George Washington

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George Washington
George Washington (zeitgenössisches PortrÀt von Gilbert Stuart)
Unterschrift von George Washington

George Washington [ˈwɒʃÉȘƋtən] (* 22. Februar 1732[1] auf dem Gutshof Wakefield (auch „Pope’s Plantation“ genannt) im Westmoreland County, Virginia; † 14. Dezember 1799 auf seinem Gut Mount Vernon, Virginia) war von 1789 bis 1797 der erste PrĂ€sident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Als Oberbefehlshaber der Kontinentalarmee im Amerikanischen UnabhĂ€ngigkeitskrieg von 1775 bis 1783 war er einer der GrĂŒndervĂ€ter der USA und leitete als Vorsitzender die verfassungsgebende Philadelphia Convention im Jahr 1787. WĂ€hrend seiner PrĂ€sidentschaft traf Washington wegweisende Entscheidungen, die die Entwicklung der Vereinigten Staaten von Amerika als republikanische Demokratie bis heute prĂ€gen. Er wirkte vor allem auf eine gegenĂŒber den Einzelstaaten und dem Kongress handlungsfĂ€hige Zentralgewalt hin und bildete das neu geschaffene Amt bewusst aus, indem er PrĂ€zedenzfĂ€lle schuf.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Ausbildung und Jugend

Sally Fairfax

Schon durch seine Herkunft war Washington Teil der ökonomischen und kulturellen Elite der sklavenhaltenden Plantagenbesitzer des Staates Virginia. Seine Eltern Augustine Washington (* 1693; † April 1743) und Mary Ball (* 1708; † 1789) waren beide englischer Abstammung. Die erste Ehefrau des Vaters war 1729 gestorben. Bereits mit elf Jahren verlor George seinen Vater und unterstand nun der Vormundschaft seines 14 Jahre Ă€lteren Halbbruders Lawrence. Augustine hinterließ seiner Witwe und den sieben Kindern 4.000 Hektar Land und 49 Sklaven.[2]

Bis zu seinem 15. Lebensjahr besuchte Washington die Schule in Williamsburg, wo er zwar nur eine einfache Schulbildung genoss, sich aber verstĂ€rkt im Eigenstudium mit der Mathematik beschĂ€ftigte. Dennoch betonten sowohl seine Zeitgenossen als auch seine spĂ€teren Kritiker, dass Washingtons Bildung zunĂ€chst einen rudimentĂ€ren Charakter gehabt habe, der kaum ĂŒber die einer Grundschule hinausgegangen sei. So meinte der spĂ€tere PrĂ€sident John Adams: „Es ist gewiss, dass Washington kein Gelehrter war, dass er fĂŒr seinen Rang und Namen zu ungebildet, zu wenig belesen und zu unwissend war. Diese Debatte ist gleichwohl vorbei.“[3]

In einem zweistöckigen BacksteingebĂ€ude namens Belvoir in der unmittelbaren Nachbarschaft wohnte William Fairfax, ein kultivierter, vermögender und einflussreicher Edelmann, der auch ĂŒber große Besitzungen in der englischen Heimat verfĂŒgte und seinen Haushalt so luxuriös eingerichtet hatte, dass Mount Vernon damit verglichen ziemlich altmodisch und bescheiden aussah. Allein die Mahagonimöbel im Esszimmer kosteten mehr als die gesamte Einrichtung der Familie Washington. Mit 16 Jahren lernte George Washington hier die Schwiegertochter des Hausherren, Sally Fairfax (geb. Cary) kennen, die nicht nur seine Allgemeinbildung verbessern, sondern zu der er auch bis zu seinem Lebensende mehr als nur freundschaftliche GefĂŒhle entwickeln sollte. Zu diesem Zeitpunkt war er „ein bescheidener, bisweilen schĂŒchterner junger Mann, dem der nachbarschaftliche Besitz namens Belvoir Ehrfurcht einflĂ¶ĂŸte.“[4]

Von George Washington gefertigte Karte eines GrundstĂŒcks am Ohio River, 1754

1748 begleitete Washington George William Fairfax, den Gatten von Sally, auf einer Vermessungsexpedition durch die im Shenandoah-Tal gelegenen Besitzungen der Familie Fairfax. In den folgenden drei Jahren blieb er in dieser Grenzregion Virginias vor allem als Geometer und fĂŒhrte 190 Messungen durch. Gerade diese TĂ€tigkeit öffnete ihm die Augen fĂŒr den Wert von Landbesitz, den er eigenen Worten zufolge als das Wichtigste im Leben eines Mannes betrachtete. So kaufte er in diesen Jahren auch sein erstes, 585 Hektar großes GrundstĂŒck am Bullskin Creek am unteren Shenandoah.[5] Außerdem gelang es ihm, sich bei dieser TĂ€tigkeit wichtige Grundkenntnisse in der MenschenfĂŒhrung und Organisation anzueignen. Auch spĂ€ter ließ es sich Washington nicht nehmen, die ihn selbst interessierenden GrundstĂŒcke oder diejenigen, die sich bereits in seinem Besitz befanden, selbst zu kartographieren.

Als sein Halbbruder Lawrence Washington die Tochter von Fairfax, Anne, heiratete, gehörte auch George zur Familie. Nach dem frĂŒhen Tod seines Halbbruders im Juni 1752 – er starb nach einem gemeinschaftlichen Urlaub mit Washington auf Barbados, der keine Besserung brachte und bei dem George an Pocken erkrankte, an Tuberkulose â€“ ĂŒbernahm George den schon ausgedehnten Familienbesitz von Mount Vernon am Potomac River mit einer FlĂ€che von 2126 Acres (8.6 kmÂČ). Im selben Monat bewarb er sich erfolgreich fĂŒr einen Generaladjutantenposten in der virginischen Miliz.[6]

George wurde auch nach dem Tod seines Bruders von der Familie Fairfax als Familienmitglied behandelt. Er freundete sich mit George William Fairfax an, der mit seiner jungen Frau Sally in Belvoir wohnte. Sally war zu diesem Zeitpunkt 19 Jahre alt, „schön, gebildet und wohlerzogen.“ Einer von Sallys Nachkommen beurteilte Georges GefĂŒhle zu ihr als „Liebe auf den ersten Blick“. Lange Zeit war es eher eine platonische Liebe, die sich zunĂ€chst auf die informelle Ausbildung Georges beschrĂ€nkte: ideologische Theorien, TheaterstĂŒcke und BĂŒcher las man in Belvoir unter der Leitung des Ă€lteren Fairfax und Sallys. Ganz besonders habe man George fĂŒr die Literatur römischer Philosophen interessieren können. „Der Unterricht in Belvoir vermittelte George die Erkenntnis, die grĂ¶ĂŸte menschliche Leistung darin zu sehen, durch ehrenvolle Handlungen den Respekt der eigenen Landsleute zu gewinnen.“[7]

Der Krieg mit Frankreich und die „Indianerkriege“

George Washington, von John Trumbull, 1780

Erste Missionen

Der stellvertretende Gouverneur von Virginia, Robert Dinwiddie, betraute George Washington im Herbst 1753 mit einer diplomatischen Mission. Er sollte den Franzosen, die laut Washingtons Aufzeichnungen westlich der Allegheny Mountains vom Eriesee aus mit Fort Presque (in der NĂ€he des heutigen Erie, Pennsylvania) beginnend und am French Creek und Allegheny bis zum Ohio vorstoßend sowie aus Richtung SĂŒden vom Mississippi kommend mehrere Forts aufgebaut hatten,[8] als EmissĂ€r einen Brief ĂŒbermitteln. Darin wurden sie im Namen der britischen Krone von Dinwiddie und anderen Vertretern Virginias zur Aufgabe ihrer Vorposten in diesem zwischen Frankreich und England umstrittenen Gebiet aufgefordert. An der Ohio Company, die sich die britische Besiedelung dieses Landstrichs zum Ziel gesetzt hatte, hielt Dinwiddie Anteile.


Laut seinem Tagebuch machte sich Washington am 31. Oktober auf den Weg und verließ Williamsburg in Richtung Fredericksburg.[9] Als er die Indianersiedlung Logstown erreichte, traf er erstmals auf Tanaghrisson, den Vertreter der dritten politischen Macht im Ohiotal, der Irokesen. Sie ĂŒbten ihre Herrschaft ĂŒber die StĂ€mme des Ohiotals ĂŒber irokesische Dorfvorsteher, sogenannte „Halbkönige“ (half-kings) aus, deren AutoritĂ€t jedoch seit den 1730er Jahren zunehmend infrage gestellt wurde. Es zeichnete sich ab, dass dieser Konflikt eskalieren wĂŒrde und die Shawnee und Delawaren versuchen wĂŒrden, sich von der irokesischen Herrschaft zu befreien. Vor allem fĂŒr die Onondaga war klar, dass etwa die Mingo kein Ratsfeuer besaßen, und damit auch keinen designierten Sprecher, der in der Sprache der Zeit als „king“ bezeichnet wurde. Daher behalfen sich die Amerikaner mit der Bezeichnung „half-king“. Als der örtliche Halbkönig Geschenke der Siedler annahm, etablierte sich damit ein Ratsfeuer, also ein anerkannter Versammlungsort bei Logstown (Ambridge, Pennsylvania, auch ChininguĂ©). Im Dezember 1753 brach Washington aus Logstown auf und wurde dabei von Tanaghrisson, der seit 1748 Halbkönig war, und zwei weiteren HĂ€uptlingen zu den Franzosen begleitet.

Bei den Franzosen wurden Washington und seine Begleiter höflich und zuvorkommend behandelt, in dem Antwortschreiben an Dinwiddie drĂŒckte ihr Verhandlungspartner, der Kommandeur des Fort Le Boeuf (in der NĂ€he des heutigen Waterford, Pennsylvania), aber lediglich als diplomatische Floskel seine Hochachtung aus und war zu keinen ZugestĂ€ndnissen bereit.[10] Durch seinen auf DrĂ€ngen Dinwiddies verfassten Bericht ĂŒber diese Mission, der unter dem Titel The Journal of Major Washington in mehreren Zeitungen, auch in England und Schottland, veröffentlicht wurde, erlangte er erstmals öffentliche Aufmerksamkeit.[11]

Nachdem die Mission gescheitert war, vertraute ihm Dinwiddie nach Zustimmung des Abgeordnetenhaus Virginias im FrĂŒhjahr 1754 das Kommando ĂŒber eine kleine Miliztruppe von 160 Mann an, die in den westlichen Territorien französische Vorposten und SpĂ€htrupps beobachten sowie die strategisch wichtige Stelle am Zusammenfluss von Allegheny und Monongahela, wo das heutige Pittsburgh liegt, sichern sollte. Nach Überquerung der Alleghenies erfuhr Washington, dass die Ohio Company von den Franzosen aus dem halbfertig gebauten Fort vertrieben worden war und diese, insgesamt 1.000 Mann stark, es in Fort Duquesne umbenannt hatten.[12] Washington sammelte daraufhin die indianischen VerbĂŒndeten um sich und ließ behelfsmĂ€ĂŸige Forts, zuletzt das Fort Necessity, errichten, um sich so besser gegen einen möglichen Angriff der ĂŒberlegenen französischen KrĂ€fte verteidigen zu können. Im Mai 1754 kam es zwischen Washingtons Miliz und einem französischen Trupp zum Gefecht von Jumonville Glen, aus dem die Briten siegreich hervorgingen. Lange blieb umstritten, ob der französischen Kommandant Joseph de Jumonville im Gefecht fiel oder erst nach erfolgter Kapitulation umgebracht wurde. Die Funktion Jumonvilles, also ob er als EmissĂ€r oder Spion unterwegs war, der einen Angriff auf die Briten vorbereitete, wird bis heute kontrovers diskutiert. Kaum einen Monat nach dem Gefecht wurde Washingtons Miliz von ĂŒberlegenen französischen KrĂ€ften in Fort Necessity eingeschlossen. Nachdem seine Miliz bei der Verteidigung hundert Mann verloren hatte, die angreifenden Franzosen dagegen nur fĂŒnf, brach Panik aus und Washington war zur Kapitulation gezwungen. In dem entsprechenden Dokument, welches Washington unterschreiben musste, um freien Abzug zu erhalten, wurde der Tod Joseph de Jumonvilles als "Ermordung" bezeichnet und somit der britischen Seite die Schuld an diesem Vorfall gegeben. Washington behauptete spĂ€ter, aufgrund der schlechten Übersetzung aus dem französischen Original sei ihm dies nicht aufgefallen, als er unterschrieben hatte, andernfalls hĂ€tte er es unterlassen. Am 4. Juli 1754 verließ er mit seiner Miliz das verlorene Fort.[13] Mit diesen ZwischenfĂ€llen begann der Krieg, den die Amerikaner seither als Franzosen- und Indianerkrieg (1754–1763) bezeichnen, ein Teilkonflikt des SiebenjĂ€hrigen Krieges.

