Geschichte Irlands

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Geschichte Irlands
Die Insel Irland, westlich des kontinentalen Europas gelegen

Die menschliche Geschichte Irlands begann in pr√§historischer Zeit. Die Besiedlung keltischer Bewohner hinterlie√ü einen pr√§genden Einfluss. Nach der Christianisierung im 5. Jahrhundert kam die Insel unter Einfl√ľsse verschiedener V√∂lker wie der Angelsachsen und der Normannen. Die auch milit√§rischen Eingriffe Englands f√ľhrten letztlich 1801 zur Abschaffung des irischen Parlaments und zur Einverleibung in das Vereinigte K√∂nigreich.

In Folge des Anglo-Irischen Krieges gelang es 1922, aus Irland ein unabhängiges Dominion innerhalb der britischen Monarchie zu installieren. Im Jahre 1949 trat Irland aus dem Commonwealth aus und nennt sich seitdem Republik Irland.

Inhaltsverzeichnis

Vor- und Fr√ľhgeschichte

Am Ende der letzten Eiszeit war Nordirland bei einem um 100 m niedrigeren Meeresspiegel √ľber die Landbr√ľcke von der Halbinsel Kintyre mit Schottland und, da die Britischen Inseln noch an das europ√§ische Festland angebunden waren, auch mit dem Kontinent verbunden. Mit der Erw√§rmung begannen Eiche, Ulme und Esche die Kiefernw√§lder und die zuvor arktische Flora und Fauna zu verdr√§ngen. Der Riesenhirsch (Megaloceros giganteus) mit einer Geweihauslage von 3,6 m konnte dadurch auch in Irland nicht √ľberleben. Die Vorgeschichte Irlands beginnt im Mesolithikum, ca. 7500 v. Chr., mit der Besiedelung durch kontinentaleurop√§ische J√§ger, Fischer und Sammler.

Das fr√ľhe Mesolithikum zeigt geometrische Mikrolithen (Flintklingen) von etwa 7000 v. Chr. die am Mount Sandel in Nordirland gefunden wurden. Der seinerzeit √§lteste Wohnplatz Irlands wurde 1972 am Fluss Bann entdeckt. Verkohlte Haselnussschalen erm√∂glichten die Datierung. Die ovalen H√ľtten waren vermutlich mit Rinde gedeckt. Die Bewohner fingen Lachse und Aale, sammelten N√ľsse und jagten u. a. Wildschweine. Im Sp√§tmesolithikum findet sich eine mikrolithenlose Industrie aus gro√üen Abschl√§gen (Larnian), die vor allem im Nordosten verbreitet war. Kern- und Scheibenbeile dienten wohl der Holzbearbeitung, auch erste geschliffene Beile aus Felsgestein tauchen auf (Ferriter's Grove).

Zwischen 4000 und 2500 v. Chr. finden sich Spuren einer jungsteinzeitlichen Kultur mit rechteckigen H√§usern und geschliffenen Steinwerkzeugen. Der Hort von Malone (Belfast) barg mehr als ein Dutzend dunkelblauer Porzellanit-Beile.[1] Diese Stein√§xte stammen vom Tievebulliagh in County Antrim oder von Brockley auf Rathlin Island und finden sich in kleiner Menge beinahe √ľberall auf den britischen Inseln. Im weiteren Verlauf entstanden megalithische Anlagen wie Court tombs, Passage tombs, Portal tombs und Wedge tombs, die bis in die Bronzezeit genutzt wurden. Die Ackerbauern errichteten u. a. Knowth und etwa um 3200 v. Chr. Newgrange.

Die Bronzezeit (Endneolithikum nach der mitteleurop√§ischen Chronologie) in Irland ist mit Siedlungen der Glockenbecherkultur und der Suche nach Bodensch√§tzen (Zinn, Kupfer) verbunden. Sie begann im S√ľdwesten um 2500 v. Chr. (Bergwerke am Mount Gabriel, in County Cork), Ross Island und auf der Beara-Halbinsel. Typische Hinterlassenschaften der Bronzezeit sind die Steinkisten und Fulachta fiadh.

Von manchen Forschern wird angenommen, dass erste Kelten um 600 v. Chr. von Nord-Frankreich nach Irland gelangten. Andere Forscher verbinden die Übernahme der europaweit verbreitete La-Tène-Kultur in Irland nicht mehr mit einer Eroberung.

Etwa 300 v. Chr. erfolgte der √úbergang von der Bronzezeit zur Eisenzeit. Die √úbernahme einer keltischen Sprache (des sp√§teren Irischen) wird gew√∂hnlich in die Eisenzeit gelegt, arch√§ologisch l√§sst sich dies hier jedoch nicht nachweisen. Die keltischen Bewohner bestanden aus verschiedenen St√§mmen (u. a. den G√§len) und verehrten die Sonne als ihre h√∂chste Gottheit.

In den Mythen treten auch G√∂tter auf, die ausschlie√ülich in Irland bekannt sind. Wahrscheinlich haben sie ihren Ursprung in den Kulten der irischen Urbev√∂lkerung und wurden sp√§ter von den Kelten in ihre Mythen √ľbernommen. Hinterlassenschaften der eisenzeitlichen Kultur sind die Duns, Raths, Crann√≥gs und Bullauns. Denkmaltypen der Eisenzeit, die f√ľr Gro√übritannien und den Kontinent charakteristisch sind: Kleine Einhegungen, Erdh√ľgel, Flachgr√§berfelder, Hillforts und Tempel sind in Irland selten. Es scheint, dass Irland ab der sp√§ten Bronzezeit durch kulturelle Einfl√ľsse vom Kontinent weitaus weniger beeinflusst wurde als Gro√übritannien.

