Geschichte Syriens

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Geschichte Syriens

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Neolithikum

Siedlungen aus dem PPNA stammen aus der Zeit, in der sich Ackerbau und Viehzucht langsam entwickelten. Die rechteckigen H√§user z. B. von Mureybit stammen aus der folgenden Epoche des PPNB, als sich die neolithische Lebensweise bereits durchgesetzt hatte, Keramik aber noch unbekannt war. Man benutzte Gef√§√üe aus Gips, gebranntem Kalk (Vaiselles blanches) und Stein. Obsidian aus Anatolien weist auf fr√ľhe Handelsbeziehungen.

Syrien im Altertum

Karte Syriens im Altertum

Das Gebiet des heutigen Syrien wurde ab etwa 2350 v. Chr. von den Akkadern beherrscht. Die durch Ausgrabungen bekannt gewordene Sprache von Ebla (Eblaitisch) auf dem Gebiet des heutigen Syrien ist eng mit dem Akkadischen verwandt. Nordsyrien war Teil des Mitanni-Reiches, etwa um 1350 v. Chr. wurde es von den Hethitern erobert. Das aram√§ische Reich Aram mit der Hauptstadt Damaskus existierte vom 13. Jh. v. Chr. bis 733 v. Chr. Ab etwa 900 v. Chr. wurde Syrien nach und nach Teil des Neuassyrischen Reiches, das 625 v. Chr. vom Neubabylonischen Reich abgel√∂st wurde. Das Perserreich der Ach√§meniden eroberte schlie√ülich das Neubabylonische Reich und das heutige Syrien in Jahre 539 v. Chr.

Griechisch-römische Zeit

Alexander der Gro√üe eroberte nach der Schlacht bei Issos in den Jahren 332 und 331 v. Chr. das heutige Syrien. Nach dem Tode Alexanders wurde Syrien Teil des Diadochen-Reiches der Seleukiden, ehe es 64 v. Chr. zur R√∂mischen Provinz Syria wurde. Das Reich von Palmyra erkl√§rte unter der K√∂nigin Zenobia im Jahre 267 die Unabh√§ngigkeit von Rom, wurde aber vom r√∂mischen Kaiser Aurelian im Jahre 272 besiegt. Bei der Teilung des R√∂mischen Reichs im Jahre 395 fiel es an Ostrom.

Syrien unter der Herrschaft der Umayyaden und Abbasiden (636‚Äď945)

Schon kurz nach der Begr√ľndung des Islam durch Muhammad wurde das byzantinische Syrien von den Arabern 636 nach der Schlacht am Jarmuk erobert. Es wurde schnell in das Kalifat integriert und bildete das Zentrum f√ľr den Aufstieg der Umayyaden im Kalifat. Nach der Durchsetzung Muawijas als Kalif (661) verlagerte er die Hauptstadt des Kalifats nach Damaskus, womit Syrien das neue Kernland des Reiches wurde. 750 wurden die Umayyaden von den Abbasiden gest√ľrzt. Diese verlegten die Hauptstadt in die irakische Garnisonsstadt Kufa und gr√ľndeten Bagdad als neues Zentrum des Reiches.

Syrische F√ľrstent√ľmer und der Kampf gegen die Kreuzfahrer (945‚ąí1174)

Seit 902 gewannen die Hamdaniden in Aleppo und Mossul an Einfluss und wurden nach 945 faktisch von den Abbasiden unabh√§ngig, als diese unter die Kontrolle der schiitischen Buyiden gerieten. In ihrer Residenz Aleppo f√∂rderten die Hamdaniden bis zu ihrem Sturz 1002 die arabische Kultur. Darauf konnten die Fatimiden ihre Kontrolle √ľber Nordsyrien ausweiten, bis sie ihrerseits zwischen 1071 und 1079 von den Seldschuken vertrieben wurden. Diese konnten jedoch keine stabile Herrschaft aufbauen, so dass Syrien bald wieder in mehrere kleine F√ľrstent√ľmer zerfiel.

