Geschichte Rußlands

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Geschichte Rußlands
"Tausend Jahre Russland" (1862). Monument vor der Sophienkathedrale in Nowgorod

Die Geschichte Russlands bietet einen √úberblick √ľber die Vorgeschichte, Entstehung und den zeitlichen Verlauf des russischen Staates.

Ausgehend von der fr√ľhesten Besiedlung des heutigen russischen Territoriums seit der Altsteinzeit, besch√§ftigt sich die russische Geschichte mit der Entstehung der Kiewer Rus, des ersten ostslawischen Gro√üreiches, dessen teilf√ľrstlicher Partikularismus sich in seiner sp√§ten Periode als unf√§hig erwies, den Mongolensturm in der Mitte des 13.¬†Jahrhunderts zu brechen. In Zusammenwirkung mit der Herrschaft der Tataren f√ľhrte dies in der russischen Geschichte zu einer jahrhundertelangen Entfremdung gegen√ľber dem westlichen Kulturkreis.

Mit der zunehmenden Zersetzung der tatarischen Herrschaft und der gleichzeitigen inneren Konsolidierung des Moskauer Reiches, begann ‚Äď durch die r√§umliche Struktur beg√ľnstigt ‚Äď eine territoriale Expansion, die die russische Geschichte seitdem entscheidend gepr√§gt hat. Einer Phase der inneren Zer√ľttung, der sogenannten Smuta, am Anfang des 17.¬†Jahrhunderts, folgte mit Zar Peter¬†I. ein Herrscher, der mit den Petrinischen Reformen das seit 1721 imperiale Russische Reich wieder an Europa heranf√ľhrte und modernisierte. Im Verlauf des 18.¬†Jahrhunderts festigte das Russische Reich seinen Anfang des Jahrhunderts erworbenen Gro√ümachtstatus, baute ihn weiter aus und erreichte nach der Niederlage Napoleons die Vorherrschaft auf dem europ√§ischen Festland, die bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts andauerte. Aufgrund der festgefahrenen gesellschaftlichen Strukturen wie der Autokratie und der Leibeigenschaft konnte das Reich jedoch mit den sich rasant entwickelnden Industriestaaten immer weniger Schritt halten, bis schlie√ülich der Krimkrieg die Diskrepanz offenlegte und eine Phase der inneren Reformen anschob. Die Reformen beschleunigten Russlands wirtschaftliche Entwicklung, doch das Land wurde immer wieder vom Terrorismus destabilisiert, da die politischen Ver√§nderungen bestimmten radikalen Bewegungen nicht weit genug gingen. Durch die Februar- und Oktoberrevolution im Jahre 1917 w√§hrend des Ersten Weltkriegs, wurde die Zarenherrschaft √ľber Russland beendet und in der Folge die sozialistische Sowjetunion gegr√ľndet, die bis 1991 Bestand hatte. Nach ihrer Aufl√∂sung ging die Russische F√∂deration durch einen schwierigen Transformationsprozess, der zun√§chst gro√üe Einbr√ľche sowohl beim nationalen BIP als auch bei der wirtschaftlichen Situation vieler Menschen verursachte. Darauf folgte ab dem Jahr 2000 ein von der Weltkonjunktur beg√ľnstigter Aufschwung.

Inhaltsverzeichnis

Fr√ľhgeschichte

Bis Mitte des ersten Jahrtausends waren die s√ľdrussischen Steppen von unterschiedlichen nomadischen V√∂lkern bewohnt, unter anderem von Skythen und Sarmaten. Die Steppen waren dazu auch immer wieder Durchzugsgebiet f√ľr nach Westen ziehende V√∂lker. N√∂rdlicher von ihnen waren in der Waldzone Finno-ugrische V√∂lker und Balten beheimatet. Seit Anfang des ersten Jahrtausends begann aus dem Westen die kontinuierliche Ausbreitung der Slawen. Die slawischen St√§mme, die sich unmittelbar auf dem Gebiet des heutigen Russlands niederlie√üen, waren Ilmenslawen, Kriwitschen, Wjatitschen und Sewerjanen. Zwischen 552 und 745 befand sich auf einem Teil vom heutigen Territorium Russlands das Alte Gro√übulgarische Reich. Um 654 teilte sich Gro√übulgarien in drei Teile auf. Vom 10. bis zum 14. Jahrhundert geh√∂rte das Land zwischen Wolga und Kama zum Reich der Wolgabulgaren.

Kiewer Periode

Hauptartikel: Kiewer Rus
Die Ausdehnung der Kiewer Rus um ca. 1000

Das Wort ‚ÄěRus‚Äú (russisch –†—É—Ā—Ć) leitet sich vermutlich von einem War√§gerstamm ab, der aus Schweden kommend die gro√üen Fl√ľsse Dnepr und Wolga entlang ruderte (vgl. finnisch: ‚ÄěRuotsi‚Äú f√ľr Schweden). Die verschiedenen Chroniken besagen, dass die Slawen die War√§ger zu sich riefen, damit diese ihre Stammesfehden beendeten. Die War√§ger gr√ľndeten um 862 ein riesiges Reich mit der Hauptstadt Kiew: die Kiewer Rus. Dieses Kiewer Reich kann als erster Gro√üstaat der ostslawischen Geschichte gelten und gelangte in der Folgezeit zu hoher Bl√ľte. Neben Kiew entwickelte sich allm√§hlich Nowgorod am Ilmensee zu einem zweiten Zentrum des Reiches. Von der Mitte des 11. Jahrhunderts an kam es im Kiewer Reich zu vielen Ver√§nderungen, die schrittweise den Niedergang des Reiches einleiteten. Kiew konnte zwar seine Stellung als bedeutender Handelsplatz behalten, aber das Reich zerfiel zunehmend in kleinere F√ľrstent√ľmer. Als im 11. Jahrhundert der Reiterstamm der Polowzer Kiew bedrohte und das Umland verw√ľstete, gewannen die n√∂rdlich und √∂stlich gelegenen F√ľrstent√ľmer in der Gegend von Nowgorod und Wladimir an Bedeutung. Nowgorod selber wurde zu einer einflussreichen Kaufmannsrepublik und bald auch zu einer Hansestadt. Nur kurzfristig konnte Wladimir Monomach (1113-1125) die Einheit des Reiches wiederherstellen. Laut der Nestorchronik gab es im 12. Jahrhundert im Kiewer Reich mehr als 100 St√§dte sowie eine Gesamtbev√∂lkerung von 4 bis 9 Millionen Menschen.

Moskauer Periode

Mongolenherrschaft

Die Zerstrittenheit der russischen F√ľrsten erleichterte die Eroberung des Gebietes durch Mongolen aus der ostasiatischen Steppe (siehe Mongolische Invasion in Russland, ‚ÄěMongolensturm‚Äú). Deren Khan Batu errichtete an der Wolga ein √ľber 200 Jahre bestehendes Reich der Goldenen Horde mit Sitz in Sarai. Mit der Aufrichtung der Mongolenherrschaft tritt Osteuropa bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts in eine √úbergangsphase seiner Geschichte ein, die in doppelter Hinsicht als dunkles Zeitalter bezeichnet wird.[1]

Nowgorod hingegen konnte seine Unabh√§ngigkeit behaupten, hatte aber mit Schweden und dem Deutschen Orden zu k√§mpfen, die von Westen her Gebiet beanspruchten. An der Newa schlug das Heer von Alexander Newski das Heer der Schweden, auf dem Eis des Peipussees vernichtete er die Truppen des Deutschen Ordens (siehe Schlacht auf dem Peipussee). Alexander Newskis Sohn Daniil Alexandrowitsch bekam von der Goldenen Horde als Lehen das kleine Teilf√ľrstentum Moskau.

Iwan Kalita wurde von den Mongolen zum ‚ÄěGro√üf√ľrsten von Moskau‚Äú ernannt. Er nahm sich die ‚ÄěSammlung russischer Erde‚Äú vor, womit die Wiederherstellung der Kiewer Rus gemeint war.

Die russische Nationalhistoriographie bewertet die Zeit der Mongolenherrschaft traditionell √ľberwiegend negativ. Die mongolische Fremdherrschaft f√ľhrte demnach f√ľr zwei Jahrhunderte zu einem Abbruch der Beziehungen zum Westen und f√∂rderte die Abkapselung des orthodoxen Russlands. Unbestritten sind die katastrophalen Verw√ľstungen und Entv√∂lkerungen, die vor allem beim ersten gro√üen Feldzug von Batu 1237-1240 nach Sch√§tzungen zu einer Bev√∂lkerungsdezimierung um gut die H√§lfte, sowie zur Ausl√∂schung zahlreicher St√§dte gef√ľhrt haben. Auch im Folgenden gab es immer wieder verheerende Straffeldz√ľge, sobald die Mongolen Widerstand und Ungehorsam entdeckten. Nicht selten bedienten sich russische F√ľrsten der mongolischen Milit√§rhilfe bei Auseinandersetzungen mit ihren jeweiligen Nachbarn, die teils ihre Verwandten waren.

Solange die unterworfenen Gebiete nicht Gefolgschaft und vor allem den Tribut (Jasak) verweigerten, mischten sich die mongolischen Herrscher nicht in die inneren Angelegenheiten der F√ľrstent√ľmer ein. Der Aufstieg Moskaus zur Kontinental- und Weltmacht sei auch dem Umstand zu verdanken, dass die Moskauer Gro√üf√ľrsten sowie die sp√§teren Zaren das indirekte Herrschaftsmodell der Mongolen weitgehend √ľbernahmen, was auch an der √úbernahme des Wortes ‚ÄěJasak‚Äú (—Ź—Ā–į–ļ) f√ľr den zu entrichtenden Tribut sichtbar werde.

Aufstieg der Gro√üf√ľrsten von Moskau (ca. 1350 bis 1547)

Hauptartikel: Gro√üf√ľrstentum Moskau

1380 gelang es dem Moskauer Gro√üf√ľrsten Dmitri Donskoi, die Mongolen erstmals in einer gro√üen Schlacht zu schlagen, womit er den Niedergang des Reiches der Goldenen Horde einleitete (siehe Schlacht von Kulikowo). Deren Staatsgebiet zerfiel in die Khanate Kasan, Krim und Astrachan.

Seit dem 13. Jahrhundert waren unterdessen zahlreiche Teilf√ľrstent√ľmer der zerfallenen Kiewer Rus im heutigen Wei√ürussland und der Ukraine unter die Oberherrschaft Litauens geraten. Dieses Herrschaftsgebilde, das von den bis ins 14. Jahrhundert heidnischen litauischen Gro√üf√ľrsten regiert wurde, war so zum zeitweilig aussichtsreichsten Kandidaten f√ľr die Nachfolge Kiews avanciert. Erst sp√§ter als mit der Begr√ľndung Polen-Litauens die litauische Herrscherfamilie zum Katholizismus konvertierte, musste sie diese Option aufgeben und es entstand der Gegensatz zwischen katholischen Polen bzw. Litauern und orthodoxen Ostslawen auf der anderen Seite, der f√ľr die Geschichte dieser Gebiete weithin pr√§gend wurde.

