Geschichte Monacos

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Geschichte Monacos

Der Name des F√ľrstentums Monaco leitet sich vielleicht von dem ligurischen Stamm der ‚ÄěMonoikos‚Äú ab, die im 5. Jahrhundert v. Chr. diese Gegend bewohnt haben sollen. Einer anderen Erkl√§rungsvariante nach, kommt der Name vom vorchristlichen Herakles-Kult, der besonders in Monaco verbreitet war. Herakles wurde in der Antike oft mit dem Beinamen ‚ÄěMonoikos‚Äú, ‚Äěder Einzigartige‚Äú, versehen.

Inhaltsverzeichnis

Monaco bis zur Macht√ľbernahme der Familie Grimaldi

Die √§ltesten Spuren menschlicher Besiedelung im heutigen Monaco gehen 3000 Jahre zur√ľck. In den H√∂hlen der Sankt Martin G√§rten wurden Spuren dieser ersten Besiedlung entdeckt. Ca. 2000 v. Chr. wurde die Gegend von den Ligurern besiedelt, die auch der benachbarten italienischen Region ihren Namen gaben. Nachdem die Ligurer nach Norden abgedr√§ngt wurden, besiedelten Griechen und Ph√∂nizier die Gegend. Im 1. Jahrhundert vor Christus f√§llt die Gegend an die R√∂mer und ist Teil der Provinz See-Alpen. Aus dieser Zeit stammt das ber√ľhmte Geb√§ude ‚ÄěTroph√©e d‚ÄôAuguste‚Äú in dem benachbarten Ort La Turbie. Nach dem Fall des r√∂mischen Reiches wird die K√ľste ab dem f√ľnften Jahrhundert von verschiedenen barbarischen V√∂lkern, Seer√§ubern und den Sarazenen heimgesucht. Diese Periode endete, als die Sarazenen 975 durch den F√ľrsten der Provence vertrieben werden. Die Provence geh√∂rte seinerzeit zum Heiligen R√∂mischen Reich und so waren es die Kaiser Friedrich Barbarossa und Heinrich VI. (im Jahr 1191), die die K√ľstenregion unter die Kontrolle der Republik Genua stellten. Der 10. Juni 1215 gilt als das Gr√ľndungsdatum Monacos. An diesem Tag wurde der Grundstein zu einer genuesischen Grenzfestung auf dem Felsen von Monaco gelegt, an der Stelle, an der heute der f√ľrstliche Palast steht. Au√üerdem wurden Siedler durch kostenlose Landverteilung und Steuerbefreiungen angelockt. In Genua herrschte seinerzeit wie in vielen norditalienischen St√§dten ein B√ľrgerkrieg zwischen Guelfen und Ghibellinen, der italienische Ableger des deutschen Streites zwischen Welfen und Staufern. Die Ghibellinen standen dabei f√ľr die Partei des Kaisers, die Guelfen (Welfen) f√ľr die Partei des Papstes.

Fulco del Casello, F√ľhrer einer einflussreichen patrizischen genuesischen Ghibellinenfamilie wird als Gr√ľnder der Festung Monaco bezeichnet. Der genuesische B√ľrgerkrieg hatte seine Auswirkungen auch auf Monaco. Ghibellinische Familien wie die Dorias und Spinolas und guelfische Familien wie die Fieschis und die Grimaldis, l√∂sten sich in der Herrschaft √ľber den Felsen ab.

Die Familie Grimaldi

Genua war zu diesem Zeitpunkt eine der f√ľhrenden M√§chte des Mittelmeeres. √Ąltester bekannter Ahnherr der Grimaldis ist Otto Canella (1100 ‚Äď 1143). Seit der Zeit der Kreuzz√ľge wurde Genua als Stadtrepublik von Konsuln regiert. Canella war Konsul von Genua im Jahr 1133. Sein Sohn, Grimaldo Canella (1130 ‚Äď 1184) wurde dreimal zum Konsul gew√§hlt. Dessen Sohn Oberto (1170 ‚Äď 1252) war der erste, der den Beinamen Grimaldi (in der Bedeutung ‚ÄěSohn des Grimaldo‚Äú) benutzte. Ab 1270 wurde der Konflikt zwischen Guelfen und Ghibellinen in Genua besonders blutig. Die herrschenden ghibellinischen Familien, die Dorias und die Spinolas, versuchen, die Guelfen aus der Stadt zu dr√§ngen. 1296 werden die Guelfen, und damit auch die Familie Grimaldi aus der Stadt vertrieben. Die Grimaldis, damals eine gro√üe Familie mit vielen verschiedenen Zweigen, lassen sich in verschiedenen St√§dten des Mittelmeeres nieder. So erheirateten sie sich die Herrschaft Boglio (heute Beuil in Frankreich), regierten eine Zeitlang im Auftrag der Savoyer Nizza, und konnten 1348 auch Antibes gewinnen. Besonders den Herren von Boglio gelang es, eine zusammenh√§ngende Territorialherrschaft aufzubauen, deren Streben nach Unabh√§ngigkeit von den Savoyern erst im 17. Jahrhundert beendet wurde.