Durch die Zersplitterung Syriens sowie dem Niedergang des Seldschukenreichs und des Fatimidenreichs wurde die Eroberung der K√ľstengebiete durch die Kreuzfahrer des Ersten Kreuzzugs (1098‚Äď1099) erheblich erleichtert. Die Kreuzfahrer gr√ľndeten in der Folgezeit das K√∂nigreich Jerusalem in Pal√§stina, das F√ľrstentum Antiochia, sowie die Grafschaften Tripolis und Edessa. Die muslimischen Herrscher in Syrien, u. a. die Assassinen, gingen bald zu einer Koexistenz mit den Kreuzfahrern √ľber, da diese mit den K√ľstenst√§dten auch die wichtigsten Handelszentren in der Levante kontrollierten.

Seit 1127 begann der Widerstand unter dem Atabeg Imad ad-Din Zangi von Aleppo (1127‚Äď1146). Er begr√ľndete die Dynastie der Zangiden und eroberte 1144 die Grafschaft Edessa. Dies wurde der Ausl√∂ser f√ľr den 2. Kreuzzug (1147‚Äď1149), der vor Damaskus scheiterte. Unter Nur ad-Din Zangi (1146‚Äď1174) wurde der Kampf gegen die Kreuzfahrer fortgef√ľhrt und das ganze muslimische Syrien und der Nordirak um Mossul vereinigt. 1168 gelang es seinem General Sirkuh auch √Ągypten zu besetzen.

Syrien unter der Vorherrschaft √Ągyptens (1174‚Äď1517)

Sirkuhs Nachfolger Saladin st√ľrzte 1171 die Fatimiden und gr√ľndete die Dynastie der Ayyubiden in √Ągypten. Der Konflikt zwischen Nur ad-Din und Saladin wurde nur durch den Tod Nur ad-Dins (1174) verhindert. Daraufhin wurde auch Syrien von Saladin unterworfen und Teil des Ayyubidenreichs von √Ągypten. Da Saladin immer wieder Verwandte in Syrien als Regenten einsetzte, kam es zu Machtk√§mpfen innerhalb der Familie der Ayyubiden. Nachdem die √§gyptischen Mamelucken die Mongolen 1260 in der Schlacht von Ain Djalut besiegt hatten, gelang es ihnen, Syrien fest in das Reich einzugliedern und die Angriffe der persischen Il-Khane auf Syrien abzuwehren. Bis 1291 wurden unter Sultan Chalil auch die letzten Kreuzfahrer aus den syrisch-pal√§stinensischen K√ľstengebieten vertrieben. Der Frieden mit den Il-Khanen 1322 f√ľhrte in Syrien durch den Handel mit Asien zu einem starken Wirtschaftsaufschwung, der erst durch die Invasion Timur Lenks um 1400 unterbrochen wurde. 1517 kam Syrien nach der Unterwerfung der Mamelucken durch die Osmanen unter deren Herrschaft.

Syrien unter der Herrschaft der Osmanen (1517‚ąí1832)

Unter den Osmanen begann seit dem 17. Jahrhundert der Niedergang Syriens. Wirtschaftlich verlor das Land seine Bedeutung f√ľr den Transithandel aus Asien, nachdem die europ√§ischen H√§ndler den Seeweg nach Indien entdeckt hatten. Der europ√§ische Handel war so effizient, dass Syrien sp√§ter die Gew√ľrze aus Asien √ľber Europa bezog. Dazu kam, dass die Osmanen zunehmend die Kontrolle √ľber die Provinz an recht autonome Statthalter verloren, die meist aus den bedeutenden Familien von Damaskus stammten. Solange die Tribute an die Osmanen entrichtet wurden, konnten sie unbehelligt regieren. So kontrollierte der al-Azm-Clan zwischen 1725 und 1807 fast ganz Syrien. Die schwache Zentralregierung f√ľhrte auch zu verst√§rkten Einf√§llen arabischer Beduinen, was zu einem R√ľckgang der landwirtschaftlich genutzten Fl√§che f√ľhrte. Seit dem 16. Jahrhundert begann sich der Libanon unter den Emiren der Drusen zunehmend von Syrien zu l√∂sen.

