Geschichte Griechenlands

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Geschichte Griechenlands
Wappen Griechenlands

Die Geschichte Griechenlands reicht mehr als 4000 Jahre zurĂŒck. WĂ€hrend der Steinzeit folgte die Einwanderung indogermanischer StĂ€mme der Ionier, Äolier und Achaier auf die Balkanhalbinsel, die sich mit den dortigen vorgriechischen Einwohnern vermischten. Es folgte ein AufblĂŒhen welthistorisch bedeutender Kulturen, auf Kreta etwa entstand die minoische Kultur (2600–1150 v Chr.), die die beeindruckenden Palastbauten von Knossos und Phaistos schuf. Um 1200 v.Chr. fand unter dem Druck der Illyrier die dorische Wanderung auf die Peloponnes statt. Die griechischen Bevölkerungsgruppen geraten dadurch unter Druck und weichen auf die kleinasiatische KĂŒste sowie die Ă€gĂ€ischen Inseln aus.

Die Bewohner des Festlandes, die Hellenen, rĂŒsteten im weiteren Verlauf umfangreiche See- und MilitĂ€rexpeditionen aus und erforschten das Mittelmeer bis an den Atlantik und das Schwarze Meer, bis zum Kaukasusgebirge. Eine dieser Expeditionen, die Belagerung von Troja, wird in dem ersten großen literarischen Werk Europas, Homers Ilias, beschrieben. Im gesamten Mittelmeerraum, in Kleinasien und an der nordafrikanischen KĂŒste wurden infolge der Reisen zur Erschließung neuer MĂ€rkte zahlreiche griechische Siedlungen gegrĂŒndet.

WĂ€hrend der klassischen Periode (5. Jahrhundert v. Chr.) bestand Griechenland aus Stadtstaaten; der grĂ¶ĂŸte war Athen, gefolgt von Sparta und Theben. Der Wunsch nach UnabhĂ€ngigkeit und Freiheitsliebe verhalf den Griechen zum Sieg ĂŒber die Perser in den Perserkriegen. In der zweiten HĂ€lfte des 4. Jahrhunderts v.Chr. eroberten die Griechen, angefĂŒhrt von Alexander dem Großen, mit dem Perserreich den grĂ¶ĂŸten Teil der damals bekannten Welt und versuchten ihn zu hellenisieren. Infolge der sich anschließenden KĂ€mpfe zwischen den griechischen Klein- und MittelmĂ€chten untereinander sowie mit und gegen Makedonien kam es zum Eingreifen des Römischen Reiches gegen Philipp V. von Makedonien.

146 v. Chr. fiel Griechenland an das Römische Reich. Damit endete die politische Geschichte des unabhĂ€ngigen Griechenland fĂŒr fast zwei Jahrtausende. Doch lebte die griechische Kultur im Rahmen des Römischen Reiches fort und prĂ€gte seit dem 2. vorchristlichen Jahrhundert zunehmend auch die römische Zivilisation. 330 n. Chr. verlegte Kaiser Konstantin die Hauptstadt des römischen Reiches nach Konstantinopel und begrĂŒndete damit das oströmische Reich das spĂ€ter als byzantinische Reich bekannt wurde. Byzanz transformierte das Erbe des antiken Griechenland in einen TrĂ€ger fĂŒr die neue christliche Zivilisation. Das byzantinische Reich fiel 1453 an die Osmanen, und die Griechen blieben fast 400 Jahre lang unter der osmanischen Herrschaft. WĂ€hrend dieser Zeit bewahrten sie ihre Sprache, Religion und nationale IdentitĂ€t.

Am 25. MĂ€rz 1821 erhoben sich die Griechen gegen die TĂŒrken und erkĂ€mpften bis 1828 ihre UnabhĂ€ngigkeit. Da der neue Staat nur einen Teil des Landes umfasste, ging der Kampf weiter. 1864 fielen die Ionischen Inseln an Griechenland, 1881 Teile von Epirus und Thessalien. Kreta, die OstĂ€gĂ€is und Makedonien kamen 1913 hinzu und West-Thrakien 1919. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auch die Dodekanes-Inseln 1948 an Griechenland zurĂŒckgegeben.

WĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges griff Italien Griechenland an. Die griechischen StreitkrĂ€fte konnten die Invasionstruppen aufhalten, sodass schließlich Deutschland Italien zu Hilfe kam. Italien und Deutschland besetzten Griechenland, Partisanen organisierten den Widerstand. Der Befreiung schloss sich ein vierjĂ€hriger BĂŒrgerkrieg an, in den britische Truppen offen eingriffen mit dem Ziel, den westlichen Einfluss auf Griechenland zu sichern. Er verursachte weitere Opfer und große VerwĂŒstungen. 1967 putschte sich das MilitĂ€r an die Macht und konnte seine Diktatur bis 1974 aufrechterhalten. Seit der Abschaffung der Monarchie im Jahre 1975 ist Griechenland eine parlamentarische PrĂ€sidialdemokratie. Griechenland wurde 1952 Mitglied der NATO und 1981 Mitglied der EG.

Inhaltsverzeichnis

Der Siedlungsraum

Die sĂŒdliche Balkan-Halbinsel ist geografisch stark durch schroffe Gebirge gegliedert. Hierdurch wurde die Entwicklung einer Vielzahl eigenstĂ€ndiger Kleinstaaten begĂŒnstigt. Verkehrsadern waren die meist nach Osten gerichteten FlusslĂ€ufe.

Die ÄgĂ€is mit ihren InselbrĂŒcken nach Kleinasien und Kreta begĂŒnstigte den wirtschaftlichen und kulturellen Austausch nach Osten. Nach Westen hingegen ist das Land mit Ausnahme des Golfes von Korinth weit weniger geöffnet. Geringe Ausdehnung des zusammenhĂ€ngend landwirtschaftlich nutzbaren Bodens, Verkarstung des Landes durch frĂŒhe Abholzung und WaldbrĂ€nde, DĂŒrreperioden und Erdbeben behinderten die wirtschaftliche Entfaltung.

Die frĂŒhe Geschichte Griechenlands

Die minoische Kultur

→ Hauptartikel: Minoische Kultur
Minoische Kultur

Erste Spuren minoischer Siedlungen der Bronzezeit auf Kreta reichen bis etwa 3600 v. Chr. zurĂŒck. Kreta lag im Schnittpunkt der Seeverbindungen zwischen Ägypten, Kleinasien und dem heutigen Griechenland. Hieraus mag sich die bevorzugte Besiedlung des Ost- und Mittelteils der Insel erklĂ€ren. Unter orientalischem Einfluss entwickelte sich hier zu Beginn des 2. Jahrtausends v. Chr. eine eigene vorgriechische Hochkultur. Ihre Zentren waren die PalĂ€ste von Knossos, Phaistos und Malia.

Auf mindestens 50.000 Einwohner schĂ€tzt man die Bevölkerung von Knossos. Die ungeschĂŒtzte Lage der PalĂ€ste lĂ€sst auf eine ungefĂ€hrdete Königsherrschaft ĂŒber ganz Kreta schließen. Eine bedeutende Flotte beherrschte das Meer und sicherte die Insel gegen Angriffe von außen. Die Darstellung von Volksfesten auf den Fresken der PalastwĂ€nde und die unmittelbare NĂ€he der Stadt lassen eine politische Mitwirkung von Hofgesellschaft und freier Bevölkerung vermuten. Die hervorragende Rolle von Frauen auf den GemĂ€lden in Verbindung mit der Bedeutung weiblicher Gottheiten dokumentiert eine privilegierte Stellung der Frau. Man schloss sogar auf eine matriarchale Ordnung.

Ausgedehnte VorratsrĂ€ume und WerkstĂ€tten weisen die PalĂ€ste auch als Zentren des Wirtschaftslebens und des Handwerks aus. Bilder ĂŒber die Ablieferung von Abgaben, Tontafeln mit Aufzeichnungen einer geordneten BuchfĂŒhrung deuten auf eine organisierte Verwaltung. Der Export von GegenstĂ€nden des hoch entwickelten kretischen Kunstgewerbes nach Vorderasien, Ägypten, den Inseln der ÄgĂ€is, Zypern und Funde babylonischer Waren in den kretischen PalĂ€sten bezeugen einen weitrĂ€umigen Handelsverkehr.

Die minoische Kultur hatte großen Einfluss auf die ÄgĂ€is und SĂŒdwest-Kleinasien, bis sie von der mykenischen abgelöst wurde. FĂŒr den Untergang der minoischen Kultur galt lange Zeit der Ausbruch des Santorin-Vulkans (die sogenannte Minoische Eruption) als mitverantwortlich, deren Datierung jedoch zwischen 1628 bis 1520 v.Chr. umstritten bleibt (s. dort). Nach der Zerstörung der PalĂ€ste um 1450 v. Chr. wurde die mykenische Kultur und Sprache auf Kreta vorherrschend. Schließlich brachte die große Ă€gĂ€ische Wanderungsbewegung der Seevölker ab ca. 1200 v. Chr. das endgĂŒltige Ende der minoischen Hochkultur.

Zeitgleich bestand auf den Inseln der sĂŒdlichen ÄgĂ€is die Kykladenkultur und auf dem Festland die Helladische Kultur. Beide bestanden ĂŒber das Ende der Minoer hinaus und gingen in der spĂ€ten Bronzezeit in der Mykenischen Kultur des Festlands auf.

Die mykenische Kultur

→ Hauptartikel: Mykenische Kultur
Kulturkreise im 13. Jahrhundert v. Chr.

Anfang des 2. Jahrtausends v. Chr. waren die indoeuropĂ€ischen StĂ€mme der AchĂ€er und Ionier auf die sĂŒdliche Balkanhalbinsel eingewandert. Dort passten sie sich der bĂ€uerlichen Kultur der ansĂ€ssigen Bevölkerung an. Nach anderer Auffassung waren schon vorher protogriechische StĂ€mme, wahrscheinlich Thraker, eingewandert, wofĂŒr Indizien in der griechischen Mythologie und in der Namenforschung sprechen.

