Geschichte Luxemburgs

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Geschichte Luxemburgs


Das Gebiet des heutigen Großherzogtums Luxemburg wurde in geschichtlicher Zeit nacheinander von Kelten, Römern und Franken besiedelt.

Siedlungssituation im 7. Jahrhundert im Gebiet des heutigen Staates Luxemburg.
Das Frankenreich beim Tode Pippins 768 und die Eroberungen Karls des Großen
Das Heilige Römische Reich um 1400
Reichskreiseinteilung seit 1512. Die kreisfreien Territorien sind weiß dargestellt.
Deutscher Bund 1815‚Äď1866
Karte der Abtrennungen Luxemburgs
Der Deutsche Zollverein 1834‚Äď1919
blau = zum Zeitpunkt der Gr√ľndung
gr√ľn = Erweiterungen bis 1866
gelb = Erweiterungen nach 1866
rot = Grenzen des Deutschen Bundes 1828
rosa = Relevante Veränderungen nach 1834

Inhaltsverzeichnis

Grafschaft Luxemburg innerhalb des Fränkischen Reiches

Nach der Reichsteilung unter den Enkeln Karls des Großen im Vertrag von Verdun kam es im Jahr 843 zunächst zum lotharingischen Mittelreich, 859 zum Herzogtum Oberlothringen und mit diesem im Jahr 925 zum Ostfränkischen Reich, dem Vorläufer des römisch-deutschen Reiches

F√ľr das Verst√§ndnis der Geschichte des Gro√üherzogtums Luxemburg ist es wichtig, sich der siedlungspolitischen und kulturellen Situation bewusst zu sein, in die das Herzogtum hineingeboren wurde. Wichtige Macht- und Kulturzentren wie St√§dte mit M√ľnzpr√§gung oder Kl√∂ster bildeten zu dieser Zeit einen Kreis um den sp√§teren Standort Luxemburg. Einzig die Abtei von Echternach lag damals auf dem heutigen Staatsgebiet. (Die sp√§tere Reichsabtei Echternach war jedoch ein reichunmittelbares Territorium innerhalb des Heiligen R√∂misches Reiches Deutscher Nation und geh√∂rte daher nicht zu Luxemburg.) Auch die wichtigen Handelswege aus r√∂mischer Zeit gingen an Luxemburg vorbei. Aus dieser Situation ist klar, dass Luxemburg vor allem eine strategisch wichtige Rolle spielte und bis zur Schleifung der Festung Luxemburg im 19. Jahrhundert spielen wird.

Die f√ľr das sp√§tere Territorium namensgebende Burg Lucilinburhuc (oder L√ľtzelburg) (an der Stelle der heutigen Hauptstadt Luxemburg) wurde 963 erstmals urkundlich erw√§hnt, als Graf Siegfried I. den Bockfelsen, auf dem sich die Burg befindet, im Tausch mit der Reichsabtei Sankt Maximin in der N√§he von Trier gegen L√§ndereien in Feulen erwarb. Siegfrieds Nachkommen bezeichneten sich ab 1060 als Grafen von Luxemburg. Sp√§ter wurde der Name ihrer Burg auf ihren gesamten Herrschaftsbereich √ľbertragen.

Nach dem Aussterben der älteren Linie des Herrschergeschlechts und seiner Erben, der Grafen von Namur, kam die Grafschaft Luxemburg 1214 durch Heirat an den späteren Herzog Walram II. von Limburg. Im Streit mit Brabant um den Besitz Limburgs unterlag das Haus Luxemburg 1288 in der Schlacht von Worringen, doch kam es bald darauf zu einer Annäherung der beiden Häuser. Heinrich VII. von Luxemburg heiratete die Tochter des Herzogs von Brabant und bestieg gar 1308 den deutschen Königsthron. Damit begann die historisch bedeutendste Epoche des Hauses Luxemburg.

