch├Âpfungstoter ÔÇô in 20 Tagen seit Jena und Auerstedt wurden 700 Kilometer zur├╝ckgelegt ÔÇô gelang es, sich den Franzosen zu entziehen. Anf├Ąnglich 10.000 Mann stark, wuchs die Armee durch den Zusammenschluss mit den zur├╝ckgehenden Truppen des Herzogs von Weimar am Ostufer der M├╝ritz auf 21.000. Marschall Bernadotte schickte zwei Aufforderungen zur ehrenvollen Kapitulation, die Bl├╝cher aber trotz hoffnungsloser Situation ablehnte. Allein bei Strelitz hatte Bl├╝cher 5.000 Mann durch feindliche Angriffe und Hunger verloren.

Bl├╝cher f├╝hrte nun die Truppen nach L├╝beck, das als freie Reichsstadt neutral und unbewaffnet war, und die Preu├čen verschafften sich am 5. November mit ├äxten Zugang durch die geschlossenen Tore. Als die Franzosen am 6. November unter Bernadotte angriffen, wurde ÔÇô entgegen Scharnhorsts Befehl ÔÇô ein Versuch unternommen, die au├čerhalb der Stadtmauer stehenden Kanonen in die Stadt zu retten. Das offene Tor konnte von den Franzosen genommen werden. Nach blutigen Stra├čenk├Ąmpfen hatten die Franzosen die Stadt unter Kontrolle und viele Preu├čen ÔÇô darunter Scharnhorst und den schwer verletzten Yorck ÔÇô gefangen. Bl├╝cher gelang mit 9.000 Mann die Flucht. Mit seinen abgek├Ąmpften Soldaten zog sich Bl├╝cher ├╝ber Schwartau nach Ratekau zur├╝ck, wo er im Pastorat Quartier nahm. Ein heilloses Durcheinander herrschte im Dorf. Hafer, Heu, Saatklee und Brot, alles wurde beschlagnahmt. Die Kirche wurde aufgebrochen und als Pferdestall benutzt. Franz├Âsische Artillerie war beim Riesebusch in Stellung gegangen, um Ratekau zu beschie├čen. Als die Nachricht kam, dass Travem├╝nde in der Hand der Franzosen sei, entschloss sich Bl├╝cher, ÔÇ×zugunsten des Dorfes Ratekau und des Pastors Schr├ÂdterÔÇť zu kapitulieren. Ein drittes Angebot von Bernadotte zu einer ehrenvollen Kapitulation nahm er diesmal an, freilich mit dem schriftlichen Zusatz, er tue dies nur, weil er keine Munition und Brot mehr habe, und unter der Bedingung einer Ehrerbietung f├╝r die preu├čischen Truppen. Bernadotte akzeptierte diese Bedingungen zuerst nicht, aber da Bl├╝cher zu keinen weiteren Zugest├Ąndnissen zu bewegen war, gab Bernadotte zur Vermeidung weiterer K├Ąmpfe und Toter nach und lie├č entsprechend der Kapitulationsbedingungen die franz├Âsischen Truppen l├Ąngs der Stra├če (EutinÔÇôL├╝beck, an der Bl├╝chereiche in Ratekau) zur Ehrerbietung an den vorbeiziehenden tapferen Feind Aufstellung nehmen. Als pers├Ânliche Geste verzichtete er auf die Annahme von Bl├╝chers Degen. W├Ąhrend der preu├čische Armeef├╝hrer seine Waffen behalten durfte, legten seine Soldaten ihre Waffen nieder und begaben sich in Gefangenschaft. An der ÔÇ×Bl├╝chereicheÔÇť bei Ratekau wurde 1856 ein Gedenkstein errichtet.

Bl├╝chers Kanonenrettung und der R├╝ckzug nach L├╝beck machten ihn zu einer Legende in ganz Europa. F├╝r L├╝beck begann hingegen die Franzosenzeit. Nach der franz├Âsischen Gefangenschaft ÔÇô Bl├╝cher durfte sich auf sein Ehrenwort gr├Â├čtenteils frei bewegen ÔÇô, in der auch Napoleon ihn kennenlernen wollte, wurde er 1807 gegen den franz├Âsischen General Victor ausgetauscht.

Nach kurzem Aufenthalt am nach K├Ânigsberg ausgewichenen K├Ânigshof bekam er das Kommando, ein preu├čisches Hilfskorps dem schwedischen K├Ânig Gustav IV. Adolf zu unterstellen, und wurde nach Schwedisch-Pommern geschickt, um die Schweden zu unterst├╝tzen. Es kam aber zu keinen Kampfeins├Ątzen mehr. In den folgenden Jahren stieg er zum Generalgouverneur in Pommern und der Neumark (1807) und General der Kavallerie (1809) auf.

