Gelsenkirchen

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Gelsenkirchen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Gelsenkirchen
Gelsenkirchen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Gelsenkirchen hervorgehoben
51.5516666666677.044722222222252
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: M√ľnster
Verwaltungsverband: Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Regionalverband Ruhr
H√∂he: 52 m √ľ. NN
Fl√§che: 104,86 km¬≤
Einwohner:

257.981 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 2460 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 45879-45899
Vorwahl: 0209
Kfz-Kennzeichen: GE
Gemeindeschl√ľssel: 05 5 13 000
Stadtgliederung: 5 Stadtbezirke mit 18 Stadtteilen
Adresse der
Stadtverwaltung:
Goldbergstraße 12
45894 Gelsenkirchen
Webpräsenz: www.gelsenkirchen.de
Oberb√ľrgermeister: Frank Baranowski (SPD)
Lage der kreisfreien Stadt Gelsenkirchen in Nordrhein-Westfalen
Niederlande Belgien Niedersachsen Rheinland-Pfalz Hessen Essen Wuppertal Solingen Remscheid Hagen Ennepe-Ruhr-Kreis Bochum Dortmund Herne Gelsenkirchen Bottrop Oberhausen M√ľlheim an der Ruhr Duisburg Kreis Mettmann D√ľsseldorf Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg M√∂nchengladbach Krefeld Kreis Viersen Kreis Wesel Kreis Kleve Rhein-Erft-Kreis Kreis D√ľren Rheinisch-Bergischer Kreis Oberbergischer Kreis Kreis Recklinghausen Kreis Borken Kreis Unna M√§rkischer Kreis Kreis Olpe Hamm Kreis Soest Kreis Coesfeld Kreis Steinfurt Kreis Warendorf Leverkusen K√∂ln St√§dteregion Aachen Bonn Rhein-Sieg-Kreis St√§dteregion Aachen Kreis Euskirchen M√ľnster Kreis Siegen-Wittgenstein Hochsauerlandkreis Kreis Paderborn Kreis G√ľtersloh Kreis H√∂xter Kreis Lippe Kreis Herford Kreis Minden-L√ľbbecke BielefeldKarte
√úber dieses Bild

Gelsenkirchen ist eine Stadt im Ruhrgebiet in Nordrhein-Westfalen. Die kreisfreie Stadt im Regierungsbezirk M√ľnster ist in der Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen. Sie ist Mitglied im Landschaftsverband Westfalen-Lippe und im Regionalverband Ruhr. In Deutschland und dar√ľber hinaus ist Gelsenkirchen vor allem als Heimat des Fu√üballklubs Schalke 04 bekannt.

Die Stadt in ihren heutigen Grenzen ist das Ergebnis mehrerer Gebietsreformen, durch die einige umliegende Gemeinden und sogar gr√∂√üere St√§dte, darunter die ehemalige Gro√üstadt (seit 1926) Buer (seit 1912 Stadtkreis Buer), nach Gelsenkirchen eingegliedert bzw. mit dieser Stadt zusammengelegt wurden. Schon die erste gr√∂√üere Eingemeindung 1903 brachte die Einwohnerzahl Gelsenkirchens √ľber die 100.000-Grenze und machte es zur Gro√üstadt. Heute liegt Gelsenkirchen mit seinen rund 260.000 Einwohnern auf Platz elf der 29 Gro√üst√§dte des Bundeslandes. Fr√ľher besa√ü Gelsenkirchen auf Grund der vielen Fackeln, √ľber die die Kokereien das √ľbersch√ľssige Koksofengas abfackelten, den Beinamen Stadt der 1000 Feuer.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Gelsenkirchen liegt an den beiden flachen H√§ngen der breiten Emschermulde mit dem Rhein-Herne-Kanal im S√ľdwesten Westfalens. Die Kernstadt liegt s√ľdlich des Flusses bzw. Kanals, w√§hrend die Stadtteile Horst und Buer n√∂rdlich der Gew√§sser liegen. Ein Gro√üteil des Stadtgebietes liegt infolge von Bergsenkungen unterhalb des Hauptvorfluters Emscher und muss deshalb st√§ndig von der Emschergenossenschaft mit Entw√§sserungspumpen vor √úberflutung gesch√ľtzt werden. Die gr√∂√üte Ausdehnung des Stadtgebiets betr√§gt in Nord-S√ľd-Richtung 17 Kilometer und in West-Ost-Richtung elf Kilometer. Die Stadtgrenze misst insgesamt eine L√§nge von 68 Kilometern. In Gelsenkirchen sind etwa zehn Prozent des Stadtgebiets Park- und Freizeitfl√§chen und 25 % W√§lder und landwirtschaftliche Fl√§chen. Gelsenkirchen geh√∂rt damit zu den St√§dten mit einem √ľberdurchschnittlichen Gr√ľnfl√§chenanteil.

Nachbargemeinden

Karte von Gelsenkirchen (mit Stadtteilen)

Folgende Städte grenzen an die Stadt Gelsenkirchen; sie werden im Uhrzeigersinn und beginnend im Osten genannt:

Die kreisfreien Städte Herne, Bochum, Essen, sowie die zum Kreis Recklinghausen gehörenden Städte Gladbeck, Dorsten, Marl und Herten.

Stadtgliederung

Siehe auch: Stadtteile in Gelsenkirchen

Das Stadtgebiet Gelsenkirchens besteht aus f√ľnf Stadtbezirken mit je einer Bezirksvertretung, die sich in Stadtteile unterteilen. Die Stadtbezirke mit zugeh√∂rigen Stadtteilen:

Die Grenzen zwischen den Stadtbezirken bilden, mit Ausnahme der Grenze des Bezirkes Nord, verschiedene Elemente der Verkehrsinfrastruktur der Stadt. So trennt die Eisenbahnstrecke Herne-Oberhausen die Bezirke Mitte und S√ľd, der Rhein-Herne-Kanal Mitte und West bzw. Ost und die Kurt-Schumacher-Stra√üe Ost und West.

Den geringsten Anteil an der industriell und gewerblich genutzten Fl√§che der Stadt Gelsenkirchen haben heute die Bezirke S√ľd mit etwa 7,8 % (oder 9,11 % in Bezug zur Bezirksfl√§che) und Ost mit 8,9 %. Dagegen erkennt man noch im Bezirk Mitte mit einem Anteil von 37 % gemessen an der industriell genutzten Stadtfl√§che (oder 16 % zum Bezirk), die industrielle Vergangenheit wieder. In den Stadtbezirken Nord und West spiegelt sich in den Zahlen von 31 % und 15 % (in Bezug zur industriell genutzten Stadtfl√§che) der gro√üe Fl√§chenverbrauch der dortigen BP Raffinerieanlagen wider.

Die drei Bezirke Nord, Ost und West werden mit etwa 20 % der jeweiligen Bezirksfl√§che gleicherma√üen stark landwirtschaftlich genutzt, wobei alleine im Bezirk Nord 42 % aller landwirtschaftlich genutzten Fl√§chen der Stadt liegen. Schlusslichter sind die Stadtbezirke Mitte mit nur 5 % und S√ľd mit 11,9 % Anteil an der Bezirksfl√§che. Die forstwirtschaftliche Fl√§chennutzung ist mit 14 % im Bezirk Ost (dort liegt das Waldgebiet Resser Mark) am gr√∂√üten. Bezogen auf das gesamte Stadtgebiet liegen im Bezirk Ost sogar 40 % aller forstwirtschaftlichen Fl√§chen.

W√§hrend sich also besonders im Norden und Osten der Stadt sowie noch im Stadtteil Beckhausen auch eine gewisse land- bzw. forstwirtschaftliche Pr√§gung bemerkbar macht, ist vor allem s√ľdlich des Rhein-Herne-Kanals die montanindustrielle Vergangenheit der Stadt mit dazugeh√∂riger Wohnbebauung zu erkennen, auch wenn an die ehemals dort betriebenen Zechen Holland, Rhein-Elbe und Hibernia und an das Gussstahlwerk von Thyssen nur noch wenige Geb√§ude erinnern.

Datengrundlage: Statistikatlas 2004, Gelsenkirchen

Stadtpanorama Gelsenkirchen: Die Altstadt vom Hamburg-Mannheimer-Gebäude aus.
Stadtpanorama Gelsenkirchen: Die Altstadt vom Hamburg-Mannheimer-Gebäude aus.
Stadtpanorama Gelsenkirchen: Von der Arena bis nach √úckendorf
Stadtpanorama Gelsenkirchen: Von der Arena bis nach √úckendorf

Geschichte

Mittelalter und Fr√ľhgeschichte

Obwohl der heutige Stadtteil Buer erst 1003 n. Chr. als Puira (vermutlich ein verungl√ľcktes Buira) urkundlich zum ersten Mal von Heribert I. erw√§hnt wurde, gab es auf dem H√ľgel n√∂rdlich der Emscher schon in der Bronzezeit, also mehr als tausend Jahre vor Christus, einige Jagdv√∂lker (germanische Brukterer?), die dort zwar nicht in Siedlungen, aber in dicht beieinander liegenden Einzelh√∂fen lebten. Sp√§ter drangen die R√∂mer in die Region vor. Um 700 n. Chr. wurde das Gebiet von den Sachsen besiedelt. Auch einige weitere Stadtteile, die heute im n√∂rdlichen Gelsenkirchen liegen, wurden bereits im fr√ľhen Mittelalter erw√§hnt; einige Beispiele sind Raedese (heute Stadtteil Resse), Middelvic (Middelich; heute zum Stadtteil Resse geh√∂rend) oder Sutheim (Sutum) und Sculven (heute Stadtteil Scholven). Viele Bauernschaften wurden sp√§ter mit der Bezeichnung iuxta Bure (bei Buer) n√§her lokalisiert.

Um 1150 tauchte zum ersten Mal der Name Gelstenkerken oder Geilistirinkirkin auf. Die erste Schreibweise hei√üt √ľbersetzt soviel wie Kirche bei den Siedlern (-seten) im Bruchland (gel). Die zweite Variante wurde von Franz Darpe mit Kirche (am Bach) der √ľppigen Stiere und von Paul Derks mit Kirche am Platz, wo sich geile Stiere tummelten √ľbersetzt. Die benannte Kirche bezeichnete vermutlich die Gelsenkirchener Dorfkirche, eine der Vorg√§ngerbauten der Kirche St. Georg. Der Schutzpatron St. Georg hat jedoch nichts mit dem ersten Teil des Stadtnamens zu tun. Etwa gleichzeitig wurde im Norden des heutigen Stadtgebiets im Stadtteil Buer die erste Kirche gebaut; diese ecclesia Buron (Kirche zu Buer) wurde 1160 in einem Verzeichnis von Pfarrkirchen des Deutzer K√ľsters Theodericus aufgelistet. Die Siedlung geh√∂rte zum Vest Recklinghausen. Allerdings lebten in der Fr√ľhzeit und im Mittelalter nur wenige Dutzend Menschen in den Siedlungen um die Emschermulde. Die s√ľdlich der Emscher gelegenen Gebiete der heutigen Stadt Gelsenkirchen geh√∂rten hingegen zur Grafschaft Mark, die seit 1666 (ab 1609 provisorisch) Teil Preu√üens war.

Blick von Buer nach S√ľden (1955)
Blick von Buer nach Norden (1955)
Im Buerschen Stadtwald
Eine Zechensiedlung
Die historischen Wagen 96 und 40 der BOGESTRA bei der Wiedereröffnung der Haltestelle Essener Straße
Wirtschaft im Wandel: fr√ľher Zeche Nordstern; heute Hauptverwaltung der THS
Das WeKa-Karee in der Gelsenkirchener Innenstadt
Kontraste in der Altstadt

Industrialisierung

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war das Gebiet in und um Gelsenkirchen nur d√ľnn besiedelt und fast ausschlie√ülich agrarisch gepr√§gt. 1815 ging das heutige Stadtgebiet Gelsenkirchens ‚Äď nach vor√ľbergehender Zugeh√∂rigkeit zum Gro√üherzogtum Berg ‚Äď an Preu√üen, das es der Provinz Westfalen angliederte. W√§hrend das damalige Gelsenkirchen dem Amt Wattenscheid im Kreis Bochum des Regierungsbezirks Arnsberg zugeordnet wurde, kam das Amt Buer (mit Horst) zum Kreis Recklinghausen im Regierungsbezirk M√ľnster. Diese Zuordnung zu zwei Regierungsbezirken endete erst 1928.

