Geschichte der Benelux-Staaten

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Geschichte der Benelux-Staaten
Geschichte der Benelux-Staaten
Fränkisches Reich
‚Čą800‚Äď843
Mittelreich (Lotharii Regnum)
843‚Äď855
Lotharingien
855‚Äď977
verschiedene adlige Besitzt√ľmer
977‚Äď1384

Bistum L√ľttich
985‚Äď1795

Burgundische Niederlande (Haus Burgund)
1384‚Äď1477

Burgundische Niederlande (Haus Habsburg)
1477‚Äď1556

Spanische Niederlande
1556‚Äď1581

Republik der Sieben Vereinigten Niederlande
1579/1581‚Äď1795
s√ľdliche Spanische Niederlande
1581‚Äď1713
√Ėsterreichische Niederlande
1713‚Äď1795

Batavische Republik
1795‚Äď1806

Frankreich (Erste Republik)
1795‚Äď1805
Königreich Holland
1806‚Äď1810

Frankreich (Erstes Kaiserreich)
1805‚Äď1815

Vereinigtes Königreich der Niederlande
1815‚Äď1830

Königreich der Niederlande

Königreich Belgien

Großherzogtum Luxemburg

Die Geschichte der Niederlande beginnt im eigentlichen Sinne erst mit der Neuzeit. Zuvor waren die Gebiete des heutigen Staates Niederlande auf verschiedene Herrschaften verteilt. Mit dem Aufstand von 1568 gegen die Habsburger und der Gr√ľndung der Republik der Sieben Vereinigten Niederlande (1581 bis 1795) entwickelte sich der Keim des sp√§teren Nationalstaates.

1815 vereinte der Wiener Kongress die n√∂rdlichen Niederlande mit den s√ľdlichen, ehemals habsburgisch-√∂sterreichischen, im K√∂nigreich der Niederlande. Mit diesem Jahr beginnt die Geschichte des heutigen niederl√§ndischen Staates. 1839 erkannten die Niederlande die Abtrennung des S√ľdens an, der sich seit seiner Unabh√§ngigkeitserkl√§rung 1830 Belgien nennt.

Die Niederlande hatten ferner ein bedeutsames Kolonialreich, vor allem mit Niederländisch-Indien, das 1949 unabhängig wurde. Durch diesen Verlust orientierte sich das Land außenpolitisch langsam neu: Aus der neutralen Seemacht wurde ein Partner in der NATO.

Inhaltsverzeichnis

Von der Vorgeschichte bis zum fr√ľhen Mittelalter

Vorgeschichte

H√ľnengrab bei Emmen, Provinz Drenthe

Das Gebiet der heutigen Niederlande, also der westlichste Teil der norddeutschen Tiefebene, ist schon seit der Eiszeit bewohnt. Die bekanntesten √úberreste beziehungsweise Funde aus dieser fr√ľhen Zeit sind die hunebedden (H√ľnengr√§ber), gro√üe Grabmonumente aus Stein aus der Jungsteinzeit, in der Provinz Drenthe.

Römerzeit

Ab 50 v. Chr. eroberten die R√∂mer den Raum der s√ľdlichen Niederlande und gr√ľndeten hier die ersten St√§dte (unter anderem Utrecht, Nimwegen und Maastricht); das Gebiet wurde Teil der r√∂mischen Provinz Germania Inferior.

Der Rhein bildete die nat√ľrliche Grenze zum √ľbrigen Germanien. Der n√∂rdliche Raum der heutigen Niederlande, das Land der Friesen und anderer St√§mme, blieb daher au√üerhalb des r√∂mischen Reichsgebietes.

Ab etwa 290 n. Chr. drangen die germanischen Franken aus dem S√ľdosten kommend in das Gebiet s√ľdlich des Rheins ein, insbesondere in das Scheldegebiet. Die R√∂mer versuchten mehrmals, vergeblich, die Franken zu vertreiben. 355 gestand ihnen Julianus, der sp√§tere Kaiser Julian Apostata, schlie√ülich ein Gebiet zu, n√§mlich s√ľdlich des Rheins (der niederfr√§nkische Raum der heutigen Niederlande, Flandern und Deutschlands) unter der Bedingung, ihm als foederati (Verb√ľndete) zu dienen.

Die Franken

Nach dem Untergang des R√∂mischen Reiches folgte eine Periode der Unruhen. Die Friesen lebten an der K√ľste, die Sachsen im Osten und die Franken im S√ľden.

486 n. Chr. besiegten die Franken ihre r√∂mischen Nachbarn unter Syagrius und dehnten unter Chlodwig ihr Reich nach S√ľden bis zur Loire aus. Das Hauptgebiet des Frankenreichs lag im heutigen Belgien und in Nordfrankreich; die sp√§tere Hauptpfalz (Hauptstadt) war Aachen. Danach, um etwa 700, unterwarfen die Franken auch ihre friesischen Nachbarn. In der Zeit um 800 besiegte Kaiser Karl der Gro√üe die Sachsen (ungef√§hr im heutigen Niedersachsen und den √∂stlichen Niederlanden), lie√ü ihre heidnischen Heiligt√ľmer zerst√∂ren und ihre Anf√ľhrer ermorden. Nach der Eroberung wurden Friesland und Sachsen christianisiert.

