Geschichte der Stadt Wetzlar

Alte Lahnbrücke und historische Altstadt

Die bisher bekannte Geschichte der Stadt Wetzlar reicht bis in die karolingische Zeit zurück,[1] Siedlungsspuren bis in die Altsteinzeit. Als Freie Reichsstadt stieg Wetzlar vom Ende des 12. Jahrhunderts bis etwa 1350 nach Frankfurt zur zweitgrößten Stadt der Region auf, verarmte jedoch bis Anfang des 15. Jahrhunderts. Erneut wuchs die Stadt durch die Verlegung des Reichskammergerichts (1689 bis 1806). Erst mit der verspäteten Industrialisierung ab den 1860er Jahren gelang der Stadt ein erneuter Aufstieg, wobei sie Sitz zahlreicher mittelständischer Unternehmen wurde. Im 20. Jahrhundert überschritt die Stadt die Einwohnerzahl von 50.000 und wurde wirtschaftliches Oberzentrum.

Inhaltsverzeichnis

Vor- und Frühgeschichte, Früh- und Hochmittelalter

Bereits in der Altsteinzeit war die Wetzlarer Region bewohnt. Der wichtigste Grund war, dass man eine vom Klima begünstigte Lage südlich von Westerwald, Rothaargebirge und nördlich des Taunus vorfand und deshalb hauptsächlich milde Westwinde entlang des Lahntals in diesen Kessel geführt wurden. Auch von Würm- und Weichseleiszeit blieben die Menschen im Wetzlarer Raum verschont.

Innerhalb der Wüstung Wanendorf, südwestlich von Wetzlar-Dalheim, bestand in einer ehemaligen Schleife der Lahn eine bandkeramische Siedlung, die möglicherweise Teil einer systematischen Aufsiedlung des Lahntals ist. Die rund 12 Pfostenhäuser waren je 30 Meter lang und wurden von einem zwei bis drei Meter breiten und 700 bis 1000 m langen Graben sowie einem vorgelagertem Wall geschützt. Zur Sicherstellung der Wasserversorgung dienten zwei voneinander unabhängige Brunnen innerhalb der rund 7000 bis 7500 Jahre alten Befestigung.[2]

Aus der Bronzezeit ist neben Hügelgräbern, wie beispielsweise im Finsterloher Wald am südlichen Stadtrand rund um den Stoppelberg, auch die Urnenfelderkultur zu finden.

Kelten, Germanen und Römer

Mindestens seit der keltischen La-Tène-Zeit wurden in und um Wetzlar an der Oberfläche liegende Zersetzungsprodukte aus dort befindlichen Eisenerzlagern aufgesammelt und an Ort und Stelle in Rennöfen[3][4] zu Schmiedeeisen verhüttet.[5] Die Fundstätten werden als Rolllager bezeichnet.[6] Somit hat die Eisenverarbeitung in und um Wetzlar eine rund 2500-jährige Tradition.[4]

Auf der Gemarkung Wetzlars bestanden mindestens drei keltische Siedlungen unter anderem ein keltisches Oppidum ??? auf dem Stoppelberg.[7] Ein weiteres auf dem in der Nähe liegenden Dünsberg, wo wahrscheinlich kurz vor der Zeitenwende eine Schlacht zwischen Römern und Kelten stattgefunden hat.

Siedlungen germanischen Ursprungs[8] werden gegenwärtig im Rahmen von Forschungsgrabungen des Bereichs für Ur- und Frühgeschichte der Universität Jena freigelegt. Die Grubenhäuser waren ebenfalls mit Graben und Wall versehen. Sie stammen zum Teil aus der Zeit um Christi Geburt und waren ca. 1400 Jahre lang besiedelt. Die Keramik- und Metallfunde deuten auf einen regen Kontakt zu dem nahe gelegenen römischen Limes hin. In Wetzlar fanden Archäologen unter anderem ein vergoldetes Fragment einer 2000 Jahre alten römischen, lebensgroßen Reiterstatue.[9]

In Waldgirmes, unmittelbar an der östlichen Stadtgrenze, befand sich eine zivile römische Siedlung im Aufbau (siehe Römisches Forum Lahnau-Waldgirmes) und in Dorlar gab es ein römisches Militärlager. Ein Wegenetz in und um Wetzlar ist vorhanden. Die Römer zogen sich nach der Schlacht im Teutoburger Wald möglicherweise nicht vollständig aus dieser Region in den südlichen Taunus zurück.

Die Stadt und ihre Vorgängersiedlungen

Die Endsilbe des Stadtnamens -lar (altfränkisch hlar/hlari) verweist auf eine Siedlung keltischen Ursprungs (vgl. auch Goslar, Fritzlar, Dorlar usw.) und wird als Hürde oder Gerüst/Gestell gedeutet. Vermutlich war damit eine zaunähnliche Befestigung eines Hofes oder Dorfes gemeint. Lar-Ortsnamen sind grundsätzlich nicht mit Personennamen verbunden; die Orte haben eine markante Lage an Flussmündungswinkeln und sind vermutlich bis zum 3. Jahrhundert entstanden.[10]

Burgruine Kalsmunt

Zu einem unbekannten Zeitpunkt erwarb Wetzlar das Marktrecht und damit das Recht, Marktzoll zu erheben. Im Laufe der Jahre entstand auf einem Hügel, dem späteren Domhügel mit dem Marienstift, eine Marktsiedlung. Sie war Anziehungspunkt für Händler und Handwerker.n. Sie war zum ersten Kirchenbau vor 897 dann auch möglicher Treffpunkt für Gläubige Christen.

Die alte Reichsburg Kalsmunt: Nach Karl Metz[11] soll diese Burg/Schloß bereits eine frühe römische Gründung sein. Für Zedler[1][12] hat dieses Schloß Karl der Große um das Jahr 785 erbaut, um die Stadt dadurch besser im Zaume halten zu können, d. h. die Stadt bestand bereits zu dieser Zeit. Sie soll von ihm Carols Mons (Carlmund oder Carlmont) genannt worden sein, die heutige Benennung hat folgende Bedeutung: Kals- = Karls und -munt = Vasall, d. h. ein Lehensmann des Fränkischen Hofes. Andere Quellen halten den Namen für vorgermanisch oder keltisch wie: The name Kalsmunt is of Celtic origin and means “barren hill”, mit der Bedeutung nutzlos/fruchtlos/unfruchtbarer Hügel. Auf der Reichsburg Kalsmunt wurden die kaiserlichen Münzen für Wetzlar geprägt.

Als eine frühe urkundliche Ersterwähnung gilt eine Schenkung Ingolds an das Kloster Lorsch aus dem Jahre 832 im Lorscher Codex (Urkundenabschrift Nr. 3146). Die Übersetzung lautet: „Im Namen Gottes errichte ich, Ingold, eine Stiftung zu Ehren des heiligen Märtyrers (Nazarius), dessen Leib im Lorscher Kloster ruht, in dem der ehrwürdige Adalung das Amt des Abtes bekleidet. … Ich schenke im Gau Logenehe (im Lahngau), im …, ferner in Weftifa (Wettifa; Wetz, N.-O.-, am Wetzbach s. Wetzlar/Lahn) eine Hofreite und dreißig Morgen Land. Geschlossen und gefertigt. Geschehen im Lorscher Kloster am 24. Sept. im 19. Jahr (832) des Kaisers Ludwig (des Frommen).

