Germanen

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Germanen

Als Germanen wird eine Anzahl von ehemaligen StĂ€mmen in Mitteleuropa und im sĂŒdlichen Skandinavien bezeichnet, deren ethnische IdentitĂ€t in der Forschung traditionell ĂŒber die Sprache bestimmt wird. Kennzeichen sind bestimmte Lautwandel gegenĂŒber der rekonstruierten indogermanischen Ursprache, die als germanische oder Erste Lautverschiebung zusammengefasst werden.

Ab der Zeitenwende prĂ€gte der Kontakt mit den Römern die germanische Welt, wie auch die Entwicklung des Römischen Reiches sich zunehmend mit der germanischen Welt verband. In der SpĂ€tantike kam es im Verlauf der Völkerwanderung zu weitreichenden ZĂŒgen mehrerer germanischer StĂ€mme (gentes), die teilweise grĂ¶ĂŸere VerbĂ€nde bildeten (siehe Ethnogenese), und schließlich zu deren Einfall in das Römische Reich. Einige dieser Gruppen grĂŒndeten Reiche nach antikem römischen Vorbild auf dem Boden des Westreiches, das 476/80 unterging. Elemente der germanischen Religion und des religiösen Brauchtums wurden unter anderem durch Akkommodation in das angenommene Christentum ĂŒbertragen.

Dieser Artikel beschreibt die allgemeine Geschichte der germanischen Völker, beginnend vor der Zeitenwende bis in die SpÀtantike. In der Forschung wird auch die Geschichte Skandinaviens bis ins Mittelalter im germanischen Kontext gesehen. Die Geschichte einzelner StÀmme, die germanische Mythologie und die germanischen Stammesrechte sind Thema weiterer Artikel.

Inhaltsverzeichnis

Begriff

Die Herkunft des Begriffs "Germane" ist bis heute nicht zweifelsfrei geklĂ€rt. Älteste historische Berichte ĂŒber germanische Kulturen stammen von Begegnungen mit den Griechen und dem Römischen Reich; eigene Schriftzeugnisse wie z. B. die Runen finden sich erst nach der Zeitenwende.

Der Germanenbegriff ist eine völkerkundliche Einteilung in antiker Tradition fĂŒr eine Großgruppe zwischen Kelten und Skythen. Er ist zum geringen Teil eine Selbstbezeichnung, im ĂŒbrigen aber eine Fremdbenennung von außen. Auch eine Selbstbenennung lĂ€sst keinen Schluss auf ein Bewusstsein gesamtgermanischer IdentitĂ€t zu, schon gar nicht im Sinne moderner Vorstellungen von EthnizitĂ€t, da die gentes, die StĂ€mme, auch sehr unterschiedlich zusammengesetzt waren.

Der namengebende Kern wird nach Poseidonios in den StĂ€mmen am Niederrhein und am NordseekĂŒstengebiet gesehen. Die Ausweitung des Namens wird den Kelten und Römern zugeschrieben, ist aber des nĂ€heren nicht mehr zu erhellen. Auch eine Selbstzuordnung von StĂ€mmen zu den Germanen ist möglich, wie es nach Tacitus die Marsi, Gambrivii, Suebi und Vandilii taten, indem sie behaupteten, zur Mannus-Genealogie zu gehören.[1] Als das wichtigste Ereignis der Ethnogenese wird die Ausbreitung der Sueben angesehen. Nach Wenskus waren es die Sueben, die die ethnische Einigung der Germanen in die Wege leiteten.[2] Dass, obwohl sich der Suebenname immer weiter ausbreitete, sich nicht der Suebenname, sondern die Germanenbezeichnung durchsetzte, ist nach ihm auf die Konfrontation der Sueben mit den Römern zurĂŒckzufĂŒhren, die die politische Kraft des Suebentums zerbrochen habe.

Das Wachsen eines EinheitsgefĂŒhls ging von verschiedenen Zentren aus und war mehr von außen als von innen her stimuliert. Dabei spielte auch die Infiltration von geografischen Randgruppen an der Elbe und in JĂŒtland sowie in SĂŒdskandinavien und die damit einhergehende Selbstkeltisierung eine Rolle. Obwohl bereits Tacitus Skandinavien zu Germanien zĂ€hlte, ist die allgemeine Ausweitung des Germanenbegriffs auf Skandinavien eine spĂ€tere Entwicklung. Der schwedische Reformator und Historiker Olaus Petri unterstellte im 16. Jahrhundert Schweden und Deutschen eine gemeinsame Herkunft. Im spĂ€ten 18. Jahrhundert war die Idee einer historischen, ethnischen und sprachlichen Zusammengehörigkeit der nordischen LĂ€nder mit Deutschland unter den Gelehrten allgemeine Überzeugung geworden.[3]

In jĂŒngster Zeit wird in der Forschung die InstabilitĂ€t ethnischer IdentitĂ€t gerade in der Antike verstĂ€rkt betont und das aus dem nationalstaatlichen Denken des 18./19. Jahrhunderts stammende Konzept der Germanen zunehmend in Frage gestellt. "Germane" sei (wie "Barbar") nur eine Fremdbezeichnung, die mehr ĂŒber Griechen und Römer aussage als ĂŒber die mit den Begriffen bezeichneten Gruppen und Individuen. Vereinzelt wird sogar gefordert, Germane und Germanisch im wissenschaftlichen Kontext ĂŒberhaupt nicht mehr zu verwenden.[4]

Historische Quellen

Der griechische Reisende Pytheas aus Massalia berichtete um 330 v. Chr. ĂŒber die LĂ€nder um die Nordsee und die dort lebenden Völker. Die ostgermanischen Bastarnen drangen ab ca. 200 v. Chr. nach SĂŒdosten in das heutige OstrumĂ€nien vor und wurden ab 179 v. Chr. in KĂ€mpfe der Makedonen und anderer Völker auf dem Balkan verwickelt.

Karte Europas nach Strabon

Als Ă€ltester Beleg fĂŒr das Wort „Germanen“ gelten die fasti triumphales zum Jahre 222 v. Chr. Dort wird der Sieg des Marcus Claudius Marcellus bei Clastidium „de Galleis et Germaneis“ genannt. Damals bezeichnete man offenbar die Gallier nördlich der Alpen als Germanen. Plinius der Ältere nennt in seiner Naturalis historia Germanen in den Alpen.[5] In Rom wurden also noch lange die in Mitteleuropa lebenden Völkerschaften nicht als Germanen bezeichnet. Erst in der spĂ€teren römischen Literatur wurde der Beginn der römisch-germanischen Konfrontation mit dem Kimberneinfall verbunden. Zur Zeit ihres Auftretens wurden die Kimbern noch nicht als Germanen identifiziert.[6] Plutarch selbst prĂ€gte die Bezeichnung „Germanen“ fĂŒr die Kimbern. Überwiegend wurden die Kimbern aber fĂŒr Kelten gehalten.

Die historischen Überlieferungen ĂŒber auch so bezeichnete Germanen beginnen in den Berichten antiker Schriftsteller im 1. Jh. v. Chr. Der Ă€lteste Hinweis findet sich um das Jahr 80 v. Chr. bei Poseidonios von Apameia im 30. Buch. Dort schildert er, dass die Germanen als Hauptmahlzeit Glieder gebratenen Fleischs zu sich nĂ€hmen, Milch trĂ€nken und unvermischten Wein. FĂŒr die Leser der damaligen Zeit beschreibt diese Charakterisierung Barbaren. Poseidonios kannte die Germanen offenbar nur als ein in der NĂ€he des Rheins lebendes, den Kelten nahestehendes Volk, zu denen die Kimbern am Nordrand der bekannten Welt (Oikoumene) nicht gehörten. Auch Strabon hielt die Germanen fĂŒr ein den Galliern verwandtes Volk.

Kurze Zeit spĂ€ter prĂ€gte Julius Caesar in seinem Buch Der gallische Krieg 51 v. Chr. den Begriff, indem er Gallien am Rhein enden ließ und alles Land östlich davon als Germanien bezeichnete (Germanenexkurs). Bis dahin nahm man an, nördlich der Alpen wĂŒrden im Westen die Kelten und im Osten durch den Fluss TanaĂŻs (Don) getrennt die Skythen leben. Caesar definierte die Gruppe der Germani cisrhenani nach der militĂ€rischen Aufgebotsordnung und Wehrgenossenschaft der Belger: Er rechnete die Condrusi, Eburones, Caerosi, Caemani, Ambivariti und die Segni dazu, nicht aber die benachbarten Atuatucer, obgleich er sie fĂŒr Abkömmlinge der Kimbern hielt, weil sie nicht zu dieser Aufgebotsordnung gehörten. Sie haben sich auch selbst gegenĂŒber Caesar als „Germani“ bezeichnet.[7] Die Bezeichnung cisrhenani (linksrheinisch) legt aber nahe, dass man sie schon damals von rechtsrheinischen Germani unterschied. Wie Caesar dazu kam, alle östlich des Rheins lebenden Völkerschaften mit Germanen zu identifizieren, ist umstritten. Der Germanenbegriff wird im Laufe seines Kriegsberichts inhaltlich weiter aufgefĂŒllt bis hin zu seinen ErlĂ€uterungen in 6, 11 ff. Eine ErklĂ€rung könnte sich aus einem politischen Ziel ergeben, den Rhein als Völkergrenze anzusehen und eine tiefe Kluft zwischen Galliern und Germanen zu beschreiben und so sein Werk als „Eroberung Galliens“ darzustellen.[8]

FĂŒr Pomponius Mela waren die sĂŒdliche Grenze des Germanengebietes die Alpen, die westliche Grenze der Rhein, die östliche die Weichsel und das Gebiet der Sarmaten, die nördliche die MeereskĂŒste.[9]

Eine tatsÀchliche Kulturscheide stellte der Rhein jedoch nicht dar, da sowohl östlich davon keltische als auch westlich davon germanische Gruppierungen siedelten und Caesar dies auch bekannt war. ArchÀologisch lÀsst sich lediglich das Gebiet der oppida in nördlicher und östlicher Richtung abgrenzen. Diese Festschreibung Caesars wirkte sich jedoch fortan in ethnografischer Hinsicht differenzierend aus.

Der römische Historiker Tacitus schreibt in seiner Ethnografie Germania im Jahre 98:

Die ersten, die den Rhein ĂŒberschritten und die Gallier vertrieben hĂ€tten, die jetzigen Tungrer, seien damals Germanen genannt worden. So habe der Name eines Stammes, nicht eines ganzen Volkes, allmĂ€hlich weite Geltung erlangt: zuerst wurden alle nach dem Sieger, aus Furcht vor ihm, als Germanen bezeichnet, bald aber nannten auch sie selbst sich so, nachdem der Name einmal aufgekommen war.

Tacitus zufolge wurden alle rechtsrheinischen StĂ€mme zuerst von den Galliern als Germanen im umfassenden Sinn bezeichnet. Cicero kannte den Germanenbegriff Caesars noch nicht.[10] Von Tacitus stammt die Überlieferung der mythischen Genealogie, die die Germanen auf Tuisto, Mannus und dessen drei Söhne, zurĂŒckfĂŒhrte und die den Stammesgruppen der Ingaevonen, Hermionen und Istaevonen ihren Namen gegeben hĂ€tten. Eine Variante habe noch die Marsi, Gambrivii, Suebi und Vandilii hinzugefĂŒgt.[11] Der Germanenname galt zunĂ€chst fĂŒr kleine Völker im belgisch-niederrheinischen Bereich beiderseits des Rheins. Diese Völker befanden sich vor Caesar noch außerhalb des Horizonts der antiken Beobachter und wurden, als man von ihnen erfuhr, zunĂ€chst fĂŒr Kelten gehalten.

Die Ausbreitung des Germanennamens wird heute meist darauf zurĂŒckgefĂŒhrt, dass die Gallier die östlichen Invasoren als Fremde empfanden, sich von ihnen abgrenzten und fĂŒr die Invasoren den Germanennamen verwendeten. Die Römer hĂ€tten ihn dann von den Galliern ĂŒbernommen.[12] Das Wort Germanen ist nicht, wie hĂ€ufig versucht, auf den Ger (von germ. *gaizaz), einen Wurfspeer, zurĂŒckzufĂŒhren. Es wird jedoch Verwandtschaft mit lat. germānus ‘leiblich, echt, wahr’, air. gairm ‘Schrei’ oder air. gair ‘Nachbar’ erwogen.[13]

AnfĂ€nglich waren es die Sueben, deren Tradition und Erscheinung bestimmend fĂŒr die ethnografische Wahrnehmung und Beschreibung zahlreicher germanischer StĂ€mme in der antiken Welt wurden. SpĂ€ter lag diese Dominanz bei den gotischen StĂ€mmen.[14] In der SpĂ€tantike wurde der Germanenbegriff weiterhin nur fĂŒr die auf germanischem Gebiet siedelnden StĂ€mme gebraucht, die wandernden (ostgermanischen) GroßstĂ€mme traten unter einer eigenen IdentitĂ€t auf (Goten, Vandalen usw.). Die Skandinavier wurden schon nicht mehr zu den Germanen gezĂ€hlt.[15]

Moderner Germanenbegriff

Der moderne Germanenbegriff setzt auf der Begriffsbildung Caesars auf. Im 19. und 20 Jahrhundert wurden die Germanen weithin als „Volk“ verstanden, das Volkstum wurde an der Sprachentwicklung wie der Lautverschiebung festgemacht. Auch der archĂ€ologische Germanenbegriff ging vom sprachwissenschaftlichen Germanenbegriff aus: Weil sich der „Volksgeist“ auch in seinen materiellen Schöpfungen ausdrĂŒcke, wurden archĂ€ologische Fundtypen bestĂ€ndigen Kulturgruppen dann zugeordnet, wenn eine durchgehende Besiedlung nachgewiesen werden konnte und diese mit den antiken Quellen vereinbar war. So setzte der archĂ€ologische Germanenbegriff den sprachwissenschaftlichen voraus und dieser den in der antiken Literatur. Der antike Germanenbegriff umfasste schon aus geografischer Unkenntnis heraus den skandinavischen Raum nicht, schloss aber die im Ostseeraum siedelnden SuebenstĂ€mme ein. Er wurde in der Zeit des Humanismus beherrschend. Der humanistische Germanenbegriff wurde im 19. Jahrhundert mit dem romantischen Volksbegriff zusammengebracht und fand ĂŒber die „Volksgeistlehre“ Eingang in die Germanenideologie.[16]

Dieser einheitliche Germanenbegriff ist heute in verschiedene Germanenbegriffe aufgelöst. DafĂŒr gibt es mehrere Ursachen: Zum einen ist die Identifizierung von archĂ€ologischen Fundtypen mit einheitlichen Volksgruppen nicht mehr aufrechtzuerhalten. Auch der durchaus berechtigte Sprachstammbaum rechtfertigt nicht eine wesensmĂ€ĂŸige Einheit „germanischer Völker“. Die den unterschiedlichen Fachrichtungen (ArchĂ€ologie, historische Forschung, Linguistik) eigentĂŒmlichen Germanenbegriffe sind nicht mehr deckungsgleich. Wenn auf der einen Seite die Fundtypen keinen Völkern zugeordnet werden können, die historischen Germanen nicht eine Sprachfamilie bilden und diejenigen, welche germanische Sprachen redeten, nicht unbedingt Germanen sind, dann handeln die Einzelwissenschaften nicht mehr von einem identischen Gegenstand „Germanen“. Ein besonderes Beispiel ist, dass das einzige Volk, das sich nach antiker Überlieferung selbst als Germanen bezeichnete, nĂ€mlich die caesarischen Germani cisrhenani, nach heutiger Erkenntnis keine Germanen, sondern keltisch assimilierte Belger waren.[17]

Der in dem einen wissenschaftlichen Bereich vorherrschende Germanenbegriff gilt nicht notwendig in einem anderen. Die Skandinavier sind nur im Bereich der Germanischen Philologie Germanen, die Vertreter der Jastorfkultur nur bei den PrĂ€historikern. So wurde der Germanenbegriff auf ZeitrĂ€ume ĂŒbertragen, in denen es ein germanisches IdentitĂ€tsbewusstsein nicht gab. In der Reaktion gegen den Gedanken einer Substanz des Germanentums, die in einer geschichtsbiologistischen Ideologie gipfelte, wurde nunmehr das ethnische Selbstbewusstsein zum Kern des Volks- oder Stammesbegriffs. Diese Sichtweise wird auch dem hĂ€ufig zu beobachtenden Wechsel in der Zuordnung der StĂ€mme, der geringen BestĂ€ndigkeit der StĂ€mme und Stammesgesellschaften sowie ihren Wanderungen eher gerecht.