Heiliges Römisches Reich

Das fr√§nkische Reich wurde nach dem Tod Ludwig des Frommen, des Sohnes Karls des Gro√üen, unter seinen S√∂hnen geteilt. Im Vertrag von Verdun 843 erhielt Lothar I. das Mittelreich. Nach der Pr√ľmer Teilung des Mittelreiches 855 unter Lothar II., 870 im Vertrag von Meerssen und 880 im Vertrag von Ribemont kam Lotharingien zum √∂stlichen Teil des Frankenreiches, dem sp√§teren Heiligen R√∂mischen Reich.

Das √∂stliche Frankenreich, das Land der teutonica Lingua (deutschen Sprache), blieb allerdings keine politische Einheit. √Ėrtliche Vasallen, Herrscher von Grafschaften und Herzogt√ľmer, verst√§rkten ihre Machtstellungen gegen√ľber dem Kaiser. Das Gebiet der heutigen Niederlande war auf verschiedene adlige Besitzt√ľmer verteilt, dem Grafen von Holland, dem Herzog von Geldern und dem Herzog von Brabant, sowie dem Bischof von Utrecht. In Friesland und Groningen im Norden regierte dagegen der niedere Adel.

Der gr√∂√üte Teil der heutigen Niederlande und Belgiens wurden unter dem Herzog von Burgund vereinigt. Fortan nannte man sie die niederen Lande des Hauses Burgund im Gegensatz zum franz√∂sischen Stammland (siehe Burgundische Niederlande). Wirtschaftliches Zentrum waren die flandrischen St√§dte, sp√§ter auch Antwerpen. Die Nordniederlande standen demgegen√ľber zur√ľck.

Nachdem der letzte Herzog Karl der K√ľhne auf dem Schlachtfeld am 5. Januar 1477 bei Nancy von den Schweizern get√∂tet worden war, verlor seine Tochter und Erbin Maria das Kerngebiet Burgund an Frankreich. Es blieben ihr die niederen Lande, die sie zusammen mit ihrem Gatten Maximilian von Habsburg von Br√ľssel aus regierte.

Achtzigjähriger Krieg und Unabhängigkeit

Wilhelm von Oranien ("der Schweiger"), um 1575

Im sp√§ten 15. Jahrhundert kam das Gebiet durch Erbschaft in den Besitz der Habsburger Dynastie unter Karl V., Kaiser des Heiligen R√∂mischen Reiches. Das Zeitalter der durch Martin Luther hervorgebrachten Reformation war angebrochen und auch in den niederen Landen konvertierten Teile der Bev√∂lkerung zum Protestantismus. Karl V. und sein Sohn und Nachfolger Philipp II. von Spanien, beide strenggl√§ubige Katholiken, lie√üen die Protestanten verfolgen und versuchten, sie zum Katholizismus zur√ľckzubringen. Philipps Bem√ľhungen, eine zentrale Verwaltung einzuf√ľhren und einheitliche Steuern und Gesetze zu erlassen, f√ľhrten schlie√ülich zum Aufstand der Provinzen.

Sieben niederl√§ndische Provinzen (Holland, Zeeland, Groningen, Utrecht, Friesland, Gelderland und Overijssel) schlossen sich 1579 zur Utrechter Union zusammen und gr√ľndeten 1581 die Republik der Sieben Vereinigten Niederlande. Wilhelm von Oranien, eigentlich Philipps Statthalter in den Grafschaften von Holland, Zeeland und Utrecht, √ľbernahm die F√ľhrung der Aufst√§ndischen im sogenannten Achtzigj√§hrigen Krieg (1568‚Äď1648). Am 15. Mai 1648 kam es zur eigentlichen Geburtsstunde und damit Unabh√§ngigkeit der Vereinigten Provinzen der Niederlande durch den Westf√§lischen Frieden in M√ľnster und Osnabr√ľck.

Goldenes Zeitalter

Bereits w√§hrend des achtzigj√§hrigen Krieges begannen die Niederlande mit einem gro√ü angelegten √úberseehandel ‚Äď sie jagten Wale nahe Svalbard, betrieben Gew√ľrzhandel mit Indien und Indonesien, gr√ľndeten Kolonien in Brasilien, Nordamerika (Nieuw Nederland), S√ľdafrika und der Karibik. Der Reichtum, den sie aus diesem Handel anh√§uften, f√ľhrte im 17. Jahrhundert zum sogenannten Goldenen Zeitalter (de gouden eeuw). Die Republik wurde von einem Patriziat (Regenten) - bestehend aus wohlhabenden B√ľrgern und Adeligen, welche schon im ausgehenden Mittelalter in die St√§dte einwanderten - regiert und nicht von einem K√∂nig oder hohen Edelleuten. Im Prinzip hatte jede Stadt und jede Provinz ihre eigene Regierung und eigenen Gesetze und wurde von den miteinander eng verwandten Regenten beherrscht. Die St√§dte und Distrikte waren weitgehend unabh√§ngig, obwohl die s√ľdlichen, katholischen Gebiete wie Brabant und Limburg unter der Zentralgewalt standen.

