Geschichte von Bosnien und Herzegowina

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Geschichte von Bosnien und Herzegowina

Inhaltsverzeichnis

Antike

Die Illyrer

Die Illyrer waren die frĂŒhesten Bewohner des Gebiets des heutigen Bosnien und Herzegowina, ĂŒber die historische Informationen vorliegen. Sie besiedelten die westliche HĂ€lfte der Balkanhalbinsel und damit auch Bosnien in der Bronzezeit (um 1200–1100 v. Chr.). ArchĂ€ologische Forschungen haben gezeigt, dass die StĂ€mme vor allem Viehzucht und weniger Ackerbau betrieben. Auch Bergbau (Silber) wurde in Bosnien schon von den Illyrern betrieben.

Aus der schriftlichen Überlieferung der Griechen seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. sind nur wenige StĂ€mme des Binnenlandes namentlich bekannt. Das Gebiet der an der KĂŒste beheimateten Liburner und Delmaten reichte im Landesinneren aber vermutlich bis in das bosnische Bergland.

Westlich der Skordisker siedelten an der Save die illyrischen Breuker und in Mittelbosnien die Daesitaten. Nur diese beiden binnenlĂ€ndischen StĂ€mme sind schriftlich belegt. Illyrische Siedlungen und GrĂ€berfelder haben ArchĂ€ologen aber in allen Teilen Bosniens entdeckt. Es scheint, dass im 4. und 3. Jahrhundert v. Chr. der keltische Einfluss in der Region zurĂŒckging, denn die Funde aus dieser Zeit (Schmuck, Waffen und Keramik) gehören vornehmlich zum illyrischen Formenkreis. Daneben nehmen griechische Importe zu.

Ende des 3. Jahrhunderts v. Chr. gelangte die illyrische KĂŒste der Adria ins Blickfeld der Römer. Nach den römisch-illyrischen Kriegen (229-219 v. Chr.) stand die KĂŒste unter dem Protektorat der Römischen Republik, wĂ€hrend die Völker im Binnenland ihre Freiheit behielten.

Die Römer

SĂŒdosteuropa zur Römerzeit

Unter Kaiser Augustus wurden die illyrischen Gebiete 12–9 v. Chr. in das Römische Reich eingegliedert und die Grenze des Imperiums schließlich bis an die Donau vorverlegt. ZunĂ€chst waren die neuen Territorien in einem einzigen Verwaltungsbezirk Illyricum zusammengefasst. Die Organisation einer umfassenden Provinzialverwaltung erfolgte noch nicht. Im Jahr 6 n. Chr. kam es zu einem letzten großen illyrischen Aufstand gegen die Römerherrschaft und das Imperium verlor vorĂŒbergehend die Kontrolle ĂŒber das Landesinnere (in etwa Bosnien und Slawonien), weil zur selben Zeit die Auseinandersetzungen mit den Germanen am Rhein eskalierten. Der spĂ€tere Kaiser Tiberius konnte die Breuker, Daesitatenden und ihre VerbĂŒndeten 9 n. Chr. an der Save endgĂŒltig schlagen. Danach wurden die Provinzen Dalmatia und Pannonia geschaffen, die beide jeweils auch einen Teil des heutigen Bosnien umfassten. Zur Provinz Pannonia gehörten die nördlichen Gebiete an der Save, zu Dalmatia der grĂ¶ĂŸere Teil des Landes inklusive der Herzegowina.

Seitdem unterstanden alle illyrischen Gebiete römischer Herrschaft, und in der Folgezeit entstand ein Netz von römischen Straßen und Siedlungen, darunter einigen wohlhabenden HandelsstĂ€dten. MilitĂ€rposten wurden nur im Norden an der Save zum Schutz der Reichsgrenze errichtet. In Dalmatia waren keine Truppen stationiert, denn die Provinz galt als befriedet und sicher. In Ostbosnien wurden bereits damals Gold, Silber und Blei abgebaut. Von der römischen PrĂ€senz zeugen heute noch viele Ausgrabungsfunde und Befestigungsanlagen. Letztere wurden seit dem 3. Jahrhundert angelegt, als die Bedrohung durch die Völkerwanderung zunahm.

Römische StĂ€dte auf bosnischem Gebiet waren in Dalmatia: die Kolonien Delminum (Duvno) (vorher Hauptort der Delmaten) und Bistue Nova (Vitez), ferner die alten Siedlungen Argentaria (Srebrenica), Ad Salinas (Tuzla), Bigeste (LjubuĆĄki) und Raetinum. FĂŒr den pannonischen Teil ist Servitium[1](GradiĆĄka) an der Save zu nennen. Das von den Römern im bosnischen Raum angelegte Straßennetz diente vor allem der schnellen Verlegung von Truppen vom Adriahafen Salona (Solin) an die pannonische Grenze. Strahlenförmig fĂŒhrten mehrere Routen von Salona Richtung Norden: die kĂŒrzeste Verbindung ging durch Mittelbosnien nach Servitium, eine weitere Straße fĂŒhrte weiter westlich ĂŒber Raetinum an die Save, zwei Routen verliefen in nordöstlicher Richtung nach Sirmium und weiter nach Mösien. Dabei hatte die spĂ€ter so genannte Via Argentaria (Silberstraße) auch wirtschaftliche Bedeutung, weil sie die Verbindung der Bergbauregion um Srebrenica mit der KĂŒste herstellte.

Dalmatia gehörte zu den sĂŒdosteuropĂ€ischen Provinzen, in denen sich das Lateinische als wichtigste Sprache schnell durchsetzte. Das Griechische spielte nur in den KĂŒstenstĂ€dten an der Adria eine Rolle.

Bei der Neueinteilung der Provinzen unter Kaiser Diokletian wurde Pannonien geteilt. Die spÀteren bosnischen Gebiete wurden dabei Pannonia Savia zugeteilt, deren Hauptstadt Siscia (Sisak) war.

Das Christentum fand frĂŒhzeitig Eingang in Dalmatia und Pannonia. Bereits im 3. Jahrhundert sind in diesen Regionen MĂ€rtyrer der Christenverfolgungen bezeugt. Wann sich die neue Religion aber im Inneren Bosniens durchsetzen konnte, ist weitgehend unbekannt. Es wird vermutet, dass Delminum (Duvno) bereits im 4. Jahrhundert Bischofssitz gewesen ist. Vermutlich ist dieses frĂŒhe Bistum in den Wirren der Völkerwanderung untergegangen. Schon in der zweiten HĂ€lfte des 6. Jahrhunderts erfolgte aber die NeugrĂŒndung. Ein wichtiges Zentrum des frĂŒhen Christentums war das pannonische Sirmium, dessen Erzbischof im 4. Jahrhundert wohl auch Gebiete im nördlichen Bosnien unterstanden.

Völkerwanderungszeit

Im Jahr 376 ĂŒberschritten die Westgoten die Donaugrenze. Nach einem fehlgeschlagenen Versuch Kaiser Valens' sie in Thrakien als Föderaten anzusiedeln, kam es 378 zur Schlacht von Adrianopel, in der die Goten siegten und das römische Heer auf dem Balkan völlig aufrieben. In den folgenden zwei Jahrzehnten blieben die Westgoten ein stĂ€ndiger Unsicherheitsfaktor in den Balkanprovinzen. Nachdem sie Griechenland verwĂŒstet hatten, zogen die Goten 401 nordwĂ€rts und verheerten auf ihrem Weg nach Italien auch die Provinz Dalmatia.

Nach einigen Jahrzehnten verhĂ€ltnismĂ€ĂŸiger Ruhe fielen die Hunnen unter Attila zwischen 441 und 447 in die römischen Balkanprovinzen ein. In den sechziger Jahren des 5. Jahrhunderts konnte der spĂ€tere Kaiser Zenon als Feldherr Leos I. die Vandalen, Hunnen und Gepiden aus den Gebieten sĂŒdlich der Donau vertreiben. Nach dem Ende des weströmischen Reiches (476) hatte es Zenon, der nunmehr Kaiser war, auf dem Balkan noch mit den Ostgoten unter Theoderich zu tun. Es gelang ihm 488, Theoderich gegen Odoaker, den Herrscher Italiens, zu lenken. Die Verlagerung der ostgotischen Hauptmacht nach Italien bildete die Voraussetzung dafĂŒr, dass Kaiser Justinian I. das Gebiet des spĂ€teren Bosniens, das bei der Reichsteilung von 395 an Westrom gefallen war, unter byzantinische Herrschaft bringen konnte. Allerdings dauerten die Auseinandersetzungen mit den Ostgoten in Dalmatia noch bis in die 520er Jahre an. Unter Justinian verlief die Nordgrenze des Römischen Reiches durch Bosnien. Nördlich davon hielten sich in dieser Zeit die Langobarden und Gepiden auf, und ab 555 tauchte als neue Bedrohung das Steppenvolk der Awaren in der pannonischen Ebene auf. Ein Teil der Awaren wurden 558 als Föderaten auf dem Reichsboden angesiedelt. Dies ebnete ihnen und den unter ihrer Oberherrschaft stehenden slawischen StĂ€mmen den Weg auf den Balkan.

Mittelalter

Die slawische Besiedlung Dalmatiens und Pannoniens

Der genaue Verlauf der slawischen Landnahme auf dem Balkan seit dem letzten Drittel des 6. Jahrhunderts lÀsst sich im Detail nicht rekonstruieren. Fest steht, dass sie sich unter der Oberherrschaft der weit weniger zahlreichen Awaren vollzog und ungefÀhr mit dem Tod Justinians I. 565 begann, als sich abzeichnete, dass die Restauratio imperii gescheitert war.

Um 620 waren die Slawen vermutlich in den grĂ¶ĂŸten Teil Bosniens vorgedrungen. In diese Zeit zu Anfang des 7. Jahrhunderts werden die Ă€ltesten slawischen Siedlungsfunde in Bosnien-Herzegowina datiert. Nur an der dalmatinischen KĂŒste und auf den vorgelagerten Inseln konnten sich einige befestigte römische StĂ€dte halten. Die kroatische Forschung geht davon aus, dass in einer zweiten Welle der slawischen Einwanderung die Kroaten als eigenstĂ€ndige Volksgruppe nach Kroatien vordrangen. Dies lĂ€sst sich aber weder durch schriftliche noch durch archĂ€ologische Quellen mit Sicherheit belegen. Nach einer viel spĂ€teren Beschreibung in De administrando imperio von Konstantin VII. Porphyrogennetos (10. Jahrhundert), sollen die Kroaten von Kaiser Herakleios in ihre spĂ€teren Siedlungsgebiete gerufen worden sein.

Die Slawen waren in Großfamilien, Sippen und StĂ€mmen (Plemena) organisiert. Oberhaupt eines Stammes war der Ćœupan. Die soziale Differenzierung nahm in der neuen Heimat bald zu und mit der Zeit bildete sich der Adel heraus. Damit zusammenhĂ€ngend waren aber die Besitzungen der meisten Adligen sehr klein und viele von ihnen hatten so wenige Knechte, dass sie sich selbst an der Feldarbeit beteiligen mussten. Dieser Kleinadel hat die Geschichte Bosniens bis zur osmanischen Eroberung entscheidend mitgeprĂ€gt.

Bereits im 7. Jahrhundert begann die Christianisierung der slawisch/illyrischen Bevölkerung Bosniens. Neben den Bischofssitzen an der dalmatinischen KĂŒste als Missionszentren gab es in der Herzegowina das bereits erwĂ€hnte Bistum Duvno. Im 7. Jahrhundert soll noch ein weiteres Bistum in Mittelbosnien errichtet worden sein. Ebenso wurden die in Bosnien lebenden Slawen etwas spĂ€ter von SĂŒden und SĂŒdosten her von Slawenaposteln christianisiert.