Wetzlar lässt sich urkundlich erst über ein Jahrhundert später wieder als Witlara in einer Urkunde aus dem Jahr 943 fassen,[13] dort ließ der Konradiner Gebhard dux regni quod a multis Hlotharii dicitur („Herzog des Königreiches, das von vielen dasjenige Lothars genannt wird“, gemeint ist das Lotharii Regnum, das spätere Lothringen),[14] Graf in der Wetterau und ab 904 Herzog von Lothringen[15][16] bereits 897 eine Salvatorkirche (Erlöserkirche) weihen, die frühere Bauten ersetzte.[17] Zu Beginn des 10. Jahrhunderts erfolgte die Gründung des Marienstiftes (Wetzlarer Dom),[17] eines Kollegiatstiftes, durch Gebhards Söhne Hermann I., einen späteren Herzog von Schwaben, und Udo I., Graf in der Wetterau.

In den Quellen ist der Name Wetzlars noch lange wechselhaft: Wecflar (1290), Weftifa, Wettifa, Wetflaria/Witflaria (1142),[18] Wephlaria, Wetflariensis (1282).,[19] Wetphelarium, Wetsflaria, Wetslaria, Wetzflaria, Wetzlaria, (1718).[20]

Die Stadt lag mit Furten durch Lahn und Dill an der Kreuzung zweier Handelsstraßen, wovon eine, der historisch bedeutende Handelsweg Hohe Straße von Antwerpen über Köln und die Reichsstädte Wetzlar und Friedberg nach Frankfurt am Main führte. Die Weinstraße (Wagenstraße) führte von Mainz bzw. Frankfurt-Höchst über Usingen und Wetzlar, westlich an Marburg vorbei, nach Hildesheim und weiter Richtung Bremen bzw. Lübeck.

Vermutlich bestand in Wetzlar schon früh auf Grund des Abbaus von Eisenerz eine nicht dem Landesherren gehörende, sondern reichsunmittelbare fränkische Straßenfeste, die die Furten sichern sollte. Eine der ersten schriftlichen Erwähnungen des Bergbaus im Raum Wetzlar war die der Grube Juno in Nauborn aus dem Jahr 780 im Lorscher Codex, wobei zwei Gruben dem Kloster Lorsch geschenkt und die Zehntabgaben eines Bauern an Eisen pro Jahr festgelegt wurden.

Spätmittelalter, Freie Reichsstadt, Reichskammergericht

Kaiser Friedrich I. Barbarossa richtete in Wetzlar Gebiet eine Reichsvogtei ein und stellte 1180 die Bürger Wetzlars den Bürgern Frankfurts gleich. Wetzlar wurde gleichzeitig Freie und Reichsstadt. Zum Schutz der Stadt und um die Wetterau als Reichsland zu sichern, baute er hoch über Wetzlar die bestehende Reichsburg Kalsmunt um oder aus.

Am 9. Juli 1277 werden in einer Kaiserurkunde erstmals Juden in Wetzlar erwähnt. Der Deutsche Orden läßt sich von 1285 bis 1809 im Deutschordenshof in Wetzlar nieder[21]

König Rudolf von Habsburg bestellte Graf Adolf von Nassau im Jahr 1286 zum Burghauptmann auf der Burg Kalsmunt. Adolf behielt das Amt bis er selbst zum König des Römisch-Deutschen Reiches gewählt wurde. Bereits 1292 übertrug er das Amt des Burghauptmanns an Gottfried von Merenberg.[22]

Der falsche Kaiser Tile Kolup

1285 kam der falsche Kaiser Dietrich Holzschuh genannt Tile Kolup[23] nach Wetzlar und gab sich als Friedrich II. aus, der bereits 1250 in Italien verstorben war.[24] Er zog von Neuss kommend König Rudolf von Habsburg nach Frankfurt entgegen.

Ein Jahr zuvor hatten sich einige Reichsstädte, darunter Frankfurt, Wetzlar und Friedberg gegen eine neue, von Rudolf von Habsburg erhobene Steuer zur Wehr gesetzt. Nachdem der König bereits die Stadt Colmar besiegt hatte, zog er weiter über Mainz in die Wetterau. Nach Verhandlungen sagte Wetzlar zu, die geforderte Steuer zu entrichten. Die Kunde von der Anwesenheit des falschen Kaisers in Wetzlar veranlasste Rudolf gegen die Stadt zu ziehen.

Die Stadtoberhäupter nahmen Tile Kolup fest und lieferten ihn aus. Unter der Folter verriet er seinen richtigen Namen. Er wurde als Zauberer, Ketzer und Gotteslästerer verurteilt und am nächsten Tag in Wetzlar verbrannt.[25]

Blütezeit

In der Mitte des 14. Jahrhunderts hatte die Stadt ihren wirtschaftlichen Höhepunkt. Die Einwohnerzahl war auf etwa 6.000 angewachsen, doppelt so viel wie die nahegelegene Reichsstadt Friedberg. Nur Frankfurt war in der Region größer und hatte etwa 10.000 Einwohner.

Bereits 1250 war der größte Teil der Stadtbefestigung, von der Reste erhalten sind, fertig gestellt. Die Ringmauer war ca. 1700 Meter lang und bis zu 10 Meter hoch. Es existierten fünf Tore und einige kleinere Pforten. Die erhaltene steinerne Lahnbrücke wurde erstmals 1288, später als Loynbrucken erwähnt.

Neben dem Hospital zum Heiligen Geist (1262 urkundlich erwähnt), zog es auch die neuen Orden in die Stadt, wie Franziskaner mit einer Klostergründung im Jahr 1263, Dominikaner, Karmeliter, Zisterzienser, der Deutsche Ritterorden und Prämonstratenserinnen. Die Grauen und die Blauen Nonnen weisen auf die Anwesenheit zahlreicher Beginengemeinschaften in der Stadt hin.

Der Handel war entsprechend der Warengruppe räumlich segmentiert. So existierte ein eigener Buttermarkt, dazu kamen der Fisch-, der Korn- und der Eisenmarkt. Im 15. Jahrhundert bestanden fünf Brauereien.

Im 13. Jahrhundert standen der Bergbau, das Hüttenwesen und der Eisenhandel in Wetzlar in Blüte. Das Roheisen wurde bis nach Frankfurt am Main gehandelt. Auf dem Kalsmunt, auf dem Lahnberg (Eisenberg) und in der heutigen Avignonanlage wurden Erzgruben erwähnt. 1328 wurde der erste Altar im Wetzlarer Dom der Heiligen Barbara, der Schutzheiligen der Bergleute, geweiht. Auf dem Eisenmarktbrunnen in Wetzlar steht eine Statue der Heiligen Barbara. 1361 wurde die Zunftordnung der Wetzlarer Schmiedemeister von Kaiser Karl IV. bestätigt.

Fehden, Unruhen und der Stadtbankrott

Der Eisenmarkt in der Altstadt

Ein Brand vernichtete 1334 Teile der Stadt. 1349 wütete in Wetzlar die Pest. Alle Juden wurden bei einem Pestpogrom bei lebendigem Leib verbrannt, weil ihnen die Schuld an der Seuche gegeben wurde. Zugleich entledigte man sich damit vieler Gläubiger.