Löwentor von Mykene

Zu Beginn des SpÀthelladikums bildete sich unter kretischem Einfluss die erste Hochkultur auf dem Boden des griechischen Mutterlandes heraus, die nach einem ihrer Zentren, Mykene in der Argolis, die mykenische Kultur genannt wird.

Stadtstaaten entstanden um die hochgelegenen Burganlagen aus mĂ€chtigen Steinmauern. Diese stehen im schroffen Gegensatz zu den unbefestigten kretischen PalĂ€sten, aber auch der umliegenden einheimischen Kultur. Darin einbezogen waren HĂ€user fĂŒr Beamte, Gefolge und Leibwache. Unterhalb lag die offene Siedlung der bĂ€uerlichen Bevölkerung. Den Zug zum Monumentalen unterstreichen Bauwerke wie das Schatzhaus des Atreus oder das Löwentor von Mykene. Der König war StammesfĂŒhrer, der im Einvernehmen mit Rat und Heeresversammlung regierte.

Tontafelarchive in der griechischen Silbenschrift Linear B dokumentieren eine geordnete Verwaltung. Ackerbau und Viehzucht bildeten die Grundlage der Wirtschaft. Daneben existierte ein spezialisiertes Gewerbe. Handel zu Lande wurde durch angelegte Straßen unterstĂŒtzt. Fernhandelsbeziehungen bestanden vor allem zu den vorderasiatischen LĂ€ndern und Ägypten. Damit verbunden waren RaubzĂŒge, deren Erfolge an den SchĂ€tzen in den reprĂ€sentativen KuppelgrĂ€bern abzulesen sind.

Dorische Wanderung und ionische Kolonisation

→ Hauptartikel: Dorische Wanderung

Um 1200 v. Chr. ging, vermutlich von den sog. Seevölkern, eine Welle von Zerstörungen im gesamten östlichen Mittelmeerraum aus. Sie bedrohten Ägypten, das Hethiterreich in Kleinasien brach zusammen, Zypern und Ugarit sowie eine Reihe von Zentren im syrisch-palĂ€stinensischen Raum gerieten in die HĂ€nde von Feinden bzw. wurden zerstört.

Die mykenischen Staaten verloren dadurch wichtige Handelspartner, was vermutlich die Palastwirtschaft zusammenbrechen ließ. Die meisten bisher bekannten Zentren der mykenischen Kultur auf dem griechischen Festland wurden teils durch Erdbeben, teils durch kriegerische Einwirkungen oder Revolten zerstört. Die Organisation der Palastwirtschaft verschwand. Vermutlich ging die Schriftlichkeit verloren und viele Siedlungen wurden aufgegeben. Andere wurden hingegen weiterbesiedelt und die mykenische Kultur hielt sich noch etwa 150 Jahre.

Möglicherweise begann gegen Ende der SpĂ€tmykenischen Zeit (ca. 1050 v. Chr.) die dorische Wanderung. Der neue Volksstamm der Dorer gewann in einem lĂ€ngeren Prozess die Vorherrschaft in der Peloponnes. Gleichzeitig rĂŒckten die sog. Griechen in die Landschaften Epirus, Akarnanien und Ätolien ein. Die Aioler waren kĂŒnftig vorwiegend auf Thessalien und Böotien, die Ionier auf Attika und Euböa beschrĂ€nkt.

An der Kolonisation der kleinasiatischen WestkĂŒste beteiligten sich Angehörige aller griechischen StĂ€mme. Ohne auf nennenswerten Widerstand der Einheimischen zu stoßen, grĂŒndeten sie bedeutende griechische StĂ€dte wie Milet, Ephesos, Smyrna, die zum Teil Ă€ltere anatolische VorlĂ€ufer hatten. Durch spĂ€teren Zuzug aus der Heimat verstĂ€rkten die Ionier ihren Anteil, so dass sie in Westkleinasien die Vorherrschaft erlangten.

„Dunkle Jahrhunderte“

→ Hauptartikel: Dunkle Jahrhunderte

Die Zeiten zwischen 1200 v. Chr. und ca. 750 v. Chr. sind mangels Schriftquellen oder archĂ€ologischer Funde wenig bis gar nicht erforscht und werden auch als „Dunkle Jahrhunderte“ bezeichnet. Es ist die Zeit zwischen dem Ende der mykenischen Kultur und dem Aufschwung in der archaischen Zeit etwa ab 750 v. Chr.

Das antike Griechenland

→ Hauptartikel: Antikes Griechenland
Griechische und phönizische Kolonisation
Griechenland zur Zeit der Hegemonie Thebens, 371–362 v. Chr.

Überblick

In der Zeit des antiken Griechenlands entfaltete sich die griechische Kultur in einer Weise, die fĂŒr weite Teile des vorderen Orients und ganz Europa bis heute prĂ€genden Einfluss hatte. Sie ist gegliedert in drei Hauptabschnitte:

  • eine archaische Zeit (ca. 750 v. Chr. - 500 v. Chr.), geprĂ€gt durch das Entstehen griechischer Poleis am Schwarzen Meer und in weiten Teilen des Mittelmeerraumes
  • die griechische Klassik (500 v. Chr. - 336 v. Chr.), geprĂ€gt durch Auseinandersetzungen mit den Persern und spĂ€ter KĂ€mpfen um die Vorherrschaft zwischen den beiden stĂ€rksten MĂ€chten Griechenlands, Athen und Sparta
  • den Hellenismus (336 v. Chr.-146 v. Chr), die Zeit, die auf die Eroberungen Alexanders des Großen folgte und fĂŒr eine Verbreitung der griechischen Kultur im gesamten Mittelmeerraum und bis weit darĂŒber hinaus sorgte.

Archaische Zeit

In der archaischen Zeit (ca. 700–500 v. Chr.) kam es zur großen Kolonisation des Mittelmeerraums. GrĂŒnde waren neben Überbevölkerung und Sicherung von Handelswegen auch innere KĂ€mpfe in Griechenland. Im 7. und 6. Jahrhundert v. Chr. erlebte die Regierungsform der Tyrannis eine BlĂŒte, so z. B. in Korinth, wo die Kypseliden um 660 v. Chr. an die Macht kamen. Um 550 v. Chr. grĂŒndete Sparta den Peloponnesischen Bund und zementierte damit seinen Herrschaftsanspruch.

Griechische Klassik

Der Ionische Aufstand (ca. 500–494 v. Chr.) fĂŒhrte dann zum Konflikt Griechenlands mit dem persischen Großkönig Dareios I., der zeitlich den Beginn der griechischen Klassik markiert. Athen siegte zunĂ€chst bei Marathon 490 v. Chr. und nutzte die Zeit fĂŒr eine massive AufrĂŒstung. Zehn Jahre spĂ€ter kam es zu einem erneuten Feldzug unter FĂŒhrung von Dareios' Sohn Xerxes I.. Nach der Abwehrschlacht an den Thermopylen kam es bei Salamis zur Entscheidungsschlacht. Die Griechen vernichteten die zahlenmĂ€ĂŸig ĂŒberlegene persische Flotte (480 v. Chr.), ein Jahr spĂ€ter auch das persische Landheer in der Schlacht von Plataiai. Athen grĂŒndete 478/477 v. Chr. den Attischen Seebund. Auf den Grundlagen der Reformen Solons und des Kleisthenes von Athen sowie der Seeherrschaft Athens in der ÄgĂ€is entstand Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. die entwickelte Attische Demokratie mit Perikles als leitendem Staatsmann.

Peloponnesischer Krieg

Der Peloponnesische Krieg zwischen Sparta und Athen um die Vorherrschaft in Griechenland endete nach wechselvollem Verlauf mit der Niederlage Athens 404 v. Chr. Sparta konnte aber seine Hegemonie in Griechenland nicht aufrechterhalten und unterlag 371 v. Chr. in der Schlacht von Leuktra vernichtend; es folgte die kurze Zeit der Hegemonie Thebens 371–362 v. Chr. Philipp II. von Makedonien machte sein Land zur fĂŒhrenden MilitĂ€rmacht in Griechenland. Er wurde 336 ermordet.

Hellenismus

Philipps Sohn, Alexander, setzte dessen ehrgeizige PlĂ€ne in die Tat um, besiegte die persischen Armeen und stieß bis nach Indien vor. Es begann das Zeitalter des Hellenismus, in dem die griechischen Poleis gegenĂŒber den hellenistischen Großreichen, die sich nach Alexanders Tod 323 v. Chr. gebildet hatten, nur eine untergeordnete Rolle spielten. Die griechische Kultur verbreitete sich jedoch bis nach Indien (siehe auch Diadochen).

In Folge der KĂ€mpfe zwischen den griechischen Klein- und MittelmĂ€chten untereinander und mit und gegen Makedonien kam es zum Eingreifen des Römischen Reiches gegen Philipp V. von Makedonien. Im Zweiten Makedonisch-Römischen Krieg (200–197 v. Chr.) wurde Makedonien vernichtend geschlagen. In der Schlacht von Pydna 168 unterlag Makedonien endgĂŒltig und wurde römische Provinz. Geopolitisch wird das Ende des Hellenismus 146 v. Chr. durch die Eingliederung der restlichen Teile Griechenlands in das Römische Reich markiert. 30 v. Chr. wurde schließlich die letzte grĂ¶ĂŸere hellenistische Macht, das Ägypten der PtolemĂ€er, von Rom annektiert. Jedoch konnte sich das hellenistische Staatswesen zu einem kleinen Teil in Gestalt des Griechisch-Baktrischen Königreiches beziehungsweise Indo-Griechischen Königreiches bis kurz vor die Zeitenwende halten.

Die unabhÀngige politische Geschichte des antiken Griechenlands war damit beendet.

Griechenland unter römischer Herrschaft

Die griechische Kultur lebte im Römischen Reich fort und prĂ€gte zunehmend auch die römische Zivilisation. Bis in die SpĂ€tantike war es fĂŒr die Eliten Roms fast selbstverstĂ€ndlich, neben Latein auch Griechisch zu beherrschen, und die klassische griechische Bildung (paideia) blieb zumindest in der östlichen ReichshĂ€lfte auch nach dem Sieg des Christentums noch lange lebendig.