Mehr als 150 kleine K√∂nigreiche (T√ļath) wurden in f√ľnf gro√üe zusammengelegt: Ulster, Nord-Leinster, S√ľd-Leinster, Munster, und Connaught (Connacht). Dem Kleink√∂nig (R√≠/R√© vgl. lat.: rex) war der K√∂nig einer Provinz √ľbergeordnet (R√≠ Ruireg), √ľber dem der Hochk√∂nig (Ard-R√≠) stand. Ein gesamtirisches K√∂nigtum konnte nicht recht wachsen. Sowohl Stammesf√ľrsten als auch Priester (Druiden) und Barden hatten gro√üen Einfluss. Obwohl alle Clans unabh√§ngig waren, wurde Tara (im heutigen County Meath) als Hauptstadt anerkannt. Irland, im r√∂mischen Schrifftum als ‚ÄěHibernia‚Äú bezeichnet (auch lerne oder Ivernia genannt), wurde nicht von den R√∂mern erobert. Aber sporadischer Handel und kultureller Austausch fanden statt.

Gegen Ende der r√∂mischen Besatzungszeit in England und Wales √ľberfielen irische Clanchefs auch Britannien. Die keltische Kultur Irlands endet erst mit Abschluss der Christianisierung. Fr√ľhkirchliche Einfriedungen und Eremitagen auf winzigen Inseln sind f√ľr die erste Zeit pr√§gend.

Irland im Mittelalter

Wikinger und die Missionierung Irlands

Seite aus dem Book of Kells

Der beginnenden Christianisierung im 4. und 5. Jahrhundert folgten die irische Kloster-Kultur und Anf√§nge des irischen Hochk√∂nigtums. Die folgenden drei Jahrhunderte gelten als Bl√ľtezeit des fr√ľhchristlichen Irlands, in denen irische Bildung und Kultur in Europa bekannt werden. In Irland entstand eine eigenst√§ndige keltische Kirche, geistiger Mittelpunkt des Landes war Armagh in Ulster. Die kirchliche Rolle ging auf die zahlreichen Kl√∂ster des Landes √ľber, in denen K√∂nige herrschten, die auf Autonomie achteten.

Politische Uneinigkeit, interne Kriege, sowie √úberf√§lle der Wikinger 795 auf Inishmurray und Inishbofin (seit 832 in Dublin) l√§uteten das Ende dieser Zeit ein. Die Wikinger kamen aus Norwegen, hatten schon Orkney und die Shetlandinseln besiedelt und erreichten nun Irland. Nach 50 Jahren der √úberf√§lle begannen die Wikinger, an den K√ľsten permanente Siedlungen zu errichten. Sie waren die ersten eigentlichen St√§dte in Irland, aus denen die heutigen Orte Dublin (Duibh-linn-schwarzer Pfuhl), Wexford (Veigsfj√∂rthr), Wicklow (Vikingalo), Limerick (Hlymrekr) und Waterford (Vethrafj√∂rthr) hervorgingen.

Die Z√ľge der Wikinger bildeten allerdings keinen einheitlichen Eroberungszug und gingen nicht √ľber Beutez√ľge und k√ľstennahe Ansiedlungen als Kaufleute und H√§ndler hinaus. Eine Eroberung Irlands scheint nie das Ziel der Wikinger gewesen zu sein. Zudem leistete Irland kaum geeinten Widerstand. Die dominanten irischen Herrscherh√§user waren zu dieser Zeit die s√ľdlichen Ui N√©ill von Tara im (Nordosten) und die Eoganachta von Cashel in Munster (S√ľdosten). Sie stritten mit den n√∂rdlichen Ui N√©ill von Armagh und einigen anderen K√∂nigsh√§usern wie den Uladh um die Vorherrschaft. Alle Seiten verb√ľndeten sich zeitweise mit Wikingern.

Ein Zwischenergebnis der Kriege war eine erneute St√§rkung und geistige Dominanz von Tara (dessen Sonderstellung hypothetisch auf eine wichtige Rolle in der Vorzeit zur√ľckgehen k√∂nnte) √ľber das restliche Irland, bei dem zeitweilig auch Wikingersiedlungen ihre Unabh√§ngigkeit einb√ľ√üten. Ende des 10. Jahrhunderts gab es einmalig f√ľr neun Jahre ein geeintes Irland unter dem Hochk√∂nig Brian Boru, der im Jahre 1005 alleiniger, aber umstrittener Herrscher Irlands wurde und 1014 die Wikinger von Dublin in der Schlacht von Clontarf besiegte.

Im Fr√ľhmittelalter waren irische Missionare in ganz Westeuropa t√§tig. Irland wurde zu dieser Zeit auf lateinisch ‚ÄěScotia Maior‚Äú genannt, weshalb man diese M√∂nche auch ‚ÄěSchotten‚Äú oder ‚ÄěIroschotten‚Äú nannte. Zu den Klostergr√ľndungen der ‚ÄěSchotten‚Äú geh√∂rt u. a. das Schottenstift in Wien.

