Gotha

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Gotha
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Gotha
Gotha
Deutschlandkarte, Position der Stadt Gotha hervorgehoben
50.94888888888910.718333333333300
Basisdaten
Bundesland: Th√ľringen
Landkreis: Gotha
H√∂he: 300 m √ľ. NN
Fl√§che: 69,52 km¬≤
Einwohner:

45.593 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 656 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99867
Vorwahl: 03621
Kfz-Kennzeichen: GTH
Gemeindeschl√ľssel: 16 0 67 029
Stadtgliederung: 7 Stadtteile und
4 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptmarkt 1
99867 Gotha
Webpräsenz: www.gotha.de
Oberb√ľrgermeister: Knut Kreuch (SPD)
Gotha.

Gotha ist die f√ľnftgr√∂√üte Stadt des Freistaats Th√ľringen und Kreisstadt des Landkreises Gotha. Gotha war von 1640 bis 1918 die Haupt- und Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Gotha. Im Jahre 1820 wurde in der Stadt mit der Gothaer Versicherung das deutsche Versicherungswesen begr√ľndet und 1875 im Gothaer Tivoli die Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAP), die sich sp√§ter in SPD umbenannte. Die Stadt war ein Zentrum des deutschen Verlagswesens, so wurden im Perthes-Verlag vor allem Landkarten erstellt.

In der Vergangenheit befand sich Gotha in der Rivalit√§t zu Weimar, dem anderen Zentrum der ernestinischen Dynastie. W√§hrend Weimar das k√ľnstlerische Zentrum wurde, wurde Gotha sein naturwissenschaftliches Pendant, wovon heute unter anderem das Naturkundemuseum und die Sternwarte Gotha zeugen. Das barocke Schloss Friedenstein dominiert das Stadtbild. Es war fr√ľher Residenz der Herz√∂ge von Sachsen-Gotha-Altenburg und Sachsen-Coburg und Gotha.

Ein bekanntes Unternehmen aus Gotha war die Gothaer Waggonfabrik, die vor allem Stra√üenbahnen und Flugzeuge produzierte. In Gotha f√§hrt heute mit der Stra√üenbahn Gotha bzw. der Th√ľringerwaldbahn eine der letzten √úberlandstra√üenbahnen Deutschlands (nach Waltershausen und Tabarz).

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Blick vom B√ľrgerturm auf dem Krahnberg √ľber das Stadtgebiet, 2009
Blick vom Schlossberg √ľber die Wasserkunst auf den oberen Hauptmarkt.
Schloss Friedenstein, Nordansicht, 2009
Der Gothardusbrunnen
Denkmal "Herzog Ernst, der Fromme"

Geographische Lage

Die Stadt liegt am √úbergang des S√ľdrands des Th√ľringer Beckens zu einer Vorlandregion des Th√ľringer Waldes, welche als Westth√ľringer Berg- und H√ľgelland bezeichnet wird.

Das Stadtgebiet erstreckt sich zwischen der Tr√ľgleber H√∂he, dem Boxberg und dem Kleinen Seeberg, auf einer Fl√§che von √ľber 6 900 ha. Der Krahnberg im Nordwesten bildet mit 431,3 m √ľber NN den h√∂chsten Punkt im Stadtgebiet. Der tiefste Punkt befindet sich mit 269,4 m √ľber NN im Heutal.[2]

Naturraum

Die Stadt ist mit ihrem weiteren Umland zwischen dem Th√ľringer Wald und seinen Vorbergen im S√ľden und dem bewaldeten Bergr√ľcken der Fahnerschen H√∂hen im Norden in das landschaftlich abwechslungsreiche Gebiet des durch Agrarwirtschaft gepr√§gten Th√ľringer Beckens eingebettet.

Die gr√∂√üten Erhebungen sind der Krahnberg (431 m) sowie der Kleine und der Gro√üe Seeberg (406 m). Sie reichen im Nordwesten und S√ľdosten bis an das bebaute Stadtgebiet heran. Sie wurden im 19. Jahrhundert als st√§dtische Naherholungsgebiete aufgeforstet und bilden mit dem im Stadtkern sich erhebenden Schlossberg (331 m) das nat√ľrliche Grundger√ľst der Stadt.

