Gestapo

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Gestapo
Verhaftete Gestapo-Beamte nach der Eroberung LĂŒttichs durch die Alliierten
Verbrechen der Gestapo im Lager Nordhausen

Die Geheime Staatspolizei, auch kurz Gestapo genannt, war ein kriminalpolizeilicher Behördenapparat und die politische Polizei in der Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945). Sie entstand 1933 nach Umformung der politischen Polizeiorgane der Weimarer Republik. 1939 wurde die Gestapo in das Reichssicherheitshauptamt (Amt IV) eingegliedert. Als Instrument des NS-Staates besaß sie weitreichende Machtbefugnisse bei der BekĂ€mpfung politischer Gegner.

Inhaltsverzeichnis

Organisatorische Entwicklung

GrĂŒndung 1933 und erste Jahre bis 1936

Sitz des Geheimen Staatpolizeihauptamtes in der Prinz-Albrecht-Straße in Berlin (1933)

Als am 30. Januar 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde, wurde ebenfalls Hermann Göring zum Reichskommissar fĂŒr das preußische Innenministerium ernannt. Dieser ernannte wiederum am selben Tag den Leiter der politischen Polizeitruppe des preußischen Innenministeriums (3 Referate der Abteilung II), Rudolf Diels, zum Leiter der Abteilung I A, der politischen Polizei Preußens, deren Hauptaufgabe die Beobachtung und BekĂ€mpfung politischer Gegner war. Am 3. MĂ€rz 1933 hob eine preußische Ministerialverordnung die bis dahin geltenden KompetenzbeschrĂ€nkungen der Polizei auf. Damit war ein erster Schritt zur Entlassung der Gestapo aus der Bindung an die Gesetze vollzogen. Am 11. April wurde Göring auch preußischer MinisterprĂ€sident. Mit seinem Erlass vom 26. April 1933 wurde die Preußische Geheimpolizei aus dem Polizeiapparat ausgegliedert und das Geheime Staatspolizeiamt (Gestapa) gebildet, welches dem preußischen Minister des Innern (Göring) direkt unterstellt war und die Stellung einer Landespolizeibehörde hatte. Diels sagte einmal ĂŒber die Bezeichnung Gestapa/Gestapo, es sei eine selbststĂ€ndige Erfindung der Reichspost gewesen, die den langen Namen der Dienststelle eigenmĂ€chtig abgekĂŒrzt und die verwendeten Laufstempel damit versehen habe. Mit dem zweiten Gestapo-Gesetz vom 30. November 1933 wurde die Gestapo ein völlig selbststĂ€ndiger Zweig der inneren Verwaltung, welche direkt dem MinisterprĂ€sidenten (Göring) unterstellt war.[1][2] Mit Erlass vom 9. MĂ€rz 1934 ĂŒbertrug Göring auch die oberste Leitung der Landespolizei vom Amt des Preußischen Innenministers auf das Amt des Preußischen MinisterprĂ€sidenten bevor mit 1. Mai 1934 Wilhelm Frick auch preußischer Innenminister wurde.

In den ersten Jahren der NS-Herrschaft war der Machtkampf um die Leitung der politischen Polizei im Reich noch nicht entschieden. Von 1933 bis 1936 kam es zu RivalitĂ€ten bezĂŒglich der Umstrukturierung und Leitung der Polizeieinheiten, vor allem zwischen Hermann Göring, Heinrich Himmler und Reichsinnenminister Wilhelm Frick. Heinrich Himmler hatte, ausgehend von Bayern, bis April 1934 nach und nach die ZustĂ€ndigkeiten fĂŒr die politische Polizei in den nicht-preußischen LĂ€ndern (bis auf das kleine Schaumburg-Lippe, welches erst nach Preußen folgte) auf seine Person vereint.[1][2]

Göring ernennt Himmler formell zum Leiter der Gestapo

Am 1. April 1934 wurde Diels als preußischer Gestapo-Chef entlassen und am 20. April 1934 wurde Heinrich Himmler, Inspekteur und stellvertretender Chef der preußischen Gestapa, tatsĂ€chlich hatte er aber schon die Befehlsgewalt. Die direkte Leitung wurde an Reinhard Heydrich, zuvor Chef der Bayrischen Politischen Polizei und dort Himmler unterstellt, ĂŒbergeben. Jetzt entwickelte sich die Gestapo zu einer flĂ€chendeckenden Großorganisation zur Bespitzelung der Bevölkerung und Ausschaltung von Regimegegnern, die eng mit der SS verwoben war. Göring versuchte noch, die Gestapo in Preußen wieder unter seine Kontrolle zu bekommen, aber am 20. November 1934 sah er sich genötigt, Himmler die GeschĂ€fte der gesamten preußischen Geheimen Staatspolizei unter dessen alleiniger Verantwortung ihm gegenĂŒber zu ĂŒbertragen.[1][2] Göring konzentrierte sich auf den Ausbau der Luftwaffe.

Entwicklung seit 1936

Gestapo-Anordnung auf Schutzhaft gegen einen „unverbesserlichen Homosexuellen“

Am 17. Juni 1936 wurde Heinrich Himmler auf der Grundlage von Hitlers „Erlass des FĂŒhrers und Reichskanzlers ĂŒber die Einsetzung eines Chefs der deutschen Polizei im Reichsministerium des Inneren“ [3] zum Chef der gesamten deutschen Polizei. Damit waren die unterschiedlichen PolizeiverbĂ€nde wie Schutzpolizei, Gendarmerie und Gemeindepolizei nicht mehr unter einer Aufsicht der Innenministerien der LĂ€nder, sondern die Polizei wurde zentralisiert. Offiziell war er Innenminister Wilhelm Frick unterstellt, faktisch war er aber nun der zweitmĂ€chtigste Mann im Staat und strukturierte die Polizeiverwaltung grundlegend um. Am 20. August 1943 wurde er dann auch Reichsinnenminister. Himmler hatte die „Ordnungspolizei“ und die „Sicherheitspolizei“ separat untergliedert [4]. Ihm wurde die Gestapo nun auch nominell unterstellt. Insbesondere die Staatspolizeistellen (politische Polizei) in den nicht-preußischen LĂ€ndern wurden zu diesem Zeitpunkt eindeutig der Gestapo zugeordnet, wenngleich die Gauleiter, wie zum Beispiel in Hamburg, noch immer Einfluss auf die Arbeit der Staatspolizeistellen nahmen. Die Gestapo wurde mit der Kriminalpolizei in dem Amt Sicherheitspolizei (Sipo) zusammengelegt, deren Leitung wiederum Reinhard Heydrich ĂŒbernahm. Unmittelbar zustĂ€ndig fĂŒr die BekĂ€mpfung der Regimegegner war die Gestapo als Abteilung II (Politische Polizei), deren Leitung Heinrich MĂŒller innehatte. ZusĂ€tzlich wurde die Gestapo nun zu einem Repressionsinstrument, um gegen die politischen Gegner des Nationalsozialismus vorzugehen. Juden, Homosexuelle, so genannte „Asoziale“ und „Arbeitsscheue“ gerieten in ihr Visier.