Man kann sagen, dass die Bedrohung durch die Wikinger sowie die √úbernahme √ľberlegener Waffen und die Entwicklung von St√§dten und Seehandel in Irland einen Wandel bewirkte und eine neue Zeit einleitete. Die Wikinger als Machtfaktor konnten sich nicht halten, ihre Kultur und Sprache dagegen hinterlie√üen ihre Spuren.

Das geeinte Irland erlebte in den folgenden 150 Jahren eine Zeit relativen Friedens, und machte Fortschritte in Kunst und Kultur (Literatur, Handschriften, Bauwerke im romanischen und gotischen Stil). Diese Zeit endete mit der Invasion der Anglo-Normannen unter Heinrich II. im Jahre 1169, welche durch innerirische Konflikte ausgelöst wurde.

Die Anglo- oder Cambro-Normannen

Die anglo-normannische, richtiger cambro-normannische, Invasion Irlands war das Ergebnis des Streites zweier irischer K√∂nige, Dermot MacMurrough und Tiernan O'Rourke um O‚ÄôRourkes Frau. Der unterlegene MacMurrough floh nach England und weiter nach Frankreich, um K√∂nig Heinrich II., den Herrscher √ľber England und Teile Frankreichs, zur Eroberung Irlands zu bewegen.

Mit einem Unterst√ľtzungsschreiben von Heinrich II. konnte MacMurrough in Wales Cambro-Normannen und Flamen zum Kriegszug bewegen. Der F√ľhrer der Normannen, Richard Fitz Gilbert, Strongbow genannt (1130‚Äď1176), errang dank √ľberlegener Milit√§rtechnik (Walisische Langb√∂gen, Reiterei, Kettenr√ľstungen) sowie irischer Uneinigkeit einen relativ leichten ersten Sieg, der weitere Normannen nach Irland lockte.

Nach Siegen im Jahr 1169 erkl√§rte sich Heinrich II. 1171 zum K√∂nig von Irland und verteilte L√§ndereien als Lehen an normannische Barone. Diese befanden sich √ľberwiegend im Osten der Insel, da der Westen noch nicht erobert war. Die Barone sicherten ihren Besitz durch auch heute noch weithin sichtbare Tower houses und begannen, weitere Teile Irlands in Besitz zu nehmen.

Die geringe Anzahl der Eroberer, auch aufgrund normannischer Interessen in Schottland und Frankreich, machten eine normannisch-irische Zusammenarbeit erforderlich. Die Normannen beschr√§nkten sich daher auf die Absetzung der irischen F√ľrsten, und versuchten, eine Akzeptanz durch die irische Bev√∂lkerung zu erreichen. Die folgenden Jahrzehnte sahen die Konsolidierung normannischer Vorherrschaft, mit der die erste zentrale Verwaltung Irlands (insbesondere unter K√∂nig Johann Ohneland (John Lackland), 1199‚Äď1216) und die Gr√ľndung vieler St√§dte einherging. Viele der bedeutenden Kathedralen Irlands stammen aus dieser Zeit.

Grab der Toten der Schlacht von Callan

Nur im Westen behielten irische Herrscher die Kontrolle. Ende des 13. Jahrhunderts konnten diese die cambro-normannische Schw√§che, bedingt durch mangelnde Unterst√ľtzung aus England, ausnutzen. Es entstand erstmals eine einheitliche irische Bewegung, die auch milit√§rische Erfolge verbuchen konnte (1261 bei Callan, 1270 bei Carrick-on-Shannon).

Die Ans√§tze des englischen Parlamentarismus strahlten auch auf Irland aus. Dort wurde 1297 das erste irische Parlament eingerichtet. Im Verlauf des 14. Jahrhunderts kam es in Irland mehrfach zu Erhebungen gegen die englische Oberhoheit, die vor allem in Connacht aufflammten. W√§hrend des Hundertj√§hrigen Kriegs konzentrierte sich das K√∂nigreich England auf den franz√∂sischen Kriegsschauplatz und vernachl√§ssigte die Durchsetzung seiner Herrschaft in Irland. Die darauf folgenden Rosenkriege schw√§chten die Bedeutung der irischen Insel in der englischen Politik weiter. Erst als die dynastischen Konflikte durch das Haus Tudor beigelegt wurden, widmete sich die englische Krone verst√§rkt dem irischen Teil seiner Machtsph√§re. Das unter dem englischen K√∂nig Heinrich VII. im Jahre 1494 geschaffene Poynings‚Äô Law machte die Beschl√ľsse des irischen Parlaments von der Zustimmung des englischen K√∂nigs abh√§ngig. Zu dieser Zeit √ľbte England die direkte Herrschaft faktisch nur √ľber den Pale aus, einen Landstreifen im Osten Irlands.

