Geschichte Argentiniens

ÔĽŅ
Geschichte Argentiniens

Die Geschichte Argentiniens l√§sst sich in vier Abschnitte einteilen: die pr√§kolumbianische Zeit oder Fr√ľhgeschichte (bis ins 16. Jahrhundert), die Kolonialzeit (etwa 1516 bis 1810), die Unabh√§ngigkeitskriege und die postkoloniale Fr√ľhzeit der Nation (1810 bis 1880) sowie die Geschichte des modernen Argentinien ab der Einwanderungswelle um 1880.

Inhaltsverzeichnis

Fr√ľhgeschichte

Die heute zu Argentinien geh√∂renden Gebiete waren vor der Kolonialisierung durch Spanien relativ d√ľnn besiedelt. Man nimmt an, dass die ‚ÄěEntdeckung‚Äú des Gebiets durch den Menschen etwa im 10. Jahrtausend v. Chr. erfolgte.

Die ethnischen Gruppen, die im Pampa-Raum lebten (Het (Querand√≠es), Tehuelches) waren bis zum Eintreffen der Spanier nicht sesshaft. Anders die St√§mme im Nordwesten des Landes, die etwa ab der Mitte des 1. Jahrtausends Land- und Viehwirtschaft praktizierten und vor allem auf dem Gebiet der Architektur weit fortgeschritten waren. Die Befestigungsanlagen von Quilmes in der Provinz Tucum√°n sind ein Zeugnis daf√ľr. Im 13. und 14. Jahrhundert expandierte das Inka-Reich stark nach S√ľden und umfasste um 1450 weite Teile des Nordwesten Argentinien, und schloss auf dem H√∂hepunkt der Expansion das Gebiet der heutigen Provinz Mendoza ein. Viele der St√§mme dieser Region, wie die Kollas der Puna-Hochebene, √ľbernahmen die Sprache (das Quechua) und partiell die Technologie der Inkas. Die im Nordwesten Argentiniens lebenden Diaguita konnten dem expandierenden Inka-Reich lange widerstehen. Die Guaran√≠ und ihre Verwandten (Chiriguano, Mbya und Chan√©) lebten weiter √∂stlich im Gran Chaco und im heutigen Misiones und wurden vom Inka-Reich nicht unmittelbar erfasst.

√Ąlteste Funde

Sieht man von den umstrittenen Funden von Monte Verde in Chile und Pedra Furada in Brasilien ab, so sind wohl die Funde von Los Toldos, in der Provinz Santa Cruz, die √§ltesten in S√ľdamerika. Sie reichen ins 10. Jahrtausend v. Chr. zur√ľck. √Ąhnlich den nordamerikanischen Fundpl√§tzen, weisen die √úberreste auf die Jagd von Gro√üs√§ugern, wie dem Riesenfaultier (Milodon darwinii) und Pferden (Hippidion principale) hin, dazu kamen Guanacos, Lamas usw. Auch in Chile fanden sich entsprechende √úberreste, wie etwa in der Cueva del Milod√≥n. Von der Toldense-Kultur zeugen aber vorrangig Projektilspitzen, wohl von Speeren.

Die Casapedrense-Kultur wird auf ca. 7000 bis 4000 v. Chr. datiert. Sie gilt als Vorläuferkultur der Tehuelche (siehe unten).

Der Norden

- s. a. Reserva Arqueológica Menhires del Valle de Tafí

Cueva de las Manos, Santa Cruz, 7300 v. Chr.
Cueva de las Manos

In der Cueva de las Manos (‚ÄěH√∂hle der H√§nde‚Äú) am Rio Pinturas, in der Provinz Santa Cruz, wurden Malereien entdeckt, die etwa auf 7300 v. Chr. datiert wurden, womit sie die √§ltesten Kunstwerke S√ľdamerikas darstellen. Sie geh√∂ren heute zum Weltkulturerbe.

Um diese Zeit wurden auch Teile des Nordens und Nordwestens des sp√§teren Argentinien von Menschen besiedelt, die relativ fr√ľh Landbau betrieben. Die Kultur von Ansilta (bei Mendoza, San Luis und San Juan) gilt als erste Bauernkultur, und als Vorl√§uferin der sp√§teren Huarpes. Sie war von gro√üer Kontinuit√§t und umspannte die Zeit von etwa 1800 v. Chr. bis 500 n. Chr.

Um 200 v. Chr. lässt sich die Condorhuasi-Kultur bei Catamarca belegen, die bereits auf Lamazucht basierte. Wahrscheinlich kannte sie nicht nur schamanistische Praktiken, sondern auch Menschenopfer. Sie hinterließ menschenförmige Skulpturen, doch verschwand sie zwischen etwa 200 und 500 n. Chr.

Bei Tucum√°n fanden sich Spuren der Tafi-Kultur (ca. 200 v. Chr. bis 800 n. Chr.), die ebenfalls das Lama nutzte, vor allem aber bereits Mais anpflanzte.

Die Ciénaga-Kultur (ca. Chr. Geb. bis 600) war wohl die erste rein bäuerliche Kultur. Sie erstreckte sich in der Region Catamarca. Auch diese Menschen pflanzten Mais an, und entwickelten bereits Bewässerungskanäle. Zugleich weiteten sie den Handel durch Lama-Karawanen aus. Sie lebten in Dörfern mit bis zu dreißig Häusern und gelten als Vorläufer der Kultur von Aguada.

Diese Kultur dehnte ihren Einflussbereich von Catamarca in die heutige Provinz La Rioja aus, und bestand vom 4. bis zum 10. Jahrhundert. Sie hing mit der Kultur von Tiahuanaco zusammen. H√§ufig taucht in den bildlichen Darstellungen der Jaguar auf. Eine regelrechte Aufteilung des Territoriums in Teilherrschaftsgebiete, die einzelnen H√§uptlingen unterstanden, ist wahrscheinlich. Es bestanden komplizierte Bew√§sserungssysteme, verst√§rkter Maisanbau, dazu kamen Bohnen, K√ľrbisse und Maniok. Mittels des Fernhandels, der auf extensiver Nutzung des Lamas basierte, erschloss sich diese Kultur ein riesiges Handelsgebiet, das bis nach San Pedro de Atacama reichte. Auch Metall wurde verarbeitet, wie Bronzefunde beweisen.

Die so genannte Kultur Santa Maria (ca. 1200 bis 1470) entwickelte die bereits vorhandenen Kulturtechniken fort, jedoch basierte sie zunehmend auf Terrassenbau. Die Bevölkerungszahl wuchs stark an und Vorratshaltung in großen Speichern war verbreitet. Neben den bereits vorhandenen Lebensmitteln kultivierten die Menschen dieser Kultur verstärkt Kartoffeln, aber auch Quinoa, das als Inkakorn oder Perureis bekannt ist, aber auch Carob vom Johannisbrotbaum. Neben Bronze verarbeiteten sie Kupfer, Silber und Gold. Die Herrschaft wurde erblich, es entstanden eigene Stände von Kriegern und Priestern.

Der Vulkan Llullaillaco, auf dem 1999 rund 500 Jahre alte Grabstätten ausgegraben wurden

Ab etwa 1400 drangen aus dem Andenraum die Quechua und die Inka s√ľdw√§rts (ca. 1400 bis 1520), doch hielten sich weiter s√ľdw√§rts eigenst√§ndige Gruppen. Auf dem 6710 m hohen Vulkan Llullaillaco wurden anscheinend Menschenopfer dargebracht. Dort wurden 1999 3 Mumien der Inka gefunden. Dazu kamen Statuetten, Tonwaren, Beutel mit Lebensmitteln und Koka.

Die Stadt Tastil (Salta) d√ľrfte mit √ľber 3000 Einwohnern die gr√∂√üte Stadt der Region gewesen sein. Warum sie aufgegeben wurde, ist unklar.

Die Guarani

Die zur Sprachgruppe der Tupi-Guarani gehörenden Kulturen an den Strömen im Nordosten sind sehr viel später greifbar. Die Vorfahren der heutigen Guaranì haben sich wohl erst im 15. Jahrhundert an den dortigen Wasserläufen angesiedelt.

Sie lebten in D√∂rfern (tekuas), die eine Art Zusammengeh√∂rigkeitsgef√ľhl besa√üen. Den D√∂rfern stand ein H√§uptling (mburuvich√°) vor, dazu kam ein religi√∂ses Oberhaupt, der paj√©. Eigentliche Herren der Gruppen waren jedoch die Kaziken, ein erblicher Stand.

Neben einer weniger entwickelten Landbebauung betrieben sie vor allem Fischfang, wozu sie Kanus bauten. Maniok, Kartoffel, K√ľrbis und Mais waren ihre wichtigsten Feldfr√ľchte, dazu kam Matetee, das die Jesuiten sp√§ter zu einem Monopol ausbauten. Aus den Dorff√ľhrern entwickelten sich zunehmend Oberherren √ľber mehrere D√∂rfer, die zudem religi√∂se Aufgaben hatten. Diese Machtstruktur sollte vor allem in den jesuitischen Reduktionen in Paraguay eine wichtige Rolle spielen. Ihre Sprache wird noch heute in den Provinzen Corrientes und in Paraguay gesprochen

Der Chaco

Im Gran Chaco finden sich die Sprachgruppen des Guaycur√ļ, Mataco-Mac√°, Tupi-Guarani, Arauac und Lule-vilela. Als besonders kriegerisch galten die Guaycur√ļ oder Abipones. Sie leisteten noch w√§hrend der gesamten Kolonialzeit Widerstand. Die Spanier nannten sie ‚Äěfrentones‚Äú, da mit ihnen die Grenze ihres Einflussbereichs begann.