Der Charakter der StĂ€mme reduziert sich damit auf Abstammungsgemeinschaften, die sich in Traditionskernen und genealogischen Überlieferungen niederschlagen. Diese Unterschiede im Germanenbegriff sind noch Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion.

Die frĂŒhgermanischen Kulturen

FĂŒr die Forschung zur frĂŒhen Entwicklung der germanischen StĂ€mme werden archĂ€ologische, linguistische und historische Erkenntnisse genutzt. FĂŒr die Zeit vor 100 v. Chr. existieren nur wenige historische Zeugnisse. Konsequenterweise kann von Germanen auch erst ab dieser Zeit die Rede sein.

ArchÀologische Untersuchungen

JĂŒngere Bronzezeit ab 1200 v. Chr.:
  • ï»żNordische Bronzezeit
  • ï»żNördliche Urnenfelderkultur
  • ï»żZentrale Urnenfelderkultur
  • ï»żLausitzer Kultur
  • ï»żWesteuropĂ€ische Bronzezeit
  • ï»żTerramarekultur
  • ï»żKnowitzkultur
  • ï»żDonaukultur
FrĂŒhe Eisenzeit:
SpÀte vorrömische Eisenzeit:[18]

Die ArchĂ€ologie kann von sich aus die Frage, was unter dem Begriff Germanen zu verstehen ist, nicht beantworten. Sie stellt Kulturgruppen fest, die einander mehr gleichen als den Nachbarn, muss aber fĂŒr ihre Einordnung auf die historische Namensgebung zurĂŒckgreifen. Die Fundgruppen weisen Beziehungen zu historischen StĂ€mmen auf, decken sich aber nicht mit diesen.

Eine indogermanische EthnizitĂ€t frĂŒher nord- und mitteleuropĂ€ischer Kulturen wie der Ackerbau betreibenden Trichterbecherkultur ab ca. 4000 v. Chr., die zwischen (ca. 3500–2800 v. Chr.), zu einer sekundĂ€ren Megalithkultur wurde, ist kaum begrĂŒndbar. Auch die IdentitĂ€t der Kultur mit Schnurkeramik (ca. 2800–2200 v. Chr.), auch Streitaxtkultur genannt, mit spĂ€teren als germanischen nachweisbaren Kulturen ist umstritten. Am ehesten waren die TrĂ€ger dieser Kultur jedoch die Vorfahren indogermanischer Sprechergemeinschaften. Die Zugehörigkeit des Nordischen Kreises (Nordische Bronzezeit, ca. 1800–500 v. Chr.) zu vorgermanischen Kulturen gilt als relativ sicher. Der Norden der Mark Brandenburg lĂ€sst sich dieser Kultur zuordnen, SĂŒdbrandenburg, Sachsen und Polen dagegen der Lausitzer Kultur, von einigen Autoren als slawisch angesehen. Die westlich daran anschließende Jastorfkultur scheint die Expansion einer frĂŒhen germanischen Kultur und ihre Vermischung mit der einheimischen Bevölkerung widerzuspiegeln; z. B. geht die im Nordwesten Deutschlands gelegene frĂŒheisenzeitliche Nienburger Kultur in der Jastorfkultur auf. Da eine Einwanderung in das Gebiet des Nordischen Kreises seit der Bronzezeit nicht nachweisbar ist, wird angenommen, dass dort bereits zu dieser Zeit (zumindest teilweise) germanisch gesprochen wurde. Nebenbei – eine Abwanderung in der Eisenzeit ist nachgewiesen.

Die Gruppierungen zwischen Nordsee und Weichsel waren Bauernkulturen der Urnenfelderkultur mit oft großen Friedhöfen. Nördlich des keltischen Gebiets der oppida lassen sich archĂ€ologisch mehrere frĂŒhgermanische Gruppen unterscheiden:

  • im Westen die Harpstedter Gruppe – deren charakteristisches Merkmal die auch als Urnen genutzten Rauhtöpfe sind.
  • in der Mitte die Jastorfer Gruppe
  • die pomerellische oder pommersche Gesichtsurnengruppe im östlichen Gebiet – benannt nach ihren Urnen mit einem Gesichtsrelief

Obwohl in den Stammessagen germanischer Völker oft Skandinavien als mythische Urheimat angegeben wird, lÀsst sich eine entsprechende von Skandinavien ausgehende Siedlungsbewegung archÀologisch nicht nachweisen (zu den Herkunftsgeschichten siehe auch Origo gentis).

Nach ihrem Herkunftsmythos – von Jordanes in den Getica niedergeschrieben – entstammen beispielsweise die Goten der Insel Scandza. Noch nach der Ă€lteren Forschung verließen die Goten um das Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. ihre vorgebliche Heimat in SĂŒdschweden und/oder auf der Insel Gotland (da „Scandza“ eben nicht genau zu lokalisieren ist). Sie zogen ĂŒber das Meer und ließen sich auf dem Gebiet des heutigen Polen nieder. ArchĂ€ologisch lĂ€sst sich jedoch eine Herkunft aus Schweden oder Gotland nicht bestĂ€tigen und in der neueren Forschung wird von dieser These Abstand genommen.[19] Möglich ist auch eine Bildung der Goten als polyethnischer Verband erst auf dem Boden des heutigen Polen.

Es wird als Zentrum der frĂŒhgermanischen Kulturen das Gebiet des heutigen DĂ€nemark sowie SĂŒdschweden und Norddeutschland angenommen. Von hier aus haben sie sich seit Mitte/Ende des 2. Jahrtausends v. Chr. vor allem nach SĂŒden und SĂŒdosten ausgebreitet. BegrĂŒndet wird diese Hypothese:

  • mit dem Fehlen einer frĂŒhgermanischen Schicht an Toponymen (Ortsnamen) in diesem Gebiet
  • mit der archĂ€ologisch nachweisbaren Ausbreitung typisch germanischer Funde im spĂ€ten 2. und im 1. Jahrtausend v. Chr. in Richtung SĂŒden

Der Schwerpunkt germanisch einzuordnender GewĂ€sser- und Ortsbezeichnungen liegt nach dem Onomasten JĂŒrgen Udolph in SĂŒdniedersachsen, dem westlichen Sachsen-Anhalt und in ThĂŒringen. Dies wĂŒrde nach Udolph eine sich seit dem FrĂŒhneolithikum kontinuierlich entwickelnde germanische Besiedlung bedeuten.[20] Die Deutung als Urheimat hat in letzter Zeit an Zustimmung gewonnen, erscheint aber nicht zwingend.

Die 1920 entwickelte „siedlungsarchĂ€ologische Methode“ Gustaf Kossinnas zur Suche nach frĂŒhgeschichtlichen germanischen Ethnien der Kupfer- und Bronze- und frĂŒhen Eisenzeit wurde – durch ihre Gleichsetzung von archĂ€ologischer Kultur und Ethnie – von den Nationalsozialisten missbraucht und hĂ€lt wissenschaftlicher Kritik nicht stand. Die moderne SiedlungsarchĂ€ologie versucht heutzutage unter anderen Grundannahmen, archĂ€ologische und linguistische Befunde der prĂ€historischen Zeit zu einem widerspruchslosen Gesamtbild zusammenzufĂŒhren.

Sprache

Die germanischen Sprachen zÀhlen zur indogermanischen Sprachfamilie oder auch indoeuropÀischen Sprache und innerhalb dieser zur westindogermanischen Gruppe.[21] Die germanische Sprache in ihrer Urform bildete sich durch die (erste =)germanische Lautverschiebung (siehe Grimmsches Gesetz und Vernersches Gesetz) aus dem westlichen Indogermanisch heraus.

Heute geht man davon aus, dass die VorlÀufer des Germanischen und der keltischen Sprachen eine Dialektgruppe innerhalb der indogermanischen Sprachen bildete, es jedoch im 2. Jahrtausend v. Chr. zu einer rÀumlichen wie sprachlichen und kulturellen Trennung kam. Gemeinsamkeiten blieben im Phonetischen System. Keltische Entlehnungen in der Lexik des Germanischen beruhen auf dem wieder eintretenden kulturellen Kontakt der Eisenzeit um und vor 500 v. Chr. Insbesondere betreffen diese das Wortmaterial aus den SphÀren Herrschaft, Handel und Produktion von Waren.

Nach JĂŒrgen Udolph ist es die baltische Sprachgruppe, die am stĂ€rksten auf das Germanische wirkte und umgekehrt, was auf engere Kontakte ĂŒber grĂ¶ĂŸere ZeitrĂ€ume hindeuten wĂŒrde. Daneben finden sich viele griechische u.Ă€. Sprachelemente, wogegen keltische und slawische Entlehnungen vom Umfang nur gering ausfallen.[22] Mit der Ausbreitung des römischen Reiches begann eine nachhaltige Wirkung der lateinischen Sprache auf die germanischen.

Die Ă€lteste umfassend schriftlich belegte germanische Einzelsprache ist die Gotische Sprache. Die teilweise zeitlich frĂŒher festsetzbaren sprachlichen Zeugnisse aus den sehr kurzen und teilweise schwer deutbaren Runeninschriften, oder zeitlich zuvor aus Personennamen, Ortsnamen, sowie anderen Begrifflichkeiten in antiken Quellen festgehalten, bestehen im Gegensatz zum gotischen aus einzelnen nicht in Zusammenhang stehenden Nennungen.

Schrift

→ Hauptartikel: Runen
Das Àltere Futhark, die ersten germanischen Schriftzeichen

Eigenschriftliche germanische Zeugnisse setzen um 200 n. Chr. mit den Ă€ltesten urnordischen Runeninschriften ein. Die Runen wurden hauptsĂ€chlich als kultische Zeichen benutzt, was die sehr kurzen und formelartigen Gestaltungen und Lautungen in Waffen (Lanzenspitzen, Schwerter) oder Fibeln bezeugen.[23] Die bekanntesten SchrifttrĂ€ger sind die monumentalen skandinavischen Runensteine. Die namentlichen Bezeichnungen der einzelnen Runen sind durch Runengedichte ĂŒberliefert.

Die wesentliche frĂŒhzeitliche Übermittlung von beispielsweise historischen Informationen, seien es Dinge der Abstammung oder andere, erfolgte mĂŒndlich, und in diesem Bezug durch das Preislied. Aus diesem hat sich die spĂ€tere Tradition der Heldensage entwickelt, als sich ein an das lateinische angelehnte Schriftsystem fĂŒr die Ermöglichung einer nennenswerten Literatur herausformte (Altnordische Schrift).[24] Bei den von Tacitus in Kapitel 10. der Germania beschriebenen „Zeichen“, im Zusammenhang der Losorakel, handelte es sich vermutlich eher um sonstig verwendete Symbole, als um Runen im Sinne von Schriftzeichen. Gleichwohl sind einige dieser in die Runenalphabete integriert worden.[25]

Die erste eigentliche Form einer entwickelten germanischen Schriftsprache sind die gotischen Schriften. Die Goten nutzten, ursprĂŒnglich wie andere StĂ€mme und Völker, die gemeinsame Runenschrift und ritzten diese ebenso in GegenstĂ€nde aus Holz und anderen Materialien (Ring von Pietroassa). Der gotische Bischof Wulfila entwickelte fĂŒr die christliche Mission der Goten ein Alphabet, das sich aus griechischen, lateinischen und runischen Schriftzeichen zusammensetze. Er nahm zeitlich gesehen die Entwicklung des nordischen Schriftsystems vorweg, aus denselben bedingten UmstĂ€nden. Die Runenschrift als Monumentalschrift ist unzulĂ€nglich fĂŒr eine Schriftsprache, die literarisch umfassende Textinhalte nachhaltig und sinnschlĂŒssig fĂŒr eine lokale wie ĂŒberregionale Gruppe von Rezipienten lesbar und begreifbar macht. Seine volkssprachige Übersetzung des Neuen Testamentes bildet, neben anderen gotischen Quellen, die Grundlage der vergleichenden Forschung zur germanischen Schriftlichkeit und Sprachlichkeit, durch den dargestellten umfangreichen gotischen Wortschatz. Die einzelnen Namen der gotischen Buchstaben sind durch die sogenannte Salzburg-Wiener Handschrift ĂŒberliefert.[26]

Lebensweise der Germanen

Germanische Ratsversammlung, Zeichnung eines Reliefabschnitts der Mark-Aurel-SĂ€ule zu Rom

Generalisierende Beschreibungen ĂŒber die soziale, wirtschaftliche und politische Struktur sind notwendigerweise undifferenziert und der sehr komplexen Wirklichkeit kaum angemessen. Sie speisen sich meist aus den Texten Caesars und der Germania des Tacitus, die jedoch in die Zeit und in den Kontext der Absichten der Verfasser zu stellen sind.[27] Aber einige ZĂŒge haben in der Wissenschaft eine allgemeine Anerkennung gefunden. Dies ist fĂŒr die folgenden AusfĂŒhrungen zu beachten.

Siedlung

Die Germanen wohnten in verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig kleinen Siedlungen. Aus der GrĂ¶ĂŸe der BestattungsplĂ€tze (BrandgrĂ€ber) der Germanen schließen ArchĂ€ologen, dass die GrĂ¶ĂŸe von Siedlungen bei etwa zweihundert Menschen lag. Daneben gab es die aufwendigen PrunkgrĂ€ber von LĂŒbsow mit Körperbestattungen. Die Siedlungen entwickelten sich selten planmĂ€ĂŸig: Dort, wo bereits ein Germane siedelte, kamen bald weitere hinzu. Ein Erbe dieser Siedlungsweise sind bis heute die so genannten Haufendörfer in Deutschland und anderen LĂ€ndern des germanischen Kulturkreises. HĂ€ufig wurden die Dörfer von einer Art Zaun, selten durch eine richtige Palisade umgeben. Nur in den Grenzregionen zum Römischen Reich wurden mit Beginn der Feindseligkeiten und gegenseitigen Übergriffe die Dörfer mit WĂ€llen oder Palisaden geschĂŒtzt und bewacht.

Rekonstruiertes germanisches Dorf in Fritzlar-Geismar, basierend auf an dieser Stelle getÀtigten Ausgrabungen
Jernalderhus – Rekonstruktion eines eisenzeitlichen Hauses um 400 im Moesgaard-Museum bei Aarhus (DĂ€nemark)

Aus Ausgrabungen ist bekannt, dass die Germanen in HolzhĂ€usern in Skelettbauweise wohnten. Da im Gegensatz zu SteinhĂ€usern das Holz mit der Zeit verrottet, geben lediglich die archĂ€ologisch nachweisbaren Pfostenlöcher einen Aufschluss ĂŒber den genauen Aufbau der HĂ€user. Die verbreitetste Art war das dreischiffige Langhaus, 6–8 m breit und oft mehr als doppelt so lang, in EinzelfĂ€llen ĂŒber 60 m. Unter seinem Dach beherbergte es sowohl die Familie als auch alle Halbfreien und Sklaven sowie die Tiere, die lediglich durch eine Wand getrennt waren. Dies hatte vor allem den Vorteil, dass die Tiere dazu beitrugen, das Haus in den kalten Wintermonaten mitzuheizen. Der Wohnraum besaß keine weiteren TrennwĂ€nde, in seiner Mitte befand sich eine Feuerstelle. Der Rauch konnte ĂŒber eine Öffnung im Dach abziehen. Fenster besaßen die germanischen HĂ€user wohl nicht.

Obwohl die wichtigste Bestattungsmethode zur Zeitenwende die Verbrennung mit anschließender Urnenbestattung war, sind auch zahlreiche Moorleichen bekannt, die mit sehr unterschiedlichen TodesumstĂ€nden verknĂŒpft sind. Ab etwa 300 nimmt der Anteil der KörpergrĂ€ber stark zu, wenn auch die Verbrennung bei einigen StĂ€mmen weiterhin ĂŒblich bleibt.

Gesellschaft

Prinzipien

Das Volk war in die StĂ€nde Freie, Halbfreie (Knechte) und Rechtlose (Kriegsgefangene, Sklaven) gegliedert. Zu bestimmten Zeitpunkten fanden die Versammlungen der freien MĂ€nner (Volksthing) statt, bei denen wichtige Entscheidungen besprochen und getroffen wurden, so z. B. die Wahl des Königs. König und GaufĂŒrsten hatten beim Volksthing nur das Vorschlagsrecht. Die Gesellschaft war patriarchalisch organisiert und die Hausgemeinschaft hatte eine besondere Stellung in ihr. Die Macht des Königs reichte nur bis zum Hausherrn, aber alle im Haus Lebenden unterstanden diesem, wobei die Aufsicht der Sippe einen Schutz vor WillkĂŒr bot.

Nach Tacitus war die Einehe verbreitet. Damit bildeten die Germanen eine Ausnahme unter den barbarischen StÀmmen der Antike.