Irland in der Fr√ľhen Neuzeit

Plantations und Aufstände

Unter Heinrich VIII. wurde Irland 1541 direkt der englischen Krone unterstellt, der englische K√∂nig regierte damit in Personalunion √ľber das neu geschaffene K√∂nigreich Irland. Zudem wurden s√§mtliche Kircheng√ľter auf der irischen Insel eingezogen, was auch in England seit dem Bruch mit der r√∂mischen Kirche und der Gr√ľndung der Anglikanischen Staatskirche durchgef√ľhrt worden war. Sowohl die Iren als auch die meisten Siedler aus anglo-normannischer Zeit verblieben aber beim katholischen Glauben. Heinrich VIII. bef√ľrchtete, dass ausl√§ndische M√§chte wie Spanien das √ľberwiegend katholische Irland gegen England ausspielen k√∂nnten. Heinrichs Nachfolger Eduard VI. begann mit einer massiven, gezielten Ansiedlung von Engl√§ndern im Gebiet au√üerhalb des Pale. Diese Ansiedlungen werden als Plantations bezeichnet, was sich w√∂rtlich als "Bepflanzungen" √ľbersetzen l√§sst.

Seit Ende der 1560er Jahre nahm die Ansiedlung von Briten in Irland stark zu und wurde begleitet von milit√§rischen Ma√ünahmen gegen den aufkeimenden irischen Widerstand. Zu dieser Zeit fehlte es Irland an modernem Kriegsger√§t sowie an einer einheitlichen Organisation, da sich die Iren st√§rker ihrem jeweiligen Clan verbunden f√ľhlten als Irland als Nation. Trotzdem wurde der irische Widerstand gegen die Plantations immer effektiver, da die Iren eine Art Guerilla-Krieg f√ľhrten, auf den damalige englische Streitkr√§fte nicht eingestellt waren. Der gebirgige und bewaldete Charakter der Insel stellte dabei f√ľr die Iren einen gro√üen Vorteil dar. Unter James Fitzmaurice Fitzgerald brach 1568 ein irischer Aufstand aus, der von den Engl√§ndern aber bis 1573 niedergeschlagen werden konnte. Der Earl of Desmond organisierte 1579 eine weitere Rebellion, die bis 1583 von englischen Truppen brutal erstickt wurde. Beide Rebellionen sind als die Desmond-Rebellionen bekannt.

Zu einer ernsthaften Bedrohung f√ľr die Engl√§nder wurde der irische Widerstand unter Hugh O‚ÄôNeill, 2. Earl of Tyrone. O‚ÄôNeill gelang die Aufstellung eines aus etwa 10.000 Iren bestehenden Heeres, indem er verschiedene Clans zun√§chst einzeln ruhig hielt und dann im Schlag gegen die Engl√§nder zusammenf√ľhrte. Diese Streitmacht war mit zahlreichen Musketen bestens ausger√ľstet, welche die Iren mit spanischem Gold in Schottland gekauft hatten. Die Iren wurden von Spanien nicht nur durch finanzielle Mittel, sondern auch durch die Entsendung von Festungsingenieuren unterst√ľtzt. O‚ÄôNeill setzte nicht nur auf die Iren g√§lischer Abstammung, sondern versuchte zus√§tzlich die ‚ÄěAlt-Engl√§nder‚Äú (Englische Siedler aus anglo-normannischer Zeit, die katholisch geblieben waren) f√ľr seine Sache zu gewinnen. Aufgrund der in Irland vorherrschenden Armut dienten zahlreiche Iren als S√∂ldner im spanischen Heer, wo sie wichtige milit√§rische Erfahrungen sammelten. Unter O‚ÄôNeill brach 1595 ein gro√üer Aufstand der katholischen Iren in Ulster aus und griff schnell auf ganz Irland √ľber. Ein zur Bek√§mpfung von O‚ÄôNeills Truppen ausgesandtes, englisches Heer wurde bei der Schlacht von Clontibret √ľberraschend von diesen angegriffen und vernichtend geschlagen. Drei Jahre sp√§ter, am 14. August 1598, kam es am Yellow Ford zu einer weiteren Schlacht, welche ebenfalls mit einer schweren englischen Niederlage endete.

K√∂nigin Elisabeth I. setzte 1600 Lord Mountjoy als neuen Lord Deputy in Irland ein. Dieser sorgte im Norden Irlands f√ľr die Vernichtung der Ernte und lie√ü die dortigen Viehherden beschlagnahmen, um der irischen Armee ihre Nahrungsgrundlagen zu entziehen. Mountjoys weiterer Vorsto√ü nach Ulster wurde jedoch von O‚ÄôNeill und seinen Truppen vom 2. bis zum 3. Oktober 1600 am Moyry Pass gestoppt. Unterst√ľtzung erhielt O‚ÄôNeill am 21. September 1601 in Form von 3500 spanischen Soldaten, die in Kinsale an Land gingen. Englische Truppen unter Mountjoy begannen wenig sp√§ter mit der Belagerung der Stadt. Ende Dezember traf O‚ÄôNeill mit seinem Heer bei Kinsale ein, um die Belagerung gewaltsam zu beenden. Der Versuch scheiterte, und die spanische Garnison kapitulierte. Nach einigen weiteren Kampfhandlungen handelte O‚ÄôNeill 1603 einen Waffenstillstand mit den Engl√§ndern aus. Da sich Irland nun wieder g√§nzlich unter englischer Kontrolle befand, verlie√üen zahlreiche Angeh√∂rige des irischen Adels ‚Äď darunter O'Neill ‚Äď im Jahre 1607 ihr Heimatland, wobei man von der ‚ÄěFlight of the Earls‚Äú (Grafenflucht) sprach. Zur Vergeltung f√ľr den Aufstand wurden zahlreiche irische Grundbesitzer enteignet.