Politisch wurde im Jahr 27 v. Chr. die ganz Griechenland umfassende Provinz Macedonia aufgeteilt, die senatorische Provinz Achaea (griech. Achaia) mit der Hauptstadt Korinth entstand. 15 n. Chr. wurde Achaea unter Kaiser Tiberius zur kaiserlichen Provinz, bis Kaiser Claudius sie im Jahr 44 wieder unter senatorische Kontrolle stellte. Unter Kaiser Vespasian wurde schließlich die kaiserliche Provinz Epirus eingerichtet, die die antike Landschaft Epirus und das sĂŒdlich angrenzende Akarnanien umfasste.

Der hellenophile Kaiser Hadrian versuchte bei einer Griechenlandreise 125, eine Art Provinzparlament zu grĂŒnden, um alle halbautonomen frĂŒheren Stadtstaaten in Griechenland und Kleinasien zu vereinen. Dieses Panhellenion genannte Parlament funktionierte allerdings trotz seiner Versuche, die Griechen zur Zusammenarbeit zu bewegen, nicht.

Seit 251 n. Chr. gab es wiederholt EinfĂ€lle der Goten im benachbarten Thrakien und in Mösien. 267 wurden mehrere Inseln und StĂ€dte wie Korinth, Sparta, Argos, Tegea und selbst Athen durch die Heruler erobert und verwĂŒstet. Kaiser Aurelian sicherte die Balkanhalbinsel und Griechenland dadurch, dass er 274 das jenseits der Donau gelegene Dakien den Barbaren als tributpflichtigen Untertanen ĂŒberließ. Es folgte ein Jahrhundert relativer Ruhe.

Europa und SĂŒdwest-Asien im 6. Jahrhundert

Bei der Spaltung des Römischen Reiches im Jahr 395 n. Chr. wurde Griechenland dem Oströmischen bzw. Byzantinischen Reich zugeteilt und gehörte fortan zur Diözese Macedonia. Unter Kaiser Justinian I. wurde das Prokonsulat von Achaia aufgehoben und in die vier "Strategien" von Hellas, dem Peloponnes, von Nikopolis und die der Inseln des ÄgĂ€ischen Meers eingeteilt. Seit etwa 580 n. Chr. drangen slawische Völker in die oströmischen Balkanprovinzen ein und siedelten sich dort an; diese VorgĂ€nge markierten fĂŒr Griechenland das Ende der Antike.

Griechenland im Mittelalter

Byzantinisches Reich und slawische Landnahme

Um 630 wurde Griechisch alleinige Amtssprache des Byzantinischen Reiches, das nach der arabischen und slawischen Expansion von einem das Mittelmeer umspannenden Weltreich zu einem im östlichen Mittelmeerraum gelegenen griechisch dominierten Großreich geschrumpft war. Obwohl der Schwerpunkt dieses Reiches um die Hauptstadt Konstantinopel am Bosporus und damit außerhalb der heutigen griechischen Grenzen lag, befand sich mit Thessaloniki die zweitwichtigste Stadt des mittel- und spĂ€tbyzantinischen Reiches innerhalb der heutigen griechischen Grenzen.

Um 650 n. Chr. wurden große Teile Griechenlands bis zum Peloponnes von eingedrungenen slawischen StĂ€mmen beherrscht, die erst in der Folgezeit wieder fĂŒr das Byzantinische Reich gewonnen werden konnten. Namentlich im Binnenland blieben neben den verbliebenen altgriechischen oder den jĂŒngeren "rhomĂ€ischen" (römischen, d. h. byzantinischen) Stadtgemeinden an der KĂŒste damals auch diverse slawische Gemeinwesen bestehen. Versuche der Araber im 9. Jahrhundert, sich in Griechenland festzusetzen, scheiterten.

Im 10. Jahrhundert drangen die Bulgaren in Griechenland ein und eroberten 933 Nikopolis. 978 fielen sie verwĂŒstend in Thessalien ein und plĂŒnderten Larissa. Nach erfolgreichen KĂ€mpfen mit dem Kaiser Basileios I. (987-989) erschienen die Bulgaren 995 zum zweitenmal in Thessalien und durchzogen dann auch Böotien, Attika und einen Teil des Peloponnes. Beim RĂŒckzug erlitten sie jedoch eine entscheidende Niederlage.

Gegen Ende des 11. Jahrhundert begannen die sizilianischen Normannen, Griechenland und das Byzantinische Reich zu bedrohen. Unter Robert Guiskard eroberten sie 1081 Durazzo (Dyrrhachium) und Korkyra, 1083 aber wurden sie unter ihm und etwas spĂ€ter unter der FĂŒhrung seines Sohns Bohemund durch das Heer Alexios I. besiegt. Zur selben Zeit wurde Thrakien von den Petschenegen ĂŒberfallen.

Zeit der KreuzzĂŒge

Im Jahre 1147 zogen die Ritter des Zweiten Kreuzzuges durch byzantinisches Gebiet, wĂ€hrend andererseits Roger II. von Sizilien Korfu eroberte und sowohl Theben als auch Korinth plĂŒnderte. Einige Jahrzehnte spĂ€ter, 1197, knĂŒpfte der deutsche König Heinrich VI. an die von seinem Vater Friedrich I. ausgehenden Feindseligkeiten gegenĂŒber dem Byzantinischen Reich an und drohte, in Griechenland einzufallen, um seine AnsprĂŒche auf das kurzzeitig von den Normannen besetzte Gebiet zurĂŒckzugewinnen. Dieser Gefahr entledigte sich Alexios III. durch Zahlungen. Die unter anderem zu diesem Zweck von ihm erhobenen Steuern riefen zahlreiche Erhebungen seiner Untertanen hervor, darunter AufstĂ€nde in Griechenland einschließlich der Peloponnes. Dessen ungeachtet war das Griechenland des 11. und 12. Jahrhunderts friedlicher und wohlhabender als der andere Hauptteil des Reiches, Anatolien, in dem gegen die Seldschuken gekĂ€mpft wurde. Thessaloniki hatte trotz der PlĂŒnderung durch die Normannen im Jahre 1185 vermutlich etwa 150.000 Einwohner. Auch Theben war in jener Zeit eine bedeutende Stadt mit ungefĂ€hr 30.000 Einwohnern. Athen und Korinth hatten vermutlich immer noch etwa 10.000 Einwohner. Die StĂ€dte des griechischen Festlandes fĂŒhrten weiterhin Getreide in die Hauptstadt Konstantinopel aus und trugen so zur Kompensation des durch die Seldschuken verursachten Landverlustes bei.

Wappen des Lateinischen Kaiserreiches
Griechenland und ÄgĂ€is nach der Aufteilung durch die Kreuzfahrer des Vierten Kreuzzuges

Als im Jahre 1204 das Heer des Vierten Kreuzzuges Konstantinopel eroberte, teilten die Kreuzfahrer Griechenland unter sich auf. Konstantinopel und Thrakien wurden zum Kern des sogenannten Lateinischen Kaiserreiches, wĂ€hrend das eigentliche Griechenland in das Königreich Thessaloniki, das FĂŒrstentum AchĂ€a (Achaea) und das Herzogtum Athen gegliedert wurde.

Die ÄgĂ€ischen Inseln wurden zu einem Herzogtum unter venezianischer Oberhoheit. Zu diesen Staaten kam als einer der drei unmittelbar dem Byzantinischen Reich nachfolgenden Staaten das Despotat Epirus.

Wappen des Byzantinischen Reichs unter der Kaiserdynastie der Palaiologen
Griechenland und ÄgĂ€is im Jahre 1265

Im Jahre 1261 wurde das Byzantinische Reich durch Michael VIII. Palaiologos durch die Wiedergewinnung Konstantinopels wiederhergestellt. Als er 1282 starb, hatte Michael VIII. die Ägaischen Inseln, Thessalien, Epirus und den grĂ¶ĂŸten Teil Achaias zurĂŒckerobert. Zu letzterem gehörte auch die Kreuzfahrer-Festung Mystras, welche zum Sitz eines byzantinischen Despotats wurde.

DemgegenĂŒber blieben Athen und die nördliche Peloponnes in der Hand der Kreuzfahrer. Deren FĂŒhrer Karl von Anjou und sein ihm nachfolgender Sohn erhoben Anspruch auf den Thron des erloschenen Lateinischen Kaiserreiches und bedrohten Epirus und den Rest Griechenlands, waren damit aber nicht erfolgreich. Das Herzogtum Athen war bis 1308 im Besitz der Familie Delaroche und kam dann durch die Heirat Isabellas, der Tochter des letzten Herzogs aus dieser Familie, mit Hugo Graf von Brienne, an Walter V. von Brienne (1308-1311), den Sohn aus dieser Ehe. Sein Nachfolger Walter II. erlag 1311 im Kampf gegen katalanische Söldner, die einen ihrer FĂŒhrer, Roger Deslaur, zum Herzog einsetzten. Als sich nach dessen Tod 1312 viele PrĂ€tendenten erhoben, traten die Grafen von Brienne das Herzogtum an die Könige von Sizilien ab, die es 1386 an den aus einer florentiner Patrizierfamilie stammenden Nerio Acciaiuoli abtreten mussten, der auch Korinth beherrschte. Bei seinem Tod 1394 ĂŒbergab Nerio I. das von den Osmanen hart bedrĂ€ngte Athen den Venezianern, denen es aber sein illegitimer Sohn Antonio bereits 1402 wieder abnahm. Als dieser ohne mĂ€nnliche Nachkommen starb, bemĂ€chtigte sich sein Neffe Nerio II. (1435-53) der Herrschaft ĂŒber Athen, wĂ€hrend Theben und die böotischen Besitzungen des Hauses Acciaiuoli 1435 von den Osmanen besetzt wurden.