Herrschaft Muhammad Alis in Syrien (1832‚ąí1840)

Im Jahre 1832 √ľberrannte Muhammad Ali Syrien und marschierte nach Anatolien. Der Sieg in der Schlacht von Konya f√ľhrte zum Vertrag von H√ľnkar Iskelesi, der Muhammad Ali am 27. Mai 1832 zum Statthalter (Wali) von Syrien machte. Die √§gyptische Herrschaft wurde von Ibrahim Pascha, dem Sohn Muhammad Alis ausge√ľbt. Dieser errichtete in Damaskus eine zentrale Regierung f√ľr Syrien. Er gr√ľndete Schulen, reformierte das Rechts- und Steuersystem und f√∂rderte die Ausbildung. Er stellte Juden und Christen rechtlich mit den Muslimen gleich. Durch verschiedene Ma√ünahmen belebte er die Wirtschaft.

Am 10. Oktober 1840 √ľbernahmen jedoch die Osmanen wieder die Herrschaft. Grund daf√ľr war eine Intervention der europ√§ischen M√§chte, denen Muhammad Ali zu m√§chtig geworden war.

Erneute Herrschaft der Osmanen (1840‚Äď1918)

Die Osmanen √ľbernahmen die zentrale Verwaltung Ibrahim Pashas und dehnten die 1839 begonnen Reformpolitik (Tanzimat) auch auf Syrien aus. Blutige Unruhen zwischen Christen und Drusen bzw. Sunniten in Syrien und dem Libanon gipfelten 1860 in einem Christenmassaker in Damaskus. Auf Druck Frankreichs wurde der Libanon nun auch organisatorisch von Syrien getrennt und direkt dem Sultan in Istanbul unterstellt. In den folgenden Jahrzehnten erreichten die intensiven osmanischen Reformen auch die syrische Wirtschaft, die sich zu entwickeln begann. Unter anderem wurde das Land an das osmanische Eisenbahnnetz angeschlossen und die Hedjas-Bahn von Damaskus nach Medina gebaut (1900‚ąí1909). W√§hrend des Ersten Weltkrieges (1914‚Äď1918) standen die Araber auf der Seite der Entente und vertrieben unter F√ľhrung der Haschimiten und Thomas Edward Lawrence 1918 die Osmanen aus Damaskus.

Syrien unter franz√∂sischer Herrschaft (1920‚Äď1945)

In den Jahren 1920‚Äď1922 erhielt Frankreich vom V√∂lkerbund das V√∂lkerbundmandat f√ľr Syrien und Libanon zugesprochen. Es umfasste das Gebiet der heutigen Staaten Syrien und Libanon sowie der heutigen t√ľrkischen Provinz Hatay. 1920 errichtete Faisal I., ein Sohn des Scherifen von Mekka Hussain I. ibn Ali, ein unabh√§ngiges arabisches K√∂nigreich Syrien unter dem Einschluss von Libanon, Pal√§stina und Jordanien. Bereits wenige Monate sp√§ter wurde er von Frankreich gest√ľrzt und Franz√∂sische Truppen besetzten das Land. 1922 wurde gem√§√ü den Beschl√ľssen der Konferenz von Sanremo das arabische Gebiet Syrien und Libanon, als V√∂lkerbundsmandat an Frankreich √ľbertragen, das V√∂lkerbundsmandat f√ľr Pal√§stina fiel an Gro√übritannien zur helfenden ‚ÄěErrichtung einer nationalen Heimst√§tte f√ľr das j√ľdische Volk in Pal√§stina‚Äú. Dies geschah infolge der territorialen Ver√§nderungen nach dem Ersten Weltkrieg, den Friedensvertr√§gen mit dem Osmanischen Reich von S√®vres 1920 und dessen Revision in Lausanne 1923.

Urspr√ľnglich wollte Frankreich keinen geeinten syrischen Staat, sondern beabsichtigte eine Aufteilung in sechs Staaten mit eigener Regierung, wobei religi√∂se und konfessionelle Gesichtspunkte eine Rolle spielen sollten.