Jahrzehntelange Fehden mit den Grafen von Solms, die versuchten, Wetzlar zu einer solmsischen Landstadt zu machen, bedrohten die lebenswichtigen Handelsstraßen. Deshalb wurde im Wetzlarer Norden die Burg Hermannstein zum weiteren Schutz der Stadt errichtet. Auch der Kaiser bemühte sich um den Schutz der Reichsstadt. Vor allem in den Jahren 1349, 1360, 1364 (Falkensteiner Fehde), 1373 (Sternerkrieg), 1375 und 1384 kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Erst 1392 konnte mit den Grafen von Solms Frieden geschlossen werden.

Zur Geldbeschaffung wurden Leibrentenbriefe ausgegeben. Weil Wetzlar seine Schulden aus den Leibrenten nicht begleichen konnte, kam es 1370 zu einem Aufstand der Zünfte gegen die bis dahin allein regierenden Schöffen, ähnlich den Vorgängen in anderen Reichsstädten. 1387 geriet die Stadt unter Zwangsverwaltung, wurde aber in den Rheinisch-Schwäbischen Städtebund aufgenommen. Der Versuch des Johann von Weidbach, genannt Henne Haberkorn, sich gegen den Willen des Rates und eines Teils der Bürgerschaft an die Landgrafschaft Hessen anzulehnen, endete mit seinem Tod und dem weiterer fünf Bürger. 1417 erhielten die Grafen von Nassau-Weilburg Schirm- und Schutzrechte im Namen des Kaisers. Damit war die Reichsunmittelbarkeit zwar noch nicht reichsrechtlich, aber de facto aufgehoben.

Im Jahre 1418 stellte Wetzlar erneut die Zahlungen ein, aber die Gläubiger ließen nicht locker. 1422 verhängte König Sigismund die Reichsacht und im gleichen Jahr die verschärfte Aberacht. Die Stadt war völlig verarmt. Die Einwohnerzahl war auf 2000 gesunken, aber sie war trotzdem noch Reichsstadt.

Von der Reformation bis zum Dreißigjährigen Krieg

Wetzlar – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655

Die Reformation erreichte Wetzlar 1525. Die Stadt zählte 1544 zu den evangelischen Reichsständen. Das katholische Marienstift blieb erhalten, da man sich darauf geeinigt hatte, den Chorraum den katholischen Stiftsherren und das Kirchenschiff der evangelisch-lutherischen Gemeinde für Gottesdienste zu überlassen. Aus Wallonien zogen 1586 calvinistische Glaubensflüchtlinge nach Wetzlar. Ihnen wurde die ehemalige Franziskanerkirche (heute die Untere Stadtkirche) zugewiesen. Der Begriff Reformiertes Treppchen für den unteren Teil der Straße Jäcksburg (Jakobsburg) zeugt noch von der Anwesenheit der Flüchtlinge.

Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde Wetzlar wiederum von der Pest heimgesucht, insbesondere in den Jahren 1529 bis 1532 und 1536 bis 1564. In dieser Zeit fielen mehr als 1100 Menschen der Seuche zum Opfer. Mehrere Hochwasser von Lahn und Dill setzten der Stadt weiter zu.

Ab 1618 war Wetzlar von spanischen Truppen und kurzzeitig von der Armee Tillys besetzt. Plünderungen im Umland und Einquartierungen belasteten die Bewohner. 1631 näherten sich schwedische Truppen der Stadt, was die Spanier zum Abzug veranlasste. Erneut grassierte die Pest und 1643 richtete ein Hochwasser wiederum große Zerstörungen an. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges zählte die Stadt nur noch 1500 Einwohner.

Das Reichskammergericht

Die „Alte Kammer“, ehemaliger Sitz des Reichskammergerichts

1689 wurde das höchste Gericht des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, das Reichskammergerichts (RKG), nach Wetzlar verlegt. Anlass war die Verwüstung des vormaligen Sitzes des Gerichtes, Speyer, während des Pfälzischen Erbfolgekrieges. Die Bevölkerungszahl stieg wieder, weil nun Gerichtsangehörige mit ihren Familien und Bediensteten, zusammen rund 1000 Menschen, in die kleine Stadt kamen. Handwerker wie Buchdrucker, Perücken- und Hutmacher fanden nun ein Auskommen, Gasthäuser, Kaufleute und Handwerker stellten sich auf die Ansprüche ihrer neuen Kundschaft ein.

Diese vermögende Schicht errichtete Stadtpalais im Stil des Barock und Rokoko, die heute das Bild der Altstadt neben den mittelalterlichen Bauten prägen. Während der großen Visitation am Reichskammergericht (1767–1776) war die ständige Anwesenheit adliger, insbesondere aus dem Hochadel, und reicher Familien in der Stadt so groß, dass sie nur etwa von Regensburg mit der Reichsversammlung und der kaiserlichen Hauptstadt Wien übertroffen wurde.

Die Alte Kammer wurde nach dem Auszug des Gerichts als Kanzlei, zu Audienzen und zu Sitzungen der Visitationsbehörde genutzt. Die so genannte Neue Kammer im Herzoglichen Haus,[26] direkt gegenüber, war eine weitere Station des Gerichts. Dieses Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg allerdings so stark beschädigt, dass es abgerissen werden musste. Es fand ein weiterer und endgültiger Umzug ins damals freigewordene von Ingelheimsche Palais statt. Nach der Auflösung des Gerichts (1806) und einem weiteren Umbau wurde das Palais als Hauptpost genutzt.

August Siegfried von Goués schreibt in einem Brief unter dem Titel „Über das Ganze der Maurerei“ aus dem Jahr 1767: „Wetzlar ist eine schlechte Stadt für das, was sie im Reich vorstellt und für die Würde der Leute, die sie in sich schließt. Allein die Lebensart ist hier freier und angenehmer als in dem übrigen Deutschland, das ich kenne. Alles athmet Liebe. Du kannst Weiber und Mädchen sehen, ohne daß sich die Männer oder Eltern darum bekümmern. Man bedient sich einen seltsamen Ausdrucks zur Bezeichnung Liebe. Was man an einem andern Ort nennt – einer Dame die Cour machen –, heißt hier – den Knopf machen. Ein Liebhaber wird also ein Knopfmacher genannt“. (26. Brief) – „Hier findest Du alle Tage Assembléen, Concerte, Comödien, Bälle (und Redouten, Anm.*/db). Die Damen muntern die Mannsbilder auf, und eine jede muß einen Anbeter haben, wenn es auch nur des Anstandes wegen wäre. So hab ich denn um in Gesellschaft besser bemerkt zu werden, auch eine Dame gewählt, der ich meine Aufmerksamkeit widme. Nun bin ich vom Morgen bis zur Mitternacht eingeladen mit dieser Dame, zu Dejeuners, Diners, Groß-Breziers, Soupers, – ich kann mich nicht besinnen, wie das übrige all’ genannt wird, – kurz ich bin den ganzen Tag, außer wenn Logen gehalten werden, nicht mein Herr. Der Ehegatte meiner Schönheit treibt sich indessen, soviel seine Geschäfte gestatten, mit einer Actrice umher.“[27]

Goethe in Wetzlar

Von Mai bis September 1772 war Johann Wolfgang Goethe am Reichskammergericht, an dem schon sein Vater Johann Caspar Goethe, sein Großvater Johann Wolfgang Textor und Urgroßvater Johann Wolfgang Textor der Ältere tätig waren, als Praktikant eingeschrieben. Ein Teil der direkten Vorfahren Goethes mütterlicherseits stammte aus Wetzlar. Über Wetzlar selbst sagte Goethe, dass der Zustand der Stadt nicht gerade bezaubernd sei, jedoch lobte er besonders das nahe Umland der freien Reichsstadt als eine unbeschreibliche Schönheit der Natur.