Griechenland in der Neuzeit

Griechenland unter Osmanischer Herrschaft

Eroberung Konstantinopels 1453

Nach der Eroberung Konstantinopels 1453 durch die Osmanen gehörte der grĂ¶ĂŸte Teil des griechischen Sprachraums vierhundert Jahre lang zum Osmanischen Reich.

Im Herzogtum Athen herrschte Nerios Neffe Franco noch als Vasall des Sultans, gab diesem aber durch die Ermordung der Witwe seines VorgĂ€ngers Chiara Giorgio einen Vorwand, gegen ihn vorzugehen. Ein tĂŒrkisches Heer erschien unter Omer Pascha vor Athen und zwang den Herzog zur Kapitulation, worauf das Herzogtum 1456 mit dem osmanischen Reich vereinigt wurde. 1467 nahmen zwar die Venezianer unter Victor Capello Athen durch einen Überraschungsangriff ein, verloren es aber nach kurzer Zeit wieder an die Osmanen. In dem von den Osmanen beherrschten Mittelgriechenland expandierte Mitte des 16. Jahrhunderts die Wirtschaft und die Bevölkerung wuchs, wie osmanische Archivalia bezeugen, so dass wenn schon nicht von einer „Goldenen“, so doch wenigstens von einer „Silbernen“ Epoche gesprochen werden kann.[1]

Der Besitz von Morea (des Peloponnes) und einiger griechischer Inseln wechselte hingegen mehrfach zwischen der Republik Venedig und dem Osmanischen Reich. Die meisten Besitzungen im Archipel, namentlich 1470 das wichtige Negroponte (Euböa), gingen fĂŒr die Venezianer verloren, die im Frieden von Konstantinopel von ihren griechischen Erwerbungen nur wenige PlĂ€tze auf Morea behielten. Doch trat ihnen der Sultan noch 1480 die dem Despoten von Arta abgenommenen Inseln Zante und Kephalonia gegen einen jĂ€hrlichen Tribut ab. Ein zweiter Krieg (1499-1503) entriß den Venezianern auch Lepanto, Koroni, Navarino und Ägina, welche sie 1503 im Frieden mit Bayezid II. gegen HandelsbegĂŒnstigungen abtraten. Die Insel Rhodos wurde 1522 den Johannitern, der Rest von Morea 1540 und Zypern 1571 den Venezianern entrissen, denen ein 1573 abgeschlossener Friede nur noch einige Festungen an der albanischen KĂŒste, Kreta und die Ionischen Inseln ließ.

Nach einem erneuten Krieg war die gesamte Morea von 1686 an erstmals territorial vollstĂ€ndig eine venezianische Provinz (siehe auch TĂŒrkenkriege). Die TĂŒrken eroberten Morea aber bis 1715 wieder zurĂŒck und erhielten es 1718 im Frieden von Passarowitz auch förmlich abgetreten. Griechenland wurde in Paschaliks geteilt und dem Rumeli-Valessi (dem Großrichter von Rumelien) untergeordnet. Die 31 Inseln des Ägaischen Meers wurden dem Kapudan Pascha und anderen tĂŒrkischen Beamten zur Verwaltung ĂŒberlassen. Die auch als Phanarioten bezeichnete griechische Oberschicht galt im Osmanischen Reich bis zum griechischen UnabhĂ€ngigkeitskrieg als besonders loyal und hatte wichtige Posten in Armee und Regierung inne.

Eine russische See-Expedition zur Eroberung Griechenlands unter Fjodor Grigorjewitsch Orlow landete am 28. Februar 1770 bei Mesolongion (damals Missolunghi) und auf den griechischen Inseln. Von den Osmanen angeworbene albanische VerbĂ€nde eroberten jedoch Missolunghi zurĂŒck und schlugen die Russen in Morea. In Navarino musste sich Fjodor Orlow mit dem Überrest seiner Landungstruppen in grĂ¶ĂŸter Eile einschiffen. Trotz der Vernichtung der tĂŒrkischen Flotte durch Alexei Grigorjewitsch Orlow bei ÇeƟme am 2. Juli 1770 musste Russland im Frieden von KĂŒtschĂŒk Kainardschi 1774 auf Griechenland verzichten. Die albanischen VerbĂ€nde, die sich selbst als die Herren des eroberten Landes ansahen und es verwĂŒsteten, wurden durch Hassan Pascha am 10. Juni 1779 bei Tripolizza fast gĂ€nzlich aufgerieben.

Der Machtzerfall des Osmanischen Reiches, der Einfluss der Französischen Revolution und die Entstehung einer neuen Bildungsschicht von Kaufleuten und FernhĂ€ndlern fĂŒhrten gegen Ende des 18. Jahrhunderts zur Bildung einer Nationalbewegung in Griechenland, die auch UnterstĂŒtzung in politischen Kreisen West- und Mitteleuropas fand. Der Dichter Rigas Velestinlis aus Thessalien (als GrĂŒnder einer politischen HetĂ€rie) war einer der Wegbereiter der griechischen UnabhĂ€ngigkeit vom Osmanischen Reich. Er wurde am 24. Juni 1798 hingerichtet, im Jahr 1814 entstand in Odessa eine neue politische HetĂ€rie der Philiker (Philiki Etaireia - ΊÎčλÎčÎșÎź ΕταÎčÏÎ”ÎŻÎ±), deren Ziel die UnabhĂ€ngigkeit Griechenlands war und den Freiheitskampf vorbereitete.

Die Entstehung der Nation

Griechische UnabhÀngigkeit

Wappen Griechenlands nach 1975.
Siegel der Provisorischen Regierung
Nationales Emblem (Phönix) um 1830

Am 25. MĂ€rz 1821 begann die Griechische Revolution gegen das Osmanische Reich. Die vom russischen General FĂŒrst Alexander Ypsilantis gefĂŒhrte Erhebung in den DonaufĂŒrstentĂŒmern endete in einer militĂ€rischen Katastrophe. Dagegen waren die AufstĂ€ndischen in Morea erfolgreich, auch zahlreiche griechische Inseln waren bald in ihrem Besitz. Am 7. April 1821 wurde Athen eingenommen.

Am 15. Dezember 1821 trat eine aus 67 Mitgliedern bestehende Nationalversammlung in Epidauros zusammen; sie verabschiedete im Januar 1822 eine provisorische Verfassung [2], proklamierte die UnabhĂ€ngigkeit und setzte eine Regierung ein. Politische KĂ€mpfe fĂŒhrten im MĂ€rz 1823 zum Zusammentreten einer neuen Nationalversammlung in Astros, die die Verfassung modifizierte.

Es folgten wechselhafte KĂ€mpfe, in der die Griechen von aus Europa herbeigeeilten Philhellenen unterstĂŒtzt wurden. Am 5. Februar 1825 griff Ibrahim Pascha mit der Ă€gyptischen Flotte auf tĂŒrkischer Seite in den Konflikt ein und errang auch an Land einige militĂ€rische Erfolge. England, Frankreich und Russland intervenierten, der am 6. Juli 1827 geschlossene Vertrag zu London forderte vom Osmanischen Reich die UnabhĂ€ngigkeit Griechenlands. Der Sieg der vereinigten Flotten Englands, Frankreichs und Russlands in der Schlacht von Navarino am 20. Oktober 1827 war das entscheidende Ereignis, mit dem Griechenland seine UnabhĂ€ngigkeit vom Osmanischen Reich erlangte.

Eine dritte Nationalversammlung war 1826 wieder in Epidauros zusammengekommen, eine vierte aufgrund politischer Differenzen zunĂ€chst getrennt in Egina und Kastri (heute Ermioni), bevor sie sich Anfang April 1827 in Trizina (damals noch Damalas) vereinigte. Die Nationalversammlung in verabschiedete auf der Grundlage der Verfassung von Epidauros eine endgĂŒltige Verfassung fĂŒr Griechenland [3] und wĂ€hlte Ioannis Kapodistrias zum Regenten (ÎșυÎČÎ”ÏÎœÎ·Ï„ÎźÏ‚) und damit zum ersten Staatsoberhaupt des befreiten Griechenlands. Kapodistrias regierte faktisch diktatorisch weitgehend an der Verfassung vorbei; dies wurde von der im Juli 1829 zusammengetretenen weiteren Nationalversammlung in Argos durch Modifikation der Verfassung bestĂ€tigt.

Die UnabhĂ€ngigkeit Griechenlands wurde vor allem durch Großbritannien garantiert. Den Interessen Großbritanniens stand die russlandfreundliche Politik Kapodistrias teilweise entgegen. Problematisch fĂŒr die eher republikanisch gesinnten Griechen war, dass die GroßmĂ€chte Griechenland nur als Monarchie anerkennen wollten. Die Auseinandersetzungen fĂŒhrten dazu, dass der zunĂ€chst als König von Griechenland auserkorene Prinz Leopold von Sachsen-Coburg und Gotha auf die Krone verzichtete.

Am 9. Oktober 1831 wurde Kapodistrias durch die Familie Mavromichalis ermordet.

König Otto I. von Griechenland
Wappen Griechenlands unter König Otto I.

Die seit September 1831 in Argos tagende neue Nationalversammlung wĂ€hlte am 17. MĂ€rz 1832 den Prinzen Otto von Bayern, den zweitgeborenen Sohn König Ludwigs I. von Bayern als König Otto I. (griechisch ÎŒÎžÏ‰Îœ) zum Von Gottes Gnaden, König von Griechenland. Griechenland war Monarchie und sollte es bis 1974 bleiben.

Der erst 17 Jahre alte König traf im Februar 1833 in Nafplio, der Hauptstadt des neuen Staates ein. 1834 wurde die Hauptstadt nach Athen verlegt. FĂŒr den minderjĂ€hrigen König regierte bis zu dessen 20. Geburtstag ein Regentschaftsrat. Danach ĂŒbernahm Otto selbst die RegierungsgeschĂ€fte, die er nach Art eines absoluten Monarchen ausĂŒbte, bis ihm 1843 eine Rebellion von MilitĂ€r und Volk eine Verfassung abnötigte. 1862 wurde Otto durch einen unblutigen Aufstand gestĂŒrzt. Im darauf folgenden Jahr wurde Georg I. aus dem Hause Schleswig-Holstein-Sonderburg-GlĂŒcksburg zum König gewĂ€hlt. 1864 wurde eine neue Verfassung verabschiedet [4] und Großbritannien trat die Ionischen Inseln an Griechenland ab.