Im 8. und 9. Jahrhundert lebten die slawischen StĂ€mme in Bosnien an den RĂ€ndern der großen Reiche jener Zeit. Neben Byzanz trat das Bulgarenreich als neue Großmacht auf dem Balkan hinzu. Zeitweise reichte der bulgarische Einfluss bis nach Bosnien hinein.

FrĂŒhmittelalterliche serbische und kroatische FĂŒrstentĂŒmer

So bildeten sich im 9. Jahrhundert die ersten kroatischen und serbischen FĂŒrstentĂŒmer, die jeweils auch Teile Bosniens einschlossen. Unter dem ersten kroatischen König Tomislav (910-928) gehörte mutmaßlich ein Teil zu Kroatien, wĂ€hrend ein Teil im Osten unter bulgarischer Herrschaft stand und andere Teile unter serbischer Herrschaft. Allerdings war das kroatische Königreich kein straff organisierter Staat, wie das Byzantinische Reich, in dessen AbhĂ€ngigkeit sich Kroatien zeitweise befand. Unter der Anerkennung der Oberherrschaft des Königs waren die einzelnen StĂ€mme und ihre Ćœupane weitgehend selbststĂ€ndig. Nach dem Tod Tomislavs gingen die wenigen bosnischen Gebiete verloren. Der grĂ¶ĂŸte Teil Bosniens wurde vom erstarkten serbischen FĂŒrstentum Raszien eingenommen, das wiederum selbst die Oberherrschaft des byzantinischen Kaiserreichs anerkannte. Aus dieser Zeit stammt die erste ĂŒberlieferte ErwĂ€hnung Bosniens als einer gesonderten Landschaft. Jedoch meinte man damit nur ein kleines Gebiet am Oberlauf des namensgebenden Flusses Bosna.

Kaiser Basileios II. (985–1025) konnte den direkten Einfluss von Byzanz noch einmal bis an die Donau (Sirmium) und nach Bosnien hinein ausdehnen. Bald danach verloren die Byzantiner aber endgĂŒltig die Kontrolle ĂŒber die weit im Nordwesten gelegenen Gebiete. In dieser Zeit entstand das serbische FĂŒrstentum Doclea, zu dem ebenso wie zum benachbarten FĂŒrstentum Hum (Zahumlije) auch Teile der Herzegowina gehörten. Nach 1080 waren Mittel- und Ostbosnien unter König Konstantin Bodin wiederum Teil des serbischen Raszien.

Siehe auch Geschichte Kroatiens und Geschichte Serbiens

Das bosnische FĂŒrstentum zwischen Ungarn und Serbien

Auch nachdem Kroatien 1102 durch Personalunion an die Könige von Ungarn gekommen war, blieb Bosnien ein umstrittenes Land. Weder die Kroaten und Ungarn noch die Serben konnten ihre Herrschaft dort stabilisieren. Im 12. Jahrhundert entstand in diesem Machtvakuum ein mehr oder weniger eigenstĂ€ndiges FĂŒrstentum, dessen Bane aber nominell Vasallen der Stephanskrone oder des Kaisers in Konstantinopel waren.

Seit 1137 fĂŒhrte König Bela II. von Ungarn auch den Titel rex Ramae und beanspruchte damit auch die Herrschaft ĂŒber Rama, eine Landschaft in der nördlichen Herzegowina und dem östlich angrenzenden Serbien. Beginnend mit der Herrschaft des aus Slawonien stammenden Bans Borić seit 1154 war Bosnien ein halbautonomes FĂŒrstentum. Borić verlor die Herrschaft, weil er sich in den ungarischen Thronstreitigkeiten auf Seiten der Verlierer engagiert hatte. Er war ein Vorfahr der Familie Kotromanić, die im 14. Jahrhundert ein unabhĂ€ngiges Königreich Bosnien errichtete.

Bane im mittelalterlichen Bosnien
Borić 1154–1163
Kulin 1180–1204
Stefan Kulinić 1204–1232
Matej Ninoslav 1232–1250
Prijezda I. 1250–1287
Prijezda II. 1287–1290
Kotroman 1287/90–1299/1314
Pavao I. Ơubić Bribirski &

Mladen II. Ơubić Bribirski 1299–1322
(kontrollierten das Banat von Bosnien,
hatten aber den Titel nicht)

Stjepan II. Kotromanić 1314–1353

Nach einem Sieg ĂŒber die Ungarn konnte Kaiser Manuel I. 1166 die byzantinische Oberhoheit ĂŒber Bosnien fĂŒr einige Zeit wiederherstellen. In jener Zeit stieg Ban Kulin zum Herrscher Bosniens (1180–1204) auf. Bald schĂŒttelte er die byzantinische Oberhoheit ab und verbĂŒndete sich 1183 mit den Ungarn und den Serben unter Stefan Nemanja gegen die Byzantiner. Die Herrschaft Ban Kulins gilt als goldenes Zeitalter Bosniens, denn nach dem Krieg gegen Byzanz konnte der FĂŒrst den Frieden fĂŒr das Land bewahren, was auch zu wirtschaftlicher ProsperitĂ€t fĂŒhrte. Der Ban schloss HandelsvertrĂ€ge mit den Republiken von Venedig und Ragusa ab, die vor allem an den Erzeugnissen des bosnischen Bergbaus interessiert waren.

Ban Kulin verfasste 1189 das erste ĂŒberlieferte Dokument in der bosnischen Variante der kyrillischen Schrift, in dem er seinen Staat beschrieb und dessen Bewohner zum ersten Mal als Bosnier (BoĆĄnjani) bezeichnete. WĂ€hrend Kulins Herrschaft entwickelte sich die Bosnische Kirche zu einer unabhĂ€ngigen Religionsgemeinschaft. Sowohl die Orthodoxen als auch die Katholiken betrachteten die Bosnische Kirche als hĂ€retisch. Es ist bis heute unklar, welche Verbindungen zwischen der bosnischen Kirche und den Bogomilen bestanden. Als FĂŒrst Vukan von Dioklea die Bosnier beim Papst als HĂ€retiker anschwĂ€rzte, gelang es Kulin jedenfalls, die ausgesandten pĂ€pstlichen EmissĂ€re zu ĂŒberzeugen, dass er ein treuer Katholik sei. Wie auch immer, die Bosnische Kirche fĂŒhrte ein Eigenleben und weder der Papst noch die Orthodoxie konnten Einfluss ĂŒber sie geltend machen.

Kulins Sohn und Nachfolger Stefan nahm jedoch zu wenig RĂŒcksicht auf die Besonderheiten der Bosnischen Kirche; er wollte sie wieder zum Katholizismus zurĂŒckfĂŒhren, was 1232 zu einer erfolgreichen Revolte gegen ihn fĂŒhrte. Er wurde durch den einheimischen Adeligen Matej Ninoslav (1232–1250) ersetzt. Dessen Verwandter Prijezda fĂŒhrte die katholische Opposition an. Auch der ungarische König Andreas II. griff in den innerbosnischen Machtkampf ein, indem er eine eigene Partei aufzubauen suchte. 1234 vergab er den Titel des Bans von Bosnien an Herzog Koloman. Daneben versuchte auch Sibislav, Graf von Usora, aus der Familie Kulins, Bosnien in seine Gewalt zu bringen.

Papst Gregor IX. war mit den Ungarn verbĂŒndet, die somit die katholische Partei im bosnischen Machtkampf bildeten. Er ersetzte 1235 den hĂ€retischen bosnischen Bischof durch Johann, ein Mitglied des Dominikanerordens, und erkannte Koloman als legitimen Ban von Bosnien an. Johann und Koloman fĂŒhrten fĂŒnf Jahre lang einen als Kreuzzug bezeichneten Krieg gegen Ban Matej, um das Land unter ihre Kontrolle zu bekommen. Auch Graf Sibislav ging in dieser Zeit zur ungarisch-pĂ€pstlichen Partei ĂŒber. Einziger VerbĂŒndeter Ban Matejs war die Republik Ragusa (Urkunde vom 22. Mai 1240), die zwar nicht gegen die Katholiken kĂ€mpfte, dem Ban aber RĂŒckendeckung gegen den serbischen König Stefan Vladislav gab, der nur auf einen gĂŒnstigen Augenblick wartete, um sich bosnische Gebiete aneignen zu können.

Koloman trat den Titel des Bans von Bosnien vermutlich 1238 an Prijezda ab, der etwa drei Jahre im Land regieren konnte. Der Einfall der Mongolen nach Ungarn und Dalmatien 1241 bzw. 1242 verĂ€nderte das KrĂ€fteverhĂ€ltnis in der Region. Kolomans Truppen wurden in Ungarn gebraucht, und daher konnte Matej Ninoslav sich wieder in den Besitz Bosniens setzen; Prijezda ging ins ungarische Exil. Im MĂ€rz 1244 erneuerte Matej das BĂŒndnis mit Ragusa. So gestĂ€rkt konnte er sich in Dalmatien in die Streitigkeiten der StĂ€dte TraĂč und Spalato einmischen. Damit stieß er in das Einflussgebiet des ungarischen Königs an der AdriakĂŒste vor, weshalb Bela IV. erneut Truppen gegen Bosnien entsandte, aber bald Frieden schloss, wodurch KreuzzugsplĂ€ne des Papstes und der ungarischen Bischöfe nicht mehr verwirklicht werden konnten.

Burgruine in der NÀhe von Srebrenik, eines der Àltesten Bauwerke Bosniens

Nach dem Tod Matejs (1250) konnte der ungarische König seinen ParteigĂ€nger Prijezda I. als neuen Ban in Bosnien installieren, wĂ€hrend der Sohn des VorgĂ€ngers leer ausging. Prijezda ging gegen die Bogumilen vor und versuchte die Bosnische Kirche dem Papst zu unterstellen. Einen Aufstand der HĂ€retiker konnte er 1253 nur mit Hilfe des ungarischen Königs Bela IV. niederschlagen. Damit wurde Prijezda noch abhĂ€ngiger von der ungarischen Krone, doch scheint Prijezda stets in gutem Einvernehmen mit dem König gestanden zu haben. Bela ging dann auch daran, die sĂŒdlichen Grenzprovinzen seines Reiches auf Kosten Priezdas neu zu ordnen. Das bosnische Banat wurde auf das Gebiet zwischen den FlĂŒssen Vrbas und Bosna eingeschrĂ€nkt, und die Banate von Usora und Soli neu gebildet, die dem Banat von Mačva unterstellt wurden, wo ein Enkel des Königs als Herzog eingesetzt wurde.

1254 eroberte Bela in einem Krieg gegen den serbischen König Stefan Uros I. Zahumlije (in etwa Herzegowina und Mitteldalmatien) und ĂŒbergab diese Region zur Verwaltung an Prijezda, der ebenfalls an dem Feldzug teilgenommen hatte. Aber schon wenige Jahre spĂ€ter fiel das Gebiet an die Serben zurĂŒck. 1260 fĂŒhrte der Ban bosnische Truppen in den Krieg des Ungarnkönigs mit Böhmen. Als Bela IV. 1270 starb, wurde auch Bosnien in die ungarischen Thronwirren der folgenden Jahre hineingerissen, und Prijezdas Stern begann zu sinken, hatte er sich doch ganz an den verstorbenen Herrscher gebunden. Er konnte sich aber bis zu seinem Tod 1287 als Ban behaupten. Gegen die ihn bedrĂ€ngenden ungarischen Hochadeligen suchte er VerbĂŒndete bei den Serben.