Zur Mataco-Macá-Kultur zählten die Mataco, die Chulupies und die Chorotes, die den Westen des Chaco beherrschten.

Die Chiriguanos gehörten wiederum der Kultur der Tupi-Guarani im Westen an, dazu kam die Aruaques-Kultur.

Pampa und Patagonien

In den Pampas und in Patagonien lebten die Tehuelches und vor allem die Mapuches, die sich den Kolonialm√§chten bis ins 19. Jahrhundert entgegenstellten. Die Tehuelche waren J√§ger und Sammler und wurden im 18. Jahrhundert von der Kultur der Mapuche verdr√§ngt. Ihre Fr√ľhgeschichte ist noch wenig erforscht, doch die √§ltesten Funde weisen mindestens bis in die Zeit um 4000 v. Chr. Zu ihnen geh√∂rten auch die Onas (auch Selk'Nam) in Feuerland. Die Y√°manas im S√ľden Feuerlands waren Fischer, die auf den Inseln im √§u√üersten S√ľden lebten.

Kolonialzeit (1516‚Äď1810)

Amérigo Vespucci
Buenos Aires kurz nach seiner Gr√ľndung 1536

Der spanische Seefahrer Juan Díaz de Solís erreichte als erster Europäer das heutige Argentinien im Jahr 1516. Aber erst zwischen 1526 und 1530 erforschte Sebastian Cabota den Rio Paranà bis zu seinem Oberlauf.

Widerstand der Indigenen und partielle Eroberung

Dass dieses Gebiet keine Goldsch√§tze zu bieten hatte, stattdessen eine abwehrbereite Bev√∂lkerung mussten die 1600 Mann Pedro de Mendozas erfahren, von denen nur 150 √ľberlebten. So musste er das erste Buenos Aires 1541 aufgeben, da die Het sich nicht in das Kolonialsystem zwingen lie√üen und auf √úbergriffe mit heftigen Gegenangriffen reagierten. Ebenso erging es spanischen Truppen in Chile, die 1553 eine schwere Niederlage in der Schlacht von Tucapel einstecken mussten. Dort schlossen sich viele Spanier den Mapuches, die den Kern des Widerstands bildeten, an, Prediger f√ľhrten die Hartn√§ckigkeit des Widerstands auf die Brutalit√§t und Unmoral der Eroberer zur√ľck. Unter den strategischen Genies Lautaro und Caupolic√°n erreichte der Widerstand vor allem in Chile seinen H√∂hepunkt. 1641 gestand die Kolonialregierung den Mapuche sogar Souver√§nit√§t zu. Rund eine Viertelmillion Mapuche lebt heute in Argentinien.[1]

Argentinien wurde von den Spaniern aus drei Richtungen kolonisiert. Von Peru aus nahmen sie den Nordwesten in Besitz, w√§hrend vom Atlantik aus Niederlassungen am Stromsystem des R√≠o de la Plata gegr√ľndet wurden. Darunter waren Sancti Spiritu (1527) und Buenos Aires, wo sich die Spanier im Jahre 1580 auf Dauer etablieren konnten. Aus dem Generalkapitanat Chile wurde die Region de Cuyo kolonisiert. Die weiter s√ľdlich gelegenen Gebiete wurden zwar auch von Spanien beansprucht, blieben aber in der Kolonialzeit faktisch au√üerhalb seiner Herrschaftssph√§re. Die Sph√§ren intensiver Besiedlungspolitik beschr√§nkten sich im spanischen Kolonialreich weitgehend auf Mexiko und Peru, das sp√§tere Argentinien wurde eher von inselartigen Enklaven aus dominiert. Administrativ war das Land zun√§chst Teil des Vizek√∂nigreichs Peru, welches S√ľdamerika mit Ausnahme der portugiesischen Einflusssph√§re umfasste.

Indienrat, Encomienda, Mission

Das oberste Regierungsorgan sa√ü jedoch in Madrid. Es war der Indienrat, dem Fachgremien zur Seite standen, und der die Krone beriet, Informationen sammelte und aufbereitete und letztlich die Kolonialpolitik steuerte. Die Wirtschaftspolitik zielte darauf ab, durch protektionistische Ma√ünahmen der Krone m√∂glichst hohe Einnahmen zuzuf√ľhren (vgl. Casa de Contrataci√≥n), und das Mutterland und die Kolonien gegen Konkurrenz abzuschotten. So wurde auch Argentinien auf die Bed√ľrfnisse des Mutterlandes ausgerichtet, wobei die St√ľtzpunkte zum einen dazu dienten, die indigene Bev√∂lkerung vom Widerstand abzuhalten, zum anderen die Unabh√§ngigkeitsbestrebungen spanischer Adliger unter Kontrolle zu halten und schlie√ülich, um die Festsetzung anderer Kolonialm√§chte in diesem Gebiet zu verhindern. Diesen Ausl√§ndern war das Anlaufen spanischer H√§fen untersagt. Eine einzige Kaufmannsgilde durfte bis 1765 die einmal im Jahr auslaufende Handelsflotte f√ľhren, und dabei nur einen einzigen Hafen in Spanien anlaufen, Sevilla.

Anfangs herrschte das aus dem Feudalismus hervorgegangene Encomienda-System vor, das riesige L√§ndereien durch die Krone an spanische Adlige mitsamt den darauf lebenden Indios vergab. Dies entsprach zun√§chst dem sp√§tmittelalterlich-fr√ľhneuzeitlichen Verfahren, doch Kriege und Herrschaftsexzesse, sowie Epidemien lie√üen zahlreiche Bev√∂lkerungsgruppen zusammenbrechen. Mitte des 16. Jahrhunderts wechselte der √ľberwiegende Teil des riesigen Gebiets zum Ripartimiento-System, bzw. zur Mita, nach dem jede Region verpflichtet wurde, eine bestimmte Zahl an Arbeitskr√§ften, vor allem f√ľr die Minen zu stellen (vgl. Agrarstrukturen in Lateinamerika). Damit wurden die enormen Lasten auf das gesamte Kolonialgebiet verteilt und die jeweils entv√∂lkerte Region konnte sich danach f√ľr eine gewisse Zeit ‚Äěerholen‚Äú.

Im Nordosten Argentiniens und in Paraguay versuchten Missionare, die dort Mitte des 16. Jahrhunderts t√§tig wurden, die Sprachen der Indios zu lernen (vgl. Jesuitenreduktionen der Guaran√≠). Die bekehrten Indios standen bald unter dem Schutz der sich immer mehr gegen die anderen Orden durchsetzenden Jesuiten. Sie f√ľhrten sie in Reduktionen zusammen und verteidigten sich dort, zum Teil unter Federf√ľhrung von Kaziken, gegen die portugiesischen Sklavenj√§ger aus S√£o Paulo, die sogenannten Bandeirantes. F√ľr die Krone stellten die Missionsstationen eine M√∂glichkeit dar, eine Kontrolle nach innen auszu√ľben, vor allem aber das Grenzland zu verteidigen. Das zeigte die Explorations- und Sklavenraubz√ľge des Ant√≥nio Raposo Tavares. Um die Selbstst√§ndigkeit der Reduktionen zu f√∂rdern, bauten sich die Jesuiten ein eintr√§gliches Monopol auf den begehrten Matetee auf.

Neugliederung und Loslösung

Im Laufe des 18. Jahrhunderts wurde das spanische S√ľdamerika politisch neu gegliedert. Nachdem schon 1717 das Vizek√∂nigreich Neugranada im n√∂rdlichen S√ľdamerika vom Vizek√∂nigreich Peru abgetrennt worden war, wurde im Jahre 1776 auch das Vizek√∂nigreich des R√≠o de la Plata im s√ľdlichen S√ľdamerika von diesem abgespalten. Dieses umfasste neben Argentinien das heutige Bolivien, Paraguay und Uruguay.

Hauptstadt des neuen Vizek√∂nigreiches wurde Buenos Aires. Die Stadt erhielt au√üerdem das Recht, eigenst√§ndig Handel zu treiben. Dies f√ľhrte zu einem raschen Wachstum der Stadt in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts, und zur Entwicklung einer wohlhabenden st√§dtischen Schicht.

Hier lag das Schwergewicht des inzwischen entwickelten argentinischen Nationalbewusstseins, das antispanische Z√ľge annahm, und das sich erfolgreich am erbitterten Widerstand gegen die Besetzungsversuche Buenos Aires' durch britische Truppen √§u√üerte (1806 und 1807). Durch diesen Erfolg sahen sich die Nationalisten in ihren Ambitionen gest√§rkt und bereiteten die Unabh√§ngigkeit des Landes vor, indem sie immer weitergehende Zugest√§ndnisse des Vizek√∂nigs an lokale B√ľrgervereinigungen, die so genannten Cabildos Abiertos, erlangten.

Bildung eines Nationalstaates (1810‚Äď1880)

Die Unabhängigkeit

Inspiriert durch die Franz√∂sische Revolution und den erfolgreichen Unabh√§ngigkeitskrieg der USA griffen liberale Ideen Anfang des 19. Jahrhunderts auch auf Lateinamerika √ľber. Die erfolgreiche Abwehr zweier britischer Angriffe auf Buenos Aires in den Jahren 1806 und 1807, bei denen sich die Invasoren spanische Besitzungen in Lateinamerika einverleiben wollten, st√§rkte das Selbstbewusstsein der dortigen kreolischen Bev√∂lkerung. Zudem war das spanische Kolonialreich durch die Niederlage bei Trafalgar gegen die Briten (1805) und ab 1808 durch die Besetzung des Mutterlandes durch Napoleons Truppen und die Einsetzung von dessen Bruders als K√∂nig entscheidend geschw√§cht.