Entwicklung

Grabfunde weisen auf eine zunehmende soziale Differenzierung in den ersten Jahrhunderten n. Chr. hin. Angehörige der Adelsschicht wurden zunehmend unverbrannt mit reichen Beigaben bestattet, wĂ€hrend sonst die Urnenbestattung weiterhin ĂŒblich blieb. Die Aristokratien beruhten auf Gefolgschaft und ĂŒberdauerten politische BĂŒndnisse und Heerkönige. Die halbnomadische Lebensweise ließ ein stabiles Königtum nicht zu.

Im Laufe der Zeit bildete sich bei den germanischen StĂ€mmen eine aristokratische FĂŒhrungsschicht heraus – erkennbar auch an den sich verbreitenden Erdbestattungen mit Grabbeilagen – und die Kultgemeinschaften der frĂŒheren Kaiserzeit wurden durch GefolgschaftsverbĂ€nde abgelöst, die mehrere StĂ€mme umfassen konnten. Der Aristokratie entstammten die Heerkönige, deren Herrschaft oft auf die einzelne Person beschrĂ€nkt blieb. Es handelte sich um die faktische Stellung durch Leistung und selbsterrungener Macht. Es gab im Osten auch geteiltes Königtum[28], entweder bei mehreren StĂ€mmen im Gesamtverband, oder neben dem politischen ein sakrales Königtum.[29] Ein monarchisches Königtum bildete sich erst im frĂŒhen Mittelalter mit der Entstehung germanischer Königreiche heraus. Die erste ErwĂ€hnung eines Königs Maelo fĂŒr die Sugambrer bei Augustus gilt als unsicher.[30] Der erste historisch bekannte Heerkönig germanischer Völker ist Ariovist. Seine Herrschaft war nicht auf einen einzelnen Stamm beschrĂ€nkt. Zur Zeitenwende bildeten bereits die Sueben einen Großverband, der so auch von Tacitus beschrieben wurde.[31] Über die mit der germanischen Großstammbildung verbundenen sozialen Konflikte ist wenig bekannt und der Gegensatz von Arminius und Marbod kann hier lediglich als ein Beispiel dienen:

Arminius und Marbod
Der Cherusker Arminius (†21 n. Chr.) und der Markomanne Marbod (†36 n. Chr.) waren beide adliger Abstammung und verfolgten in Bezug auf Rom die gleichen Ziele – die UnabhĂ€ngigkeit ihrer StĂ€mme. Beide hatten die römische Kultur intensiv kennengelernt. Marbod war einige Jahre in Rom und stand in der Gunst von Augustus. Nach seiner RĂŒckkehr wurde er StammesfĂŒhrer der Markomannen. Arminius und sein Bruder Flavus standen als Befehlshaber cheruskischer Einheiten in römischen Diensten und besaßen das römische BĂŒrgerrecht. Arminius besaß den römischen Ritterstand; die Cherusker hatten sich freiwillig den Römern unterworfen. In der folgenden Zeit spaltete der Konflikt mit den Römern auch die cheruskische FĂŒhrungsschicht. Arminius heiratete Thusnelda gegen den Willen ihres Vaters Segestes. Es kam zu gegenseitigen Belagerungen. Segestes paktierte mit Varus und Germanicus, Arminius' Onkel namens „Inguimer“ mit Marbod.
FĂŒr beide HeerfĂŒhrer war die adlige Abstammung notwendige Voraussetzung fĂŒr den Aufstieg zum Heerkönig, jedoch allein nicht ausreichend. In der gegebenen historischen Situation waren auch militĂ€rische Erfolge gegen die Römer erforderlich und beide besaßen die nötige Kenntnis römischer MilitĂ€rorganisation. Arminius errang den militĂ€rischen Erfolg 9 n. Chr. durch einen Sieg ĂŒber die drei römischen Legionen des Varus und konnte sich auch gegenĂŒber den Angriffen des Germanicus 14–16 n. Chr. behaupten. Auch Marbod verfĂŒgte ĂŒber ein Heer von vermutlich 70000 Fußsoldaten und 4000 Reitern, gegen das Tiberius 6 n. Chr. zwölf Legionen aufbot. Lediglich ein pannonischer Aufstand verhinderte die direkte Konfrontation. Nach Verhandlungen wurden ein Frieden „unter gleichen Bedingungen“ geschlossen, der das militĂ€rische Prestige Marbods ungemein stĂ€rkte.[32] Vor allem Arminius konnte nach Ende der römischen Bedrohung die monarchische Gewalt nur aufrechterhalten, wenn er gegen Marbod kĂ€mpfte.[33] Im Jahre 17 n. Chr. kam es zur Schlacht, Marbod zog sich zurĂŒck, verlor sein militĂ€risches Prestige, zwei Jahre spĂ€ter sein Königreich durch Katwalda und musste bei den alten Feinden um Asyl bitten. Dass es kein Konflikt zwischen StĂ€mmen war, zeigt auch, dass Inguimer auf der Seite Marbods kĂ€mpfte. Arminius schließlich, dessen Macht zu groß wurde, brachten seine eigenen Verwandten um.[34]

Wirtschaft

Die Germanen waren hauptsĂ€chlich sesshafte Bauern und gingen, im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Vorstellung, nur selten zur Jagd. Sie waren vor allem Selbstversorger. Aber neben der Landwirtschaft gab es auch Handwerker wie Schmiede, Töpfer und Tischler. Das Rad war bereits seit indoeuropĂ€ischer Zeit bekannt. Es gab in den germanischen Dialekten sogar zwei Wörter dafĂŒr. Geld kannten die Germanen nicht, ihr Handel beschrĂ€nkte sich auf reine Naturalienwirtschaft. Hauptwertgegenstand war wie bei den Römern das Vieh. Davon zeugt bis heute die Bedeutung des englischen Wortes fee = GebĂŒhr (ursprĂŒnglich eben: Vieh!).

Unter den FeldfrĂŒchten kam der Gerste eine besondere Rolle zu. Verschiedene Weizenarten, Roggen, Hafer und Hirse kamen – regional unterschiedlich – hinzu. Vor allem im NordseekĂŒstengebiet wurde die Ackerbohne angebaut. Ansonsten auch die Erbse, der Flachs und etwas Nutzhanf. Gartenbau wurde ebenso betrieben; Obstbau wahrscheinlich nicht. Auch WildfrĂŒchte wurden gesammelt, zum Beispiel Eicheln[35], verschiedene Beeren (Brombeeren, Himbeeren, Wald-Erdbeeren) Schlehen und WildkrĂ€uter wie Spörgel, der in den MĂ€gen einiger germanischer Moorleichen nachgewiesen werden konnte. Bienenhonig wurde von wildlebenden oder eingefangenen Wildbienen-Völkern gesammelt,[36] Bienenzucht im heutigen Sinne gab es noch nicht.

GezĂŒchtet wurden hauptsĂ€chlich Rinder, ebenso Schafe, Schweine, Ziegen und GeflĂŒgel sowie Pferde, Hund und Katze. Ebenfalls wussten die Germanen, wie KĂ€se zubereitet wird. Die germanischen Sprachen kannten ein eigenes Wort fĂŒr WeichkĂ€se, das in den skandinavischen Sprachen im Wort „Ost“ (= KĂ€se) fortlebt. FĂŒr HartkĂ€se entlehnten sie das lateinische Wort caseus (= „KĂ€se“).

Der einfache Pflug war lange bekannt, vereinzelt wurde auch ein Scharpflug genutzt. Ebenso war die Egge bekannt, sowie der Spaten, die Hacke, die Harke, die Sichel und die Sense. Die Äcker ließen sie regelmĂ€ĂŸig brach liegen, und sie wussten um den Nutzen der DĂŒngung. Getreide wurde hauptsĂ€chlich in Form von Brei gegessen, Brot konnte sich bis ins Mittelalter nur die Oberschicht leisten.

Nydam-Schiff aus dem 4. Jahrhundert

Die lĂ€ndlichen Siedlungen waren ebenso der Raum handwerklicher TĂ€tigkeiten. Die Verarbeitung von Leder oblag den MĂ€nnern, wĂ€hrend Textilien (Spinnen und Weben) von Frauen produziert wurden. Spezialisierte Personen – die immer auch noch Bauern waren – waren als Zimmerer, Tischler, Drechsler oder Schnitzer tĂ€tig. Ebenso wurde Eisen, Buntmetall, Bein sowie Ton verarbeitet. Überörtliche Manufakturen bzw. Handwerksbetriebe waren selten. Es gibt keine Hinweise auf ein ausgebautes Straßennetz, Warenverkehr auf RĂ€dern oder mit Schiffen. Jedoch sind römische LuxusgĂŒter ĂŒberall auf germanischem Gebiet zu finden. Umgekehrt wurden vermutlich Bernstein, Pelze und von Römerinnen sehr geschĂ€tztes blondes Frauenhaar exportiert. Römisches Geld war in Besitz von vielen, diente jedoch nicht dem Geldverkehr. Eine eigene MĂŒnzprĂ€gung ist erst aus nachantiker Zeit bekannt.

Nach neuesten Erkenntnissen soll sich in der NĂ€he des heutigen Berlin bereits eine Art HĂŒtten-„Industrie“ entwickelt haben. Der dort hergestellte Stahl soll von hoher QualitĂ€t gewesen und vor allem in das Römische Reich exportiert worden sein. Auch der Schiffbau (Hjortspringboot, Nydam-Schiff) war bereits hoch entwickelt.

Die ProduktivitĂ€t war wesentlich geringer als bei den Römern. Es gab Hungersnöte und viele Germanen litten an UnternĂ€hrung, was zu einer deutlich verringerten Lebenserwartung fĂŒhrte. Der Gesundheitszustand der Germanen war oft schlecht; Gelenkerkrankungen und BandscheibenschĂ€den waren verbreitet.

Pagane Religion und der Wechsel zum Christentum

Artikel:

Germanische Religion

Die Religion der Germanen[37] ist insgesamt betrachtet, ĂŒber die Zeit- und KulturrĂ€ume der einzelnen germanischen Völker und Stammesgruppen hinweg, eine dezentral auf lokale Kultzentren bezogene polytheistische Religion. Dies hat zur Folge, dass man eher von germanischen Religionen, als von einem vereinheitlichendem Begriffsmuster ausgehen muss.

Die religionswissenschaftliche Klassifizierung in den nordgermanischen, sĂŒdgermanischen und gesonderten angelsĂ€chsischen Kultus erschließt sich aus der allgemeinen Quellenlage der schriftlichen und archĂ€ologischen Zeugnisse und bedingt durch die historischen Entwicklungen und Ereignisse.[38] Der religiöse Kult und der damit verbundene Ritus war nie konstant, sondern muss immer auch unter den gesamtpolitisch-kulturellen VerhĂ€ltnissen betrachtet werden, denen die einzelnen Gruppen ausgesetzt waren und denen die jeweiligen Zeugnisse zugeordnet sind (Völkerwanderung). Grundlegende Merkmale der germanischen Religion sind durch Vergleiche mit anderen europĂ€ischen historischen Religionen (Rom, Griechenland, Kelten) aus einer anfĂ€nglich erschlossenen indogermanischen Urreligion vermutlich ererbt (siehe Artikel Indogermanische Religion). Eine Beeinflussung hat sich durch den kulturellen und wirtschaftlichen Kontakt schon vor der Zeit der beginnenden Auseinandersetzungen mit Rom ergeben, auch zu den Kelten und Slawen.

Quellen fĂŒr die Rekonstruktion und Bestimmung der germanischen Religion sind im Wesentlichen drei Gruppen zuzuordnen:

GrundsĂ€tzlich prĂ€gend fĂŒr die germanische Geschichte – und folglich auch fĂŒr die germanische Religionskultur – war der Übergang von der Jagdgesellschaft zur agrarisch bĂ€uerlichen Kultur und der Übertritt zur christlichen Religion. In der ca. 2000jĂ€hrigen Periode zwischen diesen epochalen ZĂ€suren war die germanische Religion als solche mit ihren regionalen Unterschieden in ihren GrundzĂŒgen relativ homogen. Aus der vorhistorischen Zeit ist aus Funden in Opfermooren und bronze- und eisenzeitlichen GrabhĂŒgeln ein ausgeprĂ€gter Toten- und Ahnenkult durch die Deponierung von Urnen, oder Keramiken mit Resten von organischen Inhalten. Andere Votivgaben sind SchmuckgegenstĂ€nde und GĂŒter des alltĂ€glichen Gebrauchs. Zu diesen Funden kommen die Anthropomorphe Pfahlgötter, Figuren aus grob bearbeiteten Holzbalken, wie zum Beispiel das Götterpaar von Braak. Diese Figuren wurden deutlich erkennbar als mĂ€nnlich oder weiblich durch die Herausarbeitung der primĂ€ren Geschlechtsmerkmale gestaltet. Ein Begriff fĂŒr Gott, Gottheit aus spĂ€teren Perioden, Ase, geht auf das gemeingermanische Wort *Ansuz zurĂŒck mit der Bedeutung von Pfahl, Balken. Die Zuordnung zu einer bestimmten namentlich aus spĂ€terer Zeit bekannten Gottheit beiderlei Geschlechts ist nicht möglich, außer eines gewissen Fruchtbarkeitskultes durch die Geschlechtstypisierungen im Zusammenhang mit der Hierogamie.

Brakteat mit Runeninschrift. Dargestellt ist Odin als göttlicher Heiler

Der Zusammenhalt der germanischen StĂ€mme in historischer Zeit wurde vor allem durch einen gemeinsamen Götter- und Ahnenkult und gemeinsame Opferhandlungen begrĂŒndet. Teilweise kamen auch verschiedene StĂ€mme zu gemeinsamen Riten zusammen und bekrĂ€ftigten so ihr BĂŒndnis (Nerthuskult). Allgemein waren die religiösen Handlungen der germanischen Kulturen jedoch sehr vielfĂ€ltig. Unter den Göttern sind Odin (Wodan), Thor (Donar) und Freyja die bekanntesten Namen, die sich auch in unseren heutigen Wochentagsnamen widerspiegeln. Aus dem sĂŒdgermanischen „Nerthus“ (= sprachlich Neutrum, bei Tacitus als „Terra Mater“ = Mutter Erde) umschrieben, wurde vermutlich in Skandinavien zum mĂ€nnlichen „Njörd“. Ein transzendentes GottesverstĂ€ndnis war den Germanen fremd und entwickelte sich erst spĂ€t in der Auseinandersetzung mit dem Christentum, nachweislich durch nordwestnordische Quellen (siehe Artikel Gott#Begriffs- und Bedeutungsherkunft – Der germanische Raum).

Tempelbauten wie bei den Römern sind nicht bekannt. Die Götter wurden auf Waldlichtungen, in heiligen Hainen und an heiligen GewĂ€ssern bzw. Mooren verehrt – teilweise mit Menschen- und in der Regel mit Tieropfern. Diese sakralen Orte wurden durch Einhegungen von der profanen Umwelt separiert, dementsprechend gilt bei natĂŒrlichen Örtlichkeiten wie Haine, dass diese Waldungen kultiviert wurden und so eine sichtbare Trennung bewirkt wurde (FlechtwerkzĂ€une aus Gehölzruten). Im angelsĂ€chsischen Siedlungsbereich, und in den römerzeitlichen sĂŒddeutschen germanischen Einwanderungsgebieten wurden durch die Germanen KultstĂ€tten der verdrĂ€ngten, beziehungsweise aufgenommenen keltischen Vor- und Restbevölkerung, nachweislich zumindest teilweise ĂŒbernommen. FĂŒr die Völkerwanderungszeit und den kontinentalen Bereich, sowie zur Wikingerzeit fĂŒr Skandinavien lassen schriftliche Quellen und durch den Wortschatz Tempelbauten, beziehungsweise Kultorte mit einer gewissen konstruktiven Substanz bestĂ€tigen oder rĂŒckschließen.