Nach der Entdeckung der Steinkohle, im Ruhrgebiet liebevoll Schwarzes Gold genannt, im Jahre 1840 und der ihr folgenden Industrialisierung wurden 1847 die Stammstrecke der K√∂ln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft und der erste Gelsenkirchener Bahnhof er√∂ffnet. 1868 wurde Gelsenkirchen Sitz eines eigenen Amtes im Kreis Bochum. Dazu geh√∂rten die Gemeinden Gelsenkirchen, Braubauerschaft (ab 1900 Bismarck), Schalke, He√üler, Bulmke und H√ľllen. Friedrich Grillo gr√ľndete 1872 in Schalke die Aktiengesellschaft f√ľr Chemische Industrie und den Schalker Gruben- und H√ľttenverein. Ein Jahr sp√§ter gr√ľndete er, ebenfalls in Schalke, die Glas- und Spiegel-Manufaktur AG. Nachdem Gelsenkirchen zu einem wichtigen Standort der Schwerindustrie geworden war, erhielt es 1875 das Stadtrecht.

Gelsenkirchen wird Großstadt

Im Jahre 1885 wurde Gelsenkirchen nach der Aufteilung des Kreises Bochum Sitz eines eigenen Kreises, der bis 1926 bestehen sollte. Dem Kreis Gelsenkirchen geh√∂rten die St√§dte Gelsenkirchen und Wattenscheid sowie die √Ąmter Braubauerschaft (ab 1900 Bismarck), Schalke, √úckendorf und Wanne an. Wenige Jahre sp√§ter, am 1. April 1897, schied Gelsenkirchen aus dem Kreis Gelsenkirchen aus und wurde kreisfreie Stadt. Horst schied 1891 aus dem Amt Buer aus. Am 1. Juli 1907 wurde der Hauptbahnhof Gelsenkirchen er√∂ffnet, weil der alte Bahnhof auf Grund des starken Bev√∂lkerungszuwachses nicht mehr gen√ľgend Kapazit√§ten hatte. Im Zuge der Industrialisierung waren viele polnischsprachige Arbeitnehmer aus der Provinz Posen zugezogen, die im Jahre 1905 13,9 % der Gelsenkirchener Stadtbev√∂lkerung ausmachten. Buer wurde 1911 zur Stadt erhoben und ein Jahr sp√§ter kreisfrei; es wurde Sitz eines eigenen Amtes. 1924 kam die Landgemeinde Rotthausen, die bis dahin zum Kreis Essen geh√∂rt hatte, zur Stadt Gelsenkirchen. Im Jahre 1928 wurden im Zuge der preu√üischen Gebietsreform die St√§dte Gelsenkirchen und Buer mit dem Amt Horst mit Wirkung vom 1. April zur neuen kreisfreien Stadt ‚ÄěGelsenkirchen-Buer‚Äú zusammengeschlossen. Seither geh√∂rt das gesamte Stadtgebiet zum Regierungsbezirk M√ľnster. 1930 wurde der Name Gelsenkirchen-Buer durch den Rat der Stadt mit Wirkung vom 21. Mai in Gelsenkirchen ge√§ndert. Die Stadt beheimatete in der neuen Konstellation nun etwa 340.000 Menschen. Die Bergwerksgesellschaft Hibernia gr√ľndete 1935 in Scholven die Hydrierwerk Scholven AG GE-Buer. 1936 gr√ľndete die Gelsenkirchener Bergwerks-Aktien-Gesellschaft in Horst die Gelsenberg-Benzin-AG.

Gelsenkirchen zur Zeit des Nationalsozialismus

W√§hrend der Zeit des Nationalsozialismus war Gelsenkirchen durch seine Lage im Herzen des Ruhrgebiets eines der Zentren der Kriegswirtschaft. In keiner anderen Zeit war die Produktion der Gelsenkirchener Industrie so hoch. Dies schuf zwar zum einen ‚Äď nach der Wegrationalisierung vieler Arbeitspl√§tze in den 1920er Jahren ‚Äď kurzzeitig wieder mehr Arbeitspl√§tze im Bergbau und in der Schwerindustrie, zum anderen aber wurde die Stadt dadurch zum Ziel mehrerer schwerer Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg, durch die drei Viertel der Stadt zerst√∂rt wurden. Noch heute pr√§gen viele ehemalige Hochbunker das Stadtbild. In den Kellern des Hans-Sachs-Hauses und dem Rathaus in Buer sind Luftschutzbunker teilweise noch im Originalzustand erhalten.

Adolf Hitler besuchte Gelsenkirchen zu den Trauerfeierlichkeiten des Industriellen Emil Kirdorf, die 1938 auf dem Gelände der Zeche Rheinelbe in Gelsenkirchen-Ückendorf stattfanden.

Auch in Gelsenkirchen wurde im November 1938 die Synagoge im Stadtteil Buer von den Nationalsozialisten niedergebrannt, die Synagoge in der Gelsenkirchener Innenstadt wurde ebenfalls zerst√∂rt. Genau 66 Jahre sp√§ter wurde dort der Grundstein f√ľr die am 1. Februar 2007 eingeweihte neue Synagoge gelegt. Das Institut f√ľr Stadtgeschichte unterh√§lt die Dokumentationsst√§tte Gelsenkirchen im Nationalsozialismus.

In Gelsenkirchen-Horst gab es im Jahre 1944 ein Au√üenlager des KZ Buchenwald. Im Gelsenberg-Lager auf dem Betriebsgel√§nde der Gelsenberg Benzin AG waren etwa 2000 ungarische Frauen und M√§dchen untergebracht, die zur Zwangsarbeit auf dem Hydrierwerk eingesetzt waren. Etwa 150 der ungarischen J√ľdinnen kamen bei schweren Bombenangriffen auf das Werk im September 1944 ums Leben. Ihnen war der Zutritt zu Bunkern und Schutzgr√§ben verboten.

Von dem Chirurgen Rudolf Bertram, der ab 1937 das Krankenhaus in Rotthausen und das St.-Josefs-Hospital in Gelsenkirchen-Horst betreute, ist √ľberliefert, dass er zusammen mit der Krankenhausf√ľrsorgerin Ruth Theobald und der Ordensschwester Epimacha 17 J√ľdinnen vor dem Abtransport nach S√∂mmerda in das dortige Au√üenlager des KZ Buchenwald rettete. Bei den Bombenangriffen vom 11. September 1944 auf die Gelsenberg Benzin AG in Gelsenkirchen-Horst wurden viele der Zwangsarbeiterinnen, die in das Au√üenlager des KZ Buchenwald auf dem Betriebsgel√§nde der Gelsenberg Benzin AG verschleppt worden waren, get√∂tet. Von den Schwerstverletzten, die man anschlie√üend in die Gelsenkirchener Krankenh√§user verbrachte, konnten insgesamt 17 Frauen vor der Gestapo gerettet werden. Durch den Einsatz von Bertram und vielen weiteren Besch√§ftigten der Krankenh√§user erlebten diese Frauen und M√§dchen ihre Befreiung im April 1945 im Rotthauser Marienhospital. F√ľr diesen Akt der Menschlichkeit wurde Bernhard Rudolf Bertram im Jahre 1980 posthum von der israelischen Gedenkst√§tte Yad Vashem die Auszeichnung Gerechter unter den V√∂lkern zuteil. Bertram blieb bis zur Pensionierung im Jahr 1965 Chefarzt am St.-Josefs-Hospital und verstarb 1975 in Gelsenkirchen. 1996 wurde ihm zu Ehren vor dem St.-Josefs-Hospital in Gelsenkirchen-Horst eine Stele mit einer Gedenktafel aufgestellt, die an die Ereignisse erinnert. Der Platz vor dem Krankenhaus erhielt den Namen Rudolf-Bertram-Platz.

2004 ver√∂ffentlichte der Gelsenkirchener Fu√üballverein FC Schalke 04 aus Anlass seines 100-j√§hrigen Bestehens eine Studie, in der seine Vereinsgeschichte in den Zeiten des ‚ÄěDritten Reiches‚Äú untersucht wurde. Das Ergebnis war, dass der Verein sich zwar den politischen Gegebenheiten angepasst hatte, aber nicht nationalsozialistisch aktiv war.

Nachkriegszeit

Nach der weitreichenden Zerst√∂rung der Stadt und ihrer Industrie im Zweiten Weltkrieg ging am 17. Dezember 1953 die Kokerei Hassel als Deutschlands erster Kokereineubau nach dem Krieg in Betrieb.

Mit der Einf√ľhrung der Postleitzahlen erhielt Gelsenkirchen 1961 als eine von wenigen St√§dten zwei Postleitzahlen: Buer die Zahl 466 und Gelsenkirchen die Zahl 465 (beide bis zum 1. Juli 1993 im Gebrauch). Die erste Gesamtschule in NRW wurde 1969 in Gelsenkirchen er√∂ffnet. Die Scholven-Chemie AG (ehemals Hydrierwerk Scholven) fusionierte 1975 mit der Gelsenberg-Benzin-AG zur VEBA-Oel AG.

Zwischen 1979 und 1981 wurden die Heinze-Frauen bundesweit bekannt. Die Beschäftigten eines Gelsenkirchener Fotounternehmens erstritten vor Gericht die gleiche Bezahlung wie ihre männlichen Kollegen.

Bei Gelegenheit seines Besuchs in der Bundesrepublik Deutschland zelebrierte Papst Johannes Paul II. 1987 im Parkstadion vor 85.000 Menschen eine Heilige Messe. Er nahm die ihm angetragene Ehrenmitgliedschaft des FC Schalke 04 an.

Bis weit in die Zeit der Montan- und Stahlkrisen gab und gibt es in Gelsenkirchen gro√üe produzierende Unternehmen aus dem Montan-Segment, unter anderem die heute weiterhin aktive Schalker Eisenh√ľtte Maschinenfabrik und das Gussstahlwerk der Thyssen AG.

In den 1990er Jahren wurde in Gelsenkirchen ‚Äď sp√§ter als in einigen anderen Ruhrgebietsst√§dten ‚Äď die Umstrukturierung der Wirtschaft und der Stadt selbst sichtbar. So fand 1997 auf dem Gel√§nde der stillgelegten Zeche Nordstern die Bundesgartenschau (BUGA) statt, die das ehemalige Zechengel√§nde zum Landschaftspark umgestaltete. Zwei Jahre sp√§ter fand das Finale der 1989 begonnenen, st√§dte√ľbergreifenden IBA Emscher Park statt.

Die Kokerei Hassel produzierte am 29. September 1999 zum letzten Mal Koks. Mit der Stilllegung stellte die letzte Kokerei auf Gelsenkirchener Stadtgebiet ihre Produktion ein. Bis dahin war in Gelsenkirchen √ľber 117 Jahre und 12 Tage Koks produziert worden. Im selben Jahr nahm die Shell Solar Deutschland AG die Produktion von Photovoltaikanlagen auf. Mit der Schlie√üung der letzten Zeche Gelsenkirchens, der Zeche Ewald Hugo, wurden am 28. April 2000 3000 Bergleute entlassen.

2003 feierte der Stadtteil Buer sein 1000-j√§hriges Bestehen. Der FC Schalke 04 feierte am 4. Mai 2004 sein 100-j√§hriges Bestehen. Heute ist Gelsenkirchen ein modernes Wissenschafts-, Dienstleistungs- und Produktionszentrum mit guter Infrastruktur.

Stadtfilme

Zwischen 1951 und 1996 hat die Stadt Gelsenkirchen regelmäßig filmische Jahreschroniken produziert, von denen 34 erhalten sind und auch in digitaler Form vorliegen. In den Stadtfilmen wurde die politische, kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung Gelsenkirchens dokumentiert.[2][3]

Religionen

Christliche Konfessionen

Gelsenkirchen hatte als Gr√ľndung von Essen von Anfang an die gleichen kirchlichen Verh√§ltnisse wie die Mutterkirche in Essen selbst, d. h. die Kirche geh√∂rte zum Erzbistum K√∂ln und war dem Dekanat Essen unterstellt. Mit dem √úbergang an die Grafschaft Mark war der Gelsenkirchener Pfarrer dem Dechanten zu Wattenscheid unterstellt. Die Kirchen in Buer und Horst waren dem Dechanten zu Dorsten zugeordnet. In Gelsenkirchen setzte sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Reformation nach lutherischem Bekenntnis durch, doch konnten die Katholiken noch bis Ende des 19. Jahrhunderts die einzige Kirche der Stadt (St. Georg, heute Altstadtkirche) mitbenutzen (Simultankirche). Anfang des 17. Jahrhunderts entstand auch eine reformierte Gemeinde. Der Anteil der Protestanten und Katholiken in Gelsenkirchen war relativ ausgewogen. Buer und Horst blieben als Orte des Vests Recklinghausen katholisch. Erst durch Zuzug im 19. Jahrhundert entstanden auch hier evangelische Kirchengemeinden. Doch kam der Anteil an der Gesamtbev√∂lkerung nie √ľber ein Drittel hinaus.