WĂ€hrend der Kampagne schrieb Washington in einem Brief an Sally Fairfax: „Ich kann Dir versichern, ich hörte die Kugeln pfeifen, und glaub' mir, es ist etwas VerfĂŒhrerisches in diesem GerĂ€usch.“[14] Durch eine Indiskretion gelangte dieser Ausspruch an die Öffentlichkeit, wo er bald zu einem beliebten Zitat wurde. Selbst der britische König Georg II. erfuhr von dieser verbalen Entgleisung des jungen Mannes und meinte dazu, dass Washington wohl noch nicht allzu viele Gewehrkugeln gehört habe, wenn er diesem GerĂ€usch eine derartige Emotion abgewinnen könne.[15]

Im SiebenjÀhrigen Krieg

Washington verschwieg nach seiner RĂŒckkehr, dass er nach dem ScharmĂŒtzel zusah (oder zusehen musste), wie „seine“ Indianer zehn Franzosen, unter ihnen ihren Kommandanten Jumonville, umbrachten und er so seine moralischen Pflichten als Kommandeur verletzte. Der ehrgeizige Washington fĂŒrchtete um seine militĂ€rische Reputation: In seiner Version ging er als Sieger aus seinem ersten Gefecht unter seinem Kommando hervor. In diesem Zusammenhang ist auch seine Bitte an Dinwiddie zu verstehen, Aussagen der französischen Gefangenen keinen Glauben zu schenken.[16] Bei der Übernahme von Fort Necessity hatten die Franzosen das Tagebuch Washingtons beschlagnahmt, in dem die irrefĂŒhrende Darstellung des Gefechts von Glumonville Glen enthalten war, und stellten ihn in der Folge in der Öffentlichkeit als die Unehrenhaftigkeit in Person hin. In die gleiche Richtung geht auch eine epische Dichtung aus dieser Zeit, in der Washington als idealer Schurke die Böshaftigkeit des Gegners verkörpert.[17]

Zudem erscheint der Irokese Tanaghrisson als entscheidender Akteur des Konflikts, der sich auf die Seite der Briten gestellt hatte, und der mit der Ermordung des Franzosen Jumonville die Briten zu einem militĂ€rischen Eingreifen bewegen wollte. Hingegen wollten die StĂ€mme des Ohiotals Frankreich zum Eingreifen gegen die Briten und Irokesen bewegen. [18] Sie brachen nun mit der irokesischen Herrschaft und stellten sich auf französische Seite, Tanaghrisson starb 1754. Die Hilfstruppen der Franzosen bestanden nun nicht mehr nur aus den traditionell mit ihnen verbĂŒndeten StĂ€mmen, wie den Ottawa, sondern aus Shawnee, Delawaren und Mingo.[19]

Offenbar ging George Washingtons BewĂ€ltigungsstrategie auf. Bereits im folgenden Jahr begleitete er ab Anfang Mai die Braddock-Expedition der britischen Armee. WĂ€hrend dieser Unternehmung diente er nur als Hauptmann, nachdem er in der virginischen Miliz zuvor bereits Oberst gewesen war. Allerdings milderte die Zusicherung, ihn als Adjutant im FĂŒhrungsstab einzusetzen, Washingtons empfindliche Natur bezĂŒglich Rangfragen.[20] Der schwerfĂ€llige, fĂŒr europĂ€ische Gegebenheiten ausgerĂŒstete Tross von zehn Kilometer LĂ€nge musste sich 160 km weit durch kaum passierbare Wildnis bewegen, um die geplante Belagerung von Fort Duquesne durchzufĂŒhren. Dieser strategische Fehler fĂŒhrte unter anderem am 9. Juli 1755 zur Schlacht am Monongahela. Eine 950 Mann umfassende AufklĂ€rungsabteilung aus Duquesne, zwei Drittel davon Indianer, gelang es, die Vorhut von Braddock einzukreisen. Dabei gerieten die virginischen Soldaten in ein Kreuzfeuer zwischen Briten und Indianern und erlitten hohe Verluste. Washington wurden drei Pferde unter ihm erschossen, was seinem Nimbus zustatten kam. Zudem zeigte er große Besonnenheit, als er wĂ€hrend des Debakels den RĂŒckzug organisierte, nachdem Braddock und alle anderen Adjutanten außer ihm gefallen waren. Am Ende hatte die Expedition 900 von 1.300 MĂ€nnern verloren.[21] FĂŒr Washington war diese Katastrophe lehrreich, da er erkannte, dass eine derart große und dadurch schwerfĂ€llige Streitmacht, die in ihrem Tross unter anderem Kanonen mitfĂŒhrt, in der Wildnis der Ohio-Region der WaldkĂ€mpfertaktik der Indianer entscheidend unterlegen war. Solange die Mehrheit der IndianerstĂ€mme dort mit den Franzosen verbĂŒndet blieb, sah Washington keine Erfolgschance in einer weiteren Expedition dieser Art.[22]

Im Anschluss organisierte Washington als Oberst das erste regulĂ€re Regiment Virginias, das zeitweise ĂŒber 1.000 Mann zĂ€hlen sollte und am Krieg teilnahm. [23] Nach der Farbe der von Washington entworfenen Uniform wurde das virginische Regiment die Blauen genannt.[24] Ferner bekam Washington offiziell den Oberbefehl ĂŒber alle Truppen des Staates Virginia. Es gelang ihm, die Grenze Virginias gegen die französischen Truppen zu verteidigen, wobei sich der eigentliche Krieg in den nordwĂ€rtigen Nachbarkolonien, also in Kanada, an den Großen Seen und in Neuengland, abspielte. Als Problem stellte sich eher heraus, dass vor allem die Shawnee und Deleware die britische Niederlage am Monongahela ausgenutzt hatten, alle englischen Siedlungen westlich der Blue Ridge zu ĂŒberfallen. Da er mit seinem Regiment gegen die WaldkĂ€mpfertaktik der Indianer keinen Vorteil in Form einer entscheidenden Schlacht erzwingen konnte, forderte Washington von Dinwiddie mehr indianische VerbĂŒndete, da es die einzigen seien, die es mit Indianern aufnehmen könnten. Besonders unterstĂŒtzte er die Anwerbungsversuche der Catawbas und Cherokee aus den beiden Carolinas. Die Indianer der Region blieben meist franzosenfreundlich gesinnt, so dass Washington in den nĂ€chsten Jahren vor allem in einer defensiven, durch Forts unterstĂŒtzten Blockadehaltung an der Westseite der Blue Ridge verblieb.[25] FĂŒr Washington ging es in der Frage der Indianer spĂ€ter vor allem um die vollstĂ€ndige Vernichtung ihrer Existenzgrundlagen: „Unmittelbare Ziele sind die völlige Zerstörung und VerwĂŒstung ihrer Siedlungen. Besonders wichtig wird es sein, ihre FeldfrĂŒchte in der Erde zu vernichten und die Felder unbestellbar zu machen.“[26] Diese Äußerung stand in großem Widerspruch zu jener idealisierenden Haltung, die dem Virginier nach seinem Tod als Inbegriff des „Großen Weißen Vaters“ von manchen indianischen Delegationen entgegengebracht wurde.

Washington fĂŒhrte das Regiment, das zum großen Teil aus gerade eingewanderten Rekruten aus England, Irland und Schottland bestand, mit strenger Hand und exakt und detailliert formulierten Befehlen. Er legte großen Wert auf PrĂ€zision im Exerzieren und auf mobile Gefechtstaktiken im Waldkampf. Bald gelangte er zur Überzeugung, sein Regiment sei auch durch die regelmĂ€ĂŸigen Erfahrungen im Grenzkampf allen anderen amerikanischen und britischen Truppen im Guerillakrieg ĂŒberlegen. Es Ă€rgerte ihn sehr, dass er und sein Regiment nicht nach den Tarifen britischer Berufssoldaten bezahlt wurden. Im FrĂŒhjahr 1756 reiste er nach Boston, um dort ohne Erfolg beim amtierenden Befehlshaber fĂŒr Nordamerika, dem britischen Kolonialgouverneur William Shirley, entsprechende WĂŒrdigung fĂŒr ihn und sein Regiment in Form gleicher Besoldung einzufordern.[27] Auch dessen Nachfolger im selben Jahr, John Cambell, Lord Loudon, bat er in mehreren Briefen in angemessener Ehrerbietung um ein regulĂ€res Offizierspatent. Wiederum fand er kein Gehör, im Gegenteil wurde sein Regiment kurzfristig von Lord Loudon aufgelöst, um kompanieweise den Kampf in SĂŒd-Carolina zu verstĂ€rken. [28]

Obwohl Washington der Überzeugung war, niemand wisse besser als er wie das strategisch wichtige französischen Forts Duquesne (heute Pittsburgh) und somit das Ohio-Gebiet einzunehmen sei, und er britische PlĂ€ne dazu seit Braddock stets fĂŒr untauglich hielt, bot er seine UnterstĂŒtzung an, als 1758 der britische General John Forbes eine weitere Expedition diesbezĂŒglich vorbereitete, deren TruppenstĂ€rke doppelt so groß war wie die der Braddock-Expedition. Auf Washingtons Rat hin wurden von Forbes Cherokees als SpĂ€her angeworben und die britischen Soldaten trugen im GelĂ€nde nicht ihre traditionellen Rotröcke sondern die Ranger-Uniformen von Angeworbenen der virginischen Miliz. Zudem wurden die Soldaten in Waldkampftaktik ausgebildet, die unter anderem darin bestand, bei einem Hinterhalt mit zwei Flanken sofort auf die angreifende Waldlinie vorzurĂŒcken und mit den indianischen SpĂ€hern im RĂŒcken des Feindes anzugreifen.[29] In einen Konflikt, der fast bis zur Gehorsamsverweigerung reichte, sah sich Washington Forbes gegenĂŒber, was den Weg nach Fort Duquesne betraf. WĂ€hrend er sich fĂŒr den bereits durch Braddock gebahnten Weg durch das nördliche Virginia aussprach, ließ Forbes von Carlisle, Pennsylvania aus durch Ingenieure eine um 50km kĂŒrzere Route in Form einer Straße bauen. Washington machte in Virginia, unter anderem bei dessen neuem Gouverneur, Francis Fauquier, Stimmung gegen die Pennsylvania-Route und sagte das Scheitern der Forbes-Expedition voraus.[30] Trotz seiner Bedenken gegen die Entscheidung Forbes stieß er am 12. November 1758 mit seinem Regiment auf eine Erkundungspatrouille aus Fort Duquesne. Nach einem verlustreichen ScharmĂŒtzel, in dem Washington unter Einsatz seines Lebens ein Kreuzfeuer unterbrach, erreichten sie siegreich Fort Duquesne und fanden es verlassen und lichterloh brennend vor, da es die Franzosen angesichts der nahenden Übermacht aufgegeben hatten.[31] Im Dezember 1758 verließ Washington das Regiment im Range eines Oberst, um danach einen Sitz im Abgeordnetenhaus Virginias einzunehmen und am 6. Januar 1759 zu heiraten.