Das Opfermoor bei Niederdorla, mit stilisierter Göttergestalt

Der besondere Begriff fĂŒr die Opferhandlung lautet altnordisch blĂłt (in Variation in der altenglischen- und althochdeutschen Sprache belegt) mit der Bedeutung von stĂ€rken, anschwellen – eine sprachliche Verbindung zum Begriff Blut und im ĂŒbertragenen Sinn eines blutigen Opfers besteht nicht. Im wesentlichen Sinn war das Opfer von der Bestimmung her als Bitt- und Dankopfer gestaltet. Geopfert wurde individuell im privaten Kult, aber auch gemeinschaftlich organisiert, dann auch zu Festen unterjĂ€hrigen AnlĂ€ssen wie im FrĂŒhjahr, im Mittsommer oder zum Herbst und Mittwinter. Beim Opfer, das konkret einer Gottheit bestimmt war, wurde zu einem das Idol symbolisch „gespeist“, und zum anderen hatte durch den Verzehr des Opfermahls –bestehend aus den zuvor geopferten und anschließend gegarten Tieren – die Opfergemeinschaft Anteil. Auch Waffen und andere militĂ€rische AusrĂŒstung (vermutlich von besiegten Feinden) wurden an diesen Orten dargebracht. AuffĂ€llig ist, dass geopferte Waffen zuvor unbrauchbar gemacht wurden. Teilweise sind diese GegenstĂ€nde von hohem materiellen wie ideellen Wert (Schwerter, aber auch Schmuck, Fibeln), wodurch der kultisch-rituelle Bezug ersichtlich ist (Brunnenopfer von Bad Pyrmont). Menschenopfer sind seit historischer Zeit schriftlich belegt, wie beispielsweise die Opferung eines Sklaven beim Nerthuskult, so beschrieben von Tacitus. Die archĂ€ologischen Fundauswertungen zeigen, dass Menschenopfer statistisch gesehen sehr selten praktiziert wurden. Auch fĂŒr die in Norddeutschland und DĂ€nemark gefunden Moorleichen, die oft mit Menschenopfern in Verbindung gebracht werden gilt: lediglich nur ein kleiner Teil der etwa 500 Funde weisen sicher auf einen kultischen Hintergrund hin (siehe Grauballe-Mann). Im Zusammenhang mit Menschenopfer ist eine bedingte kultische Anthropophagie nachgewiesen, die auch die animistischen ZĂŒge der germanischen Religion anzeigen.[39]

Ein weiterer Begriff fĂŒr Opfer, beziehungsweise die Opferhandlung, auf altenglisch *lāc zu althochdeutsch *laikaz mit der Bedeutung Tanz, hĂŒpfen, oder eine rhythmische geordnete Bewegung, zeigt, das die Kulthandlungen durch rituelle TĂ€nze, sowie durch UmzĂŒge begleitet oder initiiert wurden. Ein organisierter oder besonders kenntlich gemachter Priesterstand ist fĂŒr die frĂŒhe historische Zeit generell nicht bezeugt. Zu dieser Zeit wurden sakrale Handlungen durch die Familien- und SippenhĂ€upter durchgefĂŒhrt. Im Laufe der römischen Kaiserzeit und in der Zeit der Völkerwanderung sind priesterliche Strukturen erkennbar, aber immer noch sehr stark geprĂ€gt durch den privaten Charakter. DiesbezĂŒglich dienen vor allem angelsĂ€chsische und islĂ€ndische Belege als Nachweise, wie zum Beispiel fĂŒr den islĂ€ndischen Goden. Entsprechend den weiblichen Gottheiten gab es weibliches Kultpersonal. Zu diesen zĂ€hlen auch Seherinnen.[40]

Zum kultisch-rituellen religiösen Spektrum gehört ebenfalls die Magie, der Zauber durch Losorakel, wie schon durch Tacitus beschrieben, mit der Nutzung von Runen als Medium, sowie der Runenzauber an sich, welcher sich in den Runengedichten und Runenalphabeten zeigt (Abecedarium Nordmannicum, Tiwaz) und runische Formeln als Inschriften auf Brakteaten wie auja = GlĂŒck und laukr = Lauch (als magisch wirkende Pflanze). Erhaltene ZaubersprĂŒche wie die Merseburger ZaubersprĂŒche oder altenglische ZaubersprĂŒche wie den Canterbury Charm zeigen noch die alten Schichten oder NachklĂ€nge der germanischen ReligiositĂ€t an. Wie bei ornamentalen Symbolen, oder Sinnzeichen wie das Swastika haben Magie und ZaubersprĂŒche eine apotropĂ€ische, schadenabwehrende sowie eine heils- und heilbringende Funktion inne, jedoch auch die einer Verfluchung, Schaden- und Unheilbringung. WeihesprĂŒche, Ansprachen innerhalb der ZaubersprĂŒche oder in Runeninschriften haben im Norden oft einen Bezug zu Thor, auf den Kontinent wird beispielsweise im Merseburger Spruch II und auf der Nordendorfer Runenspange zuzĂŒglich oder singulĂ€r Wodan genannt. Die Deutungen der unterschiedlichen Textzeugnisse unterliegt jedoch gerade hinsichtlich des Zaubers, und der germanischen Religion an sich, fachgelehrter Spreizungen.

Christianisierung

Eine monographische Gesamtdarstellung der Christianisierungsgeschichte der Germanen fehlt bisher. Diese Geschichte muss in drei großen, in Raum und Zeit unterschiedlichen VerlĂ€ufen gesehen werden:

  1. die Verbreitung des gotischen arianischen Christentums im 4. bis 6. Jahrhundert
  2. die Christianisierung des frĂ€nkischen Reiches vom Ende des 5. bis zum frĂŒhen 9. Jahrhundert und die der Angelsachsen vom Ende des 6. bis zum 7. Jahrhundert
  3. die Christianisierung des Nordens Europas im 10. und 11. Jahrhundert

Die Goten waren die ersten, die an der unteren Donau und auf der Krim mit dem Christentum in Form des Arianismus in BerĂŒhrung kamen. Die abwertende Fremdbezeichnung arianisch – nach dem alexandrischen Presbyter Arius († 336) – bezeichnet eine um 350 entstandene Position, die in den Streitigkeiten um die TrinitĂ€tslehre vermitteln sollte und die in der römischen Staatskirche zeitweilig (im Ostteil des Reiches bis 378) offizielle Geltung besaß. So wurde sie einerseits von den reichsansĂ€ssigen sogenannten Kleingoten Wulfilas, fĂŒr den allerdings Jesus Christus im Widerspruch zu der Lehre des reinen Arianismus „Gott und Herr“ war, und auch von den Terwingen (Westgoten) aufgenommen. Kurz vor dem Hunneneinfall im Jahre 375 wurde bei den Terwingen noch mit römischer UnterstĂŒtzung eine rudimentĂ€re kirchliche Organisation aufgebaut. Wulfila wurde einer der ersten Bischöfe der Westgoten.

Seite aus dem Codex Argenteus – der Abschnitte aus der Wulfilabibel enthĂ€lt und vermutlich um 500 in Italien entstanden ist

In einem Ă€hnlichen Kontext ist auch die Wulfilabibel zu sehen. Im Gegensatz zur westlichen Kirche, die den Gottesdienst an die lateinische Sprache band, war die östliche Kirche bereit, die Volkssprache in der Liturgie zu verwenden. Die Übersetzung der Bibel ins Gotische ist nicht gleichzusetzen mit mittelalterlichen Übersetzungen biblischer Texte, die der Erbauung und Unterweisung dienten. Die gotische Bibel war ein liturgisches Buch, dessen Sprache eng mit der Vorlage verbunden blieb. Ein im Westen provokantes Merkmal des östlichen Ursprungs der gotischen arianischen Kirche war die erneute Taufe ĂŒbertretender nichtarianischer Christen.[41]

Die VerdrĂ€ngung der heidnischen Religion wurde auch als Bedrohung der sozialen Ordnung gesehen und es kam 350 bzw. 370 zu Christenverfolgungen. Mit der Westwanderung christianisierter Germanen (Goten, Vandalen, Burgunden, Langobarden) und den ReichsgrĂŒndungen verbreitete sich der Arianismus auch in der – im ĂŒbrigen katholischen – westlichen HĂ€lfte des römischen Reiches. Jedoch wurden lĂ€ngst nicht alle Germanen christianisiert, so dass mit dem Zusammenbruch des römischen Reiches auch die Verbreitung des Christentums einen RĂŒckschlag erlitt.

Das Frankenreich wurde von dem kulturellen Überlagerungsbereich zwischen Rhein und Loire aus christianisiert. Bereits Chlodwig I. hatte sich taufen lassen, um sich den Einfluss auf die katholische Kirche zu sichern. Ab dem 7. Jahrhundert griff die Christianisierung auch auf die Randzonen und NachbarlĂ€nder des FrĂ€nkischen Reiches ĂŒber und fand ihren Abschluss mit der Eroberung und Eingliederung der Friesen und Sachsen. Ab dem Ende des 7. Jahrhunderts waren auch angelsĂ€chsische KrĂ€fte an der Mission beteiligt. Die Missionierung des angelsĂ€chsischen Englands ging mit unterschiedlichen Traditionen vom Kontinent und von Irland aus. Die Christianisierung des Nordens erfolgte durch deutsche und englische KrĂ€fte und hatte entscheidenden Anteil an der Ausbildung der Königsmacht ab dem Ende der Wikingerzeit.

Die Missionierung setzte bei den politischen FĂŒhrungsspitzen an. FĂŒr diese ergaben sich durch die Annahme des Christentums neue Möglichkeiten der religiösen Legitimierung, die sich voll ausgebildet zuerst im Westgotenreich in der zweiten HĂ€lfte des 7. Jahrhunderts in Form der Königssalbung zeigen. Die neuartige Verbindung königlicher Kirchenherrschaft fĂŒhrte zur rĂ€umlichen Abgrenzung der kirchlichen Bezirke durch politische Herrschaft und trug zur spĂ€trömischen Partikularisierung der westlichen Kirche bei. Diese Entwicklung wurde ab dem letzten Drittel des 7. Jahrhunderts u. a. durch das „Leitbild der romorientierten Partikularkirche“ umgekehrt.[42]

KreuzanhÀnger, gefunden in einem Frauengrab in Birka

Die Religion der Germanen galt fĂŒr die christliche Mission, wie auch vorher schon die hellenistisch-römischen Religionen, als dĂ€monische Verblendung, die die Menschen hinderte, zu ihrer gottgegebenen Bestimmung zu finden. Die Missionierung verfolgte einerseits das Ziel der Integration des ganzen politischen Verbandes in die heilsanstaltliche Kirchenorganisation und andererseits die Beseitigung der heidnischen Kulte. Massenhaft vollzogene Taufen ohne ausreichende Vorbereitung dienten der Aufnahme in die Kirche, und die christliche Religion ersetzte als neuer einzuhaltender Kult den alten. In der Karolingerzeit wurde die dem Taufgelöbnis vorangehende Absage an den Teufel um das Abschwören der heidnischen Götter und Kulte erweitert. Im Lex Saxonum Karls des Großen wurden bestimmte heidnische BrĂ€uche (Hexenverbrennung, Leichenverbrennung, Menschenopfer u. a.) mit der Todesstrafe bedroht. Private heidnische KultausĂŒbung wurde mit Geldstrafen belegt.[43] Der Alleingeltungsanspruch wurde zuerst im öffentlichen Raum durchgesetzt und die politisch-sozialen Funktionen der heidnischen Kulte ĂŒbernommen. Diese funktionale KontinuitĂ€t hatte auch Auswirkungen auf die Entwicklung des Christentums. In der Forschung wurde in diesem Zusammenhang der Begriff der Germanisierung des Christentums diskutiert.[44]

Darstellende Kunst

Germanischer Schmuck

Die germanische Kulturwelt war arm an Bildern. Erst ab dem 5. Jahrhundert n. Chr. wurden Szenen und Gestalten der Mythologie auf goldenen Schmuckscheiben abgebildet. In der jĂŒngeren Kaiserzeit wurden von römischen Vorbildern nach Tierformen gestaltete Fibeln ĂŒbernommen. Besonders beliebt waren Eber und Hirsch. Bronzene vollplastische Rinderfiguren waren ebenso bekannt, wenn auch selten. Über die Holzschnitzerei kann natĂŒrlich wenig gesagt werden. Die Nachahmungen römischer Tierbilder wurden mit der Zeit zu einer eigenstĂ€ndigen germanischen Tierornamentik weiterentwickelt.

Die germanischen StÀmme

Bedeutung der StÀmme

Wesentliches Element der politischen und gesellschaftlichen Ordnung auf germanischem Gebiet waren die StĂ€mme. Ein Stamm verfĂŒgte als Siedlungsgemeinschaft ĂŒber ein bestimmtes Siedlungsgebiet, auf dem auch Angehörige anderer ethnischer Gruppierungen leben konnten, wie beispielsweise in eroberten Gebieten. Der Stamm besaß eine einheitliche politische FĂŒhrung und stellte eine Rechtegemeinschaft dar. Ebenso gab es natĂŒrlich eine gemeinsame Sprache, religiöse Riten und ein IdentitĂ€tsbewusstsein, dessen deutlichster Ausdruck ein Mythos der gemeinsamen Abstammung war. TatsĂ€chlich waren jedoch auch StĂ€mme keine einheitlichen und stabilen Gebilde, sondern immer von Durchmischung, Neubildung, Abwanderung, Untergang und dergleichen betroffen.

Erstmals detaillierte Beschreibungen der Germanen finden sich bei Tacitus. Er beschreibt eine recht einheitliche germanische Kultur auf einem Gebiet ungefĂ€hr vom Rhein im Westen bis zur Weichsel im Osten und von der Nordsee im Norden bis zu Donau und Moldau im SĂŒden. Hinzu kommen die – von Tacitus nicht beschriebenen – germanischen Siedlungsgebiete in Skandinavien. Tacitus legt dar, dass sich die germanischen StĂ€mme in drei Gruppen gliedern und dass es zahlreiche StĂ€mme gibt, die nicht in diese Gliederung passen. Nach Tacitus unterscheiden sich die einzelnen StĂ€mme nach ihren Kultorten. Die germanischen StĂ€mme zur Zeitenwende waren also vermutlich vor allem Kultgemeinschaften. Dieser Unterteilung lassen sich auch archĂ€ologischen Gruppierungen zuordnen.

Seit dem 2. Jahrhundert traten GroßstĂ€mme als bedeutendste Akteure in der germanischen Welt auf. Sie wurden aggressive Gegner des römischen Imperiums und TrĂ€ger der Völkerwanderungsreiche. Sie verflochten sich in unterschiedlicher Weise mit der mediterranen Hochkultur und beendeten die relative Einheit der Germanen zu Gunsten gesonderter Entwicklungen. Der Germanenname verschwand aus den antiken Quellen und wurde durch die Namen der GroßstĂ€mme mit eigenen Traditionen ersetzt. Sie bestimmten das Geschehen der Völkerwanderungszeit und bildeten die Grundlage der europĂ€ischen Völker- und Nationalstaatengeschichte. Die diesen Vorgang analysierenden Untersuchungen von Wenskus[45] stellen den heutigen Forschungsstand zu diesem Thema dar. Es handelte sich um einen aus BĂŒndnissen entstehenden Konzentrationsprozess, der politische und militĂ€rische Durchschlagskraft zum Ziel hatte. Gleichzeitig setzte eine zunehmende Differenzierung der sozialen Schichtung ein. Herrschaftsbildung auf personaler Grundlage, Land-, Menschen- und Beutegewinn auf der einen Seite und InstabilitĂ€t der Ergebnisse auf der anderen Seite war auf engen Austausch mit imperialen und kulturellen Gegebenheiten im römischen Machtbereich angewiesen. Tiefgreifende politische und soziale VerĂ€nderungen waren Voraussetzung fĂŒr stabile politische Formen.[46]

Dabei ist ein fundamentaler Unterschied zwischen den GroßstĂ€mmen des Westens (Franken, Alamannen) und den gentes des Ostens (Goten, Vandalen, Heruler, Gepiden) festzustellen. Die GroßstĂ€mme des Westens sind erst im 3. Jahrhundert bezeugt, wĂ€hrend sich die gentes des Ostens zunĂ€chst der antiken Wahrnehmung entzogen. Deren WanderungsverbĂ€nde bildeten sich nicht an der Peripherie des Reiches, sondern weit im Hinterland. Die Grenznachbarn des römischen Reiches wurden dann auf diesen ZĂŒgen integriert.

StÀmme zur Zeitenwende

Die Siedlungsgebiete der Germanen im ersten Jahrhundert (siehe Karte) lassen sich unterteilen in (keine vollstÀndige Auflistung):

Karte der Germanischen StĂ€mme um 100 n. Chr. (ohne Skandinavien)


Nordseegermanen

Die Nordseegermanen (bei Tacitus Ingaevonen) – Angeln, Chauken (die spĂ€ter im Großstamm der Sachsen aufgehen), Friesen, Warnen.

Rhein-Weser-Germanen

Die Rhein-Weser-Germanen – Angrivarier, Bataver, Brukterer, Chamaven, Chatten, Chattuarier, Cherusker, Sigambrer, Sugambrer, Tenkterer, Ubier, Usipeter. Eventuell wurden diese Völker erst spĂ€ter germanisiert (siehe auch Nordwestblock). Aus den am Rhein ansĂ€ssigen StĂ€mmen geht im 3. Jahrhundert der Großstamm der Franken hervor. Die StĂ€mme an der Weser, wie die Angrivarier und die Cherusker, schlossen sich dagegen den Sachsen an.