Die BlĂŒte des bosnischen FĂŒrstentums und Königreichs im 14. Jahrhundert

Wappen der Familie Kotromanić

In den 1280er Jahren erbte Stefan Kotroman die Herrschaft ĂŒber eines der nordbosnischen Territorien. Er stritt lange mit der aus der Gegend von Bribir in Dalmatien stammenden Adelsfamilie der Ć ubićes um die Macht. Diese Familie hatte in den ersten zwei Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts das alte Banat Bosnien großenteils regiert und zeitweise freundschaftliche Beziehungen zu Kotromans Sohn Stjepan II. Kotromanić unterhalten. Kotromanić bekam aber 1320 die Oberhand und wurde 1322 Ban von Bosnien. Er schuf einen grĂ¶ĂŸeren bosnischen Staat, indem er das alte Banat mit Territorien im Norden vereinigte, durch Eroberung Gebiete westlich das Banats einfĂŒgte, die vorher zu Kroatien gehört hatten und bei weiteren Eroberungen einen langen Abschnitt der dalmatinischen KĂŒste zwischen Ragusa und Split einnahm. Schließlich annektierte er 1326 den grĂ¶ĂŸten Teil von Hum, womit Bosnien und Herzegowina zum ersten Mal zu einer politischen Einheit zusammengeschlossen waren. Kotromanić bemĂŒhte sich um freundschaftliche Beziehungen zu den anderen MĂ€chten. 1340 gestattete er, um die Beziehungen zum Papst zu verbessern, dass Franziskaner eine Mission in Bosnien errichteten. Vor 1347 scheint er selbst zum römisch-katholischen Glauben ĂŒbergetreten zu sein. 1353 wurde er im Franziskanerkloster Visoko begraben. Er hinterließ einen unabhĂ€ngigen bosnischen Staat, der unter seinem Neffen Stjepan Tvrtko Kotromanić (spĂ€ter König Tvrtko I.) zum mĂ€chtigsten Staat auf der westlichen Balkanhalbinsel wurde.

Eine BĂŒste von König Tvrtko I. mit einer goldenen Lilie auf der Krone

Dabei waren Tvrtkos erste Regierungsjahre schwierig. Er musste sich mit Revolten bosnischer Adelsfamilien und ungarischen Landnahmen herumschlagen und 1366 sogar am ungarischen Hof Schutz suchen, als eine Gruppe bosnischer Adliger seinen Bruder Vuk an seine Stelle setzte. Aber schon 1367 war Tvrtko wieder an der Macht, offenbar mit Hilfe des ungarischen Königs. Tvrtko wandte seine Aufmerksamkeit dem SĂŒden zu. 1355 war das starke serbische Reich nach dem Tod von Stefan UroĆĄ IV. DuĆĄan weitgehend zusammengebrochen. Tvrtko unterstĂŒtzte den serbischen Adligen Lazar Hrebeljanović, der sich mit anderen Adligen in SĂŒdwestserbien, Hum und Zeta um die Reste des serbischen Reichs stritt. Lazar belohnte Tvrtko bei der folgenden Aufteilung der Beute mit einem großen Streifen an Bosnien angrenzenden Landes: Teilen von Hum, Zeta, SĂŒddalmatien und dem spĂ€teren SandĆŸak von Novi Pazar. 1377 ließ sich Tvrtko nicht nur zum König von Bosnien krönen, sondern auch zum König ĂŒber Serbien. Dies entsprach prahlerischer Selbsterhöhung, ebenso wie der imposante Hof byzantinischen Stils, den er in der Festung Bobovac einrichtete. Faktisch versuchte er nie ernsthaft, politische Macht in Serbien auszuĂŒben. Stattdessen weitete er seinen Einfluss nach Dalmatien sowie Teilen von Nordkroatien und Slawonien aus und nannte sich in den letzten Jahren vor seinem Tod 1391 auch noch „König von Kroatien und Dalmatien“.

Der SchlĂŒssel zu Bosniens Wohlstand im Hochmittelalter war der Bergbau. Im spĂ€ten 13. oder frĂŒhen 14. Jahrhundert waren deutsche Bergleute, so genannte „Sachsen“ (Sasi), aus Ungarn nach Bosnien gekommen. Die Gruben gehörten örtlichen Grundbesitzern und wurden von „Sachsen“ geleitet, die teilweise zu Reichtum und Ansehen gelangten. Kupfer und Silber wurden bei KreĆĄevo und Fojnica gefördert, Blei bei Olovo, Gold, Silber und Blei bei Zvornik und vor allem Silber bei Srebrenica. In den Bergwerksorten und in wichtigen HandelsstĂ€dten wie Foča und Visoko gab es bedeutende Kolonien von Ragusanern – Ragusa hatte ein Monopol auf den Silberhandel innerhalb Bosniens und auf die Silberexporte ĂŒber See. Als die Franziskaner in Bosnien begannen, Klöster zu grĂŒnden, zog es sie in die StĂ€dte mit römisch-katholischen Sachsen, Ragusanern und anderen Dalmatinern. So wurden diese StĂ€dte stark katholisch geprĂ€gt.

Auf dem Land waren die Mehrzahl Kmeten, leibeigene Bauern. Es gab auch Sklaven, die auf dem Markt in Ragusa gehandelt wurden. Im bosnischen Bergland lebten Hirten, darunter auch Walachen. Die wichtigste innergesellschaftliche Trennungslinie war die zwischen Volk und Adel, wobei der Adel in niederen und hohen differenziert war. Der Hochadel ĂŒbte große politische Macht aus und konnte Bans und Könige erheben und absetzen. Von 1390 bis nach 1420 kam er in einem „Staatsrat“ zusammen, um ĂŒber Thronfolge und wichtige Fragen von Innen- und Außenpolitik zu beraten.

Die letzten Jahrzehnte des bosnischen Königtums

Seit den 1380er Jahren hatten osmanische Armeen begonnen, EinfĂ€lle auch nach Serbien zu unternehmen. 1388 war eine tĂŒrkische Abteilung in das von Bosnien regierte Hum vorgedrungen. 1389 weigerte sich Trvtkos alter serbischer VerbĂŒndeter Lazar, die tĂŒrkische Oberhoheit anzuerkennen und rief VerbĂŒndete zu Hilfe. König Trvtko schickte ein starkes bosnisches Heer, das im Juni 1389 in der Schlacht auf dem Amselfeld an der Seite von Lazar Hrebeljanovićs Armee kĂ€mpfte. Die tĂŒrkischen Armeen kehrten Jahr fĂŒr Jahr zurĂŒck und brachten bis 1392 alle serbischen orthodoxen Gebiete, abgesehen vom bosnisch regierten Hum, unter osmanische Oberhoheit.

Tvrtkos Tod 1391 brachte fĂŒr Bosnien eine lĂ€ngere Zeit schwacher Regierungen. Adelsfamilien mit regionalen Machtbasen stĂ€rkten ihre Positionen. Auch der ungarische König gewann wieder mehr Einfluss in Bosnien. Ein labiles Gleichgewicht der KrĂ€fte zwischen dem von Ungarn gestĂŒtzten König Ostoja und dem mĂ€chtigsten der bosnischen Adligen, Hrvoje, zerbrach 1414. Die Osmanen proklamierten den vertriebenen illegitimen Sohn König Trvtkos, Tvrtko II., zum rechtmĂ€ĂŸigen König und fielen in bosnisches Territorium ein. Im folgenden Jahr wurde die ungarische Armee in Mittelbosnien geschlagen. Ostoja konnte zwar erreichen, dass er und nicht Trvtko II. als König bestĂ€tigt wurde, aber faktisch erreichte oder ĂŒbertraf der Einfluss des Osmanischen Reiches nun den Ungarns. Nach Ostajas Tod 1418 wurde sein Sohn 1420 vertrieben und mit tĂŒrkischer UnterstĂŒtzung Trvtko II. wieder König. Die BĂŒndnisse und LoyalitĂ€ten blieben aber brĂŒchig; immer wieder kam es zu wechselnden Kontrollen ĂŒber bosnische Territorien. 1440 wurde Srebrenica von TĂŒrken erobert. Auch der Nachfolger Trvtkos II., Stjepan TomaĆĄ, war neben anderen kriegerischen Auseinandersetzungen immer mit der Abwehr von tĂŒrkischen Angriffen beschĂ€ftigt. Dabei wandte er sich 1450 verzweifelt an den Papst und erklĂ€rte sich schließlich bereit, zur direkten Verfolgung der schismatischen bosnischen Kirche ĂŒberzugehen. Als er 1461 starb und sein Sohn Stjepan TomaĆĄević Nachfolger wurde, war das Ende des bosnischen Königtums abzusehen. TomaĆĄević bat den Papst und Venedig vergeblich um Hilfe gegen eine groß angelegte tĂŒrkische Invasion. Am 20. Mai 1463 fiel als erste bosnische Festung die alte königliche Hochburg Bobovac. TomaĆĄević floh nach Jajce und von dort in die Festung Ključ. Auf eine Schutzzusage der tĂŒrkischen Belagerer hin ergab er sich, wurde aber hingerichtet.

Osmanische Herrschaft

Bosnien, Herzegowina und Serbien unmittel-
bar vor der osmanischen Eroberung im 15. Jahrhundert

1463 wurde Jajce von den Osmanen eingenommen. Nach mehreren Jahren des Krieges fielen auch die letzten StĂ€dte im SĂŒden, so dass die letzte Königin Katarina Kosača-Kotromanić ins Exil gehen musste. Am 25. Oktober 1478 starb sie in Rom.

Bosnien war eine der wichtigsten Provinzen des Osmanischen Reiches, da es die europĂ€ische Grenze des Reiches schĂŒtzte. Der bosnische Statthalter des Sultans Beylerbey hatte sehr weitreichende Befugnisse und unumschrĂ€nkte Gewalt ĂŒber die Bewohner des Landes. Um ihre Herrschaft am nordwestlichen Rand des Reiches zu stabilisieren, holten die TĂŒrken viele muslimische Siedler nach Bosnien. Jene Teile der einheimischen Bevölkerung, die vor der Eroberung der bosnischen Kirche angehört hatten, ließen sich relativ schnell fĂŒr den Übertritt zum Islam gewinnen. Ein entscheidender Aspekt dabei war, dass der bosnische Adel nur so seine fĂŒhrende Stellung in der Gesellschaft behaupten konnte. Deshalb integrierte er sich innerhalb weniger Jahrzehnte in das osmanische Timar-System. Viele MĂ€nner aus Bosnien und der Herzegowina erwarben hohe WĂŒrden am Hofe des Sultans und wurden zu MilitĂ€rfĂŒhrern, Diplomaten und Großwesiren des Reiches.

Osmanische Baukunst: BrĂŒcke in Mostar

Abgesehen von Albanien war Bosnien das Land auf dem Balkan, in dem die Islamisierung unter den Einheimischen am stĂ€rksten war. Allerdings waren die Muslime bis zum Übergang des Landes an Österreich-Ungarn (1878) immer eine Minderheit. Etwa die HĂ€lfte der Bevölkerung waren im 17. Jahrhundert und danach orthodoxe Serben. Dazu kam eine wegen der UnterdrĂŒckung durch die TĂŒrken immer kleiner werdende katholische Minderheit. Nach ihrer Vertreibung aus Spanien siedelten sich im 16. Jahrhundert auch sephardische Juden in Bosnien an, da sie von den Osmanen nicht verfolgt wurden.