Diese Absichten l√∂sten Mitte 1925 einen Aufstand der Drusen aus, worauf Frankreich mit Bombardierungen reagierte. Der wachsende innere und auch √§u√üere Druck (seitens Gro√übritanniens) f√ľhrten schlie√ülich dazu, dass zun√§chst die Gebiete um Damaskus und Aleppo zum Staat Syrien zusammengeschlossen wurden. Neben der Zulassung von politischen Parteien wurde auch eine Verfassung ausgearbeitet. 1937 kamen die Gebiete um Latakia und der Drusenstaat zum Staatsgebiet hinzu.

In Anlehnung an das Abkommen zwischen dem Irak und Großbritannien von 1922 wurde 1936 ein Vertrag mit Frankreich geschlossen, in dem die Unabhängigkeit Syriens in Aussicht gestellt wurde. Dieser Vertrag wurde von Frankreich allerdings nicht ratifiziert.

1939 trat Frankreich das Gebiet um Iskanderun an die T√ľrkei ab ‚Äď offenbar, um die T√ľrkei als Verb√ľndeten im Zweiten Weltkrieg zu gewinnen. Nachdem Paris von deutschen Truppen besetzt worden war und die franz√∂sische Verwaltung sich auf die Seite des Vichy-Regimes unter Marschall Henri Philippe P√©tain schlug, marschierten freifranz√∂sische Truppen mit britischer Unterst√ľtzung in Syrien ein. Im Auftrag Charles de Gaulles wurde das Mandat f√ľr beendet und Syrien f√ľr unabh√§ngig erkl√§rt. Es folgte sp√§ter die Anerkennung durch die Sowjetunion, die Vereinigten Staaten und Gro√übritannien.

1945 wurde Syrien Gr√ľndungsmitglied der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga.

Frankreich war jedoch immer noch milit√§risch pr√§sent, was zu antifranz√∂sischen Demonstrationen f√ľhrte und in der franz√∂sischen Bombardierung von Damaskus gipfelte. Nachdem der britische Premierminister Winston Churchill mit der Entsendung von Truppen drohte und die Vereinten Nationen Frankreich zum R√ľckzug aufforderten, lenkte Frankreich ein: am 15. April 1946 verlie√üen die letzten Truppen das Land.

Die Chronik im Einzelnen:

  • 16. Mai 1916: Sykes-Pikot-Abkommen zur Abgrenzung der britischen und franz√∂sischen Interessen in Syrien f√ľr die Zeit nach dem Weltkrieg.
  • 1. Oktober 1918: Einmarsch Alliierter Truppen und des Emirs Faisal in Damaskus.
  • 27. Oktober 1918: Sandjak Alexandrette franz√∂sisch besetzt.
  • 10. Dezember 1919: Bildung einer nationalen syrischen Regierung in Damaskus.
  • 7. M√§rz 1920: Proklamation eines unabh√§ngigen K√∂nigreichs unter Faisal (sp√§ter Faisal I. von Ir√Ęq).
  • 28. April 1920: Alliierte beschlie√üen franz√∂sisches V√∂lkerbundsmandat Gro√ü-Syrien (vom V√∂lkerbund 24. Juli 1922 best√§tigt und 29. September 1923 in Kraft gesetzt).
  • 25. Juli 1920: Einzug franz√∂sischer Truppen in Damaskus ein und Vertreibung K√∂nig Faisals.
  • 31. August 1920: Autonomes Gebiet der ‚ÄėAlawiten (= Nusairier, eine schiitische Sekte) bestehend aus dem ehemaligen Sandjak Latakiye (al-L√Ędhik√ģya), dem Norden des Sandjaks Trablus-ńĪ Sham (Tripoli)und einem Teil des Kaza Masy√Ęf des Sandjaks Ham√Ęh.
  • 20. Oktober 1921: Vertrag von Ankara √ľber die Grenze zur T√ľrkei (entlang der Bagdadbahn).
  • 12. Juli 1922: √Čtat des Alaouites (‚ÄėAlawiten-Staat).
  • 24. Juli 1922: Sandjak Alexandrette als eigenst√§ndiges Gebiet unter syrische Mandatsverwaltung.
  • 1922‚Äď1924: F√©d√©ration des √Čtats de Syrie aus dem √Čtat d‚ÄôAlep (Aleppo) einschlie√ülich Alexandrette, dem √Čtat de Damas (Damaskus), dem √Čtat des Alaouites (‚ÄėAlawiten) und dem √Čtat des Drouzes (Dj√©bel druze). Diese F√∂deration existierte aber nur auf dem Papier.
  • 1. Januar 1925: √Čtat Ind√©pendant des Alaouites. Syrien Einheitsstaat aus den Gebieten Damaskus und Aleppo.
  • 1925‚Äď1926: Aufstand der Drusen.
  • 14. Mai 1930: ‚ÄėAlawiten-Gebiet wird Gouvernement de Lattaqui√© (Latakia).
  • 1936: Gebiete der ‚ÄėAlawiten und Drusen zu Syrien.
  • 10. Januar 1937: Provinzen der Republik Syrien.
  • 1937‚Äď39 separatistische Bewegung im Djabal ad-Dur√Ľz, 1937 der Kurden in der Djaz√ģra, 1939 der ‚ÄėAlawiten.
  • 2. September 1938: Sandjak Alexandrette als Republik Hatay von Syrien getrennt.
  • 1. Juli 1939: Autonomie f√ľr ‚ÄėAlawiten, Drusen und die Kurden der Djaz√ģra (Sandjak Z√īr).
  • 29. Juli 1939: Hatay t√ľrkisch.
  • 22. Juni 1940: Nach der Kapitulation Frankreichs bleibt die Mandatsverwaltung gegen√ľber dem Vichy-Regime loyal.
  • 8. Juni 1941: Einmarsch britischer und freifranz√∂sischer Truppen.
  • 27. September 1941: General Catroux erkl√§rt Syrien und Libanon f√ľr unabh√§ngig; die franz√∂sische Herrschaft bleibt aber de facto bestehen.
  • 20. Juni 1942: Autonomie der Gebiete beendet.
  • 17. August 1943: Wahl des ersten Staatspr√§sidenten.
  • 12. April 1945: Syrien wird Mitglied der UNO.
  • Mai 1945: Verst√§rkung der franz√∂sischen Truppen. Blutige Zusammenst√∂√üe zwischen Franzosen und Syrern.
  • 29. Mai 1945: Franzosen bombardieren Damaskus. Britische Intervention.
  • 14. April 1946: Abzug der letzten franz√∂sischen Truppen.

Syrische Arabische Republik (seit 1946)

Am 17. April 1946 wurde die Syrische Arabische Republik (arabisch ‚ÄŹōßŔĄō¨ŔÖŔáŔąōĪŔäō© ōßŔĄōĻōĪō®Ŕäō© ōßŔĄō≥ŔąōĪŔäō©‚Äé al-ńüumhŇęrńęya al-ŐĒarabńęya as-sŇęrńęya) ausgerufen. Seither ist der 17. April syrischer Nationalfeiertag.

Die ersten Jahre der jungen Republik waren durch politische Instabilität und Regierungskrisen gekennzeichnet. Dazu trug auch die Niederlage im ersten Palästinakrieg 1948 bei.

Der Aufstieg des Panarabisten Gamal Abdel Nassers in √Ągypten n√§hrte auch in Syrien Hoffnungen auf die Schaffung eines gemeinsamen arabischen Staats. Im Vorfeld des Sueskriegs bildeten beide L√§nder ein gemeinsames Oberkommando; nach schweren Spannungen zwischen der Baath-Partei und der Kommunistischen Partei Syriens wurde aus Furcht vor einer kommunistischen Macht√ľbernahme eine Delegation nach √Ągypten entsandt, wo die Vereinigung der beiden Staaten beschlossen wurde. Am 1. Februar 1958 wurde der Zusammenschluss √Ągyptens und Syriens zur Vereinigten Arabischen Republik (VAR) bekanntgegeben.