Sueben

→ Hauptartikel: Sueben

Die suebischen (auch swebischen) bzw. elbgermanischen Gruppen – bestehend aus Hermunduren, Langobarden, Markomannen, Quaden, Semnonen und vielleicht (umstritten) den Bastarnen: Aus ihnen ging im 3. Jahrhundert vor allem der Großstamm der Alamannen hervor, dazu bildeten v.a. die Markomannen durch Vermischung mit anderen StĂ€mmen und Volksgruppen den Großstamm der Bayern, die Hermunduren den der ThĂŒringer. Ein Teil der Sueben ĂŒberquerte zusammen mit Alanen und Vandalen 406 den Rhein (siehe RheinĂŒbergang von 406) und wanderte mit diesen 409 nach Hispanien ein. Dort bildeten sie im Nordwesten das Reich der Sueben, das die Grundlage des spĂ€teren Staates Portugal bildete. Die Langobarden, nach denen die Lombardei benannt ist, nahmen ebenfalls andere germanische Gruppen in ihren Stamm auf, grĂŒndeten zuerst in Pannonien und 568 nach Eroberung in Italien ein Reich.

Nordgermanen

Die Nordgermanen bzw. Ostseegermanen auf der jĂŒtischen Halbinsel und im sĂŒdlichen Skandinavien – Ästier, Suionen (Schweden) – Zu den Nordgermanen werden auf Grund sprachlicher Indizien die skandinavischen StĂ€mme gerechnet. Einen Übergangsbereich zu den Nordseegermanen bilden die Angeln und die JĂŒten. Aus ihnen gingen spĂ€ter die DĂ€nen, die Schweden und die sĂŒdlichen Norweger hervor. Wie weit die ĂŒbrigen Norweger und IslĂ€nder hinzuzurechnen sind, hĂ€ngt vom Germanenbegriff ab, wie er im Kapitel Begriffskritik dargestellt ist. (siehe auch: Skandinavier). ArchĂ€ologisch werden die Nordgermanen in die Ost- und Westnordische Gruppe aufgeteilt.

Oder-Warthe-Germanen

Die Oder-Warthe-Germanen – Burgunden, Lugier, Vandalen: ArchĂ€ologisch werden sie der Przeworsk-Kultur (im sĂŒdlichen Polen) zugeordnet.

Weichselgermanen

Die Weichselgermanen – Bastarnen, Gepiden, Gotonen, Rugier, Skiren: ArchĂ€ologisch werden sie der Wielbark-Kultur (Willenbergkultur) zugeordnet, deren VorgĂ€nger die Oksywie-Kultur (Oxhöftkultur) war. Nachdem die Wielbark-Kultur in den Raum sĂŒdlich der Ostsee expandierte, hat sie sich nach SĂŒdosten verlagert, wo sie in die Tschernjachow-Kultur des 2. bis 5. Jahrhunderts ĂŒbergeht. Diese archĂ€ologischen Funde spiegeln sicherlich die Wanderung der Goten wider.

SpĂ€tantike – Völkerwanderung

Die StĂ€mme, unter deren Namen germanische Völker in der SpĂ€tantike bekannt wurden, existierten zur Zeit Tacitus noch nicht oder waren vage Bezeichnungen. Franken, Goten, Burgunden u. a. bildeten sich als GroßstĂ€mme erst in den Jahrhunderten nach der Zeitenwende heraus. Diese Entwicklung blieb den römischen und griechischen Ethnographen lange verborgen, sodass sich in den historischen Aufzeichnungen kaum Beschreibungen finden. Die Vielfalt von ĂŒber 40 StĂ€mmen bei Tacitus reduzierte sich auf einige wenige, die in der Antike als „neue“ Völker zu den bisherigen dazugezĂ€hlt wurden. Als kleinere VerbĂ€nde oder als Volksgruppen, die sich den GroßstĂ€mmen anschlossen oder TeilstĂ€mme bildeten, wurden noch in der SpĂ€tantike u. a. folgende Stammesnamen genannt: Warnen, Angeln, JĂŒten, Juthungen, Rugier, Heruler.

Zu den neugebildeten GroßverbĂ€nden zĂ€hlen in der SpĂ€tantike u. a. Alamannen, Burgunden, Franken, Goten, Gepiden, Langobarden, Markomannen, Sachsen, ThĂŒringer, Angelsachsen und Vandalen. Anstelle der Markomannen werden ab dem 6. Jahrhundert die Bajuwaren genannt.

Alamannen

Die Alamannen/Alemannen werden das erste Mal unter den StĂ€mmen erwĂ€hnt, die nach 260 das von den Römern aufgegebene rechtsrheinische Dekumatland (Agri decumates) besetzen. Zu diesem Zeitpunkt waren die Alemannen eine Mischung aus Stammesgruppen der Semnonen, Burgundionen, RĂ€tovariern, Brisigaviern u. a. Entsprechend bedeutete der Name ursprĂŒnglich „zusammengespĂŒlte und vermengte Menschen“. Die Alemannen wurden von den Römern geduldet, da sie den Rhein als Grenze anerkannten. Erst ab der Mitte des 5. Jh. dehnten sie ihr Siedlungsgebiet auch auf linksrheinische Gebiete aus – bis in die Champagne. Damit kam es zum Konflikt mit den Franken und die nördlichen Territorien gingen nach der Schlacht von ZĂŒlpich (lat. Tolbiacum) 496 an diese verloren. Im 7. Jh. expandierten die Alemannen in die Nordschweiz.[47]

Burgunden

Die ostgermanischen Burgunden siedelten zur Zeitenwende nach Plinius im Gebiet zwischen Oder und Weichsel. Ab dem 2. Jh. bewegten sie sich nach Westen und besiedelten die Lausitz und östliche Teile Brandenburgs. Ein Jahrhundert spĂ€ter erreichten Stammesgruppen das Maintal und zu Beginn des 5. Jh. kam es zur ersten ReichsgrĂŒndung in der Region von Worms und Speyer. Die Burgunden kamen in intensiveren Kontakt mit dem Römischen Reich und traten auch zum Christentum ĂŒber.[48]

Franken

Die Franken bildeten sich aus einem lockeren Kampfverband der Chamaven, Salier, Chattuarier, Ampsivarier, Brukterer und anderer Stammesgruppen. RaubzĂŒge in Gallien werden ab der Mitte des 3. Jh. erwĂ€hnt. Im Norden Galliens wurden frĂ€nkische Söldner in römischen Diensten angesiedelt. Die salischen Franken erhielten als foederati Siedlungsgebiet in Toxandrien. Diese Besiedlung expandierte und umfasste im 5. Jh. die Region zwischen LĂŒttich und Tournai. Am Niederrhein grĂŒndeten ripuarische Franken ein FĂŒrstentum mit Köln als Zentrum.[49]

Goten

Die Goten entwickelten sich wahrscheinlich als Stammesverband im Gebiet der WeichselmĂŒndung. Dort sind sie jedenfalls zur Zeitenwende belegt. Aussagen ĂŒber die Herkunft der Goten sind jedoch sehr problematisch: Die von Jordanes ĂŒberlieferte Stammeslegende (Origo gentis), wonach die Goten aus Skandza (Skandinavien oder Gotland) stammen sollen, ist archĂ€ologisch nicht zu beweisen,[50] zumal die Goten wohl polyethnisch zusammengesetzt waren. Nach 150 verschob sich ihr Siedlungsraum langsam in Richtung Schwarzes Meer.

Langobarden

Die Vorfahren der Langobarden siedelten zunĂ€chst im Bereich der Niederelbe. SpĂ€ter zogen erste Gruppen entlang der Elbe nach Böhmen und in angrenzende Gebiete. Zur Zeit der Markomannenkriege in der zweiten HĂ€lfte des 2. Jh. gelangten Langobarden ĂŒber die Donau bis nach Pannonien. Dort schlossen sich ihnen weitere elbgermanische Stammesgruppen an. Ebenso erhielten sie Zuzug von germanischen Populationen aus ThĂŒringen. Bis zur Mitte des 5. Jh. bildeten diese Gruppen ein ethnisches Eigenprofil aus und werden 488 erstmals als Langobarden erwĂ€hnt.[51]

Markomannen

Die Markomannen treten erstmals im Heer des Ariovist in Erscheinung. Ihr ursprĂŒngliches Gebiet war am Main, jedoch wanderten sie unter dem Druck der Römer kurz vor der Zeitenwende unter dem HeerfĂŒhrer Marbod nach Böhmen. Dort bildeten sie das Zentrum eines StĂ€mmebundes. In den Markomannenkriegen konnten die Römer die Nordgrenze ihres Reiches nur unter großen Anstrengungen stabilisieren. Auch in den folgenden Jahrhunderten stießen die Markomannen immer wieder nach SĂŒden vor. Im 4. Jh. erwĂ€hnte man sie das letzte Mal.[52]

Sachsen

→ Hauptartikel: Sachsen (Volk)

Die Sachsen bildeten sich vermutlich im 3. Jahrhundert,[53] eventuell jedoch erst im 4. Jahrhundert aus Ă€lteren StĂ€mmen der Nordseegermanen. Die frĂŒheste unbestrittene Nennung stammt jedenfalls erst von Kaiser Julian aus dem Jahre 356.[54] Im 5. Jahrhundert teilten sich die Sachsen in die nach England abwandernden Angelsachsen und die auf dem Festland verbleibenden Altsachsen. Ein Jahrhundert spĂ€ter beherrschten die Altsachsen weite Gebiete an der NordseekĂŒste. Gleichzeitig verstĂ€rkte sich im Westen der Druck des Frankenreichs und im Osten der in den Elbraum expandierenden Slawen. Der Konflikt mit dem Frankenreich fĂŒhrte unter Karl dem Großen zu den Sachsenkriegen (772-804). In dieser Zeit waren sie organisatorisch in auch Heerschaften genannten TeilstĂ€mme Westfalen, Engern und Ostfalen gegliedert. Nach der Zwangschristianisierung wurde diese Einteilung durch Grafschaften ersetzt. Erst im 13. Jahrhundert wurde das inzwischen weiterentwickelte Stammesrecht „Lex Saxonum“ im „Sachsenspiegel“ niedergeschrieben. Dagegen existiert keine KontinuitĂ€t zwischen den „heutigen Sachsen“ im Freistaat und den „historischen Sachsen“[55], da die heute so genannten Sachsen ursprĂŒnglich eine durch Kolonisation und Assimilation entstandene kulturelle Mischbevölkerung hauptsĂ€chlich sĂŒd-, mitteldeutschen und slawischen Ursprungs waren.

ThĂŒringer

→ Hauptartikel: ThĂŒringer

Nach dem Abzug der Hunnen etablierten die ThĂŒringer ein Königreich, welches 531 n. Chr. von den Franken unterworfen wurde. NordthĂŒringen (ungefĂ€hr das heutige Sachsen-Anhalt links der Elbe) wurde danach teilweise von den Sachsen besiedelt, ebenso wurden Hessen, Schwaben und Friesen angesiedelt. Die vermutlich eher dĂŒnn besiedelte Gegend zwischen Saale und Elbe im heutigen Freistaat Sachsen hingegen konnte gegen die eindringenden Slawen nicht gehalten werden. Die slawische Landnahme in diesen Gebieten erfolgt im ausgehenden 6. Jahrhundert.

Vandalen

→ Hauptartikel: Vandalen

Die Vandalen hatten ihr ursprĂŒngliches Siedlungsgebiet in der Region zwischen Oder und Warthe im Bereich der Przeworsker Kultur. Die Stammesgruppe war in die TeilverbĂ€nde der Hasdingen und der Silingen – die der Region möglicherweise den Namen „Schlesien“ gaben – gegliedert. Im 2. Jh. migrierten einige Stammesgruppen bis zum Karpatenbogen und in die Theißebene.[56]

Kriege und germanische Reichsbildungen

Germane. Römisches Triumphalrelief im Vatikanischen Museum zu Rom

Die den Germanen benachbarten keltischen Kulturen hatte der Kontakt mit den Römern an die Schwelle zur Hochkultur gefĂŒhrt, bevor sie erobert und romanisiert wurden. Die Romanisierung war z.T. so umfassend, dass z. B. die keltischen Sprachen auf dem Gebiet des heutigen Frankreichs verschwanden.

Die Germanen bildeten keine gemeinsame kulturelle Einheit zu dem Zeitpunkt, als sie die Kelten bzw. Gallier in der Rolle der nördlichen Nachbarn des römischen Reichs beerbten. Sie bewahrten ihre EigenstÀndigkeit, obwohl es auch zwischen Römern und Germanen einen intensiven Austausch gab.

Die Konfrontation mit den Römern verhalf den Germanen zu „germanischer“ IdentitĂ€t. In der Folgezeit gab es unterschiedliche Bestrebungen, an der römischen Kultur teilzuhaben. Oft ging es nur um den Erwerb materieller GĂŒter, die friedlich durch Handel oder Geschenke oder kriegerisch durch Raub und PlĂŒnderung angeeignet wurden. SpĂ€ter kam die Teilhabe an der Macht und die Aneignung römischen Territoriums hinzu. Diese Bestrebungen waren von Stamm zu Stamm unterschiedlich, jedoch waren alle germanischen Kulturen bestrebt, ihre ursprĂŒngliche barbarische Existenz hinter sich lassen und eine höhere Stufe der gesellschaftlichen und staatlichen Ordnung zu erreichen. Dies lief in der konkreten historischen Situation auf eine bestĂ€ndige Auseinandersetzung zwischen Römern und Germanen hinaus und sie endete im Westen mit einem Erfolg der Germanen, wĂ€hrend der Osten des römischen Reiches diese Bedrohung abwenden konnte.[57]

Der Marsch der Kimbern, Teutonen und Ambronen

WanderzĂŒge der Kimbern und Teutonen

Um 120 v. Chr. brachen Kimbern, Teutonen und Ambronen in Richtung SĂŒden auf. Die Ursache ist nicht eindeutig geklĂ€rt: Die historischen Quellen berichten von einer Sturmflut in JĂŒtland, aufgrund derer die Einwohner ihre Heimat verließen. Allerdings vermutet man heute, dass vielmehr Hungersnöte aufgrund klimatischer VerĂ€nderungen dafĂŒr verantwortlich waren.

Um 113 v. Chr. trafen die GermanenstĂ€mme auf die Römer. Bei der folgenden Schlacht (auch als „Schlacht bei Noreia“ bezeichnet) entgingen die Römer der völligen Vernichtung ihrer Truppen nur durch ein plötzlich einsetzendes Gewitter, welches die Germanen als ein warnendes Omen (Grollen) ihres Wettergottes Donar deuteten.

Um 109 v. Chr., 107 v. Chr. und 105 v. Chr. kam es noch weitere Male zu KĂ€mpfen zwischen den Römern und den Germanen, bei denen die Römer jedes Mal eine Niederlage erlitten. Erst nachdem sich die germanischen StĂ€mme in zwei Gruppen aufgeteilt hatten, gelang es den Römern 102 v. Chr., die Teutonen und Ambronen zu besiegen, 101 v. Chr. die Kimbern.

AusfĂŒhrliche Beschreibung: Kimbern

Ariovist und Caesar

Der Durchbruch der Kimbern und Teutonen durch das damals noch keltische Mittelgebirge fĂŒhrte zur ErschĂŒtterung der keltischen Macht in Mittel- und SĂŒddeutschland, sodass spĂ€ter auch andere Germanen, insbesondere suebische StĂ€mme, in Hessen und das Maingebiet eindringen konnten. Unter ihrem FĂŒhrer Ariovist ließen sie sich ab 71 v. Chr. teilweise am Oberrhein nieder. Andere Gruppen drangen in Gallien ein, wurden jedoch durch Caesar 58 v. Chr. geschlagen und hinter den Rhein zurĂŒckgeworfen.

Im 1. Jahrhundert v. Chr. machte die römische Eroberung Galliens durch Caesar die Germanen zu direkten Nachbarn des Römischen Reiches. Dieser Kontakt fĂŒhrte in der darauffolgenden Zeit zu stĂ€ndigen Konflikten: Immer wieder kam es zu Übergriffen der Germanen auf die Römer. Im Gegenzug fĂŒhrte Caesar in den Jahren 55 und 53 v. Chr. Strafexpeditionen gegen die Germanen durch, bei denen er in spektakulĂ€rer Weise eine RheinbrĂŒcke in nur zehn Tagen errichten ließ. Diese Expeditionen hatten vor allem demonstrativen Charakter und fĂŒhrten zu keiner dauerhaften rechtsrheinischen PrĂ€senz der Römer. Caesar erkannte den Rhein als Grenzlinie zwischen Germanen und Römern an.