Die Grimaldi in Monaco

Die Anfänge der Herrschaft der Grimaldis in Monaco

Statue von Francois Grimaldi in Monaco Ville. Der Franziskanermönch trägt ein Schwert unter der Kutte.

Bei der Vertreibung der Grimaldis aus Genua war die Festung Monaco noch fest in der Hand ihrer Gegner, der Ghibellinen. Am 8. Januar 1297 dringen Soldaten der Grimaldis und mit ihnen verb√ľndeter guelfischer Familien als Franziskanerm√∂nche unter dem Kommando von Francesco Grimaldi (Beiname: "der Schlaue" [Malizia]) verkleidet in Monaco ein, und erobern die Festung. Damit f√§llt Monaco zum ersten Mal in die Hand der Grimaldis, Francescos √§lterer Cousin Rainier √ľbernimmt als Familienoberhaupt die Herrschaft. Allerdings k√∂nnen sich die Grimaldis dort nur vier Jahre halten und verlieren 1301 die Herrschaft √ľber den Felsen wieder.

Nach der Vertreibung von Monaco diente Rainier dem franz√∂sischen K√∂nig Philipp IV., dem Sch√∂nen (1268 ‚Äď 1314) und kommandierte in dessen Auftrag die k√∂nigliche Flotte, mit der er 1304 den entscheidenden Seesieg der Franzosen √ľber die Flamen bei Zierikzee erringen konnte. Zum Dank wurde er vom K√∂nig zum Admiral von Frankreich ernannt. Rainer I. wird Stammvater des monegassischen Zweiges der Familie Grimaldi.

Seinem Sohn, Charles I. der im Hundertj√§hrigen Krieg auf franz√∂sischer Seite in der Schlacht von Cr√©cy (1346) und der Belagerung von Calais k√§mpft, gelingt es 1331 Monaco zur√ľckzuerobern und die benachbarten Herrschaften Menton (1346) und Roquebrune (1355) zu erwerben. Er f√ľhrt als erster den Titel eines Herrn (Seigneur) von Monaco. Genua unter der Herrschaft seines Dogen Boccanegra gelingt es 1357 allerdings, Monaco zur√ľckzuerobern, Charles I. f√§llt bei der Belagerung der Festung durch die Genuesen.

Rainier II. (1350 ‚Äď 1407), der Sohn Charles I. diente in der Armee K√∂nigin Johanna I. von Neapel. Es gelingt ihm, Menton zu halten und Roquebrune zur√ľckzuerobern. Die Festung Monaco selbst allerdings betritt er nie, diese bleibt in den H√§nden der Genuesen. Seinen drei S√∂hnen Ambrosius, Anton und Johann gelingt es 1419 Monaco zur√ľckzuerobern. Nach einer Erbteilung 1427 herrschte Johann I. (1382 ‚Äď 1454) alleine. Er wurde vom Herzog von Mailand gefangengenommen, der seine Hinrichtung androhte, sollte Monaco nicht unter genuesische Herrschaft zur√ľckkehren. Johann I. blieb standhaft und instruierte aus der Gefangenschaft heraus seine Frau Pomelline, die in Monaco als Regentin zur√ľckblieb, auf die Forderungen des Herzogs von Mailand nicht einzugehen. Schlie√ülich musste ihn der Herzog von Mailand entlassen. Johann I. verstarb 1454.

Sein Sohn, Catalano, √ľberlebte ihn nur um drei Jahre, in denen er sich politisch eng an K√∂nig Karl VII. von Frankreich anlehnte. Er starb 1457 ohne m√§nnlichen Erben. Um ein Aussterben der Familie zu verhindern, arrangierte er die Hochzeit seiner Erbtochter Claudine (1451 ‚Äď 1515) mit Lambert (1420 ‚Äď 1498), seinem Neffen aus der Antiber Linie der Grimaldis. Dieser wurde 1457 sein Nachfolger. Lambert, ein exzellenter Diplomat, wurde Haushofmeister und Ratgeber des franz√∂sischen K√∂nigs Karl VIII. (1470 ‚Äď 1498). Auf ihn geht der heutige Wappenspruch Monacos ‚ÄěDeo juvante‚Äú (durch Gottes Hilfe) zur√ľck. Durch seine kluge Diplomatie erreicht er, dass der franz√∂sische K√∂nig und der Herzog von Savoyen 1489 die monegassische Unabh√§ngigkeit anerkannten. Seitdem gibt es auch v√∂lkerrechtlich den unabh√§ngigen Staat Monaco. Allerdings war Genua noch nicht bereit, die Unabh√§ngigkeit Monacos anzuerkennen.