Die weithin sichtbare Schlossanlage auf dem Schlossberg beherrscht das Stadtbild. Die Altstadt am Nordhang des Schlossberges wird von den Talauen des Wiegwassers im Westen und dem Wilden Graben bzw. Flutgraben und der Ratsrinne im Osten begrenzt.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind im Norden Bufleben, Goldbach und Remst√§dt, im Osten Friemar, Seebergen und T√ľttleben, im S√ľden Emleben, G√ľnthersleben-Wechmar und Leinatal und im Westen Tr√ľgleben, Aspach (Th√ľringen) und H√∂rselgau. S√§mtliche Gemeinden geh√∂ren zum Landkreis Gotha.

Stadtgliederung

Stadtteil/
Ortsteil
Fläche
(km²)
Einwohner
Mitte 1,02 4.605
Nord 8,42 3.957
Ost 10,80 3.921
Oststadt 1,45 3.856
S√ľd 7,06 4.035
West 3,13 10.119
Weststadt 1,56 7.256
Gotha (Kernstadt) 33,44 37.749
Boilstädt 4,02 884
Siebleben 12,56 5.394
Sundhausen 11,94 1.576
Uelleben 7,37 777
Gotha (gesamt) 69,53 46.380

Quelle: Stadtverwaltung Gotha, Zahlen zum 31. Dezember 2004

Panorama Gotha, Blick von der Margarethenkirche in Richtung Weststadt
Panorama Gotha, Blick von der Margarethenkirche in Richtung Weststadt


Geschichte

Gr√ľndung

Gotha wurde erstmalig in einer am 25. Oktober 775 in D√ľren ausgestellten Urkunde erw√§hnt. Mit ihr √ľbereignete Karl der Gro√üe dem Kloster Hersfeld unter anderem den Zehnt von den L√§ndereien, Wald und Wiesen der Villa Gothaha (= gutes Wasser). Die Beziehungen zu Hersfeld d√ľrften auch der Grund f√ľr die √úbernahme des Stadtheiligen St. Gothardus (siehe Wappen), eines ehemaligen Abtes von Hersfeld und sp√§teren Bischofs von Hildesheim, gewesen sein. Eine √§ltere Siedlung ist jedoch anzunehmen. Das Gebiet von Gotha wurde, arch√§ologisch nachgewiesen, bereits seit langem besiedelt.

Der bereits im 16. Jahrhundert bekannten Sage Die Goten als Stadtgr√ľnder[3][4] nach verdankt Gotha sowohl seine Gr√ľndung als auch seinen Namen dem Volksstamm der Goten. Um das Jahr 510 sollen Krieger des Ostgotenk√∂nigs Theoderichs des Gro√üen nach Th√ľringen gekommen sein, als dessen Nichte Amalaberga den K√∂nig der Th√ľringer, Herminafried, heiratete. Jene Ostgoten sollen sich unterhalb des heutigen Schlossberges angesiedelt und der Siedlung den Namen Gota gegeben haben. Diese Gr√ľndungssage spiegelt sich bis heute auch in der Gestaltung des aus der Renaissance stammenden Rathausportals wider: Da man den Goten einst die (christlichen) Symbole Lamm und Lindwurm zuschrieb, wurden die Reliefs dieser beiden Tiere 1574 am Portal angebracht samt dem Vers: ALS MAN ABBRACH DEN ALTEN DVRM (gemeint ist der Turm der 1567 abgebrochenen Jakobskapelle) DARAHN STVND DIS LAMB VND LINDWVRM: DAS LAMB DIE GOTTEN IN IHREN FAHNEN GEF√úHRT IN FRIEDENS ZEITENN, DEN LINDWVRM ABER WIDER IHREN FEIND IN KRIEG VND STREITENN.