Selbst wÀhrend des Krieges hatte Washington das VerhÀltnis zu Sally Fairfax fortgesetzt. Die meisten Briefe Sallys vernichtete Washington spÀter aus Angst vor möglichen Indiskretionen. Fast vollstÀndig erhalten sind lediglich seine Briefe aus diesem Briefwechsel, die sich im Nachlass Sallys befanden. Die Korrespondenz erstreckt sich von jenem Tag, an dem er ihr kurz vor der Hochzeit mit seiner spÀteren Frau Martha schrieb, bis zum letzten Brief, 25 Jahre nach ihrer letzten Begegnung.

Von Sally existiert nur ein Postskriptum innerhalb eines Briefes ihres Schwiegervaters:

„Sehr geehrter Herr: Nachdem ich dem Himmel fĂŒr Ihre gesunde RĂŒckkehr gedankt habe, muss ich Sie großer Unfreundlichkeit bezichtigen, da Sie uns des VergnĂŒgens, Sie an diesem Abend bei uns zu sehen, beraubten. Ich versichere Ihnen, wir zĂŒgeln unsere Neugier, aber nur der Gedanke, unsere Gesellschaft könnte unangenehm sein, hĂ€lt uns von dem Versuch ab, unsere Beine heute Nacht nicht nach Mount Vernon zu tragen, aber wenn Sie nicht morgen Vormittag sehr frĂŒh zu uns kommen, werden wir in Mount Vernon sein.“ Offenbar war sie ungehalten darĂŒber, dass Washington sie nicht sogleich besucht hatte.[32] Als Sallys Schwiegervater starb und ihr Mann nach England reiste, um sich um seine dortigen Besitzungen zu kĂŒmmern, nutzte Washington seine Chance nicht.

Zwischen den Kriegen

Martha Dandrige Custis

Somit entschloss sich Washington zur Vernunft- bzw. Geldheirat: Nach zwei ungeschickten und erfolglosen Brautwerbungen machte er schließlich Martha Dandridge Custis einen Heiratsantrag, einer freundlichen, wenn auch wenig anziehenden 26-jĂ€hrigen Witwe des Pflanzers Daniel Parke Custis, die dank ihres Erbes eine der reichsten Frauen Virginias war. In US-Dollar, der damals noch nicht existierte und dessen Wert im Lauf der Geschichte schwankte, wurde der Wert des Erbes spĂ€ter auf rund $100.000[33] geschĂ€tzt. Ausgerechnet Sally ĂŒberwachte die Renovierungsarbeiten, die Washington in Mount Vernon in Auftrag gegeben hatte, damit das Haus zum Empfang gerĂŒstet war. Dennoch fanden weitere Treffen mit Sally statt und auch die Korrespondenz aus Fort Cumberland legte ein deutliches Zeugnis darĂŒber ab, dass Washington sich seiner Sache nicht sicher war:

„Verehrte Madame,
Gestatten Sie mir bitte anzumerken, dass ich Ihre nunmehr völlig in Widerspruch zu unserer bisherigen Beziehung stehende Einstellung keineswegs als Ehre empfinden kann, sondern dass sie vielmehr die Angst in mir davor bestĂ€rkt, unweigerlich der kĂŒnftige Gatte von Frau Custis zu sein. - Wenn - ich muss es nicht erwĂ€hnen - erraten Sie es selbst. Sollte nicht meine eigene Ehre und das Wohlergehen des Landes jede Aufregung wert sein? Es ist wahr, ich selbst bekunde, der Liebe geweiht zu sein. (
) Ich empfinde die zwingende Kraft Ihrer liebreizenden Schönheit in meiner Erinnerung in Tausend zĂ€rtlichen Passagen, so dass ich wĂŒnschte, ich könnte sie auslöschen (
). Sie haben mich, (
), gedrĂ€ngt, oder vielmehr ich selbst habe mich gedrĂ€ngt zum redlichen Bekenntnis einer schlichten Wahrheit - missverstehen Sie meine Absicht nicht - es ist offensichtlich - zweifeln Sie nicht und geben Sie nichts preis - die Welt hat kein Recht, den Gegenstand meiner Liebe zu kennen, - erklĂ€rt nur fĂŒr Sie, auf die es ankommt - da ich es doch verheimlichen will - Eines möchte ich vor allen Dingen dieser Welt gerne wissen, und nur eine bestimmte Person kann dies erklĂ€ren oder meine Absicht erraten. Aber Adieu, bis zu glĂŒcklicheren Zeiten, wenn ich sie denn je erleben sollte. â€Šâ€œ (12. September 1758)[34]

George Washington vernichtete die Antwort, die 13 Tage spĂ€ter eintraf. Er war wohl enttĂ€uscht und sprach in einem weiteren Brief davon, dass beide die Absichten des anderen missverstehen wĂŒrden. Letztlich ermutigte Sally Fairfax ihn sogar zu der Heirat.[35]

Nach der Trauung am 6. Januar 1759 verlegte das neuvermĂ€hlte Paar seinen Wohnsitz auf die Plantage in Mount Vernon, wo Washington das Leben eines vermögenden Plantagenbesitzers aufnahm. Aus der Ehe mit Martha gingen keine Kinder hervor. George Washington adoptierte jedoch die beiden Kinder seiner Frau aus erster Ehe, John und Martha. Trotz inniger GefĂŒhle zu Sally schuf er seiner Frau und den Stiefkindern ein glĂŒckliches Zuhause. „Washington verfĂŒgte ĂŒber eine ungeheure Selbstbeherrschung, gemĂ€ĂŸ seinem Grundsatz, eher nach ‚Vernunft als nach Leidenschaft zu streben‘ â€Šâ€œ, da er die Ruhe der Ehe mehr schĂ€tzte als die Aufregung.

Im Laufe der fĂŒnfziger Jahre des 18. Jahrhunderts sollte er durch Erbschaft, die oben erwĂ€hnte Heirat und Landspekulationen zu einem der reichsten MĂ€nner von Virginia werden.

Neben der bereits erwÀhnten DeputiertentÀtigkeit war er seit 1752 auch Friedensrichter in Fredericksburg, wo seine Familie bereits seit 1738 im direkten Umfeld der Stadt die Ferry Farm erworben hatte und auch seine Mutter Mary ihre letzten Lebensjahre verbringen sollte.

1773 sah Washington Sally zum letzten Mal, als sie und ihr Ehemann nach England abreisten. Es sollte kein Abschied fĂŒr immer sein, aber sowohl die Verpflichtungen der Familie Fairfax als auch die politischen Wirren der folgenden Jahre erlaubten ihnen keine RĂŒckkehr.[36] Fairfax vertraute die Verantwortung fĂŒr Belvoir ausgerechnet George Washington an. Entsprechend der Vereinbarung ließ Washington, bevor er zur Teilnahme am ersten Kontinentalkongress nach Philadelphia abreiste, die Einrichtung versteigern. Dabei ersteigerte ausgerechnet er fĂŒr 169 Pfund bezeichnende GegenstĂ€nde: Die Polster und Kissen aus Sallys Schlafzimmer.[37]

1774 zog er als Delegierter Virginias in den Kontinentalkongress ein.

Der UnabhÀngigkeitskrieg

Auf Vorschlag von John Adams aus Neuengland nominierte Thomas Johnson, Gouverneur von Maryland, am 15. Juni 1775 George Washington als Mitglied des Kongresses aus Virginia fĂŒr die wichtige Funktion des Kommandeurs der Kontinentalarmee („Continental Army“) im Amerikanischen UnabhĂ€ngigkeitskrieg, woraufhin dieser einstimmig gewĂ€hlt wurde. Als am nĂ€chsten Morgen der PrĂ€sident des Kontinentalkongresses John Hancock Washington dieses Amt offiziell anbot, erhob dieser sich von seinem Platz und nahm die Funktion offiziell an.

In seiner Rede zu dieser Gelegenheit sagte er, nachdem er seine Zweifel darĂŒber ausgedrĂŒckt hatte, dass er in der Lage wĂ€re, seine Pflichten zu aller Zufriedenheit zu erfĂŒllen:

„Zur Bezahlung, mein Herr, möchte ich dem Kongress versichern, dass, da keine finanziellen ErwĂ€gungen mich bewogen haben können, dieses schwierige Amt auf Kosten meines hĂ€uslichen Friedens und GlĂŒcks zu ĂŒbernehmen, wĂŒnsche ich auch nicht, davon irgendwie zu profitieren. Ich werde eine exakte Aufstellung meiner Ausgaben fĂŒhren. Diese, daran habe ich keinen Zweifel, werden mir ersetzt werden, und das ist alles, worum ich bitte.“

Ohne seine Familie in Virginia wiederzusehen, brach Washington nach Boston auf, wo er am 3. Juli 1775 das Kommando ĂŒber 16 000 Milizsoldaten ĂŒbernahm,[38] die die in der Stadt befindliche britische Armee seit den Gefechten von Lexington und Concord, den ersten KĂ€mpfen des UnabhĂ€ngigkeitskrieges, belagerten. In einem Brief teilte er seiner Frau Martha seine durchaus selbstzweiflerischen Bedenken mit:

„Du darfst mir glauben, meine liebe Patsy, (
) dass ich diesen Auftrag nicht gesucht, sondern alles in meiner Macht stehende getan habe, um ihm zu entgehen; nicht nur aus mangelnder Bereitschaft, Dich und die Familie zu verlassen, sondern auch aus dem Bewusstsein heraus, dass dies die Aufgabe ist, die meine FĂ€higkeiten ĂŒbersteigt, und weil ich wusste, dass ich in einem Monat mit Dir daheim mehr wahres GlĂŒck finde, als ich draußen in der Welt auch nur im Entferntesten hoffen kann, und wenn ich siebenmal sieben Jahre bliebe. Da es aber eine Art Schicksal ist, das mir diesen Dienst in den Weg gelegt hat, hoffe ich, dass seine ErfĂŒllung durch mich zu einem guten Zweck gereichen wird. (
) Es war ganz unmöglich, die Aufgabe abzulehnen, ohne mich VorwĂŒrfen auszusetzen, die mir zur Unehre gereicht und meine Freunde verletzt hĂ€tten.“ [39]

Washington war als Oberbefehlshaber der Kontinentalarmee nicht der geniale Stratege, der Schlachten nach sorgfĂ€ltigen PlĂ€nen gewann, sondern der sorgfĂ€ltige Organisator der amerikanischen StreitkrĂ€fte. Er war sich vollkommen seiner vergleichsweise bescheidenen Mittel bewusst. Den regelrecht knauserigen Kongress musste er daher regelmĂ€ĂŸig in ausfĂŒhrlichen und genau belegten Berichten um die personelle und finanzielle Aufstockung seiner Armee angehen. Dabei schien er sich um jedes noch so kleine Detail zu kĂŒmmern, um zumindest die Ausstattung der Truppe mit Bekleidung, Verpflegung, Brennmaterial, UnterkĂŒnften und Munition garantieren zu können.