Englisch-Niederländische Kriege

Ausfahrt der Ostindiensegler von Hendrick Cornelisz. Vroom um 1630‚Äď1640

1650 starb Statthalter Wilhelm II. von Oranien und hinterließ die Nation ohne mächtigen Herrscher. Im folgenden Jahr verhängte England die Navigationsakte von 1651, die vielen niederländischen Handelsinteressen schadete. Der Kampf um die Akte endete im Ersten Englisch-Niederländischen Krieg, der von 1652 bis 1654 dauerte und im Frieden von Westminster endete, worin die Navigationsakte anerkannt werden musste.

1665 erkl√§rten die Engl√§nder den Niederl√§ndern erneut den Krieg (Zweiter Englisch-Niederl√§ndische Krieg). Bereits zuvor hatten sie die niederl√§ndische Siedlungen in Nieuw Nederland angegriffen. Mit Unterst√ľtzung der Franzosen (die in der Zwischenzeit in die Spanischen Niederlande ‚Ästheute Belgien¬†‚Äď einmarschiert waren) erlangten die Niederl√§nder die √úberhand. Nachdem der niederl√§ndische Admiral Michiel de Ruyter einen gro√üen Teil der englischen Flotte auf der Themse zerst√∂rt hatte, schlossen Engl√§nder und Niederl√§nder 1667 den Frieden von Breda; es wurde vereinbart, dass die Engl√§nder die niederl√§ndischen Besitzungen in Nordamerika (das Gebiet um das heutige New York City) behalten durften, w√§hrend die Niederl√§nder Suriname erhielten. Auch die Navigationsakte wurde zu Gunsten der Niederlande modifiziert.

Rampjaar

Karte der 17 Provinzen der Republik der Vereinigten Niederlande und der √Ėsterreichischen Niederlande aus dem Atlas Curieux (18. Jh.)

1672 ist in den Niederlanden als das Rampjaar, das Katastrohpenjahr, bekannt: Nacheinander erkl√§rten England (Dritter Englisch-Niederl√§ndischer Krieg), Frankreich, M√ľnster und Kurk√∂ln, die eine Allianz gegen die Niederlande gebildet hatten, der Republik den Krieg (Holl√§ndischer Krieg). Frankreich, Kurk√∂ln und M√ľnster marschierten in die Republik ein, w√§hrend die Landung der Engl√§nder an der K√ľste nur knapp verhindert werden konnte.

In der Zwischenzeit wurde Wilhelm III. zum Statthalter ernannt, und Hollands vormals allm√§chtiger Ratspension√§r Johan de Witt mitsamt seinem Bruder Cornelis von einer von oranischen Parteig√§ngern aufgehetzten Volksmenge in Den Haag gelyncht. Mit Hilfe anderer deutscher Staaten konnten die Niederl√§nder die Invasoren zur√ľcktreiben, worauf mit Kurk√∂ln und M√ľnster 1674 Friede geschlossen wurde, nachdem England im Zweiten Frieden von Westminster ebenfalls in den Friedensschluss eingewilligt.

1678 wurde mit dem Vertrag von Nimwegen auch Frieden mit Frankreich geschlossen, obgleich die spanischen und deutschen Verb√ľndeten sich durch den in Nimwegen unterzeichneten Frieden betrogen f√ľhlten. Als der englische K√∂nig Jakob II. entthront worden war, wurde 1689 Wilhelm III. der Thron von England angeboten, den dieser annahm.

Zwischen 1714 und 1795 geh√∂rte das Gebiet, das etwa dem heutigen Belgien und Luxemburg entspricht, als √Ėsterreichische Niederlande zur Habsburger Monarchie.

Französische Herrschaft seit 1795

Territoriale Entwicklung 1806 bis heute

Ende des 18. Jahrhunderts wuchs die Unruhe in den Niederlanden. Zwischen den Oraniern, die Wilhelm V. von Oranien mehr Macht verleihen wollten, und den Patrioten, die unter dem Einfluss der Amerikanischen und Franz√∂sischen Revolution eine demokratischere Regierung forderten, entstanden K√§mpfe. Die Niederlande waren das erste Land, welches die Vereinigten Staaten von Amerika anerkannte. Gro√übritannien erkl√§rte den Krieg, bevor das Land sich der Gruppe der Neutralen anschlie√üen konnte, die sich gegenseitige Unterst√ľtzung schworen. Der Vierte Englisch-Niederl√§ndische Krieg (1780‚Äď1784) war wieder ein Desaster f√ľr die Niederlande, besonders √∂konomisch. 1785 entfachte eine demokratische ("patriotische") Revolte, aber das Haus von Oranien holten ihre preu√üischen Verwandten zu Hilfe, um die Revolte niederzuschlagen. Viele Patrioten flohen aus dem Land nach Frankreich.