Mittelalter

Die Stadt Gotha vor 1572
Der Kreuzgang im Augustinerkloster

Gotha entwickelte sich als zentraler Marktort und Etappenstation an einer Kreuzung der Via Regia bzw. Hohen Stra√üe (West-Ost-Richtung),[5] und einer Verbindung von M√ľhlhausen √ľber Bad Langensalza zu einem √úbergang √ľber den Th√ľringer Wald bei Oberhof (Nord-S√ľd-Richtung).[6] Gotha erhielt etwa Mitte des 12. Jahrhunderts unter Landgraf Ludwig II. das Eisenacher Stadtrecht und wurde zu einer der Hauptm√ľnzst√§tten der Landgrafen. Die Stadt entwickelte sich im Schutz der Burg Grimmenstein, einer Festung der Ludowinger und der eigenen Stadtbefestigungsanlage, die aus Mauern, Stadttoren, T√ľrmen, Erdw√§llen und Gr√§ben aufgebaut war. Die st√§dtische Milit√§rorganisation der Z√ľnfte brachte um 1442 die erste Sch√ľtzenordnung hervor, diese regelt auch die Ausbildung und Bewaffnung der B√ľrgerwehr. F√ľr das Jahr 1478 wurde das erste Vogelschie√üen vor dem Br√ľhler Tor erw√§hnt, der beste Armbrustsch√ľtze erhielt vom Stadtmagistrat eine Sch√ľtzenkette verliehen.[7] √úber lange Zeit war der Waidhandel Basis eines gewissen Wohlstandes, bis in das 16. Jahrhundert gab es mehr als 300 D√∂rfer in der Gegend um Gotha, Erfurt und Arnstadt, die diese Waidpflanze anbauten. Als Schwerpunkte der handwerklichen Gewerbe lassen sich die Wolltuchproduktion und -veredelung, sowie die Herstellung von Schuhen und Lederwaren nennen. Im 16. Jahrhundert hatten sich auch Waffen- Huf- Nagel- Kupferschmiede und Schlosser, Schwertfeger, Nadler und Klempner in der Stadt mit eigenen Z√ľnften herausgebildet, im Ledergewerbe finden sich nun als Spezialisten Sattler, Riemer, Beutler, T√§schner, G√ľrtler und die Lohgerber.[8]

Ein gro√ües Hemmnis f√ľr die weitere Stadtentwicklung war die Wasserversorgung, die wenigen nat√ľrlichen Quellen im Stadtgebiet und die st√§dtischen Brunnen reichten nur bedingt, daher wurde 1369 unter Landgraf Balthasar von Th√ľringen der Leina-Kanal angelegt, eine noch bestehende Wasserversorgung der Stadt, die √ľber mehr als 12 Kilometer Wasser von S√ľden der Stadt zuf√ľhrt, da es in Gotha keine nat√ľrlichen Fl√ľsse gab. Laut einer erhaltenen Stadtordnung aus dem 14. Jahrhundert musste in jeder Gothaer Stra√üe ein Brunnenmeister als Beauftragter f√ľr die Sauberhaltung und Reparatur der Wasserbauwerke gew√§hlt werden.[9]

1526 trafen Landgraf Philipp von Hessen und Kurf√ľrst Johann von Sachsen in Gotha eine Vereinbarung, die sp√§ter zum Schmalkaldischen Bund f√ľhrte. Im Jahr 1545 zerst√∂rte ein Stadtbrand fast die H√§lfte der Wohngeb√§ude. Weitere Zerst√∂rungen gab es w√§hrend der Belagerung der Stadt in den Jahren 1566 und 1567 durch kaiserliche Truppen unter dem Befehl des Kurf√ľrsten August von Sachsen. Herzog Johann Friedrich II. wollte die verlorengegangene Kurw√ľrde wieder erlangen und verb√ľndete sich mit dem Ritter Grumbach, der unter kaiserlicher Reichsacht stand, gegen den Kaiser. Die kaiserlichen Truppen siegten schlie√ülich. Die starke Festung Grimmenstein wurde w√§hrend der Grumbachschen H√§ndel geschleift.[10]