Befreiungskriege

Bl├╝chers Rhein├╝bergang bei Kaub. Historiengem├Ąlde von Wilhelm Camphausen
Bl├╝chergedenkstein bei Bacharach, an der Stelle seines Rhein├╝bergangs
Das Bl├╝cherdenkmal in Kaub am Rhein

Bl├╝cher forderte leidenschaftlich den Befreiungskampf gegen Frankreich und wandte sich den preu├čischen Heeresreformern zu. Damit war er am offiziell mit Frankreich verb├╝ndeten preu├čischen Hofe nicht genehm. Als franz├Âsische Agenten ihn bei der heimlichen Ausbildung von nicht genehmigten Truppen (ÔÇ×Kr├╝mpernÔÇť) aufsp├╝rten, musste er 1812 den aktiven Dienst verlassen. Er lebte daraufhin in Kunzendorf.

Als Preu├čen 1813 den Krieg mit Frankreich wieder aufnahm, holte man ihn zur├╝ck. Zun├Ąchst f├╝hrte Bl├╝cher das preu├čische Korps, danach wurde er Oberbefehlshaber der Schlesischen Armee. In der Schlacht an der Katzbach am 26. August vernichtete er das Heer Marschall Jacques MacDonald. Am 18. September hielt er in der Loge in Bautzen seine in der Freimaurerei ber├╝hmte Rede:

ÔÇ×Ich habe von Jugend auf die Waffen f├╝r mein Vaterland gef├╝hrt und bin darin grau geworden; ich habe den Tod in seiner f├╝rchterlichsten Gestalt gesehen und sehe ihn noch t├Ąglich vor Augen; ich habe H├╝tten rauchen und ihre Bewohner nackt und blo├č davongehen sehen, und ich konnte nicht helfen. So bringt es das Treiben und Toben der Menschen in ihrem leidenschaftlichen Zustand mit sich. Aber gerne sehnt sich der bessere Mensch aus diesem wilden Gedr├Ąnge heraus, und segnend gr├╝├če ich die Stunde, wo ich mich im Geiste mit guten, treuen Br├╝dern in jene h├Âhere Regionen versetzen kann, wo ein reines, helles Licht uns entgegenstrahlt. Heilig ist mir daher die Maurerei, der ich bis zum Tode treulich anh├Ąngen werde, und jeder Bruder wird meinem Herzen stets teuer und wert sein.ÔÇť

Am 9. Oktober 1813 bezog Bl├╝cher sein Hauptquartier in Pouch in der N├Ąhe von Leipzig und schlug am 16. Oktober in der V├Âlkerschlacht bei Leipzig den Marschall Marmont bei M├Âckern vollst├Ąndig. Obwohl seine Kavallerie starke Verluste erlitten hatte, verfolgte der frisch ernannte Generalfeldmarschall die Franzosen bis nach Paris.

Auf dem Marsch nach Frankreich sammelte sich die Schlesische Armee im Dezember 1813 auf der rechten Rheinseite auf einer Breite von Mannheim bis Neuwied. Das Zentrum der Armee mit Bl├╝cher und den Korps Yorck und Langeron sammelte sich im Raum Kaub auf dem Taunus. In der Neujahrsnacht auf 1814 setzten die Vorhut und erste Truppen in Nachen ├╝ber den Rhein, w├Ąhrend russische Pioniere eine Br├╝cke aus Leinwandpontons bauten. Dadurch wurde auch die franz├Âsische Telegraphenlinie von Metz nach Mainz unterbrochen. Zur selben Zeit ├╝berquerten das Korps Sacken den Rhein bei Mannheim und das Korps St. Priest den Rhein zwischen Neuwied und der Lahnm├╝ndung mit Schwerpunkt Koblenz.

Am 1. Februar 1814 schlug Bl├╝cher die franz├Âsische Armee unter Napoleon bei La Rothi├Ęre, wurde in der Folge jedoch wieder zur├╝ckgeschlagen. Am 9. M├Ąrz siegte wiederum Bl├╝cher bei Laon und marschierte mit dem aus Belgien kommenden B├╝lowschen Korps auf Paris, das am 30. M├Ąrz 1814 mit der Erst├╝rmung des Montmartre genommen wurde. Friedrich Wilhelm III. ernannte Bl├╝cher am 3. Juni 1814 zum F├╝rsten von Wahlstatt und schenkte ihm die G├╝ter um Krieblowitz.