Nach der Franz√∂sischen Revolution marschierte die franz√∂sische Armee in die Niederlande ein und verhalf der Batavischen Republik (1795‚Äď1806) zu ihrem kurzen Dasein. Der franz√∂sische Einfluss war stark, und nachdem Napoleon an die Macht gekommen war, vereinigte er die Niederlande und einen kleinen Teil Deutschlands (Ostfriesland, Jever) unter dem K√∂nigreich Holland, welches er von seinem Bruder Ludwig Bonaparte als K√∂nig regieren lie√ü. Auch dieses K√∂nigreich w√§hrte nicht lange, da Napoleon bem√§ngelte, dass sein Bruder die niederl√§ndischen Interessen vor die franz√∂sischen stellte, woraufhin er die Niederlande 1810 dem franz√∂sischen Reich einverleibte. Die franz√∂sischen Interessen verlangten eine Beteiligung des K√∂nigreiches Holland an der Kontinentalsperre, die aber in den Niederlanden wie auch in anderen K√ľstengebieten durch Schmuggel oftmals unterlaufen wurde.

Das Haus Oranien schloss im Jahre 1796 einen Vertrag mit Gro√übritannien, in dem es diesem seine Kolonien in 'Sicherheitsverwahrung' √ľberantwortete und den Gouverneuren der Kolonien Anweisung gab, sich der Herrschaft der Engl√§nder zu beugen. Damit verloren die Niederlande einen gro√üen Teil ihres Kolonialreiches: Guyana und Ceylon gingen nicht mehr an die Niederlande zur√ľck, die Kapkolonie wurde zwar auf dem Papier zur√ľckgegeben, dann aber 1806 erneut, nun endg√ľltig, von den Briten √ľbernommen. Die √ľbrigen Kolonien, einschlie√ülich Indonesien, kamen nach dem Britisch-Niederl√§ndischen Vertrag von 1814 an die Niederlande zur√ľck. Drei Jahre zuvor kam es zu einer kriegerischen Auseinandersetzung beider Nationen um die Insel Java.

Konstitutionelle Monarchie im 19. Jahrhundert

König Wilhelm I. der Niederlande (1815), der von 1815 bis 1840 herrschte.

Nach der napoleonischen Zeit kamen die Niederlande wieder als Staat auf die Karte Europas zur√ľck. Das Land hat schon immer eine Rolle als Puffer gespielt, um dem franz√∂sischen Expansionsdrang Einhalt zu gebieten. Insbesondere der russische Zar wollte, dass diese Rolle von den Niederlanden wieder aufgenommen werden sollte, und auch, dass die Kolonien wieder zur√ľckgegeben werden sollten. Ein Kompromiss wurde mit den Briten auf dem Wiener Kongress 1815 geschlossen, wonach nur Niederl√§ndisch-Indien wiedergegeben wurde, daf√ľr aber der Norden und S√ľden der Niederlande wiedervereinigt werden sollte.

Am 2. Dezember 1813 proklamierten die Niederlande ihre Unabh√§ngigkeit von franz√∂sischer Herrschaft und den am 30. November zur√ľckgekehrten Wilhelm Friedrich, Prinz von Oranien-Nassau als souver√§nen F√ľrsten. Er war der Sohn des letzten Statthalters Wilhelm V. Das Land wurde 1814/15 eine Monarchie. K√∂nig wurde der Oranierprinz als Wilhelm I. Sein Vereinigtes K√∂nigreich der Niederlande bestand seit 1815 aus den L√§ndern, die heute die Niederlande und Belgien bilden; hinzu kam Luxemburg, dessen Gro√üherzog Wilhelm war.

Viele Belgier empfanden sich als Untertanen zweiten Ranges, aus den folgenden Gr√ľnden:

  • Konfession: der vorherrschend katholische S√ľden gegen den mehrheitlich protestantischen Norden;
  • Wirtschaft: der S√ľden war industriell fortgeschrittener, der Norden traditionell eine Handelsnation;
  • Sprache: (nicht nur Wallonien war franz√∂sischsprachig, auch im fl√§mischen Norden sprach die Oberschicht franz√∂sisch, w√§hrend die √ľbrige fl√§mische Bev√∂lkerung Niederl√§ndisch bzw. einen niederl√§ndischen Dialekt sprach).
Johan Rudolf Thorbecke (1798-1872), liberaler Staatsmann.