Sicherung der Unabhängigkeit und spanisches Protektorat

Nach Lamberts Tod √ľbernahm 1494 sein √§ltester Sohn Johann II. (1468 ‚Äď 1505) die Macht. Er starb in einer Auseinandersetzung mit seinem j√ľngeren Bruder Lucien, der auch sein Nachfolger wurde; unklar ist, ob es sich dabei um einen Unfall oder Brudermord gehandelt hat.

1507 kommt es zu einem letzten Versuch Genuas, Monaco zur√ľckzuerobern. Genuesische Truppen belagern den Felsen f√ľr 100 Tage, w√§hrend denen Lucien und seine Truppen Widerstand leisten. Die Genuesen m√ľssen schlie√ülich unverrichteter Dinge abziehen. K√∂nig Ludwig XII. von Frankreich (1462 ‚Äď 1515) schreibt 1512, dass ‚Äědie Herrschaft Monacos in der Hand Gottes mit Hilfe des Schwertes‚Äú gehalten wurde, und erkennt damit erneut die monegassische Unabh√§ngigkeit an. Lucien wird 1523 von Bartholom√§us Doria, seinem Neffen und Anh√§nger des ber√ľhmten Genueser Admirals Andrea Doria, ermordet.

Da bei seinem Tod sein Sohn Honor√© noch ein Kind war, √ľbernahm sein Bruder Augustin I., der ebenfalls Bischof von Grasse war, als Regent die Macht in Monaco. Andrea Doria, der starke Mann Genuas, der f√ľr die Ermordung des Lucien verantwortlich war, war mit dem franz√∂sischen K√∂nig Franz I. (1494 ‚Äď 1547) verb√ľndet. Unter Augustin I. verschlechterte sich deshalb das monegassisch-franz√∂sische Verh√§ltnis. Augustin I. nimmt deshalb Kontakt mit dem r√∂misch-deutschen Kaiser Karl V. in dessen Eigenschaft als K√∂nig von Spanien auf, den Erzfeind Franz I. von Frankreich. 1525 wird der Vertrag von Burgos und Tordesillas zwischen Augustin I. und Karl V. unterzeichnet. Durch den Vertrag stellte sich Monaco unter spanischen Schutz. Die Allianz mit den Spaniern dauerte bis 1641. Spanische Soldaten wurden in Monaco stationiert. Die Allianz kam Monaco finanziell allerdings teuer zu stehen, da das Land fast vollst√§ndig f√ľr die spanische Garnison aufkommen musste.

Beim Tod Augustins 1532 war Honor√© (1522 ‚Äď 1581) noch minderj√§hrig, so dass zun√§chst ein Grimaldi aus dem Genuesischen Zweig der Familie, Stefan, die Macht √ľbernahm. Nach der Vollj√§hrigkeit Honor√©s I. trat dieser selbst die Herrschaft an, die bis zu seinem Tod 1581 friedfertig verlief. Auf Honor√© folgte sein Sohn Charles II. (1555 ‚Äď 1589). Dieser bem√ľhte sich besonders um die Verwaltung der Lehen, die ihm Karl V. in S√ľditalien verschaffte, darunter die Markgrafschaft Campagna. Charles II. starb 1589. Auf ihn folgte sein j√ľngerer Bruder Hercule.

Monaco wird F√ľrstentum, Ende des spanischen Protektorats, Bl√ľte unter Honor√© II.

Hercule wurde 1605 ermordet. Zu diesem Zeitpunkt war sein Sohn, Honor√© II., noch minderj√§hrig. Die Regentschaft fiel an seinen Onkel, den spanischen Prinzen von Valdetare, der sie bis 1616 aus√ľbte. Auf seinen Rat nahm Honror√© II. 1612 den Titel eines F√ľrsten und Herrn von Monaco an, dieser wurde vom spanischen Hof anerkannt.

