Git

Git
Logo von Git
Entwickler Junio C. Hamano, Shawn O. Pearce, Linus Torvalds und viele andere
Aktuelle Version 1.7.7.3
(8. November 2011)
Betriebssystem Unixoide Systeme, Microsoft Windows
Programmier­sprache C, Bourne-Shell, Perl
Kategorie Versionsverwaltung
Lizenz GNU General Public License
Deutschsprachig Nein
git-scm.com

Git (dt. [ɡɪt]) ist eine freie Software zur verteilten Versionsverwaltung von Dateien, die ursprünglich für die Quellcode-Verwaltung des Kernels Linux entwickelt wurde.

Die Entwicklung von Git wurde im April 2005 von Linus Torvalds begonnen, um das bis dahin verwendete Versionskontrollsystem BitKeeper zu ersetzen, das durch eine Lizenzänderung vielen Entwicklern den Zugang verwehrte. Die erste Version erschien bereits wenige Tage nach der Ankündigung. Derzeitiger Maintainer von Git ist Junio Hamano.

Git läuft auf fast allen modernen UNIX-artigen Systemen, wie Linux, Solaris, Mac OS X, FreeBSD, DragonFly BSD, NetBSD, OpenBSD, AIX und IRIX. Auf Microsoft Windows läuft es entweder mit Hilfe der Cygwin-Umgebung oder mit Msysgit, bzw. der seit einiger Zeit verfügbaren TortoiseGit-Shell-Erweiterung (ähnlich TortoiseSVN).

Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften

Git ist ein verteiltes Versionsverwaltungssystem, das sich in einigen Eigenschaften von traditionellen Versionskontrollsystemen unterscheidet:

Nicht-lineare Entwicklung
Sowohl das Erstellen neuer Entwicklungszweige (branching) als auch das Verschmelzen zweier oder mehrerer Zweige (merging) sind integraler Bestandteil der Arbeit mit Git und sind fest in die Git-Werkzeuge eingebaut und sehr performant.[1] Git enthält Programme, mit deren Hilfe sich die nicht-lineare Geschichte eines Projektes einfach visualisieren lässt, und mit deren Hilfe man in dieser Geschichte navigieren kann. Branches in Git sind (im Gegensatz zu anderen SCMs) sehr performant implementiert: Ein Branch stellt nur eine Reference, kurz ref dar, die in .git/refs/heads liegt und auf einen bestimmten Commit verweist. Über dessen Parental Commits, also Elterncommits, lässt sich die Branchstruktur rekonstruieren.
Kein zentraler Server
Dezentrale Verwaltung des gesamten Repositories mit Hilfe von GIT.
Jeder Benutzer besitzt eine lokale Kopie des gesamten Repositories, inklusive der Versionsgeschichte (history). So können die meisten Aktionen lokal und ohne Netzwerkzugriff ausgeführt werden. Es wird nicht zwischen lokalen Entwicklungszweigen und Entwicklungszweigen entfernter Repositories unterschieden. Obwohl es keinen technischen Unterschied zwischen verschiedenen Repositories gibt, gilt die Kopie, auf die von einer Projekt-Homepage aus verwiesen wird, häufig als das „offizielle Repository”.
Datentransfer zwischen Repositories
Daten können mit einer Reihe verschiedener Protokolle zwischen Repositories übertragen werden. Git besitzt ein eigenes Protokoll, das den TCP-Port 9418 nutzt. Ebenso kann der Transfer über SSH oder (weniger effizient) über HTTP, HTTPS, FTP oder rsync erfolgen.[2] Die Übertragung in das „offizielle Repository“ eines Projekts erfolgt häufig in Form von Patches, die via E-Mail an den Entwickler oder eine Entwicklungs-Mailing-Liste geschickt werden. Alternativ kann auch ein Review-System wie Gerrit verwendet werden.[3]
Kryptographische Sicherheit der Projektgeschichte
Die Geschichte eines Projektes wird so gespeichert, dass der Name einer beliebigen Revision (commit) auf der vollständigen Geschichte basiert, die zu dieser Revision geführt hat. Dadurch ist es nicht möglich, die Versionsgeschichte nachträglich zu manipulieren, ohne dass sich der Name der Revision ändert. Einzelne Revisionen können zusätzlich markiert und mit GPG digital signiert werden (tagging), beispielsweise um den Zustand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung einer neuen Version der Software zu kennzeichnen.
Säubern des Repositories
Die Daten gelöschter und zurückgenommener Aktionen und Entwicklungszweige bleiben vorhanden (und können wiederhergestellt werden), bis sie explizit gelöscht werden.
Interoperabilität
Es gibt Hilfsprogramme, die Interoperabilität zwischen Git und anderen Versionskontrollsystemen herstellen. Solche Hilfsprogramme existieren für GNU arch (git-archimport), CVS (git-cvsexportcommit, git-cvsimport und git-cvsserver), Darcs (darcs-fastconvert, darcs2git und andere), Quilt (git-quiltimport) und Subversion (git-svn).
Web-Interface
Über Gitweb existiert eine in Perl geschriebene Weboberfläche
Gitweb mit den Unterschieden zwischen zwei Commits