Zusammenschluss zum Reichssicherheitshauptamt 1939

1939 erfolgte die nĂ€chste Änderung: Gestapo und Kriminalpolizei wurden als Teile der Sicherheitspolizei mit dem Sicherheitsdienst (SD) zum Reichssicherheitshauptamt (RSHA) zusammengeschlossen. Die Gestapo firmierte nun als Abteilung IV des RSHA mit der Bezeichnung „GegnerbekĂ€mpfung“ und stand neben den Abteilungen fĂŒr „Gegnerforschung“, „Deutsche Lebensgebiete“ und dem ehemaligen Auslandsdienst, die alle aus dem SD hervorgegangen waren. Diese Position im GefĂŒge des NS-Staats sollte die Gestapo bis 1945 behalten. Die Gestapo war damit bis zu ihrer Auflösung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Teil eines Machtkonglomerats geworden, in dem die Unterscheidung zwischen eigentlicher Polizeibehörde und den zur SS, also einer politischen Organisation, gehörenden Organisationseinheiten kaum mehr möglich war.

Parallel zum Wandel der UnterstellungsverhĂ€ltnisse verĂ€nderte sich auch die Binnengliederung der Gestapo: Nach GrĂŒndung gliederte sie sich in zehn Dezernate, von denen eins fĂŒr Generalia und eines fĂŒr Schutzhaftsachen zustĂ€ndig war. Die ĂŒbrigen acht Dezernate hatten zur Aufgabe, je eine politische Bewegung zu ĂŒberwachen. An diesem Organisationsprinzip hielt die Gestapo auch fest, nachdem sie Himmler und Heydrich unterstellt worden war, und jetzt aus drei Hauptabteilungen (Verwaltung, Politische Polizei, Abwehrpolizei) bestand. Als sie 1936 mit der Kriminalpolizei zur Sicherheitspolizei zusammengefasst wurde, entstand ein Amt fĂŒr Verwaltung und Personal, das die Belange beider Polizeieinrichtungen regelte. Der Zusammenschluss der Sicherheitspolizei mit dem SD zum RSHA verĂ€nderte an dieser Aufteilung nichts, so dass die Gestapo dem GeschĂ€ftsverteilungsplan nach eine Fachabteilung im RSHA bildete. WĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs wurden die Fachreferate, die sich auf die Verfolgung je einer Gegnergruppe konzentrierten, ergĂ€nzt durch LĂ€nderreferate, die fĂŒr die besetzten Gebiete zustĂ€ndig waren. Die Abwehrpolizei wurde schließlich in das Referat Grenzpolizei umbenannt und ĂŒberwachte das Zoll- und Einreisegeschehen.

Mit diesen organisatorischen VerĂ€nderungen und dem steigenden Aufgabenumfang einhergehend, nahm die Mitarbeiterzahl der Gestapo zu. War das Geheime Staatspolizeiamt 1933 mit unter 50 Mitarbeitern eine Stabsorganisation zur Koordination der wĂ€hrend der Konsolidierungsphase des Regimes durchgefĂŒhrten UnterdrĂŒckungsmaßnahmen gegen politische Gegner, bot die Gestapo 1935 ein anderes Bild. Mit ungefĂ€hr 4.200 Mitarbeitern[5] bildeten das Staatspolizeiamt und die Leitstellen 1935 ihren reichsweit ausgebauten Überwachungs- und Verfolgungsapparat. FĂŒr 1937 ist eine GesamtstĂ€rke von 7.000 Bediensteten anzunehmen. FĂŒr 1941 waren 14.835 Gestapoangehörige auf den Gehaltslisten verzeichnet, von denen jedoch rund 4.000 außerhalb des Reiches eingesetzt wurden. Mit dem Ausbruch des Weltkriegs dehnte die Gestapo ihre Verfolgungsmaßnahmen nicht nur rĂ€umlich aus, sondern bekĂ€mpfte auch neue Gegnergruppen, womit am Ende des Dritten Reichs nicht weniger als 31.000 Mann beschĂ€ftigt waren. [6]

Staatspolizeiliche Praxis und Gegnergruppen

Haupthalle des Geheimen Staatspolizeiamtes in Berlin, 1934

In den Anfangsjahren baute die Gestapo eine intensive innenpolitische Berichterstattung auf. Die verschiedenen Staatspolizeistellen informierten die NS-Behörden ausfĂŒhrlich ĂŒber die Zustimmung, die das Regime von Seiten der Bevölkerung erfuhr. Diese TĂ€tigkeit wurde 1936 eingestellt und ein Jahr spĂ€ter dem SD ĂŒbertragen, da den Gestapo-Berichten, die eine brĂŒchige LoyalitĂ€t der Bevölkerung feststellten, vorgeworfen wurden, einem DefĂ€tismus Vorschub zu leisten. Grundlage hierfĂŒr war der Funktionstrennungserlass vom 1. Juli 1937, in dem Heydrich die unterschiedlichen Aufgabenbereiche von SD und Gestapo regelte: Die Gestapo war ausschließlich fĂŒr die Beobachtung und BekĂ€mpfung von Marxismus, Landesverrat und Emigration und damit dem handfesten politischen Widerstand zustĂ€ndig. Auf zahlreichen weiteren Gebieten teilten sich beide Geheimdienste die Beobachtung, die vom SD aber nur in Hinblick auf die Stimmungslage der Bevölkerung ausgewertet wurde. Informationen, die er ĂŒber politische Gegner gewann, reichte er an die Gestapo weiter, die Verfolgungsmaßnahmen einleitete.

Denn deren ausschließliche Aufgabe seit 1936 war die BekĂ€mpfung der politischen und ideologischen Gegner von Regime und Nationalsozialismus. Dabei verfĂŒgte sie ĂŒber ein breites Instrumentarium, das bei verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig harmlosen Geldstrafen und Wirtshausverboten anfing und in den seriellen Exekutionen politischer Gegner des NS-Regimes wĂ€hrend der letzten Kriegsjahre eine extreme Zuspitzung erfuhr. Allen diesen Maßnahmen war gemeinsam, dass sie ohne ÜberprĂŒfung der Gerichte oder anderer Verwaltungsbehörden angeordnet und durchgefĂŒhrt wurden. Nur wenn die Gestapo es fĂŒr zweckdienlich hielt, beispielsweise bei der Verfolgung prominenter Regimegegner, gab sie die FĂ€lle an die, freilich seit 1933 auch grĂŒndlich nazifizierte, Justiz ab.

Wichtigstes Instrument der Gestapo, um politische Gegner des Nationalsozialismus zu bekĂ€mpfen, war die so genannte Schutzhaft. Diese diente vor 1933 nur der kurzfristigen Verwahrung von Personen. Durch die Notverordnung nach dem Reichstagsbrand wurden aber Befristung wie richterliche ÜberprĂŒfung aufgehoben. Durch einen Erlass des Reichsministers des Innern vom 25. Januar 1938 durfte nur das Geheime Staatspolizeiamt in Berlin Schutzhaft anordnen. Diese wurde grundsĂ€tzlich in Konzentrationslagern vollstreckt; nicht selten wurde die Gelegenheit genutzt, den politischen Gegner umzubringen. Dies gab der Gestapo ein Instrument in die Hand, unliebsame Justizurteile zu korrigieren: Hatten die Betroffenen eine von den Gerichten verhĂ€ngte Strafe vollzogen, so wurden sie auf Grund der gleichen VorwĂŒrfe nach ihrer Freilassung in Schutzhaft genommen und in ein Konzentrationslager eingewiesen.