Die Überquerung des Delaware, von Emanuel Leutze, 1851 (ehem. Kunsthalle Bremen)
Washington und der Marquis de La Fayette bei Valley Forge, von John Ward Dunsmore

Bei der Auswahl seiner Befehlshaber und Stabsoffiziere legte er besonderen Wert auf eben diese OrganisationsfĂ€higkeiten, scheute sich jedoch nicht, in derartigen Fragen an MĂ€nner wie Friedrich Wilhelm von Steuben, Richard Gridley, Horatio Gates oder Artemas Ward zu delegieren, und förderte jene jungen Offiziere wie Henry Dearborn, Henry Lee oder Anthony Wayne, die er fĂŒr kurzfristige taktische Operationen benötigte. ZahlenmĂ€ĂŸig stets unterlegen, ließ er die Armee nur dann ins Feld fĂŒhren, wenn die offene Feldschlacht unvermeidlich bzw. von den Voraussetzungen gĂŒnstig fĂŒr die amerikanischen Truppen war. In stetigen Guerilla-Ă€hnlichen Raids gegen die britischen Nachschublinien schafften seine Truppen somit die ersten Voraussetzungen fĂŒr den eigenen Erfolg.

Nachdem Washington, der im Longfellow House in Cambridge sein Hauptquartier aufgeschlagen hatte, die Briten nach neunmonatiger Belagerung am 17. MĂ€rz 1776 erfolgreich aus Boston vertrieben hatte, zog er mit einem Großteil der Kontinentalarmee nach New York City und befestigte die Stadt, wobei er unter anderem die Morris-Jumel Mansion im heutigen Washington Heights als Hauptquartier bezog. Am 27. August 1776 verlor er die Schlacht von Long Island auf dem Areal des heutigen Prospect Park. Nach der Landung der britisch-hessischen Armee bei Kips Bay kam es am 16. September 1776 zur Schlacht von Harlem Heights, die den ersten Sieg der Amerikaner im UnabhĂ€ngigkeitskrieg ergab. Nach ihrem Erfolg in der Schlacht von White Plains und der Schlacht von Fort Washington erlangten die britischen Truppen im Oktober 1776 Kontrolle ĂŒber die Insel Manhattan. Um nicht eingeschlossen zu werden zog sich Washington daraufhin nach Valley Forge in Pennsylvania zurĂŒck, wo sich die Kontinentalarmee erholen konnte.

Am 26. Dezember 1776 ließ Washington die Truppen den Delaware River ĂŒberqueren, um die hessischen Truppen der Briten in Trenton, New Jersey, anzugreifen. Dieser erfolgreiche Angriff baute die Moral der unabhĂ€ngigkeitswilligen Kolonialisten wieder auf. Bevor sie sich in ihr Winterlager zurĂŒckbegaben, ließ Washington in Erwartung eines britischen Gegenangriffs eine Verteidigungslinie bei Trenton errichten. Hier kam es am 2. Januar 1777 zur Zweiten Schlacht von Trenton, der sich Washington in der Nacht entzog und mit einem ĂŒberraschenden Manöver am nĂ€chsten Tag die britischen Truppen in Princeton schlug. Diese zogen sich nach den drei verlorenen Gefechten aus New Jersey nach New York zurĂŒck.

Washington befehligte im Verlauf der Revolution weiterhin eine Armee, um britische KrĂ€fte im Zentrum des Landes zu binden, wĂ€hrend General Gates und der MilizenfĂŒhrer Benedict Arnold die Schlacht von Saratoga 1777 gewannen, was indirekt zur französischen Anerkennung der Vereinigten Staaten fĂŒhrte. Am 11. September 1777 stellte sich Washington in der Schlacht von Brandywine ohne Erfolg dem britischen Unternehmen entgegen, Philadelphia einzunehmen, in welches diese kurz darauf ungehindert einmarschierten, wogegen der Kontinentalkongress nach York (Pennsylvania) fliehen musste. Washington scheiterte mit der verlorenen Schlacht von Germantown am 4. Oktober 1777 die britischen Truppen aus der Hauptstadt der Dreizehn Kolonien zurĂŒckzudrĂ€ngen. Im Dezember 1777 erreichte die Kontinentalarmee das Winterquartier in Valley Forge. Die Soldaten litten dort unter den feuchtkalten Witterungsbedingungen, unzureichender Winterkleidung und schlechter Versorgungslage. Mehrere tausend starben an Krankheiten wie Typhus, Dysenterie und LungenentzĂŒndung oder erfroren. Im Februar 1778 trat Friedrich Wilhelm von Steuben als Generalmajor den Dienst unter Washington an und begann sogleich mit dem taktischen und operativen Aufbau der Armee, die sich durch Verluste auf 5000 Mann verringert hatte.

Die nun gedrillten und besser disziplinierten Soldaten konnten sich in der Schlacht von Monmouth beweisen, als sie die Nachhut der aus Philadelphia zurĂŒck nach New York beorderten britischen Armee angriffen. Das Gefecht endete auch wegen des eigenmĂ€chtigen RĂŒckzugbefehls von Charles Lee, der spĂ€ter deswegen von einem Kriegsgericht verurteilt wurde, in einem taktischen Sieg der Briten, die ihren RĂŒckzug aus Pennsylvania abschließen konnten. Strategisch hatte die Schlacht einen ausgeglichenen Ausgang, da die Kontinentalarmee in Besitz der Staaten sĂŒdlich New Yorks verblieb. Im Sommer 1779 ordnete Washington die Sullivan-Expedition zur BekĂ€mpfung von Loyalisten und einigen StĂ€mmen der Irokesen an. Er gab dabei ausdrĂŒcklich Befehl die Taktik der verbrannten Erde anzuwenden.

1780 entsendete Frankreich, das im Februar 1778 die UnabhĂ€ngigkeit der Dreizehn Kolonien anerkannt hatte und sich seitdem im Kriegszustand mit dem britischen Königreich befand, 6000 Soldaten unter dem Kommando von Generalleutnant Jean-Baptiste-Donatien de Vimeur, comte de Rochambeau nach Rhode Island. Im August 1781 vereinigten sie sich mit der Kontinentalarmee unter der FĂŒhrung Washingtons. Nach einer entsprechenden Meldung durch General Marquis de La Fayette die britischen Truppen beabsichtigten Yorktown zu evakuieren, bewegte sich die mit französischen Truppen verstĂ€rkte Kontinentalarmee nach Yorktown. Dort gelang es in Abstimmung mit der von Admiral François Joseph Paul de Grasse befehligten Flotte, General Charles Cornwallis in der Schlacht von Yorktown einzuschließen und entscheidend zu schlagen. Diese Kapitulation der Briten war das eigentliche Ende der englischen Versuche, die Revolution zu unterdrĂŒcken.

Da zu diesem Zeitpunkt noch britische Truppen in New York City, Savannah und Charleston stationiert waren, musste Washington von weiteren Gefechten ausgehen und blieb wachsam. Das Ausbleiben eines entscheidenden Gefechts, der RĂŒckzug der französischen Truppen und lange nicht ausbezahlter Sold verschlechterte die Stimmung bishin zur Gefahr einer Meuterei, in deren Planung Major John Armstrong junior verwickelt gewesen sein soll. Durch eine Ansprache am 15. MĂ€rz 1783 an seine Offiziere, in der er an die LoyalitĂ€t zum Kongress der seit 1781 bestehenden amerikanischen Konföderation appellierte, konnte Washington die Newburgh-Krise lösen.

Im Vertrag von Paris im September 1783 erkannte das englische Königreich die UnabhĂ€ngigkeit der Vereinigten Staaten an. Washington entließ darauf hin die Soldaten der Kontinentalarmee und verabschiedete sich von seinen Offizieren am 4. Dezember 1783 in Fraunces Tavern. Am 23. Dezember trat er als Kommandeur der Kontinentalarmee vor dem Kontinentalkongress zurĂŒck. Kurz vor seinem Abschied als Oberbefehlshaber rief Washington die Bundesstaaten auf, eine starke Zentralregierung zu bilden. Wie sehr er den RĂŒckzug ins Privatleben vorzog, lĂ€sst sich daran ersehen, dass er ihn in einem Brief als „RĂŒckkehr zu sich selbst“ bezeichnete.

Der Verfassungskonvent

Alexander Hamilton: Notiz fĂŒr eine Rede zum Verfassungskonvent

Es sollte immerhin noch vier Jahre dauern, bis die anerkannten FĂŒhrer der Amerikanischen Revolution an die Überarbeitung der ineffektiven ersten Verfassung der USA, der Konföderationsartikel von 1777 beziehungsweise an die Verabschiedung einer neuen Verfassung herangingen.

Der Verfassungskonvent tagte in Philadelphia vom Mai bis zum September 1787. George Washington nahm fĂŒr Virginia teil. Er wurde von den 54 Delegierte teilnehmenden zwölf Staaten der Konföderation einstimmig zum PrĂ€sident der Versammlung gewĂ€hlt. Obwohl er stets bedacht war, ĂŒber den Parteimeinungen zu „schweben“, sprach er sich ausdrĂŒcklich fĂŒr eine starke Exekutivgewalt aus.

Bei den Verfassungsdiskussionen und Ratifizierungsdebatten kristallisierten sich erstmals klare politische Parteimeinungen heraus, die frĂŒhe Kennzeichen eines Zweiparteiensystems beinhalteten.

In den Beratungen behielten die Vertreter Virginias die Initiative, indem sie alsbald einen Verfassungsentwurf zur Diskussion stellten, der ĂŒber einfache ZusĂ€tze zu den Konföderationsartikeln weit hinausging. Anstelle der dort favorisierten AusschĂŒsse sollte eine Bundesregierung stehen, deren Gewalten Ă€hnlich denen der Bundesstaaten in Legislative, Exekutive und Judikative dreigeteilt war. Zudem sollte die Legislative aus zwei Kammern bestehen. Die Bedenken der Delegierten New Jerseys wurden von der Mehrheit beiseitegeschoben. Allerdings kollidierten bei der Frage der Sitzverteilung der zukĂŒnftigen ReprĂ€sentantenversammlung erwartungsgemĂ€ĂŸ die Interessen der kleinen und großen Staaten. Erstere wollten nach dem Prinzip „ein Staat – eine Stimme“ verfahren, wĂ€hrend letztere das Bevölkerungsgewicht berĂŒcksichtigt sehen wollten. Da New York mit den kleineren Bundesstaaten stimmte, einigte man sich auf den Kompromiss, dass eine direkte Wahl des ReprĂ€sentantenhauses nach Einwohnerzahl möglich wurde, und die großen Staaten der Wahl der Senatoren durch die Einzelstaatslegislativen zustimmten.