Die Schlacht bei Waterloo

Bl├╝chermausoleum in Krieblowitz
Das Eiserne Kreuz mit goldenen Strahlen, genannt ÔÇ×Bl├╝chersternÔÇť (Replik)

Nach der R├╝ckkehr Napoleons aus seinem Exil auf Elba ├╝bernahm Bl├╝cher das 150.000 Mann starke preu├čische Heer in Belgien, wurde aber in der Schlacht bei Ligny am 16. Juni 1815 geschlagen. Dennoch r├╝ckte er vor und griff zwei Tage sp├Ąter mit seiner Armee gerade noch rechtzeitig in die Schlacht bei Waterloo ein und konnte damit die bereits wankenden Truppen des englischen Generals Wellington (ÔÇ×Ich wollte, es w├Ąre Nacht oder die Preu├čen k├ĄmenÔÇť) siegentscheidend gegen Napoleon unterst├╝tzen. Zur Belohnung schenkte ihm Friedrich Wilhelm III. ein Stadtpalais in Berlin.

In Absprache mit Wellington, dessen Truppen vollkommen ersch├Âpft waren, r├╝ckte Bl├╝cher in Eilm├Ąrschen anschlie├čend alleine mit seinen Truppen auf Paris vor und besetzte es am 7. Juli 1815.

Im selben Jahr wurde Bl├╝cher mit dem Bl├╝cherstern, einer f├╝r ihn gestifteten Sonderform des Eisernen Kreuzes, ausgezeichnet. Im Anschluss zog er sich auf sein Anwesen bei Krieblowitz zur├╝ck, besuchte aber regelm├Ą├čig Karlsbad.

Zur Pers├Ânlichkeit

Bl├╝cher war bei der Truppe beliebt. Er f├╝hrte seine Soldaten schon vor der Scharnhorstschen Milit├Ąrreform ohne k├Ârperliche Strafen, requirierte energisch f├╝r sie und sah ├╝ber Pl├╝nderungen auch einmal hinweg. Strategisch sowie taktisch tat er sich wenig hervor (hier standen ihm jedoch seine Stabschefs, wie etwa Scharnhorst oder Gneisenau, denen er vertraute, loyal zur Seite), doch zeichnete ihn sein draufg├Ąngerisches, gelegentlich tollk├╝hnes und leutseliges Temperament vor vielen Generalen der Koalitionsarmeen aus.

Bl├╝chers sprachlich recht eigenwillige Briefe geben seinen Charakter sehr gut wieder. Den folgenden Brief schrieb er am 4. Mai 1813, zwei Tage nach der Schlacht bei Gro├čg├Ârschen, an seine Frau:

ÔÇ×was vor nachricht du auch erh├Ąlst, so sey ruhig, den ob ich gleich 3 kugell erhalten und auch ein Perd erschossen, so ist doch alles nicht gef├Ąhrlich, und ich bin und bleibe in volliger tetigkeit. Satisfaction habe ich genug, den ich habe den HErrn Napoleon zwey mahl angegriffen und beide mahl geworften. Die Schlacht ist so m├Ârderisch gewesen, da├č beide teille ersch├Âpft wahren und beide mangel an amunition hatten. Der feind hat ungleich mehr wie wihr verlohren, aber es ist auch manche brave waffen Bruder aus der weld geschieden. (...) vor heutte kann ich nicht mehr schreiben, da ich au├č marschire. (...) negstens will ich dich mehr sagen, gott mit dich. Ich habe einen Schu├č im r├╝cken, der mich sehr schmerzt, die kugell bring ich dich mit.[5]ÔÇť

Privat verschuldete er sich immer wieder durch seine Spielsucht.

Gro├če Schlachten

Redensart

Die Redensart ÔÇ×Er geht ran wie Bl├╝cher (an der Katzbach)ÔÇť geht ebenfalls auf Gebhard Leberecht von Bl├╝cher zur├╝ck und beschreibt im Allgemeinen ein sehr st├╝rmisches und entschlossenes Vorgehen.

Ehrungen

Bl├╝cher war Ehrenb├╝rger von Berlin, Hamburg und Rostock (1816). Er wurde am 14. Juni 1814 von der Universit├Ąt Oxford zum Dr. jur. h. c. ernannt (gemeinsam mit Wellington und Metternich) und am 3. August 1814 von der Berliner Universit├Ąt zum Dr. phil. h. c. (gemeinsam mit Hardenberg, Yorck, Gneisenau, Kleist, B├╝low und Tauentzien).