Die BekĂ€mpfung von politischen Gegnern war ein Schwerpunkt der Arbeit der Gestapo. In den Anfangsjahren infiltrierte die Gestapo konspirative Gruppen, die sich aus den verbotenen politischen Parteien entwickelt hatten. Dabei wurden Mitglieder dieser Organisationen durch Drohung und materielle Vorteile zur Kooperation bewegt. Diese V-Leute sorgten dafĂŒr, dass ein organisierter Widerstand vor Kriegsbeginn zerschlagen wurde. Um politische Gegnergruppen in den spĂ€teren Jahren zu bekĂ€mpfen, wurden Sonderkommissionen eingesetzt, so zum Beispiel nach der Ermordung Heydrichs oder dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944. Informationen wurden in brutalen Foltern erzwungen und in den anschließenden Prozessen verwendet. Die Aufdeckung der Roten Kapelle wollte die Gestapo nutzen, um den sowjetischen Kriegsgegner in Zusammenarbeit mit der Wehrmacht mit Funkspielen zu tĂ€uschen. Die Gestapo bekĂ€mpfte auch kritische MeinungsĂ€ußerungen zum Regime, die durch das HeimtĂŒckegesetz fĂŒr illegal erklĂ€rt worden waren, wofĂŒr sie Denunziationen nutzte.

Briefmarke mit Abbildung von WiderstandskÀmpfern der Roten Kapelle

Parallel zu der BekĂ€mpfung von politischen Gegnern, die der Stabilisierung des Regimes dienen sollte, fanden auch die ideologischen Ziele des NS Eingang in die Arbeit der Gestapo, so dass auch weltanschauliche Gegner wie zum Beispiel Homosexuelle oder „Arbeitsscheue“ ins Visier der Geheimpolizei gerieten.

Die Maßnahmen gegen Homosexuelle verschĂ€rften sich im Laufe des Dritten Reichs massiv. Verließ sich die Gestapo in den Anfangsjahren des Regimes noch auf Razzien in der Szene und gab die meisten FĂ€lle an die Justiz weiter, so setzte sie in spĂ€teren Jahren auf Denunziation und setzte eine rĂŒcksichtslose Inhaftierung in Konzentrationslagern durch. Zynischerweise wurde ihnen die Wahl zwischen Kastration und weiterer Inhaftierung gelassen. Sogenannte Asoziale wurden in den Anfangsjahren mit Schutzhaft drangsaliert, spĂ€ter bĂŒndelte die Gestapo diese Verfolgungsmaßnahmen. 1940 wurden sogenannte Arbeitserziehungslager (AEL) eingerichtet, in denen Menschen wegen „NichterfĂŒllung ihrer Arbeitspflicht“ eingeliefert werden konnten. Nach einem Runderlass des ReichsfĂŒhrers-SS vom 15. Dezember 1942 wurden zusĂ€tzlich in den grĂ¶ĂŸeren Betrieben, in deren NĂ€he kein Arbeitserziehungslager war, Erziehungslager unter Leitung der Staatspolizeileitstellen eingerichtet, in denen die HĂ€ftlinge durch Angehörige des Werkschutzes bewacht wurden.

WĂ€hrend des Kriegs erweiterte die Gestapo ihre Verfolgungsmaßnahmen auf neue Gegnergruppen. Die zahllosen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter mussten ĂŒberwacht werden, was ungefĂ€hr die HĂ€lfte des Personals band. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit standen dabei Bummelei, Sabotage in den Betrieben und Arbeitsniederlegungen sowie unerlaubter Umgang mit Deutschen, beispielsweise GeschĂ€fte auf dem Schwarzmarkt oder sexueller Verkehr. In der zweiten KriegshĂ€lfte organisierte sich der Widerstand der Zwangsarbeiter entweder konspirativ in den Betrieben oder, im Falle von entflohenen Zwangsarbeitern, in Form kleiner Gruppen, die sich in den GroßstĂ€dten versteckten. Die Gestapo griff daraufhin zu immer brutaleren Methoden, gerade osteuropĂ€ische und sowjetische Zwangsarbeiter wurden zahlreich und ohne Gerichtsverfahren exekutiert. Auch in den besetzten LĂ€ndern war die Gestapo tĂ€tig und bekĂ€mpfte die dortigen Widerstandsbewegungen. Die brutale Behandlung ganzer Bevölkerungskreise sollte eine direkte Fortsetzung in Deutschland finden, nachdem sich die Wehrmacht aus immer mehr LĂ€ndern hatte zurĂŒckziehen mĂŒssen. WĂ€hrend der letzten Kriegsmonate exekutierte die Gestapo vielerorts unterschiedslos ihre Gefangenen, bevor die Orte von alliierten Truppen eingenommen wurden.

Zudem ĂŒbernahm die Gestapo wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs entscheidende Funktionen im Zusammenhang mit der Verfolgung, Deportation und Ermordung der europĂ€ischen Juden. Wie auch andere Polizeiformationen wurden Gestapo-MĂ€nner zu den Einsatzgruppen abkommandiert, die hinter der Front summarische Exekutionen durchfĂŒhrten. Doch die wichtigere Rolle bei der Ermordung des europĂ€ischen Judentums spielte die Gestapo nicht in den neu eroberten Gebieten, sondern in Berlin, dem politischen Zentrum des Dritten Reichs. Das berĂŒchtigte Judenreferat unter Adolf Eichmann war eine Gestapo-Dienststelle (IV B 4) im RSHA, von wo aus die anti-jĂŒdischen Maßnahmen koordiniert wurden. Die Deportation deutscher Juden wurde unter der FederfĂŒhrung der Gestapo als arbeitsteiliger und bĂŒrokratischer Prozess durchgefĂŒhrt, in dem die Geheimpolizei eng mit der Reichsbahn zusammenarbeitete und sich der lokalen Polizeidienststellen bediente. Ihren Abschluss fand diese generalstabsmĂ€ĂŸige Vernichtung in der Fabrikaktion, an deren Planung und DurchfĂŒhrung die Gestapo ebenso maßgeblich beteiligt war. Doch auch vorangegangene Diskriminierungsmaßnahmen wie zum Beispiel die Einweisung in JudenhĂ€user wurden von der Gestapo geplant und von den Stapoleitstellen implementiert.

