Geschichte Portugals

ÔĽŅ
Geschichte Portugals

Inhaltsverzeichnis

Vor- und Fr√ľhgeschichte

Die Vor- und Fr√ľhgeschichte Portugals bis zum Beginn der r√∂mischen Herrschaft ist in dem Artikel Vorgeschichte Portugals beschrieben.

Die römische Periode

Die Iberische Halbinsel war neben Norditalien einer der Hauptkampfpl√§tze zwischen Karthago und den R√∂mern im Zweiten Punischen Krieg. So kamen zum ersten Mal r√∂mische Truppen auf die Halbinsel. Nach einem entscheidenden Sieg des r√∂mischen Feldherrn Scipio (206 v. Chr.) mussten die Karthager die Iberische Halbinsel r√§umen und beim Friedensschluss 201 v. Chr. alle Anspr√ľche auf sie aufgeben. 197 v. Chr. gr√ľndeten die R√∂mer zwei Provinzen, in welche die Iberische Halbinsel geteilt wurde: Hispania citerior (Nordspanien) und Hispania ulterior (S√ľdspanien).

Die dort lebenden keltiberischen Stämme waren allerdings nicht bereit, die Herrschaft der Römer kampflos hinzunehmen. Praktisch seit Beginn der römischen Präsenz gab es deshalb Widerstand der verschiedenen keltiberischen Stämme. So begann 197 v. Chr. der mit großer Härte ausgetragene Keltiberische Krieg, der nach römischen Siegen 179 v. Chr. mit einem Friedensvertrag zwischen Tiberius Sempronius Gracchus und dem aufständischen Stamm der Lusonen endete.

Auch mit diesem römischen Sieg kamen die Provinzen allerdings nicht zur Ruhe; nunmehr erhoben sich unter anderem die Lusitaner, ein weiterer keltiberischer Stamm. Der Konflikt köchelte zunächst auf niedriger Stufe.

154 v. Chr. kam es dann zu einem neuen gro√üen Aufstand der Keltiberer, dem so genannten Spanischen Krieg. 150 v. Chr. gelang es den R√∂mern, die F√ľhrer der Lusitaner zu t√§uschen, und sie metzelten die Mehrzahl der Mitglieder dieses Stammes nieder. Viriatus, einer der wenigen √úberlebenden, wurde zum F√ľhrer der Lusitaner. Er konnte den R√∂mern empfindliche Niederlagen beibringen und wurde so sp√§ter zum Nationalhelden. Erst als Viriatus bei Viseu von seinen eigenen Leuten im Auftrag der R√∂mer ermordet wurde (139 v. Chr.), brach der Aufstand zusammen. Ab 138 v. Chr. bauten die R√∂mer Festungsanlagen im heutigen Lissabon. Erst Caesar gelang es jedoch ab 60 v. Chr. von Lissabon aus, den letzten Widerstand der portugiesischen St√§mme zu brechen.

Die Keltiberer hatten eine Religion, in der zu wichtigen Anl√§ssen Gefangene geopfert wurden. Dies ist zum Beispiel von dem Geschichtsschreiber Appian f√ľr die Beerdingungsfeierlichkeiten des Viriatus verb√ľrgt.

Die r√∂mische Provinz Lusitania im S√ľdwesten der Iberischen Halbinsel

Rom regierte das Land fast vier Jahrhunderte. Unter Augustus wurde 27 v. Chr. eine Verwaltungsreform durchgef√ľhrt; auf der Iberischen Halbinsel wurden drei Provinzen eingerichtet: Baetica, Hispania Citerior oder Tarraconensis und Lusitania (Hauptstadt Emerita Augusta, das heutige M√©rida). Die Provinz Lusitania wurde wiederum in drei Bezirke (‚Äěconventus‚Äú) eingeteilt: Pacensis (Hauptstadt Pax Iulia, das heutige Beja), Scallabitanus (Hauptstadt Scallabis, heute Santar√©m) und Emeritensis (Hauptstadt Emerita, heute M√©rida). Lusitanien umfasste den gr√∂√üten Teil des heutigen Portugal sowie die heutigen spanischen Provinzen Salamanca und C√°ceres. In der Sp√§tantike teilte Diokletian die Provinz Tarraconensis in zwei neue Provinzen: Hispania Carthaginensis und Gallaecia (Callaecia). Die Provinz Gallaecia umfasste das gesamte Gebiet des heutigen Portugal n√∂rdlich des Douro.

68 n. Chr. stellten die Statthalter der Tarraconensis und der Lusitania, Galba und Otho, aus hispanischen Soldaten die Legio VII Gemina auf und erhoben sich gegen Nero; Galba wurde der neue Kaiser.

98 n. Chr. wurde Trajan römischer Kaiser. Er stammte aus Italica (Sevilla) und war damit der erste aus den Provinzen der Iberischen Halbinsel stammende Kaiser Roms.

Die Christianisierung fand haupts√§chlich im 4. Jahrhundert statt; die vier Bist√ľmer Braga, Oss√≥noba, √Čvora und Lissabon wurden eingerichtet, von denen Braga das √§lteste war.

Germanenreiche

Unter König Rechiar herrschten die Sueben kurzzeitig vom Kap Finisterre bis zur Algarve und zum Mittelmeer

Die Germaneneinf√§lle ab 409 (Wandalen, Alanen und Sueben) beziehungsweise 416 (Westgoten) verw√ľsteten die r√∂mische Provinz; sie entglitt um die Mitte des 5. Jahrhunderts der r√∂mischen Herrschaft. Von den vier St√§mmen, die das Land eroberten, dominierten zun√§chst die Sueben im Gebiet des heutigen Portugal. Die Suebenk√∂nige hatten ihren Sitz in Bracara Augusta, dem heutigen Braga.

466 wurde Eurich nach der Ermordung seines Bruders Theoderichs II. K√∂nig der Westgoten. Eurich dehnte seinen Machtbereich von S√ľdfrankreich auf gro√üe Teile der Iberischen Halbinsel aus. Die Sueben wurden in den Nordwesten zur√ľckgedr√§ngt, ihnen verblieb das Gebiet n√∂rdlich bzw. westlich einer Linie Coimbra - Palencia - Astorga.

470 unternahm Eurich einen Feldzug gegen die in der Lusitania ansässigen Sueben. Die Westgoten lösten sich nach und nach aus der Rolle von foederati des Römischen Reichs. Um 470 entstand das älteste germanische Gesetzeswerk in lateinischer Sprache, der Codex Euricianus.

Das oströmische Reich erkannte die Existenz eines selbständigen Vandalenreiches an. Das Herrschaftsgebiet des Westgotenreiches dehnte sich weiter auf die Iberische Halbinsel aus.

506 wurde das Breviarium Alarici (Lex Romana Visigothorum) verk√ľndet, ein am r√∂mischen Recht orientiertes Gesetzeswerk f√ľr die romanische Bev√∂lkerung.

Um 550 wurden die Sueben vom Heiligen Martin von Dume, Bischof von Braga, zum katholischen Christentum bekehrt. Schließlich setzen sich jedoch die Westgoten durch. Ihr König Leovigild unterwarf 585 das Suebenreich und gliederte es ins Westgotenreich ein.

Muslimische Besetzung

Ab dem Jahr 711 wurde das Westgotenreich durch den Einfall der Mauren aus Nordafrika unter TńĀriq ibn ZiyńĀd zerst√∂rt und die Iberische Halbinsel kam beinahe vollst√§ndig unter ihre Herrschaft. Der letzte K√∂nig der Westgoten, Roderich, fiel in der Schlacht am Rio Guadalete. Das heutige Portugal wurde Teil der muslimischen Provinz Al-Andalus, aus der sp√§ter das Emirat- und dann das Kalifat von C√≥rdoba wurde.

Den christlichen Widerstand organisierte der vornehme Gote Pelayo (portugiesisch Pel√°gio), der sich zun√§chst mit den muslimischen Machthabern arrangiert hatte, aber nach einem Streit mit dem muslimischen Gouverneur von Asturien zum Rebellen wurde und sich von seinen Anh√§ngern in einem asturischen Berggebiet zum "F√ľrsten" (lat. princeps) oder K√∂nig w√§hlen lie√ü. Die junge asturische Monarchie verstand sich als Nachfolgerin und Erbin des Westgotenreiches. Mit Pelayos Sieg in der Schlacht von Covadonga 722 begann die Reconquista, die R√ľckeroberung der Iberischen Halbinsel.

K√∂nig Alfons III. von Asturien (866‚Äď910) verlegte die Hauptstadt seines Reichs nach Le√≥n. 868 eroberte und besiedelte im Rahmen der Presura V√≠mara Peres das Gebiet um Porto, 878 wurde mit der Wiederbesiedlung von Coimbra begonnen. Beide St√§dte gingen allerdings wieder an die Mauren verloren. Der zur√ľckeroberte westlichste Landesteil Asturiens um den Douro erfuhr einen planm√§√üigen Ausbau. 997 nahmen fr√§nkische Ritter im Auftrag und unter F√ľhrung des Herrschers (dux magnus) von Portucale, Gon√ßalo Mendes, endg√ľltig die Stadt Porto ein.

Im Verlauf des 11. Jahrhunderts festigte sich die Grafschaft Portucale, die zur Keimzelle des sp√§teren Portugal wurde. Dem Grafen Nuno Auvites (1017‚Äď1028), der durch Heirat die Adelsfamilien Nunes und Mendes vereinte, sowie seinen direkten Nachkommen Mendo Nunes (1028‚Äď1050) und Nuno Mendes (1059‚Äď1071) gelang es schrittweise, die Abh√§ngigkeit der Grafschaft Portucale vom K√∂nigreich Le√≥n zu lockern sowie ihre erbliche Herrschaft zu festigen. Diese Bestrebungen nach Unabh√§ngigkeit des portugiesischen Adels erlitten 1071 in der Schlacht von Pedroso eine Niederlage. Der Graf Nuno Mendes fiel, was das Aussterben des Hauses der Grafen von Portucale zur Folge hatte, und Le√≥n-Kastilien konnte nochmals seine Oberhoheit sichern.

1064 gelang es K√∂nig Ferdinand I. dem Gro√üen von Kastilien und Le√≥n, Coimbra von den Mauren zur√ľckzuerobern. Dessen Nachfolger Alfons VI. der Tapfere wurde 1065 K√∂nig von Asturien-Le√≥n und nahm bis zum Jahr 1073 auch den Titel eines K√∂nigs von Kastilien, Galicien und Portugal an. Das Gebiet um Porto ordnete er neu und erhob es zur Grafschaft (Comitatus Portaculensis), benannt nach dem alten r√∂mischen Hafen Portus Cale, dem heutigen Porto. Obwohl die neue Grafschaft unter der Lehnshoheit von Asturien-Kastilien-Le√≥n verblieb, konnte sie sich bald wieder eine gro√üe Selbst√§ndigkeit sichern.

1086 unterlag Alfons VI. von Le√≥n und Kastilien in der Schlacht bei Zallaqa dem vereinigten Heer der maurischen Herrscher von Sevilla, Badajoz und Granada sowie den Almoraviden unter deren F√ľhrer Yusuf ibn Taschfin. Daraufhin rief er Kreuzfahrer zu Hilfe. So kamen auch burgundische Ritter in das Land.

Portugal unter den Burgunderherrschern

Heinrich von Burgund, Graf von Portugal

Heinrich von Burgund der Stammvater des ersten portugiesischen K√∂nigshauses, dem Hause Burgund, erhielt 1095 die Grafschaften Portucale und Coimbra. Nach dem Tod von Alfonso VI. von Kastilien und Le√≥n l√∂ste er sich aus der Lehensabh√§ngigkeit, doch nach seinem Tod geriet Portugal wieder unter die Oberhoheit Le√≥ns, bis Heinrichs Sohn Alfons I. 1143 schlie√ülich endg√ľltig die Unabh√§ngigkeit gegen√ľber Kastilien und Le√≥n durchsetzen konnte.

1251 werden die letzten Teile der Herrschaft der Mauren √ľber die Algarve vernichtet und die Reconquista auf dem europ√§ischen Kontinent endet f√ľr Portugal. Erst 1415 wird sie in Marokko mit der Eroberung Ceutas weitergef√ľhrt.