Zu einer bis in die heutige Zeit folgenschweren Entwicklung kam es unter Elisabeths Nachfolger Jakob I. Unter dessen Regentschaft wurde seit 1609 die ‚ÄěUlster Plantation‚Äú durchgef√ľhrt. Im Zuge dieser Plantation wurden zahlreiche anglikanische Engl√§nder und presbyterianische Schotten in Ulster angesiedelt. Ulster entwickelte sich dadurch zum Kern englischer Herrschaft in Irland. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts kam es in Irland zu einem wirtschaftlichen Aufschwung, der ein starkes Bev√∂lkerungswachstum zur Folge hatte. Um ihre Herrschaft √ľber Irland zu sichern, erbauten die Engl√§nder unter Jakob I. Forts und Zitadellen in St√§dten wie Cork und Kinsale. Die nordirische Stadt Derry wurde 1613 direkt der englischen Hauptstadt London √ľbertragen, befestigt und mit Engl√§ndern besiedelt. Ihr Name wurde von den Neusiedlern in Londonderry ge√§ndert, w√§hrend die Alteingesessenen ‚Äď und die meisten katholischen Iren ‚Äď sie bis heute als Derry bezeichnen.

Vom B√ľrgerkrieg bis zum Vereinigten K√∂nigreich

Trotz der Besserung der wirtschaftlichen Lage waren viele katholische Iren aufgrund der politischen Entwicklung in England unter K√∂nig Karl I. besorgt. Karl I. bekannte sich zum Anglikanischen Glauben, suchte aber eine Ann√§herung an die katholische Kirche. Auch der 1632 zum Lord Deputy in Irland ernannte Thomas Wentworth kam den Katholiken entgegen. Der englische K√∂nig geriet jedoch in Konflikte mit dem Parlament, das stark von den puritanischen Abgeordneten beeinflusst war. Der Puritanismus war eine Glaubensbewegung, die eine Religion frei von jeglichen katholischen Elementen forderte. Als Karl I. 1641 Wentworth auf Druck des Parlaments hinrichten lie√ü, f√ľrchteten die katholischen Iren die Durchsetzung von gegen sie gerichteten Repressalien durch die puritanischen Parlamentarier. Die g√§lischst√§mmigen Iren erhoben sich im November 1641 in Ulster zu einem Aufstand und richteten ein Blutbad unter den englischen Siedlern an, dem mehrere Tausend Menschen zum Opfer fielen. Der Aufstand erfasste nach kurzer Zeit gro√üe Teile der irischen Insel. Als K√∂nig Karl I. im Januar 1642 die Verhaftung mehrerer gegen ihn opponierender Parlamentarier anordnete, brach der Englische B√ľrgerkrieg aus, der auch auf Irland ausstrahlte. Richtete sich der irische Aufstand zun√§chst gegen s√§mtliche protestantischen Engl√§nder und Schotten, ergriffen die Iren nach kurzer Zeit f√ľr die Royalisten Partei.

G√§lische Iren, ‚ÄěAlt-Engl√§nder‚Äú und royalistische englische Siedler gr√ľndeten 1642 die Confederation of Kilkenny, welche die Gr√ľndung eines katholischen, k√∂nigstreuen Irlands erstrebte. Ihren Truppen gelang die Eroberung eines gro√üen Teils der irischen Insel, doch wurden Ulster und Dublin von parlamentstreuen Engl√§ndern gehalten. Die in Irland angesiedelten, presbyterianischen Schotten schlossen sich der Confederation of Kilkenny 1648 an. In England selbst war in diesem Jahr die milit√§rische Entscheidung zugunsten des Parlaments gefallen. Karl I. wurde im Januar 1649 hingerichtet und die Englische Republik gegr√ľndet. Im Verlauf des Kriegs hatte der puritanische Abgeordnete Oliver Cromwell eine starke Machtposition erlangt. Er setzte sich im August 1649 an die Spitze eines Strafzugs gegen das aufst√§ndische Irland (R√ľckeroberung Irlands). Dieser Strafzug wurde von Cromwell mit gro√üer H√§rte gef√ľhrt, was zun√§chst die von Aufst√§ndischen verteidigte Stadt Drogheda zu sp√ľren bekam. Am 11. September 1649 wurde sie von Cromwells Truppen gest√ľrmt, wobei die gesamte Bev√∂lkerung get√∂tet oder deportiert wurde. Die Stadt selbst wurde zerst√∂rt. Cromwell verfuhr mit St√§dten wie Wexford √§hnlich, doch musste er Irland 1650 aufgrund der Lage in Schottland verlassen. Die von ihm zur√ľckgelassenen Truppen beendeten bis 1652 den irischen Aufstand.