1830 eskalierte die Situation; der S√ľden erhob sich in der belgischen Revolution und erkl√§rten sich vom Norden unabh√§ngig. K√∂nig Wilhelm entsandte eine Armee, die sich allerdings nach nur wenigen Tagen zur√ľckziehen musste, nachdem Frankreich sein Heer mobilisiert hatte. Allerdings erkannte er Belgien bis 1839 nicht an. Im Jahr 1848 brachen in ganz Europa Unruhen aus, wovon den Niederlanden allerdings der Gro√üteil erspart blieb. Das Ergebnis allerdings war bedeutend. Der liberale Staatsrechtler Johan Rudolf Thorbecke wurde vom K√∂nig beauftragt, die Verfassung der Niederlande zu reformieren. Durch die Einf√ľhrung der Ministerverantwortlichkeit - genauer gesagt: die Pflicht der Regierung, dem Parlament Ausk√ľnfte zu erteilen - wurde das sp√§ter sich etablierende parlamentarische System erm√∂glicht. Der Parlamentarismus ‚Äď de facto w√§hlt das Parlament die Regierungsmitglieder aus ‚Äď hat sich endg√ľltig 1866/68 etabliert.

Bei der Verfassungs√§nderung 1848 erhielten die Katholiken in den Niederlanden das Recht auf freie kirchliche Organisation. 1853 wurden die historischen katholischen Bist√ľmer wiederhergestellt.

Die Niederlande bis zum Zweiten Weltkrieg

Eduard Douwes Dekker, der unter dem Pseudonym Multatuli schrieb.

Am Ende des 19. Jahrhunderts, als viele Staaten Kolonien f√ľr sich beanspruchten, erweiterten die Niederlande ihre Besitzungen in Niederl√§ndisch-Indien (dem heutigen Indonesien). Max Havelaar von Eduard Douwes Dekker, eines der ber√ľhmtesten B√ľcher in der niederl√§ndischen Literaturgeschichte, berichtet √ľber die Ausbeutung des Landes und seiner Bewohner durch Niederl√§nder und einheimische Herrscher.

Nach einer Verfassungsänderung 1884 konnte das Wahlrecht ausgeweitet werden, und 1917 erhielten in einer weiteren Verfassungsänderung alle Männer das Wahlrecht. Gleichzeitig wurde das Mehrheitswahlrecht in Einerwahlkreisen durch ein Listensystem mit Verhältniswahl ersetzt. Die erste Wahl unter diesen neuen Bedingungen fand im Juli 1918 statt. 1922 durften erstmals auch Frauen wählen.

Erster Weltkrieg

Als der Erste Weltkrieg im August 1914 ausbrach, mobilisierte die Niederlande ihre Armee, blieben jedoch neutral und konnten sich erfolgreich aus dem Krieg halten. Der Einfall Deutschlands in das ebenfalls neutrale Belgien im selben Jahr f√ľhrte zu einer gro√üen Fl√ľchtlingswelle von √ľber einer Million Menschen.

Die Niederlande waren von kriegf√ľhrenden L√§ndern umschlossen. Durch die vor allem f√ľr die zivile Seefahrt unsicher gewordene Nordsee wurde die Nahrung knapp; Lebensmittel wurden nun √ľber Lebensmittelkarten ausgegeben. Ein Fehler in der Lebensmittelzuteilung verursachte den so genannten Aardappeloproer (Kartoffelaufruhr) in Amsterdam im Jahr 1917, als Zivilisten Nahrungsmitteltransporte f√ľr Soldaten pl√ľnderten.

Zwischenkriegszeit

Im November 1918 rief der F√ľhrer der Sociaal-Democratische Arbeiders Partij (SDAP, Sozialdemokratische Arbeiterpartei), Jelles Troelstra eine sozialistische Revolution aus, die jedoch scheiterte und f√ľr l√§ngere Zeit die Sozialisten von der politischen Teilhabe ausschloss. Trotz der Einf√ľhrung der Verh√§ltniswahl √§nderte sich im politischen Leben noch relativ wenig: Weiterhin dominierten die konfessionellen Parteien. Es wurde als bedeutsame Neuigkeit angesehen, dass 1918 der erste Katholik Ministerpr√§sident wurde. Die Sozialisten kamen erstmals 1939 in die Regierung.

Kommunisten (Communistische Partij van Holland) und Nationalsozialisten (Nationaalsocialistische Beweging) blieben im internationalen Vergleich schwach.

Zweiter Weltkrieg

Kapitulation der Niederlande am 15. Mai 1940

Mai 1940

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 versuchten die Niederlande erneut, ihre Neutralit√§t zu wahren; da sie jedoch ‚Äď wie Belgien ‚Äď im Spannungsfeld zwischen Frankreich, Gro√übritannien und dem Deutschen Reich lagen, wurden sie am 10. Mai 1940 von der deutschen Wehrmacht angegriffen und besetzt. Der Gro√üteil des Landes wurde in k√ľrzester Zeit besetzt, Widerstand wurde nur von einer schwach ausger√ľsteten niederl√§ndischen Armee geleistet. Schon am 10. Mai flohen der niederl√§ndische Au√üenminister van Kleffens und der Kolonialminister Charles Welter ins Exil nach London.