Da von Anfang an die √§gyptische Seite dominierte und die wichtigsten Politikbereiche bestimmte, wuchs die Unzufriedenheit in Syrien. Hinzu traten wirtschaftliche Probleme. Ein Putsch syrischer Offiziere im September 1961 bedeutete schlie√ülich das Ende der Vereinigten Arabische Republik. Nach einem weiteren Putsch im M√§rz 1963 erlangte die Baath-Partei zum ersten Mal die Macht im weiterhin zerstrittenen Syrien. Eine Vereinigung Syriens mit √Ągypten und dem Irak zur Vereinigten Arabischen Republik von 1963 scheiterte an aufkommenden Differenzen zwischen dem irakischen und dem syrischen Fl√ľgel der Ba Ņth-Partei.

Nach dem gegen Israel verlorenen Sechstagekrieg im Juni 1967 und dem Verlust des Golans folgte eine von allgemeiner Niedergeschlagenheit gekennzeichnete Phase.

Hafiz al-Assad

Aus den jahrelangen Machtk√§mpfen innerhalb der Ba'ath-Partei ging am 16. November 1970 schlie√ülich Hafiz al-Assad als Sieger hervor. Assad, unter Salah Dschadid noch Verteidigungsminister, lie√ü den Altpr√§sidenten und einige seiner Anh√§nger verhaften, nachdem er selbst einst aus politischen Gr√ľnden einige Zeit im Gef√§ngnis verbringen musste. 1971 lie√ü er sich mit 99,2 % der Stimmen (ohne Gegenkandidaten) zum Staatspr√§sidenten w√§hlen; im selben Jahr wurde er Generalsekret√§r der Ba'ath-Partei.

1973 wurde eine neue Verfassung verabschiedet, in der die Position des Staatspr√§sidenten weiter aufgewertet wurde. Des Weiteren soll die Schari'a fortan eine der Hauptgrundlagen der Gesetzgebung sein (sie wurde zuvor als einfache Quelle f√ľr die Legislative bezeichnet). Dies folgte nach dem gescheiterten Versuch Assads in Syrien eine Verfassung ohne jegliche religi√∂se Elemente, d. h. streng laizistisch einzuf√ľhren und den Staat in eine Volksrepublik umzubenennen, was in der Bev√∂lkerung auf gro√üen Widerstand stie√ü, da dies v. a. eine weitere Ann√§herung an den Ostblock und die M√∂glichkeit eines christlichen Pr√§sidenten bedeutet h√§tte, wo doch schon dem Alawiten Assad Misstrauen entgegengebracht wurde. Im neuen Verfassungsentwurf wurde daher wieder festgelegt, dass der Staatspr√§sident Muslim sein muss, um die Bev√∂lkerungsmehrheit der Sunniten zu beruhigen, denen die Alawiten, zu denen auch al-Assad geh√∂rt, zu m√§chtig geworden waren.

Im Jom-Kippur-Krieg von 1973 gelang es der syrischen Armee kurzzeitig, einen kleinen Teil der von Israel besetzten Golanh√∂hen zur√ľckzuerobern.

Ein Kennzeichen von Assads Politik war die Unterdr√ľckung der islamistischen Opposition, die zu Terroranschl√§gen durch Muslimbr√ľder f√ľhrte. Nach einem weiteren Anschlag in der Milit√§rakademie 1979, dem 50 alawitische Kadetten zum Opfer fielen, ging die Regierung versch√§rft gegen die Muslimbr√ľder vor.

Ein folgenschwerer Aufstand, wiederum von Muslimbr√ľdern angezettelt, ereignete sich im Februar 1982 in der mittelsyrischen Stadt Hama. Die Armee griff mit Panzern und Flugzeugen ein, und bei heftigen K√§mpfen wurden gro√üe Teile der Altstadt zerst√∂rt und viele Menschen get√∂tet (siehe Demozid). Der Niederschlagung des Aufstands folgte eine umfangreiche Verhaftungswelle, die der fundamentalistischen Opposition das R√ľckgrat brach. In der Folge verst√§rkte sich Assads Machtposition.