In K├Âln wurde der Bl├╝cherpark nach ihm benannt.

Das Bl├╝cherdenkmal in Berlin, Unter den Linden (von Christian Daniel Rauch)
Das Bl├╝cherdenkmal von Johann Gottfried Schadow auf dem Rostocker Universit├Ątsplatz (fr├╝her Bl├╝cherplatz). An der Konzeption f├╝r das Ehrenmal wirkte Johann Wolfgang von Goethe mit

Denkm├Ąler

Das erste Denkmal wurde ihm am 26. August 1819 in seiner Vaterstadt Rostock auf dem Bl├╝cherplatz errichtet. Bl├╝cher stand dieser Ehrung reserviert gegen├╝ber. ÔÇ×So geehrt ich michÔÇť, schreibt Bl├╝cher am 8. Februar 1816, ÔÇ×auch durch das in meiner Vaterstadt zu errichtende Denkmal in meiner Vaterstadt f├╝hlen mu├č, so kann ich doch nicht umhin, mir die Bemerkung zu erlauben, da├č man das Wenige, was ich zu leisten im Stande war, zu hoch in Anrechnung bringt, und die Entscheidung hier├╝ber doch wohl eigentlich nur der Nachwelt geb├╝hrte.ÔÇť Die Bilds├Ąule wurde von Johann Gottfried Schadow in Berlin gefertigt, der sich gem├Ą├č Wunsch der Stifter mit Goethe ├╝ber die Anordnung beraten hatte. Das Denkmal wurde am 26. August 1819, dem Jahrestag der Schlacht an der Katzbach, eingeweiht. Bl├╝cher tr├Ągt einen Landwehrrock, in schreitender Stellung streckt er mit der rechten Hand den Marschallstab vor. An dem Granisblock darunter sind zwei Reliefs, wo er einmal im Moment der Gefahr des 16. Juni 1815 und als siegreicher Feldherr dargestellt ist. Die Inschriften stammen von Goethe. Auf der vorderen Seite steht: ÔÇ×Dem F├╝rsten Bl├╝cher von Wahlstatt, die Seinen.ÔÇť Auf der hinteren Tafel:

ÔÇ×'In Harren und Krieg,
In Sturz und Sieg
Bewu├čt und gro├č,
So ri├č er uns vom Feinde los.'ÔÇť

Ein zweites Standbild wurde auf dem Salzring, dem gr├Â├čten Marktplatz in Breslau errichtet. Der K├╝nstler Christian Daniel Rauch stellte den Feldmarschall ebenfalls vorw├Ąrts schreitend dar. Eine dritte Bilds├Ąule, ebenfalls von Rauch, lie├č der K├Ânig am 18. Juni 1826 in Berlin neben seinem Palais, gegen├╝ber den Standbildern von Scharnhorst und B├╝low vor der Hauptwache errichten. Auf der Vorderseite findet sich die Inschrift: ÔÇ×Friedrich Wilhelm III. dem Feldmarschall F├╝rsten von Wahlstatt, im Jahre 1826ÔÇť. Die R├╝ckseite zeigt in einem Lorbeerkranz die Jahreszahlen 1813, 1814, 1815. Ein Seitenrelief bildet die Heimkehr Bl├╝chers ab, das andere eine Schlachtenszene.[6] Des Weiteren findet sich eine B├╝ste in der Walhalla und das Bl├╝cherdenkmal von Fritz Schaper in Kaub am Rhein, das am 18. Juni 1894, dem Jahrestag der Schlacht bei Waterloo, enth├╝llt wurde. Zudem gibt es in Kaub ein Bl├╝cher-Museum. Im niederschlesischen Krieblowitz, das zwischen 1937 und 1945 Bl├╝chersruh hie├č, steht das Bl├╝cher-Mausoleum, ein zylindrischer Bau von etwa zehn Metern H├Âhe. F├╝r die Denkmalgruppe 30 in der ehemaligen Berliner Siegesallee schuf Gustav Eberlein 1901 eine Nebenb├╝ste Bl├╝chers zum zentralen Standbild von K├Ânig Friedrich Wilhelm III.

Schiffe

Nach Marschall Bl├╝cher wurden mehrere Schiffe benannt. Siehe hierzu die Begriffskl├Ąrungsseite Bl├╝cher.