Herzogtum Luxemburg innerhalb des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation

Mit dem Erwerb der b√∂hmischen K√∂nigskrone durch den Sohn Heinrichs VII., Johann von Luxemburg, und dem darauf folgenden Aufbau einer starken Hausmacht im Osten des Reichs sowie in Ungarn verlor das Stammland jedoch zusehends an Interesse f√ľr die Dynastie. Die Grafen von Luxemburg sollten im 14. und 15. Jahrhundert insgesamt vier r√∂misch-deutsche Kaiser stellen. Heinrichs Enkel, Karl IV., erhob die luxemburgischen Stammlande 1354 zum Herzogtum. Karl sollte Luxemburg gar einmal kurzfristig an Kurtrier verpf√§nden.

Im Jahr 1441 verkaufte die letzte Herzogin aus dem Haus Luxemburg das Land an das franz√∂sische Haus Burgund. Es blieb aber staatsrechtlich ein Lehen des Reiches. Nach dem Tod des letzten Burgunderherzogs Karls des K√ľhnen im Jahr 1477 kam Luxemburg mit dem gesamten burgundischen Erbe an Karls Tochter Maria und ihren Ehemann, den sp√§teren r√∂misch-deutschen Kaiser Maximilian von Habsburg.

Bei seiner feierlichen Abdankung im Jahr 1555 schlug Maximilians Enkel Karl V. die gesamten habsburgischen Niederlande, zu denen auch Luxemburg geh√∂rte, seinem Sohn Philipp II., dem K√∂nig von Spanien, zu. Von da an bis zum Aussterben der spanischen Habsburger bildete Luxemburg innerhalb des Heiligen R√∂mischen Reiches Deutscher Nation einen Teil der Spanischen Niederlande, von dem sich ab 1568 die n√∂rdlichen, protestantischen Provinzen unter F√ľhrung Hollands abspalteten.

Aufgrund des habsburgisch-bourbonischen Gegensatzes wurde Luxemburg in den folgenden 200 Jahren immer wieder in die Kriege zwischen Frankreich und den Habsburgern hineingezogen. Im Zuge seiner Reunionspolitik ließ König Ludwig XIV. von Frankreich das Land 1684 besetzen.

Im Frieden von Utrecht, der 1714 den Spanischen Erbfolgekrieg beendete, wurde der gesamte L√§nderkomplex, der etwa den heutigen Staaten Belgien und Luxemburg entsprach, innerhalb des Heiligen R√∂mischen Reiches Deutscher Nation der √∂sterreichischen Linie der Habsburger zugesprochen. Die √Ėsterreichischen Niederlande existierten innerhalb des Heiligen R√∂mischen Reiches Deutscher Nation bis zur Eroberung und Annexion des Landes durch Truppen der Franz√∂sischen Revolution 1795. F√ľr die folgenden 20 Jahre bildete Luxemburg als D√©partement For√™ts (‚ÄěW√§lder‚Äú) einen Teil Frankreichs.

Großherzogtum Luxemburg innerhalb des Deutschen Bundes

Der Wiener Kongress machte Luxemburg 1815 nominell zu einem selbst√§ndigen Gro√üherzogtum, das unter den K√∂nigen des Hauses Nassau-Oranien in Personalunion mit dem K√∂nigreich der Niederlande verbunden war. Anders als die √ľbrigen Gebiete des neu geschaffenen K√∂nigreichs wurde Luxemburg aber Teil des Deutschen Bundes und trat 1842 auch dem deutschen Zollverein bei. Als deutsche Bundesfestung erhielt die Hauptstadt Luxemburg eine preu√üische Garnison. Als sich 1830/39 Belgien in der belgischen Revolution vom K√∂nigreich der Niederlande trennte, verlor Luxemburg mehr als die H√§lfte seines Staatsgebietes (Provinz Luxemburg) an den neu gegr√ľndeten Staat, erhielt aber auch mehr Autonomie. Bis dahin war Luxemburg mehr oder weniger wie eine niederl√§ndische Provinz regiert worden. 1841 erhielt das Land eine st√§ndische, 1848 eine sp√§ter mehrfach revidierte demokratische Verfassung.

Nach dem preu√üischen Sieg im Deutschen Krieg von 1866 l√∂ste sich der Deutsche Bund auf. Unter der F√ľhrung Preu√üens wurde der Norddeutsche Bund als Bundesstaat gegr√ľndet, der jedoch Luxemburg nicht umfasste; die preu√üischen Truppen blieben gleichwohl vorerst in Luxemburg.