Die Regierung Honor√©s II. f√ľhrte zu einer Bl√ľtezeit in der monegassischen Geschichte. Um sich von den gro√üen finanziellen Verpflichtungen f√ľr die spanische Garnison zu befreien, plante der F√ľrst eine Wiederann√§herung an Frankreich. 1630 begannen die Verhandlungen mit der franz√∂sischen Krone, die sich 10 Jahre lang hinziehen sollten. Honor√© II. wurde dabei von Kardinal Richelieu, seinem Neffen dem Marquis von Courbons und Herrn von Cagne, Johann Heinrich Grimaldi und dem Gouverneur der Provence, dem Marschall von Vitry unterst√ľtzt. Am 14. September 1641 war es schlie√ülich soweit. Honor√© II. und der franz√∂sische K√∂nig Ludwig XIII. (1601 ‚Äď 1643) unterzeichnen den Vertrag von P√©ronne. Frankreich wird damit Schutzmacht Monacos und erkennt dessen Unabh√§ngigkeit an. Eine franz√∂sische Garnison unter dem Oberbefehl des F√ľrsten wird in Monaco stationiert. Damit war die monegassisch-spanische Allianz von 1525 beendet. Allerdings blieb zun√§chst das Problem der spanischen Garnison in Monaco bestehen. Diese hatte sich auf dem Felsen verbarrikadiert und weigerte sich abzuziehen. Honor√© II. lie√ü monegassische B√ľrger bewaffnen, diesen gelingt es am 17. November 1641 die Spanier zu schlagen, die daraufhin kapitulieren und abziehen m√ľssen.

Spanien zieht daraufhin die einst unter Karl V. Monaco gegebenen norditalienischen Lehen ein. Als Ausgleich wird der F√ľrst von Monaco vom franz√∂sischen K√∂nig mit dem Herzogtum Valentinois, der Grafschaft Carlat in der Auvergne, der Markgrafschaft Beaux und der Herrschaft Saint-R√©my in der Provence belehnt. Honor√© II. kehrt mehrmals an den franz√∂sischen Hof zur√ľck und wird in Paris vom K√∂nig und dem Kardinal Mazarin mit h√∂chsten Ehren empfangen. Der junge K√∂nig Ludwig XIV. wird Patenonkel seines Enkelsohnes Louis I.

Honor√© II. baute auch die alte Burg auf dem Felsen in Monaco zu einem repr√§sentativen Palast um. Der S√ľdfl√ľgel mit den Staatsappartements, die heute noch zu besichtigen sind, gehen auf ihn zur√ľck. Au√üerdem legte er mit einer Sammlung von √ľber 700 Gem√§lden den Grundstock f√ľr die ber√ľhmte Kunstsammlung der F√ľrsten von Monaco.

1662 stirbt Honor√© II. Da sein Sohn Herkules bereits 1651 bei einem Unfall verstorben war, √ľbernimmt sein Enkelsohn Louis I. die Regierung.

Louis I. und seine Frau, die als Tochter des Marschalls von Gramont eine wichtige Position am franz√∂sischen Hof einnahm, hielten sich nur kurz in Monaco auf. Louis k√§mpfte in dem Krieg der Vereinigten Provinzen der Niederlande gegen England und nahm an Schlachten in Flandern und dem Franche Comt√© teil. Ludwig XIV. ernannte ihn dann zu seinem Botschafter beim Heiligen Stuhl. Sein Auftrag dort war f√ľr den Fall des Aussterbens der spanischen Habsburger die Unterst√ľtzung des Papstes f√ľr eine franz√∂sische Nachfolge zu sichern. Louis I. versuchte dies durch eine aufwendige Hofhaltung und teure Bestechungsgeschenke zu erreichen, f√ľr die er auch Teile seines von seinem Gro√üvater Honor√© II. angesammelten Privatverm√∂gens einsetzte. Louis I. starb 1701 in Rom. Da der letzte spanische Habsburger, Karl II., nur kurze Zeit vorher verstorben war, gelang es Louis I. nicht mehr, die Frage der Nachfolge in Spanien auf dem Verhandlungswege zu l√∂sen. Stattdessen brach der Spanische Erbfolgekrieg aus.

Antoine I., der Sohn Louis I., folgt diesem auf den Thron. Verheiratet war er mit Maria von Lothringen, aus einer der ersten franz√∂sischen Adelsfamilien. Seine Jugend verbrachte er in Paris und im Milit√§r, dort f√ľhrte er wegen seiner Gr√∂√üe den Namen Goliath.

Nach seiner Thronbesteigung verl√§sst Antoine wegen seiner schwachen Gesundheit Monaco praktisch gar nicht mehr, w√§hrend seine Frau aufgrund ihrer Stellung am franz√∂sischen Hof gr√∂√ütenteils in Paris lebt. Dies f√ľhrt zu einer Entfremdung unter den Ehegatten. 1707 f√§llt der Herzog von Savoyen in die Provence ein, und Monaco, obwohl neutral, f√ľrchtet in die Auseinandersetzungen miteinbezogen zu werden. Antoine I. l√§sst deshalb bedeutende Festungsanlagen in Monaco errichten. Erst mit dem Vertrag von Utrecht 1713 endet die Bedrohung durch Savoyen.