Nicht nur politisch sondern auch kulturell wurde Bosnien aber von den Muslimen dominiert. Im 16. und 17. Jahrhundert erlebte Bosnien-Herzegowina eine zweite, orientalische BlĂŒtezeit. Schon in den ersten Jahrzehnten ihrer Herrschaft haben die Osmanen die orientalische Stadtkultur in Bosnien gefördert. In allen wichtigen Orten entstanden Moscheen, Medresen, BadehĂ€user, Basare usw. Das 1415 erstmals schriftlich erwĂ€hnte Sarajevo wurde erst in osmanischer Zeit zu einer bedeutenden Stadt ausgebaut. Die lĂ€ngste Zeit war jedoch Travnik die Hauptstadt des bosnischen Vilayets, bevor es diese Funktion 1850 an Sarajevo abgeben musste.

Mit der RĂŒckeroberung SĂŒdungarns und Slawoniens durch Prinz Eugen wurde das Land zur Grenzzone. Österreichische Truppen versuchten mehrmals, auch Bosnien zu erobern, was aber scheiterte, so dass sich die Savegrenze stabilisieren konnte. Allerdings zerstörte Prinz Eugen bei einem Feldzug Sarajevo. In den Gebieten um Bihać und entlang der Save wurden Befestigungen und Wehrdörfer eingerichtet. In diesem Grenzgebiet wurden auch Vlachen (heute bezeichnen sie sich als Serben) angesiedelt.

Der wirtschaftliche und politische Niedergang des Osmanischen Reiches betraf auch Bosnien. Die zentralistischen Reformversuche des 19. Jahrhunderts (Tanzimat) konnten keine Abhilfe schaffen, weil sie vor allem auf militĂ€rische und administrative Belange ausgerichtet waren. Gegen soziale und wirtschaftliche Reformen, die die schlechte Lage der mehrheitlich christlichen Landbevölkerung verbessert hĂ€tten, sperrte sich aber die Elite der muslimischen Grundbesitzer. Ein großer Teil der bosnischen Muslime hatte entweder umfangreicheren Landbesitz, den er von PĂ€chtern bewirtschaften ließ, oder fand Anstellung im osmanischen Staatsdienst, der den Christen weitgehend verschlossen war. Die Christen und vor allem die orthodoxen Serben waren ĂŒberwiegend Bauern, die als PĂ€chter unter sehr schlechten Bedingungen fĂŒr die Großgrundbesitzer arbeiten mussten. Dies fĂŒhrte im 19. Jahrhundert immer wieder zu AufstĂ€nden.

Der Aufstand der bosnischen Serben, welcher 1876 begann und auch von Serbien aus unterstĂŒtzt wurde, war der Anfang vom Ende der osmanischen Herrschaft. Im selben Jahr begannen Serbien und Montenegro einen Krieg gegen das Osmanische Reich. Die Regierungen der kleinen BalkanlĂ€nder hatten jedoch die StĂ€rke des Gegners unterschĂ€tzt und gerieten schon bald in die Defensive. Vor einer militĂ€rischen Katastrophe wurden die Serben nur durch das Eingreifen der Russen bewahrt, die freilich eigene Ziele auf dem Balkan verfolgten.

Österreichisch-ungarische Zeit

Der Berliner Kongress stellte 1878 die osmanischen Provinzen Bosnien und Herzegowina unter österreichisch-ungarische Verwaltung (der Landesregierung fĂŒr Bosnien und die Herzegowina). Formal blieb Bosnien noch bis zur Annexion 1908 Teil des Osmanischen Reiches.

Gegen betrĂ€chtlichen Widerstand von Partisanen, vor allem muslimischer unter Hadschi Loja, wurde Bosnien-Herzegowina von der österreichisch-ungarischen Armee besetzt. Weil man sich in der Donaumonarchie nicht entscheiden konnte, zu welcher ReichshĂ€lfte die Neuerwerbungen kommen sollten, wurde die Verwaltung dem gemeinsamen k. u. k. Finanzministerium ĂŒbertragen. Die österreichischen Beamten prĂ€gten in dieser Zeit den Doppelnamen Bosnien-Herzegowina (Bosna i Hercegovina), der bis heute die Bezeichnung des Landes ist.

Eine VolkszĂ€hlung im Jahre 1879 ergab eine Gesamtbevölkerung von 1.158.164, die sich zusammensetzte aus: 496.485 Serben (42,87 %), 448.613 Muslimen (38,73 %), 209.391 Kroaten (18,08 %), 3.426 Juden und 249 Sonstigen.[2] In der Folge schuf die k.u.k. Verwaltung ein leistungsfĂ€higes Schul- und SanitĂ€tswesen und ermöglichte eine gute wirtschaftliche Entwicklung. In österreichischer Zeit begann die industrielle Ausbeutung der BodenschĂ€tze und WĂ€lder Bosnien-Herzegowinas, wobei jedoch mit Augenmaß vorgegangen wurde (u. a. Aufforstungsprojekte). Schmalspurige Eisenbahnlinien und wichtige Fernstraßen wurden errichtet. FĂŒr die ersten AnsĂ€tze der Industrialisierung waren FachkrĂ€fte notwendig. Dies fĂŒhrte von 1880–1910 zur Zuwanderung von Menschen aus anderen Teilen der Donaumonarchie. Darunter waren neben Deutschen und Tschechen auch Polen, Slowenen und Ruthenen. Manche dieser Einwanderer erwarben auch Grundbesitz und waren als Bauern tĂ€tig.

Der Bosnier in der Wiener Karikatur. Bildunterschrift: Gott sei Dank, jetzt g'hört er ganz uns! Aus: Kikeriki, 15. Oktober 1908

Bei ihrer Herrschaft stĂŒtzten sich die Österreicher auch auf die alten muslimischen Eliten, die sie durch verschiedene Maßnahmen fĂŒr sich einzunehmen wussten. So wurde der Islam als gleichberechtigte Religion staatlich anerkannt. Österreich-Ungarn war zu Beginn des 20. Jahrhunderts der einzige christlich dominierte Staat, der gesetzlich geregelte Beziehungen zu einer muslimischen Glaubensgemeinschaft unterhielt und daher unter anderem auch muslimischen Religionsunterricht an den Schulen erteilen ließ, MilitĂ€r-Imame in der Armee unterhielt, eine muslimische Gefangenenseelsorge organisierte, den religiösen Einrichtungen das Selbstverwaltungsrecht einrĂ€umte und ihnen den Status einer Körperschaft öffentlichen Rechts gab. Das aus diesem Anlass 1912 erlassene Islamgesetz steht weitgehend unverĂ€ndert in der Republik Österreich weiterhin in Kraft. Wichtiger fĂŒr die guten Beziehungen zur alten bosnischen Elite war aber, dass die österreichische Verwaltung die VerhĂ€ltnisse auf dem Land im Großen und Ganzen unangetastet ließ. Die durchgefĂŒhrte Agrarreform brachte nur fĂŒr eine kleine Anzahl von PĂ€chtern eigenen Grundbesitz und die Ablösung von der UntertĂ€nigkeit unter die muslimischen Agas. So positiv sich das auf die Beziehungen der Österreicher zu den muslimischen Eliten auswirkte, so unzufrieden waren deswegen vor allem die serbischen Bauern.

Die formelle Annexion von Bosnien-Herzegowina durch Österreich-Ungarn 1908 löste eine europĂ€ische Krise aus. Das Land wurde auch jetzt keiner ReichshĂ€lfte zugeteilt, sondern weiter vom gemeinsamen Finanzministerium verwaltet. Nach der Verfassung von 1910 erhielt Bosnien-Herzegowina eine eigene Landesregierung mit Landeschef (vorher war die Aufgabe des Landeschefs durch den Kommandeur der Okkupationstruppen wahrgenommen worden) und Landtag. Vor dem Ersten Weltkrieg wurden einmal Landtagswahlen (1910) abgehalten.

1914 war Sarajevo Schauplatz des Attentates auf Franz Ferdinand.

1918–1941

Bosnien-Herzegowina wÀhrend des Zweiten Weltkrieges

Jugoslawien war wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs Schauplatz mehrerer miteinander verwobener Kriege: des von Deutschland und Italien gegen Jugoslawien gefĂŒhrten Krieges, der Kriegsanstrengungen der AchsenmĂ€chte gegen die Alliierten, des Krieges der BesatzungsmĂ€chte gegen jugoslawische Widerstandsbewegungen, des BĂŒrgerkriegs kroatischer Extremisten gegen die serbische Bevölkerung in Kroatien und Bosnien und des Kriegs der wichtigsten Widerstandsbewegungen (Tschetniks und kommunistische Partisanen) gegeneinander (siehe auch: Jugoslawischer Partisanenkrieg). Diesen Konflikten fielen rund 900.000 Menschen zum Opfer.

Gebiet des „UnabhĂ€ngigen Staates Kroatien“ (rot)

Nach dem Überfall auf Jugoslawien am 6. April 1941 hatten die AchsenmĂ€chte unter FĂŒhrung Deutschlands am 10. April den „UnabhĂ€ngigen Staat Kroatien“ (Nezavisna drĆŸava Hrvatska, NDH) proklamiert und den Ustascha-FĂŒhrer Ante Pavelić als Poglavnik („FĂŒhrer“) eingesetzt. Er umfasste neben Kroatien ganz Bosnien und die Herzegowina und wurde in eine deutsche und eine italienische Einflusszone eingeteilt. Die Trennungslinie verlief diagonal durch Bosnien.

Am 16. April 1941 marschierten deutsche Truppen in Sarajevo ein und verwĂŒsteten die dortigen Synagogen. Im Juni begann die Masseninternierung von Juden. Nach Kriegsende schĂ€tzte man, dass von 14.000 Juden in Bosnien fast 12.000 getötet worden waren. Einheimische waren daran beteiligt. Das Hauptziel der Ustascha-Bewegung war jedoch, die große serbische Minderheit (1,9 von insgesamt 6,3 Millionen Einwohnern) zu vertreiben. Terrorakte gegen Serben begannen im Mai 1941 und weiteten sich in den folgenden Monaten aus, mindestens mehrere hundert Serben wurden dabei ermordet. Im Juni 1941 vertrieben daraufhin serbische Bauern in der Region Nevesinje die Ustascha-Milizen und etablierten fĂŒr kurze Zeit ein „befreites Gebiet“. Dann wandten sie sich gegen kroatische und bosniakischen Dorfbewohner, die sie als Kollaborateure ansahen. Im Bezirk Bileća im SĂŒden der Herzegowina wurden mehr als 600 Bosniaken umgebracht, im Juli/August weitere rund 500 in der Gegend um ViĆĄegrad. Tausende von bosnischen Serben schlossen sich einer der organisierten Widerstandsbewegungen an. Diese hatten jedoch unterschiedliche Merkmale und Ziele, so dass der beginnende BĂŒrgerkrieg zwischen Tschetniks und kommunistischen Partisanen schon im Oktober 1941 sichtbar war. Ein Aspekt ihrer Konkurrenz war auch ihre Haltung gegenĂŒber den Bosniaken und dem Status Bosniens. Einige fĂŒhrende Tschetniks waren fanatische serbische Nationalisten, die Bosnien, Dalmatien, Montenegro, Teile Kroatiens, Slawonien und Nordalbanien Serbien zuschlagen wollten. Stevan Moljević, ab 1943 politischer Leiter der Bewegung, schrieb im Februar 1942, dass dann „die SĂ€uberung des Landes von allen nichtserbischen Elementen“ folgen mĂŒsse. Die Haltung der Kommunisten war wĂ€hrend des Krieges vieldeutig und widersprĂŒchlich. Milovan Djilas legte einen Plan vor, nach dem Bosnien autonome Provinz, aber keine „Nationalrepublik“ werden sollte.