Luxemburgkrise

Vor dem Krieg von 1866 hatte der preu√üische Ministerpr√§sident Bismarck der franz√∂sischen Regierung unter Napol√©on III. signalisiert, sie k√∂nne Luxemburg annektieren, falls sie Preu√üen gegen √Ėsterreich freie Hand lasse. 1867 versuchte Napol√©on III., Luxemburg von K√∂nig Wilhelm III. (Niederlande) zu kaufen. Die √Ėffentlichkeit im Gro√üherzogtum und in den anderen Gebieten des Deutschen Bundes waren emp√∂rt und gegen den beabsichtigten Verkauf des Landes an Frankreich: Luxemburg, das Heimatland der Dynastie der Luxemburger, die vier r√∂misch-deutsche Kaiser gestellt hatte, sollte nicht an Frankreich, den damaligen ‚ÄěErbfeind‚ÄĚ, fallen. Eine starke Protestbewegung pl√§dierte mit ihrer Petition an den K√∂nig-Gro√üherzog Wilhelm III. f√ľr den Status Quo. Der Wahlspruch ‚ÄěMir w√ęlle bleiwe wat mir sinn‚Äú wurde unter der luxemburgischen Bev√∂lkerung popul√§r. Die Krise m√ľndete in den zweiten Londoner Vertrag von 1867, in dem das Land als Kompromiss f√ľr immer neutral erkl√§rt wurde. Die deutsche Bundesfestung in Luxemburg wurde daraufhin geschleift. Frankreich kam nicht zum Zuge und die preu√üischen Truppen zogen ab (siehe Luxemburgkrise).

Vollständige Unabhängigkeit Luxemburgs

Wegen des Aussterbens des niederländischen Königshauses (Oranien-Nassau) im Mannesstamme 1890 gelangten aufgrund des privatrechtlichen Erbvertrags zwischen den Prinzen des Hauses Nassau (des Nassauischen Erbvereins) die nächsten männlichen Verwandten, die Herzöge von Nassau-Weilburg, an die Regierung. Damit erhielt Luxemburg seine eigene erbliche Dynastie, das Haus Nassau-Weilburg.

Die vollständige Unabhängigkeit erreichte Luxemburg nach dem Tod des niederländischen Königs Wilhelm III. im Jahr 1890. Da ihm in den Niederlanden seine Tochter Wilhelmina auf den Thron folgte, in Luxemburg aber das salische Erbfolgerecht galt, wurde die Personalunion aufgelöst. Somit fiel das Großherzogtum Luxemburg nach den Regeln der Thronfolge und dem bereits 1783 geschlossenen Familienpakt an den bereits 73-jährigen Adolph von Nassau als nächsten Erbberechtigten. Er entstammte der Nebenlinie Nassau-Weilburg der niederländischen Dynastie Nassau-Oranien.

Großherzogtum Luxemburg innerhalb des Deutschen Zollvereins

Auch nach Entstehung des Norddeutschen Bundes und des Deutschen Reiches blieb das Großherzogtum bis 1919 weiterhin Mitglied im Deutschen Zollverein.

Luxemburg im Ersten und Zweiten Weltkrieg

Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg wurde Luxemburg von deutschen Truppen besetzt. Bereits w√§hrend des Krieges zeichnete sich eine innenpolitische Krise ab, welche nach dem Abzug der deutschen Truppen 1918 offen ausbrach. Die √Ėffentlichkeit war √ľber die politische Zukunft des Landes gespalten, es manifestieren sich Bewegungen f√ľr eine Angliederung an Belgien oder an Frankreich. Diese wurden von den jeweiligen Regierungen diskret unterst√ľtzt; insbesondere Belgien erhob Anspruch auf das Gro√üherzogtum. Die noch amtierende Gro√üherzogin Marie Adelheid sah sich wegen der ihr vorgeworfenen prodeutschen Politik w√§hrend des Krieges nicht nur im eigenen Land isoliert, sondern auch bei der belgischen und bei der franz√∂sischen Regierung.