Gestapo und die NS-Bewegung

Die FĂŒhrungselite der Geheimpolizei rekrutierte sich aus einem ĂŒberwiegend bĂŒrgerlichen Hintergrund. Es handelte sich dabei um junge Karriereakademiker, die fast ausnahmslos Juristen und zu einem erheblichen Teil promoviert waren. Bis auf wenige Ausnahmen hatten alle Stapo-Stellenleiter ein Abitur. Zu diesem hohen Bildungsstand kamen, wie die zeitgeschichtliche Forschung herausgearbeitet hat, nicht selten eine Distanz zu den ideologischen Positionen des Nationalsozialismus. Als Generation der „neuen Sachlichkeit“, die ihre politische Sozialisation in den 20er Jahren gewonnen hatte, waren ihre Mitglieder karriereorientiert, elitĂ€r und anti-republikanisch. Sie stellten die EffektivitĂ€t und Effizienz des staatlichen Verwaltungshandelns ĂŒber eine Einhegung durch Grundrechte und rechtsstaatliche Prinzipien.

Diese MentalitĂ€t zeigt sich an der Mitgliedschaft von Gestapo-Angehörigen in politischen Organisationen. Ein wesentlicher Teil, etwa zwei Drittel, war in einer NS-Organisation engagiert. In der Zentrale setzte sich frĂŒhzeitig eine enge Bindung an den SS-Staat durch: 49,9 % der Mitglieder gehörten der SS an, 31,1 % dem SD und damit den elitĂ€rsten Organisationen innerhalb der NS-Bewegung. Gerade diese Mitgliedschaften begrĂŒndeten ein besonderes TreuverhĂ€ltnis, denn diese Gestapo-Angehörigen waren Himmler nicht nur als Dienstherrn, sondern auch in seiner Funktion als ReichsfĂŒhrer SS unterstellt. DemgegenĂŒber taten sich zwischen den regionalen Dienststellen erhebliche Unterschiede auf, beispielsweise gehörten viele Gestapo-Angehörige in den westfĂ€lischen Ablegern der SA an. Die enge Verzahnung zwischen eigentlich staatlicher Gestapo und dem SD als Geheimdienst der NS-Bewegung zeigte sich auch in einem regen personellen Austausch zwischen beiden Organisationen.

Rapider personeller Ausbau der Gestapo, Personalauswahl und Durchdringung durch die NS-Bewegung beeinflussten sich gegenseitig: In den Anfangsjahren wurde hauptsÀchlich aus dem Polizeidienst rekrutiert, und es wurde auf die Mitgliedschaft in einer NS-Organisation gedrÀngt. In den spÀteren Jahren kehrte sich dieser Zusammenhang um. Das fachlich hohe Qualifikationsniveau konnte nicht mehr gehalten werden und in Schnellkursen ausgebildete SS-MÀnner traten in den Dienst ein, so dass de facto die SS-Mitgliedschaft zu einem wichtigen Kriterium der Personalauswahl wurde.

Gestapo und die deutsche Gesellschaft

Allerdings bewertet die historische Forschung die Gestapo, ihrem erheblichen Personalzuwachs zum Trotz, nicht mehr wie noch in den 50er und 60er Jahren als eine allmĂ€chtige Organisation, die quasi die gesamte deutsche Gesellschaft flĂ€chendeckend observierte. Dieser „Gestapo-Mythos“ wurde von Heydrich und anderen Mitarbeitern in der Öffentlichkeit gepflegt, um die Wirkung der Verfolgungsmaßnahmen zu ĂŒbertreiben. Er entsprach aber nicht der RealitĂ€t.[7] Vielmehr kamen in der am besten observierten Großstadt, Berlin, rund 4.000 Einwohner auf einen Gestapobeamten, in der preußischen Provinz musste sich ein Geheimdienstmitarbeiter um die regimefeindlichen Bestrebungen von 25.000 Bewohnern kĂŒmmern.

Die Gestapo konnte sich somit nicht nur auf ihre eigenen Operationen verlassen, da ihr Personal dafĂŒr nicht ausreichte, sondern war auf Zuarbeit aus der Bevölkerung angewiesen. Dies erfolgte durch das Anwerben von V-Leuten, wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs aber verstĂ€rkt durch Denunziationen, die aus der Mitte der Bevölkerung kamen.

V-Leute wurden von der Gestapo hauptsĂ€chlich in den gegenĂŒber dem Nationalsozialismus resistenten Gruppen wie der sozialdemokratisch oder kommunistisch geprĂ€gten Arbeiterschaft oder dem katholischen Milieu geworben. WĂ€hrend des Kriegs rekrutierte die Gestapo V-Leute auch aus dem Kreis der Zwangsarbeiter, um diese Gruppe besser kontrollieren zu können. Als wichtigste Motive der V-Leute zur Mitarbeit sind Drohung mit Schutzhaft, materielle Vorteile und ideologische Überzeugung zu nennen. Entsprechend unterschiedlich gestaltete sich die Kooperation zwischen V-Leuten und Gestapo: Hinhaltende Informierung der Gestapo, um die Mitglieder der eigenen Gruppe zu schĂŒtzen, stand neben aktiver Mitarbeit bei der Verfolgung.

Als eine weitere Quelle erschloss sich die Gestapo Denunziationen, also Hinweise aus der Bevölkerung zu Verbrechen. Diese betrafen zumeist Handlungen und Äußerungen, die von dem Regime kriminalisiert wurden, beispielsweise wurden politische Bewertungen der Beschuldigten weiter getragen und bildeten die Grundlage fĂŒr Ermittlungen, Schutzhaftverfahren und Prozesse. Dabei wandten sich die Denunzianten selten direkt an die Gestapo, vielmehr wurden die Anzeigen hĂ€ufig von der Schutzpolizei oder von Partei weiter gegeben. Gerade die NS-Organisationen nutzten die ihnen zugetragenen Informationen auch nach eigenem GutdĂŒnken und gaben diese erst anschließend an die Gestapo weiter. Auch wenn keine Zahlen fĂŒr das gesamte Reichsgebiet vorliegen, so zeigen zahlreiche Lokalstudien die ĂŒberragende Bedeutung der Denunziationen fĂŒr die Praxis der Gestapo. Manche Historiker spitzten dies zu der These zu, dass die deutsche Gesellschaft wĂ€hrend des Dritten Reichs eine „sich selbst ĂŒberwachende Gesellschaft“[8] sei, da die Mehrheit der Bevölkerung die Ziele Hitlers geteilt habe.

Gelang es der Gestapo also scheinbar erhebliche Teile der Bevölkerung fĂŒr das Regime in Dienst zu stellen, so erwiesen sich Denunziationen in der Praxis als problematisch. Ähnlich wie bei der Rekrutierung von V-Leuten kann von einer erheblichen Bandbreite an Denunzianten, Beschuldigten und mutmaßlichen Motiven fĂŒr Denunziationen ausgegangen werden. Aus der Vielzahl von EinzelfĂ€llen hat die Geschichtsforschung freilich ein hĂ€ufig wiederkehrendes Muster herausgearbeitet: Denunziationen gingen zu einem erheblichen Teil von obrigkeitshörigen, wenig vermögenden, einkommens- und bildungsschwachen sozialen Kreisen aus und richteten sich ĂŒberdurchschnittlich hĂ€ufig gegen höhere soziale Schichten der Gesellschaft. Auch die Gestapo erkannte diese Instrumentalisierung der Denunziation zum Ausleben sozialer Konflikte, ohne dieser Schwierigkeit in der staatspolizeilichen Praxis begegnen zu wollen.