Im Mai 1810 hatte Frankreich ganz Spanien unter seine Herrschaft gebracht, was bei der Bevölkerung der Kolonien auf Widerwillen stieß. Im Zuge der Mai-Revolution erzwangen sie am 25. Mai 1810 einen Kongress, der den napoleontreuen Vizekönig Baltasar de Cisneros absetzte und die Regierung in die Hände einer Junta unter dem Vorsitz des Militärs Cornelio de Saavedra legte. Die Regierungserklärung enthielt allerdings noch einen Treueeid auf den spanischen König Ferdinand VII., der von Napoleon abgesetzt worden war. De facto war jedoch dieses Datum der Aufbruch Argentiniens in die Unabhängigkeit, weshalb der 25. Mai heute der höchste Nationalfeiertag ist.

Zun√§chst hatte diese provisorische Unabh√§ngigkeit jedoch nur lokale Wirkung. Der Vizek√∂nig verlegte seinen Sitz nach Montevideo, und viele Landesteile am R√≠o de la Plata suchten eigene Wege. So spaltete sich 1811 Paraguay ab. Eine √§hnliche Situation in ganz Lateinamerika f√ľhrte zu einer Serie von Unabh√§ngigkeitskriegen, bei denen zun√§chst die spanische Seite Vorteile erringen konnte. Die politische Situation war sehr instabil und f√ľhrte zu st√§ndigen Regierungswechseln. Zudem gab es zahlreiche Differenzen zwischen der Provinz Buenos Aires und vor allem den Provinzen des Nordwestens, insbesondere √ľber die k√ľnftige Staatsform: W√§hrend Buenos Aires f√ľr eine konstitutionelle Monarchie unter der Regierung eines europ√§ischen Prinzen eintrat, wollten die Provinzen des Binnenlandes ein s√ľdamerikanisches Gro√üreich unter einem Nachkommen der Inka-Dynastie errichten, dessen Hauptstadt Cuzco werden sollte. Hintergrund dieser Forderung war, die zahlreiche indianische Bev√∂lkerung in der Andenregion f√ľr die Unabh√§ngigkeit zu gewinnen.

Diese Differenzen wurden auf einem Kongress in San Miguel de Tucum√°n 1816 diskutiert; im letztgenannten Punkt konnte jedoch keine Einigkeit erzielt werden, weshalb man die provisorische Regierung von Buenos Aires zun√§chst weiterf√ľhrte. Die Notwendigkeit der Einheit zwischen den verschiedenen Unabh√§ngigkeitsbewegungen angesichts des harten spanischen Widerstands f√ľhrte allerdings dazu, dass sich noch in diesem Kongress das gesamte Vizek√∂nigreich des R√≠o de la Plata ‚Äď mit Ausnahme Paraguays, das sich schon 1813 von Spanien gel√∂st hatte ‚Äď am 9. Juli 1816 endg√ľltig f√ľr unabh√§ngig erkl√§rte. Die entscheidenden milit√§rischen Erfolge von Jos√© de San Mart√≠n und Sim√≥n de Bol√≠var in den Jahren 1817 bis 1822, die trotz der spanischen √úbermacht das Zentrum ihres Widerstands zwischen Lima und Cuzco (Peru) erobern konnten, festigten auch die Unabh√§ngigkeit Argentiniens, das sich zun√§chst Provincias Unidas del R√≠o de la Plata (Vereinigte Provinzen des R√≠o de la Plata) nannte. Dennoch folgten Jahre turbulenter innenpolitischer Auseinandersetzungen, w√§hrend deren sich Bolivien 1825 und Uruguay 1828 abspalteten.

Die Argentinische Föderation

Nach der Niederlage der Spanier versch√§rfte sich der Konflikt zwischen Buenos Aires und dem Binnenland. W√§hrend die sogenannten Unitarier von Buenos Aires einen straff organisierten Zentralstaat favorisierten, wollten die F√∂deralisten in den meisten Inlandsprovinzen einen lockeren Staatenbund (Konf√∂deration). 1817 hatte sich der neue Staat ein vorl√§ufiges Grundgesetz auf unitarischer Grundlage gegeben, was den Widerstand der Provinzen hervorrief und zu einem bis Mitte des 19. Jahrhunderts andauernden B√ľrgerkrieg f√ľhrte, in dem alle Provinzen trotz ihrer meist noch sehr geringen Einwohnerzahl de facto unabh√§ngige Staaten waren, auch wenn die Provinz Buenos Aires mit der Au√üenpolitik beauftragt wurde und daher eine Vormachtstellung gegen√ľber den anderen Provinzen einnahm.

Eine wirkliche Zentralgewalt f√ľr den ganzen Staat existierte nur zwischen 1826 und 1827, als Argentinien sich nach einem weiteren Nationalkongress in eine zentralistische Pr√§sidialrepublik umwandeln sollte. Angesichts der weiterhin schwelenden Konflikte mit dem Binnenland trat jedoch der erste Pr√§sident der neuen Republik, Bernardino Rivadavia, schon nach einem Jahr zur√ľck, sein Nachfolger Vicente Lopez y Planes hielt sich gar nur einen einzigen Monat, danach kehrte man zum lockeren Bund der argentinischen Confederaci√≥n zur√ľck.

Auf die Jahre der Befreiung folgte eine konservative Gegenbewegung unter Juan Manuel de Rosas, der von 1829 bis 1832 und von 1835 bis 1852 Gouverneur der wichtigsten Provinz Buenos Aires wurde. Trotz seiner eigentlich f√∂deralistischen Gesinnung forderte er f√ľr sich weitgehenden Einfluss im Rest der F√∂deration ein und lehnte jede Liberalisierung des Handelsmonopols von Buenos Aires ab, weshalb sich in den anderen Provinzen bald Widerstand regte. In seiner zweiten Regierungszeit lie√ü er sich auf unbestimmte Zeit w√§hlen und f√ľhrte ein totalitaristisches, diktatorisches System ein, das viele liberale Politiker wegen umfangreichen Staatsterrors ins Exil zwang. Gegen die 1836 erfolgte Konf√∂deration der Nachbarstaaten Peru und Bolivien ging Argentinien ab 1837 gemeinsam mit Chile im Peruanisch-Bolivianischen Konf√∂derationskrieg milit√§risch vor, konnte aber keine Macht mehr √ľber diese Gebiete gewinnen. Auch versuchte Rosas mit einer neunj√§hrigen Belagerung Montevideos (1842‚Äď1851) Uruguay unter seine Kontrolle zu bekommen, das sich zum Zentrum der gegen Rosas agierenden Exilbewegung entwickelt hatte, war damit jedoch erfolglos. Zudem hatte Argentinien 1833 die Falklandinseln (Islas Malvinas) an Gro√übritannien verloren.

Die Anfänge der Republik Argentinien

Justo José de Urquiza
Bartolomé Mitre um 1900

Rosas Diktatur endete 1852 durch einen Umsturz unter General Justo Jos√© de Urquiza, dem Gouverneur der Provinz Entre R√≠os, der von Uruguay und Brasilien unterst√ľtzt wurde und das Heer von Buenos Aires in der Schlacht von Caseros schlagen konnte. Urquiza wurde daraufhin provisorischer Regierungschef. 1853 verabschiedeten die Provinzen eine republikanische, f√∂deralistische Verfassung, welche mit wenigen √Ąnderungen bis heute g√ľltig ist. Sie wurde allerdings von Buenos Aires zun√§chst nicht anerkannt, was die Losl√∂sung dieser Provinz aus der Republik zur Folge hatte. Hauptstadt Argentiniens wurde daher zun√§chst Paran√°, und Urquiza wurde im November desselben Jahres zum ersten Pr√§sidenten nach der neuen Verfassung gew√§hlt und trat das Amt 1854 an. 1859 bis 1861 wurden die Auseinandersetzungen zwischen der neuen Republik und Buenos Aires milit√§risch ausgetragen, mit darauffolgender Einheit Argentiniens. Urquiza musste jedoch als Zugest√§ndnis an die Unitarier von seinem Amt zur√ľcktreten und Buenos Aires wurde vorl√§ufig ‚Äď ab 1880 endg√ľltig ‚Äď wieder Hauptstadt der Republik. Der liberale Politiker Bartolom√© Mitre wurde 1862 bei den ersten wirklich landesweiten Wahlen zum Pr√§sidenten gew√§hlt. Ihm folgten 1868 Domingo Faustino Sarmiento und 1874 Nicol√°s Avellaneda. In diese Zeit f√§llt der blutige Tripel-Allianz-Krieg (1865‚Äď1870) zwischen Argentinien, Brasilien und Uruguay auf der einen und Paraguay auf der anderen Seite, der von den drei Alliierten gewonnen werden konnte.

1869 wurde unter Sarmiento die erste nationale Volksz√§hlung durchgef√ľhrt. Argentinien hatte demnach zu dieser Zeit 1.836.490 Einwohner, davon lebten 31 % in der Provinz Buenos Aires. 8 % der gesamten Bev√∂lkerung waren Europ√§er (im Sinne von ‚Äěnicht argentinische Staatsb√ľrger‚Äú). Nur noch 5 % waren Indianer. 71 % der Bev√∂lkerung waren Analphabeten und weniger als 17 % der 300.000 Wahlberechtigten konnten schreiben.