Die evangelische Kirchengemeinde Gelsenkirchens geh√∂rte bis Ende des 19. Jahrhunderts zur Synode Bochum, doch wurde die Stadt 1892 Sitz eines eigenen Superintendenten bzw. einer Kreissynode f√ľr das gesamte Umland. Hieraus entstand sp√§ter der Kirchenkreis Gelsenkirchen und Wattenscheid, zu dem heute 22 evangelische Kirchengemeinden der Stadt Gelsenkirchen und dem benachbarten Stadtbezirk Wattenscheid der Stadt Bochum innerhalb der Evangelischen Kirche von Westfalen geh√∂ren. Die n√∂rdlichen evangelischen Gemeinden bestehen aus Buer mit 8900 Mitgliedern, Markus-Gemeinde Hassel mit 1950 und Scholven mit 3350 Mitgliedern. Sie wollen sich 2007 zu einer Gro√ügemeinde zusammenschlie√üen.

Die Katholiken in Gelsenkirchen konnten bis Mitte des 19. Jahrhunderts zusammen mit den Protestanten die Kirche St. Georg nutzen. Infolge des starken Wachstums der Gemeinde war jedoch der Bau einer eigenen Kirche geboten. So wurde 1845 die Augustinuskirche erbaut. Weil sie aber schon bald zu klein war, entstand zwischen 1874 und 1884 die heutige St.-Augustinus-Kirche, die 1904 durch p√§pstlichen Erlass zur Propsteikirche erhoben wurde.

Im Jahre 1905 waren in Gelsenkirchen 47,3 % der Bewohner evangelisch und 51,2 % katholisch.

Die Propsteikirche wurde Mutterkirche mehrerer anderer katholischer Kirchen der Stadt. W√§hrend des Zweiten Weltkriegs 1944 durch Bomben stark zerst√∂rt, wurde die Augustinuskirche 1948 bis 1952 wieder aufgebaut und inzwischen mehrfach restauriert. Die Pfarrgemeinden Gelsenkirchens geh√∂rten ab 1821 zum (Erz-)Bistum Paderborn. Die Stadt wurde Sitz eines Dekanats. Die Pfarrgemeinden in Buer und Horst geh√∂rten ab 1821 zum Bistum M√ľnster. W√§hrend Buer Sitz eines eigenen Dekanats wurde, geh√∂rte Horst zum Dekanat Gladbeck. Im Jahre 1955 erfolgte die Ernennung der Pfarrkirche Sankt Urbanus in Buer zur Propsteikirche. Als 1958 das Bistum Essen gegr√ľndet wurde, kamen alle Pfarrgemeinden der Stadt Gelsenkirchen zu diesem neuen Bistum. Sie bilden heute das Stadtdekanat Gelsenkirchen.

Sowohl von der evangelischen wie der katholischen Kirche werden in Gelsenkirchen eine Reihe größerer sozialer Einrichtungen, besonders im Gesundheitswesen, betrieben. Dazu zählen unter anderem im Zentrum Gelsenkirchens die Evangelischen Kliniken und in Ückendorf die Zentrale der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH, die dort das Marienhospital unterhält, dazu das St.-Vinzenzhaus (Altenpflegeheim) und das St.-Josefsheim (Kinderheim) in Gelsenkirchen-Mitte sowie, im Zentrum Buers gelegen, das katholische St.-Marienhospital.

Daneben gibt es in Gelsenkirchen orthodoxe Gemeinden, zu denen vor allem Gastarbeiter und Aussiedler gehören.

Zu den evangelischen Freikirchen in Gelsenkirchen werden gerechnet: eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Gemeinde der evangelisch-methodistischen Kirche, ein Korps der Heilsarmee und die zum M√ľlheimer Verband geh√∂rige Christus-Gemeinde.

Durch die Gemeinschaftsbewegung bildeten sich parallel zur traditionellen Evangelischen Landeskirche in Preu√üen Ende des 19. Jahrhunderts in vielen Ortsteilen auch zahlreiche Landeskirchliche Gemeinschaften. Diese Gemeinschaften geh√∂ren in der Regel der Evangelischen Landeskirche an und halten neben den kirchlichen Gottesdiensten noch eigene Veranstaltungen ab. Hier ist zum Beispiel die Stadtmission zu nennen. Eine besondere Verbreitung erfuhren auch die zur Landeskirche geh√∂rigen, aber ansonsten eigenst√§ndigen evangelisch-lutherischen Gebetsgemeinschaften (ELG). Viele dieser Gemeinschaften bestehen bis heute.

Auch die neuapostolische Kirche und die Apostolische Gemeinschaft sind in Gelsenkirchen vertreten. Die neuapostolische Kirche hat in Gelsenkirchen 15 Gemeinden. Die apostolische Gemeinschaft bietet eine Gemeinde.

Die Zeugen Jehovas betreiben neben ihren √∂rtlichen Gemeinden einen Kongresssaal in Gelsenkirchen-Erle, in dem regelm√§√üig √ľberregionale Treffen der Religionsgemeinschaft stattfinden.

Judentum

‚Üí Hauptartikel: J√ľdische Gemeinde Gelsenkirchen

Neue Synagoge

In Gelsenkirchen gibt es eine j√ľdische Gemeinde, die durch den Zuzug einer gr√∂√üeren Zahl aus der Sowjetunion bzw. der Russischen F√∂deration Ausgewanderter in den letzten Jahren gewachsen ist. Heute z√§hlt die J√ľdische Gemeinde Gelsenkirchen etwa 400 Mitglieder. In der Reichspogromnacht zerst√∂rten Nazis √ľberall im Deutschen Reich j√ľdische Gesch√§fte, Wohnungen und Friedh√∂fe und steckten Synagogen in Brand. Auch die Synagoge in Gelsenkirchen, die 1885 eingeweiht worden war, brannte damals bis auf die Grundmauern ab. Seit 1963 erinnerte eine Mahntafel an die Zerst√∂rung der alten Synagoge. 1993 schlie√ülich wurde das Gel√§nde zum Platz der alten Synagoge umbenannt und 66 Jahre sp√§ter, am 9. November 2004, legte Paul Spiegel den Grundstein f√ľr die neue Synagoge. Am 1. Februar 2007 wurde das Haus feierlich er√∂ffnet. Das neue Zentrum der J√ľdischen Gemeinde ist an der Stelle entstanden, an der sich auch die 1938 zerst√∂rte alte Synagoge befand. Der Betraum bietet Platz f√ľr insgesamt 400 Gl√§ubige, zus√§tzlich ist ein Gemeindezentrum mit Veranstaltungsraum angeschlossen.

Islam

Weiterhin sind islamische Glaubensgemeinschaften vertreten. Im Stadtteil Hassel gibt es seit den 1990er Jahren eine klassische Moschee, inzwischen existieren in Gelsenkirchen mehrere Moscheen. 2001 wurde die Moschee Kesselstra√üe 25-27 gebaut. Es gab heftige Dispute zwischen dem Stadtteilb√ľro und dem Moscheeverein mit seinen (2005) 280 Mitgliedern. Dem Verein wurde vorgeworfen, mit der islamischen Gemeinschaft Milli G√∂r√ľs zusammenzuarbeiten. Milli G√∂r√ľs steht unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Die islamischen Glaubensgemeinschaften sind durch die zugezogenen, vor allem t√ľrkischen Gastarbeiterfamilien (in den 1960er Jahren) allm√§hlich entstanden.

Eingemeindungen

Das Stadtgebiet Gelsenkirchens hat sich wie folgt entwickelt:

  • Eingemeindung 1903:
    • Bismarck (bis 1900 Braubauerschaft) ‚Äď bis 1868 zum Amt Wattenscheid, Kreis Bochum, dann zum Amt Gelsenkirchen, Kreis Bochum, ab 1877 zum Amt Schalke, Kreis Bochum und ab 1887 eigenes Amt im inzwischen neu gegr√ľndeten Kreis Gelsenkirchen
    • Schalke ‚Äď bis 1868 zum Amt Wattenscheid, Kreis Bochum, dann zum Amt Gelsenkirchen, Kreis Bochum, ab 1877 eigenes Amt, das 1885 zum Kreis Gelsenkirchen kam
    • He√üler ‚Äď bis 1868 zum Amt Wattenscheid, Kreis Bochum, dann zum Amt Gelsenkirchen, Kreis Bochum, ab 1877 zum Amt Schalke, alle 1885 Kreis Gelsenkirchen
    • Bulmke ‚Äď bis 1868 zum Amt Wattenscheid, Kreis Bochum, dann zum Amt Gelsenkirchen, Kreis Bochum, ab 1877 zum Amt Schalke alle 1885 Kreis Gelsenkirchen, ab 1887 Bulmke zum Amt Braubauerschaft/Bismarck
    • H√ľllen ‚Äď bis 1868 zum Amt Wattenscheid, Kreis Bochum, dann zum Amt Gelsenkirchen, Kreis Bochum und 1877 zum Amt Schalke, alle 1885 Kreis Gelsenkirchen, 1887 H√ľllen zum Amt Braubauerschaft/Bismarck
    • √úckendorf ‚Äď bis 1876 zum Amt Wattenscheid, Kreis Bochum, dann eigenes Amt, das ab 1885 zum Kreis Gelsenkirchen kam
  • Eingemeindung 1924 Rotthausen ‚Äď bis 1873 zur B√ľrgermeisterei Altenessen, Kreis Duisburg, dann zur B√ľrgermeisterei Stoppenberg, Kreis Essen und ab 1906 eigene B√ľrgermeisterei im Kreis Essen
  • Eingemeindung 1926 Teile von R√∂hlinghausen und Wanne
  • 1928 (1. April) Zusammenlegung der kreisfreien St√§dte Gelsenkirchen und Buer mit dem Amt Horst (bis 1891 zum Amt Buer geh√∂rig, dann eigenes Amt) zur neuen kreisfreien Stadt Gelsenkirchen-Buer
  • 1930 (21. Mai) √Ąnderung des Stadtnamens in Gelsenkirchen

Einwohnerentwicklung

Siehe Hauptartikel Einwohnerentwicklung von Gelsenkirchen

1903 √ľberschritt die Einwohnerzahl der Stadt Gelsenkirchen nach der Eingemeindung von Schalke (26.077 Einwohner 1900), √úckendorf (21.937), Bismarck (21.169), Bulmke (11.001), He√üler (3508 Einwohner 1895) und H√ľllen (2969 Einwohner 1895) die Grenze von 100.000 und machte sie zur Gro√üstadt. 1924 erfolgte die Eingliederung von Rotthausen (29.413 Einwohner 1919), wodurch die Einwohnerzahl auf 206.595 stieg.

Am 1. April 1928 wuchs die Bev√∂lkerung der Stadt nach dem Zusammenschluss der St√§dte Gelsenkirchen (207.153 Einwohner 1925) und Buer (99.307) sowie der Gemeinde Horst-Emscher (23.412) auf 340.077. Im Jahre 1959 erreichte die Einwohnerzahl mit 391.745 ihren historischen H√∂chststand. Seitdem ist die Bev√∂lkerungszahl um 31 % gesunken. Am 31. Dezember 2005 lebten in der Stadt nach Fortschreibung des Landesamtes f√ľr Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 268.102 Menschen mit Hauptwohnsitz. F√ľr 2025 geht die Bev√∂lkerungsprognose des Landesamtes von dann nur noch 226.100 Einwohnern aus.

Die extremen Bev√∂lkerungszuw√§chse seit dem Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts (haupts√§chlich vor dem Ersten und nach dem Zweiten Weltkrieg) sind durch die angeworbenen Arbeiter der Montanindustrie zu erkl√§ren. Diese waren oft Polen und stammten vor dem Zweiten Weltkrieg √ľberwiegend aus Ost- und Westpreu√üen sowie aus Posen und Schlesien. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der √ľberwiegende Teil der Arbeiter aus S√ľdeuropa und der T√ľrkei.

Politik

Blick auf Gelsenkirchen
Blick auf Gelsenkirchen

An der Spitze des Dorfes Gelsenkirchen standen 1608 zwei B√ľrgermeister, die von den Eingesessenen gew√§hlt wurden. W√§hrend der Zeit der franz√∂sischen Besetzung 1807 bis 1813 bildete Gelsenkirchen mit dem benachbarten Wattenscheid eine gemeinsame Munizipalit√§t bzw. ab 1815 das Amt Wattenscheid im Kreis Bochum. Der dortige Amtmann war daher auch f√ľr Gelsenkirchen zust√§ndig. 1868 wurde Gelsenkirchen eigene Amtsstadt und 1875 erhielt das Amt die Stadtrechte. An der Spitze stand danach der B√ľrgermeister, der nach Erlangung der Kreisfreiheit 1896 den Titel Oberb√ľrgermeister erhielt.