Am 14. Mai gab es nur noch wenige Kampfschaupl√§tze, unter anderem bei Rotterdam. Da die Niederl√§nder die Stadt erst kurz vor der geplanten Bombardierung √ľbergeben hatten, verhinderten Kommunikationsprobleme zu den Bombern den Abbruch des Bombardements: 800 Menschen kamen ums Leben, gro√üe Teile der Stadt wurden zerst√∂rt und 78.000 Einwohner wurden obdachlos. Danach kapitulierten die Niederlande. Auch die k√∂nigliche Familie war u diesem Zeitpunkt bereits nach Gro√übritannien geflohen, unter Pieter Sjoerds Gerbrandy bildete sich eine niederl√§ndische Exilregierung.

B√ľcherregal, hinter dem das Versteck von Anne Frank begann. Rekonstruktion im Anne-Frank-Haus Amsterdam.

Deutsche Besatzung

Nach der Eroberung kam es auch in den Niederlanden zu Verfolgung und Deportation von Juden, Sinti und Roma. Zu Beginn des Krieges lebten in den Niederlanden 160.000 j√ľdische Niederl√§nder, einschlie√ülich 20.000 j√ľdischer Fl√ľchtlinge. Ab 1942 wurde das 1939 errichtete Fl√ľchtlingslager KZ Westerbork von der deutschen Besatzung als Transitlager genutzt. Weitere Lager auf niederl√§ndischem Boden waren das 1941 errichtete Durchgangslager Amersfoort sowie das KZ Vught s√ľdlich von Herzogenbusch. In Doetinchem und Barneveld wurde die Villa Bouchina, De Schaffelaar und De Biezen als Internierungslager genutzt. Am Ende des Krieges lebten nur noch etwa 30.000 der niederl√§ndischen Juden. Unter den Ermordeten befand sich auch das j√ľdische Fl√ľchtlingsm√§dchen Anne Frank aus Frankfurt am Main; das "Tagebuch der Anne Frank" wurde sp√§ter weltweit bekannt. Mit 112.000 Ermordeten verloren die Niederlande ungef√§hr 75 Prozent ihrer Juden, prozentual viel mehr als andere westeurop√§ische L√§nder.

Am 22. und 23. Februar 1941 gab es die erste gro√ü angelegte Razzia: mehr als 400 j√ľdische M√§nner wurden ins KZ Mauthausen verschleppt. Die niederl√§ndischen Kommunisten riefen daraufhin einen Generalstreik aus, der als ‚ÄěFebruarstreik‚Äú in die Geschichtsb√ľcher einging. Die Besatzungstruppen schlugen den Streik, der in ganz Nordholland durchgef√ľhrt wurde, blutig nieder.

Im Juli 1940 gr√ľndeten drei M√§nner, darunter der sp√§tere Ministerpr√§sident Jan de Quay, eine Nederlandse Unie. Sie akzeptierte die Besatzung als nicht √§nderbare Tatsache und versprach die Zusammenarbeit mit den Besatzern, sollte aber auch einen Zulauf zur Nationaal-Socialistische Beweging (NSB) verhindern. 1941 allerdings wurde die Unie verboten, die antideutsche und antideutsche Gef√ľhle anzog. Sie konnte ihre selbstgestellte Rolle als ausgleichende Kraft nicht erf√ľllen. So hatte sie aus Vorsicht Juden "empfohlen", nicht Mitglied zu werden. Au√üerdem wurde ihr nach dem Krieg Kollaboration und Def√§tismus vorgeworfen.

Britische Fallschirmj√§ger landen f√ľr die Operation Market Garden bei Arnheim, September 1944.

Nach dem Verbot aller Parteien im Verlaufe des Jahres 1941 stieg der Einfluss der NSB leicht an. Die Regierungsgewalt blieb allerdings in den Händen der Besatzer, und auch die Beliebtheit in der Bevölkerung war sehr begrenzt. Begrenzt war aber auch die Bereitschaft, aktiv Widerstand zu leisten, weswegen der Historiker Chris van der Heijden von einer "grauen Vergangenheit" spricht, statt der nach dem Krieg weitverbreiteten Einteilung in eine gute widerständige Mehrheit und eine kleine kollaborierende Minderheit. Die meisten Niederländer mussten sich auf die eine oder andere Weise mit der Besatzung arrangieren.

Alliierter Vormarsch und Hungerwinter

Nachdem die Alliierten in der Operation Overlord im Juni 1944 in der Normandie gelandet waren, stie√üen sie sehr schnell in Richtung der niederl√§ndischen Grenze vor. Am 5. September wurde eine gewagte Operation gestartet (Operation Market Garden), die einen schnellen Einfall in die s√ľdlichen Niederlande vorsah, um Br√ľcken √ľber die drei Hauptfl√ľsse zu erobern. Die Br√ľcke von Arnheim √ľber den Rhein konnte allerdings nicht erobert werden (siehe dazu Die Br√ľcke von Arnheim (Film). Die Niederl√§nder, die dachten, die Befreiung habe bereits begonnen ‚Äď der Tag, an dem die Operation startete, ist bekannt als der ‚ÄěDolle Dinsdag‚Äú (‚ÄěToller Dienstag‚Äú ‚Äď ‚Äětoll‚Äú im Sinne von ‚Äěverr√ľckt‚Äú) ‚Äď, mussten noch bis 1945 warten, obwohl der s√ľdliche Teil der Fl√ľsse zu diesem Zeitpunkt bereits befreit war.