Das Haus von Burgund beherrscht das Land noch bis 1383.

Portugal unter dem Hause Avis

‚Üí Hauptartikel: Portugal unter dem Hause Avis
König Johann I. von Portugal

1383 starb mit Ferdinand I. das Haus Burgund in Portugal aus. Durch die Revolution von 1383 erlangte mit Johann I. das Haus Avis den portugiesischen Thron. Er unterzeichnete den bis heute geltenden Vertrag von Windsor (1386), der Portugal und England verb√ľndet. Damit wurden nicht nur f√ľr die n√§chsten 200 Jahre die portugiesische Unabh√§ngigkeit gesichert und tiefe Ver√§nderungen in der sozialen Struktur des Landes vollzogen, sondern es wurden die wesentlichen politischen und √∂konomischen Grundlagen f√ľr die Entdeckungen und Expansion Portugals im 15. Jahrhundert geschaffen.

Unter den Avis-K√∂nigen ab Manuel I., die das Land bis 1580 regieren sollten, stieg Portugal zur Weltmacht auf. Durch die portugiesischen Entdecker und Eroberer schaffte sich das Land ein Kolonialreich und wurde zur f√ľhrenden Handelsmacht Europas.

Personalunion mit Spanien

König Philipp II. von Spanien vereinigt die Throne Spaniens und Portugals (Gemälde von Anthonis Mor)

1580 starb mit Heinrich I. der letzte König aus dem Hause Avis ohne Nachkommen. Der spanische Habsburger König Philipp II. konnte einen Erbanspruch geltend machen.

Jedoch √ľbernahm zun√§chst Ant√≥nio, Prior von Crato, ein nichtehelicher Abk√∂mmling des Hauses Avis (Enkel von Manuel I.), den verwaisten Thron.

Dem standen die wohlbegr√ľndeten Anspr√ľche Philipps II. entgegen, der nicht nur von Heinrich I. testamentarisch zum Thronerben eingesetzt war, sondern auch als Sohn der Isabella von Portugal, der √§ltesten Tochter K√∂nig Manuels I., √ľber die weibliche Seite vom Hause Avis abstammte und in Ermangelung eines m√§nnlichen Erben regul√§r zur Thronfolge berechtigt war. Philipp II. sandte eine Armee unter dem Kommando des dritten Herzogs von Alba, die die Truppen Ant√≥nios in Alc√°ntara besiegte. Daraufhin wurde Philipp II. von Spanien unter dem Namen Dom Filipe I. von den Cortes von Tomar zum K√∂nig von Portugal ausgerufen. Damit waren die beiden Kronen von Portugal und Spanien unter den Habsburgern vereint. Nach den Vereinbarungen mit den Cortes verpflichtete sich die spanische Seite allerdings, die portugiesische Autonomie zu respektieren. So sollten die beiden Staaten nicht vereinigt werden, sondern lediglich in Personalunion durch einen gemeinsamen Herrscher regiert werden.

Nur Portugiesen sollten in die Verwaltung berufen werden. Der K√∂nig versprach die Cortes oft einzuberufen und zu konsultieren, in Madrid wurde ein mit Portugiesen besetzter Rat f√ľr portugiesische Angelegenheiten eingerichtet. Die Azoren konnte Philipp I. allerdings nicht erobern, sie blieben zun√§chst Ant√≥nio von Crato treu.

Philipp I. von Portugal (= Philipp II. von Spanien), der Lieblingssohn Kaiser Karls V., wurde 1527 in Valladolid geboren. 1543 heiratete er seine Cousine Maria von Portugal, eine Tochter K√∂nigs Johanns III. Diese Heirat und seine Abstammung von Isabella von Portugal begr√ľndeten seinen Anspruch auf den portugiesischen Thron. 1556 √ľbernahm er nach der Abdankung seines Vaters die Regierung in Spanien und den Niederlanden. Karl V. hatte ihm auch die Kaiserkrone und die √∂sterreichischen Stammlande der Habsburger zugedacht, dies scheiterte aber am Widerstand der deutschen Kurf√ľrsten. Kaiserkrone und Stammlande fielen daraufhin seinem Onkel Ferdinand I. zu. Seitdem war das Haus Habsburg in eine spanische und eine √∂sterreichische Linie geteilt.

Philipp I. (II.) war ein √ľberzeugter Vork√§mpfer der Gegenreformation. In allen Teilen seines Reiches bek√§mpfte er den Protestantismus mit harten Ma√ünahmen. Au√üenpolitisch stand der Gegensatz zu Frankreich und besonders zu England unter Elisabeth I. sowie der Kampf gegen die T√ľrken im Vordergrund. Philipp entsandte 1588 die Armada gegen England, die jedoch vernichtend geschlagen wurde.

In Portugal hatte Philipp eine Reihe von Aufst√§nden niederzuschlagen. Der Regierungsantritt eines spanischen K√∂nigs war im Volke alles andere als popul√§r. Dazu kam, dass die Erinnerung an den im Volk verehrten ‚Äějungen Ritterk√∂nig‚Äú Sebastian noch frisch war. Da Sebastians Leiche auf dem Schlachtfeld von Alcazarquivir nie gefunden wurde, konnten falsche Sebastiane sich als der verschollene K√∂nig ausgeben und Aufst√§nde gegen Philipp hervorrufen. Auch Ant√≥nio von Crato versuchte es 1589 erneut, diesmal mit Hilfe des englischen Piraten Drake, er wurde jedoch abermals von den Spaniern geschlagen.

1598 starb Philipp I. (II.). Sein Sohn aus seiner letzten Ehe mit Anna von √Ėsterreich bestieg den Thron, in Spanien als Philipp III., in Portugal als Philipp II.

W√§hrend Philipp I. die Autonomie Portugals noch respektierte, wurde das Land unter seinen beiden Nachfolgern Philipp II. (= Philipp III. von Spanien, 1598‚Äď1621) und Philipp III. (= Philipp IV. von Spanien, 1621‚Äď1640) mehr und mehr an Spanien angegliedert. Die Versprechungen Philipp I. waren vergessen, Spanier wurden auf Posten in der portugiesischen Verwaltung ernannt. Die Weigerung der K√∂nige, Portugal zu besuchen, und St√∂rungen des Handels durch die von Spanien gef√ľhrten Kriege vergr√∂√üerten die Verbitterung in Portugal.

Philipp IV. von Spanien regierte als Philipp III. auch Portugal. Gem√§lde von Vel√°zquez, √Ėl auf Leinwand, 1631/32, National Gallery, London

Au√üenpolitisch geriet Portugal jetzt nat√ľrlich ebenfalls in Gegensatz zu den vielen europ√§ischen Feinden Spaniens. England, traditioneller Verb√ľndeter Portugals, war nunmehr sein Gegner. Auch die Niederl√§nder mit ihrer aufstrebenden Seemacht, die sich gerade erst in einem blutigen B√ľrgerkrieg vom spanischen Joch befreit hatten, versuchten den spanisch-portugiesischen Interessen zu schaden, wo es ihnen nur m√∂glich war.

So verlor Portugal Hormuz an die Briten (1622), die Holl√§nder erobern Ceylon und Malakka, setzen sich in Brasilien (1630, Pernambuco) und Afrika (1637, Elmina) fest. Spanien wurde in den Drei√üigj√§hrigen Krieg verwickelt, in dem die spanischen Habsburger ihre √∂sterreichischen Verwandten unterst√ľtzten.

Alle diese Kriege, die Spanien zu f√ľhren hatte, ruinierten das Land und insbesondere die spanischen Staatsfinanzen. Der K√∂nig erhob deshalb hohe Steuern, die Portugal ebenso betrafen wie den Rest seiner Besitzungen. In Portugal und auch in Kastilien kam es deswegen zu Aufst√§nden. Als Philipp III. (IV.) den Zusammenschluss der portugiesischen mit der spanischen Armee dekretierte, war dies f√ľr den selbstbewussten portugiesischen Adel eine gro√üe Schmach; es war eine eindeutige Verletzung der Autonomieversprechen, die Philipp I. (II.) bei seiner Thronbesteigung den portugiesischen Cortes gegeben hatte.

Die Herrschaft des Hauses Bragança

Portugal erkämpft seine Unabhängigkeit

‚Üí Hauptartikel: Restaurationskrieg
Der Herzog Olivares zu Pferde, Portr√§t von Diego Vel√°zquez, 1634, √Ėl auf Leinwand, Prado

1634 und 1637 kam es in √Čvora zu Aufst√§nden, 1640 brach ein Aufstand in Katalonien aus. Der Herzog von Olivares, der allm√§chtige Premierminister Philipps III., plante, portugiesische Truppen zur Niederschlagung des Aufstandes der Katalanen einzusetzen, was in Portugal f√ľr weitere Emp√∂rung sorgte. Frankreich, der gro√üe Widersacher der Habsburger und damit Spaniens, sah eine Chance, die Spanier zu schw√§chen. Kardinal Richelieu unterst√ľtzte deshalb die Portugiesen und ermunterte den Herzog von Bragan√ßa zum Aufstand gegen die Spanier. Die spanische Schw√§che nutzend wurde in einem Handstreich in Lissabon die spanische Statthalterin, die Herzogin von Mantua, gest√ľrzt und das Oberhaupt der Familie Bragan√ßa als Johann IV. zum K√∂nig ausgerufen.

König Johann IV. von Portugal

Ein Aufstand, den der Erzbischof von Braga und einige Adelige anstifteten, um die Habsburgerherrschaft wiederherzustellen, scheiterte. Johann ließ mehrere Adlige hinrichten und Geistliche zu längeren Haftstrafen verurteilen. Mit Johann IV. bestieg das Haus Bragança den portugiesischen Thron, die vorletzte Dynastie, die das Land regieren sollte.

Spanien reagierte erst Jahre sp√§ter auf die Ereignisse in Portugal, da seine milit√§rischen Kr√§fte durch den Drei√üigj√§hrigen Krieg und den Krieg mit Frankreich gebunden waren. 1644 kam es zu einer kleineren Schlacht bei Montijo. Portugal erneuerte zun√§chst seine Allianz mit England (Vertr√§ge mit Karl I. 1642, Oliver Cromwell 1654 und Karl II 1661, der Catarina de Bragan√ßa heiratete). Portugal trat Tanger und Bombay an England ab. Johann IV. versuchte erfolgreich, Teile des portugiesischen Kolonialreiches zur√ľckzuerobern. Zwar waren Ceylon und Malakka endg√ľltig an die Holl√§nder verloren, aber es gelang ihm, die Holl√§nder 1648 aus Luanda und S√£o Tom√© und im B√ľndnis mit den Engl√§ndern w√§hrend des ersten Englisch-Niederl√§ndischen Seekrieges 1654 aus Brasilien zu vertreiben. Durch den Verlust der ostindischen Kolonien wurde Brasilien jetzt zur wirtschaftlich bedeutendsten portugiesischen Kolonie. Rohrzucker, Gold und Diamanten aus Brasilien wurden zur wichtigsten Quelle portugiesischen Reichtums. Wegen der absehbaren Konfrontation mit den Spaniern verst√§rkte der K√∂nig die Landesverteidigung. So wurde ein permanenter Kriegsrat und ein geheimer Rat zur Verteidigung der Landesgrenzen gegr√ľndet. Mit Hilfe der 1649 ins Leben gerufenen Allgemeinen Gesellschaft des Brasilienhandels (Companhia Geral do Com√©rcio do Brasil) sollte vor allem der Seeverkehr zwischen Brasilien und Portugal gesichert werden. Unter Johann wurde Portugal wieder zu einem m√§chtigen und in Europa respektierten Land.

1656 verstarb Johann IV. Sein √§ltester Sohn, Alfons VI., trat die Nachfolge an. Alfons VI. war beim Tode seines Vaters erst 13 Jahre alt. Daher wurde eine Regentschaft unter seiner Mutter, Lu√≠sa de Guzm√£o, eingesetzt. Alfons VI. war seit seinem dritten Lebensjahr gel√§hmt und geistesschwach, so dass die Regentschaft auch nach seiner Vollj√§hrigkeit fortgef√ľhrt wurde. Infolge einer Verschw√∂rung des dritten Grafen von Castelo Melhor gegen die Regentschaft begann Alfons VI. 1662 formal selbst√§ndig zu regieren, die Macht fiel aber de facto dem Grafen von Castelo Melhor zu, der grauen Eminenz hinter dem Thron.