Der Moskauer Gro√üf√ľrst Iwan III. (1462-1505) baute seinen Herrschaftsbereich aus, indem er 1478 die fr√ľhere Regionalmacht und Stadtrepublik Nowgorod gewaltsam annektierte. 1475 besiegte Dmitrij von Moskau mit Twer den sch√§rfsten Rivalen um das Gro√üf√ľrstentum. 1476 wurden die Tributzahlungen an die Mongolen beendet, was 1480 zum Gro√üen Gegen√ľberstehen an der Ugra f√ľhrte. Der kampflose Abzug der Goldenen Horde wird als das endg√ľltige Ende der mongolischen Vorherrschaft angesehen. 1489 wurde auch Chlynow eingegliedert. Bis 1521 kamen noch Smolensk, Pskow und Rjasan unter die Herrschaft Moskaus. Iwan III. heiratete die Nichte des letzten Kaisers von Byzanz und erkl√§rte Moskau zum Dritten Rom und sich selber zum Kaiser (Zar).

Imperiale Expansion und Smuta (1547 bis 1618)

Hauptartikel: Zarentum Russland

Zar Iwan IV. Wassiljewitsch Grosny (‚Äěder Schreckliche‚Äú) festigte den russischen Zentralstaat mit zum Teil brutalen Mitteln und unter Mithilfe seiner Leibgarde, der Opritschnina. 1552 wurde die Tatarenhauptstadt Kasan sowie 1556 Astrachan erobert, womit der Weg zur Kolonisierung Sibiriens offen war. 1579 drangen Kosaken unter ihrem Anf√ľhrer Jermak und im Auftrag der Kaufmannsdynastie Stroganow erstmals nach Sibirien vor. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts wurden auf diese Weise viele russische St√ľtzpunkte ‚Äď anfangs als Handelsst√ľtzpunkte ‚Äď in Sibirien gegr√ľndet.

Im Westen des Reiches wurde Krieg um Livland gef√ľhrt, mit dem das von den Meeren und dem Handel weitgehend isolierte Russland einen Zugang zur Ostsee gewinnen wollte. Die anf√§nglichen Gebietsgewinne im Baltikum gingen jedoch bald wieder verloren, Schweden sicherte sich f√ľr ein Jahrhundert russische Gebiete im Nordwesten. Der einzige Hafen, √ľber den Russland Handel mit dem Westen treiben konnte, wurde das 1584 gegr√ľndete Archangelsk.

Bildung einer Volksarmee in Nischni Nowgorod zur Vertreibung der Polen, Makowsky 1896

Zur gleichen Zeit war Russland mit einer Invasion aus dem S√ľden konfrontiert. Krimtatarische und osmanische Armeen forderten das Wolga-Gebiet f√ľr den Islam zur√ľck. 1571 gelang es einer kleinen Armee des Chans Devlet I. Giray die russischen Befestigungen unentdeckt zu umgehen und vor Moskau aufzutauchen. Die Vorst√§dte wurden in Brand gesteckt, woraufhin die ganze Stadt bis auf den Kreml niederbrannte. Ein Jahr sp√§ter kam der Chan mit einem wesentlich gr√∂√üeren Heer zur√ľck, in der Hoffnung, das angeschlagene Russland endg√ľltig niederzuwerfen. Er musste jedoch eine schwere Niederlage in der Schlacht bei Molodi hinnehmen, die die Bedrohung durch das Krimchanat in den folgenden Jahrhunderten beschr√§nkte. Trotzdem hielten die Raubz√ľge und Verschleppungen von Menschen im s√ľdlichen Grenzland noch lange an. Dies war einer der Faktoren, die die Entwicklung des Kosakentums als wehrhafter Bauern weiter f√∂rderte.

Nach dem Tod Iwans IV. kam sein geistig zur√ľckgebliebener Sohn Fjodor I. auf den Thron, f√ľr den jedoch der Bojare Boris Godunow die Regierungsgesch√§fte √ľbernahm. Nach dem Tod Fjodors 1598 erlosch die jahrhundertealte Rurikiden-Dynastie, da Iwan der Schreckliche zuvor einen weiteren Sohn in einem Wutanfall t√∂tete, w√§hrend der andere unter mysteri√∂sen Umst√§nden erstochen wurde. Boris Godunow lie√ü sich zum Zaren kr√∂nen und herrschte bis 1605. Er war ein begabter Herrscher, agierte aber sowohl gegen den Hochadel (der ihn als nicht als rechtm√§√üig ansah), als auch gegen die Bauern (Festigung der Leibeigenschaft), sodass seine Position, zumal nach den schweren Hungersn√∂ten von 1601 bis 1603 immer schw√§cher wurde. Als er 1605 starb, st√ľrzte das Land in eine Zeit schwerer politischer Unruhen (Zeit der Wirren). Schweden und Polen versuchten, die Wirren in Russland zu nutzen und zu intervenieren. Ein Abenteurer, der sich als Zarewitsch Dmitri (der Sohn Iwans IV., der unter mysteri√∂sen Umst√§nden ums Leben gekommen war) ausgab (Pseudodimitri I.), konnte mit polnischer Unterst√ľtzung kurz den Zarenthron besteigen, er scheiterte aber an denselben Gegens√§tzen wie sein Vorg√§nger, zumal seine Reformversuche als polnisch inspiriert wahrgenommen wurden. Er wurde in einem Aufstand umgebracht, woraufhin die Situation in Russland allerdings nur noch instabiler wurde. Es gab nun einen Zaren der Bojarenpartei Wassili Schuiski, der von den Schweden und einen zweiten falschen Dimitri, der von Polen und Kosaken unterst√ľtzt wurde. Als die Polen im Polnisch-Russischen Krieg von 1609 bis 1618 im Jahr 1610 Moskau einnahmen, um nunmehr ihren K√∂nig Sigismund Wasa zum Zaren zu machen, hielt ihre Herrschaft nur ein Jahr. Ein Volksaufstand, der von Kusma Minin und Dmitri Poscharski angef√ľhrt wurde, f√ľhrte zur Befreiung Moskaus und zur Aufgabe der polnischen Herrschaft in Moskau. Mit diesem Ereignis und mit der Wahl von Michail Fjodorowitsch Romanow zum Zaren 1613 ging die Smuta, die Zeit der Wirren, zu Ende. Der neue Zar begr√ľndete die Dynastie der Romanows, die bis zur Oktoberrevolution in Russland herrschte.

Moskauer Tradition und Vorboten der Europäisierung (1618 bis 1689)

Unter dem zweiten Zaren aus dem Hause Romanow, Alexei I. kam es aufgrund der dr√ľckenden Steuerlasten zu mehreren Aufst√§nden vor allem in Moskau selbst, die jedoch niedergeschlagen wurden. 1654 erweiterte sich der Machtbereich Russlands um die Ostukraine und Kiew, nachdem die Ukrainer unter Bogdan Chmelnizki einen Volksaufstand gegen die polnische Oberherrschaft unternahmen und sich Russland anschlossen. Kurz darauf folgten innere Unruhen im Zusammenhang mit den Reformen der Russisch-Orthodoxen Kirche durch den Patriarchen Nikon. Die sogenannten Altgl√§ubigen weigerten sich, den neuen Ritus anzunehmen und wurden daraufhin vom Staat verfolgt, so dass es zu einer erheblichen Auswanderungswelle ins Baltikum, ins Donau-Delta und √ľber den Ural kam. 1670 hatte das Zarenreich au√üerdem mit einer gro√üen Bauern- und Kosakenrevolte im S√ľden des Landes unter der F√ľhrung von Stenka Rasin zu k√§mpfen. 1676 konnte zusammen mit den Ukrainern eine massive t√ľrkische Aggression abgewehrt werden. Im Osten wurde Ostsibirien erobert. Im Westen kam es zu mehreren Kriegen mit Schweden und Polen-Litauen; die Kriege verliefen wechselhaft, jedoch wurde Smolensk dem Reich dauerhaft einverleibt. Als Alexei starb, wurde sein 16-j√§hriger Sohn Fjodor III. sein Nachfolger. Fjodor, sowohl fromm wie auch dem Westen sehr zugeneigt, litt an Skorbut und starb bereits 1682, ohne einen Sohn als Nachfolger zu hinterlassen.

Russisches Kaiserreich

Hauptartikel: Russisches Reich

Aufbau des Petrinischen Reiches (1689 bis 1796)

√Ėffnung nach Westen und Etablierung als Gro√ümacht unter Peter dem Gro√üen (1689 bis 1725)

Zeitgenössische Darstellung der Nemezkaja sloboda, der Ausländersiedlung im Nordosten Moskaus

Zar Peter der Gro√üe, der seit 1689 die Regierungsgesch√§fte f√ľhrte, gab dem russischen Staat eine neue Pr√§gung. Er verhalf dem in Teilen noch mittelalterlich gepr√§gten Russland zur dauerhaften Integrierung in die westeurop√§ische Welt der Neuzeit. Russland lag technologisch zu dem Zeitpunkt hinter den Staaten Europas zur√ľck. Dazu beigetragen hatte die Abschirmungspolitik des Staatsapparates und der Kirche, die nur da L√ľcken bot, wo man den Westen ben√∂tigte.[2] Auch griff der Moskauer Staat im Falle kriegerischer Gefahr noch auf Adelsaufgebote zur√ľck und war zudem wegen seiner schwachen Finanzkraft nicht in der Lage, den Schutz des riesigen, nur unzureichend erschlossenen Territoriums √ľberall erfolgreich zu √ľbernehmen.[3]

Der junge Herrscher hatte sich durch Aufenthalte in der Moskauer Ausl√§nder-Vorstadt, der Nemezkaja sloboda, und seine Aufenthalte w√§hrend seiner ersten gro√üen Auslandsreise in den Niederlanden und England vom M√§rz 1697 bis August 1698 ein genaues Bild von der westlichen Welt, seinem Wissen und seiner Technik gemacht. Der neue Zar begann nun den Umbau des alten Russlands und seiner Institutionen nach westlichem Vorbild. √úbergeordneter Zweck war es, das Steueraufkommen zu vermehren, um das Heer zu vergr√∂√üern. Da es anfangs kein geplantes Vorgehen gab, kam es zu h√§ufigen Abbr√ľchen bereits begonnener innerer Reformen oder zu kompletten Verwerfungen von Neuans√§tzen. Die seit 1696 fast ununterbrochenen Kriege gegen das Osmanische Reich und Schweden sollten den Verlauf, die Ausrichtung und die Durchf√ľhrung der Reformapakete zus√§tzlich beeinflussen.

Eroberung von Asow durch Peter den Großen
Adriaan Schoonebeck, 1699

In der Au√üenpolitik richtete der Zar seine Aufmerksamkeit zuerst auf die S√ľdgrenze Russlands. Als Teil des Gro√üen T√ľrkenkrieges wurde im Oktober 1696 die osmanische Festung Asow am Schwarzen Meer nach einj√§hriger Belagerung erobert. Russland konnte aber ohne eine eigene Flotte, die in der Lage war, das Schwarze Meer zu beherrschen, nicht selbstst√§ndig gegen die Hohe Pforte vorgehen. Dem Aufbau einer modernen Flotte, mit dessen Problematik sich der Zar bereits in England und Holland vertraut gemacht hatte, widmete der Zar einen gro√üen Teil seiner Kraft. Jedoch verz√∂gerte der neue Krieg gegen Schweden den Kampf um das Schwarze Meer. Stattdessen ging es nun um den Zugang zur Ostsee und seine Beherrschung.