Die „Megali Idea“ und die VergrĂ¶ĂŸerung des Staatsgebiets

→ Hauptartikel: Megali Idea
Territorialgewinne und -verluste 1823 - 1947

Der neugegrĂŒndete Staat umfasste nur einen kleinen Teil des heutigen Staatsgebiets und nur ein Drittel der griechischen Bevölkerung des Osmanischen Reiches. Die AnhĂ€nger der “Megali Idea“ (griechisch ÎœÎ”γΏλη ΙΎέα, große Idee) strebten die Vereinigung aller Teile der griechischen Welt an und sahen den grĂ¶ĂŸten Teil der BalkanlĂ€nder, Kreta, Rhodos, Thessaloniki, Zypern, die ÄgĂ€ischen Inseln, Thrakien und Konstantinopel als zu befreiende Gebiete an. Die Großgriechische Idee war vom spĂ€ten 19. bis in das frĂŒhe 20. Jahrhundert Grundlage der griechischen Außenpolitik.

Wichtigster UnterstĂŒtzer der „Großen Idee“ war Premierminister Eleftherios Venizelos, der in den Balkankriegen von 1912–13 das griechische Territorium tatsĂ€chlich auszudehnen vermochte. Es wurden der sĂŒdliche Teil des Epirus, Kreta und der sĂŒdliche Teil Makedoniens dem griechischen Staate angegliedert. Die Ionischen Inseln waren bereits 1864, Thessalien 1881 angeschlossen worden. Der TĂŒrkisch-Griechische Krieg 1896/97 um Kreta endete in einer Niederlage und in einer Neuordnung der Staatsfinanzen nach dem Staatsbankrott von 1893.

Nachdem sich Premierminister Eleftherios Venizelos gegen den deutschfreundlichen Konstantin I. durchgesetzt und diesen ins Exil gezwungen hatte, trat Griechenland 1917 in den Krieg gegen die MittelmĂ€chte und deren VerbĂŒndete Bulgarien und das Osmanische Reich ein. Nach dem Sieg der Entente im Ersten Weltkrieg und dem Vertrag von SĂšvres schien die Verwirklichung der „Großen Idee“ ein großes StĂŒck nĂ€her gerĂŒckt zu sein: Der nördliche Teil von Epirus, die Inseln Imbros und Tenedos sowie Westthrakien (einschließlich Adrianopel, heute: Edirne) und den damals mehrheitlich griechischsprachigen Regionen des westlichen Kleinasien - aber nicht Konstantinopel - wurden Griechenland zugesprochen.

Die kleinasiatische Katastrophe

1919 versuchte man mit Billigung der SiegermĂ€chte (Völkerbundsmandat) die tĂŒrkische Niederlage zu nutzen, um auch Ostthrakien und das damals von Griechen bewohnte Gebiet von Smyrna (heute Ä°zmir) unter griechische Kontrolle zu bringen. Es wurde eine griechische Armee nach Kleinasien entsandt, um das Gebiet von Smyrna zu befrieden. Diese unternahm eine Expedition ins Landesinnere und wurde kurz vor Ankara vernichtend geschlagen. So endete 1922 der Griechisch-TĂŒrkische Krieg mit einer verheerenden griechischen Niederlage in der „kleinasiatischen Katastrophe". Im Vertrag von Lausanne 1923 wurde ein radikaler Bevölkerungsaustausch vereinbart. Ferner wurde festgelegt, dass – abweichend vom Vertrag von SĂšvres - Imbros und Tenedos zukĂŒnftig ebenso der TĂŒrkei angehören sollten wie die Gegend um Ä°zmir (griech. Smyrna) in Kleinasien sowie Ostthrakien; Nordepirus fiel zurĂŒck an Albanien.

Im Zuge der gewaltsamen einvernehmlichen Vertreibung der jeweiligen nationalen Minderheiten in Griechenland und in der TĂŒrkei verschwand 1923 das sich seit fast drei Jahrtausenden dort befindliche Griechentum fast vollstĂ€ndig aus Kleinasien. 1,1 Millionen als Griechen geltende Christen, die teilweise der griechischen Sprache nicht mĂ€chtig waren, zogen nach Griechenland, im Gegenzug schickte man 380.000 Moslems in die TĂŒrkei.

Die Niederlage Griechenlands und der Bevölkerungsaustausch, nach dem fast alle griechischen Bevölkerungsgruppen innerhalb der Grenzen des griechischen Staates lebten, zerschlugen endgĂŒltig die „Große Idee“. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt Griechenland 1947 noch die von Griechen bewohnte Inselgruppe des Dodekanes von Italien, auch als EntschĂ€digung fĂŒr den Überfall des Diktators Benito Mussolini auf Griechenland.

Der massenhafte Zustrom der FlĂŒchtlinge Ă€nderte die ethnische Zusammensetzung Griechenlands und fĂŒhrte zu erheblichen sozialen Problemen. Ein Teil der FlĂŒchtlinge konnte in den hinzuerworbenen Gebieten angesiedelt werden. In klösterlichem Besitz befindliche LĂ€ndereien wurden aufgelöst, um mit kleineren LandgĂŒtern Lebensgrundlage fĂŒr viele zu schaffen. Viele FlĂŒchtlinge lebten jedoch elend in Quartieren am Rande der großen StĂ€dte und ĂŒberschwemmten den Arbeitsmarkt.

Venizelos und das nationale Schisma

Parallel dazu verschĂ€rften sich die bereits seit 1915 wĂ€hrenden Auseinandersetzungen zwischen Premierminister Eleftherios Venizelos und dem Königshaus und fĂŒhrten zu einer tiefgreifenden Spaltung des Landes in Venizelisten und Anti-Venizelisten, in AnhĂ€nger der Republik und Monarchisten mit Ă€ußerst wechselhaftem Verlauf.

Venizelos hatte zeitweise eine eigene Gegenregierung gegen die königliche Regierung mit eigenen StreitkrĂ€ften gebildet, die den Norden des Landes, Kreta und die ostĂ€gĂ€ischen Inseln kontrollierte. 1917 hatte er daran mitgewirkt, König Konstantin I. ins Ausland zu vertreiben und den Thron seinem Sohn Alexander zu ĂŒberlassen. Nach dessen Tod und der ĂŒberraschenden Abwahl von Venizelos (der daraufhin ins Exil ging) kehrte Konstantin 1920 zurĂŒck, musste jedoch 1922 nach der kleinasiatischen Katastrophe nach einem Putsch venizelistischer Offiziere unter Nikolaos Plastiras zu Gunsten seines Sohnes Georg II. abdanken. Der wiederum musste schon Ende 1923 das Land verlassen und 1924 abdanken, nachdem ein Referendum die Abschaffung der Monarchie beschlossen hatte. Venizelos kehrte zu einer letzten Amtszeit von 1928 bis 1933 zurĂŒck. Nach einer Wahlniederlage 1933 und dem Fehlschlagen zweier Putschversuche venizelistischer Offiziere begab er sich, nur knapp einem Attentat entronnen, wieder nach Paris ins Exil.

Die Royalisten bekamen wieder die Oberhand und riefen 1935 König Georg II. zurĂŒck. Nach instabilen parlamentarischen Mehrheiten wurde 1936 Ioannis Metaxas vom König zum Regierungschef ernannt. Nach der blutigen Niederschlagung von Arbeiterunruhen suspendierte er Parlament und Verfassung und installierte ein autoritĂ€res Regime, das bis 1941 andauerte.

Griechenland im Zweiten Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg spielte Griechenland fĂŒr das Deutsche Reich ursprĂŒnglich keine Rolle als Okkupationsziel, das Land war nur als Rohstofflieferant und zur evtl. Sicherung der SĂŒdflanke interessant. Griechenland wurde von Deutschland unter der Maßgabe strikter NeutralitĂ€t deshalb Freiraum gewĂ€hrt. Das faschistische Italien unter Benito Mussolini annektierte bereits Albanien, und sah in Griechenland ein lohnendes Okkupationsziel. Griechenland erwies sich mit der Annahme der britischen Garantie 1939, der Nichterneuerung des Paktes mit Italien von 1929, der Vermietung eines Großteils der Handelsflotte und des Verkaufs von RĂŒstungsgĂŒtern an Großbritannien sowie der Einstellung der Chromlieferungen an Deutschland als faktischer VerbĂŒndeter der WestmĂ€chte. Seit August 1940 wurde Griechenland vom deutschen Außenminister Ribbentrop dem gegnerischen Lager zugerechnet. Dennoch unterstĂŒtzte das Land die Alliierten zum Zeitpunkt nicht militĂ€risch. Diktator General Ioannis Metaxas lehnte am 28. Oktober 1940 ein italienisches Ultimatum zur Kapitulation ab und konnte die angreifenden italienischen Truppen schlagen und weit bis hinter die albanische Grenze zurĂŒckdrĂ€ngen. Erst durch das militĂ€rische Eingreifen der deutschen Wehrmacht, die am 6. April 1941 den Balkanfeldzug gegen Griechenland und Jugoslawien begann, und durch den Angriff der bulgarischen StreitkrĂ€fte, wurde der griechische Widerstand gebrochen.