1659, der Krieg mit Frankreich hatte im selben Jahr geendet, griff Spanien schlie√ülich doch an und versuchte Portugal f√ľr die Habsburger zur√ľckzuerobern (Restaurationskrieg). Die Spanier besetzten Elvas. Eine portugiesisch-britische Streitmacht schlug die Spanier jedoch in mehreren Schlachten. Im Jahr 1665 verstarb der spanische K√∂nig Philipp IV. und damit der letzte Monarch aus dem Hause Habsburg, der noch den portugiesischen K√∂nigstitel getragen hatte. Die Spanier, durch die milit√§rischen Niederlagen geschw√§cht, mussten 1668 im Frieden von Lissabon die portugiesische Unabh√§ngigkeit anerkennen. Ceuta verblieb bei Spanien. Diese Siege √ľber Spanien brachten dem K√∂nig den Beinamen ‚Äěo Vitorioso‚Äú (der Siegreiche) ein.

Alfons VI. verlor immer mehr Einfluss an seinen j√ľngeren Bruder, den Infanten Peter. Dieser verb√ľndete sich mit der K√∂nigin gegen Alfons VI. Auch im Volk und in den Cortes war die allgemeine Meinung, dass Alfons VI. aufgrund seiner Behinderung nicht in der Lage war, das Land zu regieren. 1667 vertrieb Peter zusammen mit der K√∂nigin den bisherigen Kronrat und zwang den K√∂nig, eine Urkunde zu unterschreiben, mit der Alfons auf die Aus√ľbung der Regierung verzichtete. Die Cortes setzten 1668 den K√∂nig ab und ernannten Peter zum Regenten. Die Ehe des K√∂nigs wurde, da er sie angeblich nicht vollziehen konnte, aufgel√∂st. Die K√∂nigin heiratete daraufhin den Prinzregenten Peter. Alfons VI. lebte bis zu seinem Tode 1683 als Gefangener in Sintra und auf den Azoren. Nach seinem Tode bestieg Prinzregent Peter als Peter II. den portugiesischen Thron.

Portugal im Zeitalter des Absolutismus

W√§hrend der Regierung Peters II. wird die Wirtschaft des Landes nach merkantilistischen Ma√üst√§ben umorganisiert (Reformen des dritten Grafen von Ericeira) und ein weitreichender Handelsvertrag mit England geschlossen (1668). Nach diesem Vertrag bekamen englische Produkte Zollpr√§ferenz in Portugal im Ausgleich f√ľr englische Zollpr√§ferenzen f√ľr portugiesischen Wein. Im Methuenvertrag von 1703 wurde Gro√übritannien schlie√ülich die zollfreie Einfuhr von Textilien und Manufakturwaren erlaubt, Portugal bezahlte daf√ľr mit dem Gold und den Diamanten Brasiliens. Dieser Vertrag, der bis 1842 in Kraft blieb, trug dazu bei, dass Portugal wirtschaftlich von Gro√übritannien abh√§ngig wurde, und, da das Land von billigen britischen Produkten √ľberschwemmt wurde, keine eigene Industrialisierung durchf√ľhrte.

1669 traten die Cortes zum letzten Mal zusammen. Die nachfolgenden, absolutistischen Könige, riefen die alte Ständeversammlung nicht mehr ein. Erst nach der liberalen Revolution von 1820 sollten die Cortes wieder zusammentreten.

Portugal tritt 1703 auf britisch-österreichischer Seite in den Spanischen Erbfolgekrieg ein.

Im Jahr 1706 besteigt Johann V. den Thron (bis 1750). Unter ihm wird der Absolutismus eingef√ľhrt, die Cortes waren ja schon seit 1696 nicht mehr einberufen worden. Johann V. wird als f√§higer Staatsmann, hoch gebildet und vielseitig interessiert, geschildert, der sich Ludwig XIV. von Frankreich zum Vorbild nahm. Wie in Frankreich k√ľmmerten sich auch in Portugal die Adeligen nicht mehr um ihren Landbesitz, sie sanken zu reinen H√∂flingen herab. Sein Reichtum, den der K√∂nig, in der Tradition anderer absolutistischer K√∂nige in Bauten zu seinem Ruhme anlegt (Klosterpalast von Mafra, Universit√§tsbibliothek von Coimbra, Aqu√§dukt von √Āguas Livres in Lissabon), stammte aus dem brasilianischen Goldhandel. In seine Regierungszeit fiel das Ende des spanischen Erbfolgekrieges. Einer portugiesischen Armee unter der F√ľhrung des Marqu√™s das Minhas gelingt es, Madrid einzunehmen, die Spanier und Franzosen siegen dann aber in der Schlacht bei Almansa (1707), der Franzose Ren√© Duguay-Trouin pl√ľndert Rio de Janeiro. 1713 schlie√üen Portugal und Frankreich Frieden, 1715 schlie√ülich auch Portugal und Spanien.

Johann V. tritt auf Seite des Papstes in einen Krieg gegen die T√ľrkei ein (Seeschlacht von Matapan, 1717), ger√§t jedoch bald in Gegensatz zum Heiligen Stuhl, als dieser versucht, mehr Einfluss auf die katholische Kirche in Portugal zu gewinnen. Erst als der Papst einwilligt, dass alle Bisch√∂fe Lissabons den Titel eines Kardinals und Patriarchen bekommen und dem K√∂nig selbst den Titel ‚ÄěAllergl√§ubigster K√∂nig‚Äú (o Rei fidel√≠ssimo) verleiht, vers√∂hnen sich K√∂nig und Papst wieder. Unter Johann V. hatte das Land ein ‚ÄěZweites Goldenes Zeitalter‚Äú erlebt, von dem viele der von dem K√∂nig errichteten gro√üartigen Bauten heute noch k√ľnden.

Joseph I., sein Nachfolger, der von 1750‚Äď1777 regiert, war mehr an seinen Bauten und der Oper interessiert, als an den Staatsgesch√§ften. Er kritisierte die Verschwendungssucht seines Vaters und dessen Unterst√ľtzung der Inquisition. Als Joseph I. den Thron bestieg, berief er Adlige in seinen Beraterkreis, die in Opposition zu seinem Vater gestanden hatten, darunter den genialen Sebasti√£o Jos√© de Carvalho e Melo, den ersten Marqu√™s de Pombal.

Marqu√™s de Pombal, ‚ÄěAusweisung der Jesuiten‚Äú von Louis-Michel van Loo und Claude-Joseph Vernet, 1766.

1755 wird Lissabon von einem schrecklichen Erdbeben zerst√∂rt. Der Marqu√™s de Pombal organisiert den Wiederaufbau. Nachdem er so sein organisatorisches Geschick unter Beweis gestellt hatte, wird Pombal 1756 zum ersten Minister und damit zum eigentlichen Regenten Portugals ernannt. Er legt den Grundstein f√ľr den Eintritt Portugals in die Moderne. Anstelle der traditionellen klerikalen Politik setzt der Marquis einen aufgekl√§rten Absolutismus. Dies bringt ihm schnell den Widerstand der Kirche ein. Die Jesuiten predigen, dass das Erdbeben Gottes Strafe f√ľr die Reformen des Marquis sei. Als es 1758 zu einem nie aufgekl√§rten Attentat gegen den K√∂nig kommt, schl√§gt Pombal zur√ľck. Die Erziehung wird laisiert, Oppositionspolitiker, darunter auch der Herzog von Aveiro, werden exekutiert, ein bedeutendes Mitglied der Jesuiten wird auf dem Scheiterhaufen verbrannt. 1759 wird der Jesuitenorden in Portugal und Brasilien aufgel√∂st. Pombal schafft die Sklaverei in Portugal (nicht in Brasilien) ab (1761), s√§mtliche noch bestehenden rechtlichen Diskriminierungen gegen die neuen Christen (also die getauften Juden) werden aufgehoben, die Zensur wird von der Kirche auf den Staat √ľbertragen, die Inquisition der Aufsicht des Staates unterstellt. An der Universit√§t wird eine naturwissenschaftliche Fakult√§t gegr√ľndet, ein staatliches Schulwesen wird geschaffen, die Indianer in Brasilien emanzipiert. Unter der Oberaufsicht des Grafen Wilhelm zu Schaumburg-Lippe wird das portugiesische Heer reformiert. Der Marquis sorgte daf√ľr, dass verst√§rkt portugiesische Siedler in Brasilien angesiedelt wurden und f√∂rderte den Brasilienhandel durch die Gr√ľndung von Handelsgesellschaften, darunter der Ostindischen Kompanie. Sowohl die Landwirtschaft als auch der Handel erlebten in dieser Zeit einen Aufschwung, die finanzielle Lage des Staates verbesserte sich erheblich.

Joseph I. war mit einer spanischen Bourbonenprinzessin verheiratet. Trotzdem war er nicht bereit, Gro√übritannien, den traditionellen Verb√ľndeten Portugals, im Stich zu lassen, und dem spanisch-franz√∂sischen B√ľndnis gegen Gro√übritannien beizutreten. Spanien fiel daraufhin 1762 in Portugal ein, musste aber bereits 1763 Frieden schlie√üen und Portugal wieder verlassen. Die letzten drei Jahre f√ľhrte die K√∂nigin die Regentschaft f√ľr den erkrankten K√∂nig.

Joseph I. hinterlie√ü keinen m√§nnlichen Erben. Der K√∂nig stand deshalb vor der Wahl, entweder die weibliche Thronfolge zu erm√∂glichen, dann w√§re seine Tochter Maria ihm auf den Thron gefolgt, oder an der m√§nnlichen Thronfolge festzuhalten, dann w√§re sein j√ľngerer Bruder, Peter, als n√§chster in der Thronfolge berufen. Das Dilemma wurde dadurch gel√∂st, dass Joseph seinen Bruder mit seiner Tochter verheiratet. Gemeinsam besteigen sie als Maria I. und Peter III. den Thron.

Die neue K√∂nigin war sehr religi√∂s, die antiklerikale Politik des Marqu√™s de Pombal war ihr deshalb ein Graus. Sobald sie den Thron bestiegen hatte, entl√§sst sie deshalb Pombal, den sie auf seinem Landsitz unter Hausarrest stellt. Maria I. macht eine Reihe der antikirchlichen Reformen des Marquis r√ľckg√§ngig, setzt jedoch seine Au√üen- und Wirtschaftspolitik fort. Die Infrastruktur des Landes wird erneuert, ein Au√üenhandelsgleichgewicht mit Gro√übritannien erreicht, die Abh√§ngigkeit von Gro√übritannien durch eine Diversifizierung des Handels und eine Allianz mit Russland gemindert.

Nach dem Tode ihres Mannes verfiel die K√∂nigin zunehmend in eine irrationale Fr√∂mmigkeit und wurde schlie√ülich wahnsinnig. 1792 wurde sie entm√ľndigt. Die Regentschaft √ľbernahm ihr Sohn der Thronfolger, der sp√§tere K√∂nig Johann VI.