Nachgeschichte der Gestapo

Die Gestapo war in den NĂŒrnberger Prozessen zu einer verbrecherischen Organisation erklĂ€rt worden. Hohe FunktionstrĂ€ger mussten sich in den Nachfolgeprozessen verantworten oder wurden im europĂ€ischen Ausland fĂŒr ihre Taten verurteilt. Das Verhalten der mittleren und unteren RĂ€nge wurde durch die Spruchkammerverfahren juristisch bewertet, was in vielen FĂ€llen eine WeiterbeschĂ€ftigung im öffentlichen Dienst unmöglich machte. FĂŒr die meisten ehemaligen Gestapomitglieder bedeutete das Ende des Zweiten Weltkriegs also einen scharfen Einschnitt, auch wenn sie untertauchten oder aus Deutschland flohen.

Nicht selten mussten ehemalige Gestapo-Angehörige in den ersten Nachkriegsjahren mit dequalifizierten TĂ€tigkeiten ihren Lebensunterhalt bestreiten. 1951 amnestierte der amerikanische Hochkommissar John McCloy zahlreiche von ihnen, der im gleichen Jahr in das Grundgesetz eingefĂŒgte Artikel 131 erleichterte die Wiederanstellung von belasteten Beamten. In Folge dieser Entscheidungen rĂŒckten in den 50er Jahren zahlreiche ehemalige Gestapo-Mitarbeiter wieder in die Polizei- und Justizapparate der Bundesrepublik ein. Es kann also von einer schleichenden und stillen Integration der Mitarbeiter dieser Organisation des Dritten Reichs in die Gesellschaft Nachkriegsdeutschlands gesprochen werden, da diese nach 1945 weder durch politische Äußerungen noch durch Trauerarbeit, also eine Reflexion ihrer eigenen Rolle im NS-Staat, auffielen.

Auch ĂŒber den Zweiten Weltkrieg hinaus wurde bzw. wird der Begriff „Gestapo“ fĂŒr Ă€hnliche Einrichtungen in anderen LĂ€ndern verwendet. Noch heute wird das SicherheitsbĂŒro der französischen Fremdenlegion (LĂ©gion Ă©trangĂšre) von vielen (ehemaligen) FremdenlegionĂ€ren mit Gestapo oder DeuxiĂšme Bureau bezeichnet. Eine der wichtigsten Überlieferungen zur Gestapo lagert im Hauptstaatsarchiv DĂŒsseldorf, wo die TĂ€tigkeit dieser Geheimpolizei im Rheinland dokumentiert ist.

Gestapo als Amt IV des RSHA

Im GeschÀftsverteilungsplan MÀh vom MÀrz 1941 stellt sich die Gestapo als Amt IV organisatorisch und personell wie folgt dar:

  • Amt IV (Gegnererforschung und -bekĂ€mpfung – Geheimes Staatspolizeiamt) SS-BrigadefĂŒhrer und Generalmajor der Polizei Heinrich MĂŒller (spĂ€ter GruppenfĂŒhrer) (Vertreter: SS-OberfĂŒhrer und Oberst der Polizei Wilhelm/Willi Krichbaum)
    • IV A (GegnerbekĂ€mpfung): SS-ObersturmbannfĂŒhrer und Oberregierungsrat Friedrich Panzinger
      • IV A 1 (Kommunismus, Marxismus und Nebenorganisationen, Kriegsdelikte, illegale und Feindpropaganda): SS-SturmbannfĂŒhrer und Kriminaldirektor Josef Vogt, ab August 1941 SS-HauptsturmfĂŒhrer GĂŒnther Knobloch als Sachbearbeiter fĂŒr die „Ereignismeldungen der Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD in der UdSSR“
      • IV A 2 (Sabotageabwehr, SabotagebekĂ€mpfung, Politisch-polizeiliche Abwehrbeauftragte, Politisches FĂ€lschungswesen): SS-HauptsturmfĂŒhrer und Kriminalkommissar Horst Kopkow (1939 SS-ObersturmfĂŒhrer Bruno Sattler, ab Sommer 1940 SS-SturmbannfĂŒhrer Kurt Geißler)
      • IV A 3 (Reaktion, Opposition, Legitimismus, Liberalismus, Emigranten, HeimtĂŒcke-Angelegenheiten – soweit nicht IV A 1): SS-SturmbannfĂŒhrer und Kriminaldirektor Willy Litzenberg
      • IV A 4 (Schutzdienst, Attentatsmeldung, Überwachungen, SonderauftrĂ€ge, Fahndungstrupp): SS-SturmbannfĂŒhrer und Kriminaldirektor Franz Schulz
    • IV B: (Sekten): SS-SturmbannfĂŒhrer Albert Hartl
      • IV B 1 (Politischer Katholizismus): SS-SturmbannfĂŒhrer und Regierungsrat Erich Roth
      • IV B 2 (Politischer Protestantismus, Sekten): SS-SturmbannfĂŒhrer und Regierungsrat Erich Roth
      • IV B 3 (Sonstige Kirchen, Freimaurerei): zur Zeit unbesetzt, ab Dezember 1942 Otto-Wilhelm Wandesleben
      • IV B 4 (Judenangelegenheiten, RĂ€umungsangelegenheiten): SS-SturmbannfĂŒhrer Adolf Eichmann
    • IV C (Karteiwesen): SS-ObersturmbannfĂŒhrer und Oberregierungsrat Fritz Rang
      • IV C 1 (Auswertung, Hauptkartei, Personenaktenverwaltung, Auskunftstelle, A-Kartei, AuslĂ€nderĂŒberwachung, Zentrale Sichtvermerkstelle): Polizeirat Paul Matzke
      • IV C 2 (Schutzhaftangelegenheiten): SS-SturmbannfĂŒhrer, Regierungs- und Kriminalrat Emil Berndorff
      • IV C 3 (Angelegenheiten der Presse und des Schrifttums): SS-SturmbannfĂŒhrer und Regierungsrat Ernst Jahr
      • IV C 4 (Angelegenheiten der Partei und ihrer Gliederungen): SS-SturmbannfĂŒhrer und Kriminalrat Kurt Stage
    • IV D (Besetzte Gebiete): SS-ObersturmbannfĂŒhrer Erwin Weinmann
      • IV D 1 (Protektoratsangelegenheiten, Tschechen im Reich): Gustav Jonak, ab September 1942 SS-SturmbannfĂŒhrer Bruno Lettow, ab November 1943 SS-ObersturmbannfĂŒhrer Kurt Lischka
      • IV D 2 (Gouvernementsangelegenheiten, Polen im Reich): Regierungsrat Karl Thiemann, ab Juli 1941 SS-ObersturmbannfĂŒhrer und Oberregierungsrat Joachim Deumling, ab Juli 1943 SS-SturmbannfĂŒhrer und Regierungsrat Harro Thomsen
      • IV D 3 (Vertrauensstellen, Staatsfeindliche AuslĂ€nder): SS-HauptsturmfĂŒhrer und Kriminalrat Erich Schröder, ab Sommer 1941 SS-SturmbannfĂŒhrer Kurt Geißler
      • IV D 4 (Besetzte Gebiete: Frankreich, Luxemburg, Elsaß und Lothringen, Belgien, Holland, Norwegen, DĂ€nemark): SS-SturmbannfĂŒhrer und Regierungsrat Bernhard Baatz
    • IV E (Abwehr): SS-SturmbannfĂŒhrer und Regierungsrat Walter Schellenberg; ab Juli 1941 SS-SturmbannfĂŒhrer Walter Huppenkothen
      • IV E 1 (Allgemeine Abwehrangelegenheiten, Erstattung von Gutachten in Hoch- und Landesverratssachen, Werkschutz und Bewachungsgewerbe): SS-HauptsturmfĂŒhrer und Kriminalkommissar Kurt Lindow
      • IV E 2 (Allgemeine Wirtschaftsangelegenheiten, Wirtschaftsspionageabwehr): Regierungsamtmann Sebastian
      • IV E 3 (Abwehr West): SS-HauptsturmfĂŒhrer und Kriminalrat Herbert Fischer
      • IV E 4 (Abwehr Nord): Kriminaldirektor Ernst Schambacher
      • IV E 5 (Abwehr Ost): SS-SturmbannfĂŒhrer und Kriminaldirektor Walter Kubitzky
      • IV E 6 (Abwehr SĂŒd): SS-HauptsturmfĂŒhrer und Kriminalrat Schmitz
    • IV P (Verkehr mit auslĂ€ndischen Polizeien) Kriminalrat Alwin Wipper (ab August 1941)