Am 9. Januar 1919 kam es zu Unruhen. Wegen des niedrigen Soldes kam es zu einer Befehlsverweigerung der kleinen Freiwilligenkompanie. Ein Komitee, aus Liberalen und Sozialisten zusammengesetzt, nahm die Gelegenheit wahr und rief in der Hauptstadt die Republik aus. Der franz√∂sische Befehlshaber Marschall Ferdinand Foch, welcher zu dieser Zeit sein Hauptquartier in Luxemburg eingerichtet hatte, lie√ü die anwesende Menschenmenge auf der Place d‚ÄôArmes von seinen Truppen zerstreuen, um Unruhen zu vermeiden. Die Republik √ľberlebte knapp sechs Tage, allerdings ohne Unterst√ľtzung der breiten √Ėffentlichkeit. Am 15. Januar 1919 leistete Maria-Adelheids j√ľngere Schwester Charlotte ihren Eid als Nachfolgerin der Gro√üherzogin ab, nachdem diese am 9. Januar schriftlich ihren Thronverzicht erkl√§rt hatte[1].

Volksreferendum vom 28. September 1919

Das weitere Schicksal Luxemburgs spielte sich in Paris hinter den Kulissen ab. Wegen der wirtschaftlichen N√§he Luxemburgs zu Deutschland (Mitgliedschaft im Deutschen Zollverein) zweifelten einige ausl√§ndische Diplomaten sogar die Unabh√§ngigkeit des Gro√üherzogtums an. Die breite luxemburgische √Ėffentlichkeit stimmte im Volksreferendum vom 28. September 1919 f√ľr den wirtschaftlichen Anschluss an Frankreich, welcher allerdings von Frankreich abgelehnt wurde.

Am 28. September 1919 wurde im Gro√üherzogtum Luxemburg ein doppeltes Volksreferendum abgehalten, das einerseits √ľber die politische und andererseits √ľber die wirtschaftliche Zukunft des Landes entscheiden sollte. Zur Abstimmung standen folgende Fragen: (Siehe das Amtsblatt f√ľr das Gro√üherzogtum Luxemburg Nummer 61 von 1919)

Politische Orientierung: Ich w√ľnsche :

  • Die Beibehaltung der regierenden Gro√üherzogin Charlotte
  • Die Beibehaltung der regierenden Dynastie unter einer anderen Gro√üherzogin
  • Die Einsetzung einer anderen Dynastie
  • Die Einf√ľhrung der Republik

Wirtschaftliche Orientierung: Ich w√ľnsche :

  • Den wirtschaftlichen Anschluss an Belgien
  • Den wirtschaftlichen Anschluss an Frankreich

Trotz einer vom Ausland diskret unterst√ľtzten pro-belgischen bzw. pro-franz√∂sischen Propaganda entschied sich das Wahlvolk mit 77,8 Prozent der Stimmen f√ľr den Erhalt der Monarchie und das Verbleiben von Gro√üherzogin Charlotte auf dem Thron. F√ľr die Republik stimmten nur 19,66 Prozent. Damit erhielt die konstitutionelle Monarchie Luxemburgs eine demokratische Legitimation. Es gab jedoch starke regionale Unterschiede. In einigen S√ľdgemeinden entschied sich eine Mehrheit f√ľr die Republik.

Nach dem Ende des Deutschen Zollvereins aufgrund der Bestimmungen des Friedensvertrags von Versailles und damit auch der Mitgliedschaft des Gro√üherzogtums Luxemburg im Deutschen Zollverein stellte sich nunmehr die Frage der wirtschaftlichen Neuausrichtung. Im Volksreferendum entschied sich die √ľberw√§ltigende Mehrheit des Stimmvolkes (60,13 Prozent) f√ľr einen wirtschaftlichen Anschluss an Frankreich und nur eine Minderheit f√ľr einen wirtschaftlichen Anschluss an Belgien (22 Prozent).