Literatur

Weblinks

 Commons: Gebhard Leberecht von Bl├╝cher ÔÇô Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ÔćĹ Leopold Zedlitz-Neukirch (Freiherr von): Neues preussisches Adels-Lexicon, Erster Band AÔÇôD, Gebr├╝der Reichenbach, Leipzig 1836, S. 256
  2. ÔćĹ Jens Hennig: Gehbard Leberecht von Bl├╝cher. In: Mecklenburger in der deutschen Geschichte des 19. und 20 Jahrhunderts. Herausgegeben von Prof. Dr. Ilona Buchsteiner. Ingo Koch Verlag. Rostock 2001. Seite 49.
  3. ÔćĹ Karl-Heinz Pagel: Der Landkreis Stolp in Pommern. L├╝beck 1989, S. 865
  4. ÔćĹ Kurzer Abriss der Logengeschichte Loge Pax inimica malis
  5. ÔćĹ Briefe des Feldmarschalls Bl├╝cher, ausgew├Ąhlt und eingeleitet von Wilhelm Capelle, Leipzig (Insel) o.J., S. 41
  6. ÔćĹ Wilhelm Burckhardt: Gebhard Lebrecht von Bl├╝cher, preu├čischer Feldmarschall und F├╝rst von Wahlstatt, 2. Aufl. Schw├Ąbisch Hall / Leipzig 1842, S. 120f.

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen W├Ârterb├╝chern nach:

  • Gebhard Leberecht von Bl├╝cher ÔÇö Born December 16, 1742 ÔÇŽ   Wikipedia

  • Gebhard Leberecht von Bl├╝cher ÔÇö Von Bl├╝cher. Gebhard Leberecht von Bl├╝cher (16 de diciembre de 1742 12 de septiembre de 1819), Pr├şncipe de Wahlstatt. Militar prusiano. Teniente General en 1806 y Mariscal de Campo en 1813. Comand├│ ej├ęrcitos en las batallas de Leip ÔÇŽ   Wikipedia Espa├▒ol

  • Gebhard Leberecht von Bl├╝cher ÔÇö Gebhard Leberecht von Bl├╝cher, prince de Wahlstatt Naissance 16 d├ęcembre ÔÇŽ   Wikip├ędia en Fran├žais

  • Gebhard Leberecht Von Bl├╝cher ÔÇö Gebhard Leberecht von Bl├╝cher, prince de Wahlstatt Gebhard Leberecht von Bl├╝cher (16 d├ęcembre 1742, Rostock dans le Mecklembourg 12 septembre 1819), prince de Wahlstatt ÔÇŽ   Wikip├ędia en Fran├žais

  • Gebhard Leberecht von Blucher ÔÇö Gebhard Leberecht von Bl├╝cher Gebhard Leberecht von Bl├╝cher, prince de Wahlstatt Gebhard Leberecht von Bl├╝cher (16 d├ęcembre 1742, Rostock dans le Mecklembourg 12 septembre 1819), prince de Wahlstatt ÔÇŽ   Wikip├ędia en Fran├žais

  • Gebhard leberecht von bl├╝cher ÔÇö Gebhard Leberecht von Bl├╝cher, prince de Wahlstatt Gebhard Leberecht von Bl├╝cher (16 d├ęcembre 1742, Rostock dans le Mecklembourg 12 septembre 1819), prince de Wahlstatt ÔÇŽ   Wikip├ędia en Fran├žais

  • Gebhard Leberecht von Bl├╝cher ÔÇö Gebhard Leberecht von Bl├╝cher, F├╝rst von Wahlstatt ( Rostock 16. december 1742 ÔÇá 12. september 1819. Pr├Şjsisk Generalfeldmarschall ÔÇŽ   Danske encyklop├Ždi

  • Gebhard Leberecht von Blucher ÔÇö noun Prussian general who is remembered for his leadership in the wars against Napoleon (1742 1819) ÔÇó Syn: ÔćĹBlucher, ÔćĹvon Blucher, ÔćĹG. L. von Blucher ÔÇó Hypernyms: ÔćĹgeneral, ÔćĹfull general ÔÇŽ   Useful english dictionary

  • Gebhard Leberecht von Blucher ÔÇö n. (1742 1819) Prussian field marshal, developer of a type of leather boot used by the military, Prince of Wahlstatt ÔÇŽ   English contemporary dictionary

  • Bl├╝cher,Gebhard Leberecht von ÔÇö Bl├╝┬Ěcher (blo═×o╩╣k╔Ör, ch╔Ör, KH╔Ör), Gebhard Leberecht von. Prince of Wahlstatt. 1742 1819. Prussian field marshal whose leadership of the Prussian army was crucial in the campaigns against Napoleon. * * * ÔÇŽ   Universalium


Share the article and excerpts

Direct link
ÔÇŽ Do a right-click on the link above
and select ÔÇťCopy LinkÔÇŁ

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.