Besatzung durch die AchsenmÀchte

Besatzungszonen in Griechenland
Mai 1941 bis Ende Oktober 1944
Rot: Deutsches Reich, Blau: Italien, GrĂŒn: Bulgarien
Deutsche Soldaten in einem GeschÀft

Nach der Kapitulation am 23. April 1941 wurden zunĂ€chst provisorische deutsche Besatzungsbehörden eingerichtet. Dadurch konnte die Übernahme aller entscheidenden Positionen in der griechischen Wirtschaft fĂŒr deutsche Vertreter gesichert werden, bevor große Teile Griechenlands durch Italien und Bulgarien besetzt wurden. Über 70 Prozent Griechenlands, darunter Athen, der Peloponnes sowie die meisten griechischen Inseln, kamen unter italienische Besatzung. Bulgarien besetzte Ostmazedonien, die Inseln Thasos und Samothrake und annektierte einen Landstreifen westlich des Strymon. Trotzdem wurden die Sachwerte auch in diesen Gebieten von deutschen Besatzungstruppen beschlagnahmt und nach Deutschland gebracht, dies betraf sowohl erzeugte GĂŒter wie Seide oder Tabak, als auch Maschinen oder Fahrzeuge. Der Abtransport erfolgte in vor Ort erbeuteten 111 Eisenbahnwaggons und zwei erbeuteten Schiffen durch die Speditionsfirma Schenker von Saloniki aus.[5] Deutschland hatte sich vertraglich das Recht zur unbeschrĂ€nkten Ausbeutung der BodenschĂ€tze und zur Abschöpfung landwirtschaftlicher Produkte von Bulgarien gesichert, ebenso die wirtschaftliche Ausbeutung der italienischen Zone.[5]

Einige nicht zusammenhĂ€ngende, aber strategisch wichtige Positionen wurden auch formell zum deutschen Besatzungsgebiet: Saloniki mit Hinterland, das Gebiet um Athen, ein Gebietsstreifen entlang der tĂŒrkischen Grenze, einige StĂŒtzpunkte in SĂŒdgriechenland, die Inseln Lemnos, Lesbos und Chios sowie fast ganz Kreta. Eine eigene deutsche MilitĂ€rverwaltung wurde nicht aufgebaut, die einheimischen Verwaltungen blieben im Amt. Alle nicht militĂ€rischen Fragen wurden vom „BevollmĂ€chtigten des Reiches fĂŒr Griechenland“, GĂŒnther Altenburg, verhandelt, der in Athen amtierte. Die militĂ€rischen Kompetenzen erhielten ein Befehlshaber „Saloniki-ÄgĂ€is“ und ein „Befehlshaber SĂŒd-Griechenland“, die beide dem Oberbefehlshaber SĂŒdost unterstanden.

In den Wintern 1941/42 und 1942/43 starben im Athener Ballungsgebiet ĂŒber 100.000 Menschen den Hungertod, da die Besatzungstruppen der AchsenmĂ€chte alle NahrungsvorrĂ€te konfiszierten. So wurde durch die erzwungene Ausfuhr der fast gesamten griechischen Produktion noch eine positive Handelsbilanz zum deutschen Reich in Höhe von 71 Mio. Reichsmark festgestellt, die dann mit extremen Besatzungskosten (auf Wunsch von Hitler in Aufbaukosten umbenannt) verrechnet wurden. Griechenland hatte von allen besetzten LĂ€ndern die höchsten Besetzungskosten zu zahlen. Um die Zahlung sicherzustellen wurde die Deutsch-Griechische Warenausgleichsgesellschaft mbH (DEGRIGES) gegrĂŒndet, die von den exportierten GĂŒtern des Landes zuerst die Besatzungskosten abzog.[6] Die DEGRIGES stellte sowohl die Verbilligung griechischer Waren fĂŒr Importeure sicher, als auch die Abschöpfung eines Großteils der verbliebenen Wertes.

Um von der Bevölkerung mehr Sachwerte abzuziehen, wurde der Banknotenumlauf gesteigert. Der wirtschaftliche Zusammenbruch war abzusehen und wurde in Kauf genommen. Besonders die fehlenden Lebensmittel fĂŒhrten zu einer Hungerkatastrophe und einer SĂ€uglingssterblichkeit von 80%. Von 300 im Oktober 1944 in Athen untersuchten Kindern waren 290 an Tuberkulose erkrankt [7]

Folgen und BewÀltigung

Neben den höchsten Besatzungskosten pro Kopf erlitt das Land auch immense Okkupationsverluste an Gut und Leben, höher als in allen anderen nicht-slawischen Territorien[8] Forderungen nach Reparationszahlungen an Deutschland, ob durch griechisch-jĂŒdische VerbĂ€nde oder griechische Regierungen, wurden lange Zeit mit dem Hinweis auf eine spĂ€tere endgĂŒltige Regelung der Reparationsfrage zurĂŒckgestellt[9] Im April 1956 ĂŒbergab eine Delegation des griechischen BĂŒros fĂŒr Kriegsverbrechen dem AuswĂ€rtigen Amt und dem Bundesjustizministerium 167 Akten ĂŒber 641 Kriegsverbrecher. Dort stellte man jedoch klar, dass man kein Interesse an einer AufklĂ€rung oder Strafverfolgung habe, sondern lediglich das Material in deutscher Justizhohheit ablagern wolle.[10] 1958 erklĂ€rte die damalige Bundesregierung, dass deutsche Leistungen lediglich einen - auf freiwilliger Basis beruhenden - Beitrag der Heimatstaaten zukommenden EntschĂ€digungsverpflichtungen darstellen.[11] Mitunter wurden griechische Opferangaben besonders in Bezug auf den Holocaust angezweifelt, da beispielsweise in Deutschland nur 0,01% der Bevölkerung (also 8000 Personen) verfolgt worden seien. Blessin, ein Vertreter des Bundesministeriums fĂŒr Finanzen, zweifelte gar die Existenz echter Konzentrationslager in Griechenland an.[12] Die DDR bot eine EntschĂ€digung gegen eine Anerkennung als Staat an, was jedoch aufgrund des politischen Hintergrunds ignoriert wurde.[13] Dem griechischen Vizepremier Panagiotis Kanellopoulos wurde "vertraulich" bedeutet, die BemĂŒhungen Griechenlands auf Assoziierung mit der EWG "nicht durch ĂŒbermĂ€ĂŸige WiedergutmachungsansprĂŒche zu erschweren."[14] so dass an Griechenland ab 1960 lediglich die Zahlung von 115 Millionen DM in drei Raten erfolgte.[15].

Widerstand und BĂŒrgerkrieg

→ Hauptartikel: Griechischer BĂŒrgerkrieg
Deutsche Soldaten am Parthenon

Gegen die ab Mitte 1943 erstarkende Partisanenbewegung stellte das LXVIII. Armeekorps der Wehrmacht Sicherheitsbataillone aus der griechischen Bevölkerung auf. Die Besatzungsmacht versuchte, sich mit brutalen Vergeltungsmaßnahmen, mit PlĂŒnderungen, Geiselerschießungen, und dem EinĂ€schern ganzer Ortschaften durchzusetzen. Zehntausende unschuldige Opfer wurden brutal ermordet. Im Zeitraum vom Juni 1943 bis Juni 1944 töteten die Besatzungstruppen nach eigenen Berichten 20.650 mutmaßliche Partisanen, nahmen weitere 25.728 gefangen und erschossen 4.785 Geiseln. Insgesamt wurden nach SchĂ€tzungen etwa 70.000 bis 80.000 Griechen im Partisanenkrieg oder bei Vergeltungsaktionen von deutschen, italienischen und bulgarischen Truppen getötet.[16]

„Juden unerwuenscht“ in Saloniki

Die traditionsreiche sephardische Judengemeinde Salonikis, etwa 60.000, wurden von den Besatzungstruppen in deutsche Vernichtungslager transportiert.[17] Ein Teil rettete sich in den Untergrund oder kÀmpfte auf Seiten der Partisanen. Die Besatzungszeit endete 1944 mit dem Abzug der deutschen Truppen aus Griechenland. Teile der Insel Kreta blieben noch bis Mai 1945 unter deutscher Besatzung. Nach dem Ende des Krieges wurden Griechenland die Dodekanes zugesprochen, die bis dahin italienisches Territorium war.

Mit der Bildung der griechischen Sicherheitsbataillone entstand ein latenter BĂŒrgerkrieg, der im Herbst 1943 an StĂ€rke zunahm und nach der Befreiung Griechenlands im Oktober 1944 durch die ĂŒberwiegend kommunistische Widerstandsorganisation EAM bzw. deren militĂ€rischen Arm ELAS erstmalig mit der Dekemvriana im Dezember 1944 ausbrach. Obwohl die EAM und deren militĂ€rischer Arm ELAS in Anbetracht der geringen britischen TruppenstĂ€rke von Oktober bis Dezember 1944 die Macht hĂ€tten ĂŒbernehmen können, erfolgte ein solches militĂ€risches Unterfangen von der ELAS nicht. WĂ€hrend der Dekemvriana kĂ€mpften die vormals mit den deutschen Besatzungstruppen kollaborierenden Sicherheitsbataillone als VerbĂŒndete der britischen StreitkrĂ€fte, die auf Geheiß des britischen Premierministers zur Verhinderung einer kommunistischen MachtĂŒbernahme militĂ€risch eingriffen.

Die KĂ€mpfe, auch als „zweite Runde des BĂŒrgerkrieges“ bezeichnet, endeten mit dem Abkommen von Varkiza im Februar 1945. Ab Februar 1945 bis MĂ€rz 1946 gewannen konservativ-monarchistische aber auch rechtsnationalistisch-antikommunistische Kreise zusehends an Einfluss in Regierung, Verwaltung und Sicherheitsorganen. In einigen Teilen Griechenlands entwickelte sich unter Duldung der republikanisch-gemĂ€ĂŸigten KrĂ€fte ein sogenannter weißer Terror, der die ĂŒberwiegend aber nicht ausschließlich kommunistischen Mitglieder der EAM und ELAS zum Ziel hatte. Im MĂ€rz 1946 wurde - entgegen dem Abkommen von Varkiza - zunĂ€chst eine Parlamentswahl abgehalten. Das eigentlich vor dieser Wahl geplante Referendum ĂŒber die Monarchie wurde verschoben.

