Gerätesteckdose

Als Gerätestecker werden umgangssprachlich Kabelkupplungen beziehungsweise Kabelbuchsen für Netzspannung bezeichnet, die direkt an die Endgeräte eingesteckt werden und der Stromversorgung dieser elektrischen Verbraucher dienen. Am gespeisten Gerät ist das Gegenstück (ein Einbaustecker) angebracht.

Entsprechende Netzanschlussleitungen bestehen aus einer flexiblen Netzzuleitung, die an einer Seite fest mit einem Schukostecker und an der anderen Seite mit einem Gerätestecker („weibliche“, berührungsgeschützte Geräte-Kabelkupplung) verbunden ist. Diese Bauweise ermöglicht den Austausch des Anschlusskabels, die Netztrennung des Gerätes oder die Auslieferung gleichartiger Geräte mit unterschiedlichen Geräte-Anschlussleitungen für Steckverbinder-Systeme verschiedener Länder.

Die (spannungsführenden) Kontakte der Kabelkupplungen sind durch Isolierung und eine entsprechende Bauform gegen versehentliches Berühren geschützt.

Gerätestecker und -steckdosen sind international genormt. Beispiele für derartige Normen sind die IEC 60320, in der die meisten der in diesem Artikel dargestellten Steckverbindungen definiert sind, und die IEC 60309, die Steckverbindungen für industrielle Anwendungen spezifiziert.

Um Geräte von einem Gerät aus gemeinsam zu schalten, werden auch Netzanschlusskabel mit beidseitiger Geräte-Steckverbindung (1 x „männlich“, 1 x „weiblich“) gefertigt. Ein Beispiel ist das Netzkabel zum Anschluss eines Monitors an einen PC. Die Steckrichtung ist immer so gewählt, dass stets Berührungsschutz gewährleistet ist; das speisende Gerät trägt also eine Einbau-Buchse (weiblich), das gespeiste Gerät einen Einbau-Stecker.

Die verschiedenen Typen unterscheiden sich voneinander in Strombelastbarkeit, Schutzleiteranschluss und Temperaturfestigkeit.

Für Drehstrom-Anschlussleitungen siehe auch Drehstrom-Steckverbinder.

Inhaltsverzeichnis

Kaltgerätestecker IEC-60320 C13 / C14

Kaltgeräteeinbaustecker (2-polig, ungeerdet, C18)
Kaltgerätekupplung (2-polig, ungeerdet, C17)
Kaltgeräteeinbaustecker (schwarz) mit Kaltgerätekupplung (grau), übliche 3-polige Ausführung

Kaltgerätestecker nach der Norm IEC 60320 C13 werden für den Stromanschluss von Geräten verwendet, welche im Betrieb keine nennenswerte Wärme entwickeln (z. B. Computer, Peripheriegeräte etc.). Die maximale Temperatur an den Verbindungsstiften des Steckers darf 70 °C nicht überschreiten. Der maximale Stromdurchfluss ist auf 10 A festgelegt. Kaltgerätestecker passen nicht in Warm- oder Heißgerätebuchsen.

Das typische Anschlusskabel für Kaltgeräte hat an einem Ende einen Schuko-Stecker, welcher in die Steckdose gesteckt wird, und am anderen Ende eine Kaltgerätekupplung. Die Kaltgerätekupplungen/-buchsen sind 3-polig, mit Außenleiter, Neutralleiter und Schutzleiter. Seltener trifft man die 2-polige Variante ohne Schutzleiter an.

Die internationale Norm für die Kaltgerätekupplung („Weibchen“) ist die IEC 60320-C13, welche sich in der deutschen DIN VDE 0625, Teil 1, Normblatt C13, wiederfindet. Der Geräteeinbaustecker („Männchen“) hat die Bezeichnung C14. Für die seltene ungeerdete zweipolige Variante sind die Bezeichnungen C17 (Kupplung) bzw. C18 (Geräteeinbaustecker).