In dem so genannten „Großen Kompromiss“ (16. Juli 1787) trafen die Delegierten vier grundlegende Entscheidungen:

  1. ein Abgeordneter vertritt 40.000 Einwohner (vor Abschluss der Beratungen in 30.000 modifiziert)
  2. jeder Staat stellt zwei Senatoren (die bis 1913 von den Bundesstaatslegislativen gewÀhlt werden konnten)
  3. im Senat stimmen Individuen und nicht Delegationen der Bundesstaaten ab.
  4. nur das ReprĂ€sentantenhaus kann HaushaltsgesetzentwĂŒrfe einbringen. Der Senat kann sie verwerfen oder billigen, aber nicht modifizieren.

Ein weiterer wichtiger Kompromiss betraf die Sklavenfrage. Denn die MĂ€nner, die ab 1776 unablĂ€ssig am Grundsatz der gleichgeborenen Gesellschaft festhielten, waren meist Sklavenhalter: 1787 besaß George Mason 118, Thomas Jefferson 149 und George Washington sogar 390 Sklaven.

Berechtigterweise fragten die Vertreter der Nordstaaten, warum die Sklaven im SĂŒden gleichzeitig als Besitz betrachtet und bei der Berechnung der Abgeordnetensitze als Menschen mitgezĂ€hlt werden sollten. Nach einer erbittert gefĂŒhrten Debatte, in deren Verlauf die SĂŒdstaaten mit Sezession drohten, gab der Norden nach. Demnach sollten fĂŒnf Sklaven bei der Berechnung der Sitzverteilung so viel gelten wie drei freie BĂŒrger. In einer weiteren sehr ambivalenten VerfĂŒgung, in der das Wort „Sklave“ tunlichst vermieden wurde, regelte die Verfassung außerdem den Sklavenimport bis 1808. Die bestehende RealitĂ€t wurde somit in der beschriebenen Weisung des Verfassungstextes „aufgefangen“:

„Die Abgeordnetenmandate und die direkten Steuern werden auf die einzelnen Staaten, die diesem Bund angeschlossen sind, im VerhĂ€ltnis zu ihrer Einwohnerzahl verteilt; diese wird ermittelt, indem zur Gesamtzahl der freien Personen, einschließlich der in einem befristeten DienstverhĂ€ltnis stehenden, jedoch ausschließlich der nicht besteuerten Indianer, drei FĂŒnftel der Gesamtzahl aller ĂŒbrigen Personen hinzugezĂ€hlt werden.“ [40]
Washingtons Bildnis auf der 1-Dollar-Note

Dieser „Geburtsfehler“ der amerikanischen Verfassung sicherte zwar die wirtschaftlichen Grundlagen und politischen AnsprĂŒche der SĂŒdstaaten, legt aber auch gleichsam einen der Keime fĂŒr den spĂ€teren BĂŒrgerkrieg. Dessen ungeachtet profitierte auch Washington von dieser Regelung.

Bei der Konstruktion des PrĂ€sidentenamtes kollidierten im Verfassungskonvent die BefĂŒrworter einer schwachen und starken Exekutive. So forderten letztere, dass der PrĂ€sident möglichst unabhĂ€ngig sein mĂŒsse, um das Konzept der Gewaltenteilung verwirklichen und ein Gegengewicht zur Legislative bilden zu können. Als abschreckendes Beispiel beschwor man dafĂŒr die Entwicklung in den Einzelstaaten hervor, wo eine allmĂ€chtige Legislative die Ängste der wohlhabenden Eliten vor den „Demokraten“ schĂŒrte.

Somit war das WahlmĂ€nnerkollegium ein Kompromiss, da es jedem Bundesstaat ĂŒberlassen blieb, es nach allgemeiner Wahl oder von der Legislative bestimmen zu lassen. Indem der Verfassungskonvent die Wahl des PrĂ€sidenten durch Senat und ReprĂ€sentantenhaus verwarf, verabschiedete man sich auch von der Entwicklung eines parlamentarischen Regierungssystem und wendete sich endgĂŒltig dem prĂ€sidentiellen Modell zu.

Das PrĂ€sidentenamt erhielt im Vergleich stĂ€rkere Vollmachten als die jeweiligen Gouverneure der Einzelstaaten: Dank eines aufschiebenden Vetos wirkt er bei der Gesetzgebung mit, die Nominierung der Richter des Obersten Gerichts bringt ihm entscheidenden Einfluss auf die Judikative und als Oberbefehlshaber von Heer und Marine, als Distributor dotierter Verwaltungsstellen sowie als „Exekutor“ von Außen- und Innenpolitik hat er die politische Initiative an den maßgeblichen Stellen unter Kontrolle. Die zum damaligen Zeitpunkt postulierte lebenslĂ€ngliche Amtszeit („during good behavior“) erinnert stark an einen Monarchen.

Die Wahl zum PrÀsidenten und die Vereidigung

Vereidigung Washingtons auf dem Balkon der Federal Hall

Nach der Ratifizierung der Verfassung durch neun der dreizehn Einzelstaaten gab das WahlmĂ€nnerkollegium, das die Wahl des PrĂ€sidenten vorzunehmen hatte, am 4. Februar 1789 die einhellige Wahl George Washingtons zum PrĂ€sidenten bekannt. Dabei sollte er der einzige PrĂ€sident bleiben, der einstimmig vom Wahlkollegium gewĂ€hlt wurde. Bei seiner BestĂ€tigung 1792 zĂ€hlte man lediglich drei Enthaltungen, aber keine Gegenstimmen. Ausschlaggebend fĂŒr seine Wahl war neben seinen politischen und militĂ€rischen Verdiensten seine auf Ausgleich zwischen den Parteien bedachte Haltung.

Nach der WahlprĂŒfung durch den Senat und der Annahme durch ihn selbst reiste Washington in acht Tagen nach New York, wo die AmtseinfĂŒhrung in der Federal Hall geplant war.

Washingtons Tagebuchnotiz anlĂ€sslich seiner Abreise illustriert trefflich seine Haltung zu seiner neuen Position: „Um zehn Uhr sagte ich Mount Vernon, dem Privatleben und dem hĂ€uslichen GlĂŒck Lebewohl und machte mich mit den Ă€ngstlichen und schmerzlichsten GefĂŒhlen auf den Weg nach New York.“[41]

Am 30. April 1789 vereidigte man George Washington in einer feierlichen Zeremonie auf dem Balkon der Federal Hall von New York als ersten PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, wobei die lokale Presse betonte, dass man besonders stolz darauf sei, dass der PrĂ€sident bei der AmtseinfĂŒhrung ausschließlich in der Heimat gefertigte Kleidung getragen habe, die dennoch jedem Vergleich mit der europĂ€ischen Mode standgehalten hĂ€tte.

Die AmtsfĂŒhrung

George Washington, Lansdowne Portrait von Gilbert Stuart, 1796

In seiner bedachtsamen Art war es Washington klar, dass er mit jedem Schritt politisches Neuland betreten wĂŒrde. Jede eingeschlagene Richtung wĂŒrde einen PrĂ€zedenzfall bedeuten. Somit war seine Amtszeit sowohl fĂŒr den Stil als auch fĂŒr die AmtsfĂŒhrung aller weiteren PrĂ€sidenten prĂ€gend.

Ein erstes Beispiel dafĂŒr stellte bereits seine von lĂ€ngerer Hand[42] bewusst vorgeplante Inaugurationsrede am Tag seiner Vereidigung am 30. April 1789 dar, die verfassungsmĂ€ĂŸig ĂŒberhaupt nicht vorgesehen war, sich aber seitdem als „Inszenierung des Neuanfangs“ fĂŒr alle folgenden PrĂ€sidenten durchgesetzt hat.[43]

Seine Wahl zum PrĂ€sidenten war zunĂ€chst eine EnttĂ€uschung fĂŒr seine Frau, Martha Washington, die erste „First Lady“, die eigentlich nach dem Krieg das ruhige Privatleben fortsetzen wollte. Doch schnell akzeptierte sie ihre Rolle als Gastgeberin, öffnete ihre „gute Stube“ und organisierte wöchentliche Dinner-Partys fĂŒr etliche WĂŒrdentrĂ€ger, die am Tisch des PrĂ€sidenten Platz nahmen.

Washington hielt das erste Kabinettstreffen eines amerikanischen PrĂ€sidenten am 25. Februar 1793 ab. Der PrĂ€sident leitete ein Regierungskabinett, das sich um innenpolitischen Ausgleich bemĂŒhte, da in ihm die spĂ€teren großen Parteien der „Federalists“ und der „Democratic-Republicans“ zu gleichen Teilen vertreten waren.

„Kraftvolles Ausgleichen und UnerschĂŒtterlichkeit des Beharrens waren die unentbehrliche Mitgift George Washingtons, wĂ€hrend die Initiativen aus dem Kreis der engsten Mitarbeiter, die er sich wĂ€hlte, aus dem "Kabinett" seiner StaatssekretĂ€re stammten und sich alsbald in dramatischen GegensĂ€tzen entluden.“[44]

Diese Politik begleitete er durch einen Kurs der inneren Absicherung im verwaltungs- und finanzpolitischen Bereich, wobei seine Grunderwerbspolitik deutlich die wirtschaftliche Elite bevorzugte und absicherte. Dies war aufgrund seiner Herkunft nicht verwunderlich.

In der Außenpolitik trug der NeutralitĂ€tskurs auch zur StĂ€rkung und Anerkennung des jungen amerikanischen Bundesstaates bei. Nach dem Ausbruch der Französischen Revolution von 1789 kritisierte man jedoch Washington fĂŒr seine passive Haltung wĂ€hrend der französisch-britischen Auseinandersetzung. Das provokative Verhalten des französischen Botschafters Edmond-Charles GenĂȘt, fĂŒhrte 1793 zu einem offenen Konflikt mit diesem, der so genannten „Citizen GenĂȘt-AffĂ€re“. In dieser setzte Washington die NeutralitĂ€t der USA gegen eine starke profranzösische Strömung in der amerikanischen Öffentlichkeit durch. GenĂȘt hatte Amerikaner als Freibeuter zu Angriffen gegen britische Handelsschiffe angeworben und eine Freiwilligenarmee fĂŒr einen Angriff auf das damals noch Spanien gehörende Florida aufgestellt.[45]

Dennoch bestĂ€tigte man Washington bei den PrĂ€sidentschaftswahlen von 1792 fĂŒr eine weitere Legislaturperiode von vier Jahren in seinem Amt.

1791 fĂŒhrte die Bundesregierung eine Verbrauchssteuer auf Whiskey ein. Diese Steuer war im amerikanischen Grenzgebiet sehr unpopulĂ€r, so dass im Juli 1794 im Allegheny County, Pennsylvania, ein Bundesmarschall durch den Pöbel angegriffen und das Haus eines regionalen Steuerbeamten niedergebrannt wurde.

Am 7. August 1794 setzte Washington Soldaten mehrerer Bundesstaaten in Bewegung, um mit ca. 13.000 Mann die Unruhen, die als „Whiskey-Rebellion“ in die Geschichte eingehen sollten, zu unterdrĂŒcken.[46] Weitere Probleme entstanden fĂŒr den PrĂ€sidenten, als er die Annahme des im Land sehr unpopulĂ€ren Jay-Vertrags durchsetzte, mit dem ein drohender Krieg mit Großbritannien vermieden wurde. Erstmals wurde er daraufhin öffentlich angegriffen und kritisiert; es kam zu zahlreichen Protestkundgebungen und teilweise zu gewalttĂ€tigen Übergriffen, weil man weithin der Meinung war, dass man den Briten mit dem Vertrag zu weit entgegenkĂ€me.