Mit dort tätigen jungen und gebildeten Juristen traf er sich regelmäßig im Gasthof Zum Kronprinzen zu einer Rittertafel, einer Vereinigung ähnlich den Freimaurern. Alle Teilnehmer verwendeten Pseudonyme‚ Goethe trat als ’’Götz der Redliche’’ in Erscheinung. Darunter war auch der Hofrat Johann Christian Kestner. Dieser beschrieb Goethes Ankunft mit folgenden Worten: „…kam hier ein gewisser Goethe aus Frankfurt an, seiner Hantierung nach Dr. juris, 23 Jahre alt, einziger Sohn eines sehr reichen Vaters, um sich hier – dies war seines Vaters Absicht – in praxi umzusehen, die seinige aber war, den Homer, Pindar und andere zu studieren und was sein Genie, seine Denkungsart und sein Herz ihm weiter für Beschäftigungen eingeben würden… Er hat sehr viele Talente, ist … ein Mensch von Charakter, besitzt eine außerordentlich lebhafte Einbildungskraft… Von Vorurteilen frei, handelt er, wie es ihm einfällt, ohne sich darum zu bekümmern, ob es andern gefällt… Aller Zwang ist ihm verhasst… Er ist bizarr und hat in seinem Betragen… verschiedenes, das ihn unangenehm machen könnte. Aber bei Kindern, bei Frauenzimmern und vielen anderen ist er doch wohl angeschrieben…. Dieser Kestner war, zu seinem späteren Leidwesen, der Verlobte von Charlotte („Lotte“) Buff, seiner geliebten und für ihn unerreichbaren Lotte.

Charlotte Kestner geb. Buff (1753–1828) Pastellgemälde von Joh. Heinrich Schröder

Goethes Wetzlarer Großtante Lange veranstaltete am 9. Juni 1772 einen Ball im Jagdhaus von Volpertshausen. Dort lernte Goethe Charlotte Buff erstmals kennen, als er sie zu diesem Ball auf Wunsch seiner Tante abholte. Sie bezauberte ihn sowohl durch ihre äußerliche Erscheinung als auch durch ihre offene Art. Wie im Werther beschrieben, tanzte er den ganzen Abend mit ihr. Außerdem imponierte ihm sehr, wie Lotte die Festgesellschaft während eines Gewitters mit einem Spiel ablenkte. Besonders das häusliche Familienleben bei „Lotte“ imponierte ihm sehr. Eine markante und „reizende Szene“, die Goethe so begeisterte, fand entgegen der Schilderung im Werther erst am Tag darauf und damit am Tag des Balls, im Hause Buff in Wetzlar statt. Als Goethe wieder auf den Deutschordenshof[28] kam, auf dem die Familie Buff wohnte, war Lotte gerade dabei, ihren Geschwistern das Brot zu schneiden, sie musste die im Kindsbett verstorbene Mutter ersetzen. Er war von dem Anblick der Kinderschar um die Brot schneidende Lotte begeistert. Diese Szene verewigte F. Raab in einem Gemälde nach einem Kupferstich von Wilhelm von Kaulbach, das im Lottehaus in Wetzlar zu sehen ist. Goethe schildert das Erlebnis im Werther mit den Worten:

„Welch eine Wonne das für meine Seele ist, sie in dem Kreise der lieben, muntern Kinder, ihrer acht Geschwister, zu sehen!“

Johann Wolfgang von Goethe: Werthers Leiden

Jerusalemhaus am Schillerplatz

Er hatte sich mittlerweile hoffnungslos in Lotte verliebt, die beiden schienen oft unzertrennlich und sahen sich fast täglich. Kestner führte diesbezüglich ein ernstes Gespräch mit ihm. Damit war das Ende seiner Wetzlarer Zeit eingeläutet, bereits am folgenden Morgen war Goethe nach Frankfurt geflüchtet.

Diese für ihn glücklose Romanze mit Lotte und der Selbstmord seines Praktikantenkollegen Karl Wilhelm Jerusalem regten Goethe zu seinem weltberühmten Briefroman Die Leiden des jungen Werther an, mit dem er Wetzlar weltweit bekannt machte. Goethe kam im November 1772 noch einmal für einige Tage nach dem tragischen Tod seines Freundes Karl Wilhelm Jerusalem nach Wetzlar zurück, um Einzelheiten und Hintergründe über die Geschehnisse um Jerusalem aufzunehmen. Seine Liebe zu Lotte, war bei dieser Gelegenheit wieder entflammt, was ihm seinen erneuten Abschied nicht leichter machte. Das Lottehaus in der Lotte-Straße, sowie das Jerusalemhaus am Schillerplatz, erinnern an diese Schauplätze der Weltliteratur.

Französische Revolution und Ende der Freien Reichsstadt

Trotz eines Waffenstillstandes überschritten französische Revolutionstruppen den Rhein, sie wurden jedoch in der Schlacht bei Wetzlar am 15. Juni 1796 von den Truppen des Erzherzogs Karl von Österreich geschlagen. Er warf General Jean-Baptiste Jourdan durch die Gefechte von Wetzlar und Uckerodt über den Rhein zurück.[29] Die Franzosen konnten nach einem erneuten Vorstoß die Stadt besetzen und dort ihr Hauptquartier errichten. Der oberkommandierende General der französischen Westarmee Lazare Hoche starb am 19. September 1797 im so genannten Herzoglichen Haus und wurde mit einem Trauergeleit von Wetzlar nach Koblenz überführt.

Die französisch besetzte Stadt verlor 1803 ihre Reichsunmittelbarkeit im Zuge der Mediatisierung. Als Grafschaft Wetzlar wurde sie dem Kurfürsten von Mainz, Karl Theodor von Dalberg, unterstellt. Gemeinsam mit den Fürstentümern Regensburg und Aschaffenburg war Wetzlar Teil des neu fundierten kurerzkanzlerischen Staates, der mit dem Reichskammergericht in Wetzlar, dem Reichstag in Regensburg und der Würde des Erzkanzleramtes bis 1806 formal eine zentrale Stellung im Reichsgefüge einnahm.

Als Kaiser Franz II. 1806 die Kaiserkrone niederlegte, wurde das Heilige Römische Reich deutscher Nation und mit ihm das Reichskammergericht aufgelöst. Um die ansässigen Juristen in Wetzlar zu halten, gründete Karl Theodor von Dalberg eine Rechtsschule. Diese wurde allerdings bereits 1816 wieder aufgelöst.[30]

Nach dem Wiener Kongress fiel Wetzlar 1815 an Preußen, und 1822 wurde die Stadt Sitz des Landrates des neu geschaffenen Landkreises Wetzlar.

Wetzlar als preußische Provinzstadt

Stadtansicht von Nordosten (Stahlstich um 1850)

Der neue Landkreis lag als isolierte Exklave der preußischen Rheinprovinz etwa 60 Kilometer außerhalb des übrigen preußischen Territoriums. Der östliche Nachbar war das Großherzogtum Hessen und westlich grenzte das Herzogtum Nassau an die Stadt.