Konfektionierte Kabel mit fest angearbeiteten Kaltgerätesteckern werden auch als Kaltgerätekabel bezeichnet. Sie haben aufgrund des in Deutschland symmetrischen Kabelsteckers (Schukostecker) keine feste Zuordnung des Neutral- und des Außenleiters, obwohl im Kabel die Adernfarben blau und braun bzw. schwarz für diese verwendet werden.

Kaltgerätestecker IEC-60320 C19 / C20

Des weiteren gibt es noch eine Kaltgerätestecker-Variante für 16 A. Sie ist etwas größer, und die Anschlüsse sind um 90 Grad gedreht. Die Bezeichnung C19 beschreibt die weibliche Form, während C20 die männliche Form ist. Zur Anwendung kommen C20-Buchsen z. B. in Bladeserver-Chassis, die auf Grund ihrer Architektur mit deutlich höheren Strömen gespeist werden müssen als herkömmliche Server-Systeme. Anschlusskabel haben typischerweise auf der einen Seite einen C19-Stecker und münden auf der anderen Seite in einem blauen P+N+6h-Stecker für 230 Volt und 16 Ampère gemäß IEC 60309.

Warmgeräte- und Heißgerätestecker C15 und C15A

Warmgerätekupplung mit untenliegender Aussparung

Warmgerätestecker (C15) oder Heißgerätestecker (C15A) werden für wärmeerzeugende Geräte, wie mobile Kochplatten, Industriestaubsauger, Waffeleisen oder Bügeleisen älterer Bauart mit abnehmbarer Zuleitung verwendet. Die Stecker (im Gerät) und Kupplungen (an der Zuleitung) bestehen aus Keramik, Metall oder wärmefestem Kunststoff (früher wurde auch Bakelit verwendet). Warmgerätestecker sind für den Betrieb bis 120 °C und eine Stromstärke bis 10 A zugelassen, während Heißgerätestecker für Verbraucher mit einer Betriebstemperatur von bis 155 °C und bis 16 A verwendet werden können. Ihr Aussehen ähnelt dem eines Kaltgerätesteckers, allerdings besitzen sie zusätzliche Konturen, um eine Verwendung ungeeigneter Zuleitungen auszuschließen – die zugehörigen Warmgerätekupplungen haben eine Aussparung auf der Unterseite, Heißgerätekupplungen zusätzlich zwei weitere Aussparungen auf der Oberseite. Warm- und Heißgerätekupplungen können daher auch in ein Gerät mit Kaltgerätestecker eingesteckt werden. Der umgekehrte Fall, die Kaltgerätekupplung an einem Heißgerät anzuschließen, ist jedoch nicht möglich.

Die offizielle Bezeichnung für den Warmgerätestecker ist: DIN VDE 0625, Teil 1, Normblatt C15, für den Heißgerätestecker: Normblatt C15A.

Ältere Bauform siehe auch Waffeleisenstecker.

Die Stecker und Kabelkupplungen sind 3-polig mit Außenleiter, Neutralleiter und Schutzleiter, eine Zuordnung Außenleiter/Neutralleiter besteht nicht, da die Kabelstecker am anderen Ende (bzw. auch der Waffeleisenstecker) symmetrisch sind.

Kleingerätestecker IEC-60320-C7

Kleingerätestecker

Diese „Kupplung für Kleingeräte, Europaausführung“ (Kabel mit dieser Kupplung sind auch bekannt als „Euro-Netzkabel“) ist nach VDE für elektrische Verbraucher bis 2,5 A der Schutzklasse II für einen Betrieb bis maximal 70 °C zugelassen. Der zugehörige Einbau-Stecker findet bei zahlreichen Kleingeräten Anwendung und wird daher gewöhnlich als „Kleingerätestecker“ bezeichnet. Er besitzt keine Erdverbindung und wird wegen seiner zweipoligen taillierten Form auch gelegentlich als „liegende Acht“ beschrieben. In Großbritannien wird er häufig als „figure of eight“, in den USA häufig als „shotgun“ bezeichnet. In einigen Ländern ist eine Variante üblich, die durch eine einseitig rechteckig Formgebung nur in einer Richtung eingesteckt werden kann.