Mit dem Tod Antoine I. 1731 sterben die Grimaldis in der m√§nnlichen Linie aus. Seine √§lteste Tochter, Louise-Hippolyte (1697 ‚Äď 1731) heiratete 1715 den Sire von Martignon, aus einer der vornehmsten normannischen Adelsfamilien. Sie bestieg 1731 als erste weibliche Regentin den monegassischen Thron, starb aber bereits nach zehn Monaten Regentschaft. Ihr Mann verzichtete darauf auf seine franz√∂sischen Titel, und sein Wappen, erhielt von Ludwig XIV. den Titel eines Herzogs von Valentinois und besteigt als Jacques I. den monegassischen Thron.

Er wurde aber von der monegassischen Bev√∂lkerung nicht als Einheimischer anerkannt und dankte deshalb bereits am 7. November 1733 zugunsten seines Sohnes Honor√© III. ab. Er lebte den Rest seines Lebens in Paris, wo er sich besonders seiner Kunstsammlung widmete, sein Haus, das H√ītel Martignon ist heute Sitz des franz√∂sischen Premierministers.

Honor√© III. verbrachte gro√üe Teile seiner Jugend in Paris und machte Karriere in der franz√∂sischen Armee. Als sein Vater abdankte, war er noch minderj√§hrig, die Regentschaft f√ľhrte zun√§chst Anton Charles, (le Chevalier Grimaldi), ein nichtehelicher Sohn von Antoine I. und damit Halbbruder seiner Mutter Louise-Hippolyte. W√§hrend des √∂sterreichischen Erbfolgekrieges wurde Monaco von √∂sterreichisch-sardinischen Truppen belagert. 1767 verstirbt Eduard August, Herzog von York und Albany, der j√ľngere Bruder des englischen K√∂nigs im F√ľrstenpalast von Monaco, wo er sich aufgrund einer Krankheit, die ihn auf einer Reise nach Genua befallen hatte, aufhielt. Honor√© III. heiratete eine italienische Adlige, von der er sich bald wieder trennte, die aber zun√§chst zwei S√∂hnen das Leben schenkte. Der √§ltere von ihnen, Honor√© IV., heiratet die Nichte und Erbin des Kardinals Mazarin, womit der Familie weitere gro√üe Besitzt√ľmer in Frankreich zufielen.

Die französische Revolution

Durch die franz√∂sische Revolution wird auch die Grimaldi-Familie schwer getroffen. 1789 werden alle Feudalrechte vom franz√∂sischen Parlament beseitigt. Die Grimaldi-Familie, die einen Gro√üteil ihres Einkommens aus ihrem Feudalbesitz in Frankreich bezog, wird so ebenfalls enteignet. Honor√© III. versucht vergeblich, als ausl√§ndischer, nicht franz√∂sischer F√ľrst anerkannt zu werden und unter Verweis auf den Vertrag von P√©ronne f√ľr sich Sonderrechte zu erwirken. In Monaco bildeten sich zwei Parteien, eine die die Unabh√§ngigkeit und die Souver√§nit√§t des F√ľrsten bewahren wollte, und eine zweite, genannt Volkspartei, die die Errungenschaften der franz√∂sischen Revolution auch in Monaco einf√ľhren wollte. Mit dem franz√∂sischen Einmarsch in die benachbarte Grafschaft Nizza erlangte die Volkspartei die Oberhand. 1793 wurde die Vereinigung des F√ľrstentums mit Frankreich beschlossen. Monaco wurde unter dem Namen Fort Herkules von Frankreich annektiert. Es war zun√§chst Hauptstadt eines Arrondissements, bis diese nach San Remo verlegt wurde.

Honor√© III. wurde in Paris in den Kerker geworfen, wo er 1795 verstarb. Die Frau seines zweiten Sohnes Josef starb 1794 im Alter von 27 Jahren unter der Guillotine. Die Mitglieder der f√ľrstlichen Familie verbringen die Zeit der franz√∂sischen Revolution in Frankreich, zum Teil in Haft, unter zum Teil schwierigen materiellen Bedingungen. Der f√ľrstliche Palast in Monaco war gepl√ľndert worden und diente zun√§chst als Kaserne, sp√§ter als Krankenhaus und st√§dtisches Armenhaus.