Drusus und Tiberius – Vorstoß bis zur Elbe

Auch in der Folgezeit kam die Rheingrenze nicht zur Ruhe. Der römische Kaiser Augustus beschloss deshalb die Verlagerung von Truppen an den Rhein, die bisher in Gallien stationiert waren.

Die Rheingrenze blieb dennoch unsicher, woraufhin Augustus seine Taktik Ă€nderte: Er beabsichtigte, das Römische Reich bis an die Elbe auszudehnen (siehe auch Geschichte der Römer in Germanien). Zwischen 12 v. Chr. und 9 v. Chr. fĂŒhrte Drusus, Stiefsohn von Augustus, mehrere FeldzĂŒge gegen die Germanen durch und unterwarf die Friesen, Chauken, Brukterer, Marser und Chatten. Trotz der FeldzĂŒge des Drusus gerieten aber die wenigsten GermanenstĂ€mme wirklich in dauerhafte römische AbhĂ€ngigkeit. Nachdem Drusus beim RĂŒckzug bei einem Sturz von seinem Pferd gestorben war, setzte sein Bruder Tiberius 8 v. Chr. die FeldzĂŒge fort. Im Jahre 4 n. Chr. gelang es ihm, die bis dahin aufstĂ€ndischen Cherusker zu unterwerfen. Die Römer begannen reprĂ€sentative römische StĂ€dte östlich des spĂ€teren Limes zu grĂŒnden, beispielsweise im heutigen Waldgirmes in Hessen. Der lateinische Name dieser Siedlung ist so wenig bekannt wie etwa die lateinischen Namen der Kastelle in Haltern, Anreppen oder Marktbreit am Main.

Ein letzter großer Feldzug im Jahre 6 n. Chr. sollte das Reich des Markomannenkönigs Marbod in Böhmen zerschlagen. Er war kein Gegner Roms, legte jedoch Wert auf seine UnabhĂ€ngigkeit. Eine Zerschlagung seines Reiches wĂ€re wahrscheinlich der Schlussstein der römischen Unterwerfung der Germanen gewesen. Von Mogontiacum mainaufwĂ€rts und dem Raum Wien Richtung Nordwesten bewegten sich zwei große römische MarschsĂ€ulen. Doch die Operation musste wegen eines ĂŒberraschenden, großen Aufstandes in Pannonien, dem heutigen Ungarn, abgebrochen werden.

Die Varusschlacht

→ Hauptartikel: Varusschlacht

Nachdem der Widerstand der Germanen gebrochen schien, wurde Publius Quinctilius Varus damit beauftragt, in den Gebieten rechts des Rheins römisches Recht einzufĂŒhren und Steuern zu erheben. Als Statthalter war er gleichzeitig Oberbefehlshaber ĂŒber die rheinischen Legionen. Varus, der sich zuvor in der römischen Provinz Syrien den Ruf eines brutalen und korrupten Verwaltungsfachmanns erworben hatte, brachte die Germanen bald gegen sich auf. Gegner der Besatzung ließ er mit aller HĂ€rte des römischen Rechts bestrafen. Die von ihm eingefĂŒhrten Steuern wurden von den Germanen zudem als zutiefst ungerecht empfunden, da sie eine solche Abgabe nur fĂŒr Unfreie kannten.

Unter diesen UmstĂ€nden gelang es dem CheruskerfĂŒrst Arminius, der die römischen BĂŒrgerrechte und RitterwĂŒrden besaß, mehrere germanische StĂ€mme zu einen. Arminius nutzte das Vertrauen, das ihm Varus entgegenbrachte aus und lockte diesen in einen Hinterhalt. In der darauffolgenden Schlacht („Varusschlacht“ oder „Schlacht im Teutoburger Wald“ genannt) verloren die Römer drei Legionen (etwa 18.000 LegionĂ€re, plus etwa 2.000 bis 3.000 zusĂ€tzliche Truppen). Laut den Überlieferungen des Sueton soll Augustus daraufhin ausgerufen haben: „Quinctili Vare, legiones redde!“ („Quintilius Varus, gib mir die Legionen zurĂŒck!“). Der römische Eroberungsversuch scheiterte damit im Jahre 9 n. Chr. Germanien blieb danach bis zur Völkerwanderung von der römischen Kultur wenig beeinflusst.

Die Römisch-Germanischen Beziehungen nach der Varusschlacht

Unter Germanicus unternahmen die Römer zwischen 14 und 16 n. Chr. weitere VorstĂ¶ĂŸe ĂŒber die Rheingrenze hinweg. Ob es sich dabei um Strafexpeditionen oder die Fortsetzung der römischen ExpansionsplĂ€ne handelte, ist umstritten.

In den Folgejahren kam es immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Germanen und Römern: Im Jahr 29 schlugen die Römer einen Aufstand der bis dahin römerfreundlichen Friesen nieder. Im Jahr 69 mussten sogar Truppen aus Spanien und Britannien fĂŒr VerstĂ€rkung herangezogen werden, um die Revolte der Bataver (Bataveraufstand) unter FĂŒhrung des Julius Civilis niederzuschlagen.

83 entschloss sich Kaiser Domitian, die römische Grenze zwischen Rhein und Donau weiter gegen Norden zu verschieben. Nach Beendigung der Chattenkriege begannen die Römer mit dem Bau des Limes, der im SĂŒden durch die so genannte Sibyllenspur, den Lautertal-Limes, mit dem Alblimes verbunden war, um die Grenzen zwischen Germanien (dem „Barbaricum“) und dem römischen Reich zu sichern. Im selben Zeitraum entstanden die Provinzen Germania superior (Obergermanien) und Germania inferior (Untergermanien).

Neueste Forschungen ab etwa 1995 deuten darauf hin, dass der Neckar-Odenwald-Limes nicht schon um 83/85 unter Domitian, sondern erst um 98 unter Kaiser Trajan angelegt wurde. Vor allem fehlt bis heute auch nach ĂŒber hundertjĂ€hriger Forschung ein zuverlĂ€ssig datierter römischer Fund von der Neckar-Odenwald-Linie vor dem Jahre 98, sei es eine Inschrift, ein MilitĂ€rdiplom oder ein dendrochronologisch datierbarer Holzfund. Außerdem passt der Neckar-Odenwald-Limes militĂ€rtechnisch zu anderen Anlagen aus der Zeit Kaiser Trajans, wĂ€hrend fĂŒr die Zeit Domitians Ă€hnliche Parallelen fehlen.

Um 122 wurde die römisch-germanische Grenze unter Kaiser Hadrian zwischen dem mittleren Neckar und der Donau bei Eining um etwa 20 bis 40 Kilometer nach Norden verschoben. Einer der letzten römische Expansion in Germanien, die Verschiebung des Neckar-Odenwald-Limes um rund 25 Kilometer nach Osten unter Kaiser Antoninus Pius, ist inzwischen recht sicher auf das Jahr 159 datierbar.

Die Markomannenkriege

→ Hauptartikel: Markomannenkriege
Germanische Gesandtschaft an Kaiser Mark Aurel, Relief der Mark-Aurel-SĂ€ule zu Rom

Im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. fanden zwei entscheidende VerĂ€nderungen rechts des Rheins statt: Zum einen schlossen sich die germanischen StĂ€mme zu GroßstĂ€mmen zusammen, zum anderen nahm der Druck verschiedener StĂ€mme auf die römischen Grenzen immer mehr zu.

Im Jahre 167 fielen die Markomannen, Quaden, Langobarden, Vandalen, Jazygen und weitere StĂ€mme in die römische Provinz Pannonien ein und lösten damit die Markomannenkriege (167 bis 180) aus. In insgesamt vier FeldzĂŒgen schlug der römische Kaiser Mark Aurel unter Aufbietung aller KrĂ€fte des Imperiums die Germanen. In der sehr unzuverlĂ€ssigen Historia Augusta wird erwĂ€hnt, dass die Römer planten, zwei neue Provinzen einzurichten; ob dies den Tatsachen entspricht, ist ungewiss. Damit wĂ€re jedenfalls das Vorfeld der italienischen Halbinsel auch in nordöstlicher Richtung nach gallischem Vorbild gesichert worden.

Viele Historiker sehen die Markomannenkriege als die Vorboten der großen Völkerwanderung. Ausgelöst wurde der zunehmende Bevölkerungsdruck auf die römischen Grenzen wohl durch die Wanderungen der Goten zum Schwarzen Meer und der Vandalen in Richtung Donau. Die Ursachen fĂŒr diese aufkommende Wanderbewegung germanischer StĂ€mme konnten bisher nicht geklĂ€rt werden, denkbar wĂ€ren z. B. Hungersnöte.

Zwischen Markomannenkriegen und Völkerwanderung

Mit den Markomannenkriegen 166–180 unter Mark Aurel hatten die Konflikte zwischen Germanen und Römern eine neue QualitĂ€t bekommen. Als Mark Aurel 180 starb, waren die Germanen zwar geschlagen, aber nicht endgĂŒltig besiegt; der Erfolg war nur vorĂŒbergehender Natur. Mark Aurels Sohn Commodus kehrte jedoch zur Defensivpolitik des Augustus zurĂŒck und schloss FriedensvertrĂ€ge mit den Germanen. Auch die KrĂ€fte des Römischen Reiches waren erschöpft und die verwĂŒsteten Provinzen mussten restauriert werden.

Der Verzicht auf eine expansive Politik gegen Germanien unter Augustus, die sich auf die Grenzsicherung des Römischen Reiches konzentrierte, war den neuen Anforderungen nicht mehr gewachsen. Die BĂŒndnisse mit einzelnen StĂ€mmen waren nicht von Bestand, da ein stabiles Königtum als zuverlĂ€ssiger Ansprechpartner noch nicht existierte. Auch der Limes reichte als Kontrollinstrument nicht aus, um die sich oft jĂ€hrlich wiederholenden EinfĂ€lle gewaltiger Völkermassen zu stoppen. Zudem geriet das Imperium in eine schwere Krise, die von der modernen Forschung als Reichskrise des 3. Jahrhunderts bezeichnet wird: Die meisten dieser Soldatenkaiser hielten sich nur fĂŒr kurze Zeit auf dem Thron, wĂ€hrend der Druck durch die gentilen GroßverbĂ€nde an Rhein und Donau auf der einen, am Euphrat durch das Sassanidenreich auf der anderen Seite stetig zunahm. Die nötige Trennung des Heeres in einen Teil zur Grenzsicherung und eine weitere mobile Eingreiftruppe erfolgte erst um 260 unter Kaiser Gallienus. Hauptmotiv der GermaneneinfĂ€lle war Ansiedlung im Römischen Reich, doch das Imperium konnte bzw. wollte diesen Wunsch nicht erfĂŒllen. Es kam zum Wechselspiel von EinfĂ€llen, PlĂŒnderungen, Landnahme und spĂ€ter Usurpationen.

Im Dezember 2008 wurde bekannt, dass bei der Gemeinde Kalefeld in SĂŒd-Niedersachsen ein römisches Schlachtfeld aus dem 3. Jahrhundert entdeckt wurde. 1800 ĂŒberwiegend militĂ€rische FundstĂŒcke wurden registriert. Die römischen MĂŒnzfunde belegen, dass die Schlacht um 235 stattgefunden hat. Die archĂ€ologischen Funde fundieren die der Fachwissenschaft schon lange Zeit bekannten Berichte, wonach es im 3. Jahrhundert zu römischen MilitĂ€roperationen im vorgelagerten Grenzgebiet kam.

Wanderungen und ReichsgrĂŒndungen

→ Hauptartikel: Völkerwanderung und SpĂ€tantike
Karte Europas mit SiedlungsrÀumen und Stammesbewegungen zur Völkerwanderungszeit

Die zur Zeit der Völkerwanderung weit wandernden germanischen StĂ€mme gehörten vor allem zu den Ostgermanen – z. B. die Burgunden, Gepiden, Goten, Langobarden und Vandalen. Ihre ReichsgrĂŒndungen hatten jedoch keinen dauerhaften Bestand; die ostgermanischen Sprachen sind heute ausgestorben. Die westlich der Elbe lebenden StĂ€mme – z. B. die Franken, Sachsen und Angeln – waren vergleichsweise sesshaft. Ebenso die Nordgermanen, die erst im Mittelalter zur Zeit der Wikinger unter anderen Bedingungen ausgedehnte WanderungstĂ€tigkeiten entwickelten. Ihre Sprachen (westgermanische Sprachen und nordgermanische Sprachen) haben sich bis heute erhalten und weiterentwickelt.

In der Zeit der Völkerwanderung grĂŒndeten GermanenstĂ€mme Reiche in Nordafrika, im heutigen Frankreich, in Italien, auf der iberischen Halbinsel und wanderten nach Britannien. Die Germanen kannten meist kein Verwaltungsstaatswesen im römischen oder heutigen Sinne. Die Reiche der germanischen StĂ€mme waren Ă€hnlich dem Personenverbandsstaat organisiert, oft wurden aber römische Verwaltungsmuster ĂŒbernommen. Die Angehörigen eines Stammes oder Stammesverband schworen ihrem König Treue und waren damit an das Reich gebunden. Der „Staat“ (wobei nicht der moderne Terminus von Staatlichkeit zugrunde gelegt werden darf) wurde nicht ĂŒber eine rĂ€umliche Ausdehnung definiert, sondern ĂŒber seine Menschen und deren Stellung zum Herrscher. Deshalb waren die Reiche stark mit dem jeweiligen König verbunden, und der Tod des Königs bedeutete oft auch den Untergang des Reiches.

Allerdings traten auch zahlreiche Germanen (einzeln oder in Gruppen) in römische Dienste und kĂ€mpften anschließend auch gegen ihre alten Stammesgenossen. Viele dieser Germanen stiegen im römischen MilitĂ€r auf, wobei die germanischen Heermeister teils eine unrĂŒhmliche Rolle spielten, vor allem im Weströmischen Reich. Andere wiederum standen aber durchaus loyal zum Kaiser (wie etwa Stilicho, Bauto oder Fravitta). WĂ€hrend im Oströmischen Reich der Kaiser schließlich die Kontrolle ĂŒber die Germanen gewinnen konnte, konnte im Westen nur noch mit ihnen regiert werden. SpĂ€testens nach dem Tod des AĂ«tius entglitt den Römern die Kontrolle ĂŒber die auf dem Boden des Imperiums siedelnde Germanen vollends.

Burgundenreich

→ Hauptartikel: Burgunden

Nach dem RĂŒckzug der Römer ĂŒberschreiten ab 406 die Burgunden zusammen mit den Vandalen den Rhein und lassen sich als römische Bundesgenossen in Mogontiacum (Mainz), Vicani Altiaienses (Alzey) und Borbetomagus (Worms) nieder. Das Gebiet wird ihnen vertraglich zugesichert. Nach einem Einfall in die römische Provinz Belgica 435 wird im darauffolgenden Jahr das Burgundenreich durch den weströmischen Heermeister AĂ«tius mit Hilfe hunnischer Hilfstruppen zerstört – bis ins SpĂ€tmittelalter wird die Erinnerung an dieses Ereignis in der Nibelungensage bewahrt. Die verbliebenen Burgunden werden durch Rom ins Gebiet des RhĂŽne-Tals umgesiedelt und grĂŒnden dort spĂ€ter ein neues Reich, das 532 im FrĂ€nkischen Reich aufgeht und dort neben Austrien und Neustrien einen eigenen Reichsteil bildet.

England

Nach dem Zusammenbruch der Rheingrenze 406/407 wurden die Legionen aus Britannien abgezogen und die römische PrĂ€senz auf der Insel erlosch vollstĂ€ndig. Die romano-britische Bevölkerung warb zum Schutz angelsĂ€chsische Söldner an. Gruppierungen der Angeln, Sachsen und JĂŒten siedelten sich im östlichen Teil der Insel an und vertrieben teilweise die keltische Bevölkerung, die im Laufe der Zeit immer weiter nach Westen abgedrĂ€ngt wurde. Bis zum Ende des 7. Jahrhunderts hatten die Angelsachsen den grĂ¶ĂŸten Teil der Insel unterworfen und konnten ihre Herrschaft auch gegen die spĂ€teren WikingereinfĂ€lle behaupten, bis England 1066 durch die Normannen erobert wurde.