Zunächst wurde Wetzlar Garnisonsstadt. Die Bewohner der Stadt lebten hingegen überwiegend von der Landwirtschaft. Ab 1830 emigrierten viele Bewohner auf Grund der drückenden Armut und der reaktionären preußischen Politik.

Nach dem Deutschen Krieg 1866 okkupierte Preußen die Länder Nassau und Kurhessen und schloss sie 1868 zur neuen Provinz Hessen-Nassau zusammen. Obwohl Wetzlars westliche und nördliche Umgebung nun ebenfalls preußisch war, blieb der Landkreis weiterhin Exklave der Rheinprovinz. Erst 1932 wurde der Anschluss an die preußische Provinz Hessen-Nassau vollzogen. Das östliche Umland gehörte dagegen weiterhin zu Hessen. Durch die Neuordnung Deutschlands nach 1945 wurde Wetzlar mit dem zugehörigen Landkreis, dem neugeschaffenen Land Hessen zugeordnet. Die administrative Isolierung Wetzlars von seiner näheren Umgebung bis ins 19./20. Jahrhundert fand in die Mentalität der Bewohner und in die lokale Identität Eingang. Ein Umstand, der noch in den 1970er Jahren zum großen Hindernis für die hessische Gebietsreform wurde.

Industriestadt

Oskar Barnack entwickelte in Wetzlar die erste Kleinbildkamera der Welt

Die Industrialisierung verzögerte sich um Jahrzehnte, auch wenn bereits 1816 Pläne bestanden, die Lahn schiffbar zu machen. In diesem Jahr schlossen Preußen und Nassau einen Vertrag, der den Ausbau der Lahn bis zur Landesgrenze mit Hessen (zwischen Heuchelheim und Kinzenbach) vorsah. Doch erst am 16. Oktober 1844 wurde ein Staatsvertrag zwischen Nassau, dem Großherzogtum Hessen und Preußen abgeschlossen, der schließlich ab 1851 den Schiffsverkehr ermöglichte.[31]

Zu dieser Zeit hatte jedoch die Flussschifffahrt ihre Bedeutung zugunsten der Eisenbahn verloren. Mit der Eröffnung zweier Linien 1862/1863, der Lahntalbahn, von Koblenz nach Wetzlar, und der Dillstrecke (Köln-Gießener Eisenbahn), die sich in Wetzlar trafen, fand die Stadt Anschluss an Rohstoff- und Absatzmärkte und wurde dadurch ein potentieller Industriestandort. Die Lahnschifffahrt wurde bedeutungslos.

Dennoch dauerte es noch beinahe ein Jahrzehnt, bis die Voraussetzungen zu größeren Industrieansiedlungen gegeben waren. Die Metallindustrie siedelte sich wieder an und so wurde 1872 der erste Wetzlarer Hochofen der Gebrüder Buderus angeblasen, d. h. in Betrieb genommen. Über hundert Jahre lang wurde in der Sophienhütte das im Lahn-Dill-Gebiet gefundene Eisenerz (Roteisenstein) verarbeitet. Die Berlin-Wetzlarer Eisenbahn,[32] die so genannte Kanonenbahn (1880), mit der Strecke Berlin–Wetzlar–Koblenz–Metz hatte zunächst eher einen militärisch-strategischen Hintergrund, wie viele Eisenbahnbauten. Der Streckenabschnitt über Potsdam südwestlich von Berlin heißt noch heute Wetzlarer Strecke oder Wetzlarer Bahn.

Eisenerzeugung und -verarbeitung haben in Wetzlar eine lange Tradition mit Firmen wie Buderus, Röchling, Berghütte, Carolinenhütte, Herkules und, gleichsam als Nebenprodukt, die industrielle Zementherstellung. Klein- und Mittelbetriebe entwickelten sich zu mittelständischen Industrieunternehmen.

Zu den Metallbetrieben kamen Unternehmen der optischen[33] und feinmechanischen Industrie mit Weltruf[34] wie Leitz (Leica), Hensoldt (Zeiss), Pfeiffer, Philips, Loh, Seibert, Hollmann und viele andere die Wetzlar zu einem Hochtechnologiestandort machten.

Erzbergbau und Hüttenwesen

Der Metallbedarf wuchs und die kleinen Gruben wurden zu größeren verschmolzen (Grube Raab, Buderus). Nach der Gründung des Deutschen Zollvereins wurde das Wetzlarer Erz bis in den Vogelsberg, das Elsass, zur Saar und ins Ruhrgebiet transportiert. Allein im Stadtgebiet wurden zwischen 1830 und 1839 elf neue Gruben eröffnet. 1841 entstand das erste Wetzlarer Puddel- und Walzwerk. Dabei konnte man auf die neuentstandenen Transportwege zurückgreifen. Einerseits die Lahn, die nur eine geringe Erleichterung bei der Bewältigung des Transportaufkommens brachte, weil sie an über 200 Tagen im Jahr entweder wegen Hochwasser oder wegen Niedrigwasser nicht schiffbar war und andererseits der Transport über die Schiene.

In Wetzlar entstand eine Bergschule. Sie war Lehranstalt zur Ausbildung von Privatgrubenbeamten (Obersteigern, Gruben-, Maschinen-, Poch-, Wäschsteigern, Werkmeistern, Grubenrechnungsführern, Markscheidern), zuweilen auch von Unterbeamten für das fiskalische Berg- und Hüttenwesen.

1869 waren allein im Stadtgebiet 100 Bergwerke in Betrieb. Das Erz und Kalkstein kamen aus Wetzlar, Wasser war ausreichend vorhanden, der Koks kam per Eisenbahn aus dem Ruhrgebiet. Bis 1981, als die Sophienhütte stillgelegt wurde, blieb sie allerdings das einzige Hochofenwerk. Ab 1887 wurden nach und nach Erzbergwerke in Wetzlar stillgelegt, nur kurz unterbrochen durch den Ersten Weltkrieg. Sie waren gegenüber ausländischem Erz, das häufig im Tagebau gewonnen wurde, nicht mehr konkurrenzfähig. 1926 kam der örtliche Bergbau endgültig zum Erliegen.

Wetzlar im 20. Jahrhundert

Im Zuge der fortschreitenden Industrialisierung wuchs die Stadt über ihre mittelalterlichen Stadtgrenzen hinaus. 1903 erfolgte die Eingemeindung von Niedergirmes mit seinen ausgedehnten Industrieanlagen und dem Bahnhofsviertel. Im Ersten Weltkrieg befand sich etwa zwei Kilometer südöstlich des Stadtzentrums, ein Kriegsgefangenenlager des XVIII. Armeekorps mit über 15.000 Kriegsgefangenen aus Russland.[35] Es handelte sich vor allem um ukrainische[36] Gefangene, denen bessere Bedingungen als üblich geboten wurden, um ihr Land als späteren Bündnispartner gegen Russland zu gewinnen.[37] Aus dem Lager entwickelte sich der Stadtbezirk Büblingshausen.

Zum Ende des Ersten Weltkrieges wurde die Einwohnerzahl von 15.000 überschritten. Aufgrund zunehmender Verkehrsprobleme wurde eine Ringstraße im Westen der Altstadt gebaut. So entlastete man die alte steinerne Lahnbrücke durch eine weitere Brücke.