Fr√ľhe Neuzeit bis 19. Jahrhundert

Gotha um 1730
Ansicht um 1850

Im 17. Jahrhundert wurde Gotha unter dem aufgekl√§rten protestantischen Herzog Ernst dem Frommen Residenz des Herzogtums Sachsen-Gotha (seit 1826 in Personalunion mit Sachsen-Coburg).[11] Die Herz√∂ge von Sachsen-Gotha schufen einen in Verwaltung, Wirtschaft und Finanzen vorbildlichen Staat. Die Schulpflicht f√ľr M√§dchen und Jungen und der Gothaer Schulmethodus des P√§dagogen Andreas Reyher als erste Schulordnung wurden eingef√ľhrt, naturwissenschaftliche Sammlungen begonnen. Das Hoftheater (Ekhof-Theater zu Ehren seines Mitbegr√ľnders Conrad Ekhof) wurde in einen Ballsaal des Schlosses eingebaut und beeinflusste als erste B√ľhne mit festem Ensemble noch lange die Entwicklung des deutschen Theaters.[12]

Die verschiedenen Interessen der Herz√∂ge begr√ľndeten den Ruf Gothas als eine Stadt der Naturwissenschaften und K√ľnste. Bereits 1757 wurde in Gotha Porzellan hergestellt, die Porzellanmanufaktur geh√∂rte somit zu den √§ltesten Europas.[13]

Durch den Ruf Gothas kamen namhafte Wissenschaftler und K√ľnstler an den Hof (siehe auch unter ‚Üí Pers√∂nlichkeiten). Unter Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg wurde die Schlossbefestigung aufgehoben. Ein Park nach englischem Vorbild entstand. Der Herzog finanzierte aus Privatmitteln eine moderne Sternwarte, die nach testamentarischem Wunsch als sein einziges Denkmal erhalten werden sollte. 1785 wurde der geographische Verlag Justus Perthes gegr√ľndet, in dem von 1785 bis 1944 der Gothaer Adelskalender (Der Gotha) erschien. Ernst-Wilhelm Arnoldi begr√ľndete durch die Gothaer Feuerversicherungsbank 1820 (heute: Gothaer Allgemeine Versicherung AG in K√∂ln) und die Lebensversicherungsbank 1827 (heute: Gothaer Lebensversicherung AG in K√∂ln) die moderne Versicherung auf Gegenseitigkeit. Aus ihnen entstand der Gothaer Konzern in K√∂ln. Somit ist Gotha als Entstehungsort der heutigen deutschen Versicherungswirtschaft anzusehen.

1847 erfolgte der Anschluss an das Eisenbahnnetz und der Bau des Gothaer Bahnhofs, (zun√§chst die Strecke Leipzig ‚Äď Frankfurt (Main)). Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha vertrat konsequent die preu√üische Einigungspolitik. Als F√ľrsprecher bzw. Protektor der S√§nger, Turner, Sch√ľtzen, J√§ger und studentischen Burschenschaften erlangte er Popularit√§t. 1849 fand in Gotha das Nachparlament statt. Aus liberaler √úberzeugung wurde eine fortschrittliche Verfassung zugelassen und verk√ľndet, die ‚Äěgesamtdeutsche‚Äú Kongresse wie die Gr√ľndung des Deutschen Sch√ľtzenbundes 1861 oder die Vereinigung der Arbeiterparteien von Ferdinand Lassalle und August Bebel zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands, der sp√§teren SPD, erm√∂glichten. Auf der Grundlage des Schulgesetzes des Gro√üherzogs Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha entstand durch August K√∂hler eine erste Ausbildungsst√§tte f√ľr Lehrerinnen und Kinderg√§rtnerinnen. K√∂hler gr√ľndete 1863 den Deutschen Fr√∂belverein f√ľr Th√ľringen, aus dem 1872 der Allgemeine Fr√∂belverein und ein Jahr sp√§ter der Deutsche Fr√∂belverband hervorging. Alle besch√§ftigten sich mit den Lehren des deutschen ‚ÄěUrp√§dagogen‚Äú Friedrich Fr√∂bel. 1878 wurde in Gotha das erste deutsche Krematorium errichtet.