Nach der Intervention syrischer Truppen auf Seiten der muslimischen Milizen endete der libanesische B√ľrgerkrieg 1990/1991. Von da an bis 2005 garantierten syrische Truppen im Libanon den br√ľchigen Frieden zwischen den Volksgruppen.

1994 kam Assads ältester Sohn Basel, der sein Nachfolger werden sollte, bei einem Autounfall in der Nähe des Flughafens von Damaskus ums Leben.

BaschńĀr al-Assad

Nach dem Tod Hafiz al-Assads am 10. Juni 2000 wurde am 10. Juli sein zweitj√ľngster Sohn Baschar al-Assad nach einer Verfassungs√§nderung bez√ľglich des Mindestalters eines Pr√§sidenten mit einer Mehrheit von 97,29 % (offizielles Wahlergebnis) zum neuen Pr√§sidenten gew√§hlt.

BaschńĀr, der unter anderem in London studiert und auch dort geheiratet hatte, galt als liberaler als sein Vater. Erstes Anzeichen eines neuen politischen Kurses war die Freilassung von 600 politischen Gefangenen im November 2000. Der Damaszener Fr√ľhling begann: Baschar al-Assad verfolgte einen Reformkurs, dessen Umsetzung jedoch bei konservativen Kr√§ften auf Widerstand stie√ü. Allgemein erhoffte sich die Bev√∂lkerung eine weitere √Ėffnung des Landes, wie sie von Hafiz al-Assad in den 1990er Jahren begonnen worden war. Unter Baschar wurde unter anderem die Benutzung des Internets erlaubt.

Im September 2001 wurden wiederum zahlreiche bekannte Oppositionelle inhaftiert. Nach Demonstrationen und Zusammenst√∂√üen mit den Sicherheitsdiensten wurden im Fr√ľhjahr 2004 hunderte syrischer Kurden, darunter auch Kinder, verhaftet.

Im Februar 2005 wurde in Beirut ein Attentat auf den Fahrzeugkonvoi von Rafiq Hariri ver√ľbt, den ehemaligen und langj√§hrigen Regierungschef des Libanon. Da es Hinweise auf Geheimdienst-Aktivit√§ten gab, wuchs der internationale Druck auf Syrien. Insbesondere die USA machten dessen F√ľhrung f√ľr das Attentat verantwortlich. Auch Frankreich forderte von Syrien die volle Souver√§nit√§t Libanons zur√ľck. Im Mai 2005 gab Pr√§sident Assad diesen Forderungen teilweise nach.

Seit dem Fr√ľhling 2011 kommt es in Syrien im Rahmen der Protestwelle in der Arabischen Welt zu Massenprotesten der Bev√∂lkerung gegen die Regierung. Die Proteste werden von Sicherheitskr√§ften und der Armee gewaltsam bek√§mpft.

Literatur

  • Encyclopaedia of Islam (EI2) s. v. DIMASHK, ISKANDAR√õN, AL-L√āDHIK√éYA, NUSAYRIYYA, AL-SH√āM.
  • Konferenzen und Vertr√§ge (Vertrags-Ploetz), Teil II, Band 4 A, 2. Aufl., W√ľrzburg 1959
  • Stephen Hemsley Longrigg: Syria and Lebanon under the French Mandate, London 1958
  • Marlies Heinz: Altsyrien und Libanon. Geschichte, Wirtschaft und Kultur vom Neolithikum bis Nebukadnezar, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2002
  • Peter W. Haider, Manfred Hutter und Siegfried Kreuzer (Hrsg.): Religionsgeschichte Syriens. Von der Fr√ľhzeit bis zur Gegenwart, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart, Berlin, K√∂ln 1996
  • Werner Ende und Udo Steinbach (Hrsg.): Der Islam in der Gegenwart. Entwicklung und Ausbreitung, Kultur und Religion, Staat, Politik und Recht, Verlag C.H. Beck, M√ľnchen 2005

Weblinks


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