Französische und britische Besetzung, die brasilianische Periode

König Johann VI. von Portugal und Brasilien, flieht vor Napoléon nach Rio de Janeiro

Portugal befand sich durch seine Allianz mit Gro√übritannien au√üenpolitisch in einer √§u√üerst prek√§ren Situation gegen√ľber dem revolution√§ren Frankreich. Aus Angst, die revolution√§ren Ideen k√∂nnten nach Brasilien √ľbergreifen, beteiligt es sich am Krieg gegen Frankreich (1793), steht jedoch ab 1795 mit Gro√übritannien als letztem Verb√ľndeten auf dem Kontinent allein. Spanien nutzt diese Schw√§che und eroberte 1801 im sogenannten "Orangen-Krieg" (Guerra de Las Naranjas) Teile Portugals (spanisches Ultimatum, spanische Besetzung des Alentejo, Abtretung der Stadt Oliven√ßa an Spanien im Frieden von Badajoz). Lucien Bonaparte und Manuel de Godoy erpressten eine hohe Entsch√§digung, die in ihre eigenen Taschen wanderte. Daf√ľr ignorierten sie die W√ľnsche Napoleons und verzichten auf die Besetzung mehrerer portugiesischer Provinzen. Napoleon war au√üer sich vor Wut, nannte seinen Bruder einen Schurken und Dieb und prophezeite der spanischen Monarchie ein bitteres Ende. 1806 erkl√§rte Napoleon in Berlin die Kontinentalsperre gegen Gro√übritannien. Portugal kann napoleonischem Dr√§ngen, seine H√§fen gegen√ľber britischen Schiffen zu verschlie√üen und sich der Kontinentalblockade anzuschlie√üen nicht nachgeben, da es zu sehr vom britischen Handel abh√§ngig ist. Das franz√∂sische Dr√§ngen wird nach Napoleons Niederlage in der Seeschlacht von Trafalgar (1805) immer st√§rker. 1806 stellt Napoleon Portugal ein Ultimatum. Entweder das Land erkl√§re den Briten den Krieg, oder Frankreich w√ľrde Portugal den Krieg erkl√§ren. 1807 muss Spanien im Vertrag von Fontainebleau den Franzosen Durchmarschrechte zugestehen. Napol√©on gelingt es so, Portugal zu besetzen, General Junot erobert Lissabon. Die k√∂nigliche Familie flieht nach Brasilien, Rio de Janeiro wird neuer Regierungssitz.

George Cruikshank: Whitlock der Zweite, oder: Eine neue Tr√ľbung britischen Heldenmuts. Karikatur auf das √ľberraschende Zugest√§ndnis der Briten, den Franzosen nach ihrer Niederlage 1808 bei ihrem Abzug die Mitnahme von ‚ÄěPrivateigentum‚Äú zu gestatten.

Dreimal versuchten die Franzosen, das Land zu besetzten. Die erste Invasion von Junot 1808 war zun√§chst erfolgreich, bis ein britisches Expeditionscorps von 13.000 Mann unter dem Befehl des britische Generals Arthur Wellesley, des sp√§tere Herzog von Wellington, in Portugal landete. Den Briten gelang es schnell, den Franzosen eine Reihe von Niederlagen beizubringen. General Junot und seine M√§nner m√ľssen sich aus Portugal zur√ľckziehen, im Vertrag von Sintra m√ľssen die Briten ihnen allerdings freien Abzug gew√§hren. 1809 versuchten es die Franzosen erneut, diesmal war es Marschall de Dieu Soult, der von Galicien kommend nach Portugal einmarschierte. Die britisch-portugiesischen Truppen stehen zun√§chst unter dem Befehl von William Carr Beresford, sp√§ter erneut unter dem Befehl von Arthur Wellesley, der, als er von der neuen Invasion geh√∂rt hatte, nach Portugal zur√ľckgekehrt war. Mit dem Sieg von Talavera de la Reina √ľber die Franzosen (27./28. Juli 1809) war die zweite Invasion beendet.

Im August 1810 versuchten es die Franzosen zum dritten Mal, diesmal besetzten die Marsch√§lle Massena, Ney und Junot die Provinz Beira. Wellington besiegte sie am 27. September 1810 in der Schlacht von Bu√ßaco, nahe Coimbra. Die Briten und Portugiesen hatten die Zeit genutzt, um bei Torres Vedras, n√∂rdlich von Lissabon, eine befestigte Verteidigungslinie auszuheben. Die franz√∂sische Invasion wird an dieser Linie aufgehalten, die Franzosen erleiden gro√üe Verluste, nach der Niederlage von Sabugal (3. April 1811) m√ľssen sie sich endg√ľltig aus Portugal zur√ľckziehen, das Land war damit befreit. Offiziell endet der Krieg jedoch erst mit der franz√∂sischen Niederlage in der Schlacht von Toulouse, 1814.

Das Ergebnis des Krieges war ein Desaster f√ľr Portugal. Der Aufbau der Industrialisierung war gestoppt. Das Land durch die Taktik der verbrannten Erde, die sowohl die Franzosen als auch die Briten angewandt hatten, verw√ľstet. Konstitutionell wurde Portugal von Brasilien aus regiert, im Jahr 1815 erhielt Brasilien einen neuen Status, war nunmehr nicht mehr portugiesische Kolonie, sondern unabh√§ngiges K√∂nigreich gleichen Rechts wie Portugal, mit diesem durch Personalunion verbunden. Portugal war stark verschuldet, seine Handelsabh√§ngigkeit von Gro√übritannien wuchs. Seit 1810 hatte Gro√übritannien auch das Recht, unter Umgehung Portugals, direkt mit Brasilien Handel zu treiben. Portugal wurde de facto brasilianische Kolonie und britisches Protektorat, die Macht im Lande lag in den H√§nden des britischen Befehlshabers William Carr Beresford.

Nach dem Tode Maria I. 1816 wurde der Prinzregent in Rio de Janeiro als Johann VI. zum König von Brasilien und Portugal gekrönt.

Liberale Revolution und der Kampf zwischen Absolutisten und Konstitutionalisten

Innenpolitisch wuchs, besonders in der portugiesischen Armee, der Ruf nach einer Verfassung. Die liberalen politischen Ideen, von Napoleon und den Truppen des revolution√§ren Frankreichs nach Portugal gebracht, fielen in der schlecht bezahlten Armee auf fruchtbaren Boden. Die Abwesenheit der k√∂niglichen Familie, die Anwesenheit ausl√§ndischer Kommandanten (Beresford) und die Ereignisse im benachbarten Spanien, wo der Liberalismus Erfolge feierte, f√ľhrten zu zus√§tzlicher Unruhe in Portugal. Beresford kann 1817 durch die Hinrichtung einer Reihe von Verschw√∂rern, darunter des liberalen Generals Gomes Freire de Andrade zwar nochmals die Oberhand gewinnen, sein hartes Vorgehen verst√§rkt aber schlie√ülich noch die Entschlossenheit seiner Gegner.

1820 kommt es dann zur liberalen Revolution, die mit einem Offiziersaufstand in Porto beginnt. Im Ergebnis werden die Briten entmachtet, eine verfassunggebende Cortes gew√§hlt, die unter F√ľhrung des Juristen Manuel Fernandes Tom√°s die erste Verfassung des Landes erarbeitet. Diese wird am 23. September 1822 als "Politische Verfassung der Portugiesischen Monarchie" durch die Cortes angenommen. Johann VI. wird zur R√ľckkehr nach Portugal aufgefordert, einer Aufforderung, die der K√∂nig im selben Jahr eher widerwillig nachkommt. Kronprinz Peter l√§sst er allerdings in Brasilien zur√ľck. Als die Cortes versuchen, auch den Kronprinzen zur R√ľckkehr nach Portugal zu bewegen und dazu noch f√ľr Brasilien wieder den Kolonialstatus wieder einzuf√ľhren, erkl√§rt dieser am 7. September 1822 die brasilianische Unabh√§ngigkeit. Brasilien wurde Kaiserreich, aus Kronprinz Peter von Portugal wurde Kaiser Peter I. von Brasilien (Dom Pedro I).

Nach der R√ľckkehr des K√∂nigs spitzte sich der Konflikt zwischen den liberalen Konstitutionalisten, also denjenigen, die wollten, dass Portugal als konstitutionelle Monarchie regiert werden sollte, und den Absolutisten, also den Anh√§ngern der absoluten, durch keine Verfassung beschr√§nkten Monarchie, dramatisch zu. Der Riss ging dabei quer durch die k√∂nigliche Familie, w√§hrend der K√∂nig z√∂gerlich lavierte, einen Bruch mit den Liberalen aber vermeiden wollte, waren K√∂nigin Charlotte Johanna und Prinz Michael kompromisslose Anh√§nger des Absolutismus.

1824 kommt es zu einem Aufstand der konservativen Kr√§fte gegen die neue liberale Verfassung. Der K√∂nig wird von seiner Frau und seinem Sohn Michael in einem seiner Pal√§ste gleichsam wie ein Gefangener gehalten und sollte zur Abdankung gezwungen werden. Frankreich und die Heilige Allianz unterst√ľtzen die Konterrevolution in Portugal. Frankreich entsandte ein Heer nach Spanien, das dort den Liberalismus beseitigte und mit Portugal √§hnliches vorhatte, aber aufgrund einer britischen Intervention gestoppt wurde. Der K√∂nig kann aus seinem Palast auf ein britisches Kriegsschiff fliehen, √ľbernimmt von dort wieder den Oberbefehl √ľber seine Armee, und zwingt Prinz Michael schlie√ülich ins Exil nach √Ėsterreich. Die Verfassung von 1821 wird allerdings widerrufen. Johann regiert noch zwei weitere Jahre, bis er 1826 stirbt.

Der Miguelistenkrieg

König Michael I. von Portugal

Nach dem Tode Johann VI. erbt sein ältester Sohn, Kaiser Peter I. von Brasilien, den portugiesischen Thron, den er unter dem Namen Peter IV. besteigt.

Der neue König verbleibt in Brasilien. Regentin wird seine Schwester, Elisabeth Maria von Braganza, die noch von Johann VI. testamentarisch in dieses Amt eingesetzt wurde.

Peter IV. erl√§sst 1826 eine neue Verfassung, die so genannte Charter. Sie ist konservativer gehalten als die liberale Verfassung von 1821, da der K√∂nig ‚Äď vergeblich ‚Äď hofft, durch die neue Verfassung den Konflikt zwischen Liberalen und Absolutisten zu entsch√§rfen. Elisabeth Maria, selbst eine Anh√§ngerin der Absolutisten, wehrt sich zwar gegen die Charter, wird aber sp√§ter von dem Herzog von Saldanha gezwungen, diese in Kraft zu setzen.

Peter IV. gelingt es nicht, seine beiden Reiche wieder zu vereinen. Er scheitert nach kurzer Zeit an der Unm√∂glichkeit Brasilien und Portugal zugleich zu regieren. In Portugal war man nicht mehr gewillt, erneut einen K√∂nig, der nicht im Lande residiert, zu ertragen. In Brasilien dagegen wurde die Kritik daran, dass der Kaiser mehr und mehr Energie zur L√∂sung der portugiesischen Probleme aufwendete, immer lauter. Der Monarch musste sich schlie√ülich zwischen Brasilien und Portugal entscheiden und er entschied sich f√ľr Brasilien. So dankt er im Mai 1826 nach nur zwei Monaten Regierung in Portugal als portugiesischer K√∂nig zugunsten seiner minderj√§hrigen Tochter Maria da Gl√≥ria ab. Damit kommt es zur endg√ľltige Trennung der Monarchien von Portugal und Brasilien.

Zur Regelung der Nachfolge hatte sich Peter ein schlaue L√∂sung ausgedacht. Da seine Tochter noch zu jung war, um die Regierung auszu√ľben, sollte sein Bruder Michael aus dem √∂sterreichischen Exil zur√ľckgeholt werden, um bis zur Vollj√§hrigkeit der K√∂nigin als Regent zu fungieren. Sp√§ter, wenn die K√∂nigin vollj√§hrig sein w√ľrde, sollte Michael diese, also seine eigene Nichte, heiraten, und mit ihr gemeinsam den Thron besteigen. Vorher musste Michael der Verfassungscharter allerdings Treue schw√∂ren, was er auch tat.

Michael hatte allerdings andere Pl√§ne. Kurz nach seiner R√ľckkehr nach Portugal verb√ľndete er sich mit den Absolutisten, setzte er seine Nichte und Braut ab, lie√ü eine traditionelle St√§ndeversammlung einberufen und sich selbst von dieser zum K√∂nig ausrufen. Er regierte Portugal als letzter Monarch absolutistisch, in Portugal richtete er ein politisches Zwangssystem ein, durch das seine innenpolitischen Gegner, Liberale und Konstitutionalisten, ins Exil gezwungen oder ins Gef√§ngnis geworfen wurden.