20. Jahrhundert

Beg√ľnstigt durch die guten Verkehrsbedingungen entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Standort des Maschinenbaus, der Druckindustrie und der Verarbeitung landwirtschaftlicher Rohstoffe. Schon fr√ľh wurde die Fliegerei als sich rasant entwickelnder Zweig erkannt (Fliegerstadt Gotha). 1910 entstand bei Gotha am S√ľdhang des Kleinen Seebergs ein Flugplatz mit Luftschiffhallen sowie ein Milit√§rflugplatz. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg begann ein Betrieb mit der Herstellung von Flugzeugen. Die Gotha-Taube, ein Nachbau der Konstruktion von Rumpler, √ľberquerte 1914 den englischen Kanal nach Dover. Die als GOTHAS bekannten Bombenflugzeuge f√ľhrten dagegen ab 1917 die ersten Luftangriffe auf eine Gro√üstadt (London) im Ersten Weltkrieg aus. Nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg und der Abdankung des Herzogs im Rahmen der Novemberrevolution kam es zu einer politischen Radikalisierung, die 1920 (Kapp-Putsch) und 1923 (Reichsexekution) zu bewaffneten K√§mpfen f√ľhrte. Gotha war bereits 1918 und auch in den darauffolgenden Jahren als Landeshauptstadt des Freistaates Sachsen-Gotha das Zentrum der K√§mpfe zwischen linken und konservativen Kr√§ften in Th√ľringen. Sie war eine der wenigen St√§dte Th√ľringens, in der es damals zu blutigen Gefechten kam. Mit Beginn der Wiederbewaffnung wurde die Flugzeugproduktion in der Gothaer Waggonfabrik wiederaufgenommen. Au√üerdem wurde ein Kampfgeschwader der Luftwaffe aufgestellt.

In der Zeit des Nationalsozialismus leisteten auch einige Gothaer Einwohner Widerstand gegen das Regime. Der sozialistische Redakteur der Th√ľringer Volkszeitung Otto Geithner wurde von den Nazis verhaftet, im KZ Buchenwald interniert, erlebte aber die Befreiung. Nach ihm wurde die Otto-Geithner-Stra√üe benannt. Im B√ľro der Bekennenden Kirche in der Gartenstra√üe 29 war der evangelische Pfarrer Werner Sylten t√§tig, der Hilfe f√ľr j√ľdische Christen organisierte. Er wurde in der ‚ÄěEuthanasie‚Äú-Anstalt Hartheim (√Ėsterreich) ermordet. An ihn erinnert die Werner-Sylten-Stra√üe. Im Rosengarten unterhalb des Schlosses steht seit 1969 ein Mahnmal f√ľr die Opfer des Faschismus. In der Pogromnacht von 1938 wurde die Gothaer Synagoge von der SA in Brand gesteckt. Seit 1988 erinnert an sie ein Mahnmal am ehemaligen Standort in der Mo√ülerstra√üe. Zwischen 1934 und 1943 wurden 207 M√§nner und 475 Frauen Opfer von Zwangssterilisierungen. Von September 1939 bis April 1945 mussten 6778 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene aus den von Deutschland besetzten L√§ndern haupts√§chlich in Gothaer R√ľstungsbetrieben (z.B. Gothaer Waggonfabrik) Zwangsarbeit verrichten. Auf dem Hauptfriedhof sind 215 Opfer der Zwangsarbeit bestattet. An sie erinnert ein Gedenkstein.[14]

Luftangriffe im November 1944 sowie im M√§rz und am 3.April 1945 f√ľgten der Stadt erheblichen Schaden zu. Die Margarethenkirche wurde stark getroffen (1952 wurde das √Ąu√üere in alter Form wieder aufgebaut, das Innere stark ver√§ndert). Das Landestheater brannte aus (die erhaltenen Umfassungsmauern wurden 1958 abgetragen). Die Bahnhofshalle von 1848 wurde zerst√∂rt und sp√§ter vereinfacht wieder aufgebaut. Eine Reihe zerst√∂rter wertvoller B√ľrgerh√§user wurde nicht wieder errichtet. Leichtere Sch√§den erlitten u.a.: die Augustinerkirche, die Friedrichskirche, Schloss Friedenstein (nur Hauptportal schwer besch√§digt), Schloss Friedrichsthal, Orangerie, Parktempel und Haus K√∂nigsaal (Br√ľhl). Diese Sch√§den wurden relativ bald nach Kriegsende wieder beseitigt. [15]