Beide Widerstandsbewegungen kĂ€mpften gegen die AchsenmĂ€chte, hĂ€ufiger aber gegeneinander. Tito war Ende 1941 aus Serbien in die Region Foča in Bosnien geflohen. Im Sommer 1942 marschierte er mit seinen Partisanen nach Nordwesten in die Gegend um Bihać. Dort grĂŒndeten die kommunistischen PartisanenverbĂ€nde den Antifaschistischen Rat der Nationalen Befreiung Jugoslawiens (AVNOJ). Anfang 1943 beschloss die deutsche FĂŒhrung, Titos Truppen von dort zu vertreiben. Sie wollte die Kontrolle ĂŒber das wichtige Hinterland verstĂ€rken, weil sie befĂŒrchtete, die Alliierten könnten an der KĂŒste Dalmatiens landen. Aus dem gleichen Grund plante sie eine Offensive gegen Tschetniks in der Herzegowina und in Montenegro. Der Tschetnik-FĂŒhrer DraĆŸa Mihailović wollte seinerseits die Partisanen vertreiben, um einem raschen Vormarsch der Alliierten landeinwĂ€rts zur Vereinigung mit seinen eigenen Truppen den Weg frei zu machen. Tito befĂŒrchtete dagegen, dass eine alliierte Besetzung die Wiedereinsetzung des jugoslawischen Königs bedeuten wĂŒrde und erklĂ€rte der deutschen Seite seine Bereitschaft, gemeinsam mit deren in Kroatien stehenden Divisionen gegen die an Land gesetzten Truppen der WestmĂ€chte vorzugehen.

Solche widerstreitenden Interessen fĂŒhrten 1943 zu wechselnden taktischen BĂŒndnissen. Letztlich wurden die Partisanen Anfang 1943 in Richtung Herzegowina zurĂŒckgedrĂ€ngt. Tito hatte aber ohnehin den Plan, dort und in Montenegro gegen Tschetnik-Truppen vorzugehen.

Im Mai 1943 entwaffneten deutsche Truppen auch mehrere Tausend montenegrinische Tschetniks. Anschließend wandten sie sich gegen die Partisanen und schlossen sie auf dem Berg Durmitor in Nordmontenegro fast ein. In heftigen Auseinandersetzungen durchbrachen die Partisanen jedoch den Ring und zogen durch SĂŒdostbosnien westwĂ€rts. Schließlich errichtete Tito sein Hauptquartier im Bezirk Jajce.

Berichte von britischen Offizieren, die die Partisanen besucht hatten, veranlassten die Alliierten, ihre UnterstĂŒtzung von Mihailović abzuziehen und Tito zuzuwenden. Dessen Partisanen gewannen einen weiteren Vorteil gegenĂŒber den Tschetniks, als ihnen nach der Kapitulation der italienischen Armee im September 1943 große Mengen an AusrĂŒstung in die HĂ€nde fielen. Nun begannen Tschetnik-Kommandeure erstmals, direkt mit der deutschen Seite zu kollaborieren.

In Jajce fand im November 1943 die zweite Tagung des AVNOJ statt. In den so genannten „AVNOJ-BeschlĂŒssen“ einigte man sich auf ein Modell des neuen Jugoslawien. Es sah einen föderativen Staat mit sechs Teilrepubliken vor, darunter der "Volksrepublik Bosnien und Herzegowina (NRBiH)". Indem Tito die Eigenstaatlichkeit von Bosnien und Herzegowina anerkannte, versuchte er, das Gewicht Serbiens in dem geplanten neuen Staat zu reduzieren

Die alliierte UnterstĂŒtzung Titos wurde 1944 verstĂ€rkt; außerdem gewann Tito kroatische und bosniakische KĂ€mpfer, die nach dem allgemeinen Zusammenbruch der Ustascha-Herrschaft unzufrieden waren. Aber auch weitere Serben schlossen sich den Partisanen an. Im Sommer 1944 begann der RĂŒckzug der deutschen Besatzer. Tito bekam neue WaffenvorrĂ€te geschickt, um diesen Abzug zu verhindern, zielte aber viel mehr auf die Vollendung seines Sieges im BĂŒrgerkrieg. Ende des Jahres hatten sowjetische und verbĂŒndete bulgarische StreitkrĂ€fte den Osten des Landes zu einem großen Teil eingenommen. Am 6. April 1945 befreiten Titos Partisanen Sarajevo. Innerhalb weniger Wochen kontrollierten sie ganz Bosnien. Am 28. April wurde eine „Volksregierung“ eingesetzt. Die Föderative Volksrepublik Jugoslawien wurde Ende 1945 ausgerufen.

Die Bosnier selbst waren auf unterschiedliche Weise an den KĂ€mpfen in den Jahren 1941 bis 1945 beteiligt. Eine Minderheit der bosnischen Kroaten unterstĂŒtzte aktiv die Ustascha. Die Mehrheit begrĂŒĂŸte zunĂ€chst die Ausrufung des NDH, wurde aber zunehmend desillusioniert und schloss sich 1943/44 in großer Zahl den Partisanen an. Die bosnischen Serben gerieten schnell in Opposition zum Ustaschastaat und zu den BesatzungsmĂ€chten. Sie schlossen sich teilweise den Partisanen an, aber auch den Tschetniks. Am unĂŒbersichtlichsten war die Situation der Bosniaken. Ante Pavelić hatte ihnen wenige Tage nach Beginn seiner "Amtszeit" Schul- und Religionsautonomie zugesagt und versichert, sie könnten sich "frei, gleichberechtigt und zufrieden fĂŒhlen". Elf frĂŒhere Politiker der Jugoslawischen Muslimischen Organisation wurden aufgefordert, in das Zagreber Pseudoparlament einzutreten. Die zugesagte Rechtssicherheit ging aber im NDH schnell verloren; schon im Sommer und Herbst 1941 protestierten muslimische Geistliche öffentlich an vielen Orten vor allem gegen die Gewalt gegen Juden und Serben. Die Gewalttaten serbischer Dorfbewohner, besonders in der Herzegowina, gegen Bosniaken, machten es diesen aber unmöglich, sich dem serbischen Widerstand gegen die Ustascha anzuschließen. An anderen Orten hatten Tschetniks und andere serbische StreitkrĂ€fte im Winter 1941/42, im Sommer 1942 und im Februar 1943 Tausende von Bosniaken getötet. Einige Bosniaken traten den Ustaschamilizen bei; eine grĂ¶ĂŸere Zahl schloss sich Titos Partisanen an. Die erste bosniakischen Partisaneneinheit, die Mujina četa, wurde ab August 1941 aufgestellt. Im Laufe des Jahres 1942 entstanden weitere bosniakische Einheiten, im Dezember die 8. Regionale (Muslimische) Brigade.

Insgesamt blieb die Zahl muslimischer Rekruten zunĂ€chst jedoch relativ klein. Es gab auch Bosniaken, die sich fĂŒr eine Kooperation mit Tschetniks einsetzten. Im Dezember 1943 wurde geschĂ€tzt, dass bis zu acht Prozent der Soldaten Mihailovićs Bosniaken seien. Zeitweise stellten Muslime lokale eigene Einheiten auf, die z.T. als „grĂŒne Kader“ bekannt wurden. Im Oktober 1942 gab es eine „Bosniakische Freiwilligenlegion“ von rund 4000 Mann, die direkt mit der deutschen Seite zu verhandeln versuchte. Eine Ă€hnliche Truppe, die im Sommer 1943 in der Region Cazin entstand, brachte es auf acht Bataillone. Viele bosniakisce politische FĂŒhrer sahen in einer Art Autonomie fĂŒr Bosnien die einzige Lösung. Aus dieser Haltung entstand das berĂŒhmte „Memorandum“ bosnischer Bosniaken an Hitler vom November 1942. Abgesehen davon, dass sie sich der „gotischen Abstammung“ rĂŒhmten, beschwerten sich die Autoren bitterlich ĂŒber die Morde der Ustascha an Bosniaken, forderten einen Stop dieser AktivitĂ€ten und baten um die Genehmigung, die bosniakische Freiwilligenlegion zu vergrĂ¶ĂŸern. Sie wĂ€ren im Gegenzug bereit, diese direkter deutscher Kontrolle zu unterstellen. Die Forderung nach einer Autonomie Bosniens war fĂŒr die deutsche FĂŒhrung mit RĂŒcksicht auf ihre Verbindungen nach Zagreb nicht annehmbar. An der Rekrutierung weiterer Soldaten hatte sie jedoch starkes Interesse. Gegen heftige EinwĂ€nde aus Zagreb wurde 1943 die SS-Division Handschar gegrĂŒndet. Bosniakische SS-Einheiten kĂ€mpften auf Seiten der deutschen SS und der Ustascha gegen Serben, Juden und Roma, die in den Partisanen-VerbĂ€nden kĂ€mpften. Zudem wurden GrĂ€ueltaten gegenĂŒber der Zivilbevölkerung ausgeĂŒbt, so im FrĂŒhjahr und Sommer 1944 in Nord- und Ostbosnien (Tuzla, Gradačac, Brčko, Bijeljina und Zvornik) mit Hunderten, vielleicht Tausenden Opfern.

Bosnien-Herzegowina im sozialistischen Jugoslawien

Die Geschichte Bosniens und der Herzegowina im sozialistischen Jugoslawien ist zum großen Teil bestimmt durch die allgemeine Politik des Bundesstaats, siehe Jugoslawien und Geschichte Jugoslawiens. Besonderheiten, die Bosnien stĂ€rker als die anderen Teilrepubliken betrafen, sind die Religionspolitik (vor allem die Muslime betreffend), einige spezifische wirtschaftliche Entwicklungen und die DurchfĂŒhrung der Olympischen Winterspiele 1984 in Sarajevo.

Religionspolitik

Die stalinistisch geprĂ€gte Politik war religionsfeindlich, auch wenn die Verfassung von 1946 formal Freiheit des Glaubens und die Trennung von Kirche und Staat beschrieb. Dabei wurde die katholische Kirche hĂ€rter als die orthodoxe behandelt, weil einige katholische Geistliche in Kroatien und Bosnien mit der Ustascha kollaboriert hatten. Der Islam wurde fĂŒr rĂŒckstĂ€ndig und asiatisch gehalten und zudem attackiert, weil er nicht nur den privaten Glauben, sondern ausdrĂŒcklich das soziale Leben betraf. In mehreren FĂ€llen wurden Muslime durch Kommunisten ohne jede Gerichtsverhandlung oder Untersuchung getötet. Die Schariagerichte wurden 1946 aufgehoben. Die Studentenorganisation „Junge Muslime“ leistete der Kampagne gegen den Islam Widerstand, bis 1949/50 mehrere hundert ihrer Mitglieder ins GefĂ€ngnis kamen. 1950 wurde Frauen das Schleiertragen gesetzlich untersagt, Mektebs wurden geschlossen und die Unterrichtung von Kindern in Moscheen zur Straftat erklĂ€rt. 1952 verbot man die Derwischorden und schloss alle Tekkes Bosniens. Muslimische Kultur- und Bildungsvereine wurden abgeschafft, nur die staatlich kontrollierte „Islamische Gesellschaft“ blieb erlaubt. Bis 1964 durfte in Jugoslawien kein islamisches Lehrbuch erscheinen. Diese Maßnahmen wurden jedoch zum Teil heimlich umgangen. Die muslimischen Stiftungen („Vakuf“), die seit Jahrhunderten als wohltĂ€tige Einrichtungen funktionierten, hatten ihren Besitz teilweise schon durch die Enteignungen von Ackerland verloren und verloren 1958 mit der Verstaatlichung von Mietbesitz vollends ihre Grundlage.