Im Gro√üen Nordischen Krieg, vom Zaren dem schwedischen K√∂nig Karl XII. im August 1700 erkl√§rt, erlitten Russland und seine Verb√ľndeten zun√§chst schwere R√ľckschl√§ge. In der Schlacht bei Narva am 19./30. November 1700 wurde die russische Armee vom Schwedenk√∂nig Karl XII. vernichtet. Dieser wandte sich anschlie√üend wieder nach Polen, w√§hrend Zar Peter in der Zwischenzeit die russische Armee von Grund auf modernisierte. Karl XII. hatte in der Zwischenzeit August II. geschlagen und am 24. September 1706 einen Siegfrieden geschlossen. Nun wandte er sich erneut Russland zu und begann 1708 einen Feldzug gegen Moskau. In der Schlacht von Poltawa am 27. Juni/8. Juli 1709 konnte Peter einen entscheidenden Sieg √ľber das schwedische Heer erringen, der die Wende des Krieges bedeutete.

Peter I. der Große bei der Arbeit
Historiengemälde von Vassily Petrovich Khudoyarov

Dass auch die russische Macht an ihre Grenzen stie√ü, wurde 1711 sichtbar, als bei einem erneuten Krieg gegen das Osmanische Reich Zar Peter I. im Juli mitsamt seiner 38.000 Mann z√§hlenden Armee [4] am Prut in Gefangenschaft geriet, jedoch nach zwei Tagen unter Verzicht von Asow und der russischen Asow-Flotte √ľberraschend freigelassen wurde. Nachdem Russland das bis dato schwedische Livland und Estland erobert hatte, l√∂ste es - als neuer Ostseeanrainer - im Ergebnis des Frieden von Nystad 1721 Schweden als vorherrschende Ostseegro√ümacht ab. Zudem wurde das nach dem Frieden von Zar Peter Imperiale ernannte Russische Reich von nun an in die allgemeine europ√§ische Geschichte verwickelt und ein festes Glied des europ√§ischen Staaten- und B√ľndnissystems.[5] Dennoch hatte der Nordische Krieg dem russischen Volk das √Ąu√üerste an Leistung abverlangt. Zeitweilig wurden 82 Prozent der Staatseinnahmen f√ľr den Krieg ausgegeben.[6]

Eine umfassende Reformierungspolitik setzte eine tragende und f√§hige B√ľrokratie voraus, die die Ma√ünahmen weitergeben konnte. Die vorhandenen Administrationsorgane waren f√ľr diese Zwecke aber unzul√§nglich. Waren die am Anfang durchgef√ľhrten Reformen in diesem Bereich noch √ľberhastet, wurden diese nach der Schlacht von Poltawa sorgf√§ltiger ausgearbeitet. Auch wurden vielfach ausl√§ndische Fachkr√§fte und Gelehrte herangezogen, die Entw√ľrfe und Reglements ausarbeiteten. Die Gouvernementsreformen von 1708 und 1719 teilten das Reich in 8, dann 11 Gouvernements ein. 1711 wurde in einem Ukas der Senat als h√∂chste Zentralbeh√∂rde gegr√ľndet. Diese hatte anfangs die Funktion einer Stellvertretung des Zaren inne. Zudem sollte der aus 9 M√§nnern bestehende Senat das Justizwesen leiten und die Innenpolitik √ľberschauen. Auch wirkte der Senat bei der Gesetzgebung mit. Die zweite Phase der Umgestaltung der Zentralbeh√∂rdenleitete der Ukas vom 15. Dezember 1717 ein, bei der die ersten Kollegien[7] eingerichtet wurden, die die Vorl√§ufer der sp√§teren Ministerien waren.

Das neuerbaute Sankt Petersburg und Newa
Kupferstich von Joseph Valeriani und Mikhail Ivanovich Makhaev, 1761

Die neue Hauptstadt galt im russischen Volk als Symbol des fremden, unverst√§ndlichen, unn√ľtzen und abg√∂ttischen Neuen. Die ablehnende Haltung wurde hervorgerufen durch die gro√üen Opfer, die der Bau der Stadt forderte, und durch die Anwendung von Zwangsmitteln bei der Peuplierung der Stadt.[8] So wurde bald nach dem Tod Peters I. die Hauptstadt f√ľr kurze Zeit wieder nach Moskau verlegt

F√ľr eine erfolgreiche und nachhaltige Reorganisation des Verwaltungsapparates bedurfte es aber eines bedeutenden Signals, um mit den festgefahrenen Moskauer Traditionen zu brechen. Dieses Signal bot sich an, nachdem russische Truppen am 1. Mai 1703 bis zur Neva-M√ľndung vorgesto√üen waren. Der Zar lie√ü nun nach eigenem Plan ab dem 16. Mai die Peter-und-Paul-Festung errichten mit dem Ziel, ein dauerhaftes ‚ÄěFenster zum Europa‚Äú zu etablieren und damit die √Ėffnung nach Westen deutlich zu machen. Im November traf das erste holl√§ndische Handelsschiff ein, zugleich entstand die erste russische Waren- und Wechselb√∂rse.

In den folgenden Jahren wurde der Ausbau der neuen geplanten Hauptstadt, Sankt Petersburg exzessiv vorangetrieben, ungeachtet aller Opfer. Daf√ľr beorderte Zar Peter seit 1704 f√ľr die Sommermonate 24.000 Arbeitskr√§fte in die S√ľmpfe des neu eroberten M√ľndungsdeltas der Newa. Seit 1708 stieg die Zahl auf bis zu 40.000.[9] Es kam zu Unruhen, vor allem in S√ľdrussland. 1712 wurde die Regierung von Moskau nach St. Petersburg verlegt. Um die neue zentrale Rolle der Stadt als Fenster zum Europa zu f√∂rdern, erzwang Zar Peter I. seit 1720 die Umleitung fast des gesamten russischen Au√üenhandels vom bis dato bedeutendsten russischen Au√üenhandelshafen Archangelsk nach St. Petersburg.

Zeitgen√∂ssische Abbildung des Hauptgeb√§udes der russischen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg. Tafel Durchschnitt von der Kayserlichen Bibliothec, und Kunstkammer gegen Morgen aus einer 1741 erschienenen Serie von 12 Radierungen, der ersten Gemeinschaftsarbeit aus der k√ľnstlerischen Werkstatt der Petersburger Akademie.

Nach dem Tod des Patriarchen Adrian I. 1700 war der Posten des kirchlichen Oberhauptes der orthodoxen russischen Kirche vakant geblieben. In der Kirchenreform von 1721 wurde die Kirche in Russland endg√ľltig dem Staat untergeordnet.[10] Peters Streben nach erh√∂hter Kriegsmacht setzte eine wirtschaftliche Unabh√§ngigkeit voraus. Das Heer und die neu entstandende russische Marine mussten mit Waffen, Ausr√ľstungen und einheitlichen Uniformen versorgt werden. Der Zar gestattete daher den Angeh√∂rigen aller St√§nde, Adeligen, Kaufleute, Handwerkern und Bauern, Fabriken aller Art zugr√ľnden. Seit 1709 nahmen russische Eisenwerke im Ural, in Tula und anderswo ihre Produktion auf. Beim Aufbau der neuen Industrien ergab sich aber sehr bald ein sp√ľrbarer Mangel an Arbeitskr√§ften, so dass durch den Zaren die Kategorie der sogenannten Possessionsbauern schuf, die sowohl den Boden zu bewirtschaften als auch in den Manufakturen zu arbeiten hatten.

Energisch setzte sich Peter der Gro√üe f√ľr die F√∂rderung von Kultur, Bildung, und Wissenschaft in seinem Reich ein. Bei der Verwirklichung seiner Reformabsichten - die ihn insbesondere bei seinen k√ľrzeren Auslandsaufenthalten im Heiligen R√∂mischen Reich 1711 und 1712/3 gepr√§gt hatten, bediente sich der Zar vor allem der Deutschen Fr√ľhaufkl√§rung, die in Russland im 18. Jahrhundert zur vorherrschenden Denkrichtung werden sollte.[11] Insbesondere die ersten bedeutenden russischen Wissenschaftler Wassili Nikititsch Tatischtschew, Michail Wassiljewitsch Lomonossow und Wassili Kirillowitsch Trediakowski waren in h√∂chstem Ma√üe von deutschen Gelehrten wie Leibniz und Wolff beeinflusst.

In seinem Bem√ľhen, russische Sitten westeurop√§ischen Lebensformen anzupassen, erhob Peter der Gro√üe auf die B√§rte seiner Untertanen eine Steuer, von der nur die Geistlichen und die Bauern befreit waren. Steuerverweigerern wurde der Bart gewaltsam entfernt
Zeitgenössischer Holzstich

Der hohen Bedeutung, die der Zar der Bildung f√ľr die Entwicklung einer modernen Gesellschaft beima√ü, zeigten seine zahlreichen Erlasse, durch die Schulen der verschiedensten Typen ins Leben gerufen wurden. Dennoch blieb das weltliche Schulwesen im Argen, weil es an Geld und Lehrern fehlte. Ein weiteres Projekt, das Zar Peter in Angriff nahm, war die Etablierung einer Akademie der Wissenschaften, die im Dezember 1725 nach seinem Tod von seiner Nachfolgerin Katharina I. als Russische Akademie der Wissenschaften gegr√ľndet wurde. In enger Verbindung mit der Akademiegr√ľndung standen die von ihm befohlene Erkundung und Erforschung seines riesigen Reiches. Die von Peter I. inspirierten Forschungsexpeditionen bis in den Fernen Osten, wie z.B. die Expeditionen Berings vermittelten der russischen Wissenschaft wichtige Impulse und f√∂rderten die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des Reiches.[12]

Um die Besteuerung zu rationalisieren, wurde 1718 die Kopfsteuer eingef√ľhrt, wonach allen m√§nnlichen Landbewohnern gleichm√§√üig die gesamte Steuerlast eines Dorfes aufgeb√ľrdet werden sollte. Eigentlich als Erleichterung f√ľr die Bauern gedacht, hatte sich durch die st√§ndigen Finanzforderungen des Zaren und die h√§ufigen Rekrutenaushebungen die Lage der Bauern erheblich verschlechtert.[13] In allen Bev√∂lkerungsschichten gab es erheblichen Widerstand gegen die Reformpolitik, die sich in verzweifelten Volksaufst√§nden √§u√üerten, die wiederum auf Befehl des Zaren mit brutaler Gewalt niedergeschlagen wurden. Dass die dr√ľckende Steuerlast, die Schollenbindung und Leibeigenschaft der Bauern Hauptursachen f√ľr die nur langsamen Fortschritte im Russischen Reich waren, wurde von Zar Peter I. nicht gesehen.[14]

Zu den Oppositionskr√§ften der von oben diktierten Reformpolitik z√§hlte neben der Kirche, die sich durch den Bruch mit den Traditionen provoziert sah, auch der Adel, der sich bei der √Ąmterbesetzung √ľbergangen f√ľhlte. 1722 wurde im Zuge der Adelsreformn eine Rangtabelle eingef√ľhrt. Sie erm√∂glichte den unmittelbaren Vergleich ziviler und milit√§rischer Dienstgrade, brach die Vormachtstellung des alten Erbadels, der Bojaren und schuf einen von der Krone abh√§ngigen Dienstadel. Nur ein Drittel des Adels durfte sich dem Zivildienst widmen; das Milit√§rische genoss Vorrang.[15]

Fortf√ľhrung seines Werkes (1725 bis 1762)

Nach dem Tod Peters 1725 folgte ihm seine Frau Katharina I. auf den Thron. Sie stand unter dem Einfluss von Alexander Danilowitsch Menschikow, dem sie die Regierungsgesch√§fte praktisch uneingeschr√§nkt √ľberlie√ü. Doch schon zwei Jahre nach ihrem Regierungsantritt starb Katharina. Ihr Nachfolger wurde der Enkel Peters des Gro√üen, Peter II., der Menschikow schon bald entmachtete und seinen Hof nach Moskau verlegte. Doch auch Peter starb schon bald nach seinem Regierungsantritt an den Pocken ohne einen Erben zu hinterlassen. Nach seinem Tod wurde der Hof erneut nach St. Petersburg verlegt.