Die Beziehungen zu Belgien waren daraufhin getr√ľbt, die Mission des "Prince de Ligne", zusammen mit der Regierung eine Wirtschaftsunion auszuhandeln, war damit gescheitert. Das Angebot wurde zum Entsetzen der luxemburgischen Regierung und Bev√∂lkerung von den Franzosen allerdings abgelehnt. Die franz√∂sische Seite erkl√§rte daraufhin der luxemburgischen Regierung, sie solle sich selbst mit der belgischen Regierung in der Zollfrage auseinandersetzen. Notgedrungen bat Luxemburg daher 1922 Belgien um eine Wirtschaftsunion mit Belgien.

So kam es, dass die Beziehungen mit Belgien wieder aufgenommen wurden und am 25. Juli 1921 eine √úbereinkunft √ľber die belgisch-luxemburgische Wirtschaftsunion unterschrieben wurde. Die Abgeordnetenkammer setzte dies jedoch erst am 5. M√§rz 1922 nach langen und hitzigen Debatten um.

1919 wurden weitere Reformen eingeleitet, darunter die Einf√ľhrung des Frauenwahlrechts. Die politische Unabh√§ngigkeit des Landes wurde in der Verfassung verankert, der politischen Macht der Monarchie wurde durch die Verfassung enge Grenzen gesetzt.

Zweiter Weltkrieg

Hauptartikel: Luxemburg im Zweiten Weltkrieg

W√§hrend des Zweiten Weltkrieges wurde Luxemburg am 10. Mai 1940 von der deutschen Wehrmacht besetzt. Gro√üherzogin Charlotte und die luxemburgische Regierung flohen nach Gro√übritannien und etablierten sich dort als Exilregierung. Das Land wurde der deutschen Zivilverwaltung unterstellt. Diese √ľbte der Gauleiter der NSDAP Gustav Simon (Gau Koblenz-Trier, sp√§ter Moselland) mit Sitz in Koblenz aus. Als Chef der Zivilverwaltung war er direkt Adolf Hitler unterstellt. Faktisch wurde das CdZ-Gebiet Luxemburg im Laufe der Zeit immer mehr wie Reichsgebiet behandelt, eine f√∂rmliche Eingliederung in das Deutsche Reich fand aber nicht mehr statt.

Die Zivilverwaltung initiierte die sog. Volksdeutsche Bewegung (VDB), die unter dem Motto ‚ÄěHeim ins Reich‚Äú einen auch formellen Anschluss an Deutschland erwirken sollte. H√∂hepunkt dieser Bestrebungen war der vergebliche Versuch mittels eines als Volksz√§hlung getarnten Referendums vom 10. Oktober 1941 ein solches Votum f√ľr einen Anschluss zu erzielen. Dabei wurden dem Volk drei Fragen zu ‚ÄěStaatsangeh√∂rigkeit‚Äú, ‚ÄěMuttersprache‚Äú und ‚ÄěVolkszugeh√∂rigkeit‚Äú gestellt, wobei die geschickt formulierten Erl√§uterungen nahelegen sollten, dass sich die B√ľrger nur zum Deutschtum bekennen k√∂nnten. Die luxemburgische R√©sistance verbreitete erfolgreich den Slogan ‚Äědr√§i mol letzebuerg‚Äú, so dass die Zivilverwaltung bald die Aktion als gescheitert einstellte.

Nachdem der Gauleiter im Fr√ľhjahr 1942 die Verpflichtung zum Reichsarbeitsdienst f√ľr Luxemburger eingef√ľhrt hatte, setzte er am 30. August 1942 durch, dass auch Luxemburger zur deutschen Wehrmacht eingezogen werden. Diese wehrten sich mit einem nahezu spontanen landesweiten Generalstreik am 31. August 1942. Er wurde von der Gestapo blutig niedergeschlagen, 21 Streikende wurden noch am selben Tag standrechtlich erschossen, viele weitere wurden in Konzentrationslager verschleppt. Bis zur Befreiung durch die US-Armee am 10. September 1944 wurden 3.963 Luxemburger verhaftet und in Konzentrationslager (meist ins SS-Sonderlager Hinzert) oder Gef√§ngnisse verbracht; dabei starben 791 Menschen. 4.187 Personen wurden umgesiedelt, meist in √∂stliche Gebiete des Deutschen Reichs wie Schlesien oder das Sudetenland. 640 Personen verloren aus politischen Gr√ľnden ihren Arbeitsplatz.