Wiedererlangung der Unabhängigkeit

Am 6. April 1814 musste Napoleon abdanken. Durch den ersten Vertrag von Paris wurde die Unabh√§ngigkeit des F√ľrstentums wieder hergestellt. Honor√© IV. konnte aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes die Regierung zun√§chst nicht antreten und nominierte zun√§chst seinen Bruder Joseph als Regenten. Als sein Sohn, der sp√§tere Honor√© V. dagegen protestiert, kehrt Honor√© IV. doch in sein F√ľrstentum zur√ľck. Als Napoleon aus seinem Exil auf Elba fliehen und kurzzeitig nach Frankreich zur√ľckkehren kann, wird Honor√© IV. verhaftet und dem Kaiser vorgef√ľhrt. Nachdem der Kaiser endg√ľltig gest√ľrzt und erneut ins Exil (nach St. Helena) geschickt wurde, wurde mit dem zweiten Vertrag von Paris (20. November 1815) die Unabh√§ngigkeit des F√ľrstentums erneut wiederhergestellt, es diesmal aber unter den Schutz des K√∂nigreiches Sardinien gestellt. 1817 wurde das Verh√§ltnis zwischen dem F√ľrstentum und seiner neuen Schutzmacht in einem Vertrag mit K√∂nig Viktor Emanuel I. geregelt (Vertrag von Stupiniggi, 8. November 1817). Das B√ľndnis mit Sardinien war f√ľr Monaco weit weniger vorteilhaft als das alte, sich auf dem Vertrag von P√©ronne st√ľtzenden Verh√§ltnis mit Frankreich. Das F√ľrstentum, aufgrund der Ereignisse der franz√∂sischen Revolution sowieso bereits in finanziellen Schwierigkeiten, musste sich hoch verschulden. 1819 stirbt Honor√© IV. und sein Sohn, Honor√© V. besteigt den Thron. Dieser versucht, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des F√ľrstentums mit drakonischen Ma√ünahmen zu bek√§mpfen, die zu Unmut in der Bev√∂lkerung f√ľhrten. 1833 kam es in Menton zu Protestkundgebungen gegen den F√ľrsten.

Honor√© V. starb unverheiratet und ohne Kinder. Deshalb bestieg 1841 sein j√ľngerer Bruder, Florestan den f√ľrstlichen Thron.

Florestan selbst war zwar mehr an seinen literarischen Studien als an der Regierung des F√ľrstentums interessiert, seine Frau Carolina Gilbert de Lametz unterst√ľtzte ihn jedoch tatkr√§ftig in der Regierung. Auch ihnen gelang es allerdings nicht, die finanziellen Probleme des F√ľrstentums zu bereinigen. Au√üerdem wurde das Land wieder von politischen Entwicklungen jenseits seiner Landesgrenzen betroffen. K√∂nig Karl Albert I. von Sardinien hatte seiner Bev√∂lkerung eine liberale Verfassung gegeben. Die B√ľrger Monacos, besonders in Menton, das bereits seit einiger Zeit mit der Unabh√§ngigkeit lieb√§ugelte, forderten eine √§hnliche Verfassung auch f√ľr Monaco (Monaco hatte zum damaligen Zeitpunkt noch gar keine Verfassung, sondern wurde absolutistisch regiert). Florestan bot zweimal eine Verfassung an, die den B√ľrgern in Menton jedoch nicht weit genug ging. Die Februarrevolution von 1848 best√§rkte die B√ľrger Mentons noch in ihren Forderungen und vertiefte so den Konflikt.

Der Verlust von Menton und Roquebrune

Florestan sah schlie√ülich keine andere M√∂glichkeit mehr, als sich aus der aktiven Politik zur√ľckzuziehen, und seinen Sohn, Charles III. zum Regenten zu ernennen. Es war aber schon zu sp√§t, um die Unabh√§ngigkeitsbewegung in Menton noch aufzuhalten. Am 2. M√§rz 1848 √ľbernahm ein ‚ÄěProvisorisches Regierungskomitee‚Äú die Macht in Menton, am 21. M√§rz 1848 wurde die unabh√§ngige Republik der Freien St√§dte Menton und Roquebrune proklamiert, die sich unter den Schutz des K√∂nigs von Sardinien stellten. Der Ort Monaco selbst blieb dagegen seinem F√ľrsten treu.

Das K√∂nigreich Sardinien √ľbernahm kurz darauf ‚Äěprovisorisch‚Äú die Verwaltung der beiden St√§dte, annektierte diese jedoch nicht formal, um keinen Konflikt mit Frankreich heraufzubeschw√∂ren.

Nach dem Tod Florestans bestieg Charles III. 1856 auch offiziell den F√ľrstenthron. Seine Versuche, Menton und Roquebrune wieder in den monegassischen Staatsverband einzugliedern, scheiterten. 1860 musste Italien das umliegende Gebiet, die Grafschaften Savoyen und Nizza, an Frankreich abtreten (Vertrag von Turin). Auch Menton und Roquebrune, die ja bis dahin von Italien verwaltet wurden, kamen damit unter de facto franz√∂sische Kontrolle. Charles III. sah deshalb nun keine M√∂glichkeit mehr, die beiden St√§dte zu halten. Am 2. Februar 1861 unterzeichnete er zusammen mit dem franz√∂sischen Kaiser Napol√©on III. einen Vertrag, mit dem Monaco die beiden St√§dte endg√ľltig an Frankreich abtrat.

Aufstieg zu wirtschaftlichem Wohlstand unter Charles III.