Seine Nachfolgerin als Zarin wurde seine Tante, Anna Iwanowna. Sie bremste viele Reformen Peters des Gro√üen, die zu diesem Zeitpunkt noch wirksam waren. Das Geld wurde der F√∂rderung von Bildung und anderen Unternehmungen entzogen und f√ľr aufw√§ndige und verschwenderische Hofzeremonien ausgegeben. Zu den milit√§rischen Ereignissen ihrer Regierungszeit z√§hlte der Feldzug von Burkhard Christoph von M√ľnnich gegen das Krimchanat, der diesen langen gef√§hrlichen Feind Russlands wesentlich schw√§chte. Unter Anna gewannen viele Deutsche einen erheblichen Einfluss im russischen Staat, darunter Ernst Johann von Biron und Heinrich Johann Ostermann. Ihre repressiven Herrschaftsmethoden wurden bald sehr unpopul√§r und f√ľhrten im Jahr 1741 zu einem Staatsstreich, bei dem die Tochter Peters des Gro√üen Elisabeth Petrowna Zarin wurde.

Die Regierungszeit von Elisabeth war das Gegenteil des Herrschaftsmodells von Anna. Hohe Staats√§mter wurden wieder an Russen vergeben, Modernisierung und Weiterentwicklung des Landes wurde wieder angesto√üen. Beispielsweise unterst√ľtzte Elisabeth Michail Lomonossow bei der Gr√ľndung der Moskauer Staatsuniversit√§t. Elisabeth Petrowna erlie√ü einige sehr liberale Gesetze, unter anderem wurde in Russland die Todesstrafe abgeschafft und w√§hrend ihrer Regierungszeit kein einziges Mal vollzogen. Elisabeth, die sich stark auf den Adel st√ľtzte, f√∂rderte die K√ľnste und die Architektur, auf ihre Initiative wurde das Winterpalais von Sankt Petersburg, der Katharinenpalast und viele andere bekannte Bauwerke errichtet. St. Petersburg, auch das Venedig des Nordens genannt, stieg endg√ľltig zu einer bedeutenden Metropole auf. Im Siebenj√§hrigen Krieg eroberte die russische Armee weite Teile Preu√üens, darunter auch Berlin. Der Tod von Elisabeth 1761, bekannt als das Mirakel des Hauses Brandenburg, wendete die totale Niederlage Preu√üens ab. Der deutschfreundliche Neffe (sein Vater war der Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorp) von Elisabeth, Peter III., gab Preu√üen alle eroberten Gebiete zur√ľck.

Das Zeitalter Katharinas II. (1762 bis 1796)

Katharina die Große

Aus der allgemeinen Unzufriedenheit mit der Politik Peters III. entstand eine Verschw√∂rung, im Zuge derer seine Ehefrau Katharina II. (‚Äědie Gro√üe‚Äú) an die Macht kam. Auch sie setzte den Modernisierungskurs ihrer Vorg√§ngerin fort. Zusammen mit ihrem Favoriten Grigori Potjomkin entwarf sie eine k√ľhne Vision, das sogenannte ‚ÄěGriechische Projekt‚Äú. Es sah vor, die Macht des Osmanischen Reiches auf dem Balkan zu brechen und ein zusammenh√§ngendes orthodoxes Reich von der √Ąg√§is bis nach Russland zu erschaffen. Die Meerengen sowie Konstantinopel sollten unter die Kontrolle Russlands fallen. Eine Reihe von Kriegen gegen das Osmanische Reich brachte dieses Ziel tats√§chlich n√§her, auch wenn es nie vollst√§ndig realisiert wurde. Weite Teile S√ľdrusslands und der S√ľdukraine kamen zum Russischen Reich. In den neuen Landstrichen, die unter dem Namen Neurussland zusammengefasst waren, wurden zahlreiche neue St√§dte wie Sewastopol, Odessa oder Jekaterinoslaw gegr√ľndet. Katharina besa√ü eine gro√üe Macht in Polen und √ľbte gro√üen Einfluss auf dessen Entscheidungen und Thronverh√§ltnisse aus. Schlie√ülich beschloss sie zusammen mit Preu√üen und √Ėsterreich die Polnischen Teilungen, bei denen sich Russland gro√üe Gebiete sicherte.

Im Inland war sie 1773 mit einem massiven Bauern- und Kosakenaufstand (Pugatschow-Aufstand) konfrontiert. Er resultierte aus den versch√§rften Regelungen f√ľr die Leibeigenschaft. Katharina konnte den Aufstand blutig niederschlagen, doch weite Teile des s√ľdlichen Wolga- und Uralgebietes blieben noch lange von dem b√ľrgerkriegs√§hnlichen Aufstand verw√ľstet. Zum Wiederaufbau und -besiedlung dieser Landstriche wurden viele Deutsche als Siedler nach Russland eingeladen. Katharina beseitigte au√üerdem die Autonomie der ukrainischen Kosaken und gab ihnen stattdessen L√§ndereien im Krasnodar-Gebiet. Die franz√∂sische Revolution von 1789 hat sie endg√ľltig von den liberalen Ideen abgesto√üen, die sich in der Anfangszeit ihrer Herrschaft noch pflegte.

Bis 1812 wurden Finnland, Georgien und Bessarabien russisch.

Die entwickelte Autokratie (1796 bis 1855)

Russland im Zeitalter der Französischen Revolution

Nach Katharinas Tod am 17. November 1796 folgte ihr Sohn Paul I. (1796-1801), der laut seiner Gegner durch eine verkehrte Erziehung ein misstrauischer, launenhafter Tyrann geworden war. Anfangs erlie√ü er einige wohlt√§tige Verordnungen zugunsten der Leibeigenen und Altgl√§ubigen. Wichtig ist auch das von ihm 1797 erlassene Familiengesetz. Dieses bestimmte f√ľr die Thronfolge das Recht der Erstgeburt in direkt absteigender Linie und dabei den Vorrang der m√§nnlichen Nachkommen vor den weiblichen als Reichsgrundgesetz. Ein anderes Gesetz trennte einen Teil der Kronbauern als Eigentum der kaiserlichen Familie unter dem Namen Apanagebauern ab. Aus Misstrauen gegen die revolution√§ren Ideen der franz√∂sischen Revolution verbot Paul aber den Besuch ausl√§ndischer Lehranstalten und Universit√§ten, f√ľhrte eine versch√§rfte Zensur und strenge Aufsicht √ľber alle im Reich lebenden Ausl√§nder und fremden Reisenden ein und bestrafte jede freie Meinungs√§u√üerung mit launischer Willk√ľr.

An den Koalitionskriegen gegen Frankreich nahm er erst teil, als die aus Malta vertriebenen Ritter des Malteserordens ihn im Oktober 1798 zum Gro√ümeister des Malteserordens gew√§hlt und seine Hilfe gegen Frankreich angerufen hatten. Im zweiten Koalitionskrieg stellte er Hilfstruppen unter General Hermann f√ľr die von den Engl√§ndern beabsichtigte Landung in den Niederlanden, f√ľr den Krieg in S√ľddeutschland (unter General Rimski-Korsakow) und in Italien (unter Suworow). Sogar Sultan Selim III. schickte er eine Flotte mit 4000 Soldaten nach Konstantinopel zu Hilfe.

Die gl√§nzendsten Erfolge erzielte Suworow in Italien, wo er mit den √Ėsterreichern vereint durch die Siege bei Cassano d‚ÄôAdda (27. April 1799), an der Trebbia (17.‚Äď19. Juni) und bei Novi Ligure (15. August) die Franzosen aus dem Pogebiet vertrieb. Als er dann auf seinem ber√ľhmten Marsch √ľber den Sankt Gotthard in die Schweiz vordrang, um sich mit Korssakow zu vereinigen, war dieser eben (26. September) bei Z√ľrich geschlagen worden, und Suworow musste sich √ľber den Panixerpass nach Graub√ľnden wenden, von wo er nach Russland zur√ľckkehrte.

Auch die Landung in den Niederlanden endete mit einer schimpflichen Kapitulation (19. Oktober). Zar Paul schrieb diese Misserfolge der Unf√§higkeit der verb√ľndeten Befehlshaber zu. Er sagte sich von der Koalition los und schloss nach dem Muster des von Katharina II. veranlassten Neutralit√§tsvertrags vom 26. Februar 1780 zur Beschr√§nkung der britischen Seemacht im Dezember 1800 einen solchen mit Schweden, D√§nemark und Preu√üen. Gro√übritannien antwortete sofort mit einem Angriff auf Kopenhagen. Paul plante daraufhin ein B√ľndnis mit Frankreich und eine Invasion des britischen Indiens; noch ehe es jedoch zu Feindseligkeiten zwischen Gro√übritannien und Russland kam, wurde Paul am 24. M√§rz 1801 von einigen Adligen ermordet.

Das Zeitalter Alexanders I. (1801 bis 1825)

Alexander I. von Russland

Sein 23-j√§hriger Sohn Alexander I. (1801‚Äď1825) entsagte sofort in einem Vertrag mit England der bewaffneten Neutralit√§t, um sich den Werken des Friedens widmen zu k√∂nnen. Nach Rousseau'schen Grunds√§tzen erzogen, schw√§rmte er f√ľr humane Ideale, ohne jedoch seine unbeschr√§nkte Herrschergewalt, auf die er nicht verzichtete, mit Energie und Ausdauer f√ľr deren Verwirklichung anzuwenden. An Stelle der von Peter I. begr√ľndeten Kollegien errichtete er acht Ministerien (1802), schuf f√ľr die Pr√ľfung und Beratung aller neuen Gesetze und Ma√üregeln der Regierung den Reichsrat, suchte die Finanzen zu regeln und legte zur Verminderung der Heereskosten Milit√§rkolonien an. Die Leibeigenschaft hob er in den baltischen Provinzen auf und milderte sie in Russland selbst. Die Zahl der Gymnasien und Volksschulen wurde betr√§chtlich vermehrt, Universit√§ten neu errichtet (in Kasan und Charkiw) oder reorganisiert (in Dorpat und Vilnius).

Bald erkannte er, dass seine friedliche, ja freundschaftliche Haltung zu Frankreich von Napoleon nur benutzt wurde, um in Mitteleuropa nach Willk√ľr schalten zu k√∂nnen. 1805 trat er der ‚Äědritten Koalition gegen Frankreich‚Äú bei. Doch wurde das russische Heer unter Kutusow, das sich in M√§hren mit den √Ėsterreichern vereinigte, am 2. Dezember 1805 bei Austerlitz geschlagen und musste infolge des Waffenstillstandes zwischen Frankreich und √Ėsterreich das √∂sterreichische Gebiet r√§umen.