GebÀudereste der Topographie des Terrors

Als Topographie des Terrors wird ein seit 1987 bestehendes Museumsprojekt in Berlin bezeichnet. Dabei wird auf dem GelĂ€nde der ehemaligen Prinz-Albrecht-Straße 8, heute Niederkirchnerstraße 8 im Stadtbezirk Kreuzberg, dem Hauptquartier der Geheimen Staatspolizei in einer ehemaligen Kunstgewerbeschule angestrebt, den Terrorapparat der Nationalsozialisten zu dokumentieren. In unmittelbarer Nachbarschaft lag das Prinz-Albrecht-Palais in der Wilhelmstraße 102, das seit 1934 zur Zentrale des Sicherheitsdiensts (SD) der SS und ab 1939 auch des Reichssicherheitshauptamts (RSHA) wurde. Das vormalige Hotel Prinz-Albrecht, Prinz-Albrecht-Straße 9, war ab 1934 der Sitz der „ReichsfĂŒhrung SS“. Dieses GebĂ€ude-Ensemble [9] fasst man heute unter dem Begriff „Prinz-Albrecht-GelĂ€nde“ zusammen. Die DokumentationsstĂ€tte in der Niederkirchnerstraße 8 zĂ€hlt zu den staatlichen Museen in Berlin. In diesem GebĂ€udekomplex gab es GefĂ€ngniszellen und Opfer berichteten von Folter bei den Verhören.

Gestapo in Österreich

Mit Erlass Himmlers vom 18. MĂ€rz 1938 wurde die Staatspolizeileitstelle Wien sowie Staatspolizeistellen in Linz, Salzburg, Klagenfurt, Innsbruck und Eisenstadt errichtet. Nach der Einteilung der österreichischen BundeslĂ€nder in Reichsgaue wurde die Stapostelle Eisenstadt zwischen Wien und Graz aufgeteilt. In Wiener Neustadt, St. Pölten und Znaim wurden Außenstellen der Stapostelle Wien geschaffen. Die Stapoleitstelle Wien konnte den anderen Stapostellen Weisungen erteilen und Berichte anfordern. Jede Stapostelle unterstand außerdem unmittelbar dem Geheimen Staatspolizeiamt (Gestapa), spĂ€ter dem Reichssicherheitshauptamt. Auch der jeweilige Höhere SS- und PolizeifĂŒhrer konnte den Stapostellen Weisungen geben. Die Stapostellen ihrerseits konnten sich der Behörden von Kreis- und Ordnungspolizei bedienen. Zwischen 1940 und 1944 wurden die Stapostellen von Berlin aus direkt und ohne Einschalten der Stapoleitstelle Wien gelenkt.

Staatspolizeileitstelle Wien

Die Wiener Gestapo mit Sitz im ehemaligen Hotel Metropol am Morzinplatz war mit rund 900 Mitarbeitern die grĂ¶ĂŸte Gestapo-Dienststelle im Deutschen Reich. Tag fĂŒr Tag wurden hier bis zu 500 Menschen zur Einvernahme vorgeladen oder nach erfolgter Verhaftung eingeliefert. Karl Ebner, der stellvertretende Leiter der Wiener Gestapo-Leitstelle, nannte das euphemistisch „Parteienverkehr“. Insgesamt dĂŒrften mindestens 50.000 Personen in die MĂŒhlen von Wiens Gestapo geraten sein. Circa 12.000 Menschen sind in der vorliegenden Erkennungsdienstlichen Kartei der Wiener Gestapo erfasst; Fotos wurden angefertigt und auf „Photographierscheinen“ wurde die „Verbrecherklasse“ verzeichnet. Die von der Gestapo verhafteten BĂŒrger wurden durch einen Hintereingang in der Salztorgasse direkt in den Keller verschafft, der als GefĂ€ngnis und Folterkammer diente. Durch physische und psychische Gewalt wurden hier – nicht selten mit Todesfolge – GestĂ€ndnisse und Denunziationen erpresst. Bereits die erste große Verhaftungswelle im MĂ€rz und April 1938, die vor allem namhafte Antifaschisten und Juden zum Ziel hatte, wurde von der Gestapo im Hotel Metropol koordiniert, ebenso die folgenden Deportationstransporte in die Konzentrationslager. Die Wiener Leitstelle galt den Nationalsozialisten als „erfolgreichste Gestapo-Zentrale des Reichs“.

Leiter der Gestapo in Wien war von MĂ€rz bis Dezember 1938 der bayrische Kriminalrat und spĂ€tere SS-BrigadefĂŒhrer und Generalmajor der Polizei Franz Josef Huber, der schon in der Weimarer Republik bei der Kriminalpolizei in MĂŒnchen tĂ€tig war. SS-StandartenfĂŒhrer Rudolf Mildner wurde sein Nachfolger. Huber gilt als einer der der NS-Hauptverbrecher in Österreich. Er wurde nach dem Krieg in der Bundesrepublik als „Minderbelasteter“ eingestuft und mit 500 D-Mark Geldbuße und einem Jahr GefĂ€ngnis bedingt in Freiheit entlassen. Er genoss den Schutz der amerikanischen Behörden, weil er sich rechtzeitig mit ihnen arrangierte. SS-ObersturmbannfĂŒhrer (1943) Karl Ebner, der stellvertretende Leiter der Gestapo-Leitstelle in Wien, der als Mitglied des Cartell-Verbandes in der ersten Republik und im StĂ€ndestaat in der Polizei seine Karriere begonnen hatte, verfolgte als Abteilungsleiter des Judenreferats (II B 4, spĂ€ter IV B 4) in Wien insbesondere Kommunistische WiderstandskĂ€mpfer und Juden rĂŒcksichtslos.[10] Ebner wurde 1948 vom Volksgerichtshof zu 20 Jahren Kerker verurteilt und durch BundesprĂ€sident Theodor Körner bereits 1953 begnadigt.