Die Zeit des Nationalsozialismus

In der Stadt lebten vor 1933 etwa 147 Juden. Nachdem die Nationalsozialisten die Macht 1933 ergriffen hatten, emigrierten auch viele Wetzlarer Juden, so ist in der Volkszählung von 1933 nur noch von 132 jüdischen Einwohnern die Rede. In der Reichspogromnacht vom 9./10. November 1938 wurde die Inneneinrichtung der Wetzlarer Synagoge in der Pfannenstielsgasse weitgehend zerstört. Das Gotteshaus wurde jedoch nicht angezündet, da ein Übergreifen des Feuers einen verheerenden Großbrand in der Altstadt hätte auslösen können. Auch fiel der Jüdische Friedhof an der Bergstraße den Nationalsozialisten zum Opfer und Wetzlarer Juden und Jüdinnen wurden in Schutzhaft genommen.[38]

Der Wetzlarer Unternehmer Ernst Leitz II. (1871–1956) rettete 41 Juden vor dem Zugriff der Nationalsozialisten, indem er sie in internationale Dependancen und befreundete Unternehmen in der ganzen Welt vermittelte.[39]

Im September 1942 wurden die 34 noch in Wetzlar lebenden Juden deportiert.[40]

In Dalheim wurde für die kriegsgefangenen alliierten Luftwaffenangehörigen (POW = Prisoners of War) von Mai 1944 bis März 1945 ein sogenanntes Durchgangslager Dulag Luft als „Transit Camp“ unterhalten, wo sie nach dem Verhör auf die sogenannten Stammlager (Stalags) verteilt wurden.[41]

Während des Krieges mussten auch in Wetzlar Zwangsarbeiter für die Rüstungsindustrie arbeiten, zum Schutz vor Bomben teilweise in unterirdischen Produktionshallen unter dem Hauserberg. Schätzungen zufolge müssen sich zum Ende des Zweiten Weltkriegs ungefähr 4000 bis 5000 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene im Gebiet der Stadt aufgehalten haben.

Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt als Industrieschwerpunkt das Ziel schwerer Bombenangriffe, die das Bahnhofsviertel und den Stadtbezirk Niedergirmes zu großen Teilen zerstörten. Die historische Altstadt blieb jedoch, vom Dom abgesehen, von den Angriffen weitgehend verschont.

Nachkriegszeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Wetzlar zunächst durch amerikanische, später durch französischen Einheiten besetzt, gehörte aber weiterhin zur Amerikanischen Besatzungszone. Die Stadt wurde im Rahmen der Neugliederung Deutschlands dem neu gegründeten Bundesland Hessen zugeordnet. Der gewaltige Zuzug von Heimatvertriebenen und Flüchtlingen, die sich hauptsächlich Beschäftigung in der hier vorhandenen und wieder arbeitenden Großindustrie erhofften, führte zu einer Verdopplung der Einwohnerzahl auf über 30.000 zum Beginn der 1950er-Jahre.

Zwischen September 1946 und März 1949 befand sich in Wetzlar ein DP-Lager, in dem zeitweise bis zu 4.200 jüdische Displaced Persons untergebracht waren. Sie bildeten eine neue selbständige Jüdische Gemeinde in Wetzlar und nutzen die hergerichtete Synagoge in der Pfannenstielsgasse für ihren Gottesdienst.

Spilburg-Kaserne bzw. Gaffey Barracks (Luftaufnahme um 1950)

Die alten Wehrmachtskasernen Spilburg[42]als ehemalige Artillerie- sowie Unteroffiziers- und Offiziersschule und die Sixt-von-Armin-Kaserne als Unterkunft der Nachrichtentruppe und des Maschinengewehrbatallions 2 wurden nach dem Zweiten Weltkrieg neu besetzt. Die Spilburgkaserne war entlang ihrer Ostseite mit einem kompletten Verkehrsflugplatz mit Tower und Hangar versehen. Die Anlage wurde Mitte der 1950er-Jahre zurückgebaut. Am 27. März 1945 marschierten amerikanische Truppen in die Stadt. Die Spilburg diente zu dieser Zeit zuerst als Ausländerlager, später als Quartier der Amerikaner unter dem neuem Namen Gaffey Barracks. Nach deren Abzug in den Korea-Krieg, schrittweise ab 1950, diente sie ab dem 20. März 1951 französischen Truppen als Unterkunft. Diese stationierten dort u. a. marokkanische Soldaten, die aber gravierende Probleme mit der heimischen Bevölkerung bekamen. Man ersetzte sie daraufhin durch französische Einheiten aus dem Mutterland und einigen amerikanische Soldaten. Die Housing Area in Wetzlar, die Gershwin-Houses, wurde noch bis 2004 durch amerikanisches Militär genutzt.

Als die Arbeitskräftenachfrage in den 60er und 70er Jahren größer wurde, wurden viele südeuropäische Arbeitnehmer als Gastarbeiter nach Wetzlar geholt. Viele neue Wohnviertel wie z. B. Dalheim, die Neue Wohnstadt, Sturzkopf und später das Blankenfeld wurden erschlossen und die bebaute Stadtfläche vervielfachte sich. Der zunehmende Autoverkehr machte u. a. eine Aufständerung der Bundesstraße 49 notwendig, die seitdem als Hochstraße das Bahnhofsviertel überspannt.

Bundeswehrstandort

Mit der Gründung der Bundeswehr im Jahr 1956 übernahmen die neu eingezogenen Bundeswehrsoldaten die Kasernen. Im Laufe der Zeit wuchs der Standort Wetzlar mit rund 6000 Soldaten zum größten Panzer-Standort in Hessen und zum zweitgrößten, nach Koblenz, in der Bundesrepublik. Die veränderte politische Situation in Deutschland nach der Wiedervereinigung führte zu einem Truppenabbau. Daher wurde der Standort Wetzlar im Jahr 1992 fast vollständig aufgelöst.

Zweimal wurde dem Standort zu Ehren der Große Zapfenstreich gegeben, zuletzt zur Auflösung der Wetzlarer Bundeswehrgarnison. Geblieben ist lediglich das Kreiswehrersatzamt, zuständig für den mittelhessischen Raum.

Die Stadt Lahn

Das Wappen der neugegründeten Stadt Lahn

Wetzlar war Schauplatz des größten Projekts der hessischen Gebietsreform, als nach rund zehn Jahren Vorplanung, zunächst von allen Parteien mitgetragen, die Stadt Lahn am 1. Januar 1977 gegründet wurde. Sie bestand aus den beiden bisherigen Städten Wetzlar und Gießen und 14 zwischen ihnen liegenden Landgemeinden. Wetzlar brachte außerdem den 1972 eingemeindeten Stadtteil Dorlar mit. Der Landkreis Wetzlar wurde mit dem Dillkreis und dem Landkreis Gießen zum neuen Lahn-Dill-Kreis zusammengeschlossen. Lahn wurde kreisfreie Stadt, Sitz der Kreisverwaltung des Lahn-Dill-Kreises wurde Wetzlar, das nun den Namen Lahn-Wetzlar führte.

Das Projekt der gemeinsamen Lahnstadt stieß in Wetzlar, trotz ursprünglicher Zustimmung, auf Bedenken. Gießen war größer und als Sitz der neuen Stadtverwaltung vorgesehen, außerdem sollte der bisherige Gießener Oberbürgermeister auch Oberbürgermeister von Lahn werden, der bisherige Wetzlarer Bürgermeister sein Stellvertreter.