Peter war nicht bereit, den Vertrauensbruch seines j√ľngeren Bruders hinzunehmen und wollte seiner Tochter den portugiesischen Thron erhalten. Zudem hatte er in Brasilien mit zunehmenden innenpolitischen Schwierigkeiten zu k√§mpfen. So tritt er 1831 auch als Kaiser von Brasilien zur√ľck (dort zugunsten seines Sohnes Peter II.), geht nach Europa und beginnt den Kampf gegen seinen Bruder. Dieser ist unter dem Namen Miguelistenkrieg oder auch Krieg der zwei Br√ľder in die Geschichte eingegangen(1832‚Äď1834). Mit Hilfe seiner Feldherren, der Herz√∂ge von Saldanha und Terceira gelingt es ihm, Michael zu besiegen, dieser muss erneut ins Exil gehen. Kurze Zeit sp√§ter verstirbt Peter, seine Tochter wird f√ľr vollj√§hrig erkl√§rt und beginnt selbst√§ndig zu regieren.

Das Zeitalter des Liberalismus

Zwar spielten die Absolutisten nach ihrer Niederlage im Miguelistenkrieg keine bedeutende Rolle in der portugiesischen Politik mehr, das Land kam aber trotzdem politisch nicht zur Ruhe. Die Liberalen waren eine heterogene Gruppe, vor allen Dingen durch die Gegnerschaft zu den Absolutisten zusammengehalten, die ja jetzt wegfiel. Deshalb spalteten sie sich schnell in einen links- und einen rechtsliberal-konservativen Fl√ľgel. Der Streit entz√ľndete sich an der Frage, wie die zuk√ľnftige Verfassung des Landes aussehen sollte. W√§hrend die Linksliberalen, sie wurden Setembristen genannt, die Verfassung von 1821 wieder in Kraft setzen wollten, waren die Rechtsliberal-Konservativen, die Cartisten, Anh√§nger der Verfassungscharter von 1826.

Die Regierung der Cartisten

João Carlos Gregório Domingos Vicente Francisco de Saldanha Oliveira e Daun, 1. Graf, 1. Markgraf und 1. Herzog von Saldanha

K√∂nigin Maria II. war eine Anh√§ngerin der Cartisten. In der Zeit von 1834 bis 1836 ernannte sie deshalb ausschlie√ülich cartistische Regierungen. Ministerpr√§sidenten dieser Zeit waren die Helden des Miguelistenkrieges, also vor allem die Herz√∂ge von Saldanha, Terceira und Palmela. Sie gingen zun√§chst daran, durch politische Reformen die Hinterlassenschaft der Absolutisten zu √ľberwinden. Die Verwaltung und Justiz wurden nach napoleonischem Vorbild neu organisiert, die Handelsmonopole der gro√üen Korporationen werden abgeschafft. Die religi√∂sen Orden werden aufgel√∂st, Kircheneigentum wurde nationalisiert und in einem verzweifelten Versuch, die finanzielle Situation des Landes zu verbessern, verkauft. So wurde eine neue Klasse der Gro√ügrundbesitzer geschaffen, die sich vor allen Dingen aus dem Gro√üb√ľrgertum rekrutierte. Miguelistische Bisch√∂fe wurden abgesetzt, das Land geriet in scharfen Gegensatz zur katholischen Kirche. Die Regierungen wechselten allerdings in schneller Folge und st√ľrzten √ľber interne Skandale sowie den Widerstand der Setembristen.

Die Setembristen an der Macht

der Markgraf von S√° da Bandeira

1836 kam es, nach wohl verf√§lschten Wahlen, die die Cartisten gewannen, zur Septemberrevolution in Portugal, der Macht√ľbernahme der Setembristen. Sehr gegen ihren Willen musste die K√∂nigin bis 1842 setembristisch gepr√§gte Kabinette ernennen, die besonders von Manuel da Silva Passos und dem Marquis von S√° da Bandeira gepr√§gt wurden.

Gegen die setembristische Regierung gab es einigen, auch gewaltsamen Widerstand von Seiten der Cartisten, der teilweise insgeheim, teilweise offen, auch von der K√∂nigin unterst√ľtzt wurde (1836 Belenzada, 1837 Aufstand der Marsch√§lle, 1838 Meutereien in Lissabon).

Trotzdem gelang es den Setembristen, eine Reihe von bedeutenden Reformen durchzuf√ľhren. So wzrde das Schulwesen reformiert, heute noch ber√ľhmte Institutionen wie die Akademie der Sch√∂nen K√ľnste und das Nationaltheater wurden gegr√ľndet. Die Grundlagen f√ľr das in seinen Grundz√ľgen bis heute unver√§nderte portugiesische Steuersystem wurden gelegt, die Sklaverei auch in den Kolonien abgeschafft.

1837 wurde schließlich eine neue verfassunggebende Cortes gewählt, die dem Land eine neue, extrem demokratische Verfassung gab.

Ab 1840 sank der Einfluss der Setembristen. Die Königin konnte ihren Willen durchsetzen und mit der Berufung von António Bernardo da Costa Cabral zum Justizminister einen ihrer Vertrauten und Cartisten im Kabinett platzieren.

Der Cabralismus

António Bernardo da Costa Cabral, 1. Markgraf von Tomar

Die politische Szene der Jahre 1842 bis 1846 wurde vollkommen von Ant√≥nio Bernardo da Costa Cabral, dem sp√§teren Marquis von Tomar, beherrscht, deshalb wird diese Periode auch als Cabralismus (cabralismo) bezeichnet. Costa Cabral, zu diesem Zeitpunkt gerade Justizminister, beendete 1842 durch einen Putsch die Herrschaft der letzten setembristischen Regierung. Er wird von der K√∂nigin zum Ministerpr√§sidenten ernannt, setzt die neue setembristische Verfassung au√üer Kraft und die alte Verfassungscharter wieder ein. Bis 1846 regiert er das Land autorit√§r diktatorisch, f√ľhrt allerdings auch eine Reihe von zukunftsweisenden Reformen durch. Die Bewertung der Person Costa Cabrals und seiner Regierungszeit ist bis heute in der portugiesischen Geschichtsschreibung umstritten.

B√ľrgerkrieg und Restauration

Die allgemeine Unzufriedenheit mit der Diktatur Costa Cabrals f√ľhrt 1846 zum Aufstand von Maria da Fonte, durch den Costa Cabral gest√ľrzt wird. Die K√∂nigin entl√§sst zwar schweren Herzens Costa Cabral, ernennt aber nach kurzer Zeit eine neue konservativ-cartistische Regierung unter dem Herzog von Saldanha. Die Setembristen bilden daraufhin in ihrer Hochburg Porto eine Gegenregierung. Es kommt zum B√ľrgerkrieg. Die Regierung ist nicht in der Lage, der Aufst√§ndischen im Norden des Landes Herr zu werden, erst durch das Eingreifen britischer und spanischer Truppen kann die Regierung den B√ľrgerkrieg gewinnen (1847).

Nach dem B√ľrgerkrieg tritt die portugiesische Politik in eine ruhigere Phase ein. Aus Cartisten und Setembristen entwickeln sich politische Parteien, aus den Cartisten die Regenerationspartei aus den Setembristen die Historische Partei. Fortan wird der Gegensatz zwischen den beiden Str√∂mungen wieder mehr mit politischen als mit milit√§rischen Mitteln ausgetragen. Die Zeit bis 1856 wird von Regierungen der Regenerationspartei getragen, besonders von dem Herzog von Saldanha, der √ľber l√§ngere Jahre (1846‚Äď1849 und 1851‚Äď1856) Regierungschef ist. Auch Costa Cabral wird nochmals kurzzeitig Ministerpr√§sident (1849‚Äď1851), st√ľrzt aber √ľber Skandale und seine gro√üe Unbeliebtheit.

Das Haus Sachsen-Coburg-Gotha, die letzten portugiesischen Könige

König Ferdinand II. von Portugal aus der deutschen Adelsfamilie Sachsen-Coburg und Gotha

1853 verstarb K√∂nigin Maria II. bei der Geburt ihres elften Kindes im Alter von nur 34 Jahren. Mit der Regentschaft Maria II. endete in Portugal die Herrschaft des Hauses Braganza. Die K√∂nigin hatte 1836 Ferdinand von Sachsen-Coburg-Gotha geheiratet. Durch diese Ehe kam deshalb der portugiesische Zweig dieser deutschen Adelsfamilie, die sich auf das Haus Wettin und die Markgrafen von Mei√üen zur√ľckf√ľhren, auf den Thron.

Nachfolger von Maria II. wurde ihr Sohn Peter V.. Dieser war beim Tod seiner Mutter noch minderj√§hrig, so dass zun√§chst sein Vater, Ferdinand II., die Regentschaft √ľbernahm. 1855 wird der K√∂nig vollj√§hrig und √ľbernimmt selbst die Regierung.

Die Zeit des Rotativismus

In Portugal entwickelte sich eine oligarchische parlamentarische Monarchie. Die Politiker sowohl der Regenerations- als auch der Historischen Partei entstammten beide der Klasse des Gro√üb√ľrgertums. Da es sich um eine kleine abgeschlossene Gruppe von Personen handelte, die alle den gleichen Hintergrund hatten, bildete sich ein System der regelm√§√üigen Rotation in der Regierungsaus√ľbung, in der portugiesischen Geschichtsschreibung Rotativismus (Rotativismo) genannt. Sobald eine Partei nicht mehr in der Lage war, die Regierung auszu√ľben, gab sie ihr Mandat an den Monarchen zur√ľck, dieser ernannte dann einen Regierungschef aus der Opposition. Erst danach l√∂ste der Monarch das Parlament auf, so dass sichergestellt war, dass die gerade zu Regierungsverantwortung gekommene Partei auch eine parlamentarische Mehrheit bekam, was man notfalls durch Manipulation der Wahlen sicherstellte (was nicht schwer war, angesichts der Tatsache, dass sowieso nur ein Prozent der Bev√∂lkerung wahlberechtigt war). Bei diesem System wechselten sich die beiden gro√üen Parteien also in der Regierungsverantwortung ab, wobei man darauf achtete, dass beide ungef√§hr die gleiche Zeit regierten.

Der Herzog von Loulé

Der Rotativismus begann, als der neue K√∂nig Peter V. 1856 den Langzeit-Ministerpr√§sidenten Saldanha entlie√ü und mit dem Herzog von Loul√© den F√ľhrer der Historischen Partei zum Regierungschef ernannte. Zum ersten Mal seit dem Staatsstreich des Costa Cabral waren damit die Erben der Setembristen wieder an der Macht. Die Regierung des Herzogs von Loul√© regiert bis 1859, danach wechseln sich Regenerationspartei (Regierung des Herzogs von Terceira 1859‚Äď1860, Regierung Joaquim Ant√≥nio de Aguiar 1860‚Äď1861) und Historische Partei (erneut der Herzog von Loul√© bis 1865) in kurzer Folge ab.

Die Herrschaft Peter V. endete tragisch. 1858 hatte er Stephanie von Hohenzollern-Sigmaringen geheiratet, die allerdings bereits ein Jahr sp√§ter verstirbt. Der junge K√∂nig verf√§llt in tiefe Depressionen. 1861 verstirbt dann auch der im Volk √§u√üerst beliebte K√∂nig selbst, im Alter von nur 24 Jahren. Der K√∂nig war w√§hrend einer Fieberepidemie erkrankt, zusammen mit ihm starben binnen kurzer Zeit auch zwei seiner Br√ľder. Ludwig I. besteigt daraufhin als √§ltester noch lebender Sohn von Maria II. den portugiesischen Thron.

Von 1865 bis 1868 regierte eine gro√üe Koalition aus Historischer und Regenerationspartei unter Joaquim Ant√≥nio de Aguiar. Wegen Steuererh√∂hungen kam es an Neujahr 1868 in Lissabon zu Ausschreitungen, √ľber die diese Regierung st√ľrzte. Danach regierte zun√§chst wieder die Regenerationspartei (Ant√≥nio Jos√© de √Āvila), dann der Marquis von S√° da Bandeira, der zwischenzeitlich aus der Historischen Partei ausgetreten war, und seine eigene Partei, die Reformistische Partei gegr√ľndet hatte. Es folgte erneut der Herzog von Loul√©, der 1870 durch einen operettenhaften Putsch des inzwischen 80-j√§hrigen (!) Herzogs von Saldanha gest√ľrzt wird. S√° da Bandeira beendet die letzte Regierung Saldanha nach wenigen Monaten und f√ľhrte Neuwahlen durch.