Königin Wilhelmina, etwa 1942

Im Winter 1944‚Äď1945 mussten viele Niederl√§nder im noch besetzten Gebiet hungern, daher wurde er auch ‚ÄěHongerwinter‚Äú (Hungerwinter) genannt. Am 5. Mai 1945 kapitulierten die deutschen Soldaten bei Wageningen, kurz darauf folgte das Kriegsende in Europa.

Am 11. Januar 1942 begann die japanische Invasion von Niederländisch-Indien. Die Niederländer kapitulierten am 1. März, als Truppen auf Java landeten. Niederländische Einwohner wurden gefangen genommen und in Arbeitslager gebracht. Mit der japanischen Kapitulation am 15. August 1945 endete auch hier der Zweite Weltkrieg, der allerdings in einen Kolonialkrieg um die indonesische Unabhängigkeit umschlug.

Nachkriegszeit

K√∂nigin Wilhelmina, Symbolfigur des Widerstandes gegen die deutschen Besatzer, war nach einer f√ľnfzigj√§hrigen Herrschaft 1948 zugunsten ihrer Tochter Juliana zur√ľckgetreten. W√§hrend der Besatzungszeit hatten sich Wilhelminas absolutistische Neigungen verst√§rkt (sie wollte selbst die Minister ausw√§hlen), die sie nach der R√ľckkehr in ihr Land allerdings nicht durchsetzen konnte.

1949 kam die westdeutsche Gemeinde Elten (bei Emmerich) mit Umgebung bis 1963 unter niederl√§ndische Verwaltung. Die dortigen Bewohner blieben zwar formal deutsche Staatsb√ľrger, erhielten jedoch niederl√§ndische P√§sse und wurden niederl√§ndischen B√ľrgern rechtlich gleichgestellt. Eine in den Niederlanden erhobene Forderung nach Angliederung von Teilen des M√ľnsterlandes und des grenznahen Rheinlandes hatte sich nicht durchsetzen k√∂nnen. Ebenfalls unter niederl√§ndische Verwaltung gestellt wurde 1949 auch der Selfkant. Dies war in der Schlusserkl√§rung der Londoner Deutschland-Konferenz so vorgesehen. Erst nach langen Verhandlungen und Zahlung von 280 Mio. DM wurde der Selfkant wieder an die Bundesrepublik Deutschland zur√ľckgegeben. Die durch dieses Gebiet f√ľhrende N274 blieb allerdings bis 25. Februar 2002 in niederl√§ndischem Besitz. Siehe auch: Niederl√§ndische Annexionspl√§ne nach dem Zweiten Weltkrieg.

Obwohl urspr√ľnglich erwartet wurde, dass der Verlust von Indonesien zum √∂konomischen Untergang f√ľhren w√ľrde, trat das Gegenteil ein, und in den 1950er-Jahren wuchs der Reichtum der Niederlande schnell an. 1952 gr√ľndeten die Niederlande mit Frankreich, der Bundesrepublik Deutschland, Italien, Belgien und Luxemburg die Europ√§ische Gemeinschaft f√ľr Kohle und Stahl. Die EGKS (oder Montanunion) war einer der Grundpfeiler f√ľr die sp√§tere Europ√§ische Union. Das Land ist auch eines der Gr√ľndungsmitglieder der NATO.

1953 kam es durch eine schwere Flutkatastrophe zu vielen Toten in Zeeland und S√ľdholland. Um solch einem Ungl√ľck in Zukunft zuvorzukommen, wurde der Deltaplan aufgestellt, der Deicherh√∂hungen und den Verschluss von Meerarmen vorsah. Die Verwirklichung des ehrgeizigen Plans nahm mehrere Jahrzehnte in Anspruch.

Entkolonialisierung 1945-1975

Sofort nach der japanischen Kapitulation am 15. August 1945 erklärte Niederländisch-Indien seine Unabhängigkeit und nannte sich fortan Indonesien. Die Niederlande bekämpften die indonesische Republik militärisch und gaben erst durch internationalen Druck der Vereinten Nationen und der Vereinigten Staaten von Amerika auf. Das Land wurde formal am 27. Dezember 1949 unabhängig, nach dem Indonesischen Unabhängigkeitskrieg. Die westliche Hälfte von Neuguinea wurde allerdings erst 1961/62 unabhängig und dann von Indonesien annektiert.

1954 wurden die Kolonien Niederl√§ndische Antillen (in der Karibik) und Surinam (in S√ľdamerika) mit der Verabschiedung des Statuts f√ľr das K√∂nigreich der Niederlande gleichberechtigte Partner der Niederlande. Die Zust√§ndigkeit f√ľr Verteidigung und ausw√§rtige Beziehungen verblieb beim K√∂nigreich. 1975 wurde Surinam zu einer unabh√§ngigen Republik. Seitdem 1986 die Insel Aruba aus den Antillen ausgegliedert wurde, besteht das K√∂nigreich aus den Niederlanden, den Niederl√§ndischen Antillen und Aruba.