Neben der Sorge, durch die Fusion an Bedeutung zu verlieren, kam auch die bis 1945 bestehende Zugehörigkeit zu Preußen, und Vorbehalte gegen Hessen zum Tragen. Die Verflechtungen Gießens mit Friedberg, halb so groß wie Wetzlar, aber doppelt so weit entfernt, waren beispielsweise intensiver als die zwischen Gießen und Wetzlar.

Zum Zeitpunkt der Gründung der Stadt Lahn, leisteten in Wetzlar alle Parteien Widerstand gegen die Fusion zu einer solchen Großgemeinde, einschließlich der Initiatorin des Projekts, der CDU. So leitete die SPD/FDP-Landesregierung die Wiederauflösung der Lahnstadt ein. Zum 31. Juli 1979 wurde die Stadt Lahn aufgelöst und Wetzlar wieder zur eigenständigen Stadt. Der Landkreis Gießen wurde vom Lahn-Dill-Kreis abgetrennt, erhielt jedoch einige Gemeinden aus dem nördlichen und südlichen Altkreis Wetzlar sowie aus dessen unmittelbarem Gießener Umland hinzu.[43]

Aktuelle Entwicklung

Nach der Auflösung der Stadt Lahn wurde die Stadt Wetzlar neu gegliedert. Immerhin hatte die Stadt von Stadt Lahn acht der bisherigen Stadtteile hinzugewinnen können, aber auch den Ortsteil Dorlar an die neue gemeinde Lahnau verloren. Wetzlar wurde Hauptsitz der Kreisverwaltung des Lahn-Dill-Kreises, einer Zusammenlegung aus Teilen des Altkreises Wetzlar und des Dillkreises, und wie sechs weitere größere Mittelstädte in Hessen eine Stadt mit Sonderstatus. Es kamen die Ortsteile Hermannstein, Naunheim, Garbenheim, Nauborn und Steindorf hinzu. Sie waren schon zuvor fest mit der Kernstadt verwachsen. Außerdem erhielt sie noch die Ortsteile Blasbach, Dutenhofen und Münchholzhausen aus geringer Entfernung. Auf diese Weise wurden Fläche und Einwohnerzahl gegenüber 1977 deutlich vergrößert.

Wetzlar wurde Oberzentrum[44] und zum Standort der Technischen Hochschule Mittelhessen. Seit dem 25. April 2001 bietet das Zentrum Dualer Hochschulstudien (ZDH) StudiumPlus an, ein duales Hochschulstudium mit Bachelor- und Masterstudiengängen. Als Campus dient ein Gebäudekomplex auf dem Gelände der ehemaligen Wetzlarer Spilburg-Kaserne. Im Wintersemester 2011/2012 studieren dort 843 Studenten.[45] Seit dem 27. Oktober 2010 ist Wetzlar offizieller Hochschulstandort.[46]

Im Frühjahr 2005 wurde das größte Stadtentwicklungsvorhaben der Stadtgeschichte abgeschlossen: In Bahnhofsnähe entstand ein Komplex, bestehend aus dem Einkaufszentrum FORUM Wetzlar, mit rund 24.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, der in unmittelbarer Nähe liegenden Rittal Arena, die mit 6.000 Plätzen zu den modernsten Sportarenen Deutschlands zählt, sowie ein von den Besuchern der beiden Einrichtungen nutzbares Parkhaus mit 1700 Stellplätzen. Dadurch werden die oberzentralen Funktionen der Stadt gestärkt.

Am 19. Mai 2009 erhielt Wetzlar den Auftrag, im Jahr 2012 den Hessentag 2012 auszurichten. Die Stadt hatte sich bereits seit 1999 um eine Ausrichtung des ältesten und größten Landesfestes in Deutschland beworben.[47]

Für die Stadt Wetzlar wurde im September 2011 das Kfz-Kennzeichen WZ neu genehmigt, und soll in Kürze wieder eingeführt werden[48].

Einzelnachweise

  1. a b [1].(Zedler. Geschichte, Seiten 1451 bis 1478)
  2. Andreas Schäfer: Eine Altsiedellandschaft gibt ihr Geheimnis preis. Die Entdeckung einer bandkeramischen Siedlung mit Erdwerk im Lahntal bei Wetzlar, in: Hessen Archäologie 2002, Theiss Verlag, Stuttgart 2003, S. 33-36, ISBN 3-8062-1817-X und Das bandkeramische Erdwerk von Wetzlar-Dalheim, Rittplatz
  3. Bereich für Ur- und Frühgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena – Der Schmied von Atzbach
  4. a b Bereich für Ur- und Frühgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena – Die Ausgrabungen in Wetzlar-Dalheim 2002/2003
  5. In: Schmiedewerkstätte, Markus Balbach
  6. Karsten Porezag: Bergbaustadt Wetzlar,S.27ff, Verlag Wetzlardruck GmbH, ISBN 3-926617-00-4
  7. http://www.guenter-hauenstein.de/vortraege/kelt_Siedlungen.html ]
  8. http://www.hassiaceltica.de/forum/wbblite/print.php?threadid=735&page=1&sid=b5bd79482cd50095838af9d383d2a364
  9. spiegel.de: Wetzlar: Archäologen finden 2000 Jahre alte Reiterstatue
  10. Gregor Berhorst: Die Siedlungslage der Ortsnamen des Bonner Raumes / Naturraum, Toponymie und Siedlungsgründung, Bonn 1990.
  11. Karl Metz: Der Kalsmunt, Früh- und spätrömische Forschung über Aliso – Halisin – Solisin und den Ursprung der Stadt Wetzlar; Stadt Wetzlar, 1940
  12. Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste … Von Johann Heinrich Zedler, Johann Peter von Ludewig und Carl Günther Ludovici. Seiten 1451–1478, hier Seite 1477
  13. Die Urkunden Konrad I., Heinrich I. und Otto I. Bearbeitet von Theodor Sickel. Monumenta Germaniae Historica. Die Urkunden der Deutschen Könige und Kaiser 1. Hahn, Hannover 1879–1884, unveränderter Nachdruck München 1997, ISBN 3-921575-60-5, S. 136 f. Nr. 53.
  14. In Barth Rüdiger E.: Seite 180, „Der Herzog in Lothringen im 10. Jahrhundert“.
  15. In Peter Bohrer, Heppenheim, „Familien und Verwandte der Vorfahren der Grafen von Beilstein…“.[2]
  16. In Peter Bohrer, Heppenheim, „Familien und Verwandte der Vorfahren der Grafen von Beilstein…“. [3]
  17. a b Stadtgeschichte: Ein unspektakulärer Anfang
  18. Herbert Flender, Gerd Scharfscheer: Wetzlarer Stadtchronik. 2. Auflage. Wetzlardruck, Wetzlar 1980.
  19. http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=25100&session=913&event=Query.Details
  20. http://www.pribramska.cz/knih/ruzne/Graesse/orblatw.html
  21. Wetzlarer Museumsschriften 4, Seite 48. Wetzlar 1992, mit 38 Schwarzweißabb.
  22. Spielmann: Geschichte der Stadt und Herrschaft Weilburg; Stadt Weilburg, 1896 (Neuauflage 2005) S. 35-55.
  23. http://www.geschichte-verbrechen.de/tile/tile_kolup.html
  24. Gustav Faber: Reisen durch Deutschland, S. 198ff, Insel Verlag Ffm und Leipzig 1992, ISBN 3-458-33295-2
  25. A. Schoenwerk: Geschichte von Stadt und Kreis Wetzlar, 2. Auflage, Wetzlar 1975
  26. http://denkxweb.denkmalpflege-hessen.de/cgi-bin/mapwalk.pl?obj=30033&session=913&event=Query.Details
  27. Heinrich Gloëls: Goethes Wetzlarer Zeit
  28. Stadt Wetzlar: Der Deutschordenshof zu Wetzlar
  29. http://www.napoleon-online.de/AU_Generale/html/karl.html
  30. Irene Jung: Von der Reichsstadt zur Kreisstadt – eine Stadtgeschichte mit Höhen und Tiefen in: Wirtschaftsstandort Wetzlar. Europäischer Wirtschafts Verlag, Darmstadt 2002, ISBN 978-3-932845-57-4, S. 132.
  31. In Werner Brandel: Die Lahnkanalisierung [4]
  32. http://www.epilog.de/Berlin/Eisenbahn/Uebersicht/Die_Lokomotiveisenbahnen_T000003A.htm, in: „Geheimer Baurat Houselle in »Berlin und seine Bauten« (1896)“
  33. http://www.pzh-wetzlar.de/de/sites/start.php. In: PZH – Photonik Zentrum Hessen in Wetzlar AG
  34. Medien Gruppe Kirk AG, 2001
  35. Doegen, Wilhelm/Kappstein, Theodor: Kriegsgefangene Völker. Berlin 1921, S. 16.
  36. Ukrainer in Wetzlar
  37. Else-Lasker-Schüler-Stiftung, Wuppertal: exil-club.de, Ukrainische Soldaten in Wetzlar.
  38. Geschichte der Juden in Wetzlar
  39. Mark Honigsbaum: Leitz’ Liste. In: Süddeutsche Zeitung Magazin, Heft 07/2007, 15. Februar 2007.
  40. Stadtgeschichte: Juden in Wetzlar
  41. Vgl. Stefan Geck: Dulag Luft, Auswertestelle West. Vernehmungslager der Luftwaffe für westalliierte Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg. Lang, Frankfurt am Main u. a. 2008, ISBN 978-3-631-57791-2 (zugleich Dissertation, Universität Würzburg 2007).
  42. Schöber, Knud/Garn, Wilfried: Spilburg, ein Idyll im Dialog zwischen gestern, heute und morgen – Wetzlar: ICD GmbH, 2000
  43. Forschungsprojekt „Gießen-Wetzlar 2030“: Pressemeldungen
  44. Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung: Landesentwicklungsplan Hessen 2000.
  45. http://www.mittelhessen.de/lokales/region_wetzlar/wetzlar/596041_Besser_als_andere_sein.html?em_index_page=1
  46. http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/hochschule/index.htm
  47. Gießener Allgemeine: Wetzlar richtet Hessentag 2012 aus
  48. mittelhessen.de: Der Weg ist frei für das "WZ"-Kennzeichen – Wirtschaftsministerium genehmigt Antrag der Stadt. 31. August 2011, abgerufen am 10. September 2011..