Am 12. MĂ€rz 1945 brannte das GebĂ€ude nach Bombentreffern aus und wurde spĂ€ter abgerissen. 1968 wurde an der Stelle der ehemaligen Gestapo-Zentrale der Leopold Figl-Hof errichtet an dessen Vorderseite befindet sich ein Relief zur Erinnerung an die Opfer der Gestapo, an der Hinterseite ein Gedenkraum (Eingang Salztorgasse 6). An gleicher Adresse fĂŒhrte Simon Wiesenthal – der auch hier wohnte – sein Dokumentationszentrum. Vis a vis der Front des Sitzes der Gestapo-Zentrale steht heute ein Mahnmal, dass auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft der KZ-VerbĂ€nde den Opfern des Faschismus gewidmet wurde. Der Stein kommt aus dem Konzentrationslager Mauthausen. Die Deckplatte trĂ€gt die Inschrift „Niemals vergessen!“

Dienstgrade

Die Gestapo verwendete die Dienstgrade der Sicherheitspolizei, um der Öffentlichkeit eine Zugehörigkeit zur staatlichen Polizei zu suggerieren.

Dienstgradvergleich von Sicherheitspolizei, Ordnungspolizei (Verwaltung, allgemeiner Dienst) und Schutzstaffel (SS)
(Stand: 10. April 1941 – 8. Mai 1945)
Dienstgrade der Sicherheitspolizei Dienstgrade der Ordnungspolizei
(Verwaltungsdienst)
Dienstgrade der Ordnungspolizei
(Allgemeiner Dienst)
Dienstgrade der Schutzstaffel (SS)
MĂ€nner (Mannschaften)
KriminalassistentenanwÀrter im Vorbereitungsdienst ----- AnwÀrter SS-AnwÀrter
----- ----- AnwÀrter (nach sechsmonatiger Dienstzeit) SS-Mann
----- ----- Unterwachtmeister SS-Sturmmann
----- ----- Rottwachtmeister SS-RottenfĂŒhrer
UnterfĂŒhrer (Unteroffiziere)
KriminalassistenanwÀrter Amtsgehilfe
Botenmeister
Hausmeister
Wachtmeister SS-UnterscharfĂŒhrer
a.p. Kriminalassistent (außerplanmĂ€ĂŸige Stelle) a.p. Polizeiassistent Oberwachtmeister SS-ScharfĂŒhrer
Kriminalassistent Polizeiassistent
PolizeigefÀngnisoberwachtmeister
Revier-Oberwachtmeister (Schutzpolizei)
Bezirks-Oberwachtmeister (Gendarmerie)
Zugwachtmeister
(kasernierte Polizei-Einheiten)
SS-OberscharfĂŒhrer
Kriminaloberassistent PolizeigefÀngnishauptwachtmeister
Polizeioberassistent
Hauptwachtmeister SS-HauptscharfĂŒhrer
[KriminalsekretĂ€r] [PolizeisekretĂ€r] Meister SS-SturmscharfĂŒhrer
FĂŒhrer (Offiziere)
KriminalsekretÀr
Hilfskriminalkommissar
Kriminalkommissar auf Probe / zur PrĂŒfung
PolizeisekretÀr
KanzleisekretÀr
technischer ObersekretÀr
a.p. Polizeiinspektor
Revier-Leutnant
Leutnant der Polizei
SS-UntersturmfĂŒhrer
KriminalobersekretÀr
Kriminalinspektor
a.p. Kriminalkommissar
PolizeiobersekretÀr
Polizeiinspektor (auch mit Zulage)
Assessor
Ministerialregistrator
Revier-Oberleutnant
Oberleutnant der Polizei
SS-ObersturmfĂŒhrer
Kriminalkommissar
a.p. Kriminalrat
Kriminalassessor
Polizeioberinspektor
a.p. Polizeirat
a.p. Amtmann
Regierungsassessor
Revier-Hauptmann
Hauptmann der Polizei
SS-HauptsturmfĂŒhrer
Kriminalrat
Kriminaldirektor
Regierungs- und Kriminalrat
Polizeirat
Amtmann
Amtsrat
Regierungsrat
Major der Polizei SS-SturmbannfĂŒhrer
Oberregierungs- und Kriminalrat Oberregierungsrat Oberstleutnant der Polizei SS-ObersturmbannfĂŒhrer
Regierungs- und Kriminaldirektor
Reichskriminaldirektor
Regierungsdirektor
Ministerialrat
Oberst der Polizei SS-StandartenfĂŒhrer
--- --- --- SS-OberfĂŒhrer
Höhere SS- u. PolizeifĂŒhrer (GenerĂ€le)
 ??? Ministerialdirigent Generalmajor der Polizei und SS-BrigadefĂŒhrer SS-BrigadefĂŒhrer
 ??? Ministerialdirektor Generalleutnant der Polizei und SS-GruppenfĂŒhrer SS-GruppenfĂŒhrer
 ??? --- General der Polizei und SS-ObergruppenfĂŒhrer SS-ObergruppenfĂŒhrer
--- --- SS-OberstgruppenfĂŒhrer SS-OberstgruppenfĂŒhrer

Anmerkung: Dienstgrade des mittleren Dienstes stehen in Normalschrift, Dienstgrade des gehobenen Dienstes in Fettschrift und Dienstgrade des höheren Dienstes in Kursivschrift.

Die Einstellung in den gehobenen Kriminalpolizeidienst erfolgte nach einer EingangsprĂŒfung als KriminalkommissaranwĂ€rter. Nach etwa einem Jahr wurde der AnwĂ€rter zu einem neunmonatigen Lehrgang an die FĂŒhrerschule der Sicherheitspolizei (Sipo) in Berlin-Charlottenburg abgeordnet. Nach Bestehen der PrĂŒfung zum Kriminalkommissar war die unmittelbare Beförderung zum Hilfskriminalkommissar obligatorisch. Die Zuweisung eines Dienstpostens (und damit die Weiterbeförderung zum Kriminalkommissar auf Probe) folgte in der Regel innerhalb weniger Tage. Nach etwa sechsmonatiger BewĂ€hrungszeit stand die Beförderung zum außerplanmĂ€ĂŸigen Kriminalkommissar an.