Durch Cromwells Verw√ľstungsstrategie waren weite Teile Irlands zerst√∂rt worden. Zahlreiche gefangen genommene Aufst√§ndische wurden als Sklaven in die Karibik verschifft, w√§hrend ein erheblicher Teil der g√§lischst√§mmigen Grundbesitzer enteignet wurde. Da die Englische Republik Probleme bei der Besoldung ihrer Truppen hatte, bot sie ihren Soldaten als Entsch√§digung Grundst√ľcke in Irland an. Auf diese Weise kam es zur Niederlassung von mehreren Zehntausend parlamentstreuen Veteranen in Irland, die vor allem in Ulster siedelten. Dabei handelte es sich um Angeh√∂rige der New Model Army, die mehrheitlich √ľberzeugte Puritaner waren. Viele der enteigneten Iren sahen sich gezwungen, ihr Leben als Outlaws (Gesetzlose) zu bestreiten. Cromwell ordnete an, dass sich die g√§lischen Iren nur noch westlich des Flusses Shannon ansiedeln d√ľrfen, also in Connacht ‚Äď ‚ÄěTo Hell or to Connacht‚Äú wurde zum Motto dieser Politik.

Auf die Englische Republik und die puritanische Milit√§rdiktatur des Oliver Cromwell folgte seit 1660 die Wiederherstellung der Monarchie unter dem Haus Stuart. K√∂nig Karl II. sympathisierte zwar mit dem katholischen Glauben, ordnete aber gegen Irland gerichtete, wirtschaftliche Ma√ünahmen an. So durfte Irland seine Wolle nur noch nach England exportieren, was die irische Wirtschaft schwer traf. Zudem wurde Irland der Handel mit den englischen Kolonien untersagt. Auf Karl II. folgte 1685 dessen Bruder Jakob II., der sich offen zum Katholizismus bekannte. Dies f√ľhrte zu schweren Spannungen mit dem englischen Parlament, die sich in der Glorious Revolution von 1688 entluden. Jakob II. wurde durch seinen protestantischen Schwiegersohn Wilhelm von Oranien abgel√∂st und floh nach Frankreich. Von dort aus setzte er nach Irland √ľber, um mit Unterst√ľtzung der dortigen Katholiken wieder auf den englischen Thron zu gelangen. Wilhelm III. entschloss sich jedoch zu einem Feldzug gegen die irischen ‚ÄěJakobiten‚Äú. Am Boyne-Fluss kam es 1690 zur Entscheidungsschlacht, die mit einer Niederlage von Jakob II. endete. Jakob kehrte zur√ľck nach Frankreich, wo er einige Jahre sp√§ter verstarb. Zur Bestrafung der ‚ÄěJakobiten‚Äú erlie√ü Wilhelm III. 1695 mehrere Gesetze, die zu einer Entrechtung der katholischen Iren f√ľhrten. Der irische Grundbesitz befand sich w√§hrend dieser Zeit zu √ľber drei Vierteln in den H√§nden von protestantischen Engl√§ndern, Schotten und katholischen ‚ÄěAlt-Engl√§ndern‚Äú.

Im Jahre 1798 kam es zu gro√üen Aufst√§nden in Irland und es bildeten sich Organisationen wie die Society of United Irishmen, gef√ľhrt von Lord Eduard Fitzgerald und von Wolfe Tone.

W√§hrend die Bauern zum Angriff √ľbergingen, √ľberredete Wolfe Tone Napoleon I. zu einem Kampf gegen die Briten in Irland und Napoleon schickte eine Flotte zur S√ľdk√ľste Irlands. Allerdings wurde diese 2000 Mann starke Truppe genauso schnell und blutig niedergeschlagen wie die Bauernaufst√§nde im Rest des Landes. Die Anf√ľhrer wurden gefasst und zum Tode verurteilt. Der Rest wurde verhaftet.

So wurde Irland 1801 durch den Act of Union dem Königreich Großbritannien angeschlossen, das von nun an Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Irland genannt wurde.

Irland seit dem 19. Jahrhundert

Gro√üe Hungersnot und ‚ÄěHome Rule League‚Äú

Limerick, ca. 1900

Kartoffel-Missernten l√∂sten die ‚ÄěGro√üe Hungersnot‚Äú (engl. Great Famine) aus, die zwischen 1846 und 1849 zahlreiche Menschenleben forderte und eine gro√üe Auswanderungswelle nach sich zog. Insgesamt verringerte sich die Bev√∂lkerung von ehemals 8,5 Millionen Einwohnern auf nur noch 6 Millionen Einwohner. Die britische Regierung half praktisch nicht. Dadurch begann in der zweiten H√§lfte des neunzehnten Jahrhunderts die irische Unabh√§ngigkeitsbewegung zu erstarken. Einige der ersten gravierenderen Proteste wurden von Daniel O'Connell organisiert, der 1828 als erster Katholik seit Beginn der Katholikenemanzipation ins Parlament des Vereinigten K√∂nigreichs gew√§hlt worden war. Die britische Regierung ben√∂tigte 1843 sogar Truppen und Artillerie, um die bei Clontarf ausgebrochenen Aufst√§nde niederzuschlagen. Eine weitere wichtige Unabh√§ngigkeitsbewegung waren die Fenier. Sie ver√∂ffentlichten ihre Forderungen nach politischer Unabh√§ngigkeit in der Zeitung ‚ÄěThe Irish People‚Äú. Sehr bekannt ist auch die ‚ÄěHome Government Association‚Äú oder ‚ÄěHome Rule League‚Äú. Die 1870 von dem Rechtsanwalt Isaac Butt gegr√ľndete Organisation hatte das gleiche Ziel wie die Fenierbewegung und mit zeitweise bis zu 60 Abgeordneten im Parlament auch politischen Einfluss.