Im folgenden Jahrzehnt wurden die Pampa und Patagonien von den Gener√§len Julio Argentino Roca und sp√§ter Conrado Villegas in der sogenannten W√ľstenkampagne (Conquista del Desierto, 1878‚Äď1884) vollst√§ndig unterworfen. Dieses Unternehmen war schon in den 1830er Jahren von Rosas gestartet worden, ihm waren jedoch zun√§chst nur Teilerfolge beschieden. 1877, bei Beginn der Kampagne Rocas, war weiterhin der gr√∂√üte Teil des Landes s√ľdlich einer Linie zwischen Buenos Aires und Mendoza von den Mapuche und Tehuelche-Indianern beherrscht. W√§hrend Rosas bei seiner Kampagne noch auf B√ľndnisse und Verhandlungen mit befreundeten Indianerst√§mmen gesetzt hatte, entschloss sich Roca zu einem Vernichtungskrieg gegen s√§mtliche indianischen Herrschaftsgebiete in der Region. Einige Historiker bezeichnen diese Kampagne als Genozid, w√§hrend dieses Konzept von anderen Historikern abgelehnt wird.[2] So sind Diskussionen aus dem argentinischen Kongress belegt, die ausdr√ľcklich die Eliminierung der indianischen Bev√∂lkerung als Ziel ansahen, w√§hrend beispielsweise Juan Jos√© Cresto, der Direktor der Academia Argentina de la Historia, die These vertritt, dass es sich zu dieser Zeit bereits bei der bek√§mpften Gruppe nicht mehr um wirkliche Indianer, sondern um argentinische Kriminelle gehandelt habe, weshalb die Bezeichnung Genozid irref√ľhrend sei.[3] Nur ein Bruchteil der Indianer √ľberlebte diesen Feldzug, was einen weiteren Widerstand sinnlos machte, auch wenn noch bis 1919 vereinzelt milit√§rische Konflikte mit einzelnen Gruppierungen zu verzeichnen waren.

1880 wurde Roca zum Präsidenten gewählt. Im selben Jahr wurde Buenos Aires offiziell zur Hauptstadt Argentiniens erklärt.

Einwanderungswelle und wirtschaftliche Bl√ľte (1880‚Äď1955)

Die Rep√ļblica Liberal

Nicolas Avellaneda
Julio A. Roca

Die Jahre von 1880 bis 1929 brachten Argentinien wirtschaftlichen Aufschwung und verstärkte Einwanderung, hauptsächlich aus Europa. Diese wurde von einem Gesetz von Rocas Vorgänger Avellaneda stimuliert, das die Erlangung einer Aufenthaltsgenehmigung stark vereinfachte. Die Wirtschaft war stark auf den Export von Rohstoffen und den Import von Industrieprodukten eingestellt. Diese Periode endete mit der Weltwirtschaftskrise.

Die Regierung Roca und die Nachfolger bis 1916 unter den Pr√§sidenten Miguel Ju√°rez Celman (1886‚Äď1890), Carlos Pellegrini (1890‚Äď1892), Luis S√°enz Pe√Īa (1892‚Äď1895), Jos√© Evaristo Uriburu (1895‚Äď1898) und wiederum Roca, die allesamt der konservativ-wirtschaftsliberalen Partei Partido Autonomista Nacional angeh√∂rten, werden heute unter dem Schlagwort Rep√ļblica Liberal zusammengefasst. Sie waren oligarchisch ausgerichtet, mit gro√üem Einfluss der Gro√ügrundbesitzer. Dem Gros der Bev√∂lkerung wurde durch ein ausgekl√ľgeltes Wahlbetrugs-System die politischen Rechte vorenthalten. Das System, in das praktisch alle mit den Wahlen zusammenh√§ngende Institutionen verwickelt waren, basierte auf mehreren Pfeilern: F√§lschung der W√§hlerlisten (z. B. Mehrfachnennung einzelner W√§hler, Nennung von toten W√§hlern, Nichtnennung von Sympathisanten politischer Gegner), Mehrfachwahl einzelner B√ľrger in verschiedenen Distrikten, Nichtzulassung der nicht gew√ľnschten W√§hler sowie Nichtanerkennung und Annullierung von unliebsamen Wahlergebnissen.[4] Vereinfacht gesagt: Nur wer der Oberklasse angeh√∂rte oder mit der Regierung kollaborierte, durfte w√§hlen ‚Äď alle anderen wurden mit dem Spruch ya votaste (du hast schon gew√§hlt) wieder nach Hause geschickt. Auch die Einwanderer, die zu dieser Zeit bereits einen betr√§chtlichen Teil der Bev√∂lkerung ausmachten, hatten als Ausl√§nder kein Stimmrecht. Aus Unmut √ľber diese Verh√§ltnisse wurde Mitte der 1880er Jahre eine Gegenbewegung gegr√ľndet, die Uni√≥n C√≠vica (B√ľrgerunion). Sie machte ab 1890 durch gewaltsame Aufst√§nde auf sich aufmerksam und erlangte trotz des erbitterten Widerstands der Oligarchen einige Zugest√§ndnisse.

Nationalistische Ideen wurden seit 1900 popul√§r. Sie orientierten sich eher an Europa denn an den USA. Die Einwanderer organisierten sich derweil in solidarischen Gemeinschaften, die den Grundstein f√ľr die sp√§teren Gewerkschaften bildeten. 1901 wurde ein anarchistisch orientierter gewerkschaftlicher Dachverband, die FORA, gegr√ľndet, der gemeinsam mit der Uni√≥n C√≠vica und der von deutschen, franz√∂sischen, spanischen und italienischen Einwanderern gegr√ľndeten Sozialistischen Partei die Opposition bildeten. Die FORA und die Sozialisten wurden von der Regierung verfolgt, nur die Uni√≥n C√≠vica konnte Achtungserfolge erlangen. 1904 wurde Manuel Quintana zum Pr√§sidenten gew√§hlt, der aber bereits 1906 im Amt verstarb. Die Nachfolge trat Jos√© Figueroa Alcorta an. 1912 wurde auf Dr√§ngen der Opposition der seit 1910 amtierende Pr√§sident Roque S√°enz Pe√Īa dazu gezwungen, die Wahlpflicht einzuf√ľhren, die den vorherigen Wahlbetrugs-Mechanismus unm√∂glich machte. Nach dem Tod Pe√Īas 1914 wurde Victorino de la Plaza Pr√§sident.

Demokratisierung

Hipólito Yrigoyen

1916 l√∂ste die Uni√≥n C√≠vica Radical (Radikale B√ľrgerunion) unter Hip√≥lito Yrigoyen, eine Abspaltung der Uni√≥n C√≠vica, die bestehende Regierung ab. Dieser Machtwechsel wurde m√∂glich gemacht durch die Reform des Wahlgesetzes im Jahre 1912. Yrigoyen und sein Nachfolger Marcelo T. de Alvear (1922‚Äď1928) versuchten, eine Politik des nationalen Konsenses zu f√ľhren. Mit den Gewerkschaften wurden Verhandlungen aufgenommen, ebenfalls mit der Studentenbewegung, die 1918 in C√≥rdoba die Reform der verkrusteten Universit√§tshierarchien forderte. Dennoch kam es weiterhin zu blutigen Arbeitsk√§mpfen in Buenos Aires (1919) und in Patagonien (1921‚Äď1922). Im Jahre 1928 wurde Yrigoyen erneut zum Pr√§sidenten gew√§hlt. Mit der Weltwirtschaftskrise erhielt die konservative Oppositionsbewegung allerdings wieder Zulauf, Pl√§ne f√ľr einen Staatsstreich wurden geschmiedet.

Weltwirtschaftskrise und Ber√ľchtigtes Jahrzehnt

1930 wurde Yrigoyen bei einem Milit√§rputsch gest√ľrzt. Der konservative General Jos√© F√©lix Uriburu machte sich daran, die alte Ordnung wiederherzustellen. Dennoch sollte das demokratische System beibehalten werden. Die Konservativen hatten sich im Partido Dem√≥crata Nacional (Nationaldemokratische Partei) zusammengeschlossen, die gemeinsam mit dem rechten Fl√ľgel der UCR (der sogenannten Antipersonalisten) und einer Abspaltung der Sozialisten, dem Partido Socialista Independiente, ein Rechtsb√ľndnis gebildet hatte, das Concordancia genannt wurde und letztendlich bis 1943 an der Macht blieb.

1932 kam es zu Wahlen, aus denen der Antipersonalist Agust√≠n Pedro Justo als Sieger hervorging. In der Provinz Buenos Aires war es dabei zum ersten Mal zum sogenannten patriotischen Wahlbetrug gekommen, der in den folgenden Jahren die Kontinuit√§t der konservativen Regierungen absicherte. Die Konservativen waren der Meinung, dass das argentinische Volk noch nicht reif f√ľr die Demokratie sei und daher in ihren Entscheidungen die wahren nationalen Werte nicht achte, weshalb sie den Wahlbetrug f√ľr gerechtfertigt ansahen.[5] Die 30er Jahre sind daher in Argentinien unter dem Namen d√©cada infame (deutsch: ber√ľchtigtes Jahrzehnt) bekannt, auch unter Historikern werden die Regierungen dieser Zeit mehrheitlich als illegitim betrachtet.