In die Regierungszeit Charles III. f√§llt der Wiederaufstieg Monacos. Mit dem Vertrag von 1861 verlor das F√ľrstentum zwar √ľber 80 % seines Staatsgebietes. Gleichzeitig erkannte Frankreich jedoch die Unabh√§ngigkeit des F√ľrstentums unter der alleinigen Souver√§nit√§t des F√ľrsten an. Zum ersten Mal in seiner Geschichte war das F√ľrstentum damit vollst√§ndig souver√§n und nicht mehr an eine Schutzmacht gebunden. Frankreich gestattete auch die Errichtung einer Zollunion mit dem F√ľrstentum. Damit gab es keine Zollgrenze mehr, wodurch der Handel in Monaco wesentlich gesteigert wurde. Schlie√ülich erkl√§rte Frankreich sich bereit, eine K√ľstenstra√üe zwischen Menton und Nizza (Moyenne Corniche) zu errichten, und einen Bahnhof auf der Eisenbahnstrecke Nizza ‚Äď Genua in Monaco einzurichten. Damit war das F√ľrstentum verkehrstechnisch erschlossen, womit die Grundlage f√ľr den beginnenden Tourismus gelegt wurde. Charles III. er√∂ffnete auch eine Post- und Telegrafenstation, erste Briefmarken wurden gedruckt, eigene Goldm√ľnzen gepr√§gt. Monaco er√∂ffnete seine ersten Botschaften und Konsulate im Ausland. Das Bistum Monaco wurde gegr√ľndet, das Land erhielt so auch kirchenrechtlich seine Unabh√§ngigkeit von Frankreich.

Besonders wichtig war aber der wirtschaftliche Aufschwung des F√ľrstentums unter Charles III., der einem Wirtschaftswunder glich, und die Basis f√ľr den heutigen Wohlstand gelegt hatte. Charles III., in der Regierung unterst√ľtzt von seiner Mutter, der F√ľrstenwitwe Caroline, wollte dem F√ľrstentum eine neue Einnahmequelle erschlie√üen, um die Finanzen des Staates auf eine solide wirtschaftliche Grundlage zu stellen. 1863 gr√ľndete er deshalb die Soci√©t√© des bains de mer de Monaco, die ein Spielkasino errichten sollte. Unter den ersten beiden Direktoren war das Unternehmen kein Erfolg, dies sollte sich jedoch √§ndern, als Fran√ßois Blanc, die Konzession f√ľr das Kasino f√ľr 50 Jahre erhielt. Blanc, der ‚ÄěZauberer von Monaco‚Äú, machte das Spielkasino zu einem Welterfolg, die ersten Luxushotels entstanden auf dem Felsen von Spelugues, immer mehr gutbetuchte ausl√§ndische Touristen besuchten das F√ľrstentum. 1866 wurde die Gegend um das Spielkasino dann offiziell nach Charles III. in Monte Carlo umbenannt. Durch das Spielkasino erlangte der Staat so gro√üe Einnahmen, dass bereits 1869 die direkte Besteuerung abgeschafft werden konnte. 1879 wird die Oper von Monaco eingeweiht, 1881 die heutige, rot wei√üe Landesflagge eingef√ľhrt.

Monaco im 20. Jahrhundert

1889 besteigt nach dem Tod Charles‚Äô III. dessen Sohn Albert I. den f√ľrstlichen Thron. Albert war bis zu seiner Thronbesteigung besonders als Wissenschaftler und Forscher mit den Schwerpunkten Ozeanographie und Pal√§ontologie hervorgetreten. Er gr√ľndete u. a. das weltber√ľhmte Ozeanographische Museum und Institut in Monaco, das sp√§ter viele Jahre unter der F√ľhrung von Jacques Cousteau stehen sollte. 1911 gab er dem Land die erste monegassische Verfassung.

Louis II. folgte seinem Vater 1922 auf dem monegassischen Thron. Es gelang ihm, das Land ohne gr√∂√üere Probleme durch die schwierigen Zeiten nach dem Ersten Weltkrieg und der Weltwirtschaftskrise zu f√ľhren. 1918 wurde in einem neuen Vertrag mit Frankreich die monegassische Unabh√§ngigkeit erneut von Frankreich garantiert.