1954 wurde ein neues Religionsgesetz verabschiedet, das die Kirchen der direkten Kontrolle des Staates unterstellte, aber besonders der orthodoxen Kirche wieder mehr Möglichkeiten gab. Seit 1956 wurden orthodoxe Klöster wieder aufgebaut. Die Behandlung des Islam verbesserte sich seit den spĂ€ten 1950er Jahren im Rahmen von Titos „blockfreier“ Außenpolitik, die Kontakte mit etlichen arabischen Staaten pflegte. Bald war ein muslimischer Hintergrund von Vorteil fĂŒr den diplomatischen Dienst, auch wenn die AmtstrĂ€ger oft von ihrer Religion innerlich entfernt waren. In den 1980er Jahren gab es gelegentlich Versuche fundamentalistischer Agitation in Bosnien, die aber wenig bewirkten. Die jahrzehntelange weltliche Erziehung und die kommunistische politische Kultur verstĂ€rkt durch die zunehmende Verwestlichung der Gesellschaft und die wachsende Urbanisierung gaben nur wenig fruchtbaren Boden fĂŒr solche Agitation ab. 1983 wurde allerdings ein Gerichtsprozess wegen „feindseliger und konterrevolutionĂ€rer Handlungen aus muslimisch-nationalistischen GrĂŒnden“ gegen 13 muslimische Aktivisten durchgefĂŒhrt. Hauptbeklagter war Alija Izetbegović, der 13 Jahre zuvor seine „Islamische Deklaration“ geschrieben hatte. Die Angeklagten, von denen einige am Ende des Zweiten Weltkriegs zu den „Jungen Muslimen“ gehört hatten, wurden beschuldigt, die Ziele einer „terroristischen“ Organisation wiederbelebt zu haben. Izetbegović wurde gleichzeitig vorgeworfen, die EinfĂŒhrung einer parlamentarischen Demokratie westlichen Stils befĂŒrwortet zu haben. Das Gericht verurteilte ihn zu einer 14jĂ€hrigen GefĂ€ngnisstrafe, die nach der Berufung auf elf Jahre reduziert wurde und nach der VerĂ€nderung der politischen Machtstruktur mit Izetbegovićs vorzeitiger Entlassung 1988 endete.

Auseinandersetzung um Muslime als Volksgruppe

Die Frage, ob „Muslime“ in Bosnien eine religiöse, eine ethnische oder eine nationale Gruppe bezeichnet, war in den frĂŒhen Jahren der „Föderativen Volksrepublik Jugoslawien“ offen. Die Hoffnung der Kommunistischen Partei war, dass sich dieses Problem von selbst lösen wĂŒrde, indem sich Muslime mit Kroaten oder Serben identifizieren wĂŒrden. Auf dem ersten Parteitag nach Kriegsende wurde erklĂ€rt, dass „Bosnien-Herzegowina nicht zwischen Serbien und Kroatien aufgeteilt werden kann, nicht nur, weil auf dem gesamten Territorium Serben und Kroaten gemischt durcheinander leben, sondern auch, weil in ihm Muslime leben, die sich noch nicht national entschieden haben“. Parteimitglieder wurden genötigt, sich zu einer der beiden NationalitĂ€ten zu bekennen. Bei der VolkszĂ€hlung von 1948 hatten Muslime drei Möglichkeiten: sie konnten sich Muslim/Serbe oder Muslim/Kroate nennen oder „Muslim, national unbestimmt“ (oder „nicht entschieden“). 72.000 erklĂ€rten sich zu Serben, 25.000 zu Kroaten, 778.000 als „unbestimmt“. Bei der ZĂ€hlung 1953 war die Kategorie „Muslime“ nicht mehr vorgegeben; offiziell wurde der Geist des „Jugoslawismus“ propagiert. In Bosnien trugen sich 891.000 Menschen als „Jugoslawe/national unbestimmt“ ein. 1961 gab es die Kategorie „Muslime im ethnischen Sinne“. Die bosnische Verfassung von 1963 sprach von „Serben, Muslimen und Kroaten“, was nicht ausdrĂŒcklich konstatierte, aber implizierte, dass Muslime auch als gleichberechtigte Volksgruppe zu betrachten seien. Bei den Wahlen zum bosnischen Bund der Kommunisten 1965 waren die Kandidaten als „Serbe“, „Kroate“ oder „Muslim“ aufgelistet. Offiziell wurde aber erst im Mai 1968 ein KommuniquĂ© veröffentlicht mit der ErklĂ€rung: „Es ist deutlich geworden, und die sozialistische Praxis der Gegenwart bestĂ€tigt das, dass die Muslime eine eigene Nation sind“. Trotz heftiger EinwĂ€nde von serbischen Kommunisten wurde dies von der Zentralregierung akzeptiert. 1971 erschien auf dem VolkszĂ€hlungsformular erstmals die Rubrik „Muslim im Sinne einer Nation“. Der Vorstoß zu dieser Anerkennung war keine islamische religiöse Bewegung, sondern wurde im Gegenteil von Kommunisten und anderen verweltlichten Muslimen eingeleitet. Sie wollten die IdentitĂ€t der Volksgruppe zu etwas deutlicher Nichtreligiösem entwickeln. Davon unterschied sich ein antikommunistischer Trend zur Wiederbelebung islamischen Glaubens. Die Bedeutung dieses Trends war jedoch umstritten.

Wirtschaftliche Entwicklung

Bosnien und Herzegowina blieb in seiner wirtschaftlichen Entwicklung hinter den Teilrepubliken Kroatien, Slowenien und Serbien zurĂŒck. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte es zu den Ă€rmsten und rĂŒckstĂ€ndigsten Teilen Jugoslawiens. 1948 lag die Analphabetenrate noch bei 45 Prozent, 72 Prozent der Bevölkerung lebten von der Landwirtschaft. Nach dem Bruch mit der Kominform 1948 gab es jedoch eine Phase des wirtschaftlichen Wachstums. Infolge der Wirtschaftsblockade durch den Ostblock verlagerten die jugoslawischen Wirtschaftsplaner ihre AktivitĂ€t auf die Nutzung der heimischen Ressourcen.[3]

Tito hatte, eine sowjetische Invasion befĂŒrchtend, beschlossen, RĂŒstungs- und andere strategisch wichtige Industrien in die schwerer zugĂ€nglichen Regionen Bosniens zu verlegen. Ausgehend von den Rohstoffvorkommen Bosniens, in erster Linie Eisenerz und Kohle, entstand eine Grundstoffindustrie, an die sich RĂŒstungsbetriebe anschlossen. Die Beziehung zwischen den bosnischen Grundstoffbetrieben und den verarbeitenden Industrien in anderen Republiken war jedoch vor allem aus GrĂŒnden der Preisfestsetzung oft schwierig. Die gewinntrĂ€chtigeren Industriezweige lagen vor allem in Slowenien und Kroatien. Ende der 1950er und in den 1960er Jahren verfiel die Wirtschaftskraft stetig. 1961 wurden große Teile Bosniens offiziell zur unterentwickelten Region erklĂ€rt. Das bosnische Volkseinkommen lag 1947 um 20%, 1967 um 38% unter dem Landesdurchschnitt. Bosnien hatte Anfang der 1970er Jahre nach dem Kosovo die höchste SĂ€uglingssterblichkeit und die höchste Analphabetismusrate innerhalb Jugoslawiens. WĂ€hrend der 1950er und 1960er Jahre zogen jĂ€hrlich ca. 16.000 Menschen aus Bosnien fort – meist Serben, die in Serbien leben wollten. Dies trug dazu bei, dass Mitte der 1960er Jahre die Muslime die Serben als stĂ€rkste Volksgruppe ĂŒberholten. Eine Wende in der bosnischen Wirtschaft trat mit der Institutionalisierung einer muslimischen „Nation“ in den spĂ€ten 1960er Jahren ein. Damals entstanden auch andere große Werke und Unternehmen, die sich dem zivilen Markt zuwandten. Sie arbeiteten oft auch erfolgreich im Ausland.

In den 1970er Jahren wurden im Zuge der Dezentralisierung Jugoslawiens aus mehr oder weniger politischen GrĂŒnden große industrielle Projekte gefördert und Hochhaussiedlungen in den VorstĂ€dten errichtet. Anfang der 1980er Jahre gab es in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo einen Bauboom, der vor allem durch die Olympischen Winterspiele angeregt wurde, die 1984 ausgetragen wurden. In Sarajevo entstand unter dem Namen TAS (Tvornica Automobila Sarajevo) ein Gemeinschaftsunternehmen mit der Volkswagen AG, das ab 1983 bis 1992 jĂ€hrlich rund 35.000 Fahrzeuge baute. In den 1980er Jahren erlangte der Agrarkonzern "Agrokomerc" BerĂŒhmtheit. Das Schuldenvernebelungskonzept dieses Konzerns im westbosnischen Velika KladuĆĄa war die erste private Geldschöpfung grĂ¶ĂŸeren Stils in Jugoslawien. Der Konzern hatte in den 1960er Jahren als GeflĂŒgelfarm begonnen und war unter seinem charismatischen Direktor Fikret Abdić so sehr gewachsen, dass er 1987 13.000 Menschen in der Region beschĂ€ftigte und zu den dreißig grĂ¶ĂŸten Unternehmen Jugoslawiens gehörte. Ranghohe Mitglieder der bosnischen Regierung waren mit dem Unternehmen verbunden. Das Unternehmen hatte ungedeckte Wechsel im Wert von 500 Millionen Dollar ausgestellt, was die Existenz von 63 landesweit in die AffĂ€re verwickelten Banken aufs Spiel setzte. In der Folge musste der bosnisch-herzegowinische Vertreter im jugoslawischen PrĂ€sidium Hamdija Pozderac, der im nĂ€chsten Jahr PrĂ€sident geworden wĂ€re, zurĂŒcktreten. Abdić und weitere 100 Leute wurden verhaftet, der PrĂ€sident der Nationalbank der Teilrepublik wurde entlassen. Der gesamten Region drohte ein RĂŒckfall in eine soziale Misere. Es gab GerĂŒchte, die serbische FĂŒhrung habe schon zu diesem Zeitpunkt die Destabilisierung Bosnien und Herzegowinas angestrebt und diesen „Staatsbankrott auf Teilrepublikebene“ inszeniert, um die prominentesten muslimischen Politiker zu Fall zu bringen.

Die Episode war bezeichnend fĂŒr eine Entwicklung, die ganz Jugoslawien plagte: der Zusammenbruch eines insgesamt wenig effektiven Wirtschaftssystems, das weitgehend auf geliehenem Geld beruhte und auf engen Verbindungen zur Klasse der höheren Politiker, die Macht und persönlichen Reichtum daraus bezogen. Die stark angewachsene Auslandsverschuldung und der RĂŒckgang von DevisenĂŒberweisungen durch im Ausland lebende ArbeitskrĂ€fte fĂŒhrte zu heftigen Auseinandersetzungen der Teilrepubliken um den internen Finanzausgleich, besonders um die knappen Deviseneinnahmen. Die Unzufriedenheit großer Teile der Bevölkerung unter anderem wegen der hohen Inflations- und Arbeitslosenraten, aber auch wegen der verkrusteten politischen Strukturen war schließlich der NĂ€hrboden fĂŒr den Erfolg der zunehmenden nationalistischen Propaganda einiger Politiker.