Der Fontismus

de Fontes Pereira de Melo

Nach den Neuwahlen wurde die erste Regierung Fontes Pereira de Melo von der Regenerationspartei gebildet. Fontes Pereira de Melo sollte bis 1877 im Amt bleiben und f√ľhrte damit die l√§ngste Regierung √ľberhaupt in diesem Abschnitt der portugiesischen Geschichte an. In dieser Zeit sterben einige wichtige Politiker, die das Schicksal Portugals bis dahin bestimmt hatten, so 1874 Joaquim Ant√≥nio de Aguiar, 1875 der Herzog von Loul√© und 1876 der Marquis von S√° da Bandeira. In diesem Jahr wird auch die erste republikanische Partei gegr√ľndet. Die Regierungszeit Fontes de Melo ist besonders von der einsetzenden Industrialisierung gepr√§gt.

In diese Zeit f√§llt auch das erste Auftreten der Republikaner. Nachdem im benachbarten Spanien 1873 kurzzeitig die Republik ausgerufen wurde, schlossen sich auch in Portugal die Anh√§nger der republikanischen Staatsform zusammen und gr√ľndeten 1876 die erste Republikanische Partei.

Durch den Tod S√° da Bandeiras verlor die vom ihm gegr√ľndete Reformistische Partei, die ja eine Abspaltung von der Historischen Partei war, ihre Existenzgrundlage. Sie vereinigte sich deshalb 1876 mit der Historischen Partei zur Progressiven Partei. Anselmo Jos√© Braamcamp wird zum Vorsitzenden der neuen Partei gew√§hlt. In der Tradition der Historischen Partei, die ja die Bewegung der Setembristen weiterf√ľhrte, waren die Progressiven eine liberale Linkspartei, w√§hrend die Partei der Regeneration das konservative Element in der portugiesischen Politik repr√§sentierte. Die Progressiven forderten u. a. eine Verfassungsreform, die Ausweitung des Wahlrechts auf weitere Wahlberechtigte, Dezentralisierung in der Verwaltung sowie eine Reorganisation der Finanzverwaltung und der Justiz. 1877‚Äď1878 muss Fontes Pereira de Melo kurz die Regierung an Ant√≥nio Jos√© de √Āvila abgeben (offiziell tritt er krankheitsbedingt zur√ľck, tats√§chlich war jedoch die Kritik an seiner Regierung zu stark geworden). Die R√ľckkehr Fontes Pereira de Melo, der Januar 1878 von K√∂nig Ludwig erneut mit der Regierungsbildung beauftragt wird, ruft starke Proteste der Progressiven Partei hervor, die sich erstmals nicht nur gegen de Melo sondern auch gegen den K√∂nig selbst richten. Bei den Wahlen vom November 1878 kann sich die Regenerationspartei gegen die Progressive Partei behaupten. Bei diesen Wahlen wird auch der erste republikanische Abgeordnete in die Cortes gew√§hlt.

√úber einen Skandal, der sich an den Beziehungen des Finanzministers mit der √úberseebank entz√ľndet, st√ľrzt schlie√ülich am 29. Mai 1879 die zweite Regierung Fontes Pereira de Melo. Die Progressiven kommen zum ersten Mal an die Macht. Damit wird der "Rotativismus" wieder aufgenommen, nunmehr zwischen der Regenerations- und der Progressiven Partei.

Die Regenerationspartei steht in kompromissloser Opposition zur neuen Regierung, Fontes Pereira de Melo gelingt es 1881 die Regierung Braamcamp durch ein Misstrauensvotum zu st√ľrzen und wieder die Regierung zu √ľbernehmen. Am 16. September 1885 stirbt der F√ľhrer der Progressiven Partei Braamcamp, sein Nachfolger wird Jos√© Luciano de Castro. Als die Regierung von Fontes Pereira de Melo im Februar 1886 √ľber einen Steuerstreit zur√ľcktreten muss, tritt dieser die Nachfolge an.

1887 stirbt Fontes Pereira de Melo. Bei den Parlamentswahlen im selben Jahr k√∂nnen sich die Progressiven behaupten, die Republikaner stellen zwei Abgeordnete. Ant√≥nio Serpa wird Nachfolger von Pereira de Melo als Vorsitzender der Regenerationspartei und damit als Oppositionsf√ľhrer. Bei einer Nachwahl 1888 wird auch der Republikaner Te√≥filo Braga, der sp√§ter erster Pr√§sident der Republik werden sollte, in Lissabon zum Abgeordneten gew√§hlt.

1889 stirbt der König, und sein Sohn Karl (Dom Carlos) besteigt den Thron Portugals.

Die Krise des Ancien Régime

Die Kolonialkrise

Die Folgezeit ist durch ein wieder erwachendes Interesse an den √ľberseeischen Teilen des Reiches, ganz besonders den afrikanischen Besitzungen gekennzeichnet. Auf der Berliner Konferenz 1884 wurde vereinbart, dass die Aus√ľbung von realer Kontrolle und Herrschaft, anstatt historischer Verbindungen, k√ľnftig √ľber die Zugeh√∂rigkeit der afrikanischen Territorien zu den europ√§ischen Kolonialm√§chten entscheiden w√ľrde.

Portugal tritt 1887 mit dem Plan (dem so genannten "Plan der rosa Landkarte") an die √Ėffentlichkeit, seine Kolonien in Ostafrika (Mosambik) und Westafrika (Angola) zu einer gemeinsamen zusammenh√§ngenden Kolonie vereinen zu wollen, was das Land in Gegensatz zu Gro√übritannien bringt, das gleiches f√ľr eine zusammenh√§ngende Kolonie von Kairo bis Kapstadt vorhatte. Getreu den Vorgaben der Berliner Konferenz begannen portugiesische Soldaten, Gebiete au√üerhalb der bisher von Portugal kontrollierten Regionen im Inneren von Afrika zu besetzen, die die Verbindung der beiden portugiesischen Kolonien darstellten (beispielsweise im heutigen Malawi), um die De-facto-Kontrolle √ľber diese Gebiete demonstrieren zu k√∂nnen. Nat√ľrlich protestierte Gro√übritannien gegen dieses Vorgehen.

Anfang 1890 stellt die britische Regierung Portugal dann ein Ultimatum, mit dem gefordert wurde, dass das Land alle Soldaten, die sich zwischen den beiden Kolonien aufhielten, zur√ľckziehen sollte. In dieser Situation ernennt Karl I. Ant√≥nio Serpa Pimentel von der Regenerationspartei zum neuen Ministerpr√§sidenten. In Anerkennung der realen Machtverh√§ltnisse bleibt diesem nichts anderes √ľbrig, als das britische Ultimatum zu erf√ľllen. Der Plan Mosambik und Angola zu einer zusammenh√§ngenden Kolonie zu verbinden, war damit gescheitert.

Der Plan der rosa Landkarte hatte in Portugal eine Welle der nationalistischen Begeisterung f√ľr die Kolonialpolitik entfacht. Entsprechend gro√ü war die Entt√§uschung in der Bev√∂lkerung, als der Plan wegen des britischen Ultimatums zusammenbrach. Die Schuld f√ľr die nationale Ohnmacht wurde zum ersten Mal nicht nur der Regierung, sondern auch der Monarchie selbst angelastet, so dass der K√∂nig direkt in das Schussfeld der innenpolitischen Auseinandersetzung geriet.

Es g√§rte im Lande, die republikanische Opposition wurde immer st√§rker. Der Student Ant√≥nio Jos√© de Almeida, ein sp√§terer Pr√§sident der Republik, ver√∂ffentlichte den gegen die Monarchie gerichteten Artikel ‚ÄěBraganza, der letzte‚Äú. In dem Buch ‚ÄěFinis Patriae‚Äú von Guerra Junqueiro wird der K√∂nig l√§cherlich gemacht.

Die Parlamentswahlen vom M√§rz 1890 sind begleitet von gewaltt√§tigen √úbergriffen, zehn Tote und √ľber 40 Verletzte sind die Folge. Die Republikaner erhalten drei Sitze, alle in Lissabon. Im Jahr 1890 wird der erste Mai auch zum ersten Mal in Portugal gefeiert. Die Frage der afrikanischen Kolonien f√ľhrt zu einer Regierungskrise. Nach monatelangen Verhandlungen unterzeichnete das Land den Vertrag von London, mit dem die Grenzen zwischen den portugiesischen Kolonien Angola und Mosambik und den umliegenden britischen Territorien festgelegt wurden. Als die Regierung den Vertrag zur Ratifizierung in das Parlament einbringt, wird dadurch bekannt, dass die Regierung das britische Ultimatum akzeptiert und den Plan einer zusammenh√§ngenden portugiesischen Kolonie im s√ľdlichen Afrika fallen gelassen hatte. Die Emp√∂rung ist gro√ü, es kommt zu Ausschreitungen in Lissabon, das Parlament ist durch den Auszug der Opposition nicht mehr beschlussf√§hig. Serpa Pimentel tritt zur√ľck, der K√∂nig ernennt eine neue, zwischen 1890 und 1893 ernennt der K√∂nig √ľberparteiliche Regierungen.

Anfang 1891 kommt es zu einem republikanischen Aufstand in Porto. Die Republik wird ausgerufen. Der Aufstand kann allerdings niedergeschlagen werden.

Wirtschaftsprobleme

Zudem wurden die wirtschaftlichen Probleme des Landes immer gr√∂√üer, Portugal geriet zunehmend in Abh√§ngigkeit von ausl√§ndischen M√§chten. Ein starker Wertverlust der W√§hrung und ein Absinken der Reall√∂hne lie√ü die republikanischen und sozialistischen Str√∂mungen weiter ansteigen. Die finanzielle Situation des Landes wurde immer gef√§hrlicher. Seit seiner Unabh√§ngigkeit war Brasilien als Einnahmequelle weggefallen, das afrikanische Kolonialreich brachte deutlich geringere Ertr√§ge als vorher Brasilien und Portugal selbst war, trotz einiger Ans√§tze zur Industrialisierung, im gro√üen und ganzen weiterhin ein wenig entwickeltes Agrarland geblieben. Am 7. Mai 1891 musste schlie√ülich der Staatsbankrott erkl√§rt werden. Der Wert des portugiesischen Papiergeldes sinkt dadurch um 10 %. Der Staatsbankrott bedeutet vor allem auch einen starken Ansehensverlust des K√∂nigs und des portugiesischen Staates unter der Bev√∂lkerung, sowie eine Bedrohung der portugiesischen Souver√§nit√§t (sp√§ter, 1901, muss der K√∂nig sogar ein Vetorecht der ausl√§ndischen Gl√§ubiger (Gro√übritannien, Frankreich und Deutschland) bei der Aufstellung des Haushalts akzeptieren). Verzweifelte Ma√ünahmen zur Besserung der finanziellen Situation des Landes werden vorgeschlagen. Der K√∂nig verzichtet auf 20 % seiner Dotationen, im Parlament wird der Verkauf der portugiesischen Kolonien diskutiert.

Mit der Ernennung von Ernesto Rodolfo Hintze Ribeiro von der Regenerationspartei zum Ministerpr√§sidenten 1893 endet die Phase der √ľberparteilichen Regierungen, das Land kehrt zum System der Rotation zwischen den beiden gro√üen Parteien zur√ľck. Neben Hintze Ribeiro ist Jos√© Luciano de Castro von der Progressiven Partei in dieser Zeit mehrmals Ministerpr√§sident.

Politisch herrscht das Chaos, bei mehreren Wahlen können die Republikaner Stimmen gewinnen, auch wenn sie immer noch nur eine kleine Minderheit im Parlament stellen. Durch Reformen am Wahlgesetz wird versucht, die Republikaner zu schwächen. Durch eine Verfassungsänderung, die durch königliches Dekret ohne Zustimmung des Parlaments verabschiedet wird, erhält der König größere Befugnisse zu Lasten des Parlaments.