Der Zusammenbruch des internationalen Handels infolge der Weltwirtschaftskrise f√ľhrte zum Beginn einer Importsubstitutionspolitik mit Aufbau von Industrie und st√§rkerer wirtschaftlicher Unabh√§ngigkeit. Gleichzeitig wurden jedoch mit dem Roca-Runciman-Pakt 1933 weitreichende Zugest√§ndnisse an Gro√übritannien gemacht, um weiterhin Zugang zum Fleischmarkt der als Folge der Krise wirtschaftlich stark abgeschotteten europ√§ischen Gro√ümacht zu erlangen. Dies ging unter anderem auf Kosten der Unabh√§ngigkeit der argentinischen Zentralbank, die 1935 weitgehend mit britischem Kapital gegr√ľndet wurde, und des Transportsektors, auf dem britische Unternehmen seitdem de facto ein Monopol besa√üen, da diesen im Pakt eine ‚Äěg√ľtige Behandlung‚Äú (‚Äětratamiento ben√©volo‚Äú) zugesprochen wurde.[6]

Der 1938 zum Pr√§sidenten gew√§hlte Roberto Mar√≠a Ortiz, der aus dem Antipersonalisten-Fl√ľgel der UCR stammte, bem√ľhte sich um die St√§rkung der Demokratie und versuchte den Einfluss der Konservativen zur√ľckzudr√§ngen, musste jedoch wegen Krankheit 1942 zur√ľcktreten und wurde von seinem erzkonservativen Vizepr√§sidenten Ram√≥n Castillo ersetzt.[6] Dieser nahm die Demokratisierungsversuche wieder zur√ľck, stie√ü damit aber nicht nur auf den Unmut der Bev√∂lkerung, sondern auch des Milit√§rs, vor allem wegen seiner neutralen Politik im Zweiten Weltkrieg, die von einer neuen Gruppe pro-faschistischer Gener√§le in Frage gestellt wurde, dem Grupo de Oficiales Unidos.

Zweiter Weltkrieg

Perón auf der Titelseite der Zeitschrift Obrero Ferroviario (1945)

Ram√≥n Castillo wurde 1943 durch einen Putsch entmachtet, es folgte eine √úbergangsphase bis 1946, in der das Milit√§r die Macht innehatte. Die GOU-Gener√§le Arturo Rawson (1943), Pedro Pablo Ram√≠rez (1943‚Äď1944) und Edelmiro Juli√°n Farrell (1944‚Äď1946) l√∂sten sich im Pr√§sidentenamt ab. Argentinien war im Zweiten Weltkrieg offiziell neutral, sympathisierte mit den Achsenm√§chten, und unterst√ľtzte gegen Kriegsende die Alliierten.

In der Zeit gelang es dem jungen Offizier Juan Per√≥n, sich trickreich an die Macht zu man√∂vrieren: Er belegte unter Ram√≠rez und Farrell das Arbeitsministerium und wurde wegen seiner weitreichenden Zugest√§ndnisse an die Gewerkschaften schnell zu einem Volkshelden in der Arbeiterklasse. Ebenfalls wurde er von den meisten Unternehmern unterst√ľtzt, da er diese Zugest√§ndnisse mit der Abwehr des Kommunismus und der Bewahrung des Volksfriedens rechtfertigte. Die Binnenwanderung in die Gro√üst√§dte infolge der ab 1930 aufgenommenen Importsubstitutionspolitik hatte die urbane Arbeiterklasse rasch anwachsen lassen und sorgte f√ľr sozialen Z√ľndstoff insbesondere im Gro√üraum Buenos Aires.

Als sich 1945 eine heterogene demokratische Oppositionsbewegung gegen die Milit√§rs bildete, die sich auch gegen die pro-faschistischen Tendenzen im Umfeld Per√≥ns richtete, versuchten diese, den sozialen Frieden wieder herzustellen, indem sie Per√≥n am 10. Oktober des Jahres entlie√üen und verhafteten. Die Gewerkschaften protestierten jedoch gegen diese Entscheidung, und da die Demonstrationen der Opposition ebenfalls nicht nachlie√üen, entschieden sich die Milit√§rs f√ľr das kleinere √úbel und gingen auf die Forderung nach einer R√ľckkehr Per√≥ns in zun√§chst geheimen Verhandlungen ein. Die Arbeiterklasse demonstrierte, vom Gewerkschaftsverband CGT aufgerufen, am 17. Oktober in einer Massenveranstaltung f√ľr dessen Freilassung. Diese Massendemonstration war mit mehr als 300.000 Personen die gr√∂√üte, die Argentinien bis dahin je erlebt hatte, und f√ľhrte noch am selben Tag zu seiner Freilassung. Dieser nutzte daraufhin seine Popularit√§t und sorgte f√ľr die Ausrichtung von freien Wahlen.[7]

Peronismus

Eva Perón (Evita)

Juan Per√≥n gewann die Wahlen 1946 mit nur geringem Vorsprung, dominierte jedoch mit seiner Frau Eva Per√≥n (genannt Evita, ‚Ć 1952) das politische Leben bis 1955. Teil der peronistischen Politik war die Nationalisierung wichtiger Industriezweige und die Ausweitung des Importsubstitutions-Modells auf die Konsumg√ľterindustrie. Per√≥n setzte 1949 eine Verfassungs√§nderung durch, die ihm eine zweite Pr√§sidentschaft erlaubte. Seine Regierungszeit kann man als Mischung aus Demokratie und Diktatur bezeichnen: Andere Parteien waren zwar zugelassen und es gab freie Wahlen, doch die Medien sowie die Gewerkschaftsbewegung unterlagen der Kontrolle durch Per√≥n und seiner Partei. Personenkult und nationalistische Propaganda waren wichtige Pfeiler von Per√≥ns Herrschaft. Vor allem in seiner ersten Regierungszeit erlebte Argentinien die Industrialisierung weiter Teile des zuvor landwirtschaftlich gepr√§gten Landes und eine darauf folgende wirtschaftliche Bl√ľtezeit mit einem Wohlstandsniveau, das sp√§ter nie wieder erreicht wurde. Argentinien profitierte von dem hohen Bedarf des zerst√∂rten Europas. Aus dieser Zeit stammt der Ausspruch Per√≥ns, von dem, was eine argentinische Familie in den M√ľll wirft, k√∂nnten f√ľnf europ√§ische Familien √ľberleben. Bis in die 1950er Jahre war Argentinien tats√§chlich weitaus wohlhabender als die unter den Kriegsfolgen leidenden europ√§ischen L√§nder. Soziale Ma√ünahmen wie der 8-Stunden-Tag verschafften Per√≥n einen R√ľckhalt bei der breiten Masse der Bev√∂lkerung.

Per√≥n ist in Deutschland heute vor allem wegen seiner Sympathie f√ľr die Ideologie des Nationalsozialismus umstritten. Er bewunderte nicht nur Mussolini und √§u√üerte sich extrem antisemitisch, sondern sorgte f√ľr eine Einreiseverhinderungspolitik gegen√ľber j√ľdischen Fl√ľchtlingen (Politik der "verschlossenen T√ľren") und unterst√ľtzte gleichzeitig die Fluchtwelle von NS-Kriegsverbrechern und NS-Kollaborateuren aus ganz Europa, die so ihrer Gerichtsbarkeit entgingen. NS-Verbrecher wie Adolf Eichmann, Josef Mengele oder Walter Rauff fanden nach 1945 in Argentinien Unterschlupf, oft mit Hilfe des Vatikans. Noch heute leben vermutlich weniger bekannte und daher unentdeckt gebliebene Nazis in Argentinien. NS-Kriegsverbrecher sollten im Sinne Per√≥ns besonders f√ľr milit√§rische Bed√ľrfnisse eine Rolle spielen und hatten Einfluss auf die Einreisebeh√∂rde von Santiago Peralta.[8]

Die Konservativen beobachteten Per√≥n mit Misstrauen und schmiedeten in der zweiten Pr√§sidentschaft Per√≥ns (ab 1951) Pl√§ne f√ľr den gewaltsamen Umsturz. Es entstand eine breite konservativ-liberale, sowie nationalistische, Oppositionsbewegung, die vor allem von der alten Gro√ügrundbesitzer-Oligarchie, aber sp√§ter auch von der katholischen Kirche unterst√ľtzt wurde. Einsetzende wirtschaftliche Probleme f√ľhrten dazu, dass diese Bewegung auch von einem Teil der Mittelschicht und der Industriellen unterst√ľtzt wurde, doch die Arbeiterklasse blieb Per√≥n treu.

Die Phase der Instabilit√§t (1955 ‚Äď 1983)

Peróns Zeit im Exil

Ein Milit√§rputsch unter F√ľhrung von Eduardo Lonardi beendete 1955 Per√≥ns Regierung. Doch auch nach seiner Entmachtung blieb Per√≥n bei den Massen beliebt und aus dem Exil heraus einflussreich.