Buer und Horst wurden bis 1891 unter dem gemeinsamen Amt Buer verwaltet, dann gab es ein eigenst√§ndiges Amt Horst. Jedes Amt wurde von einem Amtmann geleitet. Nach Erlangung der Stadtrechte in Buer 1911 stand an der Spitze Buers ebenfalls ein B√ľrgermeister, sp√§ter Oberb√ľrgermeister. Die Stadt Gelsenkirchen-Buer bzw. die neue Stadt Gelsenkirchen (ab 1928) wurde von einem Oberb√ľrgermeister geleitet.

W√§hrend der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberb√ľrgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Milit√§rregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberb√ľrgermeister ein und 1946 f√ľhrte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gew√§hlten Rat der Stadt, dessen Mitglieder man als Stadtverordnete bezeichnet. Der Rat w√§hlte anfangs aus seiner Mitte den Oberb√ľrgermeister als Vorsitzenden und Repr√§sentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich t√§tig war. Des Weiteren w√§hlte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1996 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberb√ľrgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repr√§sentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gew√§hlt.

B√ľrgermeister, Oberb√ľrgermeister und Oberstadtdirektoren

→ Hauptartikel: Liste der Persönlichkeiten der Stadt Gelsenkirchen

Stadtrat

Sitzverteilung des Gemeinderates nach der Kommunalwahl 2009

‚Üí Siehe auch: Ergebnisse der Kommunalwahlen in Gelsenkirchen

Dem Rat der Stadt Gelsenkirchen gehören derzeit 66 Mitglieder an. Nach der Kommunalwahl 2009 ergibt sich folgende Sitzverteilung:

Der Rat der Stadt tagt in der Regel alle sechs Wochen. Hinzu kommen zahlreiche Aussch√ľsse.

Wappen

Stadtwappen der kreisfreien Stadt Gelsenkirchen

Blasonierung: Das Stadtwappen Gelsenkirchens ist geviert von Schwarz und Silber. Im rechten Obereck eine silberne Kirche und im linken Obereck eine bewurzelte gr√ľne Linde. Im rechten Untereck ein roter L√∂we vor f√ľnf blauen Querbalken. Und im linken Untereck Schl√§gel und Eisen.

Die Kirche stammt aus dem alten Gelsenkirchener Stadtwappen, Schl√§gel und Eisen stehen f√ľr die gro√üe Bedeutung des Steinkohlenabbaus und der Eisenindustrie. Die Linde stammt aus dem Buerschen Stadtwappen, der rote L√∂we aus dem Familienwappen der Herren von Horst. Das Wappen wurde der Stadt im Jahre 1928 verliehen.

Städtepartnerschaften

Gelsenkirchen unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

In den 1960er und 1970er Jahren unterhielt Gelsenkirchen eine Partnerschaft mit der senegalesischen Stadt Kaolack, die jedoch nicht fortgef√ľhrt wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur

Karte von Gelsenkirchen
Haltestelle Buerer Straße im Stadtteil Horst
Die Line 383 am Kreisverkehr am Nordsternpark
Das ReiseZentrum im Hauptbahnhof Gelsenkirchen
Der nächtliche Hauptbahnhof vom Bahnhofscenter aus gesehen

Gelsenkirchen war bis in die 1980er Jahre stark von der Montanindustrie gepr√§gt. Weil dieser Wirtschaftszweig keine Zukunft mehr hatte und die Zechen in Gelsenkirchen eine nach der anderen schlossen, versuchte die Stadt, sich Ende der 1990er Jahre vor allem als Zentrum f√ľr Solartechnologie zu profilieren.

Unternehmen

  • Die Arise Solarmodulherstellung hatte 2006 Fa. Scheuten √ľbernommen und musste jedoch 2011 Insolvenz anmelden.
  • Die Amro GmbH ist ein mittelst√§ndisches, weltweit t√§tiges Unternehmen f√ľr Anlagen-, Montage- und Rohrleitungsbau.
  • Die Bergmannsheil und Kinderklinik Buer ging aus der 1929 von der Bergbau-Berufsgenossenschaft gegr√ľndeten Knappschaftsklinik Bergmannsheil hervor, die 2002 mit der St√§dtischen Kinderklinik fusionierte.
  • Bergwerk Lippe liegt an der Grenze zu Westerholt zu 4/10 auf Gelsenkirchener Gebiet. Es hatte 1700 Mitarbeiter und wurde Anfang 2009 geschlossen.
  • BP Gelsenkirchen/Ruhr Oel: Es werden an zwei Raffineriestandorten Kraftstoffe und petrochemische Produkte hergestellt. Das Unternehmen besch√§ftigt 2011 etwa 1950 Mitarbeiter. Bis 2012 ist eine Reduzierung auf rund 1650 Mitarbeiter geplant.
  • BRIDON International an der Magdeburger Str. 14, hat 2007 das l√§ngste Stahlseil der Welt hergestellt. Es war vier km lang, 14 cm dick und 370 t schwer.[4]
  • Courtyard-by-Marriott International-Hotel an der Kurt-Schumacher-Stra√üe mit (2008) 90 Mitarbeitern.
  • ELE (Emscher Lippe Energie GmbH), regionaler Energieversorger, 485 Millionen Euro Umsatz (2006).
  • E.ON (Betreiber von Kraftwerken, unter anderem Kraftwerk Scholven, Energieversorger).
  • Eon Anlageservice (EAS), an der Bergmannsgl√ľckstra√üe 41; hat insgesamt (2008) 650 Mitarbeiter, davon am Standort 400 und bei der Tochterfirma Grey Logix in Flensburg 220.
  • Eon Engineering, hat 2008 700 Arbeitspl√§tze (meist Ingenieure).
  • Gelsenwasser AG ist Deutschlands gr√∂√üter Wasserversorger und besch√§ftigt an der Willy-Brandt-Allee 1123 Mitarbeiter.
  • Gelsen-Net ist ein Kommunikationsdienstleister und Stadttochter an der Horster Str. 119 und besch√§ftigt insgesamt (2009) 180 Mitarbeiter.
  • GEW, die Gesellschaft f√ľr Energie und Wirtschaft bildet die Stadtwerke in Gelsenkirchen
  • GGW (Gelsenkirchener Gemeinn√ľtzige Wohnungsbaugesellschaft mbH), das Wohnungsunternehmen der Stadt Gelsenkirchen
  • Glasid AG stellt Isolierglas her. Sie besch√§ftigt 240 Mitarbeiter am Doba-Gewerbepark.
  • K√ľppersbusch im Schalker Gewerbepark, fertigt Gro√ük√ľchen, hat (2009) 350 Mitarbeiter.
  • Loxx ist ein weltweites Speditionsunternehmen mit deutschlandweit (2011) 243 Mitarbeitern.
  • Masterflex Wurde 1987 gegr√ľndet und ist ein b√∂rsennotierter Spezialkunststoff-Hersteller f√ľr Schlauchsysteme. Das EBITDA betrug 2009 2,9 Millionen Euro. Es hat vor Ort 110 und weltweit (2009) 678 Mitarbeiter.
  • medicos.AufSchalke ist ein interdisziplin√§res Kompetenzzentrum f√ľr ambulante Rehabilitation, Pr√§vention und Sport und besch√§ftigt 160 (2011) Mitarbeiter.
  • M√ľller's M√ľhle geh√∂rt zu VK M√ľhlen AG und hat 150 (2007) Mitarbeiter.
  • Nienhaus & Lotz GmbH stellt Designer-Damenmode her. Am Standort Emscherstra√üe 20 wurden (2009) 153 und weltweit 789 Mitarbeiter besch√§ftigt.
  • Der Glashersteller Pilkington in der Haydnstra√üe √ľbernahm 1980 die Flachglas AG[5] (vormals DELOG[5] Deutsche Libbey-Owens-Gesellschaft f√ľr maschinelle Glasherstellung AG).
  • Das Polizeipr√§sidium an der Kurt-Schumacher-Stra√üe besch√§ftigt 850 Mitarbeiter.
  • Rexam ist ein Dosenhersteller; im Zusammenhang mit der Einf√ľhrung des Dosenpfandes wurde die Mitarbeiterzahl auf 110 reduziert.
  • REL (Radio Emscher Lippe) hat seinen Sitz in Gelsenkirchen-Buer
  • Roller, M√∂belhaus mit √ľber 80 Discounterm√§rkten. In der Zentrale an der Willy-Brandt-Allee arbeiten 160 Mitarbeiter.
  • SABIC, ein saudi-arabisches Unternehmen, stellt Polyolefine her. Das Werk wurde 1997 von DSM √ľbernommen; etwa 365 Mitarbeiter (2008)
  • Siemens IT-Dienstleistung und Beratung (vormals SBI Ruhr), IT-Dienstleister (ehemals RAG-Informatik)
  • Schalker Eisenh√ľtte Maschinenbau GmbH, Kokereimaschinen und Schienenfahrzeuge
  • FC Schalke 04, der Verein bietet rund um die Arena 300 Stellen f√ľr festangestellte Mitarbeiter
  • Die Sch√ľlerhilfe ist ein Franchise-Unternehmen der Nachhilfe-Branche. Am Firmensitz in Gelsenkirchen arbeiten √ľber 100 festangestellte Mitarbeiter und bundesweit rund 10.000 Nachhilfelehrer.
  • Die Solarworld, (Bonn), vormals Shell Solar Deutschland GmbH produziert in Gelsenkirchen-Rotthausen Solarzellen.
  • Das Sozialwerk St. Georg, betreibt in NRW Wohnheime f√ľr geistig und k√∂rperlich behinderte Menschen, besch√§ftigt werden 2200 Mitarbeiter.
  • Stadtverwaltung hat 4000 Mitarbeiter, davon 1000 Beamte.
  • St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH, gemeinn√ľtzig, hat etwa 2100 Besch√§ftigte und betreibt unter anderem zwei Krankenh√§user, ein Alten-, Pflege- und Jugendheim, Kinderg√§rten, aber auch Friedh√∂fe und Wohn- und Gesch√§ftsh√§user.
  • St√∂lting-Gruppe ist ein Immobiliendienstleister seit 1899, an der Willy-Brandt-Allee 314, hat (2010) 900 Mitarbeiter und in Deutschland und √Ėsterreich 2500 Mitarbeiter.
  • Stra√üen.NRW ist Teil der Landesverwaltung in NRW. Sie hat am Betriebssitz 475 Mitarbeiter.
  • Treuhandstelle GmbH, Immobilienverwaltung
  • TRW Automotive, Autozulieferer an der Freiligrathstra√üe, (2008) 735 Mitarbeiter
  • Vaillant, produziert mit etwa 260 Mitarbeitern Solaranlagen.
  • Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr hat in der Innenstadt seine Hauptverwaltung mit etwa 160 Mitarbeitern.

Leistung

Gelsenkirchens Bruttoinlandsprodukt betrug 2003 insgesamt 6,074 Milliarden Euro, welches bei etwa 270.000 Einwohnern ein Pro-Kopf-BIP von etwa 22.500 ‚ā¨ ergibt und eine Erh√∂hung um 2,7 % zum Vorjahr darstellt. Am 31. M√§rz 2005 gab es in Gelsenkirchen 70.969 sozialversicherungspflichtige Besch√§ftigte, rund zwei Drittel davon im Dienstleistungssektor. Weiterhin gab es in Gelsenkirchen am 30. Juni 2005 rund 108.000 Erwerbst√§tige, zu denen rund 8900 Selbstst√§ndige und 7000 Unternehmer geh√∂ren. Die Arbeitslosenquote betrug am 3. Januar 2007 17,7 %. Die Wirtschaft in Gelsenkirchen hatte im ersten Halbjahr 2005 einen Umsatz von knapp acht Milliarden Euro. Dieses stellt zum Vergleichszeitraum im Vorjahr eine Steigerung um 16,4 % dar. Der Umsatz des Exportes betrug im selben Zeitraum etwa 610 Millionen Euro und stellt zum Vergleichszeitraum im Vorjahr eine Steigerung um 19,4 % dar. Die Stadt Gelsenkirchen ist laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung in Anbetracht ihrer Infrastruktur und Kommunalpolitik nach Leipzig, Karlsruhe und Bremen Deutschlands viertunternehmensfreundlichste Stadt.

Die beiden gr√∂√üten Einkaufsmeilen in Gelsenkirchen sind die Bahnhofstra√üe, die sich direkt an den Hauptbahnhof und dessen Vorplatz anschlie√üt und sich bis zum Neumarkt erstreckt, und die Hochstra√üe im Stadtteil Buer, wobei die Bahnhofstra√üe mit etwa 55.000 t√§glichen Passanten zu den bedeutendsten Einkaufsmeilen des mittleren Ruhrgebiets und dar√ľber hinaus zu den 30 meistbesuchten Einkaufsstra√üen Deutschlands z√§hlt.