Am 19. September 1796 erschien die spĂ€ter vom Courier of New Hampshire so genannte Washingtons Abschiedsrede[47] zunĂ€chst auf den Innenseiten des American Daily Advertiser, der auflagenstĂ€rksten Zeitung Philadelphias, in der George Washington in schlichten und wohlkalkulierten Worten verkĂŒndete, fĂŒr eine erneute Wahl nicht mehr bereit zu stehen: „Freunde und MitbĂŒrger: Die Zeit fĂŒr die Neuwahl eines BĂŒrgers, der die vollziehende Gewalt der Vereinigten Staaten ausĂŒben soll ist nicht mehr fern [...] Darum erscheint es mir angemessen, insbesondere da es vielleicht zu einer deutlicheren Äußerung der öffentlichen Meinung fĂŒhren wird, daß ich Sie jetzt von dem Entschluß in Kenntnis setze, den ich gefaßt habe: daß ich es ablehne, zum Kreise derer gezĂ€hlt zu werden, unter denen die Wahl zu treffen ist.“[48]

Auf lange Sicht gesehen erhielt die Farewell Address „transzendentalen Status, sie rangierte neben der UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung und der Ansprache von Gettysburg als zukunftsweisende Formulierung der bleibenden GrundsĂ€tze Amerikas“.[49] In der damaligen Öffentlichkeit verstand man sogleich die Tragweite dieser Bekanntmachung, da die freiwillige Aufgabe des PrĂ€sidentenamtes durch George Washington nach zwei Amtsperioden somit jenen PrĂ€zedenzfall kreierte, der erst von Franklin D. Roosevelt 1940 durchbrochen werden sollte. Die politische und psychologische Tragweite hatte noch eine andere Dimension: hatten sich die BĂŒrger der Vereinigten Staaten ihren Staat zuvor ohne Washington seit dem Revolutionskrieg nicht vorstellen können, so waren sie in der Folge des Briefes nun auf sich gestellt.

Außerdem war die Farewell-Address aufschlussreich fĂŒr das SelbstverstĂ€ndnis der Außenpolitik George Washingtons. Denn hier verteidigte er auch seine bisherige Politik gegen den kriegfĂŒhrenden europĂ€ischen GroßmĂ€chten. Dabei vertrat er hingegen keine Konzeption des sich selbst genĂŒgenden Isolationismus. Durch die Entwicklung des Außenhandels sollte die Wirtschaft und somit das außenpolitische Gewicht der Vereinigten Staaten gestĂ€rkt werden. Um jedoch den Außenhandel wirksam in alle Richtungen betreiben zu können, war die NeutralitĂ€t oberstes Gebot. In NotfĂ€llen seien „temporary alliances“ möglich, „permanent alliances“ jedoch unbedingt zu vermeiden, da man in Europa „primĂ€re Interessen“ verfolge, die die Amerikaner unmöglich teilen könnten.

Erst nach einer politischen und wirtschaftlichen Konsolidierung seien die Vereinigten Staaten in der Lage, „in der wir die Haltung einnehmen können, die bewirkt, daß die NeutralitĂ€t, zu der wir uns jederzeit entschließen können, sorgfĂ€ltig respektiert wird, (...) in der wir Frieden oder Krieg wĂ€hlen können, wie unser von Gerechtigkeit gelenktes Interesse es ratsam erscheinen lĂ€ĂŸt“.[50]

Neben seiner nachlassenden Gesundheit konnte man die immer schĂ€rfere Kritik gegen ihn in der Presse, wie z.B. durch Thomas Paine, der in einem offenen Brief Washingtons bevorstehenden Abgang pries und sogar fĂŒr seinen „baldigen Tod betete“, als BegrĂŒndung ausmachen.[51] Die Wiederwahl wĂ€re im Gegensatz zu heute noch möglich gewesen, da der 22. Verfassungszusatz erst 1951 ratifiziert wurde. Bei der Schaffung des 22. Amendments, durch welches der PrĂ€sident nur einmal wiedergewĂ€hlt werden kann, beriefen sich einige Kongressmitglieder auch auf die „Tradition Washingtons“, der auf eine weitere und damit dritte Amtszeit freiwillig verzichtete.

Im Folgejahr ĂŒbertrug der amtierende PrĂ€sident John Adams Washington angesichts der Gefahr eines bevorstehenden Krieges mit Frankreich nochmals als Abschreckung gegen den einstigen VerbĂŒndeten den Oberbefehl als Generalleutnant ĂŒber die StreitkrĂ€fte, den er allerdings nur nominell wahrnahm.

In Amerika bezeichnet man ihn oft als „Vater der Nation“ (Father of the Nation), wobei man „kulturhybrid“ ĂŒber dessen „Heroisierung und Mystifizierung“ hinwegsah, um dessen „personal-integrative Funktion“[52] als GrĂŒndervater dieser „ersten neuen Nation“ zu nutzen.[53] Die frĂŒheste Identifikation mit diesem „Bild“ wurde in einem deutschsprachigen Almanach des Staates Pennsylvania als „Landesvater“ bereits 1778 vorgenommen.

Unter Washington traten fĂŒnf Staaten der Union bei: North Carolina, Rhode Island, Vermont, Kentucky und Tennessee.

Ruhestand

Mount Vernon, Wohnsitz G. Washingtons
Washington als Farmer, Lithographie von RĂ©gnier, um 1853

George Washingtons gesundheitliche Konstitution wĂ€hrend seiner Amtszeit und vor allen Dingen wĂ€hrend seines RĂŒckzugs ins Privatleben ist zum einen ein Paradebeispiel fĂŒr die Gesundheitssituation der herrschenden Elite des ausgehenden 18. Jahrhunderts, zum anderen bevorzugter Untersuchungsgegenstand amerikanischer Medizinhistoriker: Seit seinem 17. Lebensjahr litt Washington an Malaria.[54]

DarĂŒber hinaus plagten ihn der schlechte Zustand seiner ZĂ€hne. Seit seinem 24. Lebensjahr verlor er jedes Jahr einen weiteren Zahn, was vermutlich eine Folge des im 18. Jahrhundert extrem hohen Zuckerkonsums bei den reichen Eliten war. Auch litt er sehr wahrscheinlich an Diabetes.

In seinen spĂ€teren Jahren konsultierte Washington eine große Anzahl von ZahnĂ€rzten und besaß eine ebenso große Anzahl kĂŒnstlicher Gebisse. Allerdings nicht aus Holz, wie gerne kolportiert wird. Die meisten wurden damals aus Wal- oder Walrossbein gefertigt, waren nach heutigen Begriffen extrem grobschlĂ€chtig und wurden mehr aus reprĂ€sentativen GrĂŒnden als zur Nahrungsaufnahme eingesetzt.[55]

Washington war fĂŒr die damalige Zeit mit mindestens 1,88 m sehr groß.[6] John Adams kolportierte den Witz, dass Washington von beratenden Körperschaften immer zum FĂŒhrer ausersehen wurde, ganz gleich, warum es ging, weil er stets der grĂ¶ĂŸte Mann im Raum war.[56]

SpĂ€ter in seinem Leben kamen Diphtherie, Tuberkulose und Pocken hinzu. WĂ€hrend seiner PrĂ€sidentschaft schwĂ€chte ihn eine schwere LungenentzĂŒndung. All diese Krankheiten illustrieren die gesundheitlichen GefĂ€hrdungen seiner Zeit, die er nur aufgrund seiner bevorzugten Stellung ĂŒberleben konnte.

George Washington selbst hĂ€tte gerne von der PrĂ€sidentschaft Abstand genommen, empfand es aber als seine Pflicht seiner Nation gegenĂŒber, diese Position auszufĂŒllen. Anders als Thomas Jefferson war er kein regelrechter „Mann des Volkes“, der nach PopularitĂ€t zu streben suchte, sondern zog eine ihm naheliegende Introvertiertheit und die Distanz zu den Massen vor.

Zum Ende seines Lebens schrieb er 1798 einen letzten bezeichnenden Brief an seine große Liebe Sally Fairfax:

„Meine verehrte Madame,
Beinahe 25 Jahre sind vergangen, seit ich mich als bodenstĂ€ndigen Bewohner dieses Ortes betrachtet habe oder mich in der Situation befand, einem vertrauten Umgang mit meinen Freunden durch Briefe oder auf andere Weise zu frönen. In dieser Zeit geschahen so viele bedeutende Ereignisse. (
) Keines dieser Ereignisse, nicht einmal alle zusammen, sind imstande gewesen, aus meinem Geist die Erinnerung an diese glĂŒcklichen Augenblicke, die glĂŒcklichsten meines Lebens, die ich in Ihrer Gesellschaft genossen habe, zu löschen.“[57]

Er bot ihr an, ihren Lebensabend in seiner Nachbarschaft zu verbringen, doch Sally, die viele Jahre in England verbracht hatte, lehnte ab. Sie starb 1811 im Alter von 81 Jahren.

Freimaurerei

George-Washington-Statue vor der Federal Hall in Manhattan

1752 initiierte man Washington als Freimaurer in der „Fredericksburg Lodge No. 1“ in Virginia. Auf einem Konvent der Logen von Virginia schlug man Washington als Großmeister einer unabhĂ€ngigen Großloge vor, was dieser jedoch ablehnte. In Morristown (New Jersey) trafen sich am 7. Februar 1780 Delegierte von Feldlogen und schlugen mehreren Großlogen vor, eine alle Staaten umfassende „Großloge von Amerika“ zu grĂŒnden und wĂ€hlten dafĂŒr Washington zum „Großmeister der Freimaurer ĂŒberall in den Vereinigten Staaten“. Protokolle der Wahl wurden an die verschiedenen Großlogen geschickt. Als aber Massachusetts zu keiner endgĂŒltigen Entscheidung kam, ließ man das Vorhaben fallen.[58]

1788 wurde er zum „Meister vom Stuhl“ der Freimaurerloge „Alexandria No. 39“ (Virginia) ernannt und blieb in seinem Amt, als er PrĂ€sident der Vereinigten Staaten geworden war.

Weil die vorgesehene Bibel zur AmtseinfĂŒhrung 1789 nicht eingetroffen war, ließ man die Logenbibel der „St. John's Lodge No. 1“ des Staates New York holen, und Washington leistete den PrĂ€sidenten-Eid darauf, so wie es seitdem viele amerikanischen PrĂ€sidenten (ob Freimaurer oder nicht) taten. Ausnahmen waren zum Beispiel John F. Kennedy, der auf seine katholische Familienbibel bestand, und George W. Bush, dessen AmtseinfĂŒhrung im Regen im Freien stattfand, weshalb man beschloss, die Bibel nicht der NĂ€sse auszusetzen.

Den Eid zu Washingtons EinfĂŒhrung nahm der Großkanzler der Großloge von New York und Staatskanzler Robert R. Livingston ab.

Die Grundsteinlegung des Kapitols in Washington D.C. vollzog Washington am 18. September 1793 nach freimaurerischem Ritus. Dabei wurde ihm der fĂŒr ihn angefertigte Freimaurerschurz der Großloge von Maryland durch den Marquis de La Fayette feierlich ĂŒberreicht.