In den folgenden Jahren pr√§gte der Konflikt zwischen drei Interessengemeinschaften die Politik: Die Reformpopulisten, die sich vor allem in der UCR fanden, wollten die Wirtschaftspolitik der Peronisten nur wenig reformieren und weiterhin auf eine Industrialisierung auf Basis von argentinischem Kapital setzen. Die Desarrollistas (etwa: Entwicklungspolitiker) wollten den Industrialisierungsprozess auf Zwischenprodukte und langlebige Konsumg√ľter wie Autos ausweiten, also auf Sektoren, die von ausl√§ndischem Kapital bestimmt waren, und die Lohnpolitik zugunsten der Unternehmer ausrichten, um h√∂here Investitionen m√∂glich zu machen. Die Liberalen, die vor allem von den gut gestellten Klassen und gro√üen Teilen des Milit√§rs unterst√ľtzt wurden, wollten dagegen ineffiziente Industrien abschaffen und stattdessen auf den freien Handel setzen. Ihrer Meinung nach waren beim Importsubstitutionsprozess zwischen 1930 und 1955 zahlreiche k√ľnstliche Industrien geschaffen worden, deren Existenzberechtigung zweifelhaft sei.[9]

Lonardi wurde noch im Jahr 1955 von Pedro Eugenio Aramburu abgel√∂st, der im Kern die Verfassung von 1853 wieder einsetzte und die Peronistische Partei verbot. Wahlen im Februar 1958 brachten Arturo Frondizi von der UCRI (Uni√≥n C√≠vica Radical Intransigente, Unbeugsame Radikale B√ľrgerunion), einem den Desarrollistas nahestehenden Fl√ľgel, der zu dieser Zeit gespaltenen UCR, mit Unterst√ľtzung von einem Teil der Peronisten, Politikern verschiedener Provinzparteien bis hin zu den Kommunisten, an die Regierung. W√§hrend seiner Regierungszeit √∂ffnete sich Argentinien dem ausl√§ndischen Kapital gegen√ľber, weiterhin wurde das Verbot der peronistischen Partei schrittweise gelockert und 1961 ganz aufgehoben. Dies rief den Unmut des antiperonistischen Sektors hervor.

Nach den Gouverneurswahlen 1962, die von der PJ deutlich gewonnen wurden, forderten die nach wie vor von Antiperonisten dominierten Streitkr√§fte die Annullierung der Wahlen. Obwohl Frondizi einlenkte, wurde er nur zehn Tage nach der Wahl durch einen Putsch abgesetzt. Um den Anf√ľhrer des Putsches Ra√ļl Poggi als Pr√§sidenten zu verhindern, wurde in einer taktischen √úberlegung, die von Richtern des damaligen Obersten Gerichtshof ausging, Jos√© Mar√≠a Guido, damals provisorischer Vorsitzender des Senats und Parteifreund Frondizis aus der UCRI, als Interimspr√§sident vereidigt. Es handelte sich also um den einzigen Putsch in Argentiniens Geschichte, nach dem der Nachfolger des abgesetzten Pr√§sidenten zumindest formal verfassungsgem√§√ü bestimmt wurde. Die Milit√§rs wurden durch diese Wendung √ľberrascht und reagierten zun√§chst mit Ablehnung.[10] Da sich jedoch Guido kooperativ verhielt und die Auflagen der Milit√§rs akzeptierte, die Wahlen von 1962 endg√ľltig zur√ľcknahm, die PJ wieder verbot und eine konservative Wirtschaftspolitik ank√ľndigte, akzeptierten diese ihn als Staatsoberhaupt. Frondizi wurde derweil auf der Insel Mart√≠n Garc√≠a interniert.

Die folgenden Neuwahlen vom Juli 1963, an denen Peronisten und Kommunisten nicht teilnehmen durften, gewann Arturo Umberto Illia von der antiperonistischen Str√∂mung der UCR, der UCRP (Uni√≥n C√≠vica Radical del Pueblo, Radikale B√ľrgerunion des Volkes). Die UCRP erreichte zwar die Mehrheit der Stimmen, was jedoch trotzdem nur einen Anteil von ca. 25 % der insgesamt abgegebenen Stimmen entsprach. Die UCRI des gest√ľrzten Pr√§sidenten Frondizi erreichte mit 16 % den dritten Platz. Etwa 40 % der abgegebenen Stimmen verteilten sich auf 47 weitere Parteien. Obschon Illias Stil und Rhetorik sich n√ľchterner, weniger nationalistisch und populistisch zeigten, war seine Wirtschafts- und Sozialpolitik einem klassischen wirtschafts-nationalistischen Modell n√§her als die Frondizis. So machte er beispielsweise die von Frondizi geschlossenen Vertr√§ge mit ausl√§ndischen √Ėlfirmen r√ľckg√§ngig. Illias Politik zeichnete sich dar√ľber hinaus durch ihren strikten Respekt vor demokratischen Prozeduren und Normen aus, was ihm aber nicht zur Unterst√ľtzung der peronistischen Gewerkschaften verhalf.

Juan Carlos Onganía

Erfolge der Peronisten in Regionalwahlen und Nachwahlen 1965 sowie Arbeiterunruhen aufgrund der schlechten Wirtschaftslage f√ľhrten zu einem erneuten Putsch am 28. Juni 1966 durch General Juan Carlos Ongan√≠a; der amtierende Pr√§sident Arturo Umberto Illia wurde f√ľr abgesetzt erkl√§rt. Der konservative Ongan√≠a wurde am 28. Juni als neuer Pr√§sident vereidigt und richtete eine Diktatur ein, die von ‚ÄěExperten‚Äú geleitet werden sollte. Das Parlament wurde aufgel√∂st und die Parteien verboten. Die Regierung Ongan√≠a setzte weiterhin auf den entwicklungspolitischen Ansatz und weitete die Industrialisierung weiter aus, nun aber mit vermehrter Beteiligung multinationaler Unternehmen im Zeichen eines wirtschaftsliberalen Kurses. Obwohl der m√§chtige peronistische Gewerkschaftsf√ľhrer Augusto Vandor, auch el lobo (der Wolf) genannt, die Regierung Ongan√≠as urspr√ľnglich unterst√ľtzt hatte, bildete sich bald eine Opposition aus Arbeitern und Studenten gegen das Regime, was ab 1969 zu zunehmend gewaltt√§tigen Auseinandersetzungen f√ľhrte. 1969 etwa wurde Vandor von linksgerichteten peronistischen Guerilleros ermordet, die versuchten die Bewegung des exilierten Anf√ľhrers auf ihren Kurs einzuschwenken.

Im selben Jahr kam es zu Unruhen in C√≥rdoba (Cordobazo) und Rosario (Rosariazo), die Ongan√≠a die Pr√§sidentschaft kosteten. Nachfolger wurde Roberto Marcelo Levingston, der sich als Vorbereiter eines demokratischen Umschwungs sah, aber schon 1971 erneut nach Unruhen in C√≥rdoba (Viborazo) den Hut nehmen musste. In der gesamten Epoche erlebten verschiedene Guerilla-Organisationen regen Zulauf, die von einem Teil der Studentenbewegung unterst√ľtzt wurden. Die Montoneros, die gr√∂√üte von ihnen, war peronistisch, w√§hrend andere wie das Ej√©rcito de Liberaci√≥n Nacional (ELN) und die Revolution√§re Volksarmee (Ej√©rcito Revolucionario del Pueblo, ERP) kommunistisch orientiert waren. Besonders die ERP stach durch ihre sozialen Aktivit√§ten (z. B. Essensabgabe in Slums) hervor, was sie in der Bev√∂lkerung und bei den Studenten sehr beliebt machte.

Zweite peronistische Epoche

Der letzte vom Milit√§r ernannte Pr√§sident, Alejandro Lanusse, bereitete seit seinem Amtsantritt 1971 die Wiederherstellung der Demokratie vor. Proteste und Gewalt sowie ein st√§ndiges Taktieren zwischen dem im Exil lebenden Per√≥n und Lanusse pr√§gten die Jahre 1972 und 1973. Die Wahl vom M√§rz 1973 gewannen die Peronisten mit H√©ctor Jos√© C√°mpora als Pr√§sidentschaftskandidaten, der jedoch im Wahlkampf schon darauf aufmerksam machte, dass er im Fall einer R√ľckkehr Per√≥ns ihm den Platz frei machen w√ľrde.

Nach eskalierendem Terror von Rechts und von Links und Per√≥ns R√ľckkehr trat C√°mpora zur√ľck, f√ľr kurze Zeit √ľbernahm Ra√ļl Alberto Lastiri das Pr√§sidentenamt, dann war aber der Weg f√ľr Per√≥ns erneute Pr√§sidentschaft frei. Per√≥n fuhr in dieser Zeit jedoch einen harten Rechtskurs. Die wirtschaftlichen Probleme konnte er nicht l√∂sen. Nach Per√≥ns Tod im Juli 1974 folgte ihm Isabel Per√≥n, seine dritte Ehefrau, im Amt. Ihre Regierungszeit war von wirtschaftlichem Niedergang und erneutem Terrorismus gepr√§gt. Die schon unter Per√≥n gegr√ľndete halbstaatliche Terrorbrigade Alianza Anticomunista Argentina (AAA) sorgte f√ľr die ersten so genannten Verschwundenen und ermordete zahlreiche Oppositionelle und Aktivisten der Linken.

Militärdiktatur und Staatsterror

‚Üí Hauptartikel: Prozess der Nationalen Reorganisation

Einige Madres beim ehemaligen Präsidenten Nestor Kirchner

Im M√§rz 1976 √ľbernahm das Milit√§r unter Jorge Rafael Videla erneut die Regierungsgewalt, unterst√ľtzt von der Fraktion der Liberalen, die angesichts der Wirtschaftskrise ihre Stunde gekommen sahen. Der sogenannte ‚ÄěProzess der Nationalen Reorganisation‚Äú (Proceso de Reorganizaci√≥n Nacional oder kurz Proceso) sollte die als ‚Äěkrank‚Äú betrachtete argentinische Gesellschaft wieder zu konservativen Idealen bekehren sowie die linken Guerillaorganisationen endg√ľltig vernichten. Eine Demokratisierung kam f√ľr die Milit√§rs erst nach einem erfolgreichen Abschluss dieses ‚ÄěProzesses‚Äú in Betracht.