Wirtschaftliche Entwicklung

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war Gelsenkirchen vor allem landwirtschaftlich geprägt; das Dorf hatte nur wenige Hundert Einwohner.

Dann begann in Gelsenkirchen, wie auch in der √ľbrigen Region, mit dem Abbau der Steinkohle im Ruhrgebiet der wirtschaftliche Umschwung von der Landwirtschaft zur Schwerindustrie. Die Entwicklung der Industrie verlangte nach Verkehrsverbindungen; sie gab den Ansto√ü zum Bau der Stammstrecke der K√∂ln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft. Von der wachsenden Industrie angezogen kamen immer mehr Menschen, h√§ufig aus Ostpreu√üen, das heute zu Polen und zu Russland geh√∂rt, in das Ruhrgebiet, um dort zu arbeiten. Bis um die Wende zum 20. Jahrhundert vervierfachte sich die Zahl der Einwohner Gelsenkirchens innerhalb weniger Jahre auf knapp 150.000.

Die Schwerindustrie entwickelte sich √ľber die Jahre zum wichtigsten Wirtschaftszweig in Gelsenkirchen. Nachdem in den 1920er Jahren viele Arbeitspl√§tze wegrationalisiert worden waren, gab es in Gelsenkirchen in den 1930er Jahren wieder einen kr√§ftigen wirtschaftlichen Aufschwung, der Gelsenkirchen zu Europas Steinkohlestandort Nummer 1 machte. Zu diesem Aufschwung trug die beginnende Kriegsproduktion bei. Auf Grund der hohen wirtschaftlichen Bedeutung Gelsenkirchens wurden im Zweiten Weltkrieg mehr als drei Viertel der Stadt zerst√∂rt.

Seit den 1960er Jahren verlor die Montanindustrie auch in Gelsenkirchen ihre einstige Bedeutung. Mit einigem Z√∂gern und unter erheblichen strukturellen Problemen begab sich Gelsenkirchen auf neue Wege und versucht, sich als Standort f√ľr Zukunftstechnologien zu profilieren. Zum einen hat sich Gelsenkirchen als Solarstadt einen Namen gemacht (unter anderem wurden die Solarzellen f√ľr den neuen Berliner Hauptbahnhof in Gelsenkirchen produziert), zum anderem gibt es einen deutlich gewachsenen Dienstleistungssektor.

Verkehr

Hauptpost (Mitte) und Hauptbahnhof (rechts) um 1924

Gelsenkirchen liegt an den Bundesautobahnen 2, 40, 42 und 52 sowie an den Bundesstra√üen 224, 226 und 227. Die Stadt hat 1500 Stra√üen mit einer Gesamtl√§nge von 763,93 km (einschlie√ülich Autobahnen). Der Gelsenkirchener Hauptbahnhof liegt am Schnittpunkt der Bahnstrecken Oberhausen-Gelsenkirchen-Herne-Dortmund und Essen-Gelsenkirchen-Recklinghausen-M√ľnster. Hier fahren auf sechs Gleisen jeweils Z√ľge des Regional- und Fernverkehrs. Mit Wasserwegen ist die Stadt √ľber den Rhein-Herne-Kanal verbunden, an dem ein Industrie- und Handelshafen liegt. Der Hafen Gelsenkirchen ist mit einem Jahresumschlag von 2 Millionen Tonnen und einer Wasserfl√§che von rund 120 ha einer der gr√∂√üten und wichtigsten Kanalh√§fen Deutschlands und ist zudem an das Schienennetz der DB Netz AG angebunden.

Den Nahverkehr in Gelsenkirchen bedienen Stra√üenbahnen und Busse der Bochum-Gelsenkirchener Stra√üenbahn AG BOGESTRA, sowie im Norden Gelsenkirchens die Vestische Stra√üenbahnen GmbH (das Unternehmen hei√üt zwar Vestische Stra√üenbahnen GmbH, betreibt heute aber nur noch Omnibusse). Ferner verkehren in den Randgebieten der Stadt sowie auf einigen CE- und SB-Linien Busse und Stra√üenbahnen der STOAG, EVAG sowie des BVR. Alle Linien sind in das Tarifsystem des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr integriert. Es verkehren drei Stra√üenbahnlinien (107, 301, 302), eine Stadtbahnlinie (U11, als oberirdische Stadtbahn verbindet sie den Stadtteil Horst mit der Essener Innenstadt und Universit√§t) sowie etwa 50 Buslinien in Gelsenkirchen. Die gute Verkehrversorgung unterstreichen die Nachtbusse N12 und N14, welche zwischen 0 und 5 Uhr st√ľndlich verkehren. Etwa 90 % der Gelsenkirchener U-Bahn-Tunnel sind, auf Grund ihrer speziellen Bauweise, senkungs- und erdbebensicher. Die Senkungssicherheit war der ausschlie√üliche Grund f√ľr die neu entwickelte Bauweise, die Bergsch√§den, die vor allem durch nicht (ordentlich) verf√ľllte Sch√§chte des Raubbergbaus entstehen, vorbeugen soll. Der Nachteil dieser Bauweise liegt jedoch in den Kosten, die etwa doppelt so hoch sind wie die eines Standardtunnels. L√§ngere Zeiten war auch eine Linie U21 geplant, die vom Bf Buer Nord √ľber Buer Mitte, Erle, Bismarck, Schalke, Gelsenkirchen Hbf, √úckendorf nach Witten f√ľhren sollte. Diese Planung wurde allerdings verworfen. In der Landesplanung 1998 war die Verl√§ngerung der Linie 302 bis zum Bf Buer Nord enthalten. Diese wurde bis heute (April 2011) noch nicht verwirklicht. Au√üerdem plante die Essener Verkehrs AG (EVAG) zwischenzeitlich, die Linie U11 bis zur Arena weiterzuf√ľhren, doch aus Kostengr√ľnden wurde dieses Projekt noch nicht verwirklicht.

Medien

Gelsenkirchen ist Sitz des 1987 gegr√ľndeten Verbands Lokaler Rundfunk in Nordrhein-Westfalen e. V. (VLR), der die Interessen der Veranstaltergemeinschaften im nordrhein-westf√§lischen Lokalfunk vertritt. In Gelsenkirchen-Buer ist auf der Hochstra√üe der Radiosender Radio Emscher-Lippe beheimatet.

Einzig verbliebene Tageszeitung ist die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ). Die Buersche Zeitung erschien nach 125 Jahren letztmalig am 30. September 2006 als umfangreiche Ausgabe. Sie wird jedoch als Beilage der Hertener Allgemeinen weitergef√ľhrt. Am 1. April 2006 hatten die Ruhr Nachrichten die Lokalausgabe f√ľr Gelsenkirchen eingestellt. Weiterhin wird w√∂chentlich mittwochs das Anzeigenblatt Stadtspiegel Gelsenkirchen im Stadtgebiet verteilt. Daneben erscheinen die monatlichen bzw. unregelm√§√üigen lokalen Ausgaben der Familienpost, des Beckhausener Kuriers und Wochenblick f√ľr Gelsenkirchen.

Forschung

Gelsenkirchen ist Standort vieler forschender Einrichtungen, die sich mit den verschiedensten Fachbereichen besch√§ftigen. Der Wissenschaftspark Rheinelbe ist ein Forschungszentrum im Stadtteil √úckendorf. Es werden dort unter anderem Solartechnologien verschiedener Unternehmen erforscht; das Institut f√ľr Stadtgeschichte erforscht die Vergangenheit der Stadt und das Institut f√ľr Arbeit und Technik erforscht neue Methoden, Techniken und Technologien rund um die Arbeitswelt. Das ebenfalls im Stadtteil √úckendorf beheimatete IKT - Institut f√ľr Unterirdische Infrastruktur entwickelt innovative Technologien f√ľr die Kanalisationstechnik.

Einige weitere forschende Institutionen sind die Fachhochschule f√ľr √∂ffentliche Verwaltung in NRW (unter anderem Institut f√ľr Verwaltungswissenschaften), das Hygieneinstitut des Ruhrgebiets, die Fachhochschule Gelsenkirchen (unter anderem Forschungsschwerpunkt Komponentenbasierte Softwareentwicklung (CombaSoft), Institut f√ľr Internet-Sicherheit, Institut zur F√∂rderung von Innovation und Existenzgr√ľndung, Institut f√ľr biologische und chemische Informatik, Institut f√ľr demand logistics), das Labor und Servicecenter des Fraunhofer-Instituts f√ľr Solare Energiesysteme und das Pathologische und Gewebepathologische Institut.

Sonstiges

Anl√§sslich der FIFA Fu√üball-Weltmeisterschaft 2006 ist die Verkehrsinfrastruktur in Gelsenkirchen zur Veltins-Arena hin ausgebaut worden. Seit Anfang 2005 wurde der Gelsenkirchener Hauptbahnhof gro√üz√ľgig umgebaut und am 8. Juni 2006, also einen Tag vor Beginn der Fu√üball-Weltmeisterschaft 2006, fertig gestellt. Das Deutsche-Bahn-Reisezentrum wurde deutlich n√§her zu den Bahnsteigen gelegt, das alte Reisezentrum abgerissen und dort ein neuer bahnhofsnaher Taxistand gebaut. Zudem erhielten U-Bahn-Abgang und Taxistand eine √úberdachung mit einer Photovoltaikanlage. Weiterhin wurde zu jedem Bahnsteig ein Aufzug gebaut und es wurde ein Blindenleitsystem (wei√üe Bodenplatten mit Rillen) in den Bahnhof integriert, sodass der Bahnhof nun barrierefrei ist. Im U-Bahnhof wurden die Bahnsteige abgesenkt und die Stromversorgung der Linie 302 wurde zudem so ausgebaut, dass sie nun von zwei aneinander gekoppelten Fahrzeugen (Doppeltraktion) befahren werden kann. Die Stra√üenbahn-Haltestelle VELTINS-Arena hat durch eine gro√üz√ľgige √úberdachung den Charakter eines Bahnhofs erhalten.

Die Bauarbeiten im unmittelbaren Bahnhofsumfeld und an der Infrastruktur von und zur Arena werden durch ein Redesign der Gelsenkirchener Einkaufspassage ‚Äď der Bahnhofstra√üe ‚Äď erg√§nzt. Weitere Gro√übauprojekte waren unter anderem die Komplettsanierung der Uferstra√üe (wichtige Ost-West-Verbindung parallel zum Rhein-Herne-Kanal), die neue Anschlussstelle der A 42 mit der Bezeichnung Gelsenkirchen-Schalke sowie weitere Bauma√ünahmen wie etwa Verl√§ngerung von Abbiegespuren.

In Gelsenkirchen ist sowohl eine Gesch√§ftsstelle als auch ein Ortsverband der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk beheimatet. Die zwei Technischen Z√ľge bestehen aus vier Bergungsgruppen und den Fachgruppen Infrastruktur, R√§umen und Elektroversorgung. Die Unterkunft befindet sich im Katastrophenschutzzentrum der Stadt Gelsenkirchen, Adenauerallee 100.

Bildung

Die 1992 gegr√ľndete Fachhochschule Gelsenkirchen mit Abteilungen in Bocholt und Recklinghausen unterh√§lt folgende Fachbereiche: Wirtschaft, Wirtschaftsrecht, Informatik, physikalische Technik, Elektrotechnik, Maschinenbau, Journalismus & Public Relations und Versorgungs- und Entsorgungstechnik. Gelsenkirchen ist au√üerdem einer von sieben Standorten der Fachhochschule f√ľr √∂ffentliche Verwaltung NRW (Fachbereiche: Kommunaler Verwaltungsdienst, Polizeivollzugsdienst, Modellstudiengang Verwaltungsbetriebswirtschaftslehre).