Geschichte

Die Git-Entwicklung wurde notwendig, nachdem die Linux-Kernel-Entwickler gezwungen waren, die kostenlose Verwendung des proprietären BitKeeper-Systems aufzugeben.

Torvalds wünschte sich ein verteiltes System, das wie BitKeeper genutzt werden konnte und die folgenden Anforderungen erfüllte:

  1. Unterstützung verteilter, BitKeeper-ähnlicher Arbeitsabläufe
  2. Sehr hohe Sicherheit gegen sowohl unbeabsichtigte als auch böswillige Verfälschung
  3. Hohe Effizienz

Ein bereits existierendes Projekt namens Monotone entsprach den ersten zwei Anforderungen [4], das dritte Kriterium wurde jedoch von keinem bestehenden System erfüllt.

Torvalds entschied sich dagegen, Monotone an seine Anforderungen anzupassen, und begann stattdessen, ein eigenes System – Git – zu schreiben. Einer der Hauptgründe für diesen Schritt war die Arbeitsweise, für die Monotone nach Torvalds Ansicht optimiert ist. Torvalds argumentierte, dass einzelne Revisionen von einem anderen Entwickler in den eigenen Entwicklungszweig zu importieren, zu Rosinenpickerei und „unordentlichen” Repositories führen würde. Wenn hingegen immer ganze Zweige importiert werden, würden Entwickler gezwungen aufzuräumen. Dazu seien „Wegwerf-Zweige” notwendig.

„This is my only real conceptual gripe with "monotone". I like the model, but they make it much harder than it should be to have throw-away trees due to the fact that they seem to be working on the assumption of "one database per developer" rather than "one database per tree". You don't have to follow that model, but it seems to be what the setup is geared for, and together with their "branches" it means that I think a monotone database easily gets very cruddy. The other problem with monotone is just performance right now, but that's hopefully not _too_ fundamental.“

Linus Torvalds[4]

Gits Gestaltung verwendet einige Ideen aus Monotone sowie BitKeeper, aber keinen Quellcode daraus. Es soll ausdrücklich ein eigenständiges Versionsverwaltungssystem sein.

Verwendung

Die derzeit aktuelle Version wird produktiv für die Entwicklung vieler Open-Source-Projekte eingesetzt, darunter Amarok, Android, BusyBox, Debian, DragonFly BSD, Eclipse, Erlang, Fedora, Git selbst, Gnome, jQuery, JUnit, KDE, LilyPond, Linux Kernel, Linux Mint, node.js, One Laptop per Child, Perl 5, Parrot und Rakudo (Perl 6), PHP, phpBB,[5] PostgreSQL, Qt, Ruby on Rails, Ruby, Samba, TaskJuggler, VLC media player, Wine, x264,[6] und X.org. Außerdem wird Git von sehr vielen kleineren Hobby-Projekten genutzt.

Siehe auch

  • GitHub – Webbasierter Hosting-Dienst für Git-Projekte
  • SCCS – Der POSIX-Standard für Versionsverwaltung
  • Monotone – Verteiltes Versionsverwaltungssystem
  • BitKeeper – Verteiltes Versionsverwaltungssystem
  • Mercurial – Verteiltes Versionsverwaltungssystem
  • Bazaar – Verteiltes Versionsverwaltungssystem
  • Apache Subversion – Zentrales Versionsverwaltungssystem

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.kernel.org/pub/software/scm/git/docs/user-manual.html#repositories-and-branches
  2. http://www.kernel.org/pub/software/scm/git/docs/user-manual.html#exporting-via-http
  3. http://www.kernel.org/pub/software/scm/git/docs/user-manual.html#submitting-patches
  4. a b Linus Torvalds: Kernel SCM saga.. In: Linux-Kernel Archive. 6. April 2005, abgerufen am 13. September 2011 (englisch).
  5. phpBB moves source code versioning from Subversion to Git. 7. März 2010, abgerufen am 13. September 2011 (englisch).
  6. git.videolan.org Git - x264.git summary. Abgerufen am 13. September 2011 (englisch).

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