Terror und Gegenterror sowie der vom Wirtschaftsminister Jos√© Alfredo Mart√≠nez de Hoz initiierte erfolglose Aufbruch in den Neoliberalismus, der zwar zur Inflationsbek√§mpfung nach der liberalen Schule geeignet erschien, aber letztendlich einem nationalen Ausverkauf gleichkam und die Industrieproduktion um 40 % sinken lie√ü, pr√§gte die folgenden Jahre. Im schmutzigen Krieg der Milit√§rregierung gegen ihre politischen Gegner, insbesondere gegen die Montoneros, wurden nach Angaben der Nationalkommission √ľber das Verschwinden von Personen nachweisbar etwa 2.300 Menschen ermordet und 10.000 verhaftet. Zwischen 20.000 und 30.000 Menschen, Desaparecidos genannt, verschwanden in dieser Zeit spurlos. Die Madres de Plaza de Mayo verlangen seit 1977 erfolglos die Aufkl√§rung dieser Verbrechen. 2006 wurde der ehemalige Chefermittler Miguel Etchecolatz wegen Mordes, Freiheitsberaubung und Folterung von politischen Gegnern zu lebenslanger Haft verurteilt. In der Urteilsbegr√ľndung wurde erstmalig der Begriff ‚ÄěV√∂lkermord‚Äú verwendet, da es sich laut Gericht um einen systematischen Vernichtungsplan gehandelt habe.[11]

Videlas Nachfolger Roberto Viola (März 1981) und Leopoldo Galtieri (Dezember 1981) vermochten das Land nicht aus der schweren Wirtschaftskrise zu befreien. Der Versuch, Argentinien durch die Besetzung der Malwinen (Falklandinseln) im April 1982 zu mobilisieren, versagte aufgrund des britischen Sieges im Falklandkrieg im Juni 1982. Galtieri wurde daraufhin durch Reynaldo Bignone abgelöst, der nach Massenprotesten gegen die Diktatur die Demokratisierung einleitete.

Das demokratische Argentinien (nach 1983)

Ra√ļl Alfons√≠n
Carlos Menem

Die 80er Jahre

Hoch verschuldet und wirtschaftlich angeschlagen w√§hlte Argentinien am 30. Oktober 1983 Ra√ļl Alfons√≠n von der Uni√≥n C√≠vica Radical zum Pr√§sidenten. Alfons√≠n f√ľhrte Milit√§rreformen ein, bekam die Wirtschaftsprobleme aber nicht unter Kontrolle. 1985 wurde die W√§hrung reformiert und der Austral eingef√ľhrt, begleitet von einer schockartigen Sparpolitik, verbunden mit einem allgemeinen Lohn- und Preisstopp. Ab 1987 versch√§rfte sich jedoch die Inflation erneut. Im Jahr 1989 kam es trotz zahlreicher wirtschaftlicher Notprogramme zu einer Hyperinflation, der Dollarkurs stieg auf mehrere Hundert Australes; die Armutsrate vervielfachte sich und erreichte mit 48 Prozent einen Rekord.

Die Regierung Menem

Die Peronisten gewannen die Wahl vom Mai 1989 in dieser krisenhaften Situation mit Carlos Menem, der zun√§chst eine R√ľckkehr zu peronistischen Umverteilungs-Idealen versuchte, schnell jedoch auf einen strikt neoliberalen Kurs umschwenkte. Aber erst 1991 konnte mit Hilfe des sogenannten Plan de Convertibilidad des neuen Wirtschaftsministers Domingo Cavallo die Inflation effizient bek√§mpft werden. Cavallo f√ľhrte einen festen Dollarkurs von 10.000 Australes pro US-Dollar ein. 1992 wurde der Austral durch den Argentinischen Peso abgel√∂st, der 10.000 Australes und somit genau einen Dollar wert war. Im Rahmen des Konvertibilit√§tsplans wurde jedem Peso ein Dollar als R√ľckhalt in den Reserven einprogrammiert, was bedeutete, dass man unter Garantie des Staates jederzeit Pesos in Dollar im Verh√§ltnis 1:1 umtauschen konnte. Die ‚Äď allerdings teilweise schlecht organisierte ‚Äď Privatisierung von Staatsbetrieben sowie eine Restrukturierung der Staatsschulden f√ľhrten zu einer kurzzeitigen Erholung. Meist ausl√§ndische Investoren erwarben die argentinischen Staatsbetriebe und andere marode Firmen und strukturierten sie um, was in vielen F√§llen allerdings auch Massenentlassungen zur Folge hatte.

Nach einer breit getragenen Verfassungsreform gewann Menem 1995 ein zweites Pr√§sidentschaftsmandat. Im selben Jahr schwappte die 1994 begonnene Tequila-Krise aus Mexiko √ľber und sorgte zum ersten Mal seit 1990 wieder f√ľr eine Rezession. Die Dollar-Parit√§t f√ľhrte langsam zu einer √úberbewertung des Peso. So wies der Big-Mac-Index des Economist eine √úberbewertung des Peso um ca. 20 % aus. Viele Betriebe mussten wegen der erdr√ľckenden Konkurrenz von Billigimporten aus Asien schlie√üen, die Arbeitslosigkeit erreichte Rekordh√∂hen. Dennoch wurde die Dollarparit√§t zun√§chst beibehalten und die Wirtschaft erholte sich trotz der negativen Effekte durch die Asien-, Russland- und Brasilien-Krise bis 1998 wieder leicht.

Wirtschaftskrise und Wiederaufschwung

siehe Hauptartikel Argentinien-Krise

Fernando de la R√ļa

Ab Ende 1998 befand sich Argentinien in einer tiefen deflationären Wirtschaftskrise.

1999 sch√∂pfte die Bev√∂lkerung Hoffnung durch die Wahl Fernando de la R√ļas zum argentinischen Pr√§sidenten. De la R√ļa trat mit einer Mitte-Links-Koalition an und konnte die peronistische Regierung abl√∂sen. Allerdings f√ľhrten der richtungslose Kurs der Regierung unter De la R√ļa und Streitereien innerhalb der Koalition zu einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation. Der Wirtschaftsminister wechselte mehrere Male, bis De la R√ļa mit Domingo Cavallo einen ehemaligen Peronisten und den geistigen Vater der 1:1-Bindung an den US-Dollar als Wirtschaftsminister in die Regierung holte. Dieser f√ľhlte sich Ende 2001 gen√∂tigt, alle Bankkonten einzufrieren, was einen Sturm der Emp√∂rung in der Bev√∂lkerung ausl√∂ste, der seinen Ausdruck vor allem in den so genannten Cacerolazos (gemeinschaftliches lautes Schlagen mit einem Kochl√∂ffel auf einen Kochtopf) fand. Dar√ľber hinaus gab es Ende 2001 im gro√üen Stile Pl√ľnderungen in und um Buenos Aires durch Arbeitslose und so genannte Piqueteros (Piqueteros sind organisierte Arbeitslose, die durch so genannte Piquetes (Stra√üen- und Firmenblockaden) auf ihre Situation aufmerksam machen wollen). De la R√ļa trat schlie√ülich am 21. Dezember 2001 von seinem Amt zur√ľck, nachdem in den Tagen zuvor mehr als 25 Menschen in gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei ums Leben gekommen waren.

Die folgende Regierung unter Adolfo Rodr√≠guez Sa√° (Peronistische Partei) erkl√§rte schlie√ülich den Staatsbankrott; nach f√ľnf Tagen trat auch Sa√° infolge des Widerstands aus den eigenen Reihen zur√ľck. Sein Nachfolger Eduardo Duhalde, dem eher konservativen Menemistischen Fl√ľgel der Peronisten angeh√∂rig, wertete dann die W√§hrung weitgehend unkontrolliert ab, sie fiel zeitweise auf unter 25 % ihres vorherigen Wertes.

Ein weiterer H√∂hepunkt der Wirtschaftskrise war die erste Jahresh√§lfte 2002, in der die Arbeitslosigkeit und die Armutsrate auf Rekordh√∂hen stiegen. Die Unzufriedenheit mit der Situation veranlasste vor allem B√ľrger aus unterprivilegierten Schichten (Arbeitslosen) und aus dem Mittelstand zu h√§ufigen Demonstrationen.

Néstor Kirchner

Ab Mitte 2002 stabilisierte sich die Situation langsam, und Ende 2002 konnte wieder ein Wirtschaftswachstum konstatiert werden. Im Mai 2003 wurde nach einer sehr chaotisch verlaufenden Pr√§sidentschaftswahl N√©stor Kirchner zum neuen Staatsoberhaupt gew√§hlt. Er geh√∂rt eher dem linken Fl√ľgel der peronistischen Partei an. Trotz seines niedrigen Wahlergebnisses war er in der Bev√∂lkerung sehr beliebt, da er einige Reformen anging, die die Situation des Landes auf vielen ‚Äď auch auf sozialen ‚Äď Gebieten wieder langsam verbessern konnten. 2003 verbuchte Argentinien ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in H√∂he von 8,7 % gegen√ľber -10,9 % im Jahr 2002.[12]

Bei den Wahlen zum argentinischen Senat und zur argentinischen Abgeordnetenkammer im Oktober 2005 gingen die Anh√§nger N√©stor Kirchners mit etwa 40 % der Stimmen als Sieger hervor. Bei der Wahl um Senatorenposten der wichtigen Provinz Buenos Aires gewann seine Frau Cristina Fern√°ndez de Kirchner gegen die Ehefrau des ehemaligen Pr√§sidenten Eduardo Duhalde Hilda Gonz√°lez de Duhalde, die ebenfalls der Peronistischen Partei angeh√∂rt. Der Pr√§sident wurde somit gest√§rkt und konnte sich in beiden Kammern auf eine breite Mehrheit auch innerhalb seiner eigenen Partei st√ľtzen.