Literatur

  • Andreas Schäfer: Eine Altsiedellandschaft gibt ihr Geheimnis preis. Die Entdeckung einer bandkeramischen Siedlung mit Erdwerk im Lahntal bei Wetzlar. In: Hessen Archäologie 2002 S. 33-36, Theiss Verlag, Stuttgart 2003, ISBN 3-8062-1817-X
  • August Schoenwerk: Geschichte von Stadt und Kreis Wetzlar. 2. überarb. u. erw. Auflage von Herbert Flender. Pegasus Verlag, Wetzlar 1975, ISBN 3-87619-005-3.
  • Eckehart Schubert: Der Bilstein und die Theutbirg-Basilika, Führungsblatt zu der Wallanlage und dem vorromanischen Kirchenbau bei Wetzlar-Nauborn 1999, ISBN 3-89822-149-0.
  • Eduard Sebald: Der Dom zu Wetzlar, 1989, ISBN 3-7845-5291-9.
  • Magistrat der Stadt Wetzlar: Goethes Wetzlarer Zeit. Bilder aus der Reichskammergerichts- und Wertherstadt von Heinrich Gloël. Nachdr. (Druckerei Will) der Ausgabe Mittler, Berlin 1911. Magistrat der Stadt Wetzlar, Wetzlar 1999.
  • Herbert Hahn: Untersuchungen zur Geschichte der Reichsstadt Wetzlar im Mittelalter, 1984, ISBN 3-88443-141-2.
  • Karl Metz: Der Kalsmunt, Früh- und spätrömische Forschung über Aliso – Halisin – Solisin und den Ursprung der Stadt Wetzlar. Druck und Verlag: Schnitzlersche Buchdruckerei und Buchhandlung, Wetzlar, 1940.
  • Eduard Brüdern: Der Dom zu Wetzlar, 2. Aufl. 2001, Verlag LANGEWIESCHE, ISBN 978-3-7845-5191-3 aus der Reihe: Die Blauen Bücher.
  • Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): Kulturdenkmäler in Hessen. Stadt Wetzlar. Theiss, Stuttgart 2004, ISBN 3-8062-1900-1.
  • Gustav Faber: Reisen durch Deutschland, Zwölf Reisen durch deutsche Geschichte und Gegenwart. Insel Verlag Frankfurt am Main und Leipzig 1992, ISBN 3-458-33295-2.
  • Dr. Irmgard Freiin von Lemmers-Danforth: Europäische Wohnkultur, Renaissance und Barock, W.Bechstein GmbH, Buch- und Offsetdruck, Wetzlar.
  • Magnus Backes, Hans Feldtkeller: Kunstreiseführer Hessen, Sonderausgabe Gondrom Verlag, Bindach 1988, ISBN 3-8112-0588-9.
  • Knaurs Kulturführer Deutschland, Weltbild VerlagGmbH Augsburg 1998, ISBN 3-8289-0703-2.
  • Karsten Porezag: Bergbaustadt Wetzlar: Geschichte von Eisenerzbergbau und Hüttenwesen in historischer Stadtgemarkung. Wetzlardruck, Wetzlar 1987, ISBN 3-926617-00-4.
  • Karsten Porezag: Zwangsarbeit in Wetzlar, Der Ausländer-Einsatz 1939–1945. Die Ausländerlager. Wetzlardruck, Wetzlar 2002, ISBN 3-9807950-1-2.
  • Herbert Flender, Gerd Scharfscheer: Wetzlarer Stadtchronik. Wetzlar 1980.
  • Rolf Beck: Die Leitz-Werke in Wetzlar. 2. Auflage. Sutton, Erfurt 1999, ISBN 3-89702-124-2.
  • Rolf Beck: Mikroskope von Ernst Leitz in Wetzlar. Sutton, Erfurt 2002, ISBN 3-89702-292-3.
  • Hans Georg Waldschmidt: Als die Polizei noch Isetta fuhr, Geschichten aus Wetzlar. Wartberg Verlag 2009, ISBN 978-3-8313-2089-9.
  • Irene Jung: Wetzlar Eine kleine Geschichte, Sutton Verlag 2010, ISBN 978-3-86680-715-0.

Weblinks

 Commons: Wetzlar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Wetzlar – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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