1989–1991

Seit Sommer 1989 wurde von serbischer Seite eine „GefĂ€hrdung der Serben“ in Bosnien behauptet. Höhere bosnische Beamte drĂŒckten im Herbst 1989 die BefĂŒrchtung aus, dass Serbien und Kroatien versuchen wĂŒrden „die Grenzen neu zu ziehen“. Eine Sondersitzung der Kammern des bosnischen Parlaments wies im MĂ€rz 1990 Gedanken an Änderungen der bosnischen Grenzen zurĂŒck. Der Bund der Kommunisten Jugoslawiens war Anfang 1990 zerbrochen. Mehrere neue Parteien wurden gegrĂŒndet, darunter ein Ableger von Tuđmans HDZ. Teil des politischen Programms der HDZ war zunĂ€chst, die bosnischen Grenzen unverletzt zu erhalten. Im Mai 1990 wurde die Partei der demokratischen Aktion (SDA) als grĂ¶ĂŸte muslimische Partei gegrĂŒndet. Vorsitzender wurde Alija Izetbegović, der 1988 aus dem GefĂ€ngnis entlassen worden war. Die SDA betonte einerseits die religiöse Komponente, z. B. in den öffentlichen Symbolen (grĂŒne Fahnen und Halbmonde), andererseits den Pluralismus einer multinationalen und multireligiösen Republik. Die Spannungen zwischen diesen beiden Elementen fĂŒhrten unter anderem dazu, dass im September 1990 der bisherige SDA-FĂŒhrer Adil ZulfikarpaĆĄić eine eigene Partei mit ausdrĂŒcklich nichtreligiösem Programm grĂŒndete: die Muslimische Bosnische Organisation (MBO). WĂ€hrend Izetbegović mit dem religiösen Element der „religiösen oder nationalen IdentitĂ€t“ verbunden wurde, versuchte ZulfikarpaĆĄić die Basis fĂŒr eine Politik zu legen, die mehr als nur BestĂ€tigung ihrer nationalen IdentitĂ€t anstrebte. Im Juli 1990 wurde die Serbische Demokratische Partei in Bosnien gegrĂŒndet. Sie trat unter der AbkĂŒrzung „SDS“ auf – wie die Partei, die schon fĂŒr Autonomie in der kroatischen „Krajina“ geworben hatte. In ihrem Programm fĂŒr die Wahlen am 18. November 1990 trat sie vage fĂŒr die „Verteidigung serbischer Rechte“ ein, sprach aber nicht von einer Aufteilung Bosniens, geschweige denn von einer kriegerischen. Daneben kandidierten die Reformkommunisten und der von MinisterprĂ€sident Marković begrĂŒndete „Bund der ReformkrĂ€fte “ als ausdrĂŒcklich jugoslawisch gesinnte Gruppierungen.

Bei den Wahlen fĂŒr die beiden Parlamentskammern gewannen die SDA 86 Sitze (von 240), die MBO 13 Sitze, die SDS 72, die HDZ 44, die Reformkommunisten und ihre VerbĂŒndeten 14 und die Partei Markovićs 12 Sitze. Izetbegović hĂ€tte mit einer Koalition aus Muslimen und Kroaten regieren können, bildete aber eine förmliche Koalition zwischen den drei grĂ¶ĂŸten Parteien, was ihm spĂ€ter als Zeichen seiner GutglĂ€ubigkeit zugerechnet wurde. Als die Regierung Ende 1990 antrat, war die allgemeine Lage in Jugoslawien sehr angespannt (vgl. Jugoslawienkriege). Slobodan MiloĆĄević drohte Anfang 1991 öffentlich, er werde ganze Territorien Kroatiens und Bosniens annektieren, wenn jemand den Versuch unternĂ€hme, die Bundesstruktur Jugoslawiens durch eine lockerere BĂŒndnisstruktur zu ersetzen. Die bosnische Regierung stand bei Debatten ĂŒber die föderale Struktur einerseits auf Seiten Sloweniens und Kroatiens, konnte diese aber nicht absolut unterstĂŒtzen. Viele Bosnier waren beunruhigt durch die Aussicht, dass Bosnien-Herzegowina Serbien vollends ausgeliefert wĂ€re, wenn die beiden Republiken Jugoslawien verlassen wĂŒrden.

Serbien stellte indessen die beabsichtigten Grenzen Kroatiens und Bosniens offen in Frage. Im Mai 1991 begann die bosnische SDS, die Abtrennung großer Teile Nord- und Westbosniens zu fordern. Sie sollten mit der kroatischen „Krajina“ zu einer neuen Republik vereinigt werden. Drei Gebiete Bosniens mit ĂŒberwiegend serbischen Einwohnern wurden von der SDS zu „Serbischen autonomen Regionen“ erklĂ€rt. Im Juli 1991 wurde klar, dass es regelmĂ€ĂŸige Waffenlieferungen aus Serbien an Einheiten der bosnischen Serben gab. Anfang August 1991 unternahm ZulfikarpaĆĄić, der FĂŒhrer der MBO, den Versuch, ein „historisches Übereinkommen“ mit der SDS zu treffen, das die Unversehrtheit der bosnischen Republik garantieren sollte. Ein solches Abkommen zwischen einer großen und einer kleinen Partei hĂ€tte jedoch keinen konstitutionell verbindlichen Status gehabt. Izetbegovic protestierte mit der BegrĂŒndung, dass die Kroaten nicht einmal konsultiert worden waren. Einige Tage nach seiner Kritik erklĂ€rten die Vertreter der SDS, dass sie nun die Sitzungen des StaatsprĂ€sidiums boykottieren wĂŒrden. Der nĂ€chste Schritt der SDS-FĂŒhrung war im September 1991 die Einbeziehung der jugoslawischen Bundesarmee zum „Schutz“ der „serbischen autonomen Regionen“. Bundestruppen wurden in die Herzegowina verlegt und legten Ende September die „Grenzen“ der „serbischen autonomen Region Herzegowina“ fest. Andere ArmeestĂŒtzpunkte auf bosnischem Territorium (u. a. Banja Luka) wurden fĂŒr militĂ€rische Aktionen gegen Kroatien genutzt. Bedeutende Kommunikationszentren wurden von der Armee besetzt. Im Winter 1991/92 wurden um die grĂ¶ĂŸeren bosnischen StĂ€dte Stellungen fĂŒr schwere Artillerie gebaut. Als im Januar/Februar 1992 die KĂ€mpfe in Kroatien zu Ende gingen, wurden Panzer und Artillerie der Bundesarmee mit Billigung der UN „abgezogen“, d.h. nach Bosnien verlegt.

Der dahinter stehende politische Plan war beim Parteitag der Serbischen Sozialistischen Partei am 9. Oktober 1991 vorgestellt worden: „In dem neuen jugoslawischen Staat wird es mindestens drei bundesstaatliche Einheiten geben: Serbien, Montenegro und eine vereinigtes Bosnien-Knin. Wenn die bosnischen Muslime in dem neuen jugoslawischen Staat zu verbleiben wĂŒnschen, können sie das tun. Wenn sie abzufallen versuchen, mĂŒssen sie wissen, dass sie rings von serbischem Gebiet umschlossen sind.“ Im bosnischen Parlament wurde diskutiert, ob Bosnien seine SouverĂ€nitĂ€t erklĂ€ren sollte. Bevor es dafĂŒr stimmte, wies Radovan KaradĆŸić die SDS-Abgeordneten an, das Parlament zu verlassen und errichtete in Banja Luka eine sogenannte „Serbische Nationalversammlung“.

Die Haltung Kroatiens und der bosnischen Kroaten gegenĂŒber einem möglichen unabhĂ€ngigen Bosnien-Herzegowina war uneinheitlich: eine kleinere Partei in Kroatien, die „Partei der Rechte“ forderte die Annexion ganz Bosniens durch Kroatien. Die bosnisch-herzegowinische HDZ fand sich in einer schwierigen Lage. Die bosnischen Kroaten in Mittel- und Nordostbosnien hatten ein Interesse an einem stabilen Bosnien-Herzegowina. Viele Kroaten in der Herzegowina hĂ€tten sich dagegen gerne dem neu entstandenen unabhĂ€ngigen Kroatien angeschlossen. Es gab GesprĂ€che mit Tuđman, in denen er seine Bereitschaft erklĂ€rte, eine „Garantie“ fĂŒr die Respektierung eines unabhĂ€ngigen bosnischen Staates zu geben, aber auch gegenteilige Äußerungen von seiner Seite. Bei einer Begegnung mit MiloĆĄević im MĂ€rz 1991 in Karadjordjevo einigten beide sich nicht ausdrĂŒcklich auf eine Teilung Bosnien-Herzegowinas, sprachen aber ĂŒber einen „serbisch-kroatischen Ausgleich“ und waren nicht bereit, einen unabhĂ€ngigen bosnischen Staat zu unterstĂŒtzen. Auch war Tuđmans Meinung bekannt, Bosnien-Herzegowina sei „durch osmanische Okkupation der ehemals kroatischen Gebiete” entstanden, alle bosnischen Muslime wĂŒrden sich „doch als Kroaten fĂŒhlen“ und der kroatische Staat solle wieder „in seinen historischen Grenzen“ hergestellt werden. Mehrfach wurde Tuđman vorgeworfen, durch sein 1992 hĂ€ufiger wiederholtes Reden ĂŒber eine Teilung Bosniens die fĂŒr Kroatien wichtige Allianz mit den Muslimen immer wieder gefĂ€hrdet und die serbische Seite noch ermuntert zu haben, ihrerseits den entstehenden bosnischen Staat nicht zu akzeptieren.

Krieg in Bosnien-Herzegowina 1992 bis 1995

siehe Hauptartikel: Bosnienkrieg

Von den Kriegen, die in der ersten HĂ€lfte der 1990er Jahre in den Nachfolgestaaten der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien gefĂŒhrt wurden, war der in Bosnien und Herzegowina am langwierigsten und – was die Zahl der Opfer betrifft – am schwersten (siehe Jugoslawienkriege). Nach dem 10-Tage-Krieg in Slowenien und nach der ersten Phase des Kriegs in Kroatien, wĂ€hrend der ein Drittel der FlĂ€che Kroatiens unter serbische Kontrolle kam, spitzte sich die politische Situation in Bosnien-Herzegowina Ende 1991 krisenhaft zu. Sowohl Serben als auch Kroaten meldeten AnsprĂŒche auf weite Teile Bosnien-Herzegowinas an. Die Spannungen eskalierten nach der Ausrufung einer „Republik des serbischen Volkes in Bosnien-Herzegowina“ durch ein selbsternanntes Parlament im Januar 1992 und einem Referendum, in dem die kroatische und bosniakische Bevölkerung Bosnien-Herzegowinas am 1. MĂ€rz 1992 eine Mehrheitsentscheidung fĂŒr die UnabhĂ€ngigkeit getroffen hatte. Bei dem von Serben weitgehend boykottierten Referendum waren, bei 63 % Wahlbeteiligung, 99,4 % fĂŒr die staatliche SouverĂ€nitĂ€t.[4] Unmittelbar danach flammten an mehreren Orten heftige KĂ€mpfe auf. Zu Beginn kĂ€mpften auf der serbischen Seite FreischĂ€rlerverbĂ€nde, die sich Mitte Mai zur Armee der Serbischen Republik Bosnien-Herzegowina zusammenschlossen. Auf der Gegenseite kĂ€mpften bosniakische und kroatische VerbĂ€nde. Die bosniakischen Einheiten wurden im Sommer 1992 zur bosnischen Regierungsarmee zusammengefasst. Die bosnisch-kroatischen VerbĂ€nde bildeten den Kroatischen Verteidigungsrat (HVO), der von Kroatien aus gefĂŒhrt wurde. Die bosnisch-serbische Armee war durch ihre Zusammenarbeit mit der Jugoslawischen Volksarmee (JNA) zunĂ€chst weit ĂŒberlegen und kontrollierte Anfang Juni 1992 60 Prozent des bosnischen Territoriums. Ihnen stand eine unbestĂ€ndige Allianz der bosnischen Kroaten und Bosniaken gegenĂŒber, die ab Oktober 1992 zunehmend auch gegeneinander kĂ€mpften. Ziel der Serben und Kroaten war, so viel Land wie möglich zu erobern, um auf den seit September laufenden Genfer Friedensverhandlungen gĂŒnstigere Verhandlungspositionen fĂŒr spĂ€tere Gebietsaufteilungen zu erzielen.