In Gelsenkirchen gibt es 51 Grundschulen (36 Gemeinschaftsgrundschulen, zw√∂lf katholische Grundschulen, drei evangelische Grundschulen), acht Hauptschulen, sechs Realschulen, sieben Gymnasien (vier altstadtnah, drei in Buer; das heutige Schalker Gymnasium ist mit seiner Gr√ľndung im Jahre 1876 das √§lteste der Stadt) und vier Gesamtschulen, von denen die evangelische Gesamtschule Bismarck als einzige Gesamtschule in der Tr√§gerschaft der westf√§lischen Landeskirche und einzige Schule in freier Tr√§gerschaft in Gelsenkirchen besondere Erw√§hnung verdient. Die Gesamtschule Berger Feld liegt in unmittelbarer N√§he des Vereinsgel√§ndes des Fu√üball-Bundesligisten FC Schalke 04, mit dem eine intensive Zusammenarbeit besteht. Seit 1995 besteht das Talentzentrum Gelsenkirchen und seit 2000 die Fu√üballschule Auf Schalke/Teilinternat Gesamtschule Berger Feld. Von 53 Nutzern dieses Teilinternats haben bisher 23 den Sprung in den Profi-Bereich geschafft, darunter Mesut √Ėzil, Manuel Neuer, Alexander Baumjohann, Benedikt H√∂wedes, Sebastian Boenisch, Tim Hoogland, Michael Delura, Julian Draxler und Joel Matip. Im Juni 2007 wurde die Gesamtschule Berger Feld als vierte deutsche Schule vom DFB als Eliteschule des Fu√üballs ausgezeichnet.[6] Zudem gibt es hier f√ľr Sch√ľlerinnen und Sch√ľler mit besonderen F√∂rderbedarfen 14 F√∂rderschulen (F√∂rderschwerpunkte: Lernen, Geistige Entwicklung, Sprache, emotionale und soziale Entwicklung, H√∂ren und Kommunikation, Sehen und motorische Entwicklung, sowie eine Schule f√ľr Kranke).

In Sutum wird im FloristPark International an der Theodor-Otte-Stra√üe auf einem fr√ľheren Bauernhof, der unter Denkmalschutz steht, die deutschlandweit einzige Fachschule des Fachverbandes Deutscher Floristen e. V. betrieben, wo regelm√§√üig Meisterkurse zum Beruf des Floristmeisters und Fortbildungsveranstaltungen f√ľr Floristen stattfinden.

In der Virchowstra√üe in GE-√úckendorf unterhalten christliche Krankenh√§user aus Gelsenkirchen und Umgebung f√ľr die Ausbildung in der Altenpflege, der Krankenpflege und der Kinderkrankenpflege das Kirchliche Bildungszentrum f√ľr Gesundheitsberufe im Revier.

Die Stadtverwaltung Gelsenkirchen betreibt eine Volkshochschule sowie eine Stadtbibliothek mit drei Zweigstellen in den Stadtteilen Horst, Buer und Erle mit mehr als 100.000 B√ľchern, Filmen und CDs. Ebenso gibt es einen fahrenden B√ľcherbus, der an Stra√üen √ľberall im Stadtgebiet h√§lt.

Kultur und Sehensw√ľrdigkeiten

Rasterkarte von Gelsenkirchen
Zwei Eisbären in der ZOOM Erlebniswelt (Karte L/14)
Hauptverwaltung der Gelsenwasser AG
Musiktheater im Revier (MiR) (Karte J/18)
Gelsenkirchener Altstadt (Karte K/19)
Skulpturenensemble zum Thema Bergbau vor dem Augustinushaus (J√ľrgen Goertz, 1992/96)
Schloss Horst (Karte D/14)
Schloss Berge (Karte G/9)
Heilig-Kreuz-Kirche von Josef Franke (Karte L/20)
Rosen im Nordsternpark (Karte D/16)
Himmelstreppe auf der Halde Rheinelbe
Innenansicht der Arena (Karte H/11)
Br√ľcke im Nordsternpark (Karte E/17)
Sportfest im Jahnstadion (Karte G/17)
Biathlon WTC 2005 in der Veltins-Arena (Karte H/11)

Besondere kulturelle Einrichtungen sind die ZOOM Erlebniswelt (ehemaliger Ruhr-Zoo), der Wissenschaftspark Rheinelbe, das Sport-Paradies, die Kaue (sozio-kulturelles Zentrum) und das Kulturzentrum Die Flora. Auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Nordstern (Bundesgartenschau 97) befindet sich die Modellbahndauerausstellung Der Deutschlandexpress, bis 2001 die größte digitale Dreileiter-Modellbahnanlage der Welt; heute sind nur das Miniatur-Wunderland in Hamburg und die Loxx Miniatur Welten Berlin größer.

Weiterhin gibt es in Gelsenkirchen einige Siedlungen, Aussichts- und Ankerpunkte der Route der Industriekultur. Die Gelsenkirchener Aussichtspunkte der Route sind die Halden Rungenberg und Rheinelbe. Ebenfalls in die Route wurden die Siedlungen Fl√∂z Dickebank und Sch√ľngelberg aufgenommen. Der Nordsternpark bietet Informationen √ľber das ehemalige Zechengel√§nde sowie √ľber die industrielle Vergangenheit der Region. Er wird deshalb als einer der Ankerpunkte der Route bezeichnet.

Aufgrund des Haushaltssicherungsgesetzes wurden im Bereich Kultur weitläufige Sparmaßnahmen ergriffen.

Theater

In Gelsenkirchen gibt es mehrere Theater mit verschiedenen Schwerpunkten. Das Musiktheater im Revier, kurz MiR, beherbergt zwei B√ľhnen, das gro√üe und kleine Haus. Das Programm des MiR besteht vor allem aus Oper, Operette, Musical, Ballett, Schauspiel (Gastspiele) und Kinder- und Jugendtheater.

Die Neue Philharmonie Westfalen, die unter anderem im MiR spielt, entstand 1996 aus der Fusion der Orchester von Recklinghausen und Gelsenkirchen und spielt heute als eines von drei Landesorchestern in ganz Nordrhein-Westfalen. Des Weiteren hat das europaweit renommierte Ballet Schindowski von Bernd Schindowski seine feste Spielstätte im MiR.

Das im Nordsternpark gelegene Amphitheater Gelsenkirchen wurde 1997 zur Bundesgartenschau am Rhein-Herne-Kanal errichtet. Im Fr√ľhjahr und Sommer finden im Amphitheater unter anderem das Rock Hard Festival, verschiedene andere Musikevents und Freilichtkinoauff√ľhrungen statt.

Das Consol-Theater in Bismarck war einst das L√ľftermaschinengeb√§ude mit den Ventilationsmaschinen der Zeche Consolidation. Seit 2001 finden im Consol-Theater regelm√§√üig Auff√ľhrungen mit dem Programmschwerpunkt Kinder- und Jugendtheater statt.

Das Emscher-Lippe-Theater ist ein Ensemble junger K√ľnstler der Emscher-Lippe-Region rund um Gelsenkirchen. Die Auff√ľhrungen finden in st√§dtischen Schulen der Region statt.

Die Theatergesellschaft Preziosa 1883 e. V. ist ein weiteres Ensemble, das sich ausschlie√ülich aus Amateuren zusammensetzt und ebenfalls st√§dtische Schulen f√ľr seine Auff√ľhrungen nutzt.

Weiterhin finden in der Veltins-Arena verschiedene Musikevents mit internationalen K√ľnstlern und Musicals in unregelm√§√üigen Abst√§nden statt ‚Äď bisher wurden zum Beispiel die Opern Aida, Carmen und Turandot aufgef√ľhrt.

Museen

Im Zentrum des Stadtteils Buer liegt an der Horster Stra√üe 5-7 das Kunstmuseum Gelsenkirchen. Das Museum wurde 1984 nach zweij√§hriger Bauzeit er√∂ffnet. Die Sammlung des Museums umfasst etwa 1.300 Exponate der klassischen Moderne, des Konstruktivismus, der Kinetik und der zeitgen√∂ssischen Kunst, eine Grafiksammlung und die Sammlung von Anton Stankowski. J√§hrlich werden sechs bis acht Wechselausstellungen durchgef√ľhrt.

Museum Schloss Horst, Thema ‚ÄěLeben und Arbeiten in der Renaissance‚Äú.Die Er√∂ffnung war am 4. November 2010.

Geplant ist das Museum f√ľr Verkehr und Technik des Ruhrgebiets, heute noch "Bahnbetriebswerk Bismarck", siehe unten.

Das kleine Museum Der Treudank an der Vattmannstraße beherbergt Dokumente der ehemals deutschen Stadt Allenstein (Ostpreussen).

Daneben gibt es einige private Museen.

Im Kleinen Museum in der Eschweiler Straße 11 wird die Geschichte des Bergbaus in Gelsenkirchen und die der Zeche Hugo gezeigt.

Das Motorradmuseum an der Wallstra√üe verf√ľgt √ľber 90 Oldtimer und wird von dem 1932 geborenen Karl Rebuschat geleitet. Die √§lteste Maschine ist eine DKW-Blutblase von 1925. Angeschlossen ist ein Teilemarkt mit seltenen St√ľcken, der jeden zweiten Sonntag im Monat ge√∂ffnet ist und Tausende von Motorradinteressenten anzieht.

Das Schalke-Museum in der s√ľdlichen Veltins-Arena berichtet √ľber die erfolgreiche Vereinsgeschichte.

Bibliotheken

  • Gelsenkirchener Stadtbibliothek
  • Bibliothek Gelsenkirchen-Buer
  • Bibliothek der Fachhochschule Gelsenkirchen

Galerien

  • Atelier Antenne
  • K√ľnstlersiedlung Halfmannshof. Sie besteht seit 1931 und beherbergte von allen sechs Kunstrichtungen immer nur einen K√ľnstler. Die gro√üe Zeit war in den 1960er/1970er Jahren, als Ferdinand Spindel ihr Sprecher war. Seit Spindel den Schaumstoff als Kunst-Gestaltungsmaterial entdeckte, galt die Stadt als Avantgarde-Zentrum, und D√ľsseldorfer und K√∂lner Kunstexperten reisten nach Gelsenkirchen. Der Hof organisierte bedeutende Ausstellungen wie Zero, Konstruktive und Lichtkunst.
  • Jazz&ArtGalerie (Lutz Motzko)
  • Galerie Kabuth
  • Galerie Stein
  • Galerie Patricia Ferdinand-Ude (ausgezeichnet mit der Banane von Thomas Baumg√§rtel)
  • Die Werkstatt

Bauwerke

Nach Angaben der unteren Denkmalbehörde gibt es in der Stadt 343 Baudenkmäler.

Kirchen

  • Die evangelische Altstadtkirche steht an der Stelle der alten Dorfkirche St. Georg (gegr√ľndet um 1000) und der kriegszerst√∂rten historistischen Vorg√§ngerkirche von 1884. Der heutige Bau wurde 1956 eingeweiht und pr√§gt mit seinem markanten Turm das Stadtbild.
  • Die katholische Propsteikirche St. Augustinus am Neumarkt ist eine neugotische Basilika, die 1892 geweiht wurde.
  • Im Zentrum von Buer steht die neugotische Propsteikirche St. Urbanus, die 1893 vollendet wurde. Ihre Silhouette pr√§gt der (seit dem Zweiten Weltkrieg) stumpfe Turm.
  • Aus der Zeit zwischen den Weltkriegen sind mehrere bemerkenswerte Kirchen erhalten, darunter die denkmalgesch√ľtzte Heilig-Kreuz-Kirche von Josef Franke an der Bochumer Stra√üe.

Hans-Sachs-Haus

Hauptartikel Hans-Sachs-Haus

Ein charakteristisches Geb√§ude in der Gelsenkirchener Innenstadt ist das Hans-Sachs-Haus, ein 1927 von dem Essener Architekten Prof. Alfred Fischer erbautes B√ľro- und Gesch√§ftshaus mit Konzertsaal. Besonderes Stilmerkmal sind seine abgerundeten Ecken sowie ein expressionistischer Turm. Stilistisch stellt das Haus ein Bindeglied zwischen Backsteinexpressionismus und der neu-sachlichen Architektur des Bauhaus-Stils dar. Das Hans-Sachs-Haus diente jahrzehntelang als Rathaus und beherbergte im Konzertsaal die gr√∂√üte weltliche Saal-Orgel Europas, eine Walcker-Orgel mit 92 Registern. In den Fluren des Hauses befand sich das mutma√ülich erste Farbleitsystem der Welt.

Das Vorhaben, das (laut Gutachten) teilweise bauf√§llige Hans-Sachs-Haus denkmalgerecht zu sanieren, scheiterte an ung√ľnstig abgeschlossenen Vertr√§gen und der desolaten finanziellen Lage der Stadt Gelsenkirchen. Die urspr√ľnglich f√ľr 2007 vorgesehene Wiederer√∂ffnung wird es aufgrund der Kostenexplosion und des langen Baustopps nicht geben. Der Architektenwettbewerb ergab, dass die Fassade erhalten bleiben soll.

Musiktheater

Das 1956‚Äď1959 von Werner Ruhnau, Harald Deilmann, Ortwin Rave und Max von Hausen erbaute Musiktheater im Revier ist eines der bedeutendsten Bauwerke der deutschen Nachkriegsarchitektur und bietet 1005 Besuchern Platz. Besonders bei Nacht strahlt das an der Florastra√üe gelegene MiR ein besonderes Flair aus. Im Foyer des MiR befinden sich gro√üe blaue Schwammreliefs des franz√∂sischen K√ľnstlers Yves Klein. Das angegliederte Kleine Haus (f√ľr 347 Besucher) beherbergt eine fr√ľhe kinetische Arbeit von Jean Tinguely.