Im November 1798, nur 13 Monate vor seinem Tod schrieb er der Großloge von Maryland: „So weit ich mit den Lehren und Prinzipien der Freimaurerei vertraut bin, verstehe ich sie in der WohltĂ€tigkeit begrĂŒndet und sind nur zum Wohle der Menschheit auszuĂŒben. Dem kann ich daher, aus diesem Grunde, nicht meine Zustimmung entziehen.“ [58]

Bei der Beisetzung des PrÀsidenten (1799) trugen sechs Obersten der Armee, alle Freimaurer, den Sarg.[59]

Tod

Ende 1799 erkrankte Washington an einer KehlkopfentzĂŒndung. Mediziner glauben heute, dass entweder eine Infektion der Epiglottis, also des Kehldeckels, durch Streptokokken zum Tod fĂŒhrte oder eine Kombination aus Blutverlust, Erstickung und Austrocknung, infolge der Behandlung durch einen Aderlass und starke AbfĂŒhrmittel. Er wies an, seinen Leichnam nicht vor Ablauf von zwei Tagen in die Gruft zu ĂŒberfĂŒhren, da er an Scheintote glaubte und Angst davor hatte, lebendig begraben zu werden. George Washington starb zwischen 10 und 11 Uhr am Abend des 14. Dezember 1799 auf seinem Gut Mount Vernon in Virginia ohne geistlichen Beistand und wurde dort vier Tage spĂ€ter in der Familiengruft beerdigt. Seine letzten Worte, die er an seinen bei ihm sitzenden Leibsklaven Christopher Sheels richtete, waren: „Es ist gut“[60] 1831 wurde die neue Familiengruft fertiggestellt und die sterblichen Überreste Washingtons sowie die seiner Ehefrau Martha und anderer Familienmitglieder dort beigesetzt. Die GrabstĂ€tte ist der Öffentlichkeit im Rahmen eines Besuches des heutigen Museums Mount Vernon zugĂ€nglich.

Testament

Washington verfĂŒgte in seinem Testament die Freilassung aller 124 ihm unmittelbar gehörenden Sklaven, sowie die Versorgung und Pflege der Alten und Gebrechlichen unter ihnen und die Unterrichtung und Ausbildung aller JĂŒngeren bis zu ihrem 25. Lebensjahr.[61] Die anderen, knapp 200 in Mount Vernon lebenden Sklaven blieben davon unberĂŒhrt, da sie als sogenanntes Witwengut Teil des Custis-Vermögens waren, welches an Marthas Nachkommen weitergegeben werden musste.[62] Des Weiteren bestimmte er die Aufteilung seiner Erbschaft zu gleichen Teilen an 23 Erben, um so der Entstehung einer Dynastie vorzubeugen, weil er als GrĂŒndervater einer Nation und nicht einer prominenten amerikanischen Familie im GedĂ€chtnis des Volkes fortbestehen wollte.[63]

WĂŒrdigung

Karte Mount Vernons, von Washington selbst kartographiert

In einer Gedenkrede vor dem amerikanischen Kongress fand dessen Freund General Henry Lee folgende lobende Worte fĂŒr Washington: „Der Erste im Krieg, der Erste im Frieden und der Erste im Herzen seiner Landsleute.“ („First in war, first in peace and first in the hearts of his countrymen (
) second to none in the humble and endearing scenes of private life.“)[64]

Neben dieser sehr verkĂŒrzenden, wenn auch einprĂ€gsamen Formel mögen die Worte Thomas Jeffersons stehen, dem es mehr um die WĂŒrdigung des Staatsmannes ging: „Seine IntegritĂ€t war die reinste, seine Rechtsauffassung die unbedingteste, die ich je erlebt habe. Keine Motive des Interesses oder der Blutsverwandtschaft, von Freundschaft oder Hass waren fĂ€hig, seine Entscheidung zu beeinflussen. Er war in der Tat, in jeder Hinsicht der Worte, ein weiser, ein guter und ein großer Mann.“[65]

Bei den amerikanischen Historikern ist es seit den Überlegungen Arthur M. Schlesingers im Jahre 1948 ĂŒblich, in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden darĂŒber zu diskutieren, welche US-PrĂ€sidenten ihr Land am besten regiert bzw. ihr Amt am gerechtesten zum Wohl des Landes ausgefĂŒllt hĂ€tten. Neben Abraham Lincoln und Franklin D. Roosevelt befand sich George Washington dabei stets in der „Spitzengruppe“ derjenigen PrĂ€sidenten, die von den meisten Historikern lobend beurteilt wurden.[66]

Ehrungen und „Nachleben“

Washington D.C., um 1860
Die vier US-PrÀsidenten (von l.n.r.): George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln auf dem Mount Rushmore
Reiterstandbild von George Washington in Boston

Washington D.C.

Noch zu seinen Lebzeiten wurde die Hauptstadt Washington D.C. nach George Washington benannt.

FĂŒr einen kurzen Zeitraum war New York Regierungssitz. 1790 zog die Regierung erneut nach Philadelphia. Bereits wĂ€hrend des Verfassungskonvents war man ĂŒberein gekommen, dass die Frage des Hauptstadtsitzes zusĂ€tzliches Konfliktpotenzial zwischen den Einzelstaaten anhĂ€ufen wĂŒrde. So lehnte man beispielsweise das schmucke, aber kleine Alexandria als zu lĂ€ndlich ab, wĂ€hrend New York als Hafenmetropole und Anlaufstelle der meisten Einwanderer als politisch zu unsicher galt, obwohl die AmtsgeschĂ€fte auch in beiden StĂ€dten stattgefunden hatten.

Hatte der Kongress seit seinem Bestehen in acht verschiedenen StĂ€dten an der OstkĂŒste getagt, so beschloss er nun, dass die neue Bundeshauptstadt „so nahe wie möglich dem Zentrum des Wohlstandes, der Bevölkerung und des Territoriums“ liegen solle und mit dem „Zugang zum Atlantik und den westlichen Gebieten“ ausgestattet sein mĂŒsse. Daher grĂŒndete man in einer salomonischen Lösung gleichermaßen durch ein Kongress-Gesetz (Residence Act) von 1790 den District of Columbia als außerhalb der US-Bundesstaaten befindliches Kunstgebilde auf zuvor brachliegendem Sumpf- und Marschland am linken Ufer des Potomac River. Dort entstand die Stadt ab 1791 nach PlĂ€nen des französischen Architekten und StĂ€dtebauers Pierre Charles L’Enfant, den George Washington persönlich beauftragt hatte. Als Übergangslösung beschloss man, Philadelphia 1791 fĂŒr zehn Jahre zur Hauptstadt zu machen. Insbesondere das Marschland prĂ€gte bis weit ins 19. Jahrhundert hinein das Bild der Hauptstadt, die man erst ab 1800 als „funktionierend“ bezeichnen konnte.

Die NeugrĂŒndung platzierte man mehr im SĂŒden, also sĂŒdlich der Mason-Dixon-Linie, um fĂŒr andere Kompromisse notwendige Stimmen der SĂŒdstaaten zu erhalten. MilitĂ€rstrategisch war die Lage jedoch zu exponiert, wie die Bombardierung und Besetzung durch die Briten 1814 sowie der rasche Vormarsch des SĂŒdens auf die Stadt in der FrĂŒhphase des Sezessionskrieges belegen sollten. Im Verlauf seiner PrĂ€sidentschaft wĂ€hlte George Washington West Point, New York, das von ihm bereits als Fort gegrĂŒndet worden war, als Sitz der MilitĂ€rakademie des Heeres der Vereinigten Staaten aus. BestĂ€tigt wurde diese Auswahl durch einen Beschluss Thomas Jeffersons im Jahre 1802.

Der Bundesstaat Washington

Das Washington-Territorium, das 1853 aus dem nördlichen Teil des Oregon-Territoriums gebildet wurde, ist ihm zu Ehren benannt worden. Nach kleineren Umbildungen wurde es 1889 offiziell als 42. Bundesstaat in die Union aufgenommen. Der Bundesstaat Washington ist der einzige Bundesstaat, der nach einem ehemaligen PrÀsidenten benannt wurde. StÀdte sind hingegen nach Ex-PrÀsidenten benannt worden.

George-Washington-UniversitÀt

Die George-Washington-UniversitĂ€t in Washington D.C. ist ebenfalls nach ihm benannt worden, was seinen ursprĂŒnglichen Absichten, mit Teilen aus verschiedenen Fonds und seinem VermĂ€chtnis eine derartige Institution in der Hauptstadt zu grĂŒnden, entgegenkam.

Straßen, PlĂ€tze und BrĂŒcken

Eine Vielzahl von Straßen, PlĂ€tzen und BrĂŒcken wurden insbesondere in den USA nach Washington benannt. Bekannte Beispiele sind die George-Washington-BrĂŒcke und die Washington Bridge in New York City.

DenkmÀler

Das erste Monument zu Ehren Washingtons wurde 1827 im Washington Monument State Park im US-Bundesstaat Maryland errichtet.

Nach PlĂ€nen von Robert Mills wurde von 1848 bis 1885 das so genannte Washington Monument, ein weißer Marmor-Obelisk, gebaut. Dieser befindet sich exakt auf der Verbindungsgeraden zwischen dem Capitol State Building und Lincoln Memorial in Washington D.C. und war mit einer Höhe von 169 m zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung kurzfristig das höchste GebĂ€ude der Welt. Durch den Bau des Eiffelturms verlor dieses Denkmal bereits 1889 seinen Rekord.

Am Mount Rushmore National Memorial wurde der 18,3 m hohe PortrĂ€tkopf Washingtons, neben drei anderen seiner Nachfolger in der PrĂ€sidentschaft der Vereinigten Staaten, in den Fels gehauen.

Sonstige Ehrungen

PortrĂ€t auf einer Vierteldollar-MĂŒnze (1941)

Ein Teil der Plantage, auf der Washington geboren wurde, wurde 1930 als George Washington Birthplace National Monument zur GedenkstÀtte im Rang eines National Monuments erklÀrt und ein typisches GebÀude der Zeit anstelle des bereits 1779 abgebrannten Haupthauses errichtet, in dem ein Museum zur Kolonialzeit untergebracht ist.

Das PortrĂ€t des „Vaters der Nation“ findet man seit 1935 sowohl auf dem 1-Dollar-Schein (nach einem GemĂ€lde von Gilbert Stuart) als auch der VierteldollarmĂŒnze sowie verschiedenen Briefmarken der US-Post.

Die Marine der Vereinigten Staaten verfolgt eine Tradition, in der diverse Kriegsschiffe nach berĂŒhmten Persönlichkeiten der amerikanischen Geschichte benennt und hat dies im Falle des ersten PrĂ€sidenten bereits bei mehreren Schiffen unterschiedlicher Klassen umgesetzt (siehe USS George Washington). Unter anderem wurde das erste nuklear-angetriebene Raketen-U-Boot der Welt, die SSBN-589, das Typschiff der gleichnamigen George-Washington-Klasse, und ein FlugzeugtrĂ€ger der Nimitz-Klasse mit der Kennung CVN-73 nach ihm benannt.

Am 11. Oktober 1976 ernannte ihn der Kongress der Vereinigten Staaten im Beschluss Public Law 94-479 posthum zum General of the Armies, ein Titel, der bis dahin nur John J. Pershing verliehen worden war. Das Parlament setzte die Beförderung rĂŒckwirkend zum 4. Juli 1976, dem 200. Jahrestag der VerkĂŒndung der UnabhĂ€ngigkeit der Vereinigten Staaten in Kraft.