Anfang 2006 f√ľhrte der Beginn des Baus von Zellulosefabriken im uruguayischen Fray Bentos am R√≠o Uruguay, der an Argentinien grenzt, zu einem schweren diplomatischen Konflikt mit dem Nachbarland. Argentinien warf Uruguay vor, wegen des Fehlens sorgf√§ltiger Untersuchungen √ľber die Auswirkungen dieser Investition den Fluss zu verschmutzen und damit die internationalen Vertr√§ge √ľber dessen gemeinsame Nutzung zu missachten. Zu einer Versch√§rfung des Konfliktes kam es, als die Bev√∂lkerung der Stadt Gualeguaych√ļ gegen√ľber dem geplanten Standort der Fabriken monatelang die Grenz√ľberg√§nge zwischen beiden L√§ndern mit Stra√üensperren blockierte. Erst Ende April wurden die Blockaden beendet. Argentinien meldete den Fall dem Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationen in Den Haag, der jedoch keine Bedenken gegen den Bau der Fabriken erkennen konnte.[13]

Bei der Pr√§sidentschaftswahl 2007 konnte sich Cristina Fern√°ndez de Kirchner bereits im ersten Wahlgang mit 45,3 % der Stimmen durchsetzen. Ihre Parteienallianz Frente para la Victoria wurde auch in der gleichzeitigen Wahl zu Abgeordnetenhaus und Senat gest√§rkt. Am 10. Dezember 2007 trat Fern√°ndez ihr Amt an.

Literatur

  • Jos√© A. Friedl Zapata: Argentinien. Natur, Gesellschaft, Geschichte, Kultur, Wirtschaft. Erdmann Verlag, T√ľbingen und Basel 1978, ISBN 3-7711-0307-X.
  • Sturzenegger-Benoist, Odina: L'Argentine. √Čd. Karthala, Paris 2006, ISBN 978-2-84586-357-6.
  • Nelson Castro: Enfermos de poder (Machtkranke), Vergera, Buenos Aires 2005 ISBN 950-15-2371-3.
  • Ponce, N√©stor: L' Argentine: crise et utopies. √Čd. du Temps, Paris 2001, ISBN 2-84274-157-9.
  • John Lynch: Historia de la Argentina, Barcelona: Critica 2001. ISBN 84-8432-277-7.
  • Jorge Saborido (Ed.): Historia reciente de la Argentina (1975 - 2007), Madrid: Marcial Pons & Asociaci√≥n de Historia Contempor√°nea 2009. ISBN 978-84-96467-97-2.
  • Michael Riekenberg: Kleine Geschichte Argentiniens. C.H. Beck, M√ľnchen 2009. ISBN 978-3-406-58516-6.
  • Sandra Carreras (Hrsg.): Der Nationalsozialismus und Lateinamerika. Institutionen, Repr√§sentationen, Wissenskonstrukte, Teil 1, 74 S., Teil 2, 52 S., Schriftenreihe Ibero-online.de, Ibero-Amerikanisches Institut Preu√üischer Kulturbesitz, Berlin 2005, ISBN 3-935656-20-3.

Weblinks

 Commons: Geschichte Argentiniens ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Vgl. Francisco A. Encina: Historia de Chile, Santiago de Chile 1949 und Alonso de Ercilla y Zuniga: La Araucana, 2 Bde., Mexico 1962.
  2. ‚ÜĎ Sammlung von Texten verschiedener Historiker, die die Genozid-Theorie vertreten oder ablehnen (spanisch)
  3. ‚ÜĎ Roca y el mito del genocidio, Juan Jos√© Cresto, La Naci√≥n, 29. November 2004
  4. ‚ÜĎ Vgl. ausf√ľhrlich Natalio R. Botana, El √≥rden conservador, Abschnitt El Sufragio: fraude y controll electoral, Hyspamerica, Buenos Aires 1977, S. 174 ff.
  5. ‚ÜĎ Susana Freier: L√≠nea sistem√°tica: una democracia inacabada en constante transformaci√≥n, Universidad Cat√≥lica Argentina, Documento CSOC 12/2003, S. 24.
  6. ‚ÜĎ a b Luis A. Romero, Breve Historia contempor√°nea de la Argentina, Kap. III "La Restauraci√≥n Conservadora", S. 89 ff.
  7. ‚ÜĎ Juan Carlos Torre: Los a√Īos peronistas', Kapitel 1 "Introducci√≥n a los a√Īos peronistas", Ed. Sudamericana, Buenos Aires 2002, S. 30-33
  8. ‚ÜĎ Vgl. ausf√ľhrlich bei: Uki Go√Īi: Odessa. Die wahre Geschichte. Fluchthilfe f√ľr NS-Kriegsverbrecher. Berlin/Hamburg 2006. ISBN 3-935936-40-0; Siehe auch: Theo Bruns: Massenexodus von NS-Kriegsverbechern nach Argentinien. Die gr√∂√üte Fluchthilfeoperation der Kriminalgeschichte. In: ila 299 [1]
  9. ‚ÜĎ Marcelo Cavarozzi: Autoritarismo y democracia, Kap. 1: El fracaso de la "semidemocracia" y sus legados, CEAL, Buenos Aires 1987, S. 23-26
  10. ‚ÜĎ Carlos Floria, C√©sar Garcia Belsunce: Historia Pol√≠tica de la Argentina Contemporanea (1880-1983), Alianza Universidad, Buenos Aires 1989, S. 184
  11. ‚ÜĎ Artikel der Salzburger Nachrichten vom 21. September 2006
  12. ‚ÜĎ Quelle: INDEC
  13. ‚ÜĎ kas.de (2010): Internationaler Gerichtshof f√§llt salomonisches Urteil. - Zellulosefabrik am R√≠o Uruguay muss nicht abgerissen werden

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen W√∂rterb√ľchern nach:

  • Geschichte Brasiliens 1822 bis 1880 ‚ÄĒ Lage Brasiliens in S√ľdamerika Inhaltsverzeichnis 1 Das vorkoloniale Brasilien 2 Die Zeit der Entdeckungen 3 Bes ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Geschichte Brasiliens 1822 bis 1889 ‚ÄĒ Lage Brasiliens in S√ľdamerika Inhaltsverzeichnis 1 Das vorkoloniale Brasilien 2 Die Zeit der Entdeckungen 3 Bes ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Geschichte Brasiliens bis 1822 ‚ÄĒ Lage Brasiliens in S√ľdamerika Inhaltsverzeichnis 1 Das vorkoloniale Brasilien 2 Die Zeit der Entdeckungen 3 Bes ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Geschichte Franz√∂sisch-Guyanas ‚ÄĒ Pr√§kolumbische Steinzeichnungen in Kourou Inhaltsverzeichnis 1 Pr√§kolumbische Zeit 2 Entdeckung und Besiedlung durch Europ√§er ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Geschichte Surinams ‚ÄĒ ÔĽŅ In diesem Artikel oder Abschnitt¬†fehlen folgende wichtige Informationen: u.a. Deutsche √úbersetzung noch unzureichend und die Fehler die der englische Artikel aufweist wurden gleich mit √ľbernommen. Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Geschichte S√ľdgeorgiens ‚ÄĒ S√ľdgeorgien und die S√ľdlichen Sandwichinseln Dieser Artikel liefert einen √úberblick √ľber die Geschichte des britischen Territoriums S√ľdgeorgien und die S√ľdlichen Sandwichinseln im S√ľdlichen Ozean. Vor der Entdeckung durch europ√§ische Seefahrer… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Geschichte des Spanischen in Argentinien ‚ÄĒ Karte des Gebiets R√≠o de la Plata Spanisch (Rioplatensisch, das rioplatensische Spanisch = el espa√Īol rioplatense) ist eine vor allem in Argentinien und Uruguay gesprochene Variante der spanischen Sprache. Es hat seinen Namen vom R√≠o de la Plata ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Geschichte Uruguays ‚ÄĒ Flagge Uruguays Lage Uruguays in S√ľdamerika ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Geschichte der Falklandinseln ‚ÄĒ Bei ihrer europ√§ischen Entdeckung waren die Falklandinseln unbewohnt. Aber Funde von Kanus und Pfeilspitzen bezeugen, dass die Inseln schon vorher von Y√°mana, einem indianischen Volk von Feuerland, besucht wurden. Briefmarke der Falklandinsel (¬Ĺ… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Geschichte einer Pl√ľnderung ‚ÄĒ Filmdaten Deutscher Titel: Memoria del Saqueo ‚Äď Chronik einer Pl√ľnderung Originaltitel: Memoria del saqueo Produktionsland: Argentinien, Frankreich, Schweiz Erscheinungsjahr: 2004 L√§nge: 120 Minuten Originalsprache ‚Ķ   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
… Do a right-click on the link above
and select ‚ÄúCopy Link‚ÄĚ

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.