Seinem sentimentalen Freundschaftsb√ľndnis mit Friedrich Wilhelm III. getreu, kam Alexander 1806 Preu√üen zu Hilfe, als dessen Heerestr√ľmmer nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt √ľber die Oder zur√ľckgedr√§ngt waren (vierte Koalition). Die Russen lieferten den Franzosen in Polen die unentschiedenen Gefechte von Czarnowo (23.‚Äď24. Dezember), Schlacht von Pultusk und Golymin (26. Dezember 1806), in Preu√üen die m√∂rderische, aber nicht entscheidende Schlacht bei Preu√üisch Eylau (7.‚Äď8. Februar 1807), wurden aber nach einem l√§ngeren Waffenstillstand 10. Juni bei Heilsberg und 14. Juni bei Friedland (Ostpreu√üen) geschlagen.

Bei einer pers√∂nlichen Zusammenkunft mit Alexander am 25. Juni gelang es Napoleon, den Zaren v√∂llig f√ľr sich zu gewinnen. Alexander schloss am 7. Juli mit Napoleon den Frieden von Tilsit. Dabei lie√ü er Preu√üen v√∂llig im Stich. Er bereicherte sich sogar auf dessen Kosten am Grenzdistrikt BiaŇāystok. In einem geheimen Bundesvertrag teilten sie sich die Herrschaft √ľber Europa. Genaueres wurde bei einer zweiten Zusammenkunft in Erfurt (Erfurter F√ľrstenkongress, September bis Oktober 1808) bestimmt. Russland √ľberlie√ü Napoleon die Herrschaft √ľber Deutschland, Spanien und Portugal und trat der Kontinentalsperre gegen England bei. Daf√ľr durfte Russland Schweden und die T√ľrkei erobern.

Schon Anfang 1808 hatte Russland Schweden den Krieg erkl√§rt und ein Heer in Finnland einr√ľcken lassen, das in kurzer Zeit erobert wurde; 1809 gingen russische Truppen √ľber das Eis des Bottnischen Meerbusens, besetzten die √Ölandinseln und die gegen√ľberliegende schwedische K√ľste. Karl XIII. von Schweden musste den Frieden von Frederikshamn schlie√üen (17. September 1809) und ganz Finnland bis zum Fluss Tornea und die √Ölandinseln an Russland abtreten.

Das zweite Opfer des Tilsiter B√ľndnisses war die T√ľrkei. Von Napoleon provoziert, begann sie am 30. Dezember 1806 den achten russisch-t√ľrkischen Krieg (1806‚Äď1812). Die Russen drangen in die Donauf√ľrstent√ľmer ein, siegten im September 1810 bei Batin an der Donau und im Oktober 1811 bei Rustschuk √ľber die T√ľrken und erzwangen den Frieden von Bukarest (28. Mai 1812), durch welchen der Pruth zur Grenze zwischen den beiden Reichen bestimmt wurde. Ein Krieg mit Persien wurde gleichzeitig durch Abtretung eines L√§nderstreifens am Westufer des Kaspischen Meers mit Baku beendet.

Kaum waren diese Kriege beendet, musste die russische Donauarmee unter Admiral Tschitschagow in den Krieg mit Frankreich 1812 eingreifen lassen. Ursache des Krieges war der √úbermut Napoleons, der Russland als B√ľndnispartner nicht mehr zu brauchen glaubte und allein in Europa herrschen wollte. Er vergr√∂√üerte 1809 das Herzogtum Warschau um Westgalizien, beraubte Herzog Peter Friedrich Ludwig von Oldenburg, einen nahen Verwandten des russischen Kaiserhauses, willk√ľrlich seines Landes und forderte eine Versch√§rfung der Kontinentalsperre, lehnte aber die von Russland verlangte R√§umung Preu√üens ab.

Im Sommer 1812 √ľberschritt Napoleon mit der Gro√üen Armee von 477.000 Mann die russische Grenze. Die Russen waren zahlenm√§√üig weit unterlegen (sie z√§hlten kaum 200.000 Mann). Trotzdem besiegten sie Napoleon, indem sie eine offene Feldschlacht vermieden, sich in das unermessliche Innere des Reiches zur√ľckzogen und den Feind durch Kleinkrieg erm√ľdeten. Um die Bev√∂lkerung von jeder Unterst√ľtzung des Feindes abzuhalten, wurde die orthodoxe Religion f√ľr gef√§hrdet erkl√§rt und der heilige Krieg proklamiert.

Der linke Fl√ľgel der Franzosen unter Jacques MacDonald, dem das preu√üische Hilfskorps beigegeben war, r√ľckte in die baltischen Provinzen ein; der rechte unter Karl Philipp F√ľrst zu Schwarzenberg drang in Wolhynien vor. Die Hauptarmee unter Napoleon selbst schlug die Richtung nach Moskau ein, erreichte 28. Juni Vilnius, 28. Juli Wizebsk und stie√ü erst Mitte August bei Smolensk auf die 116.000 Mann starke russische Westarmee unter Barclay de Tolly. Sie leistete Widerstand, wurde aber am 17. August geschlagen.

Die Russen deckten den weiteren R√ľckzug durch die Gefechte bei Walutina Gora (19. August), Dorogobusch (26. August), Wjasma (29. August) und Gschatsk (heute Gagarin, 1. September). Nachdem Michail Kutusow den Oberbefehl √ľbernommen hatte, wagten sie am 7. September noch einmal die Schlacht von Borodino. Zwar mussten sie nach einem hartn√§ckigen und furchtbar blutigen Kampf ihre Stellung r√§umen und Moskau preisgeben, in das Napoleon am 14. September einzog; aber das franz√∂sische Heer war nicht nur auf 100.000 Mann zusammengeschmolzen, sondern auch ersch√∂pft und kriegsm√ľde, und statt durch den Besitz Moskaus den Frieden erzwingen zu k√∂nnen, fand Napoleon die Stadt von fast allen Einwohnern verlassen und der Vernichtung geweiht; denn am Abend des 15. September begann der angeblich vom Gouverneur Rostoptschin befohlene Brandlegungen in Moskau, (er selbst hat diese Version sp√§ter zur√ľckgewiesen), der in sechst√§gigem W√ľten fast die ganze Stadt in Asche legte und die Franzosen der Mittel des Unterhalts beraubte.

Napoleon konnte nun nicht in Moskau √ľberwintern, und nachdem seine Friedensantr√§ge von Alexander erst hingehalten, dann zur√ľckgewiesen worden waren, trat er am 18. Oktober den R√ľckzug an. Er wandte sich zuerst gegen Kaluga, um in den noch unber√ľhrten s√ľdlichen Landstrichen Winterquartiere zu finden, wurde aber bei Malojaroslawez am 24. Oktober von Kutusow nach dem Norden zur√ľckgeworfen und musste nun durch v√∂llig ausgesogene Gegenden seinen R√ľckzug nach Smolensk fortsetzen, wobei seine Nachhut fortw√§hrend von Kosaken umschw√§rmt und angegriffen wurde. Durch den Mangel an Lebensmitteln und die fr√ľh eingetretene K√§lte litt die Armee f√ľrchterlich und war schon in Aufl√∂sung, als sie am 9. November Smolensk erreichte.

Die Russen erobern Paris 1814

Der weitere R√ľckzug wurde dadurch gef√§hrdet, dass die russische S√ľdarmee unter Tschitschagow nach Zur√ľckdr√§ngung Schwarzenbergs und die Nordarmee unter Wittgenstein, welche den Vormarsch der Franzosen in die Ostseeprovinzen nicht hatte hindern k√∂nnen und zweimal ohne Erfolg bei Polozk gek√§mpft hatte (17.‚Äď18. August und 18.‚Äď19. Oktober), sich nun auf der R√ľckzugslinie Napoleons vereinigen konnten. Mit M√ľhe, unter Aufbietung der letzten Kr√§fte, erzwangen die Franzosen am 26.‚Äď28. November noch vor dieser Vereinigung den √úbergang √ľber die Beresina; aber in bejammernswertem Zustand erreichte der Rest des Heers am 6. Dezember Wilna, wo es sich auch nicht behaupten konnte. Der Abfall Yorcks von den Franzosen (30. Dezember) n√∂tigte dieselben Anfang 1813 auch zur R√§umung der Weichsellinie.

Auch die russischen Truppen waren durch die Verluste und die Strapazen des Winterfeldzugs stark vermindert und ersch√∂pft, und im russischen Hauptquartier waren viele einflussreiche Personen f√ľr einen sofortigen, m√∂glichst vorteilhaften Frieden mit Frankreich. Aber zu einem solchen zeigte sich Napoleon keineswegs geneigt, und auch Alexander verlockten Ehrgeiz und Herrschsucht sowie der Wunsch, sich den Besitz ganz Polens zu sichern, zur Fortsetzung des Kriegs im Bund mit Preu√üen (siehe Befreiungskriege).

Der erste Feldzug, welchen russische Feldherren, Wittgenstein und Barclay, befehligten, endete nach den Schlachten bei Gro√üg√∂rschen und bei Bautzen mit dem R√ľckzug nach Schlesien. Im zweiten Teil des Kriegs aber, als √Ėsterreich, England und Schweden der sechsten Koalition beigetreten waren, nahmen die russischen Truppen hervorragenden Anteil an den Siegen, besonders der schlesischen Armee 1813‚Äď1814, durch welche Napoleon aus Deutschland vertrieben und endlich gest√ľrzt wurde. Im Rate der Verb√ľndeten spielte Kaiser Alexander neben Metternich die hervorragendste Rolle. Er verhalf den zu energischem Handeln dr√§ngenden Ratschl√§gen der preu√üischen Staatsm√§nner und Generale oft zum Sieg. Nach Vereitelung seines Plans, Bernadotte auf den franz√∂sischen Thron zu erheben, bewirkte er die Restauration der Bourbonen und die √ľberm√§√üige Schonung Frankreichs im ersten Pariser Frieden.

Auf dem Wiener Kongress forderte er, dass Preu√üens Erwerbungen der dritten polnischen Teilung an Russland fallen und Preu√üen daf√ľr mit Sachsen entsch√§digt werde. Damit f√ľhrte er einen Konflikt mit √Ėsterreich und den Westm√§chten herbei, der aber im Februar durch einige Zugest√§ndnisse Russlands beigelegt wurde. Russland erhielt das eigentliche Polen (das so genannte Kongresspolen) als besonderes K√∂nigreich, dem auch eine eigene liberale Verfassung verliehen wurde. Seine Besitzungen dehnten sich nun im Westen bis nahe an die Oder aus, w√§hrend es sich im √§u√üersten Osten √ľber die Beringstra√üe hinaus √ľber einen Teil Nordamerikas ausbreitete; es umfasste √ľber 20 Millionen Quadratkilometer mit etwa 50 Millionen Einwohnern.

Russland seit Peter dem Großen

1815 wurde Zar Alexander I. in Europa als ‚ÄěRetter Europas‚Äú gefeiert und bestimmte beim Wiener Kongress ma√ügeblich die Neuordnung Europas mit. Mit auf seine Anregung hin wurde unter anderem die Heilige Allianz, die aus Russland, √Ėsterreich und Preu√üen bestand, gegr√ľndet. Russland dominierte nun Kontinentaleuropa bis in die 1850er Jahre. Alexander starb Ende 1825 in Taganrog am Asowschen Meer ohne Nachkommen zu hinterlassen.