Die innenpolitischen Spannungen wurden auch durch die Tatsache angeheizt, dass die Kollaborateure der Besatzungsmacht nur in geringem Maße juristisch zur Rechenschaft gezogen wurden. Die Haftdauer unter anderem des Quisling-MinisterprĂ€sidenten Konstantinos Logothetopoulos (1945 zu lebenslĂ€nglicher Haft verurteilt, 1951 begnadigt) ist ein Beispiel hierfĂŒr.[18] Auch die Mitgliedschaft in den Sicherheitsbataillonen, von der Exil-Regierung in Kairo wĂ€hrend der Besatzungszeit noch als Straftat gewertet, wurde von Gerichten als nicht strafwĂŒrdig eingestuft, da die Sicherheitsbataillone als Schutz der öffentlichen Ordnung gegen „kriminelle Elemente“ eingestuft wurden.[19]

Die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) entschloss sich auch aus diesem Grund zum Boykott der Wahlen, welche in einem Sieg der rechts-konservativen und monarchistischen Parteien mĂŒndete. Dies nahm die KKE zum Anlass den bewaffneten Kampf zu beginnen, die „dritte“ und „heißeste Phase“ des Griechischen BĂŒrgerkrieges. Diese dauerte bis September 1949. AnfĂ€nglich hatten die ĂŒberwiegend kommunistischen Partisanen der Demokratischen Armee Griechenlands (DSE) mit ihrer Guerillataktik gegen die regulĂ€ren und irregulĂ€ren griechischen Truppen erhebliche Erfolge. Die britischen Truppen konnten den bewaffneten KrĂ€ften der griechischen Regierung militĂ€risch und finanziell nur sehr begrenzt Hilfe leisten und stellten diese Ende MĂ€rz 1947 vollstĂ€ndig ein. Als neuer UnterstĂŒtzer in finanzieller und militĂ€rischer Hinsicht ĂŒbernahmen die USA Großbritanniens Rolle in Griechenland im Rahmen der Truman-Doktrin. Zwar entsandten die US-Amerikaner keine Kampftruppen, leisteten aber massive MilitĂ€rhilfe einschließlich der Entsendung von MilitĂ€rberatern (General James van Fleet). Die Sowjetunion unter Stalin half der kommunistischen Gegenseite hingegen nicht. In einem Geheimabkommen ĂŒber die EinflusssphĂ€ren auf dem Balkan am Rande der Konferenz von Jalta 1945 hatten Churchill und Stalin ein EinflussverhĂ€ltnis von „90 % West zu 10 % Ost“ fĂŒr Griechenland vereinbart; dies wurde von vielen griechischen Kommunisten als Verrat empfunden, da man lediglich ein Bauernopfer Stalins gewesen sei.

Die Hilfestellung durch die USA wendete neben dem Wegfall der albanischen und jugoslawischen UnterstĂŒtzung in den Jahren 1948 und 1949 die militĂ€rischen VerhĂ€ltnisse zugunsten der Regierung. Der BĂŒrgerkrieg forderte etwa 100.000 Menschenleben und bewirkte einen totalen Zusammenbruch der nach dem Krieg verbliebenen Infrastruktur des Landes. Neben dem Verlust an Menschenleben und Infrastruktur schlugen auch angewandte militĂ€rische Taktiken beider Kampfparteien wie die erzwungene Umsiedlung von Dörfern und/oder Bevölkerungsgruppen und die daraus entstehende FlĂŒchtlingsproblematik sehr negativ auf die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Griechenlands aus. Nach der Niederlage der Volksbefreiungsarmee wurden ĂŒber 50.000 ihrer Sympathisanten aus dem Land vertrieben und suchten Zuflucht in den LĂ€ndern des Ostblocks. Erst Anfang der 90er Jahren wurde den Vertriebenen wieder die Einreise nach Griechenland gewĂ€hrt.

Griechenland nach dem BĂŒrgerkrieg

Die politischen Auseinandersetzungen 1950-1967

Der BĂŒrgerkrieg vergiftete das politische und gesellschaftliche Klima fĂŒr mehrere Jahrzehnte und fĂŒhrte zu einer nationalen Spaltung in Kommunisten und Antikommunisten.

Aus den ersten demokratischen Wahlen nach dem Krieg gingen jeweils rechtsgerichtete Parteien als grĂ¶ĂŸte Einzelparteien hervor, jedoch gelang es 1950 und 1951 drei bĂŒrgerlichen Parteien der Mitte, gefĂŒhrt von Sophoklis Venizelos, Georgios Papandreou und Nikolaos Plastiras, die Mehrheit der Mandate zu erringen und Koalitionsregierungen zu bilden. Unter der Regierung Plastiras trat Griechenland gleichzeitig mit der TĂŒrkei am 18. Februar 1952 in die NATO ein. Auf offenen Druck der USA, die die rechte Griechische Sammlung (griechisch Î•Î»Î»Î·ÎœÎčÎșός ÎŁÏ…ÎœÎ±ÎłÎ”ÏÎŒÏŒÏ‚, ellinikĂłs synajermĂłs) von Marschall Alexandros Papagos begĂŒnstigten, wurde das geltende VerhĂ€ltniswahlrecht durch ein Mehrheitswahlrecht ersetzt. Als erwĂŒnschtes Ergebnis errang Papagos’ Griechische Sammlung bei den Parlamentswahlen 1952 mit 49 % der Stimmen 82 % der Mandate. Damit begann eine Herrschaft rechtsgerichteter Regierungen unter Papagos und Konstantin Karamanlis, die mit Ausnahme von kurzlebigen Übergangsregierungen bis 1963 wĂ€hrte. Innenpolitisch verfolgten sie einen scharf repressiven Kurs, der in erster Linie darauf gerichtet war, mögliche Sympathisanten des Kommunismus unter Kontrolle zu halten. Jedoch machte der wirtschaftliche Wiederaufbau mit Hilfe der USA und der Hilfen von Emigranten Fortschritte, insbesondere der Bausektor nahm einen enormen Aufschwung und verĂ€nderte das Gesicht der StĂ€dte; die griechische Handelsflotte entwickelte sich zur grĂ¶ĂŸten der Welt. Der Tourismus wurde angekurbelt und trug zu einem Wachsen des Lebensstandards bei. Unter Konstantinos Karamanlis' Regierung trat am 1. November 1962 ein Assoziierungsabkommen mit der EuropĂ€ischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) in Kraft.

Bei den Wahlen 1958 hatte die Eniea Dimokratiki Aristera (griechisch Î•ÎœÎčαία Î”Î·ÎŒÎżÎșρατÎčÎșÎź ΑρÎčÏƒÏ„Î”ÏÎŹ ΕΔΑ, Vereinigung der Demokratischen Linken EDA), im Wesentlichen eine Tarnorganisation fĂŒr die verbotene Kommunistische Partei KKE, fast ein Viertel der WĂ€hlerstimmen bekommen. Jedoch gelang es Georgios Papandreou, die Parteien der Mitte zur Zentrumsunion (EK, griechisch Î„Î•ÎœÏ‰ÎżÏƒÎ· ÎšÎ­ÎœÏ„ÏÎżÏ…, Enosis Kendrou) zusammenzuschweißen und 1961 der EDA den Rang als grĂ¶ĂŸte Oppositionspartei abzulaufen. Die VorwĂŒrfe der Oppositionsparteien, Manipulationen und unlauterer Druck der Armee hĂ€tten die Wahlergebnisse verfĂ€lscht, fĂŒhrte zu politischen Unruhen, die sich insbesondere nach der Ermordung des EDA-Abgeordneten Grigoris Lambrakis im Wahlkampf 1963 zuspitzten. Bei diesen Wahlen verlor, nachdem Karamanlis als Folge der politischen Auseinandersetzungen und wegen eines ZerwĂŒrfnisses mit dem Königshaus zurĂŒckgetreten war und sich ins Exil begeben hatte, dessen rechte Ethniki Rizospastiki Enosis (griechisch EÎžÎœÎŻÎșη ÎĄÎčÎ¶ÎżÏƒÏ€Î±ÏƒÏ„ÎčÎșÎź ΈΜωσÎčς EÎĄE, Nationalradikale Union, ERE) ihre Mehrheit an die EK und Papandreou konnte eine Regierung bilden. Die DurchfĂŒhrung seines Reformprogramms wurde jedoch bald ĂŒberschattet von einer neuen Zypernkrise, VerschwörungsverdĂ€chtigungen um seinen von ihm als Minister in die Regierung berufenen Sohn Andreas Papandreou (Aspida-AffĂ€re) und Auseinandersetzungen mit dem jungen König Konstantin II., dem es gelang, Papandreou von der Regierungsmacht mit Hilfe von ÜberlĂ€ufern aus der EK (angefĂŒhrt von Konstantinos Mitsotakis) im Juli 1965 zu verdrĂ€ngen. Dies verschĂ€rfte die politischen Auseinandersetzungen weiter. Sie wurden begleitet von zahlreichen Demonstrationen und gewalttĂ€tigen Auseinandersetzungen, bei denen der Student Sotiris Petroulas zu Tode kam. Die nachfolgenden rechtsgerichteten Regierungen fanden keine stabile parlamentarische Mehrheit. Die Neuwahlen 1967 sollten einen Weg aus dieser Krise weisen. Überraschend kam jedoch eine Gruppe von Offizieren dem von ihnen befĂŒrchteten Wahlsieg Papandreous mit einem Staatsstreich zuvor – bekannt als Putsch der Obristen.

Die Herrschaft der Obristen 1967–1974

→ Hauptartikel: Griechische MilitĂ€rdiktatur
Symbol der Junta

Mit dem „Putsch der Obristen“ vom 21. April 1967 ergriff eine Junta unter Georgios Papadopoulos die Macht und errichtete ein MilitĂ€rregime. Mit scharfen Repressionen – Massenverhaftungen und Internierung von Oppositionellen, Folter und Bespitzelung durch die Geheimpolizei sowie Pressezensur – gelang es den MilitĂ€rs, ihr Regime zu installieren und ĂŒber sieben Jahre aufrechtzuerhalten, obwohl es in der Bevölkerung weitgehend auf Ablehnung stieß und außenpolitisch isoliert war.