Die Lösung der Kolonialkrise, Probleme mit der Kirche

1899 wird in einem Geheimvertrag (Vertrag von Windsor (1899)) die Kolonialkrise zwischen Gro√übritannien und Portugal gel√∂st. Die beiden M√§chte erkennen gegenseitig ihre Besitzungen an, Gro√übritannien verpflichtete sich, die Integrit√§t der portugiesischen √úberseebesitzungen zu verteidigen und erh√§lt daf√ľr das Recht der freien Truppenbewegung durch das Territorium der portugiesischen Besitzungen in Afrika. Der Vertrag von Windsor war auch deshalb von gro√üer Wichtigkeit, weil es bereits vorher Kontakte zwischen dem Deutschen Reich und Gro√übritannien gegeben hatte. Gegenstand dieser Absprachen war eine Abgrenzung der deutschen und britischen Interessen im s√ľdlichen Afrika f√ľr den Fall, dass Portugal wegen seiner finanziellen Situation die Kolonien verkaufen oder verpf√§nden musste. De facto hatten die Gro√üm√§chte also bereits damit begonnen, √úberlegungen √ľber die Aufteilung des portugiesischen Kolonialreiches anzustellen. Dazu passt, dass auch die USA w√§hrend des spanisch-amerikanischen Krieges √ľberlegten, neben den spanischen Besitzungen (Philippinen, Kuba) die portugiesischen Azoren gleich mit zu annektieren. Der Vertrag von Windsor beendete diese Gefahr, die portugiesische Herrschaft in Mosambik und Angola wurde konsolidiert.

Ein weiteres Thema, das innenpolitisch die Gem√ľter erhitzte, war das Verh√§ltnis des Staates zur katholischen Kirche. Der ‚ÄěCalmon Vorfall‚Äú, bei dem eine 32-j√§hrige Frau, die Tochter des brasilianischen Konsuls in Porto, mit ihrem Einverst√§ndnis entf√ľhrt wurde, weil sie gegen den Willen ihres Vaters in ein Kloster eintreten wollte, f√ľhrte zu antiklerikalen Ausschreitungen in Lissabon. Die Regenerationspartei, traditionell antiklerikal eingestellt, reagiert mit einer Reihe von gegen die religi√∂sen Orden gerichteten Dekreten. Es waren nur noch religi√∂se Vereinigungen erlaubt, die es sich zur Aufgabe machten, in den √ľberseeischen Kolonien den christlichen Glauben zu propagieren. In Portugal werden eine Reihe von religi√∂sen Institutionen geschlossen, darunter auch eine katholische Tageszeitung. Der K√∂nig unterst√ľtzt diese Ma√ünahmen seiner Regierung, was zumindest kurzzeitig sein Ansehen in der Bev√∂lkerung hebt.

Der Francismus

In Porto gewinnen derweilen die Republikaner die dortigen Kommunalwahlen. Auch als die Wahl f√ľr ung√ľltig erkl√§rt und wiederholt wird, √§ndert dies nichts an diesem Ergebnis. Der Vorsitzende der Regenerationspartei und Oppositionsf√ľhrer, Ant√≥nio Serpa Pimentel, verstirbt 1900, Hintze Ribeiro wird sein Nachfolger und √ľbernimmt im selben Jahr auch wieder die Regierung.

Innerhalb der Regenerationspartei kam es zunehmend zu Spannungen, welche die bereits un√ľbersichtliche innenpolitische Situation noch weiter komplizierte. Neben Hintze Ribeiro war Jo√£o Franco der wichtigste Politiker innerhalb der Partei. Er geriet in einen scharfen Gegensatz zu Hintze Ribeiro und verl√§sst mit seinen Anh√§ngern 1901 die Partei und gr√ľndet die Liberale Regenerationspartei.

In den Jahren 1905 und 1906 spitzt sich die innenpolitische Situation weiter zu. Die Regierung verbietet einige republikanische Publikationen, als Reaktion darauf kommt es zu neuen Straßenkämpfen und Aufständen. Als der französische Präsident das Land besucht, wird er begeistert willkommen geheißen, eine starke republikanische Demonstration. Progressive und Regenerationspartei schließen eine Art Waffenstillstand, um gemeinsam die Regierung des Königs gegen die Republikaner zu verteidigen. Weder Luciano de Castro von den Progressiven noch Hintze Ribeiro von der Regenerationspartei, die in diesen Jahren beide nochmals kurz Regierungschef sind, können allerdings das Ruder herumreißen.

1906 beruft der König schließlich João Franco zum neuen Ministerpräsidenten. Franco gilt als der letzte Regierungschef der portugiesischen Monarchie mit einiger Bedeutung. Seine Regierungszeit ging als "Francismus" (auf portugiesisch francismo) in die portugiesische Geschichte ein.

Jo√£o Franco, einer der letzten Regierungschefs aus der Zeit der portugiesischen Monarchie

Er versucht zun√§chst durch eine weiche Regierungslinie das Vertrauen der Bev√∂lkerung in den K√∂nig wieder herzustellen. Als Regierungsdevise gibt er aus ‚ÄěToleranz und Freiheit, auf dass die Bev√∂lkerung die Regierung des K√∂nigs sch√§tzen lernt‚Äú. Eine der ersten Ma√ünahmen der neuen Regierung ist eine weitreichende Amnestie, von der besonders Republikaner, die durch ihre Publikationen gegen die Pressezensur versto√üen hatten, profitieren. Der Chef der Republikaner, Bernardino Machado, kann auf einer Demonstration √∂ffentlich eine Rede halten, ohne dass die Polizei einschreitet. Der K√∂nig versucht sein Ansehen auch durch direktere Beteiligung an der Regierungsarbeit zu verbessern und beginnt, an den Sitzungen des Kabinetts teilzunehmen. Bei den Wahlen im Juni 1906 gelingt es der Regierung eine Mehrheit zu bekommen. Vier republikanische Abgeordnete werden gew√§hlt. Der Regierung gelingt es jedoch nicht, die Republikaner in das politische System zu integrieren. W√§hrend einer Parlamentssitzung ruft der republikanische Abgeordnete Afonso Costa aus: ‚ÄěF√ľr weniger als was K√∂nig Karl bei uns gemacht hat, ist in Frankreich der Kopf Ludwig XVI. in den Sand gerollt‚Äú. Damit ist das Tischtuch zwischen Republikanern und Regierung zerschnitten, die republikanischen Abgeordneten werden f√ľr drei Monate von den Parlamentssitzungen ausgeschlossen. Bei Demonstrationen, in denen die Republikaner Afonso Costa unterst√ľtzen, werden 63 Personen festgenommen. In Porto kommen 12.000 Personen zu einem gro√üen republikanischen Kongress zusammen. 45.000 Personen unterschreiben eine Petition, welche die R√ľckkehr der republikanischen Abgeordneten in das Parlament fordert, was schlie√ülich am 21. Dezember 1906 geschieht. Ein neues Pressegesetz 1907 versch√§rft die Zensur. Am 8. Mai 1907 regiert Franco zum ersten Mal diktatorisch, also mit einem Dekret ohne Zustimmung des Parlaments. Dissidenten innerhalb der Progressiven Partei verb√ľnden sich daraufhin mit den Republikanern. Anfang Januar 1908 werden eine Reihe von F√ľhrern der Republikanischen Partei sowie Dissidenten der Progressiven Partei unter dem Vorwurf der Vorbereitung eines Staatsstreichs verhaftet und abgeurteilt. Franco verlangt und erh√§lt vom K√∂nig ein Dekret, das die Deportierung republikanischer Aufst√§ndischer in die √ľberseeischen Kolonien vorsieht.

König Karl I. von Portugal wird 1908 in Lissabon erschossen

Am Tag darauf (1. Februar) 1908 wird der König, gemeinsam mit dem Thronfolger Ludwig Philipp auf dem Praça do Comércio in Lissabon erschossen.

Das Ende der Monarchie

Emanuel II., ein j√ľngerer Sohn des ermordeten K√∂nigs, besteigt darauf, erst 18-j√§hrig, als letzter K√∂nig den Thron. Der K√∂nig konnte die angeschlagene portugiesische Monarchie nicht mehr retten. Als erste Ma√ünahme entlie√ü er Jo√£o Franco, dem er eine Mitschuld an den t√∂dlichen Sch√ľssen auf seinen Vater und seinen Bruder gab, und ernannte den parteilosen Admiral Ferreira do Amaral zum Regierungschef, der mit einer Reihe von liberalen Ma√ünahmen nochmals versuchte, das Ruder herumzurei√üen (so genannte Politik der Befriedung ‚Äď "Politica de Acalma√ß√£o"). So wurden die francistischen Pressegesetze widerrufen, eine ganze Reihe vorher geschlossener Zeitungen konnten wieder erscheinen. F√ľr die meuternden Matrosen wurde eine Amnestie verabschiedet. Die Cortes werden aufgel√∂st, Neuwahlen ausgeschrieben, bei den Kommunalwahlen in Lissabon k√∂nnen die Republikaner einen ihrer gr√∂√üten Erfolge erzielen.

Emanuel II., der letzte König von Portugal

Noch weitere sechs Ministerpr√§sidenten hatte die portugiesische Monarchie in den zwei Jahren, die sie noch bestehen sollte. Die Anh√§nger der Monarchie sind total zerstritten, die Regenerationspartei l√∂st sich in zwei verfeindete Fl√ľgel auf (Ende 1909).

Im selben Jahr setzten sich auf dem Parteikongress der Republikaner die radikalen Kr√§fte durch, die bewaffnete Revolution war nun das offizielle Ziel der Partei. Am 3. Oktober 1910 wird Miguel Bombarda, ein Psychiater und Vordenker der republikanischen Bewegung, von einem psychisch kranken ehemaligen Patienten ermordet. Auch wenn die Tat anscheinend keinen politischen Hintergrund hatte, f√ľhrt sie zu Aufst√§nden in Lissabon und anderen gro√üen St√§dten des Landes. Zwei Tage sp√§ter wird eine provisorische Regierung unter F√ľhrung des Republikaners Te√≥filo Braga gebildet, am 5. Oktober 1910 in Porto die Republik ausgerufen. Am Tag zuvor war der K√∂nig zur√ľckgetreten und hatte sich ins Exil nach Gro√übritannien begeben. Die portugiesische Monarchie, die 1139 damit begonnen hatte, dass Alfons I. den K√∂nigstitel annahm, endete somit im 771. Jahr ihrer Geschichte.

Die erste Republik

‚Üí Hauptartikel: Erste Portugiesische Republik


Auf die Monarchie folgte die erste Republik in Portugal (bis 1926), die durch ein großes Maß an politischer Instabilität gekennzeichnet war. In den 16 Jahren ihres Bestehens sah sie neun Präsidenten und 45 verschiedene Regierungen. Schwache Präsidenten, denen die Verfassung nicht die notwendigen Machtmittel an die Hand gibt, um sie gegen ihre Feinde zu verteidigen, eine allgemeine Zersplitterung des Parteiensystems und als Folge davon schnell wechselnde Regierungen ohne parlamentarische Mehrheit schwächen das republikanische System. Die schwache Republik war zudem ständig Angriffen ihrer Feinde von rechts (Monarchisten) und links (Sozialisten, Kommunisten, Anarchisten) ausgesetzt. Schon der Putsch des Sidónio Pais 1917 hätte der Republik den Todesstoß versetzt, nur die Ermordung Pais im Jahr 1918 sicherte ihr weiteres Bestehen.

Militärdiktatur und Estado Novo

‚Üí Hauptartikel: Estado Novo (Portugal)

1926 wird die republikanische Verfassung dann durch einen Milit√§rputsch beseitigt. Bereits 1928 tritt Ant√≥nio de Oliveira Salazar als Finanzminister mit Sondervollmachten (unbeschr√§nkter Kontrolle √ľber den Staatshaushalt) in die Regierung ein. Bereits ab diesem Zeitpunkt ist er die m√§chtigste Person in Portugal, seine Ernennung zum Premierminister 1932 ist nur eine logische Folge. 1933 erl√§sst er eine neue Verfassung, die einen Einparteienstaat festschreibt, und beginnt mit der Errichtung seines ‚ÄěEstado Novo‚Äú (‚ÄěNeuer Staat‚Äú). Dieser ist gepr√§gt durch die katholische Kirche, diese wird (nach starken antiklerikalen Regierungen in der Zeit der Republik) wieder gest√§rkt, Regimegegner unterdr√ľckt. Salazar herrscht bis 1968, als ihm ein Schlaganfall das Regieren unm√∂glich macht. Sein Nachfolger wird Marcelo Caetano, der die Linie Salazars im Gro√üen und Ganzen fortsetzt.