Gadolla-Gedenktafel am Schloss Friedenstein

Bei Ann√§herung amerikanischer Verb√§nde am Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde durch ein Kapitulationsangebot des Stadtkommandanten Josef Ritter von Gadolla eine weitere schwere Zerst√∂rung der Stadt und unn√∂tige Verluste verhindert. Nach Kriegsende war die Stadt zun√§chst f√ľr drei Monate von amerikanischen Truppen besetzt, bevor im Juli 1945 entsprechend der Beschl√ľsse der Konferenz von Jalta die √úbernahme der Stadt durch sowjetische Truppen erfolgte und Gotha Teil der Sowjetischen Besatzungszone wurde. Am 7. April 1946 fand in Gotha, unter Druck der sowjetischen Besatzungsmacht, die Vereinigung von KPD und SPD in Th√ľringen zur SED statt.

Nach der Verwaltungsreform in der DDR war Gotha Kreisstadt im Bezirk Erfurt. Nach Demontage und Wiederaufbau blieb das Profil der Stadt als Industriestadt (insbesondere Fahrzeugbau, Druckereien (insbes. Kartografie), Gummiindustrie, Lebensmittel) erhalten.

An die Tradition als nichtuniversit√§res Bildungszentrum von √ľberregionaler Bedeutung (gesamte DDR) konnte angekn√ľpft werden (Fachschulen f√ľr Finanzen, Transport- und Betriebstechnik, Bauwesen, Ingenieurp√§dagogen, Kinderg√§rtnerinnen und Krankenschwestern).

Die Museen (Schloss-, Regionalkunde-, Naturkundemuseum), die Landes- und Forschungsbibliothek, Archive und wichtige Sehensw√ľrdigkeiten blieben erhalten oder wurden wieder er√∂ffnet. Es war jedoch zum Verlust von Hunderten von Kunstwerken unter der amerikanischen Besatzung gekommen und 1946 zur √úberf√ľhrung des gesamten Restes der Gothaer Kunstsammlungen, des M√ľnzkabinetts und der Herzoglichen Bibliothek als Beutegut in die UdSSR. Der Hauptteil der Bibliothek (√ľber 90 %), das M√ľnzkabinett und die meisten Kunstwerke kehrten 1958 aus der Sowjetunion zur√ľck.[16]

Mit Studenten wurde zeitweise eine Bevölkerungszahl von etwa 60.000 Einwohnern, dem historischen Höchststand, erreicht.

Im Dezember 1979 ereignete sich in der Stadt mit dem Kunstraub von Gotha, einem Diebstahl von f√ľnf Gem√§lden aus der Ausstellung im Schloss Friedenstein, der schwerwiegendste Kunstraub in der Geschichte der DDR.

Die deutsche Wiedervereinigung wurde in Gotha aktiv durch Montagsdemonstrationen, ausgehend von Friedensgebeten, herbeigef√ľhrt. H√∂hepunkte waren der Auftritt von Willy Brandt auf dem Hauptmarkt vor tausenden Zuh√∂rern und die friedliche Besetzung der Kreisdirektion der Staatssicherheit.

Eingemeindungen

Im Zuge der Gebietsreform in Th√ľringen wurden am 1. Juli 1994 die Gemeinden Boilst√§dt und Uelleben eingemeindet. Die ehemals selbst√§ndigen D√∂rfer Siebleben und Sundhausen waren bereits 1922 respektive 1974 eingemeindet worden.

Uelleben, Kindleben und Bufleben

In einer Schenkungsurkunde vom 18. Mai 874 werden Unsolteyleba (Uelleben), Kintileba (Kindleben) und Bufileba (Bufleben) nebst anderen 114 Orten in Th√ľringen als dem Stift Fulda zehntpflichtig erw√§hnt. Erzbischof Liubert zu Mainz als auch der Abt Sigehard zu Fulda machten das Recht der Zehnterhebung f√ľr sich geltend. Den Streit dar√ľber entschied K√∂nig Ludwig der Deutsche (840-876) am Hofe zu Ingelheim zu Gunsten der Abtei Fulda.[17]

Einwohnerentwicklung

Nach Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs die Einwohnzahl der Stadt aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung kontinuierlich. Einen Einbruch gab es allerdings durch den Ersten Weltkrieg.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges hielten sich in der Stadt etwa 12.000 Umsiedler und Evakuierte auf. Dies f√ľhrte zu einem weiteren Anstieg der Einwohnerzahlen. Im Jahre 1975 erreichte die Bev√∂lkerungszahl mit fast 60.000 ihren historischen H√∂chststand. In den 1970er Jahren wurde ein Anstieg auf 70.000 Einwohner bis in das Jahr 2000 prognostiziert. Jedoch stagnierte die Einwohnerzahl Ende der 80er Jahre auf einem Wert zwischen 57.000 und 58.000.