Seit der Entsäulung der 1960er Jahre

In den 1960-er Jahren erreichte die Verzuiling ihren Höhepunkt, danach wurden die Bindungen der Niederländer an ihre religiösen oder kulturellen Gruppen schwächer. In den 1970-er Jahren vereinigten sich die drei großen konfessionellen Parteien, während auf der Linken ähnliche Versuche (wie von Democraten 66) nicht fruchteten.

Flevoland, Provinz seit 1. Januar 1986.

Am 30. April 1980 kam es zu einem Wechsel an der Spitze des Königshauses. Königin Beatrix von Oranien-Nassau wurde Königin und folgte damit Königin Juliana nach, die im Alter von 71 Jahren abdankte.

Aus den schon ab 1929 eingedeichten Poldern Nordostpolder und Flevolandpolder entstand 1986 die neue Provinz Flevoland.

Von der lila Koalition zu Jan Peter Balkenende

In den Wahlen des Jahres 1994 st√ľrzten die Christdemokraten dramatisch ab. Zum ersten Mal seit 1918 kam ein Kabinett ohne konfessionelle Partei zustande, und zwar von Sozialdemokraten, Rechts- und Linksliberalen. Ministerpr√§sident der "lila Koalition" (bis 2002) wurde der Sozialdemokrat Wim Kok. Zu den gesellschaftspolitischen Neuerungen der Koalition geh√∂ren die aktive Sterbehilfe und die homohuwelijk, die Ehe f√ľr Homosexuelle (seit 1. April 2001).

In der kurzen Zeit von 2002 bis 2004 starben die Eltern (Bernhard und Juliana) und der Ehemann (Claus) der K√∂nigin. Im Jahre 2002 sorgte die Hochzeit des Kronprinzen Willem-Alexander mit M√°xima Zorreguita f√ľr Aufsehen - der Vater der Braut war w√§hrend der Videla-Diktatur in Argentinien Regierungsmitglied. Er durfte bei der Hochzeit nicht anwesend sein. 2003 kam es zu einem Skandal, als eine Tochter von Beatrix' Schwester Irene, Prinzessin Margarita, der K√∂nigin und der Regierung vorwarf, sie und ihren Ehemann abgeh√∂rt zu haben. Best√§tigt werden konnte nur der Vorwurf, dass der finanzielle Hintergrund des Ehemanns von den Sicherheitsbeh√∂rden gepr√ľft worden war, entgegen der √ľblichen Bestimmungen. Die K√∂nigin fand den Ehemann charakterlich nicht geeignet f√ľr die k√∂nigliche Familie; 2006 trennte Margarita sich von ihm.

Statue von Pim Fortuyn, Rotterdam

Die Morde am Politiker Pim Fortuyn, am 6. Mai 2002 in Hilversum, und an dem Filmregisseur Theo van Gogh, am 2. November 2004 in Amsterdam, ersch√ľtterten die niederl√§ndische √Ėffentlichkeit. Sie f√ľhrten zu heftigen Debatten √ľber eine multikulturelle Gesellschaft, das Zusammenleben mit Zuwanderern und das Selbstverst√§ndnis der niederl√§ndischen Gesellschaft. Nach dem Mord an Theo van Gogh kam es in den Niederlanden auch zu Brandanschl√§gen auf islamische und christliche Einrichtungen.

Die Wahlliste von Pim Fortuyn konnte bei der Wahl vom Mai 2002 aus dem Stand 17 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen, während die Regierungsparteien (vor allem die Sozialdemokratie) verloren. Der Christdemokrat Jan Peter Balkenende bildete zusammen mit Rechtsliberalen und Fortuynliste eine Koalition. Im Oktober zerbrach die Koalition bereits, und Balkenende wechselte nach den Neuwahlen von 2002 die Fortuynisten durch die Linksliberalen (Democraten 66) aus. Letztere verließen die Regierung 2006, nach den Neuwahlen im selben Jahr bildete Balkenende 2007 eine Regierung aus Christdemokraten, Sozialdemokraten und fundamentalchristlicher ChristenUnie.

Siehe auch

Literatur

  • Michael Erbe 1993: Belgien, Niederlande, Luxemburg. Geschichte des niederl√§ndischen Raumes. Stuttgart, Berlin, K√∂ln. ISBN 3-17-010976-6
  • Michael North 2008: Geschichte der Niederlande. M√ľnchen¬†: C.H.Beck Verlag. ISBN 978-3-406-41878-5
  • F. Wielenga/I. Taute (Hrsg.) 2004: L√§nderbericht Niederlande. Geschichte - Wirtschaft - Gesellschaft, Bonn. [1]
  • Atlas Van Stolk, Sammlung von Druckgrafiken, Landkarten, Fotografien und Zeichnungen zur Geschichte der Niederlande.

Weblinks


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