Der portugiesische Kolonialkrieg

Situation in Portugals Kolonien Ende 1970

Seit Beginn des 16. Jahrhunderts eroberte Portugal Kolonien in Afrika, deren Widerstandsbewegungen in Mosambik, Angola, Guinea-Bissau und den Kapverden ab dem Jahre 1961 damit begannen mit Protesten und später mit bewaffnetem Kampf die Unabhängigkeit von Portugal zu erreichen.

Seit Beginn der Kolonialkriege in den afrikanischen Provinzen waren auch einfache Soldaten aus dem portugiesischen Volke zu Offizieren ausgebildet worden. Die Unzufriedenheit in der Kolonialtruppe war so gro√ü, dass der sich auf immer mehr Fronten ausweitende Kolonialkrieg sich nicht mehr f√ľhren lie√ü. Die heimkehrenden Offiziere der unteren R√§nge setzten die Initialz√ľndung f√ľr den Aufstand im Heimatland.

Einerseits erreichten die Auseinandersetzungen in Afrika ihren H√∂hepunkt zu Beginn der 70er Jahre. Andererseits waren diese K√§mpfe wesentlicher Grund f√ľr die Nelkenrevolution in Portugal selbst, die durch einen konspirativen Milit√§rputsch und eine Volksbewegung die Diktatur des Staatschefs Marcelo Caetano beendete.

√úbersicht √ľber die Unabh√§ngigkeitsbewegungen und das Datum der Unabh√§ngigkeit:

Nelkenrevolution

‚Üí Hauptartikel: Nelkenrevolution

Dritte Republik bis heute

M√°rio Soares
‚Üí Hauptartikel: Dritte Portugiesische Republik

Die erste Phase nach der Revolution wurde gepr√§gt von der Auseinandersetzung zwischen einer eher konservativen Str√∂mung der Milit√§rs um General Ant√≥nio de Sp√≠nola und einem sozialistischen Fl√ľgel um den ersten Ministerpr√§sidenten Vasco Gon√ßalves, General Francisco da Costa Gomes und dem Hauptmann Otelo Saraiva de Carvalho, sowie Hauptmann Salgueiro Maia, innerhalb des MFA (Movimento das For√ßas Armadas ‚Äď Bewegung der Streitkr√§fte), der Vereinigung der putschenden Offizieren. Zun√§chst sah es so aus, als wenn die sozialistische Str√∂mung obsiegen w√ľrde, es kam zu Verstaatlichungen und Landreform, die neue Verfassung von 1976 definiert den √úbergang zum Sozialismus als Staatsziel. General Spinola war sogar gezwungen ins brasilianische Exil zu gehen.

Als sich bei den ersten Pr√§sidentschaftswahlen nach der neuen Verfassung 1976 der gem√§√üigtere General Ant√≥nio Ramalho Eanes √ľberraschend deutlich gegen Hauptmann Otelo durchsetzen konnte, sind die Weichen f√ľr eine Zuwendung des Landes zu einer parlamentarischen Demokratie westeurop√§ischen Zuschnitts gestellt. Eanes und der Vorsitzende der Sozialistischen Partei M√°rio Soares (Regierungschef von 1976 bis 1978 und 1983 bis 1985, Staatspr√§sident von 1986 bis 1996) f√ľhren das Land schlie√ülich in die Europ√§ische Gemeinschaft. Der Beitritt erfolgte aber erst im Jahre 1986.

1979 gewann zum ersten Mal seit der Nelkenrevolution wieder eine politische Gruppierung, die rechts von der Mitte stand, die Parlamentswahlen (Regierungen Francisco S√° Carneiro und Francisco Pinto Balsem√£o), die Regierung konnte sich mit der sozialistischen Opposition auf eine Verfassungs√§nderung einigen, durch die sozialistischen √úberreste, die nach der Nelkenrevolution in die Verfassung geschrieben wurden, zur√ľckgezogen wurden. Die 1982 in Kraft getretene ge√§nderte Verfassungs√§nderung eliminierte unter anderem den bis dahin bedeutenden Revolutionsrat und schuf ein Verfassungsgericht nach dem Vorbild anderer demokratischer Staaten. 1985 wird An√≠bal Cavaco Silva Ministerpr√§sident, seiner konservativen Partido Social Democrata (PSD) gelang bei den Wahlen 1987 ein Erdrutschsieg, bei dem eine Partei zum ersten Mal eine absolute Mehrheit erringen konnte. Cavaco Silva bleibt bis 1995 Ministerpr√§sident, wobei er eine neoliberale Wirtschaftspolitik f√ľhrt und die Verstaatlichungen aus der Zeit der Nelkenrevolution zur√ľcknimmt. Von 1995 bis 2002 stellen die Sozialisten mit Ant√≥nio Guterres wieder die Regierung.

Bei den Parlamentswahlen vom 17. M√§rz 2002 kam es zu einem neuerlichen Rechtsrutsch. Bei einer Wahlbeteiligung von 62,3 % erreicht die konservative PSD unter Jos√© Manuel Dur√£o Barroso eine relative Stimmenmehrheit von 40,1 %, gefolgt von der sozialistischen Partido Socialista und der rechtskonservativen Volkspartei Partido Popular (PP) mit 37,9 bzw. 8,8 %. Mit letzterer bildet Barroso eine Koalitionsregierung, wobei der populistische Vorsitzende der PP, Paulo Portas, das Amt des Verteidigungsministers √ľbernahm und auch die Bereiche Justiz sowie Arbeit und Soziales an die PP gingen. Die Sozialisten stellten allerdings ununterbrochen den Pr√§sidenten des Landes, da Nachfolger von Soares 1996 der Sozialist Jorge Sampaio wurde.

Im Jahr 2004 wurde Barroso vom Europ√§ischen Rat zum Nachfolger von Romano Prodi als Pr√§sident der Kommission der Europ√§ischen Union nominiert. Sein Nachfolger als Ministerpr√§sident wurde Pedro Santana Lopes, der aber nur kurze Zeit regieren kann, da der Pr√§sident bereits im November das Parlament vorzeitig aufl√∂st und f√ľr Februar 2005 Neuwahlen ausschreibt, bei der die Partido Socialista zum ersten Mal in der Geschichte eine absolute Mehrheit erringt. Ihr Spitzenkandidat Jos√© S√≥crates ist seit 12. M√§rz 2005 neuer Ministerpr√§sident.

Am 22. Januar 2006 w√§hlten ca. 8,8 Millionen Portugiesen einen neuen Pr√§sidenten. Der bisherige Pr√§sident, der Sozialist Jorge Sampaio, durfte sich nach zwei Amtszeiten nicht mehr zur Wahl stellen. Gegen 5 Kandidaten der Linken setzt sich bereits im ersten Wahlgang der Mitte-Rechts-Kandidat und fr√ľhere Regierungschef An√≠bal Cavaco Silva (PSD) mit einer absoluten Mehrheit von 50,6 % bei einer Wahlbeteiligung von 62,6 % durch. Er wurde von einem B√ľndnis aus PSD und PP-CDS unterst√ľtzt. Der als Architekt des portugiesischen Wirtschaftsaufschwungs in den Jahren 1985 bis 1995 geltende 66-j√§hrige Wirtschaftsprofessor wurde damit der erste b√ľrgerliche Pr√§sident in Portugal seit der Nelkenrevolution von 1974. Er wurde am 9. M√§rz 2006 f√ľr 5 Jahre in sein Amt eingef√ľhrt.

Mit 20,7 % erreichte der gegen den Willen seiner Parteif√ľhrung angetretene 69-j√§hrige Vize-Pr√§sident der Nationalversammlung, Manuel Alegre (PS) den zweiten Platz und lag damit noch vor dem ‚Äěoffiziellen‚Äú Kandidaten der Sozialistischen Partei (PS), dem fr√ľheren sozialistischen Staatschef M√°rio Soares mit 14,34 %.

Siehe auch

Literatur

  • A. H. de Oliveira Marques: Geschichte Portugals und des portugiesischen Weltreichs. Kr√∂ner, Stuttgart 2001, ISBN 3-520-38501-5.
  • Walther L. Bernecker, Horst Pietschmann: Geschichte Portugals: Vom Sp√§tmittelalter bis zur Gegenwart. 2. aktualis. Aufl., Beck, M√ľnchen 2008 ISBN 3-406-44756-2.
  • Christophe Picard: Le Portugal musulman ‚Äď (VIIIe ‚Äď XIIIe si√®cle) ; l'Occident d'al-Andalus sous domination islamique. Maisonneuve et Larose, Paris 2000, ISBN 2-7068-1398-9.
  • Martins Oliveira: Histoire du Portugal. La Diff√©rence, Paris 1994, traduit du portugais par Claire Cayron, ISBN 2-7291-1021-6.
  • Malyn Newitt: A History of Portuguese Overseas Expansion, 1400‚Äď1668. Routledge, London 2005, ISBN 0-415-23980-X.
  • A. R. Disney: A History of Portugal and the Portuguese Empire: From Beginnings to 1807. 2 Bde, Cambridge University Press, Cambridge 2009, ISBN 0-521-73822-9.
  • P. Goubert: Le Portugal byzantin, in: Bulletin des √Čtudes Portugaises et de l'institution francaise en Portugal XIV (1950) 273-283.

Weblinks


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen W√∂rterb√ľchern nach:

  • Zeittafel der Geschichte Portugals ‚ÄĒ Inhaltsverzeichnis 1 Vor Christus 2 1 1000 3 1000 1300 4 1300 1500 5 1500 1800 6 1800‚Äď1850 7 ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Geschichte der Benelux-Staaten ‚ÄĒ Fr√§nkisches Reich ‚Čą800‚Äď843 Mittelreich (Lotharii Regnum) 843‚Äď855 Lotharingien 855‚Äď977 v ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Geschichte von Kap Verde ‚ÄĒ Satellitenbild der Inselgruppe Kap Verde Die Geschichte von Kap Verde, einer Inselgruppe vor der westafrikanischen K√ľste, l√§sst sich im Wesentlichen in vier unterschiedliche Phasen gliedern. Die erste Phase in der Antike und dem Mittelalter ist… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Geschichte Kap Verdes ‚ÄĒ Satellitenbild der Inselgruppe Kap Verde Die Geschichte von Kap Verde, einem Inselstaat auf der Inselgruppe der Kapverdischen Inseln vor der westafrikanischen K√ľste, l√§sst sich im Wesentlichen in vier unterschiedliche Phasen gliedern. Die erste… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Geschichte Bosnien-Herzegowinas ‚ÄĒ Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer √úberarbeitung. N√§heres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschlie√üend diese Markierung. Inhaltsverzeichnis 1 Antike 1.1 Die Illyr ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Geschichte Bosniens und der Herzegowina ‚ÄĒ Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer √úberarbeitung. N√§heres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschlie√üend diese Markierung. Inhaltsverzeichnis 1 Antike 1.1 Die Illyr ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Geschichte Bulgarien ‚ÄĒ Dieser Artikel oder Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (Literatur, Webseiten oder Einzelnachweisen) versehen. Die fraglichen Angaben werden daher m√∂glicherweise demn√§chst gel√∂scht. Hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Geschichte Europa ‚ÄĒ Europa als Reichsk√∂nigin (Heinrich B√ľnting: Itinerarium Sacrae Scripturae, 1588) Die Geschichte Europas wird h√§ufig als ein st√§ndiger Prozess verstanden, der sich aus vielen kleinen Einheiten gr√∂√üere politische, kulturelle und geografische… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Geschichte Mazedonien ‚ÄĒ Die Region Makedoniens oder auch Mazedoniens, die sich auf der Balkanhalbinsel befindet, ist ein geographischer Raum ohne klare Abgrenzung. Die Region war etwa ab Mitte des 14. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts Bestandteil des… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Geschichte Russland ‚ÄĒ Tausend Jahre Russland (1862). Monument vor der Sophienkathedrale in Nowgorod Die Geschichte Russlands bietet einen √úberblick √ľber die Vorgeschichte, Entstehung und den zeitlichen Verlauf des russischen Staates. Ausgehend von der fr√ľhesten… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
… Do a right-click on the link above
and select ‚ÄúCopy Link‚ÄĚ

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.