Frankenreich

→ Hauptartikel: FrĂ€nkisches Reich

Bereits seit Beginn des 4. Jahrhunderts waren am nordöstlichen Ende Galliens Franken (spĂ€ter auch Salfranken) als Föderaten angesiedelt worden. Ende des 4. Jahrhunderts kam es wiederholt zu Kampfhandlungen zwischen Franken und Römern (siehe Marcomer). Nach dem Tode des weströmischen Heermeisters AĂ«tius, der 436 das Burgundenreich zerstörte und 451 in der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern die Hunnen stoppte, wurde das Gebiet durch Westrom praktisch nicht mehr kontrolliert. Nach dem Zusammenbruch 476 existierte im Norden Galliens im Gebiet um Soissons ein römisches Restreich unter dem Statthalter Syagrius, dem Sohn des Heermeisters Aegidius. 486/487 besiegten die Salfranken unter dem Merowinger Chlodwig I. Syagrius in der Schlacht von Soissons. Dadurch verschob sich die Grenze des durch die Franken kontrollierten Gebiets bis an die Loire. Chlodwig, der zuerst nur einer von mehreren frĂ€nkischen Kleinkönigen war, beseitigte die anderen Teilkönigreiche. Er sah sich selbst in der KontinuitĂ€t römischer Herrschaft, ĂŒbernahm die römischen Verwaltungsinstitutionen, trat zum katholischen Glauben ĂŒber und sicherte sich seinen Einfluss auf die Kirche. MilitĂ€rische Siege 496 und 506 gegen die Alamannen sowie 507 gegen die Westgoten in der Schlacht von VouillĂ© trugen zur weiteren Expansion frĂ€nkischer Herrschaft bei. Die Politik des Frankenreichs blieb auch weiterhin feindlich gegen die letzten unabhĂ€ngigen germanischen Gentes. Aus der Verschenkung eroberten Grundbesitzes durch den König entwickelte sich das Lehnswesen. Im frĂŒhen 6. Jahrhundert (nach 507) entstand die lateinische Sammlung des Volksrechts der Franken Lex Salica. Das Reich von Soissons wird als Neustrien Bestandteil des FrĂ€nkischen Reichs, das bis zu seiner Teilung 843 im Vertrag von Verdun die bestimmende Großmacht in Mittel- und Westeuropa war.

Gotenreiche

Artikel: Theoderich der Große, Westgotische Besiedlungen und Westgotenreich

Um 150 bis zur Mitte des 3. Jahrhunderts dehnten sich die Goten entlang Weichsel und Dnister bis zum Schwarzen Meer aus. Um 290 kam es zur Trennung der Goten in Terwingen und Greutungen; beide sind nicht völlig deckungsgleich mit den spĂ€teren West- und Ostgoten. In SĂŒdrussland errichteten die Greutungen ein Reich, ĂŒber dessen GrĂ¶ĂŸe und inneren Aufbau wenig bekannt ist. Die Terwingen rĂŒckten in das von den Römern unter Aurelian aufgegebene Dakien ein und ließen sich dort nieder.

Die Goten lagen hĂ€ufig mit den Römern im Konflikt, wurden jedoch nie unterworfen und besiegten 252 n. Chr. sogar ein römisches Heer. Durch den Einfall der Hunnen aus den asiatischen Steppen um 375 n. Chr. wurde das Reich der Greutungen zerstört bzw. fiel an die Hunnen. Die Greutungen zogen nach Westen und siedelten im Raum des heutigen Ungarn. Fortan standen sie unter Waffengefolgschaft der Hunnen und zogen 451 n. Chr. bei der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern gegen die Westgoten und Burgunder zu Felde.

488 n. Chr. zog der ostgotische König Theoderich mit den sich nun formierten Ostgoten nach Italien und besiegte den dortigen germanischen Herrscher Odoaker. Theoderich grĂŒndete daraufhin ein neues ostgotisches Reich in Italien, welches aber bald nach seinem Tod unterging.

Die Terwingen hingegen hatten sich dem hunnischen Zugriff entzogen und sich 376 ĂŒber die Donau ins römische Reich abgesetzt. Dort wurden sie angesiedelt, rebellierten aber bald darauf, was zur Schlacht von Adrianopel 378 fĂŒhrte, in der Kaiser Valens und der Großteil des römischen Bewegungsheeres im Osten untergingen. Erst Theodosius I. schloss 382 einen Vertrag, der ihnen weitgehende Rechte einrĂ€umte. Nach dem Tod des Kaisers Theodosius im Jahre 395 plĂŒnderte der Gote Alarich I. mit seinem Heer die römischen Provinzen; 410 eroberte er sogar Rom. Im Jahre 418 wurden die Terwingen, die sich nun endgĂŒltig zu den Westgoten formiert hatten, in Aquitanien angesiedelt, wo sie das Westgotenreich grĂŒndeten. Sie dehnten ihren Machtbereich auch auf die Iberische Halbinsel aus und verlagerten im frĂŒhen 6. Jahrhundert den Schwerpunkt dorthin. Im frĂŒhen 8. Jahrhundert wurde das Westgotenreich durch die Invasion der Mauren vernichtet.

Die Langobarden

→ Hauptartikel: Langobarden und Langobardenfeldzug

Nach der Eroberung des Gepidenreichs 567 wurden die Langobarden durch die Awaren verdrĂ€ngt und eroberten unter König Alboin Norditalien mit der Hauptstadt Pavia und weitere Gebiete in Mittel- und SĂŒditalien. Die anderen Regionen blieben unter Kontrolle des oströmischen Reiches. Diese Landnahme gilt als Abschluss der spĂ€tantiken Völkerwanderung. König Authari (584-590) trat vom arianischen zum katholischen Glauben ĂŒber. Erst 662 verdrĂ€ngt der Katholizismus den Arianismus offiziell – gleichzeitig mit dem Vordringen des Islam. Karl der Große eroberte 774 Pavia unter dem letzten Langobardenkönig Desiderius und ließ sich selbst zum König der Langobarden krönen. Im SĂŒden blieb das Herzogtum Benevent bis zur Eroberung durch die Normannen im 11. Jahrhundert selbststĂ€ndig. Der Name „Langobarden“ ist in der Bezeichnung Lombardei (ital. Lombardia), fĂŒr eine norditalienische Region, bis heute erhalten geblieben.

Nordeuropa

Skandinavien um 550 n. Chr. nach Jordanes

Reich der Vandalen

Im Jahre 406 fallen die Vandalen gemeinsam mit anderen germanischen StĂ€mmen nach Gallien ein. Drei Jahre spĂ€ter haben sie die iberische Halbinsel erreicht. Unter König Geiserich dringen sie 429 zusammen mit Alanen nach Nordafrika vor und erobern die dortigen römischen Provinzen. Hippo Regius – wĂ€hrend der Belagerung stirbt Augustinus von Hippo – ist bis 439 Hauptstadt. Mit der Eroberung von Africa Proconsularis wird Karthago Hauptstadt und die dortige römische Flotte wird erbeutet. In der Folgezeit werden zahlreiche Mittelmeerinseln erobert und 455 Rom geplĂŒndert und besetzt. Der oströmische Kaiser Zenon erkennt die Herrschaft der Vandalen 474 an. Im Jahre 477 wird Hunerich der Nachfolger von Geiserich und es kommt ab 483 zu Verfolgungen der Katholiken durch die arianischen Vandalen. Erst 523 wird fĂŒr kurze Zeit unter Hilderich die katholische Religion wieder zugelassen. 534 erobert der oströmische Feldherr Belisar im Auftrag Justinians das Vandalenreich und beendet deren Herrschaft.

Das Ende der kaiserzeitlichen archÀologischen Kulturen östlich der Elbe

Über den Niedergang der germanischen Besiedlung des ostelbischen Raums gibt es wenig historische Quellen. Es muss auf archĂ€ologische Untersuchungen zurĂŒckgegriffen werden. In der ersten HĂ€lfte des 5. Jahrhundert ist auf polnischem Gebiet noch eine intensive Besiedlung durch die letzte Entwicklungsphase der Przeworsker Kultur nachweisbar. Das Gebiet stand in regen Beziehungen zum Reich von Attila (mittlerer Donauraum) und hatte wahrscheinlich auch eine gewisse politische Bedeutung („FĂŒrstengrab“ von Jakuszowice). Das Ende dieser Kultur lĂ€sst sich um die spĂ€te Mitte des 5. Jahrhundert datieren. Bereits davor brechen die kaiserzeitlichen Spuren auf ukrainischem Gebiet ab. Die Gebiete der Slowakei, MĂ€hrens, Niederösterreichs, Böhmens und Ungarns weisen fĂŒr das 5. Jahrhundert eine intensive germanische Besiedlung auf. SpĂ€tere Funde germanischer Kulturen sind in der Slowakei nicht mehr zu finden. Bereits die frĂŒhen donaulĂ€ndischen BĂŒgelfibeln sind dort selten zu finden. Die GoldmĂŒnzfunde aus dem 6. Jahrhundert fehlen bis auf eine Ausnahme ganz. Die gepidische Besiedlung ist fĂŒr das 6. Jh. auf dem Gebiet Ostungarns nachweisbar, jedoch nicht in der Ostslowakei. Im nordöstlichen Teil MĂ€hrens enden die germanischen Funde zu Beginn des 6. Jahrhunderts. In den anderen Regionen, in Niederösterreich und der SĂŒdslowakei westlich der Kleinen Karpaten ist die langobardische Besiedlung nachweisbar. Diese Besiedlung nimmt zur Mitte des 6. Jahrhunderts hin ab, als die Langobarden Pannonien besetzten. FĂŒr Böhmen wird bis nach der Mitte des 6. Jahrhunderts eine germanische Besiedlung vermutet. Über diese BesiedlungsbrĂŒcke könnten die Kontakte des mitteldeutschen Raums mit dem mittleren Donauraum verlaufen sein.

Die genannten Gebiete werden nachfolgend von den Slawen besiedelt. Der Charakter dieser Landnahme ist nicht zweifelsfrei zu klĂ€ren. Die KĂ€mpfe mit den Bayern (593 und 595) oder die EinfĂ€lle in ThĂŒringen im 7. Jh. legen verheerende EinfĂ€lle mit anschließender Eroberung nahe. Jedoch waren auch Gebiete (Schlesien, Slowakei) möglicherweise einige Zeit unbewohnt, bevor sie durch die Slawen besetzt wurden. Die gerĂ€umten Gebiete sind oft sehr fruchtbar gewesen und die Motive fĂŒr die Aufgabe der germanischen Besiedlung bleiben unklar. Allerdings blieb wohl teilweise eine germanische Restbevölkerung zurĂŒck, die aber in der Folgezeit slawisiert wurde. Mit dem Abzug der Langobarden nach Italien im Jahre 568 und dem Erscheinen der Awaren ergaben sich dann fĂŒr die slawische Landnahme neue Möglichkeiten.[58]

Siehe auch

Quellen

Antike Autoren

  • Caesar (Gallischer Krieg 6,21),
  • Plutarch (Caesar c. 19),
  • Appian (Römische Geschichte 1,4,3),
  • Strabon (Geographie 7,2),
  • Plinius (in den verlorenen Bellis Germaniae),
  • Tacitus (Germania 9,39,40,43; Annalen I,51; II,12; XIII, 55,57; Historien IV, 14,22,61,65,73; V, 22 ff.),
  • Sueton (Vitellius c. 14, Domitian c.16),
  • Sozomenos (Kirchengeschichte 6,37),
  • Claudian (Panegyrici Consul. Stilichonis 1, 288; Bell. get. 528, 542),
  • Orosius (Historiae adversum Paganos 5, 16),
  • Ammianus Marcellinus (Res Gestae 14,9; 25, 5, 17),
  • Agathias (2, 6; 28, 5),
  • Prokopios (Gotenkrieg 2, 4 ff.; 15, 25).

Übersetzungen

  • Res Gestae Divi Augusti. (Augustus. Meine Taten) Lateinisch-Griechisch-Deutsch1999 DĂŒsseldorf/ZĂŒrich, ISBN 3-7608-1511-1.
  • Julius Caesar: Der Gallische Krieg. Reclam, Stuttgart 2004, ISBN 3-15-009960-9
  • Beda Venerabilis: Ecclesiastica gentis Anglorum (Kirchengeschichte des englischen Volkes), Hrsg. und ĂŒbers. von G Spitzbart, 2. Aufl. Darmstadt 1997.
  • Ammianus Marcellinus: Römische Geschichte. Bde. I-IV, Übers. u. komm. W.Seyfahrt, 2. Aufl. Darmstadt 1978.
  • Velleius Paterculus: Historia Romana. Römische Geschichte. Lateinisch/deutsch. Übersetzt und hrsg. von Marion Giebel. 1989; bibliogr. erg. Ausg. Stuttgart, Reclam 1998, ISBN 3-15-008566-7
  • Publius Cornelius Tacitus: Germania (De origine et situ Germanorum liber), Reclam, Stuttgart 2000, Lateinisch/Deutsch ISBN 3-15-009391-0
  • Publius Cornelius Tacitus: Annalen. Lateinisch-Deutsch. Hg. von Erich Heller. Mit einer EinfĂŒhrung von Manfred Fuhrmann (Sammlung Tusculum). DĂŒsseldorf/ZĂŒrich 3. Aufl. 1997.
  • Jordanes: Gotengeschichte nebst AuszĂŒgen aus seiner Römischen Geschichte. ĂŒbersetzt von Wilhelm Martens, herausgegeben von Alexander Heine, Essen-Stuttgart 1985 (orig. 1914).
  • Hans-Werner Goetz, Karl-Wilhelm Welwei (Hrsg.): Altes Germanien. AuszĂŒge aus den antiken Quellen ĂŒber Germanen und ihre Beziehungen zum römischen Reich. Quellen der Alten Geschichte bis zum Jahre 238 n. Chr. Teil I. und II. Darmstadt 1995. Latein/griechisch/Deutsch.
  • Hans-Werner Goetz, Steffen Patzold, Karl Wilhelm Welwei: Die Germanen in der Völkerwanderung. AuszĂŒge aus den antiken Quellen ĂŒber die Germanen von der Mitte des 3. Jahrhunderts bis zum Jahre 453 n. Chr. Teil I. Darmstadt 2006, Teil II Darmstadt 2007. Latein/griechisch/Deutsch.