Das Zeitalter Nikolaus I. (1825 bis 1855)

Laut Nachfolgeregelung w√§re ihm eigentlich sein Bruder Konstantin auf dem Thron gefolgt; dieser hatte jedoch bereits 1822 auf den Thron verzichtet. Alexander hatte deshalb im Geheimen seinen Bruder Nikolaus Pawlowitsch zum Nachfolger designiert. Nach dem Tode Alexanders wurde erst Konstantin zum Herrscher ausgerufen; als dieser verzichtete, kam es zeitweise zu einer wirren Situation. Bei der Vereidigung der Petersburger Garnison auf den Zaren Nikolaus I. kam es aus Entt√§uschung √ľber ausgebliebene innenpolitische Reformen 1825 zum erfolglosen Dekabristenaufstand.

Nikolaus, der bis 1855 regierte, war ein eher vorsichtiger Herrscher, der sich vor allem als Bewahrer der bestehenden Ordnung im Innern und √Ąu√üeren sah. Er unterst√ľtzte die Reaktion in Europa; mehrmals drohte mit einer Interventionsarmee, wenn es, wie beispielsweise in Belgien, zu nationalen Unruhen kam. Im Inneren regierte Nikolaus streng autokratisch. Unter seiner √Ągide wurde auch die Geheimpolizei, die sp√§tere Ochrana, ins Leben gerufen. Im russisch-t√ľrkischen Krieg (1828/29) besiegte Ru√üland das Osmanische Reich und gewann Gebiete im s√ľdlichen Kaukasus. Moldau, Walachei und Serbien wurden autonom und gerieten unter russischem Einfluss. 1830/1831 kam es zum polnischen Aufstand, der auch auf Litauen √ľbergriff, jedoch niedergeschlagen wurde. Als Muhammad Ali Pascha im Kampf gegen den t√ľrkischen Sultan 1832 bis Anatolien vorstie√ü, schickte Nikolaus zur Unterst√ľtzung des Sultans Truppen. 1848 halfen russische Truppen dabei, die aufst√§ndischen Ungarn im Habsburger Reich niederzuschlagen. Einer m√∂glichen deutschen Einigung stand Nikolaus kritisch gegen√ľber und bei der Konferenz von Olm√ľtz √ľbte er starken Druck auf Preu√üen aus, um eine kleindeutsche Einigung unter F√ľhrung Preu√üens zu verhindern und den Deutschen Bund in seiner alten Form wiederherzustellen.


Ab 1850 gewann die Kolonialpolitik auch in Russland zunehmend an Bedeutung. Russland dehnte hierbei im beginnenden Zeitalter des Imperialismus 1852-1888 sein Einflussgebiet auf Turkestan und den Kaukasus aus und hegte auch wenig realistische Ambitionen auf China und Indien (The Great Game). 1860 wurde am Pazifik Wladiwostok gegr√ľndet, als feste Ausgangsbasis f√ľr eine aktivere und aggressive Politik Russlands im Fernen Osten.

Von 1853 bis 1856 kam es zum Krimkrieg, bei dem Russland einer Allianz aus Gro√übritannien, Frankreich, Piemont und dem Osmanischem Reich unterlag. Der Krieg wurde nicht nur auf der Krim selbst, sondern auch in der Ostsee, im Wei√üen Meer und im Schwarzen Meer ausgetragen. Im Krieg machte sich die R√ľckst√§ndigkeit Russlands unangenehm bemerkbar; die Ausr√ľstung des Landheeres war mangelhaft und die Flotte Russlands war vollkommen veraltet und einer Kraftprobe mit der britischen Royal Navy nicht gewachsen.

Zeitalter der Reformen (1855 bis 1881)

Als Reaktion auf die in der Niederlage im Krimkrieg deutlich zutage getretene R√ľckst√§ndigkeit Russlands nahm Alexander II. weitreichende Reformen in Angriff, deren wesentlichste Bestandteile die seit 1861 durchgef√ľhrte Aufhebung der Leibeigenschaft, Reformen im Justizwesen und eine neue Milit√§rorganisation waren. Alexander setzte diese Reformen gegen gro√üe Widerst√§nde durch. Nach dem T√ľrkisch-Russischen Krieg 1877-1878, in dessen Verlauf Russland die Unabh√§ngigkeit Bulgariens vom Osmanischen Reich erreichte, verbreitete sich die Idee des Panslawismus, also der Vereinigung der slawischen V√∂lker unter russischer Herrschaft. Diese Ideen waren nicht neu, aber jetzt fanden sie durch eine national gesinnte Presse und Agitatoren zunehmend Geh√∂r in Russland. Auf dem Berliner Kongress erlitt Russland jedoch einen R√ľckschlag, denn eine Schaffung eines Gro√ü-Bulgarien, wie sie Russland anstrebte, traf auf heftige Opposition Gro√übritanniens und √Ėsterreich-Ungarns, die einen Durchbruch Russlands an die Adria unbedingt unterbinden wollten. Im Russland bildeten sich in diesen Jahrzehnten mehrere radikale Gruppen, die einen Umsturz anstrebten. Auf Alexander wurden mehrere erfolglose Attentate ver√ľbt, am 11. M√§rz 1881 jedoch wurde der Zar von dem Anarchisten Nikolas Rysakow ermordet.

Russland im Zeitalter des Imperialismus (1881 bis 1917)

Ihm folgte sein Sohn als Alexander III. nach, der, auch durch die Ermordung seines Vaters beeinflusst, einen reformfeindlichen Kurs einschlug und streng autokratisch regierte. Dabei st√ľtzte er sich vor allem auf die Armee und auf die Geheimpolizei, die Ochrana. Die Armee nahm im Inneren Russlands traditionell auch Polizeiaufgaben wahr. Von 1891 bis 1901 wurde die Transsibirische Eisenbahn zwischen Wladiwostok und Tscheljabinsk gebaut, die den Westen und den Osten des Reiches miteinander verbinden sollte; auch die Besiedlung Sibiriens wurde hierdurch beg√ľnstigt. 1896 erhielt Russland durch den Bau einer Abzweigung, der Transmandschurischen Eisenbahn, Einfluss auf die Mandschurei, was aber zu kollidierenden Interessen mit Japan f√ľhrte; beide suchten sich auf Kosten Chinas zu vergr√∂√üern.

So kam es 1904-1905 zum Russisch-Japanischen Krieg, der f√ľr Russland verloren ging. Russland hatte von Anfang an Probleme, denn der Kriegsschauplatz lag weit vom eigentlichen Machtzentrum entfernt. Japan, seit 1902 B√ľndnispartner Gro√übritanniens, attackierte den russischen St√ľtzpunkt Port Arthur ohne vorherige Kriegserkl√§rung und versenkte einen Teil des russischen Fernostgeschwaders. Am 13. April kam es zu einer ersten Seeschlacht, die mit dem Sieg der Japaner endete. Diese besetzten nun die H√∂hen um die Festung Port Arthur und begannen mit der Belagerung. Von den H√∂hen aus nahmen sie auch die russischen Schiffe unter Feuer; im August versuchte die Restflotte einen erneuten Durchbruch. Es kam zu einer weiteren Seeschlacht, in der die restlichen russischen Schiffe versenkt wurden. Der Zar war jedoch uneinsichtig und noch nicht zu einem Frieden bereit, den auch weite Kreise,von Gro√üindustriellen bis zu den Milit√§rs, in Russland forderten. Nachdem die Russische Ostseeflotte die halbe Welt umrundet hatte, kam es am 14.-15. / 27.-28. Mai 1905 bei Tsushima in der Meerenge von Korea und Japan zur Schlacht mit der japanischen Flotte unter Admiral TŇćgŇć HeihachirŇć. Erneut unterlag die russische Flotte der japanischen und nachdem die Festung Port Arthur von den Japanern erobert worden war, musste Russland einem von US-Pr√§sident Theodore Roosevelt vermittelten Frieden zustimmen, der am 23. August/ 5.September 1905 in Portsmouth, New Hampshire, unterzeichnet wurde. Die Niederlage wurde als Sensation empfunden, denn erst zum zweiten Mal (nach der italienischen Niederlage in √Ąthiopien 1896) war eine europ√§ische Nation gegen eine au√üereurop√§ische unterlegen. Wiederum zeigte sich die R√ľckst√§ndigkeit Russlands.

Europäisches Russland um 1888

Durch ausgebliebene innenpolitische Reformen und den Konflikt zwischen Anh√§ngern einer Ann√§herung an den Westen (Westler) und Gegnern einer solchen Ann√§herung (Slawophile) geriet Russland wirtschaftlich immer mehr ins Hintertreffen gegen√ľber den anderen Gro√üm√§chten. Die Korruption im Land war weit verbreitet und h√∂her als in den westlichen L√§ndern. Zudem war die starke Zentralisierung des Staates nicht immer von Vorteil. In Moskau und Sankt Petersburg, aber auch in anderen russischen St√§dten entstanden Kreise von Intellektuellen, Kommunisten und Anarchisten. Sie wurden von Zar Alexander III. brutal verfolgt. Sein Nachfolger, Nikolaus II. behielt die Politik seines Vaters bei. Hinzu kamen soziale Probleme, die im Zuge der Industrialisierung des Landes entstanden, sowie eine Hungersnot im Jahre 1890. 1898 wurde die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands (Vorg√§ngerin der Kommunistischen Partei Russlands) gegr√ľndet, in welcher ab 1903 die Bolschewiki unter Lenin die F√ľhrung √ľbernahmen. Die Niederlage Russlands im russisch-japanischen Krieg verst√§rkte die Unzufriedenheit nur noch und es kam zu gro√üen Demonstrationen. Nach dem Petersburger Blutsonntag 1905 fand von 1905 bis 1907 eine erfolglose Revolution in Russland statt, die jedoch dem Zaren die Unzufriedenheit im Land zeigte. Zar Nikolaus II. rief unter anhaltendem Druck ein kurzzeitig existierendes Parlament, die Duma, zusammen, die er jedoch bald wieder aufl√∂sen lie√ü. Die Duma wird in der Geschichtswissenschaft teilweise als Scheinparlament bezeichnet.

Eröffnung der Duma 1906

Au√üenpolitisch war Russland nach der 1890 vom Deutschen Kaiser Wilhelm II. verweigerten Verl√§ngerung des R√ľckversicherungsvertrages 1892 ein B√ľndnis mit Frankreich eingegangen. Nach der Niederlage im Fernen Osten richtete Russland wieder seine Aufmerksamkeit auf Europa und den Balkan. Russland war nach dem verlorenen Krieg jedoch extrem geschw√§cht und musste zusehen, wie √Ėsterreich-Ungarn mit R√ľckendeckung des Deutschen Reiches 1908 Bosnien-Herzegowina annektierte. Die Spannungen auf dem Balkan nahmen immer weiter zu, denn das Osmanische Reich, "der kranke Mann am Bosporus" war zunehmend im Zerfallen begriffen. 1907 schloss Russland ein √úbereinkommen mit Gro√übritannien, indem die Streitigkeiten in Asien ausger√§umt und die gegenseitigen Interessensph√§ren festgelegt wurden. Es kam in Europa zu einem R√ľstungswettlauf. Die allgemeine Lage verd√ľsterte sich zunehmend und ein gro√üer europ√§ischer Krieg wurde immer wahrscheinlicher.