Im Mai 1914 verabschiedete das britische Unterhaus dann endlich die ‚ÄěHome Rule Bill‚Äú. Irland sollte eine eigene Verfassung und Selbstverwaltung zugestanden werden. Vorhergehende Versuche zu einer Regelung waren noch 1913 aufgrund von Protesten aus der nordirischen Region Ulster vom House of Lords abgelehnt worden. Aufgrund des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs wurde das Gesetz aber nicht vollst√§ndig umgesetzt.

Irische Unabhängigkeit

Der fehlgeschlagene Aufstand Ostern 1916 l√∂ste einige Jahre Guerillakrieg in Irland aus. F√ľhrend darin waren Patrick Pearse (1879 - 1916), Michael Collins (1890 - 1922), Roger Casement (hingerichtet 1916) und √Čamon de Valera (1882 - 1975). Sinn F√©in, obwohl selbst nur unwesentlich am Aufstand beteiligt, wurde zum Sammelbecken der Unabh√§ngigkeitsbewegung. Bei den Unterhauswahlen von 1918 gewann Sinn F√©in 80 % der irischen Mandate und bildete aus diesen Abgeordneten den First D√°il, das erste irische Parlament seit 1801. √Čamon de Valera wurde zum Pr√§sidenten der Republik Irland gew√§hlt und der Aufbau einer parallelen Regierungs- und Verwaltungsstruktur begann. Die britische Regierung erkl√§rte den D√°il unverz√ľglich f√ľr illegal. Der folgende Anglo-Irische Krieg (1919‚Äď1921) f√ľhrte 1921 zum Anglo-Irischen Vertrag, der f√ľr 26 der 32 irischen Countys die Unabh√§ngigkeit von Gro√übritannien garantierte. Aus den Provinzen Munster, Leinster und Connaught sowie drei der neun Countys von Ulster wurde der Irische Freistaat (engl. Irish Free-State) gebildet. Die sechs n√∂rdlichen Countys von Ulster bilden Nordirland und blieben Teil des Vereinigten K√∂nigreichs Gro√übritannien und Nordirland.

B√ľrgerkrieg

Den u. a. von Michael Collins und Arthur Griffith unterzeichneten anglo-irischen Vertrag, der die durch den Government of Ireland Act bereits erfolgte Teilung der Insel akzeptierte, erkannten die Minderheit im D√°il und der Pr√§sident der Republik √Čamon de Valera nicht an. Die Spaltung ging quer durch den D√°il, die Sinn F√©in und die Armee (IRA). Mit einer knappen Mehrheit (64 zu 57 Stimmen) nahm der D√°il den Vertrag an und w√§hlte Arthur Griffith zum Pr√§sidenten. De Valera f√ľhrte im darauf beginnenden irischen B√ľrgerkrieg die republikanischen Rebellen (der Teil der IRA, die den Vertrag ablehnten) gegen die neue, regul√§re irische Armee der Regierung, die zun√§chst von Griffith und Collins gef√ľhrt wurde. Griffith starb im August 1922, und Collins wurde 10 Tage sp√§ter bei einem Hinterhalt erschossen. Damit starben die zwei wichtigsten Vertragsbef√ľrworter, was schlie√ülich auch zu einer Wende im B√ľrgerkrieg f√ľhrte. Die F√ľhrung der Regierung √ľbernahm William Thomas Cosgrave, der bis 1932 die Regierung f√ľhrte. Im Mai 1923 ergaben sich die republikanischen Kr√§fte, Stabschef Frank Aiken ordnete an, die Waffen zu vergraben, wodurch der B√ľrgerkrieg ein Ende fand. 1926 verlie√üen √Čamon de Valera und seine Anh√§nger die Sinn F√©in und gr√ľndeten die neue Partei Fianna F√°il (Soldaten des Schicksals), deren Vorsitzender de Valera wurde. 1932 wurde seine Partei st√§rkste Kraft im irischen Parlament und de Valera wurde zum irischen Premierminister (irisch Taoiseach) gew√§hlt.

Republik Irland

Auf der Briefmarke von 1934 wird der Anspruch des irischen Staates auf die ganze Insel, d. h. inklusive Nordirland deutlich

1937 kam es unter der Regierung de Valera zur Bildung des Staates Irland (siehe hierzu: Irland (1937‚Äď1949)) durch die Annahme einer neuen irischen Verfassung ('Bunreacht na h√Čireann') in einem Referendum.

Denkmal f√ľr die w√§hrend des Zweiten Weltkrieges get√∂teten Seeleute der Handelsmarine, Dublin, 1991