Literatur

  • Heinrich Beck/Dieter Geuenich/Heiko Steuer/Dietrich Hakelberg (Hrsg.): Zur Geschichte der Gleichung „germanisch-deutsch“. Sprache und Namen, Geschichte und Institutionen. ErgĂ€nzungsbĂ€nde zum Reallexikon der germanischen Altertumskunde 34, Berlin u. a., 2004, ISBN 3-11-017536-3, Rezension von Gregor Hufenreuter in H-Soz-u-Kult, 22. Juli 2004.
  • Heinrich Beck (Hrsg.) unter Mitwirkung zahlreicher Fachgelehrter und red. Leitung von Rosemarie MĂŒller: Germanen, Germania, germanische Altertumskunde. UngekĂŒrzte Studienausgabe des Artikels aus dem Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Berlin 1998, ISBN 3-11-016383-7.
  • GĂŒnter Behm-Blancke: Kult und Ideologie. In: Bruno KrĂŒger (Hrsg.): Die Germanen – Geschichte und Kultur der germanischen StĂ€mme in Mitteleuropa. 4. Aufl., Bd. 1, Akademie-Verlag, Berlin 1983.
  • Helmut Birkhan: Germanen und Kelten bis zum Ausgang der Römerzeit. Sitzungsberichte Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse. Bd. 272, Bd. 1. Der Aussagewert von Wörtern und Sachen fĂŒr die frĂŒhesten keltisch-germanischen Kulturbeziehungen. Böhlau. Wien 1970
  • Dieter Bischop u. a.: Siedler, Söldner und Piraten – Chauken und Sachsen im Bremer Raum, Begleitpbl. einer Ausstellung, 130 S., Bremer ArchĂ€ologische BlĂ€tter 2/200, ISSN 0068-0907
  • Bruno Bleckmann: Die Germanen. Von Ariovist zu den Wikingern. C. H. Beck Verlag, MĂŒnchen 2009. ISBN 978-3-406-58476-3
  • Maureen Carroll-Spillecke: Römer, Kelten und Germanen. Leben in den germanischen Provinzen Roms. Darmstadt 2003, ISBN 3-534-17426-7.
  • Sigmund Feist: Germanen und Kelten in der antiken Überlieferung. Halle 1927.
  • Uta von Freeden / Siegmar von Schnurbein (Hrsg.): Spuren der Jahrtausende. ArchĂ€ologie und Geschichte in Deutschland. Stuttgart 2002, ISBN 3-8062-1337-2
  • Patrick Geary (1996): Die Merowinger. Europa vor Karl dem Großen. MĂŒnchen 1996.
  • Vilhelm GrĂžnbech: Vor folkeĂŠt i oldtiden, Bd. I-IV (1. Lykkemand og Niding. 2. MidgĂ„rd og Menneskelivet. 3. Hellighed og Helligdom. 4. Menneskelivet og Guderne). [1909–1912] Kopenhagen ÂČ1955. (Dt. u. d. T. Kultur und Religion der Germanen, Darmstadt: Wiss. Buchgesellschaft 1954, 2 Bde.)
  • T.E. Karsten: Die Germanen, eine EinfĂŒhrung in die Geschichte ihrer Sprache und Kultur. Marix-Verlag, Wiesbaden 2004, nach der Ausgabe Berlin / Leipzig 1928, ISBN 3-937715-65-7
  • Arnulf Krause: Die Geschichte der Germanen, Campus, Frankfurt/Main 2005, ISBN 3-593-36885-4.
  • Karl R. Krierer: Antike Germanenbilder, ArchĂ€ologische Forschungen 11, Denkschr. phil.-hist. Kl. 318, Wien: Österreichische Akademie der Wissenschaften, 2004, ISBN 3-7001-3239-5. [1]
  • Ernst KĂŒnzl: Die Germanen (Theiss WissenKompakt). Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-8062-2036-0
  • Bruno KrĂŒger (Hrsg.): Die Germanen – Geschichte und Kultur der germanischen StĂ€mme in Mitteleuropa. 4. Aufl., 2 BĂ€nde, Akademie-Verlag, Berlin 1983 (Veröffentlichungen des Zentralinstituts fĂŒr Alte Geschichte und ArchĂ€ologie der Akademie der Wissenschaften der DDR, Bd. 4).
  • Allan A. Lund: Die ersten Germanen. EthnizitĂ€t und Ethnogenese. Heidelberg 1998, ISBN 3-8253-0685-2.
  • Wilfried Menghin / Dieter Planck (Hrsg.): Menschen, Zeiten, RĂ€ume. ArchĂ€ologie in Deutschland. Stuttgart 2002, ISBN 3-88609-467-7.
  • Rudolf Much/Herbert Jankuhn/Wolfgang Lange: Die Germania des Tacitus; Carl Winter Heidelberg, 1967.
  • Harald v. Petrikovits: Germani Cisrhenani. In: Heinrich Beck (Hrsg.) Germanenprobleme aus heutiger Sicht. Berlin 1986. S. 88–106.
  • Ernst Alfred Philippson: Germanisches Heidentum bei den Angelsachsen (Kölner anglistische Arbeiten Bd.4). Verlag Bernh. Tauchnitz, Leipzig 1929.
  • Walter Pohl: Die Germanen. EnzyklopĂ€die deutscher Geschichte Bd. 57. 2. Aufl., MĂŒnchen 2004, ISBN 3-486-56755-1.
  • Walter Pohl: Die Völkerwanderung. Eroberung und Integration. 2. erw. Aufl., Kohlhammer, Stuttgart u.a. 2005, ISBN 3-17-018940-9.
  • Knut SchĂ€ferdiek: Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde. IV. B. § 46: Christianisierung. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Bd. 11. Berlin/New York 1998. S. 388-395.
  • Walter Schlesinger: BeitrĂ€ge zur deutschen Verfassungsgeschichte des Mittelalters I. Göttingen 1963.
  • Ernst Schwarz: Germanische Stammeskunde, Heidelberg 1956, Nachdruck 2010: ISBN 978-3-938586-10-5 ISBN 978-3-938586-10-5.
  • Rudolf Simek: Die Germanen (UB Band 17051). Reclam Verlag, Stuttgart 2006
  • Rudolf Simek: Religion und Mythologie der Germanen. WBG, Darmstadt 2003. ISBN 3-534-16910-7
  • Matthias Springer: Die Sachsen. Kohlhammer, Stuttgart 2004, ISBN 3-17-016588-7. (Mit teils abweichenden Forschungspositionen; Rezension in Sehepunkte.)
  • Heiko Steuer: Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde. III B. Ursprung und Ausbreitung der Germanen. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Bd. 11. Berlin/New York 1998. S. 318–327.
  • Ake V. Ström, Haralds Biezais: Germanische und Baltische Religion, W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1975, ISBN 3-17-001157-X.
  • Klaus Tausend: Im Inneren Germaniens. Beziehungen zwischen den germanischen StĂ€mmen vom 1. Jh. v. Chr. bis zum 2. Jh. n. Chr. Mit BeitrĂ€gen von GĂŒnter Stangl und Sabine Tausend. (= Geographica Historia 25) Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2009. ISBN 978-3-515-09416-0
  • Dieter Timpe: Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde. I. Geschichte. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Bd. 11. Berlin/New York 1998. S. 181–245.
  • JĂŒrgen Udolph: Namenkundliche Studien zum Germanenproblem. Berlin 1994, ISBN 3-11-014138-8 (In dieser namenkundlichen Untersuchung ĂŒber GewĂ€sser-, Flur- und Ortsnamen auf mehr als 1000 Seiten versucht der Autor, sich der Urheimat und Ethnogenese der Germanen zu nĂ€hern.)
  • Georg Walser: Caesar und die Germanen. Studien zur politischen Tendenz römischer Feldzugsberichte. Stuttgart 1956.
  • Reinhard Wenskus: Stammesbildung und Verfassung. Köln/Wien 1977, ISBN 3-412-00177-5
  • Reinhard Wenskus: Über die Möglichkeit eines allgemeinen interdisziplinĂ€ren Germanenbegriffs. In: Germanenprobleme in heutiger Sicht. H. Beck (Hrsg.). Berlin/New York 1986. 1-21.
  • Rainer Wiegels: Rechtsrheinische Germanen. In: Der Neue Pauly Bd. 4. Stuttgart 1989. Sp. 955–957.
  • Herwig Wolfram: Die Germanen. Beck'sche Reihe, 9. ĂŒberarb. Aufl., MĂŒnchen 2009, ISBN 978-3-406-59004-7.
  • Herwig Wolfram: Das Reich und die Germanen. Zwischen Antike und Mittelalter (Siedler Deutsche Geschichte 1) MĂŒnchen 1998, ISBN 3-442-75518-2.
  • Reinhard Wolters: Römische Eroberung und Herrschaftsorganisation in Gallien und Germanien. Zur Entstehung und Bedeutung der sogenannten Klientel-Randstaaten. UniversitĂ€tsverlag Dr. Norbert Brockmeyer, Bochum 1990. (Bochumer Historische Studien, Alte Geschichte Nr. 8), ISBN 3-88339-803-9.
  • Reinhard Wolters: „Tam diu Germania vincitur“: Römische Germanensiege und Germanensieg-Propaganda bis zum Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. UniversitĂ€tsverlag Dr. Norbert Brockmeyer, Bochum 1989. (Kleine Hefte der MĂŒnzsammlung an der Ruhr-UniversitĂ€t Bochum, Nr. 10/11), ISBN 3-88339-716-4.

Moderner Film

Kultur und Lebensweise germanischer StÀmme wurden auch zur Grundlage verschiedener moderner filmischer Darstellungen.

Einige Dokumentarfilme bemĂŒhen sich um eine differenzierte und historisch korrekte Darstellung unter Zuhilfenahme historischen Materials und Interviews mit interdisziplinĂ€ren Wissenschaftlern.

  • arte.tv : Die Germanen, vierteilige ARD-Dokumentation ĂŒber Kultur und Lebensweise der Germanen. Regisseure: Christian Twente, Stephan Koester, Schoko Okroy, Alexander Hogh; Erschienen: 2008

Weblinks

 Commons: Germanen â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Tacitus Germania 2, 2
  2. ↑ Reinhard Wenskus: Stammesbildung und Verfassung. Köln u. a. 1977, S. 267.
  3. ↑ Leibniz schrieb in seinen "Unvorgreiflichen Gedanken, betreffend die AusĂŒbung und Verbesserung der Deutschen Sprache (postum 1717, Neudruck 1995, S. 22), dass alles, was die Schweden, Norweger und IslĂ€nder von ihren Goten rĂŒhmen, auch unser sei. Diese Völker mĂŒssten fĂŒr nichts anderes als Norddeutsche gehalten werden. Auch Herder teilte 1765 diese Auffassung in einer Rezension zu der "EinfĂŒhrung in die Geschichte DĂ€nemarks" des Historikers Paul Henri Mallet.
  4. ↑ Jörg Jarnut: Germanisch. PlĂ€doyer fĂŒr die Abschaffung eines obsoleten Zentralbegriffs der FrĂŒhmittelalterforschung, in: Walter Pohl (Hrsg.): Die Suche nach den UrsprĂŒngen. Von der Bedeutung des frĂŒhen Mittelalters. Wien 2004, S. 107 ff.
  5. ↑ Plinius: Naturalis historia 3, 25
  6. ↑ Plutarch, Marius 11, 4
  7. ↑ Dieter Timpe: Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde. I. Geschichte. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Bd. 11. Berlin und New York 1998. S. 181-245, hier: S. 184, v. Petrikovits S. 89.
  8. ↑ Walser; dagegen Wiegels Sp. 955.
  9. ↑ De chorographia 3, 3, 25
  10. ↑ De provinciis consularibus 32 f.
  11. ↑ Tacitus Germania 2,2.
  12. ↑ Reinhard Wenskus: Über die Möglichkeit eines allgemeinen interdisziplinĂ€ren Germanenbegriffs. In: Heinrich Beck (Hrsg.), Germanenprobleme in heutiger Sicht. Berlin und New York 1986, S. 1-21, hier: S. 13.
  13. ↑ Pfeifer, Wolfgang (2000): Etymologisches Wörterbuch des Deutschen, MĂŒnchen, S. 434.
  14. ↑ Herwig Wolfram (2005): Die Germanen, MĂŒnchen, 8. ĂŒberarb. Aufl., S. 23
  15. ↑ Jordanes, Getica 24
  16. ↑ Dieter Timpe: Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde. I. Geschichte In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Bd. 11. Berlin und New York 1998. S. 181-245, hier: S. 191.
  17. ↑ Dieter Timpe: Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde. I. Geschichte In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Bd. 11. Berlin und New York 1998. S. 181-245, hier: S. 192.
  18. ↑ Heiko Steuer: Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde. III B. Ursprung und Ausbreitung der Germanen. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Bd. 11. Berlin/New York 1998. S. 318–327, hier: S. 324. Schraffur im Original durch Farben ersetzt
  19. ↑ Peter J. Heather: The Goths, Oxford 1996, S. 11 ff. Siehe auch Artikel Goten, in: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, 2. Aufl., Bd. 12 (1998), S. 402–443, speziell S. 412.
  20. ↑ JĂŒrgen Udolph: Namenkindliche Studien zum Germanenproblem, de Gruyter, Berlin 1994, S. 925-946.
  21. ↑ Elmar Seebold: Sprache und Schrift. In: Heinrich Beck (Hrsg.) unter Mitwirkung zahlreicher Fachgelehrter und red. Leitung von Rosemarie MĂŒller: Germanen, Germania, germanische Altertumskunde. UngekĂŒrzte Studienausgabe des Artikels aus dem Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Berlin 1998, ISBN 3-11-016383-7. S. 99 ff.
  22. ↑ JĂŒrgen Udolph: Namenkundliche Studien zum Germanenproblem. ErgĂ€nzungsbĂ€nde zum Reallexikon der germanischen Altertumskunde, Band 9, Berlin u.a. 1994, S. 925-946.
  23. ↑ Klaus DĂŒwel: Runenkunde. Metzler, Stuttgart 2003. S. 1–11
  24. ↑ Heiko Uecker: Germanische Heldensage. Metzler, Stuttgart 1972. S. 16
  25. ↑ Klaus DĂŒwel: Runenkunde. Metzler, Stuttgart 2003, S. 178, 203.
  26. ↑ Wilhelm Streitberg: Gotisches Elementarbuch. Carl Winter, Heidelberg 1909. S. 21–39
  27. ↑ Rainer Wiegels: Rechtsrheinische Germanen. In: Der Neue Pauly Bd. 4. Stuttgart 1989. Sp. 955-957, hier: Sp. 956.
  28. ↑ Kimbern, Alamannen.
  29. ↑ Wohl bei den Lugiern. Siehe zum frĂŒhesten Königtum auch Schlesinger, Verfassungsgeschichte.
  30. ↑ Res gestae 32, 1. Strabon nennt ihn in 7, 1, 4 áŒ ÎłÎ”ÎŒáżŽÎœ.
  31. ↑ Herwig Wolfram (2005): Die Germanen, MĂŒnchen, 8. ĂŒberarb. Aufl., S. 77
  32. ↑ Tacitus, Annalen II 46
  33. ↑ Herwig Wolfram (2005): Die Germanen, MĂŒnchen, 8. ĂŒberarb. Aufl., S. 41
  34. ↑ Tacitus, Annalen II 88
  35. ↑ Swantje Bergmann: Eicheln als Nahrungsmittel - AlltĂ€gliches Nahrungsmittel oder Indikator fĂŒr Nahrungsknappheiten?. In: Frank M. Andraschko, Barbara Kraus, Birte Meller (Hrsg.): ArchĂ€ologie zwischen Befund und Rekonstruktion: Ansprache und Anschaulichkeit; Festschrift fĂŒr Prof. Dr. Renate Rolle zum 65. Geburtstag. Kovač, Hamburg 2007, ISBN 978-3-8300-2711-9, S. 327-338.
  36. ↑ Crane, Eva: The archaeology of beekeeping. Duckworth, London 1983.
  37. ↑ Edgar C. Polome: Germanentum und religiöse Vorstellungen. In: Germanenprobleme in heutiger Sicht, Heinrich Beck (Hrsg.). de Gruyter, Berlin - New York 1986. S. 267 ff.
  38. ↑ Ström, Biezais: S. 79, zuzĂŒglich Fußnoten.
  39. ↑ Behm-Blancke S. 363 ff. Simek: Religion und Mythologie der Germanen, S. 42 ff.
  40. ↑ Walter Baetke: Wörterbuch zur Altnordischen Prosaliteratur, Berlin 19762, S. 59 blĂłt, blĂłtan. Philippson S. 192.
  41. ↑ Knut SchĂ€ferdiek: Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde. IV. B. § 46: Christianisierung. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Bd. 11. Berlin/New York 1998. S. 388-395, hier: S. 391.
  42. ↑ Knut SchĂ€ferdiek: Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde. IV. B. § 46: Christianisierung. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Bd. 11. Berlin/New York 1998. S. 388-395, hier: S. 392.
  43. ↑ Knut SchĂ€ferdiek: Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde. IV. B. § 46: Christianisierung. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Bd. 11. Berlin/New York 1998. S. 388-395, hier: S. 393.
  44. ↑ Knut SchĂ€ferdiek: Germanen, Germania, Germanische Altertumskunde. IV. B. § 46: Christianisierung. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Bd. 11. Berlin/New York 1998. S. 388-395, hier: S. 393.
  45. ↑ Reinhard Wenskus: Stammesbildung und Verfassung. Köln u. a. 1977.
  46. ↑ Walter Pohl: Die Völkerwanderung. Eroberung und Integration. Stuttgart u. a. 2002.
  47. ↑ Harald Haarmann (2005): Lexikon der untergegangenen Völker, MĂŒnchen, S. 37 f.
  48. ↑ Harald Haarmann (2005): Lexikon der untergegangenen Völker, MĂŒnchen, S. 74
  49. ↑ Harald Haarmann (2005): Lexikon der untergegangenen Völker, MĂŒnchen, S. 106
  50. ↑ Vgl. Artikel Goten, in: RGA, Bd. 12, S. 412.
  51. ↑ Harald Haarmann (2005): Lexikon der untergegangenen Völker, MĂŒnchen, S. 171
  52. ↑ Harald Haarmann (2005): Lexikon der untergegangenen Völker, MĂŒnchen, S. 183
  53. ↑ Eutrop erwĂ€hnt zwar aufstĂ€ndige Sachsen fĂŒr das Jahr 285, in dem Kaiser Marcus Aurelius Carinus ermordet wurde (Eutrop, Breviarium 9,21) - Eutrops Text entstand aber erst zwischen 364 und 380 n. Chr., allerdings auf Grundlage guter Quellen. Eine zeitnahe Anspielung findet sich wohl bereits im Panegyricus von 297, siehe Klaus-Peter Johne: Die Römer an der Elbe. Berlin 2006, S. 287f.
  54. ↑ Vgl.: Matthias Springer: Die Sachsen. Stuttgart 2004, S. 17–31.
  55. ↑ Harald Haarmann (2005): Lexikon der untergegangenen Völker, MĂŒnchen, S. 238
  56. ↑ Harald Haarmann (2005): Lexikon der untergegangenen Völker, MĂŒnchen, S. 267
  57. ↑ Hermann Ament (2006): Die Germanen, in: Die Zeit. Welt- und Kulturgeschichte, Hamburg, Bd. 3, S. 371 f.
  58. ↑ Kazimierz GodƂowski: Das Aufhören der germanischen Kulturen an der mittleren Donau. In: Jan Bemmann, MichaƂ Parczewski (Hrsg.): FrĂŒhe Slawen in Mitteleuropa. Wachholtz-Verlag, NeumĂŒnster, 2005, S. 141–148

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