Ein dilettantischer Gegenputsch des Königs im Dezember 1967 scheiterte. Der König floh ins Exil und die Junta ersetzte ihn zunÀchst durch einen Regenten, bis sie 1973 die Monarchie abschaffte. Auch ein versuchtes Attentat auf Papadopoulos 1968 blieb erfolglos.

Im Jahr 1973, als auch die zeitweise erfolgreich vorangetriebene wirtschaftliche Entwicklung stagnierte, mehrten sich jedoch die Anzeichen fĂŒr den Niedergang des Regimes. Nach einer Studentenrevolte an der Juristischen FakultĂ€t in Athen und einer Meuterei bei der Marine wurde im November 1973 ein Studentenaufstand am Polytechnikum in Athen blutig niedergeschlagen. In der Junta ersetzten die vom Chef der MilitĂ€rpolizei Dimitrios Ioannidis angefĂŒhrten Hardliner Papadopoulos, der zuvor einen Öffnungsversuch hin zu einer gelenkten Demokratie in die Wege geleitet hatte, durch Phaidon Gizikis. Als Ioannidis im Juli 1974 den Zypernkonflikt anfachte, indem er die Bestrebungen zu einer Vereinigung Zyperns mit Griechenland forcierte und einen Putsch gegen den zypriotischen PrĂ€sidenten Erzbischof Makarios III. organisierte, womit er die tĂŒrkische Invasion auf die Insel provozierte, brach das Regime zusammen.

Das demokratische Griechenland nach 1974

Griechisches Parlament

Beim Zusammenbruch der MilitĂ€rdiktatur hatten deren letzte ReprĂ€sentanten und Vertreter des alten politischen Establishments Konstantin Karamanlis aus seinem Pariser Exil zurĂŒckgerufen und ihm die Macht ĂŒbergeben. Er bildete eine Regierung der nationalen Einheit und leitete unverzĂŒglich die „politische Wende“ (griechisch  ÎŒÎ”Ï„Î±Ï€ÎżÎ»ÎŻÏ„Î”Ï…ÏƒÎ· „Metapolitefsi“), die RĂŒckkehr zur Demokratie, ein. Im Herbst 1974 grĂŒndete er die liberal-konservative Nea Dimokratia. Am 17. November fanden Wahlen statt, zu denen auch die Kommunistische Partei wieder zugelassen war. Wahlgewinner war Karamanlis mit seiner Partei. Ein Referendum am 8. Dezember 1974 ĂŒber den politischen Status des Landes fĂŒhrte mit knapp 70 Prozent der WĂ€hlerstimmen zu einer Abschaffung der konstitutionellen Monarchie und zu einer neuen Verfassung.[20] Die Offiziere der Junta wurden verhaftet und vor Gericht gestellt.

Die konservative Nea Dimokratia (ND) unter Karamanlis gewann die Wahlen 1974 und 1977 und blieb bis 1981 an der Regierung. In den 1980er und 1990er Jahren gewann dann die sozialistische PASOK unter Andreas Papandreou die Oberhand und regierte, unterbrochen lediglich von 1990 bis 1993 durch eine Regierung der ND unter Konstantinos Mitsotakis bis 2004.

Im Jahr 1981 wurde Griechenland Mitglied der EWG. Das wirtschaftliche Wachstum wurde durch die damit verbundenen Subventionen (unter anderem fĂŒr den landwirtschaftlichen Sektor) gefördert, doch ein gewisser Abstand zu den entwickelteren Staaten der EWG blieb bestehen. Der Zerfall Jugoslawiens in den 1990er Jahren erschwerte den Transitverkehr zwischen Griechenland und Westeuropa. Die FĂ€hrlinien nach Italien und der Flugverkehr konnten diese Situation Anfang der 1990er Jahre nur langsam kompensieren. Die griechische Bevölkerung widersetzte sich mit Kundgebungen dem Angriff der Nato-Staaten auf Serbien. Die griechisch-orthodoxe Kirche sowie griechische Hilfsorganisationen organisierten Hilfslieferungen fĂŒr die serbische Bevölkerung. Gleichzeitig stellte die griechische Regierung den Hafen in Thessaloniki den multinationalen StreitkrĂ€ften zur VerfĂŒgung, damit diese effektiver Hilfslieferungen in die serbische Provinz Kosovo leiten konnten.

1992 trat ein Namensstreit mit der ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien auf, da sich der Name mit der griechischen Region Makedonien deckte. Der Streit dauert bis heute an und die griechische Regierung blockiert die Aufnahme des Nachbarlandes mit diesem Namen in die UNO, die EU und die NATO.

Mit dem Antritt der Regierung Simitis (1996) wurde ein Reformprozess in Gang gesetzt, der sich durch eine starke Liberalisierung und eine intensive Investitionspolitik Ă€ußerte. Diese Politik wird im Wesentlichen auch von der von 2004 bis 2009 regierenden konservativen Regierung unter Kostas Karamanlis fortgefĂŒhrt.

Seit der Jahrtausendwende

Die Olympischen Spiele 2004 in Athen bescherten Griechenland eine Zeit der wirtschaftlichen ProsperitĂ€t. Das Land profitierte auch vom ökonomischen Aufschwung der Nachbarstaaten, da dort nach dem Zerfall des Kommunismus sehr viele Investitionen getĂ€tigt werden, und die bilateralen Beziehungen der Völker frei entfaltet werden können. Der griechische Bankensektor profitiert davon am meisten und mittlerweile unterhalten die Finanzinstitute ĂŒber 4000 Auslandsfilialen in den NachbarlĂ€ndern. GrĂ¶ĂŸere griechische Unternehmen haben in der Region SĂŒdosteuropas einen guten Marktanteil, wie beispielsweise die griechische Telekommunikationsgesellschaft OTE, der Lebensmittelkonzern Vivartia oder der staatliche Mineralölkonzern (ΕΠA).

Griechenland, einst ein Auswanderungsland, wurde in den letzten 15 Jahren selbst zu einem Einwanderungsland. Über eine Million AuslĂ€nder leben zurzeit in Griechenland. Mittlerweile kehrten auch viele Griechen aus Westeuropa in ihre Heimat zurĂŒck. Allein aus Deutschland, wo einst ĂŒber 700.000 Griechen lebten, zog bereits etwa die HĂ€lfte zurĂŒck.

Die allgemeine Finanzkrise betrifft das hoch verschuldete Griechenland ganz besonders und hat dort einschneidende Änderungen zur Folge (siehe Griechische Finanzkrise).

Literatur

Weblinks

 Commons: Geschichte Griechenlands â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Griechische Geschichte â€“ Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ Klaus Kreiser: Der osmanische Staat 1300- 1922. MĂŒnchen 2001. S. 84. ISBN 3-486-53711-3
  2. ↑ Wortlaut der Verfassung von Epidauros 1822
  3. ↑ Wortlaut der Verfassung von Troizen 1827
  4. ↑ Wortlaut der Verfassung von 1864
  5. ↑ a b Martin Seckendorf: Zur Wirtschaftspolitik der deutschen Besatzer in Griechenland 1941-1944 Ausbeutung, die in die Katastrophe mĂŒndete. Online abrufbar unter:http://www.2i.westhost.com/bg/1_7_1.html
  6. ↑ Anestis Nessou: Griechenland 1941- 1944: Deutsche Besatzungspolitik und Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung- eine Beurteilung nach dem Völkerrecht, 2009, S. 367
  7. ↑ http://www.2i.westhost.com/bg/1_7_1.html
  8. ↑ Hagen Fleischer in: Grenzen der Wiedergutmachung. Die EntschĂ€digung fĂŒr NS-Verfolgte in West- und Osteuropa 1945-2000, S. 382
  9. ↑ Hagen Fleischer in: Grenzen der Wiedergutmachung. Die EntschĂ€digung fĂŒr NS-Verfolgte in West- und Osteuropa 1945-2000, S. 382, S. 388
  10. ↑ Hagen Fleischer in: Grenzen der Wiedergutmachung. Die EntschĂ€digung fĂŒr NS-Verfolgte in West- und Osteuropa 1945-2000, S. 398
  11. ↑ Hagen Fleischer in: Grenzen der Wiedergutmachung. Die EntschĂ€digung fĂŒr NS-Verfolgte in West- und Osteuropa 1945-2000, S. 402
  12. ↑ Hagen Fleischer in: Grenzen der Wiedergutmachung. Die EntschĂ€digung fĂŒr NS-Verfolgte in West- und Osteuropa 1945-2000, S. 404f.
  13. ↑ Hagen Fleischer in: Grenzen der Wiedergutmachung. Die EntschĂ€digung fĂŒr NS-Verfolgte in West- und Osteuropa 1945-2000, S. 410.
  14. ↑ http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=436
  15. ↑ http://www.bundesarchiv.de/cocoon/barch/0001/k/k1960k/kap1_2/kap2_10/para3_3.html
  16. ↑ Deutsches Historisches Museum: LeMO - 1939-45 Partisanenkrieg in Griechenland
  17. ↑ Wolfgang Michalka (Hrsg. im Auftrag des MGFA): Der Zweite Weltkrieg. Analysen-GrundzĂŒge-Forschungsbilanz. Weyarn 1997, S.545 ISBN 3-932131-38-X
  18. ↑ Gabriella Etmektsoglou: Criminal states, innocent citizens? Aspects of Greek-German relations during World War II and its aftermath. In: Gerd Bender, Rainer Maria Kiesow, Dieter Simo (Hrsg.): Die andere Seite des Wirtschaftsrechts. Steuerung in den Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main 2006, S. 69. ISBN 3-465-04002-3
  19. ↑ Mark Mazower: Three Forms of Political Justice. In: Mark Mazower (Hrsg.): After the War was over: Reconstructing the Family, Nation, and State in Greece, 1943-1960. Princeton University Press, Princeton/Oxford 2000, S. 34. ISBN 0-691-05842-3
  20. ↑ Christos Katsioulis: Die griechische außenpolitische IdentitĂ€t im Namenskonflikt mit Mazedonien und im Kosovo Krieg in Studien zur Deutschen und EuropĂ€ischen Außenpolitik, Heft 10/2002, Seite 33, abgefragt am 7. Dezember 2009

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