Bereits 1933 waren die Nazis durch den Reichsbankpr√§sident und sp√§teren Wirtschaftsminister Hjalmar Schacht auf die Steuer- und W√§hrungsvorteile Monacos aufmerksam geworden. Er beabsichtigte, eine internationale Bank als Au√üenposten des Deutschen Reichs zu gr√ľnden, mit der Erwartung einer vom franz√∂sischen Franc abgekoppelten eigenen monegassischen W√§hrung. Sp√§ter fungierte dann eine nach au√üen unabh√§ngige, unter Einfluss des Dritten Reichs stehende Gesch√§ftsbank als Devisenbeschaffungsstelle. Die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges beeinflussten Monaco ab dem 11. Juni 1940 direkt, als Mussolini Frankreich den Krieg erkl√§rte, nachdem motorisierte italienische Einheiten entlang der Mittelmeerk√ľste Aufstellung bezogen hatten, mit dem Ziel der Besetzung Monacos. Hitler war Monaco jedoch als nach au√üen unabh√§ngiger neutraler Staat wichtiger, um √ľber Monaco auch w√§hrend des Krieges Devisen erwirtschaften und strategische G√ľter kaufen zu k√∂nnen. Beteiligt waren dabei, √§hnlich wie bei √§hnlichen Gesch√§ften mit den neutralen Staaten Schweiz, Schweden, Spanien und Portugal wenige, ausgesuchte deutsche Unternehmen und Banken mit internationalen Beziehungen. Ostentativ erkl√§rte F√ľrst Louis II. seine Wertsch√§tzung f√ľr Marschall P√©tain und dessen Vichy-Regime, um seine scheinbare Unabh√§ngigkeit unter Beweis zu stellen. Nicht wenige Juden waren auf der Flucht vor den Deutschen nach Monaco geflohen. Am 3. Juli 1941 wurde auf deutschen Druck ein Gesetz zur Erfassung der Juden erlassen. Die meisten waren Fl√ľchtlinge vor den Nazis. Der Kunsthistoriker und Kunstsammler August Liebmann Mayer wurde im Februar 1944 auf Betreiben des deutschen Generalkonsuls Walter Hellenthal in Monaco festgenommen und ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Nach der Landung der Alliierten in Nordafrika, als auch das ‚Äěunbesetzte Frankreich‚Äú durch die Wehrmacht besetzt wurde, wurde auch Monaco am 11. November 1942 und vom 8. September 1943 bis zum 3. September 1944 von deutschen Truppen besetzt, die aber anfangs als weniger bedrohlich wahrgenommen wurden als die italienischen. Diese Scheinsouver√§nit√§t des monegassischen F√ľrsten gegen√ľber dem faschistischen Italien und dem Dritten Reich h√§tte das F√ľrstenhaus kompromittiert, wenn nicht sein Enkel Rainier rechtzeitig den Streitkr√§ften des Freien Frankreichs de Gaulles beigetreten w√§re. Nach der Landung der Alliierten in der Provence h√§tte de Gaulle einen Pr√§fekten in Monaco einsetzen und damit die monegassische Unabh√§ngigkeit beenden k√∂nnen, wenn nicht eine Erbfolgeregelung zugunsten Rainiers sichergestellt h√§tte, auf dem monegassischen Thron einen F√ľrsten zu installieren, der im Einklang mit de Gaulle stand.

Louis II. verstarb ohne m√§nnlichen Erben. Seine Tochter, Prinzessin Charlotte (* 1898; ‚Ć 1977), hatte einen franz√∂sischen Adligen, Pierre Graf von Polignac geheiratet. Aus dieser Ehe ging F√ľrst Rainier III. hervor. Obwohl monegassisches Recht die weibliche Thronfolge nicht prinzipiell ausschlie√üt, verzichtete Prinzessin Charlotte schon 1944 zugunsten ihres Sohnes auf alle Rechte am monegassischen Thron. Dieser bestieg dann 1949, beim Tod seines Gro√üvaters Louis II., den F√ľrstenthron.

1956 heiratet Rainier III. die amerikanische Filmschauspielerin Grace Kelly. Durch das Wirken Grace Kellys, die als F√ľrstin den Namen Gracia Patricia annahm, wurde Monaco endg√ľltig zu einem Tummelplatz der Reichen dieser Welt. 1958 wird der Erbprinz Albert, Markgraf von Baux, geboren. 1962 trat die heute g√ľltige Verfassung in Kraft.

1982 verstarb F√ľrstin Gracia Patricia bei einem Verkehrsunfall.

1993 tritt Monaco den Vereinten Nationen bei.

Da der F√ľrst auf Grund seiner Erkrankung nicht mehr regierungsf√§hig war, wurden die Regierungsgesch√§fte am 31. M√§rz 2005 auf seinen Sohn Albert II. √ľbertragen.

Am 6. April 2005 starb Rainier III. Am 12. Juli 2005 fand die offizielle Thronbesteigung Albert II. statt.

Am 1. Juli 2011 heiratet Albert II. Charlene Wittstock standesamtlich und am 2.Juli 2011 folgt die kirchliche Trauung des Paares.

Literatur

  • Thomas Veszelits: Die Monaco AG. Wie sich die Grimaldis ihr F√ľrstentum vergolden. Campus-Verlag, Frankfurt/M. 2006, ISBN 3-593-37956-2.

Weblinks


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