Die Erlebnisse des Zweiten Weltkrieges und insbesondere die zwanghafte ‚ÄěEingliederung‚Äú ins Hitlerreich f√∂rderten sp√§ter die vermehrte Aufnahme franz√∂sischsprachiger Ausdr√ľcke in den heimischen moselfr√§nkischen Dialekt ‚ÄěL√ętzebuergesch‚Äú. Der Gebrauch des Dialektes wurde so zu einem Symbol der Verbundenheit mit dem luxemburgischen Staat. Viele Ortschaften wurden im Weltkrieg zerst√∂rt - insbesondere der Norden des Landes wurde w√§hrend der Ardennenoffensive schwer verw√ľstet. Viele junge Luxemburger, die sich der Rekrutierung als Soldat der Wehrmacht durch Flucht ins Ausland entziehen konnten, schlossen sich den Westalliierten an und k√§mpften beispielsweise in einem belgischen Bataillon, das auch an der Landung in der Normandie beteiligt war.

Nachkriegszeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Zoll- und Wirtschaftsunion schrittweise auf die Niederlande ausgedehnt (Benelux-Staaten). 1948 wurde formell die seit 1867 bestehende ‚Äěimmerw√§hrende Neutralit√§t‚Äú aufgehoben. 1952 wird Luxemburg Sitz der Europ√§ischen Gemeinschaft f√ľr Kohle und Stahl (EGKS), auch Montanunion genannt.

Unter den Kabinetten Dupong (1945‚Äď1953) und Bech (1953‚Äď1958) wurde Luxemburg Mitglied

Luxemburg ist Gr√ľndungsmitglied der Europ√§ischen Union. Es ist heute Sitz des EU-Ministerrates (Tagungen im April, Juni, Oktober in Luxemburg), des Europ√§ischen Gerichtshofes, der EU-Kommission, der Europ√§ischen Investmentbank und des Europ√§ischen Rechnungshofes. Am 1. Januar 2002 wurde auch in Luxemburg der Euro als offizielles Zahlungsmittel im Bargeldverkehr eingef√ľhrt.

Siehe auch

Literatur

  • Kreins, (J.-M.), Histoire du Luxembourg. Des origines √† nos jours,collection Que sais-je? n¬į 3101, Presses Universitaires de France, Paris, 1996 (2010, 5e √©dition mise √† jour)
  • Franz Petri, Ivo Sch√∂ffer, Jan Juliaan Woltjer (Hrsg.): Geschichte der Niederlande. Holland, Belgien, Luxemburg, M√ľnchen 1991 (Auszug aus Handbuch der europ√§ischen Geschichte, hg. von Theodor Schieder; ber√ľcksichtigt die Geschichte des Gro√üherzogtums Luxemburg seit 1815.)
  • Michael Erbe: Belgien, Niederlande, Luxemburg. Geschichte des niederl√§ndischen Raumes. Stuttgart, Berlin, K√∂ln 1993, ISBN 3-17-010976-6.
  • Gilbert Trausch (Hrsg.): Histoire du Luxembourg. Le destin europ√©en d‚Äôun ‚Äėpetit pays‚Äô. Toulouse 2002.
  • P√©port√©, Pit / Kmec, Sonja / Majerus, Beno√ģt / Margue, Michel: Inventing Luxembourg. Representations of the past, space and language from the nineteenth to the twenty-first century. Leiden/Boston 2010, ISBN 978-90-04-18176-2. / Rezension
  • Michel Pauly: Geschichte Luxemburgs. Verlag C.H. Beck, M√ľnchen 2011. ISBN 978-3-406-62225-0.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Abdankung I. K. H. der Gro√üherzogin Maria-Adelheid und Eidesleistung I. K. H. der Gro√üherzogin Charlotte, ver√∂ffentlicht im M√©morial N¬į5 des Gro√üherzogtums Luxemburg vom 18. Januar 1919 (PDF, 358 kB)

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