Im August 1914 brach der Erste Weltkrieg aus. Russland stand als Verb√ľndeter Frankreichs und Gro√übritanniens gegen das m√§chtige Deutsche Reich, √Ėsterreich-Ungarn und das Osmanische Reich. Nach einigen Erfolgen vor allem in Galizien, erlitt Russland mehrere schwere Niederlagen gegen die deutsche Armee; Polen und das Baltikum gingen verloren. Den Oberbefehl im Hauptquartier in Baranowitschi (ab dem 8. August 1915 in Mogiljow) √ľbernahm zun√§chst der Gro√üf√ľrst Nikolai Nikolajewitsch (2. August ‚Äď 5. September 1915). Aufgrund der katastrophalen Niederlagen der russischen Armeen √ľbernahm Zar Nikolaus II. am 9. September das Oberkommando. Doch war er nicht wesentlich erfolgreicher, nach zwei Jahren stand Russland vor dem wirtschaftlichen und milit√§rischen Zusammenbruch.

Russische Soldaten marschieren an die Front

Im M√§rz 1917 kam durch die Februarrevolution das Ende der Zarenherrschaft. Alexander Kerenski rief eine demokratische Republik aus. Am 15. M√§rz wurde der Zar als Oberbefehlshaber abgel√∂st. Der Versuch des Gro√üf√ľrsten Nikolai Nikolajewitsch, sich erneut an die Spitze der Armee zu setzen blieb Episode, unter dem Druck der Protestierenden war die Provisorische Regierung gezwungen, ihn des Amtes zu entheben.

Nach Alexejew (24. M√§rz ‚Äď 4. Juni) und Brussilow (4. Juni ‚Äď 1. August) wurde Kornilow (1. August ‚Äď 9. September) Oberbefehlshaber. Kornilow sah in der Linken und in den Arbeiter- und Soldatenr√§ten die entscheidende Gefahr f√ľr Russland und forderte von Kerenski diktatorische Vollmachten. Der setzte daraufhin Kornilow als Oberbefehlshaber ab. Kornilow weigerte sich jedoch, seine Befehlsgewalt abzugeben und appellierte an die Bev√∂lkerung von Petrograd (Sankt Petersburg), ihm gegen die R√§te und die Provisorische Regierung zu folgen. Aber der Putschversuch Kornilows hatte keinen Erfolg, weil die Bev√∂lkerung ‚Äď und die linken Gruppen ‚Äď Kerenski unterst√ľtzten. Kerenski wurde neuer Oberbefehlshaber (12. September ‚Äď 16. November). Da das Deutsche Reich die Lage Russlands destabilisieren und den Krieg im Osten beenden wollte, gelangte der bisher im Exil lebende Lenin nach Petrograd, wo es im Oktober zur kommunistischen Oktoberrevolution kam. Die Hauptstadt Russlands wurde zur√ľck nach Moskau verlegt. Polen, Finnland, das Baltikum und vor√ľbergehend auch Wei√ürussland sowie die Ukraine wurden unabh√§ngig.

Das Hauptquartier nahm gegen√ľber den Bolschewiki eine feindliche Haltung ein, und am 7. November wandte es sich einem Aufruf an die Armee, gegen die Bolschewiki zu k√§mpfen. Am 20. November erhielt das Hauptquartier eine Weisung von Lenin, Verhandlungen √ľber einen Waffenstillstand mit Deutschland und seinen Verb√ľndeten zu beginnen, aber am 22. November lehnte es der Oberste Befehlshaber Duchonin ab, diese Weisung auszuf√ľhren.

Er wurde darauf hin seines Amtes enthoben und Krylenko am 22. November zum sowjetischen Obersten Befehlshaber ernannt. Am 3. Dezember entlie√ü das Hauptquartier Kornilow und andere Gener√§le aus der Haft im Kloster Bychow, wodurch der Beginn eines B√ľrgerkriegs beg√ľnstigt wurde.

Am 3. Dezember 1917 wurde das Hauptquartier von revolution√§ren Kr√§ften unter der F√ľhrung von Krylenko eingenommen, der das Amt des Obersten Befehlshabers √ľbernahm. An diesem Tag wurde das Hauptquartier bis auf den Stab des Obersten Befehlshabers, der f√ľr die Ausf√ľhrung der Demobilisierung der Armee verantwortlich war, aufgel√∂st. Am 5. M√§rz 1918 wurde das Amt des Obersten Befehlshabers der Armee aufgehoben und sein Stab aufgel√∂st.

Die Sowjetunion (1917 bis 1991)

Siehe auch den Hauptartikel: Geschichte der Sowjetunion

Kriegskommunismus und Neue √Ėkonomische Politik

Lenin verlegte die Hauptstadt wieder von St. Petersburg nach Moskau. Nach dem Vertrag von Brest-Litowsk wurde 1918 die Russische Sozialistische F√∂derative Sowjetrepublik (RSFSR) gegr√ľndet, die sich sofort einem Einmarsch Deutschlands und des wieder unabh√§ngigen Polens ausgesetzt sah. Hinzu kam, dass sich die im Zuge der Februarrevolution an die Macht gekommene Regierung nicht aufgeben wollte und als Wei√üe Armee mit Unterst√ľtzung ausl√§ndischer Interventionstruppen im Baltikum, im S√ľden (Briten, Franzosen) und in Fernost (Japan, USA, Tschechoslowakische Legion) den B√ľrgerkrieg gegen die kommunistische Rote Armee anfing. Der B√ľrgerkrieg hatte hohe Verluste unter der Zivilbev√∂lkerung zur Folge. Der Roten Armee gelang es, Wei√ürussland, die Ukraine und Georgien zu erobern und dort Sowjetrepubliken zu errichten, die 1922 zusammen mit der RSFSR die Sowjetunion begr√ľndeten.

Stalinismus

In Zeiten der Sowjetunion war Russland in Form der RSFSR die gr√∂√üte und wirtschaftlich, sozial und politisch dominierende Sowjetrepublik. Vor allem in Sibirien wurde die Besiedelung und die wirtschaftliche Erschlie√üung, oft durch die Arbeit politischer und milit√§rischer Gefangener, vorangetrieben. W√§hrend der Herrschaft Stalins, im sogenannten Stalinismus, kamen Millionen von B√ľrgern des Landes gewaltsam in Lagern oder in Gef√§ngnissen ums Leben ‚Äď die genaue Anzahl der Opfer ist unbekannt (Siehe auch: Archipel GULAG).

Im Zweiten Weltkrieg war Russland neben Wei√ürussland und der Ukraine einer der Hauptkriegsschaupl√§tze. Dabei brachten die deutschen Eroberer im Zeichen nationalsozialistischen Rassenideologie schlimmstes Leid √ľber die Bev√∂lkerung: Ermordung und Verschleppung mehrerer Millionen sowjetischer Zivilisten und Kriegsgefangener, Massenmorde an Juden, Sinti und Roma, Versklavung und Ausbeutung der besetzten Gebiete. In Anlehnung an den Vaterl√§ndischen Krieg gegen Napoleon Bonaparte wurde der Zweite Weltkrieg auf sowjetischem Gebiet als Gro√üer Vaterl√§ndischer Krieg bezeichnet. Bei Stalingrad und Kursk (siehe Schlacht von Stalingrad und Schlacht bei Kursk) erlitt die eingedrungene deutsche Wehrmacht entscheidende Niederlagen, was den Wendepunkt im Zweiten Weltkrieg einleitete.

1945 eroberte die Rote Armee das n√∂rdliche Ostpreu√üen und bildete auf diesem vom inzwischen sowjetischen Litauen und von Polen umschlossenen Gebiet die Oblast Kaliningrad. Ferner gewann sie im Fernen Osten von Japan das s√ľdliche Sachalin und die Kurilen. 1954 wurde auf Betreiben von Nikita Chruschtschow die Krim von der RSFSR an die Ukrainische SSR √ľbertragen. (Zur Zeit von 1958 bis 1985 vgl. Geschichte der Sowjetunion)

Perestroika und Ende der Sowjetunion

Mit Beginn der 1980er Jahre geriet die sowjetische Wirtschaft immer mehr in eine Krise. Auf einigen Gebieten der Versorgung herrschte schwerer Mangel. Nach dem Tod von Konstantin Tschernenko wurde am 11. M√§rz 1985 der noch relativ junge Michail Sergejewitsch Gorbatschow zu seinem Nachfolger bestimmt. Im Zuge seiner Politik von Perestroika und Glasnost trat die wirtschaftliche Krise immer klarer zutage. Durch die sinkenden √Ėlpreise im Zuge des ersten Golfkrieges zwischen dem Iran und dem Irak fiel ein wichtiger Devisenbringer und eine Haupteinnahmequelle der Sowjetunion weg. Die Invasion in Afghanistan 1979 und der daraus resultierende kostspielige Krieg lasteten ebenfalls schwer auf dem Staatshaushalt. Die Versuche Gorbatschows, den R√ľstungswettlauf zu beenden um Geld f√ľr dringend ben√∂tigte innenpolitische Reformen und Modernisierungen einzuleiten, wurden von den USA nicht goutiert, da die USA dem Systemfeind nicht helfen, sondern ihn zerschlagen wollten. Gorbatschow geriet innenpolitisch zunehmend in Bedr√§ngnis; den Reformern gingen seine Reformen nicht weit genug, den reaktion√§ren Kr√§ften schon zu weit. Im aufstrebenden Boris Jelzin erwuchs Gorbatschow auch ein Gegner, der ihn bald in den Schatten dr√§ngen sollte. Der Unmut der sowjetischen Bev√∂lkerung entlud sich immer offener und in den Republiken kam es verst√§rkt zu separatistischen Tendenzen. 1991 erkl√§rten sich im Zuge des Machtzerfalls der sowjetischen Regierung und nach dem erfolglosen Putsch gegen Gorbatschow im August zun√§chst Litauen, Lettland und Estland, sp√§ter auch die √ľbrigen Sowjetrepubliken f√ľr unabh√§ngig. Am 8. Dezember 1991 beschlossen die Staatsoberh√§upter der letzten drei Unionsrepubliken ‚Äď der russischen, ukrainischen und wei√ürussischen ‚Äď die offizielle Aufl√∂sung der Sowjetunion. Die RSFSR trat unter der Bezeichnung Russische F√∂deration ihre Rechtsnachfolge an.

Russische Föderation

Gleichzeitig mit der Aufl√∂sung der Sowjetunion gr√ľndete Russland zusammen mit Wei√ürussland und der Ukraine die GUS, der sich sp√§ter mit Ausnahme der baltischen Staaten auch die anderen ehemaligen Sowjetrepubliken anschlossen. Die GUS als Nachfolgeorganisation der Sowjetunion stellt seitdem eine Art Diskussionsforum zwischen diesen Staaten dar.