Im Zweiten Weltkrieg war Irland neutral. "Notstand" - The Emergency (Irish: R√© na Pr√°inne) war der offizielle Ausdruck f√ľr eine Politik der Regierung seit dem 2. September 1939, durch den Internierungen, Presse- und Postzensur und verschiedene Kontrollen der Wirtschaftsbeziehungen und der innerstaatlichen Wirtschaft m√∂glich waren. Deutschland und Japan hatten bis 1945 einen Botschafter im Land (Eduard Hempel). De facto gab es geheimdienstliche und milit√§rische Kooperationen Irlands mit dem Vereinigten K√∂nigreich und den USA. Viscount Cranborne, der Staatssekret√§r f√ľr die Angelegenheiten der Dominions (Secretary of State for Dominion Affairs) schrieb f√ľr das Britische Kriegskabinett eine Zusammenfassung der Irisch-Britischen Zusammenarbeit im Krieg.[2] Gesch√§tzt 70.000 Iren dienten bei den Westalliierten als Soldaten. Die Internierung von notgelandeten Piloten wurde verschieden gehandhabt. Der deutsche Invasionsplan "Fall Gr√ľn" wurde im Sommer 1940 zwar √ľberpr√ľft aber im Zusammenhang mit dem Unternehmen Seel√∂we immer weiter verschoben. Am 30. Mai 1941 bombardierte die Luftwaffe irrt√ľmlich Dublin. Im praktisch unverteidigten Belfast, Nordirland, starben am Osterdienstag etwa 1.000 Menschen an den Bomben. Viele irische Seeleute der Handelsmarine starben bis 1945 durch U-Boot-Angriffe. Gegen j√ľdische Fl√ľchtlinge aus dem NS-Machtbereich versuchte sich Irland abzuschotten.

1949 trat die Republik aus dem Commonwealth aus. Irland war in dieser Zeit wirtschaftlich eher r√ľckst√§ndig. 1973 erfolgte der Beitritt des Landes zur EG. Nach erheblichen Anpassungsschwierigkeiten kam es in den Folgejahren, nicht zuletzt aufgrund von Strukturgeldern der Europ√§ischen Union, zu einem dauerhaften wirtschaftlichen Aufschwung. Irland erhielt den Beinamen ‚ÄěKeltischer Tiger‚Äú.

Im Nordirland-Konflikt schlossen im Jahr 1985 Großbritannien und Irland einen Vertrag, der Irland ein gewisses Mitspracherecht in Nordirland gab. 1994 rief die IRA-nahe Partei Sinn Féin einen einseitigen Waffenstillstand aus, der erste Friedensgespräche ermöglichte. Die Präsidentin Irlands, Mary Robinson wurde 1997 Menschenrechts-Kommissarin der Vereinten Nationen.

Am 10. April 1998 schlossen die Regierungen Irlands, Gro√übritanniens sowie die nordirische Parteien das Karfreitagsabkommen. Das Abkommen legte fest, dass der Verfassungsanspruch Irlands auf Nordirland aufgehoben wird. Einer entsprechenden Verfassungs√§nderung stimmen in einem Referendum 94 % der W√§hler zu.

2002 wurde in Irland der Euro eingef√ľhrt. Am 1. Januar 2004 √ľbernahm der irische Premierminister (Taoiseach) Bertie Ahern f√ľr ein halbes Jahr den Ratsvorsitz in der Europ√§ischen Union. Er f√ľhrte die Verhandlungen zur neuen Europ√§ischen Verfassung erfolgreich zum Abschluss. Unter seiner Pr√§sidentschaft kam es zur Erweiterung der Europ√§ischen Union auf 25 Mitglieder.

Irland wurde von der Finanzkrise ab 2007 besonders hart getroffen, da das Wachstum der vorangegangenen Jahre vor allem auf Spekulationsblasen (vor allem einer Immobilienblase) beruhte. Die sehr laxe Regulierung des Finanzsektors zog zwar besonders viele ausl√§ndische Banken an, unter anderem die deutsche Depfa Bank, Irland ist nun aber im Ausland sehr stark verschuldet. Die Summe der ausstehenden Kredite, Derivate und Hypothekendarlehen irischer Banken √ľberstieg 2009 das Bruttoinlandsprodukt beinahe um das Vierfache.[3] 2009 ersch√ľtterte die Aufdeckung mehrerer Missbrauchsskandale durch den Ryan-Bericht und den Murphy-Bericht die R√∂misch-katholische Kirche in Irland.[4]

Liste der irischen Staatsoberhäupter

√úbersicht der ‚ÄěStaaten‚Äú auf der irischen Insel

Bis 1921 waren die englischen Könige in Personalunion Könige von Irland bzw. seit 1801 Könige von Großbritannien und Irland.

Staatspräsidenten

Gouverneure des Freistaates

Uachtar√°in na h√Čireann (Staatsoberhaupt der Republik Irland)

Literatur

  • James Camlin Beckett: Geschichte Irlands. Stuttgart: Kr√∂ner 3. Auflage 1991, ISBN 3-520-41903-3
  • Diarmaid Ferriter: Transformation of Ireland 1900-2000 (Taschenbuch), Profile Books, New edition 2005, ISBN 1-86197-443-4
  • Michael Maurer: Kleine Geschichte Irlands, Ditzingen: Reclam, 1998, ISBN 3-15-009695-2

Weblinks

Zitatnachweise

  1. ‚ÜĎ The Ulster Museum - Neo Crafts And Skills
  2. ‚ÜĎ Fanning, R., 1983, Independent Ireland, Dublin: Helicon, Ltd.., pp 124-5; engl. Siehe engl. WP
  3. ‚ÜĎ ZEIT: Arbeitslos und abgebrannt in Dublin.
  4. ‚ÜĎ Sexueller Missbrauch durch Geistliche. Irische Bisch√∂fe reichen R√ľcktritt ein (nicht mehr online verf√ľgbar). In: tagesschau.de, 25. Dezember 2009.

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