Das Atoll Teraina trug den Namen Washington-Insel, ehe es vom Britischen Empire annektiert wurde.

Literatur

Bibliographie

  • George Washington: A Bibliography, hg. v. Eldo Alexander/William P. Allen, 2 Bde, London 1990

Werke

  • The Writings of George Washington, hg. v. John C. Fitzpatrick, 39 Bde., Washington 1931-1944

Monographien

  • Richard Brookhiser: Founding Father: Rediscovering George Washington. New York 1996, ISBN 0-684-83142-2.
  • Ron Chernow: Washington: A Life. Penguin, New York 2010.
  • Kevin Lee Cope: George Washington in and as culture - bicentenery explorations. New York 2000, ISBN 0-404-63538-5.
  • Marcus Cunliffe: George Washington - Man and Monument. Rev. ed. New York 1982, ISBN 0-451-62644-3.
  • Joseph J. Ellis: His Excellency George Washington. Alfred A. Knopf, New York 2004. (dt. Seine Exzellenz George Washington. C.H. Beck, MĂŒnchen 2005, ISBN 3-406-53509-7.)
  • John Ferling: The First of Men. A Life of George Washington. Knoxville, Tennessee 1988, ISBN 0-87049-628-X.
  • David Hackett Fischer: WashingtonÂŽs Crossing. Oxford University Press, New York 2006, ISBN 0-19-517034-2.
  • James T. Flexner: George Washington. Boston Mass. 1984, ISBN 0-452-25542-2.
  • Douglas Southall Freeman: George Washington, a Biography. 7 Bde. New York 1948-1972.
  • Josef-Thomas Göller: George Washington. Vom WaldlĂ€ufer zum Staatsmann - der erste PrĂ€sident. Biographie. Edition q, Berlin 1998, ISBN 3-86124-355-5.
  • Franz Herre: George Washington. PrĂ€sident an der Wiege einer Weltmacht. MĂŒnchen 1999, ISBN 3-421-05188-7.
  • Edward G. Lengel: Inventing George Washington: America’s Founder, in Myth & Memory. HarperCollins, New York 2011.

Weblinks

 Commons: George Washington â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ In England und in britischen Kolonien galt bis zum Herbst 1752 der Julianische Kalender. Außerdem war der Jahreswechsel vor 1752 am 25. MĂ€rz. Ab 1752 wurde der Gregorianische Kalender benutzt. Nach dem damaligen und unserem heutigen Kalender lautet George Washingtons Geburtsdatum 11. Februar 1731jul./ 22. Februar 1732greg.
  2. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. C.H. Beck, MĂŒnchen 2005 (Originaltitel: His Excellency George Washington, ĂŒbersetzt von Martin Pfeiffer), ISBN 3406535097, S. 21.
  3. ↑ zit. n. Shelley Ross: PrĂ€sidenten und AffĂ€ren. Skandale und Korruption in der amerikanischen Politik. Eine Chronik ĂŒber die Kehrseite der Macht. MĂŒnchen 1989, Bonn Aktuell, S. 12
  4. ↑ Shelley Ross: PrĂ€sidenten und AffĂ€ren. Skandale und Korruption in der amerikanischen Politik. Eine Chronik ĂŒber die Kehrseite der Macht. MĂŒnchen 1989, Bonn Aktuell, S. 15.
  5. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 23, 24
  6. ↑ a b Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 25
  7. ↑ Shelley Ross: PrĂ€sidenten und AffĂ€ren. Skandale und Korruption in der amerikanischen Politik. Eine Chronik ĂŒber die Kehrseite der Macht. MĂŒnchen 1989, Bonn Aktuell, S. 17.
  8. ↑ The Diaries of George Washington. Vol. I. 1748-65. Donald Jackson and Dorothy Twohig (Hrsg.), Charlottesville: University Press of Virginia, 1976. S. 123
  9. ↑ The Diaries of George Washington. Vol. I. 1748-65. Donald Jackson and Dorothy Twohig (Hrsg.), Charlottesville: University Press of Virginia, 1976. S. 128, 129
  10. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 17
  11. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 15, 16
  12. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 26
  13. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 30, 31
  14. ↑ George Washington, Writings, New York 1997, S. 48
  15. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 28.
  16. ↑ Fred Anderson, Crucible of War, S. 59.
  17. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 31, 32
  18. ↑ Diese EinschĂ€tzung teilt etwa auch: Frank L. Brecher, Losing a Continent: France’s North American Policy, 1753–1763, S. 54.
  19. ↑ Fred Anderson, Crucible of War, S. 64–65.
  20. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 34, 35
  21. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 36, 37
  22. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 38
  23. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 39
  24. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 41
  25. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 40
  26. ↑ Zitat nach: Franz Treller, Georg J. Feurig-Sorgenfrei, Joerg Sommermeyer: Nikunthas, König der Miami, eine AbenteuererzĂ€hlung aus Nordamerika. Orlando Syrg, Berlin 2010, S. 223f. Vgl. Raub eines Kontinents. Vor 180 Jahren: Indianer-Umsiedlungsgesetz unterzeichnet. WDR Stichtag. 28. Mai 2010
  27. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 42
  28. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 46
  29. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 48
  30. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 50
  31. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 51
  32. ↑ alle Zitate zum Briefwechsel aus: Corbin, John: The Unknown Washington, New York 1930 und Ross, Shelley: PrĂ€sidenten und AffĂ€ren. Skandale und Korruption in der amerikanischen Politik. Eine Chronik ĂŒber die Kehrseite der Macht, MĂŒnchen 1989, Bonn Aktuell, 280 S., ISBN 3-87959-377-9
  33. ↑ Corbin, John: The Unknown Washington, New York 1930
  34. ↑ Zur Rezeptionsgeschichte dieses Briefes, der 1877 vom New York Herald veröffentlicht, das Bild Washingtons in der Öffentlichkeit irritierte: John Richard Alden: George Washington: a biography. Louisiana State University Press, Baton Rouge 1996, S. 73ff.
  35. ↑ Vgl. William Meade Stith Rasmussen, Robert S. Tilton: George Washington - the man behind the myths. University of Virginia Press, Charlottesville u.a. 1999, S. 79.
  36. ↑ vgl. auch zum nĂŒchternen Arrangement beider Familien: Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. C.H. Beck, MĂŒnchen 2005S. 61.
  37. ↑ William Meade Stith Rasmussen, Robert S. Tilton: George Washington - the man behind the myths. University of Virginia Press, Charlottesville u.a. 1999, S. 26.
  38. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 96
  39. ↑ zitiert nach: Die Amerikanische Revolution in Augenzeugenberichten, hrsgg. u. ĂŒbersetzt von Willi Paul Adams und Angela Meurer Adams, dtv, MĂŒnchen 1976, ISBN 3-423-01054-1, S. 146
  40. ↑ US-Verfassung, Artikel I, Abschnitt 2, Absatz 3, geĂ€ndert durch Amendments XIV und XVI, die zur „Liquidationsmasse“ des BĂŒrgerkriegs gehörten.
  41. ↑ Michael de la Bedoyere, George Washington, Weimar 1950, S. 260
  42. ↑ James Th. Flexner: George Washington and the New Nation 1783-1793. Boston 1970, S. 162ff.
  43. ↑ Klaus StĂŒwe: Die Inszenierung des Neubeginns: Antrittsreden von Regierungschefs in den USA, Grossbritannien, Frankreich und Deutschland. Verlag fĂŒr Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2004, S. 90-92
  44. ↑ Fritz Wagner: Der Nordamerikanisches UnabhĂ€ngigkeitskrieg und die AnfĂ€nge der Vereinigten Staaten von Nordamerika. In: Historia Mundi. Ein Handbuch der Weltgeschichte in zehn BĂ€nden. BegrĂŒndet von Fritz Kern. 9. Band. AufklĂ€rung und Revolution. Francke Verlag, Bern/MĂŒnchen 1960, S. 298.
  45. ↑ Vgl. John Ferling: The Ascent of George Washington: The Hidden Political Genius of an American Icon. Bloomsbury Press, New York 2010, S. 317f.
  46. ↑ siehe: William Hogeland: The Whiskey Rebellion: George Washington, Alexander Hamilton, and the Frontier Rebels Who Challenged America's Newfound Sovereignty. Simon & Schuster, New York 2010.
  47. ↑ Eigentlich mĂŒsste man sie „Washingtons Abschiedsbrief“ nennen, da sie von ihm nie als Rede gehalten wurde. Vgl. Victor H. Paltsis (Hg.): Washington's Farewell Address. New York 1935, S. 308f.
  48. ↑ Victor H. Paltsis (Hg.): Washington's Farewell Address. New York 1935, S. 2f. Hier zit. n. Ellis, 3. Aufl. 2003, S. 168. Kompletter Text auf bartleby.com
  49. ↑ Ellis, 3. Aufl. 2003, S. 169.
  50. ↑ Zitiert nach:Willi Paul Adams: Die Vereinigten Staaten von Amerika. (= Weltbild Weltgeschichte. Band 30, Lizenzausgabe der Fischer Weltgeschichte), Augsburg 1998, S. 64.
  51. ↑ Joseph J. Ellis: Sie schufen Amerika: Die GrĂŒndergeneration von John Adams bis George Washington. Beck, MĂŒnchen 2005, S. 174.
  52. ↑ Franz Nuscheler, Klaus Ziemer: Die Wahl der Parlamente und anderer Staatsorgane. Band 2, de Gruyter, Berlin 1978. S. 120.
  53. ↑ vgl. Simon Lipset: The First New Nation: The United States in Historical and Comperative Perspective. New York 1963.
  54. ↑ Detlef Suhr: Schicksal : wenn Krankheiten Geschichte schreiben. Wagner, Gelnhausen 2007, S. 94; Joan R. Callahan: Emerging Biological Threats: A Reference Guide. Greenwood Press, Santa Barbara 2010, S. 21; Zur Rolle der Malaria fĂŒr die KriegsfĂŒhrung der Neuzeit; Jack Edward McCallum: Military medicine: from ancient times to the 21st century. Abc-Clio, Santa Barbara 2007. S. 197.
  55. ↑ Detlef Suhr: Schicksal : wenn Krankheiten Geschichte schreiben. Wagner, Gelnhausen 2007, S. 95f.
  56. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 92
  57. ↑ vgl. Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 53.
  58. ↑ a b William R. Denslow, Harry S. Truman: 10,000 Famous Freemasons from K to Z. ISBN 1-4179-7579-2
  59. ↑ Lennhoff u.a., Internationales Freimaurerlexikon, Auflage 2006, Lemma Washington, S. 889
  60. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 331-333
  61. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 325
  62. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 322
  63. ↑ Joseph J. Ellis: Seine Exzellenz George Washington. S. 327
  64. ↑ zitiert nach: Joseph Nathan Kane: Facts about The Presidents. A Compilation of Biographical and Historical Information, 4. Auflage New York 1981, S. 16.
  65. ↑ zitiert nach: America. Great Crisis in Our History. Told by its Makers, Bd. IV, Chicago 1925, S. 263.
  66. ↑ vgl. hierzu: DiClerico/Uslauer: Few are chosen. Problems in Presidential Selections, 1984, S. 186ff.

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