Backsteinexpressionismus

Der Architekt Josef Franke pr√§gte in den 1920er Jahren das Stadtbild Gelsenkirchens mit mehreren repr√§sentativen Bauten, die man dem Backstein-Expressionismus zurechnet. Hierzu geh√∂ren unter anderem das Ricarda-Huch-Gymnasium (fr√ľher Lyzeum Aloysianum), das Wohn- und Gesch√§ftshaus Ring-Eck, das Stra√üenbahndepot an der Wanner Stra√üe und die Heilig-Kreuz-Kirche (Bochumer Stra√üe 115) in √úckendorf, eine katholische Parabelkirche von 1927 bis 1929. √úber drei Portale wurde ein 41 m hoher Turm errichtet, der in der Mitte zwei Glockent√ľrme verbindet. Ganz oben wurde eine Christusfigur aus Backsteinen gemauert. 1993 bekam die Kirche die Auszeichnung Europa Nostra und steht seit den 1990er Jahren unter Denkmalschutz. Sie wurde 2008 als Kirche geschlossen und dient als Ausstellungsgeb√§ude.

Weitere Beispiele f√ľr den in Gelsenkirchen weit verbreiteten Backstein-Expressionismus sind das 1928 erbaute Finanzamt S√ľd, das 1920 erbaute Volkshaus Rotthausen und das Hans-Sachs-Haus (s. o.). Westlich des Finanzamts an der Zeppelinallee 15 hat der Bauherr Hohen-Hinnebusch in den 1930er Jahren ein Mehrfamilienhaus gebaut. Oben in die Fassade hat er den Mann mit leeren Taschen aus Sandstein einbauen lassen. Die Figur weist noch heute unwidersprochen zum Finanzamt.

Sportarchitektur

Das bekannteste und größte Bauwerk in Gelsenkirchen ist die 2001 erbaute Veltins-Arena (ehemalige Arena AufSchalke); es hat einen herausfahrbaren Rasen und ein schließbares Dach. Die Heimspielstätte des FC Schalke 04 bietet bei nationalen Fußballspielen 61.673 Gästen Platz, bei internationalen Spielen gibt es auf Grund des Stehplatzverbotes lediglich 54.142 Plätze in der Arena. Bei Konzerten hat die Arena sogar eine Kapazität von 78.437 Zuschauern. Das nach dem UEFA-Stadioninfrastruktur-Reglement als Elitestadion eingestufte Stadion ist von vielen, selbst weit entfernten Punkten im Ruhrgebiet aus zu sehen.

In unmittelbarer Nachbarschaft der Veltins-Arena befindet sich ihr Vorg√§nger ‚Äď das Parkstadion. Es wurde 1973 als Nachfolger der Gl√ľckauf-Kampfbahn er√∂ffnet, die sich allerdings noch im Stadtteil Schalke befand, und war ein Jahr sp√§ter ein Spielort der Fu√üball-Weltmeisterschaft 1974. Nach dem Abriss einiger Teile der Trib√ľne wurden dort zur FIFA WM 2006 ein Hotel sowie ein Reha-Zentrum gebaut.

Industriekulturelle Bauwerke und Baudenkmäler

Gelsenkirchen geh√∂rte vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts zu den gr√∂√üten St√§dten mit einer √ľberwiegend montanen Wirtschaft. Aus dieser Zeit sind viele Industrieanlagen der Montanwirtschaft erhalten geblieben. Einige der Anlagen wurden restauriert und zum gro√üen Teil umfunktioniert.

Einige Paradebeispiele f√ľr die Umnutzung alter Zechenanlagen sind die Schachthalle der Zeche Nordstern, die heute nach umfassender Restaurierung unter anderem die Hauptverwaltung der THS GmbH beheimatet, die Maschinenhalle des Schachtes Oberschuir der ehemaligen Zeche Consolidation im Stadtteil Feldmark ist regelm√§√üig Ort f√ľr Ausstellungen aller Art, die restaurierte Bergbausiedlung Sch√ľngelberg in Buer an der Halde Rungenberg oder das Consol-Theater, das im L√ľftermaschinengeb√§ude der Zeche Consolidation beheimatet ist.

  • Doppel-Malakoffanlage der Zeche Holland 1/2
  • F√∂rderger√ľst der Zeche Consolidation in Bismarck, letzter Doppelbock in Fachwerkbauweise Westfalens
  • F√∂rderger√ľst, F√∂rderturm und Kaue der Zeche Nordstern im Nordsternpark
  • F√∂rderturm mit Maschinenhalle der Zeche Hugo in Buer
  • Ehemals preu√üische Zeche Bergmannsgl√ľck an der Bergmannsgl√ľckstra√üe n√∂rdlich von Buer
  • gepunkteter Gasdruckbeh√§lter an der √úchtingstra√üe/Emscher; gestaltet von Rolf Glasmeier
  • ehemaliges Bahnw√§rterhaus an der Horster Stra√üe mit der Aufschrift ‚ÄěHugo Bahn‚Äú. Es steht seit 1880, ist ein Industrie-Baudenkmal und im besten Zustand.
  • Das Bahnbetriebswerk Bismarck, von 1924 ist denkmalgesch√ľtzt. Es hat einen Rundlokschuppen mit Drehscheibe und liegt an der an der Grimbergstr. Der Ausbau zum Museum ist f√ľr 2012 geplant.

Weitere Bauten

Auf einem ausgedehnten Industriegel√§nde in √úckendorf wurde von 1861 bis 1930 in der Zeche Rheinelbe Kohle gef√∂rdert, anschlie√üend war das Gussstahlwerk noch bis 1984 in Betrieb. 1989 begannen hier die Planungen f√ľr den Wissenschaftspark Rheinelbe, der 1995 anl√§sslich der IBA Emscher Park errichtet wurde. Er wurde mit dem Deutschen Architekturpreis ausgezeichnet. Die 300 m lange Halle mit ihrer schr√§g gestellten Glasfassade steht im rechten Winkel zu den angeschlossenen B√ľrotrakten. In der Glashalle befindet sich eine Arbeit des Lichtk√ľnstlers Dan Flavin; sie bietet Platz f√ľr wechselnde Ausstellungen. Der Bau tr√§gt eine der gr√∂√üten Dach-Photovoltaikanlagen. √Ąhnlich futuristisch wie der Wissenschaftspark pr√§sentiert sich das Institut f√ľr Kanalisationstechnik, das sich ebenfalls im Stadtteil √úckendorf befindet.

Die Wasserburg Haus L√ľttinghof wurde 1308 auf Initiative der K√∂lner Erzbisch√∂fe zum Schutze des Vests Recklinghausen errichtet. Der Name der Wasserburg ist auf die Familie Luttekenhove zur√ľckzuf√ľhren, die sie als Lehen erhielt. Der kunstgeschichtliche Rang der Burg beruht auf ihrer mittelalterlichen Silhouette als Niederungsburg. Das von 1988 bis 1991 aufw√§ndig restaurierte Haus L√ľttinghof liegt in einem Naturschutzgebiet im Norden Gelsenkirchens, an der L√ľttinghofallee 3.

Ein bedeutendes Renaissance-Schloss im nordwestdeutschen Raum ist das Schloss Horst. Bei Ausgrabungen 2005 am Schloss wurden Fundamente aus der Zeit um 1200 gefunden. Mindestens solange ist der Stadtteil Horst also besiedelt. Zwar wurde schon um 1282 ein erster Bau errichtet, aber der Schlossbau, der heute nach Restaurierung als Standesamt dient, wurde in der Fr√ľhrenaissance von 1556 bis 1578 errichtet. Neben den restaurierten Teilen entstand auch eine gro√üe Glashalle, die den Innenhof des Schlosses √ľberspannt.

Das Schloss Berge, fr√ľher auch Haus Berge genannt, steht im Stadtteil Buer auf der S√ľdseite des Buerschen Berges. Erbaut wurde es als Wasserburg zum Schutze des heutigen Gelsenkirchener Stadtteils Erle, wurde aber in der ersten H√§lfte des 16. Jahrhunderts im sp√§ten Barockstil zum Schloss umgestaltet.

Die Hauptverwaltung der Gelsenwasser AG befindet sich direkt an der Kurt-Schumacher-Straße, der Hauptverkehrsachse Gelsenkirchens, in der Nähe der Veltins-Arena. Im Zuge der Erweiterung der Hauptverwaltung wurde um das neue Verwaltungsgebäude ein großes Wasserbecken angelegt.

Das WEKA-Karr√©e in der Innenstadt wurde 1912 von den D√ľsseldorfer Architekten Walter Klose und Georg Sch√§fer als Kaufpalast des Warenhaus-Unternehmens Gebr. Alsberg AG erbaut. Heute beheimatet das WEKA-Karr√©e unter anderem eine Niederlassung des VRR, das Blutspendezentrum Gelsenkirchen sowie verschiedene Einzelhandelsgesch√§fte.

Das Kraftwerk Scholven ist mit einer installierten Leistung von 2.300 Megawatt eines der leistungsst√§rksten Steinkohlekraftwerke Europas. Die 302 m hohen Schornsteine, welche zu den h√∂chsten in Deutschland geh√∂ren, bilden zusammen mit den sieben K√ľhlt√ľrmen eine beeindruckende Industriekulisse. Von 1981 bis 2003 wurde in Gelsenkirchen-Hassel ein 160 Megawatt leistendes Heizkraftwerk, das Kraftwerk Westerholt, betrieben. Dessen Schornstein war mit 337 Metern H√∂he der vierth√∂chste Kamin in Europa und der h√∂chste Deutschlands. Nach der Stilllegung 2003 wurde das Kraftwerk r√ľckgebaut, der Schornstein wurde am 3. Dezember 2006 gesprengt.

An der Gildenstra√üe wurde am 1. Februar 2007 eine neue Synagoge am Standort der alten er√∂ffnet, die 1938 in der Reichspogromnacht niedergebrannt wurde. Die Baukosten von 5,2 Millionen. Euro trugen zu je einem Drittel das Land NRW, die Stadt Gelsenkirchen und die j√ľdische Gemeinde.

An der Richard-Wagner-Stra√üe erhebt sich die von 1891 bis 1897 erbaute katholische Kirche St. Mari√§ Himmelfahrt. Die vom Paderborner Di√∂zesanbaumeister Arnold G√ľldenpfennig erbaute Kirche ist eines der seltenen dreit√ľrmigen Gottesh√§user im Bistum. Sie enth√§lt eine qualitativ hochwertige, k√ľnstlerisch gestaltete Innenausstattung. Der Westturm ist reich gegliedert und bildet einen Gegenpol zu den zwei kleineren Ostt√ľrmen. Obwohl sie seit 1994 unter Denkmalschutz steht und keine relevanten Bausch√§den hat, wurde sie im Zuge der Sparma√ünahmen des Bistums Essen am 7. Juni 2007 aus der gottesdienstlichen Nutzung entlassen.

Das Amphitheater am Rhein-Herne-Kanal im Nordsternpark wurde 1997 anl√§sslich der Bundesgartenschau erbaut. Die B√ľhne des Amphitheaters liegt in einer eigens f√ľr das Amphitheater ausgehobenen Einbuchtung im Rhein-Herne-Kanal. Es dient seit Ende der Bundesgartenschau 1997 immer wieder f√ľr Open-Air-Veranstaltungen, wie Konzerte, Kinovorstellungen und dem j√§hrlich stattfindenden Rock Hard Festival.

Die 1998 erbaute Markthalle im Stadtteil Buer beherbergt neben Marktständen auf 2000 Quadratmetern auch eine vielseitige Gastronomie. Die Markthalle wurde dem Stil alter Hallen und Passagen nachempfunden.