Literatur

  • Shlomo Arsonson: Reinhard Heydrich und die FrĂŒhgeschichte von Gestapo und SD. Stuttgart 1971.
  • Holger Berschel: BĂŒrokratie und Terror. Das Judenreferat der Gestapo DĂŒsseldorf 1935–1945. Essen 2001.
  • Heinz Boberach, Berichte des SD und der Gestapo ĂŒber Kirchen und Kirchenvolk in Deutschland 1934–1944, Mainz 1971.
  • Hans Buchheim: Die SS – das Herrschaftssystem. In: Anatomie des SS-Staates – Band 1. dtv 462, MĂŒnchen 1967.
  • Rupert Butler: An Illustrated History of the Gestapo. London 1992.
  • Rudolf Diels: Lucifer ante portas
 es spricht der erste Chef der Gestapo. Stuttgart 1950.
  • Robert Gellately: Die Gestapo und die deutsche Gesellschaft. Die Durchsetzung der Rassenpolitik 1933–1945. Paderborn 1993.
  • Robert Gellately: Hingeschaut und weggesehen. Hitler und sein Volk. Deutsche Verlagsanstalt MĂŒnchen 2002 (auch Lizenzausgabe der Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, Bonn 2003), ISBN 3-421-05582-3.
  • Christoph Graf: Politische Polizei zwischen Demokratie und Diktatur. Berlin 1983.
  • Bernd Hey: Zur Geschichte der westfĂ€lischen Staatspolizeistellen und der Gestapo. In: WestfĂ€lische Forschungen 37 (1987), S. 58–90.
  • Holger Hillesheim, Wolfgang Schoen: Die Gestapo. Dreiteilige Dokumentation der ARD/SWR (1. Hitlers schĂ€rfste Waffe. 2. Terror ohne Grenzen 3. Henker an der Heimatfront. Erstsendung: 18. April 2005).
  • Eric A. Johnson: Nazi Terror: The Gestapo, Jews and Ordinary Germans. New York 1999.
  • Gabriele Lotfi: KZ der Gestapo. Arbeitserziehungslager im Dritten Reich. Frankfurt/M. 2003, ISBN 3-596-15134-1.
  • Thomas Mang: ‚Gestapo-Leitstelle Wien – Mein Name ist Huber'. Wer trug die lokale Verantwortung fĂŒr den Mord an den Juden Wiens?, Wien 2003, S. 131, ISBN 3-8258-7259-9.
  • Wilhelm Mensing: Gestapo V-Leute kommunistischer Herkunft – auch ein Strukturproblem der KPD? In: Mitteilungsblatt des Instituts fĂŒr soziale Bewegungen 34/2005.
  • Gerhard Paul und Klaus-Michael Mallmann (Hrsg.): Die Gestapo. Mythos und RealitĂ€t. Darmstadt 1995.
  • Jan Ruckenbiel: Soziale Kontrolle im NS-Regime: Protest, Denunziation u. Verfolgung; zur Praxis alltĂ€glicher UnterdrĂŒckung im Wechselspiel von Bevölkerung u. Gestapo, Köln 2003.
  • Hans Schafranek: V-Leute und „VerrĂ€ter“. Die Unterwanderung kommunistischer Widerstandsgruppen durch Konfidenten der Wiener Gestapo. In: Internationale wissenschaftliche Korrespondenz zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung, Nr. 3, 2000, S. 300–349.
  • Herbert Schultheis, Isaac E. Wahler: Bilder und Akten der Gestapo WĂŒrzburg ĂŒber die Judendeportationen 1941–1943. Bad Neustadt a. d. Saale 1988, ISBN 978-3-9800482-7-9.
  • Gerd Steinwascher: „Gestapo OsnabrĂŒck meldet
“ Polizei- und Regierungsberichte aus dem Regierungsbezirk OsnabrĂŒck aus den Jahren 1933 bis 1936. Aus: OsnabrĂŒcker Geschichtsquellen und Forschungen Bd. XXXVI, OsnabrĂŒck 1995.
  • Michael Stolle: Die Geheime Staatspolizei in Baden. UVK Medien-Verlags-Gesellschaft, Konstanz 2001, ISBN 3-89669-820-6; 432 Seiten.
  • Jan Valtin: Tagebuch der Hölle. Aus dem Amerikanischen von Werner Krauss. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1957 (heute als Lizenzausgabe in Komet MA-Service und Verlagsgesellschaft mbH, Frechen). In den USA bereits 1941 als „Out of the Night“ veröffentlicht.
  • Herbert Wagner: Die Gestapo war nicht allein
 Politische Sozialkontrolle und Staatsterror im deutsch-niederlĂ€ndischen Grenzgebiet. MĂŒnster 2004 (ĂŒber die Grafschaft Bentheim).
  • Franz Weisz: Die geheime Staatspolizei Staatspolizeileitstelle Wien. Wien 1992.
  • Walter Otto Weyrauch: Gestapo V-Leute. Tatsachen und Theorie des Geheimdienstes. fi Tb 11255, Frankfurt/M 1992, ISBN 3-596-11255-9.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c Wildt: Polizei der Volksgemeinschaft. NS-Regime und Polizei 1933–1945, Vortrag auf der Konferenz "Polizei und NS-Verbrechen – Aufarbeitung und Dokumentation im NS-Dokumentationszentrum Köln, 2.–5. November 2000
  2. ↑ a b c Zdenek Zofka: Die Entstehung des NS-Repressionssystems – oder: Die Machtergreifung des Heinrich Himmler, Bayerische Landeszentrale fĂŒr politische Bildungsarbeit, Report 1/2004
  3. ↑ Alfred Schweder: Politische Polizei, Heymannverlag, Berlin, 1937, S. 158
  4. ↑ Alfred Schweder: Politische Polizei, S. 158
  5. ↑ Elisabeth Kohlhaas: Die Mitarbeiter der regionalen Staatspolizeistellen. In: Gerhard Paul, Klaus-Michael Mallmann: Die Gestapo. Unv. Sonderausg. Darmstadt 2003, ISBN 3-89678-482-X, S. 222
  6. ↑ Zahlen nach Elisabeth Kohlhaas: Die Mitarbeiter... S. 221 und S. 224f
  7. ↑ Robert Gellately: Allwissend und allgegenwĂ€rtig? Entstehung, Funktion und Wandel des Gestapo-Mythos. In: Gerhard Paul, Klaus-Michael Mallmann: Die Gestapo. S. 47ff
  8. ↑ Robert Gellately: Zur Entstehungsgeschichte einer selbstĂŒberwachenden Gesellschaft. In: Detlev Schmiechen-Ackermann (Hrsg.): Politische Kultur, soziale Milieus und der Widerstand im Nationalsozialismus in Deutschland. Berlin 1995
  9. ↑ „Fotos vom Prinz-Albrecht-GelĂ€nde“
  10. ↑ Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, S. Fischer-Verlag, Frankfurt 2003

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Synonyme:

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  • Gestapo — GĂšstapo (Gestȁpo) m DEFINICIJA pov. politička tajna policija nacističkog reĆŸima u Njemačkoj (1933 1945) ETIMOLOGIJA krat., njem. Geheime Staats polizei 
   Hrvatski jezični portal

  • GĂšstapo — (Gestȁpo) m pov. politička tajna policija nacističkog reĆŸima u Njemačkoj (1933–1945) ✧ {{001f}}njem 
   Veliki rječnik hrvatskoga jezika

  • Gestapo — acron. ES ted. Geheime Staatspolizei, polizia segreta di stato, nella Germania nazista 
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