Kleingeräte-Einbaustecker an wahlweise batteriebetriebenen Geräten besitzen häufig einen Kontaktsatz, der beim Einstecken betätigt wird und die Batterie von Gerät trennt (Schaltbuchse).

„Rasiererstecker“ IEC-60320-C1

„Rasiererstecker“ mit Spiralkabel

Dieser ist dem Kleingerätestecker ähnlich, weist jedoch keine Taillierung und einen geringeren Kontaktabstand auf. Mit einer zulässigen Stromstärke von 0,2 A und maximal 70 °C ist er lediglich für Kleingeräte geringer Leistungsaufnahme geeignet. Seine Bezeichnung erhielt er durch die Verwendung an elektrischen Rasierapparaten.

Die zugehörigen Einbaustecker wurden u.a. in der DDR auch an anderen Kleingeräten eingesetzt und besitzen an wahlweise batteriebetriebenen Geräten häufig einen Kontaktsatz, der beim Einstecken betätigt wird und die Batterie von Gerät trennt (Schaltbuchse).

„Kleeblattstecker“ IEC-60320-C5

Kleeblattkupplung

Dieser Typ findet meist bei Laptop-Netzteilen (Notebookstecker TC-09) sowie neuerdings bei Videoprojektoren und Computerbildschirmen Anwendung. Der maximale Stromdurchfluss beträgt 2,5 Ampere, die Stifttemperatur max. 70 °C. Der Stecker besitzt einen Schutzleiter. Die offizielle Bezeichnung für den Kleeblattstecker, der wegen seiner Form auch als „Micky-Maus-Stecker“ bekannt ist, ist: DIN VDE 0625, Teil 1, Normblatt C5.

Die Zuordnung von Neutral- und Außenleiter ist trotz Farbkennzeichnung der Kabeladern nicht gegeben, da in Deutschland der am anderen Ende der Netzzuleitung angebrachte Schukostecker symmetrisch ist.

„Waffeleisenstecker“

Porzellannetzstecker (dargestellt ist die Kupplung)

Der Waffeleisenstecker war vor der Einführung der modernen Steckverbinder üblich. Er war aus Porzellan oder Bakelit und hatte zuweilen auch einen eingebauten Schalter. Waffeleisenstecker wurden zum Beispiel für Waffeleisen, Bügeleisen, Wasserkocher, Samoware und Diaprojektoren verwendet, besonders in der DDR, aber auch in Österreich waren sie auch allgemein als Gerätestecker im Einsatz. Eine Industrievariante mit Porzellan-Steckerteil und Metall-Anschlussgehäuse wurde (und wird bei älteren Anlagen) in der kunststoffverarbeitenden Industrie zum Anschluss von Heizbändern bei Extrudern, Spritzgießmaschinen, beheizten Duroplast-Pressformen, Lötbädern usw. verwendet.

Die Zuordnung von Neutral- und Außenleiter ist trotz Farbkennzeichnung der Kabeladern nicht gegeben, da der am anderen Ende der Netzzuleitung angebrachte Schukostecker symmetrisch ist. Als Kabel kam für Heißgeräte textil- oder gummiummantelte Gummiaderleitung zum Einsatz.

„Feller“-Kabel

Feller-Kabel sind Schukoanschlusskabel für Geräte, die hohe leitungsgebundene Störungen erzeugen. Das Feller-Kabel ist geschirmt und hat Durchführungskondensatoren im Stecker. Damit werden Störungen unterdrückt und das Gerät wird dadurch EMV-gerecht.



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