Weitere Bauwerke:

  • Amtshaus bzw. Rathaus Buer (erbaut 1911) ‚Üí Buer.
  • Amtsgericht Gelsenkirchen-Buer (erbaut 1973), Goldbergstra√üe 89, ein 1+6-geschossiger Bau aus Stahl und Glas, davor eine Edelstahlskulptur von Tollmann
  • Amtsgericht Gelsenkirchen, Overwegstra√üe, Gelsenkirchen, typischer Beh√∂rdenbau aus der Zeit um 1900, jedoch nach Kriegssch√§den ver√§ndert
  • Die umgewidmete Bleckkirche (heute st√§dtische Kulturst√§tte) in Bismarck war die √§lteste Kirche der Stadt.
  • ehemaliges Rittergut Haus Leythe in Gelsenkirchen-Erle
  • Hallenb√§der in Horst, Buer, Schalke und Erle (Sport-Paradies)
  • Polizeiwache Buer (erbaut 1926)

Parks

Gelsenkirchen hat neben kleineren W√§ldern, wie dem Buerschen Stadtwald im Stadtteil Buer, auch einige Parks. Der in Gelsenkirchen Horst n√∂rdlich vom Rhein-Herne-Kanal gelegene Nordsternpark und seine Fortsetzung, der Landschaftspark He√üler, der s√ľdlich des Kanals im Stadtteil He√üler liegt, waren 1997 Ausstellungsgel√§nde der Bundesgartenschau und sind nicht zuletzt wegen des gro√üen Spielplatzes, des Deutschlandexpresses und des Klettergartens ein beliebtes Wochenend-Ausflugsziel. Im s√ľdwestlich gelegenen Revierpark Nienhausen finden viele allj√§hrliche Veranstaltungen wie das Sommerfest oder im Forum die Mineralienb√∂rse statt. Ferner sind im Revierpark ein Minigolfplatz, ein Freibad, mehrere Spielpl√§tze, das Aktivarium (Therme) sowie weitere Einrichtungen beheimatet.

Im Zentrum Gelsenkirchens liegt der etwa 22 ha gro√üe Stadtgarten, der 1897 unter dem Namen Kaiser-Wilhelm-Park angelegt wurde. In diesem sind unter anderem ein gro√üer Enten- und Schwanenteich sowie weitl√§ufige Wiesen zu finden. Der mit etwa 6 ha eher kleine Bulmker Park im Stadtteil Bulmke-H√ľllen, der sich auch noch relativ nah am Stadtzentrum befindet, besticht durch seine Einfachheit. Dort ist nur ein See mit umherf√ľhrendem Fu√üweg zu finden. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg galt er als der gr√∂√üte Schwarzmarkt des Ruhrgebietes.

Auf halbem Weg zwischen der Veltins-Arena und der Buerer Innenstadt befindet sich die Parkanlage Schloss Berge. Im Schlosspark, dessen zentraler Punkt ein großer See ist, findet jährlich ein großes Sommerfest statt, welches 2003 mehr als eine halbe Million Besucher hatte. Nördlich des Berger Sees befindet sich das Ehrenmal Gelsenkirchen-Buer.

Ferner sind der Landschaftspark Hoheward, der Von-Wedelstaedt-Park und der Skulpturenwald Rheinelbe zu nennen. Insgesamt ist etwa ein Drittel der Fl√§che von Gelsenkirchen (das sind etwa 35 km¬≤) Gr√ľnfl√§che.

Sport

Der bekannteste Sportverein aus Gelsenkirchen ist der FC Schalke 04 (voller Name seit 1928: FC Gelsenkirchen Schalke 04), dessen Spielstätte die Veltins-Arena (ehemalige Arena AufSchalke) ist, die auch durch viele Konzerte, Musicals, Opern und andere Events bekannt ist.

Eishockey wird in der Emscher-Lippe-Halle im Sport-Paradies Gelsenkirchen gespielt. Erfolgreichster Verein war der ESV Schalker Haie, welcher Mitte der 1980er Jahre zweitklassig spielte. Der momentane Nachfolgeverein, der EHC Gelsenkirchen, spielt in der viertklassigen Regionalliga West. In der Saison 2009/10 spielt zudem der Oberliga-Verein Herner EV unter dem Namen Ruhrpott Crusaders in Gelsenkirchen, nachdem die Eissporthalle in Herne vor√ľbergehend geschlossen werden musste.

In Gelsenkirchen gibt es auch mehrere Basketballvereine; einige sind City-Basket-Gelsenkirchen (CBG), Hassel, Bulmke-H√ľllen und Schalke 04 Basketball. Ferner sind in Gelsenkirchen drei Badmintonvereine beheimatet.

In Gelsenkirchen gibt es in jedem Stadtteil mindestens eine st√§dtische Sportanlage mit einem Asche- oder Rasenfu√üballplatz und einer Laufbahn. Zu jedem dieser Sportpl√§tze geh√∂rt meistens auch ein Fu√üballverein. Einige sind der STV Horst-Emscher (Emscherhusaren), der SC Hassel 1919, der SSV Buer, der SuS Beckhausen 05, SpVgg Erle 1919, der RWW Bismarck 1925 e. V. und der ETuS Gelsenkirchen 34. Insgesamt hat Gelsenkirchen etwa 70 Fu√üballvereine mit ungef√§hr 10.000 Mitgliedern.

Ferner hat Gelsenkirchen eine Trabrennbahn im Stadtteil Feldmark in direkter N√§he des Revierpark Nienhausen (Gelsentrab Park). Hier finden jeden Donnerstag Trabrennen statt (Beginn: 18:30 Uhr). In Gelsenkirchen gab es eine Galopprennbahn im Stadtteil Horst, die aber schon vor einigen Jahren geschlossen wurde. Inmitten der ehemaligen Galopprennbahn befindet sich eine 9-Loch-Golfanlage. Au√üerdem existiert eine Windhundrennbahn in Gelsenkirchen.

Des Weiteren gibt es Freibäder in Heßler (Jahnstadion), das Sport-Paradies in Erle, in welchem man im Winter nur dessen drei Hallenschwimmbecken nutzen kann, und im Revierpark Nienhausen (Feldmark). Neben diesen Freibädern gibt es Hallenbäder im Zentrum (Zentralbad), in Horst, in Erle (Sport-Paradies; beinhaltet auch Kegelbahnen und Schießstände) sowie in Buer.

Der Verein TTC Horst Emscher war Ende der 1980er Jahre mit einer Damenmannschaft in der 2. Tischtennis-Bundesliga vertreten.[7]

Gelsenkirchen besitzt zudem noch einen American-Football-Verein. Die Gelsenkirchen Devils wurden 1992 gegr√ľndet und spielen zurzeit in der Oberliga NRW.

Ferner hat Gelsenkirchen 25 ans√§ssige Sch√ľtzenvereine. Der √§lteste, der Sch√ľtzenverein Buer, wurde 1769 und der j√ľngste, die B√ľrgersch√ľtzengilde Sutum, wurde 2001 gegr√ľndet. W√§hrend 15 dieser 25 Vereine heute noch die alte Tradition der Sch√ľtzen aufrechterhalten, widmen sich die anderen zehn Vereine ausschlie√ülich dem Schie√üsport. Bekanntester Sch√ľtzenverein ist der Luftgewehr-Bundesligist BSV Buer-B√ľlse 1926 e. V.

Regelmäßige Veranstaltungen

In Gelsenkirchen gibt es, vor allem im Fr√ľhling und Sommer, viele Veranstaltungen. 2003 lockte das Sommerfest Schloss Berge durch sein Musikprogramm und nicht zuletzt durch das j√§hrliche Feuerwerk mehr als 500.000 Besucher an. Auch das Sommerfest im Revierpark Nienhausen (Stadtteil Feldmark) hat jedes Jahr zehntausende Besucher, und bietet ein abwechslungsreiches Liveprogramm, Spielm√∂glichkeiten f√ľr Kinder sowie ebenfalls ein Feuerwerk. Ferner sind das Schlossparkfest am Schloss Horst, das Buersche Cityfest und Buer Live zu nennen.

Neben den Festen gibt es viele sportliche Veranstaltungen, wie den Karstadt-Ruhrmarathon, dessen Come-together-Point (der Punkt, an dem die zwei Marathonstrecken zusammen kamen) 2005 in Gelsenkirchen lag. Auch die Ruhr-Olympiade, eine weitere regionale Sportveranstaltung im Ruhrgebiet, erfreut sich jedes Jahr gro√üer Beliebtheit bei Teilnehmern und Zuschauern. Weitere Sportveranstaltungen sind der Emscher-Nachttriathlon im Nordsternpark, die Buersche Radnacht sowie der Biathlon in der Veltins-Arena, f√ľr den j√§hrlich mehrere Dutzend Tonnen Schnee unter anderem vom Alpincenter Bottrop herangefahren werden.

√úberregional bekannt sind die Jazztage Gelsenkirchen. Als weitere musikalische Veranstaltungen sind die Buersche Musiknacht, die mehrmals im Jahr stattfindet, und die Gespa√Īa, ein j√§hrlich stattfindendes spanisches Kulturfest, zu nennen. Im Jahr 2003 veranstaltete das Metal-Magazin Rock Hard anl√§sslich seines 20. Jubil√§ums an Pfingsten ein Rockfestival im Amphitheater mit hochkar√§tigen Headlinern wie Blind Guardian. Aufgrund des gro√üen Erfolges wurde das Rock Hard Festival im n√§chsten Jahr wiederholt und ist seitdem zu einem √ľberregionalen Ereignis in Sachen Hardrock und Metal geworden.

Nachtleben

Die bestbesuchte Diskothek der Stadt ist die Alte H√ľtte im Stadtteil Resse. Die Diskothek Apfelbaum an der Willy-Brandt-Allee schloss im Juli 2008 und wurde im Oktober unter dem Namen Mad-House wieder er√∂ffnet. Die Kaue, die sich in Teilen der Geb√§ude der ehemaligen Zeche Wilhelmine Victoria in Gelsenkirchen He√üler befindet, ist regelm√§√üig Gastgeber f√ľr Kabarett, Konzerte und andere Veranstaltungen. Des Weiteren gibt es den in einem nachempfundenen Barock-Ambiente gestalteten V DanceClub im Alten Schlachthof, sowie die ebenfalls bekannten, im Stadtteil Buer gelegenen Kneipen Kronski, Zutz und Fliegenpils, die gelegentlich DJs f√ľr Diskoabende engagieren, sowie das Lokal ohne Namen, das in Gelsenkirchen auch Fuck (aufgrund eines nie entfernten Graffitos an der H√§userfront) genannt wird. Auch Cocktailbars, wie Trujillo, Two Faces oder Mangos sind in Buer etabliert. 2007 feierten 25.000 Tanzwillige die gr√∂√üte √ú-30-Party Deutschlands in der Veltins-Arena.

Filmschauplatz Gelsenkirchen

In Gelsenkirchen wurden mehrere Filme gedreht:

Persönlichkeiten

→ Hauptartikel: Liste der Persönlichkeiten der Stadt Gelsenkirchen

Sonstiges

  • Bergbaubeh√∂rde
  • Stadtteilarchiv Rotthausen e. V., Mozartstra√üe 9, 45884 Gelsenkirchen
  • Tierheim in Erle; 2005 gab es in Gelsenkirchen 11.000 Hunde.

Siehe auch

Gelsenkirchener Barock

Literatur

  • Westf√§lisches St√§dtebuch. Bd III 2. Teilband aus Deutsches St√§dtebuch. Handbuch st√§dtischer Geschichte. Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterst√ľtzung des Deutschen St√§dtetages, des Deutschen St√§dtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser. Kohlhammer, Stuttgart 1954.
  • Grundriss zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815‚Äď1945. Hrsg. von Walther Hubatsch. Bd 8. Westfalen. Johann-Gottfried-Herder-Inst., Marburg an der Lahn 1980, ISBN 3-87969-123-1
  • J√ľrgen Boebers-S√ľe√ümann: 125 Jahre StadtGEschichten(n) Gelsenkirchen. Buchhandlung Minerva, Gelsenkirchen 2001, ISBN 3-921052-82-3
  • Chronik Buer. Die Stadtgeschichte in 20 Folgen. (WAZ)
  • Heinz-J√ľrgen Priamus (Hrsg.): GELSENKIRCHEN wie es fr√ľher war. Wartberg, Gudensberg-Gleichen 1994, 1996, ISBN 3-86134-185-9
  • Rolf Cadenbach ‚Äď Unsere Stadt Gelsenkirchen ‚Äď Arbeitsbuch f√ľr den Sachunterricht der Grundschule- Aschendorff, M√ľnster 1991 ISBN 3-402-02765-8
  • Literatur von Gelsenkirchen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Weblinks

Wikinews Wikinews: Gelsenkirchen ‚Äď in den Nachrichten
 Commons: Gelsenkirchen ‚Äď Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Commons: Kategorie Gelsenkirchen ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Amtliche Bev√∂lkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
  2. ‚ÜĎ Institut f√ľr Stadtgeschichte Gelsenkirchen
  3. ‚ÜĎ Heimatabend ‚Äď Die Gelsenkirchener Zeitreise
  4. ‚ÜĎ Herstellerwebseite Bridon
  5. ‚ÜĎ a b FLABEG - HISTORIE
  6. ‚ÜĎ DFB zeichnet Gesamtschule Berger Feld als Eliteschule des Fu√üballs aus
  7. ‚ÜĎ Zeitschrift DTS, 1988/8 S.33

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