1992 ließ der russische Präsident Boris Jelzin einen Föderationsvertrag unterzeichnen, der den Subjekten (Bundesländern) Russlands weitreichende Vollmachten zubilligte. 1993 kam es in Moskau zu blutigen Auseinandersetzungen, als sich der Machtkampf zwischen dem konservativ dominierten Parlament und dem Präsidenten zuspitzte (siehe Russische Verfassungskrise 1993). Russland blieb in den 1990er Jahren instabil, was sich in zum Teil gravierenden Wirtschaftsproblemen und in Nationalitätenkonflikten (Menschenrechtsverletzungen und Geiselnahmen im Konflikt um Tschetschenien) zeigte.

1996 gr√ľndete Russland zusammen mit der Volksrepublik China, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan die Shanghai Five, eine internationale Organisation die sich vor allem der Bek√§mpfung von Separatismus und Terrorismus verschrieben hat.

1998 brach das russische Bankenwesen zusammen, wodurch viele Russen ihr Guthaben verloren. Seitdem befindet sich Russland aber in einer Phase wirtschaftlicher und politischer Konsolidierung. Der Konflikt um Tschetschenien konnte auch unter Jelzins Nachfolger Wladimir Wladimirowitsch Putin nicht wirklich gel√∂st werden. Die Politik gegen√ľber Westeuropa war zun√§chst von zunehmendem Vertrauen und Stabilit√§t gepr√§gt; insbesondere um ein gutes Verh√§ltnis zu Deutschland bem√ľhten sich Jelzin wie auch Putin. Gleichzeitig war Russland bem√ľht, seinen Einfluss in den Nachbarl√§ndern, vor allem in Zentralasien und Wei√ürussland weiter auszubauen bzw. wiederzuerlangen. So wurde mit Wei√ürussland eine Wirtschafts-, Verteidigungs- und Zollunion abgeschlossen (Russisch-Wei√ürussische Union), die aber auf Grund der unberechenbaren Politik des wei√ürussischen Pr√§sidenten Aljaksandr Lukaschenka zunehmend in Frage gestellt wird.

Am 14. Juni 2001 entstand durch die Aufnahme Usbekistans aus der Shanghai Five die Shanghaier Organisation f√ľr Zusammenarbeit (SCO), durch die Russland beim Kampf um den zuk√ľnftigen Einfluss auf Zentralasien und seine Rohstoffe mehr Einfluss gewinnen und den wachsenden Einfluss der USA einschr√§nken will.

In Russland selbst war in der Amtszeit Putins eine faktische Einschr√§nkung der Pressefreiheit (siehe auch Medien in Russland) zu beobachten. Bedingt durch die rasant wachsende Wirtschaft kam es zu einer Sanierung des Staatshaushaltes (Tilgung der Auslandsschulden), was sich auch in steigenden L√∂hnen bemerkbar machte. Au√üenpolitisch wendete sich Russland nach einigen Jahren der Ann√§herung mehr und mehr vom Westen ab. Die Absicht der USA, Teile ihres geplanten Raketenabwehrsystems in Polen und Tschechien aufzustellen f√ľhrten zu neuen Disharmonien zwischen Russland und den USA. Ohnehin verschlechterte sich das Verh√§ltnis zu den USA in den letzten Jahren kontinuierlich; die Versuche der USA, im Kaukasus und in Mittelasien den eigenen Einfluss zu erweitern, werden in Russland misstrauisch gesehen. Dazu tragen auch wiederholte russlandfeindliche √Ąu√üerungen verschiedener wichtiger Personen der US-Admininstrationen bei. Zu Spannungen mit Georgien und der Ukraine kam es, als dort die regierenden pro-russischen Herrschaftseliten durch Massendemonstrationen von der Macht vertrieben wurden und nationalistisch orientierte Politiker an die Macht kamen, die eher ein enges Verh√§ltnis zu den USA anstreben und Russland √∂ffentlich kritisieren.

Am 2. M√§rz 2008 wurde Dmitri Medwedew zum Nachfolger Wladimir Putins als Pr√§sident Russlands gew√§hlt. Im andauernden Konflikt mit Georgien um S√ľdossetien und Abchasien kam es im August 2008 zu milit√§rischen Auseinandersetzungen, aus denen Russland siegreich hervorging. Auch im Verh√§ltnis zur Ukraine nahmen die Spannungen zu. Streitpunkte sind vor allem die Krim mit ihrem hohen russischen Bev√∂lkerungsanteil und die russischen Gaslieferungen. Da es bei den Neuverhandlungen zu keiner Einigung kam, stellte der russische Staatsbetrieb Gazprom zum 1. Januar 2009 die Lieferungen an die Ukraine vor√ľbergehend ein; in der Folge kam es zu Lieferengp√§ssen in Europa.

Siehe auch

Literatur

  • Werner Adam: Das neue Russland.Putins Aufbruch mit schwerem Erbe. Holzhausen, Wien 2000, ISBN 3-85493-018-6.
  • Erich F. Beck: Die russische Kirche. Ihre Geschichte, Lehre und Liturgie mit besonderer Ber√ľcksichtigung ihrer Unterscheidungslehren und ihres Verh√§ltnisses zur r√∂mischen Kirche. Unitas-Verlag, B√ľhl/Baden 1926.
  • Thomas M. Bohn (Hrsg.): Geschichte des russischen Reiches und der Sowjetunion. B√∂hlau, K√∂ln 2002, ISBN 3-412-14098-8.
  • Erich Donnert: Russland (860-1917) Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 1998, ISBN 3-7917-1582-8.
  • Hans Ebeling, Wolfgang Birkenfeld: 19. Jahrhundert. Ein geschichtliches Arbeitsbuch (Die Reise in die Vergangenheit; Bd. 4). Westermann Schulbuchverlag, Braunschweig 1991, ISBN 3-14-140704-5.
  • Orlando Figes: Nataschas Tanz. Eine Kulturgeschichte Russlands. Berlin Verlag, Berlin 2003, ISBN 978-3827004871.
  • Valentin Giterman: Geschichte Ru√ülands. Athen√§um-Verlag, Frankfurt/M. 1987, ISBN 3-610-08461-8 (Repr. d. Ausg. Hamburg 1949).
  • Heiko Haumann: Geschichte Russlands. Chronos-Verlag, Z√ľrich 2003, ISBN 3-03-400638-1.
  • Michel Heller: Histoire de la Russie et de son Empire. Flammarion, Paris 1997, ISBN 2-08-081410-9.
  • Manfred Hellmann, Stefan Plaggenborg (Hrsg.): Handbuch der Geschichte Russlands. Hiersemann, Stuttgart 1986/2004, ISBN 3-7772-7621-9 (6 Bde.).
  • Edgar H√∂sch: Geschichte Ru√ülands vom Kiever Reich bis zum Zerfall des Sowjetimperiums. Kohlhammer, Stuttgart 1996, ISBN 3-17-011322-4.
  • Andreas Kappeler (Hrsg.): Die Geschichte Russlands im 16. und 17. Jahrhundert aus der Perspektive seiner Regionen (Forschungen zur osteurop√§ischen Geschichte; Bd. 63). Harrassowitz, Wiesbaden 2004, ISBN 3-447-05029-2 (dt., engl., franz. und russ. Beitr√§ge).
  • Horst G√ľnther Linke: Geschichte Russlands. Von den Anf√§ngen bis heute. Wissenschaftliche Buchgesellschaft und Primus-Verlag, Darmstadt 2006, ISBN 978-3-89678-557-2.
  • Robin Milner-Gulland: Bildatlas der Weltkulturen, Russland. Kunst, Geschichte, Lebensformen. Bechterm√ľnz, Augsburg 1997, ISBN 3-86047-787-0.
  • Dimitrij S. Mirskij: Russland. Von der Vorgeschichte bis zur Oktoberrevolution. Magnus-Verlag, Essen 1975.
  • Gottfried Schramm: Altrusslands Anfang. Historische Schl√ľsse aus Namen, W√∂rtern und Texten zum 9. und 10. Jahrhundert. Rombach-Verlag, Freiburg/B. 2002, ISBN 3-7930-9268-2.
  • G√ľnther St√∂kl: Russische Geschichte. Von den Anf√§ngen bis zur Gegenwart. 6. erweiterte Aufl. Kr√∂ner, Stuttgart 1997, ISBN 3-520-24406-3.
  • Hans-Joachim Torke (Hrsg.): Die russischen Zaren 1547-1917 C.H.Beck M√ľnchen, 2005 (3. √ľberarbeitete Auflage) ISBN 3-406-42105-9.
  • Tanja Wagensohn: Russland nach dem Ende der Sowjetunion. Pustet, Regensburg 2001, ISBN 3-7917-1751-0.
  • Margareta Mommsen/Angelika Nu√überger: Das System Putin. Verlag C.H.Beck, M√ľnchen 2007, ISBN 3-406-54790-7.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Goehrke/Hellmann/Lorenz/Scheibert: Weltgeschichte - Russland, Band 31, Weltbild Verlag, Frankfurt am Main 1998, S. 76
  2. ‚ÜĎ Goehrke/Hellmann/Lorenz/Scheibert: Weltgeschichte - Russland, Band 31, Weltbild Verlag, Frankfurt am Main 1998, S. 174
  3. ‚ÜĎ Goehrke/Hellmann/Lorenz/Scheibert: Weltgeschichte - Russland, Band 31, Weltbild Verlag, Frankfurt am Main 1998, S. 177
  4. ‚ÜĎ Hans-Joachim Torke: Die russischen Zaren, 1547-1917 , C.H.Beck - Verlag, S. 165
  5. ‚ÜĎ Goehrke/Hellmann/Lorenz/Scheibert: Weltgeschichte - Russland, Band 31, Weltbild Verlag, Frankfurt am Main 1998, S. 180
  6. ‚ÜĎ Goehrke/Hellmann/Lorenz/Scheibert: Weltgeschichte - Russland, Band 31, Weltbild Verlag, Frankfurt am Main 1998, S. 181
  7. ‚ÜĎ (Ausw√§rtiges, Staatskontor, Admiralit√§t, Kammer-, Kommerz-, Justiz-, Revisions-, Kriegs- sowie das Berg- und Manufakturkollegium.; Chrisopher Schmidt: Russische Geschichte 1547-1917, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, S. 35
  8. ‚ÜĎ Goehrke/Hellmann/Lorenz/Scheibert: Weltgeschichte - Russland, Band 31, Weltbild Verlag, Frankfurt am Main 1998, S. 186
  9. ‚ÜĎ Christoph Schmidt: Russische Geschichte 1547-1917, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, S. 33
  10. ‚ÜĎ Goehrke/Hellmann/Lorenz/Scheibert: Weltgeschichte - Russland, Band 31, Weltbild Verlag, Frankfurt am Main 1998, S. 185
  11. ‚ÜĎ Hans-Joachim Torke: Die russischen Zaren, 1547-1917 , C.H.Beck - Verlag, S. 170
  12. ‚ÜĎ Hans-Joachim Torke: Die russischen Zaren, 1547-1917 , C.H.Beck - Verlag, S. 172
  13. ‚ÜĎ Goehrke/Hellmann/Lorenz/Scheibert: Weltgeschichte - Russland, Band 31, Weltbild Verlag, Frankfurt am Main 1998, S. 198
  14. ‚ÜĎ Hans-Joachim Torke: Die russischen Zaren, 1547-1917 , C.H.Beck - Verlag, S. 175
  15. ‚ÜĎ Goehrke/Hellmann/Lorenz/Scheibert: Weltgeschichte - Russland, Band 31, Weltbild Verlag, Frankfurt am Main 1998, S. 183


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