Sanktionsmaßnahmen der internationalen Staatengemeinschaft wie ein Wirtschafts- und Erdölembargo gegen Restjugoslawien, eine Flugverbotszone ĂŒber Bosnien-Herzegowina, Wirtschaftssanktionen der EuropĂ€ischen Gemeinschaft sowie eine Seeblockade durch NATO und WEU konnten den Krieg nicht eindĂ€mmen. Das Embargo schadete in erster Linie den Bosniaken, wĂ€hrend die Serben auf große VorrĂ€te der Jugoslawischen Armee zurĂŒckgreifen konnten und die Kroaten schon vorher ĂŒber Ungarn im großen Umfang Waffen eingefĂŒhrt hatten. So standen die Bosniaken mit Leichtfeuerwaffen gegen serbische und kroatische Panzer. Im Juni 1992 beschloss der UN-Sicherheitsrat die Entsendung von UNPROFOR-Truppen zur Kontrolle des Flugplatzes in der NĂ€he der von Serben belagerten Hauptstadt Sarajevo, um humanitĂ€re HilfsflĂŒge zu ermöglichen.

Ende Juni 1992 konzentrierten sich die KĂ€mpfe auf die ostbosnischen bosniakischen Enklaven (z. B. GoraĆŸde, Ćœepa und Srebrenica), die Region um Mostar und den sogenannten „Nordkorridor“ bei Brčko, einem VerbindungsstĂŒck zwischen serbisch besiedelten und besetzten Gebieten. Einige Gebiete (zumeist mit traditioneller Mehrheit an serbischer Bevölkerung) standen von Anfang an unter serbischer Kontrolle. Hier kam es nicht zu offenen KĂ€mpfen; allerdings wurde die nichtserbische Bevölkerung massiv vertrieben (sogenannte „ethnische SĂ€uberungen“) und es kam oft zu grausamen Massakern an der Zivilbevölkerung. Die Zahl der FlĂŒchtlinge stieg rasant. Offene KĂ€mpfe gab es außer in Nordostbosnien auch in der Herzegowina. Dort stießen vor allem serbische und kroatische Truppen aufeinander. Bosniaken aus der östlichen Herzegowina waren zunĂ€chst nach Westen geflohen und hatten bei den mehrheitlich kroatischen Truppen mitgekĂ€mpft. Als spĂ€ter KĂ€mpfe zwischen Kroaten und Bosniaken ausbrachen, gerieten sie (z. B. in der OsthĂ€lfte von Mostar) in eine Art Falle.

IFOR-Stationierungen 1995 in Bosnien-Herzegowina
Politische Gliederung (Dayton 1995)

Von Juni 1992 bis August 1995 ĂŒberfielen bosnisch-muslimische StreitkrĂ€fte unter der FĂŒhrung von Naser Orić serbische Dörfer im Osten Bosniens und richteten massive Zerstörungen an. Zahlreiche serbische Zivilisten wurden vertrieben oder gefangengenommen, gefoltert und ermordet, unter anderem in der Polizeistation von Srebrenica, das in diesem Zeitraum von bosnisch-muslimischen Truppen kontrolliert wurde.

Anfang Juli 1992 rief die „Kroatische Demokratische Gemeinschaft in Bosnien-Herzegowina“ im herzegowinischen Ort Grude die „Kroatische Republik Herceg-Bosna“ mit Hauptstadt Mostar aus.

Im August 1992 berichtete der amerikanische Journalist Roy Gutman erstmals ĂŒber Massenmorde in von bosnischen Serben betriebenen Internierungslagern, insbesondere in Omarska in der NĂ€he von Prijedor (Nordwestbosnien). FlĂŒchtlinge berichteten ebenfalls ĂŒber solche Lager, in denen insgesamt mehr als 100.000 Menschen interniert seien. SpĂ€ter berichteten sie, in speziellen Lagern seien tausende von muslimischen Frauen von Serben vergewaltigt worden. Die Vereinten Nationen berichteten jedoch auch von zahlreichen bosnisch-muslimischen und kroatischen Internierungslagern, in denen serbische Zivilisten festgehalten, gefoltert und getötet worden seien. Im Oktober 1992 begannen in Zentralbosnien KĂ€mpfe zwischen den bisher verbĂŒndeten Kroaten und Bosniaken.

Das Jahr 1993 war von einer Vielzahl gescheiterter FriedensplĂ€ne (u. a. Vance-Owen-Plan, Owen-Stoltenberg-Plan), zahllosen eingegangenen und kurz darauf wieder gebrochenen WaffenstillstĂ€nden und zunehmend verworreneren FrontverlĂ€ufen gekennzeichnet.

1993 wurde u. a. Srebrenica zur UN-Schutzzone erklĂ€rt.

Am 8. Januar 1993 erschossen bosnische Serben den stellvertretenden bosnischen Premierminister Hakija Turajlić, der sich in Sarajevo mit einem UN-Konvoi auf dem Weg vom Flughafen zum Regierungssitz befand, an einem Kontrollpunkt in seinem Auto.[5][6]

Im Juli 1995 ĂŒberfielen Truppen der Republika Srpska unter dem Kommando von General Ratko Mladić die UN-Schutzzone Srebrenica und töteten daraufhin Tausende Bosniaken, vorwiegend MĂ€nner. Dieser Vorfall ist als Massaker von Srebrenica bekannt und wurde vom Internationalen UN-Gerichtshof in Den Haag rechtskrĂ€ftig als Völkermord klassifiziert[7] [8][9].

Bosnien und Herzegowina nach dem Dayton-Vertrag

1995 erfolgte der Friedensschluss von Dayton, wobei das Land in zwei EntitÀten aufgeteilt wird: Föderation Bosnien und Herzegowina und Republika Srpska unter einem gemeinsamen Dach, dem Staat Bosnien und Herzegowina. Gleichzeitig wurde eine internationale militÀrische und zivile Kontrolle des Landes vereinbart, die bis heute anhÀlt.

Mit den ersten Wahlen zum kollektiven StaatsprĂ€sidium des Staates Bosnien und Herzegowina am 14. September 1996 wurden Alija Izetbegović, KreĆĄimir Zubak und Momčilo KrajiĆĄnik gewĂ€hlt. Dabei wurden 2.311.998 abgegebene Stimmen gezĂ€hlt.[10][11]

Der PrĂ€sident der EuropĂ€ischen Union, Romano Prodi, legte 2004 einen Plan (Integrated Rehabilitation Project Plan / Survey of the Architectural and Archaeological Heritage (IRPP/SAAH)) zur Konservierung und SchutzwĂŒrdigkeit von 20 ausgewĂ€hlten und von diesem Krieg in Mitleidenschaft gezogenen Baudenkmalen oder Denkmalensembles in Bosnien-Herzegwina vor.[12] Zahlreiche KulturschĂ€tze von regionaler und europĂ€ischer Bedeutung wurden durch Kriegshandlungen vernichtet. Besonders betroffen waren davon Bibliotheken und museale Sammlungen.[13]

Siehe auch

 Portal:Bosnien und Herzegowina – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Bosnien und Herzegowina

Einzelnachweise

  1. ↑ ÎŁÎ”ÏÎČÎŻÏ„ÎčÎżÎœ transkr. Serbition bzw. ÎŁÎ­ÏÎČÎčÎœÎżÏ… (Ω-Rezension) transkr. Serbinou
  2. ↑ Robert J. Donia, John V. A. Fine: Bosnia and Hercegovina. A tradition betrayed. Verlag Columbia University Press, New York 1994, ISBN 0-231-10160-0, S. 87
  3. ↑ Marie-Janine Calic: Der Krieg in Bosnien-Hercegovina. Ursachen, Konfliktstrukturen, internationale Lösungsversuche. Verlag Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-518-11943-5, S. 58 f.
  4. ↑ JĂŒrgen Elvert (Hrsg.): Der Balkan. Steiner Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-515-07016-8, S. 256.
  5. ↑ Artikel des Time-Magazines
  6. ↑ St. Gallen Nachrichten
  7. ↑ Sofern nicht anders angegeben, stĂŒtzen sich die Aussagen dieses Artikels auf das erstinstanzliche Gerichtsurteil des UN-Kriegsverbrechertribunals gegen Radislav Krstić, die auszugsweise in Deutsch vorliegenden Prozessprotokolle dazu (siehe Bogoeva und Fetscher), den UN-Bericht zu Srebrenica von 1999, das Buch von D. Rohde (der fĂŒr seine Berichte zum Thema den Pulitzerpreis erhielt) und in Teilen auch auf die NIOD-Untersuchung.
  8. ↑ http://www.icty.org/x/cases/krstic/tjug/en/krs-tj010802e.pdf
  9. ↑ http://www.zeit.de/online/2007/09/IGH-Srebrenica?page=all
  10. ↑ Ergebnisse der Wahlen auf der Website der OSZE-Mission fĂŒr Bosnien und Herzegowina
  11. ↑ Hans Schmeets, Janet Exel: The 1996 Bosnia-Herzegovina Elections: An Analysis of the Observations. Springer-Verlag, The 1996 Bosnia-Herzegovina Elections, ISBN 0792345053, S. 131f.
  12. ↑ Integrated Rehabilitation Project Plan / Survey of the Architectural and Archaeological Heritage (IRPP/SAAH)(abgerufen am 8. Dezember 2009)
  13. ↑ NataĆĄa Golob:Bibliotheken im Krieg: ehemaliges Jugoslawien 1991–1995. In: Gazette du livre mĂ©diĂ©val, Band 28 (1996), ISSN 0753-5015, S. 38–43, abgerufen am 9. Dezember 2009.

Literatur

1. Allgemeine Darstellungen

  • Salih Muvekkit HadĆŸihuseinović: Povijest Bosne. Sarajevo 1999.
  • Agilolf Kesselring (Hrsg., im Auftrag des MilitĂ€rgeschichtlichen Forschungsamts): Wegweiser zur Geschichte. Bosnien-Herzegowina. Paderborn 2005, ISBN 3-506-72976-4.
  • Noel Malcolm: Bosnia. A Short History. London 1994. (Deutsch: Geschichte Bosniens. Frankfurt/Main 1996, ISBN 3-10-029202-2.)

2. Antike und Völkerwanderungszeit

3. Mittelalter

  • Ćirković Sima: Istorija srednjovekovne bosanske drĆŸave. Beograd 1964.
  • Nada Klaić: Srednjovjekovna Bosna. Zagreb 1994.

4. Osmanische Zeit

  • Markus Koller: Bosnien an der Schwelle zur Neuzeit. Eine Kulturgeschichte der Gewalt (1747–1798) (= SĂŒdosteuropĂ€ische Arbeiten 121). MĂŒnchen 2004, ISBN 3-486-57639-9.

5. Österreichische und jugoslawische Zeit

  • Emily Greble: Sarajewo 1941 - 1945. Muslims, Christians, and Jews in Hitler's Europe, Cornell University Press, Ithaca, N.Y. ISBN 978-0-8014-4921-5
  • Holm Sundhaussen: Geschichte Jugoslawiens 1918–1980. Stuttgart 1982.
  • Petar Vrankić: Religion und Politik in Bosnien und der Herzegowina (1878–1918). Paderborn u. a. 1998, ISBN 3-506-79511-2.

6. Neueste Zeit seit 1991

  • Hans Krech: Der BĂŒrgerkrieg in Bosnien-Herzegowina (1992–1997). Ein Handbuch. Verlag Dr. Köster, Berlin 1997. (Bewaffnete Konflikte nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes, Bd. 2.)

Weblinks


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