Nach der Wiedervereinigung 1990 kam es zu einem raschen Bev√∂lkerungsverlust. Dieser l√§sst sich auf den stark negativen Geburtensaldo der Nachwendejahre und einen negativen Wanderungssaldo zur√ľckf√ľhren. Der Wegzug zu Beginn der 1990er Jahre bezog sich gro√üteils auf die Umlandgemeinden Gothas, in denen sich umfangreiche Wohngebiete entwickelten. Ein Beweis daf√ľr ist die Bev√∂lkerungszunahme im Landkreis Gotha im gleichen Zeitraum. Zum Ende der 1990er Jahre und um die Jahrhundertwende nahm jedoch die Abwanderung in die alten Bundesl√§nder aus wirtschaftlichen Gr√ľnden zu.

In den letzten Jahren konnte die negative Wanderungsbilanz der Stadt Gotha kontinuierlich gesenkt werden, sodass Zu- und Abwanderung nun beinahe ausgeglichen sind. Ein Problem ist noch die negative Geburtenbilanz mit etwa -200 pro Jahr, die die Einwohnerzahl immer noch sinken lässt.


Die folgende √úbersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. 1818 handelt es sich um eine Sch√§tzung, danach um Volksz√§hlungsergebnisse (¬Ļ) oder amtliche Fortschreibungen der Statistischen √Ąmter beziehungsweise der Stadtverwaltung. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1818 12.000
1. Dezember 1834 ¬Ļ 13.155
3. Dezember 1861 ¬Ļ 16.600
3. Dezember 1864 ¬Ļ 18.000
3. Dezember 1867 ¬Ļ 19.100
1. Dezember 1871 ¬Ļ 20.600
1. Dezember 1875 ¬Ļ 22.900
1. Dezember 1880 ¬Ļ 26.525
1. Dezember 1885 ¬Ļ 27.802
1. Dezember 1890 ¬Ļ 29.134
2. Dezember 1895 ¬Ļ 31.700
1. Dezember 1900 ¬Ļ 34.651
1. Dezember 1905 ¬Ļ 36.893
Jahr Einwohner
1. Dezember 1910 ¬Ļ 39.553
1. Dezember 1916 ¬Ļ 36.256
5. Dezember 1917 ¬Ļ 36.102
8. Oktober 1919 ¬Ļ 39.500
16. Juni 1925 ¬Ļ 45.780
16. Juni 1933 ¬Ļ 47.848
17. Mai 1939 ¬Ļ 54.830
1. Dezember 1945 ¬Ļ 55.528
29. Oktober 1946 ¬Ļ 57.639
31. August 1950 ¬Ļ 57.414
31. Dezember 1955 57.809
31. Dezember 1960 56.278
31. Dezember 1964 ¬Ļ 57.192
Jahr Einwohner
1. Januar 1971 ¬Ļ 57.010
31. Dezember 1975 58.761
31. Dezember 1981 ¬Ļ 57.573
31. Dezember 1985 57.591
31. Dezember 1988 57.365
31. Dezember 1990 54.525
31. Dezember 1991 53.400
31. Dezember 1992 53.000
31. Dezember 1993 52.300
31. Dezember 1994 52.400
31. Dezember 1995 51.505
31. Dezember 1996 50.530
31. Dezember 1997 49.753
Jahr Einwohner
31. Dezember 1998 49.055
31. Dezember 1999 48.814
31. Dezember 2000 48.376
31. Dezember 2001 47.922
31. Dezember 2002 47.695
31. Dezember 2003 47.158
31. Dezember 2004 47.142
31. Dezember 2005 46.896
31. Dezember 2006 46.497
31. Dezember 2007 46.247
31. Dezember 2008 45.928
31. Dezember 2009 45.736
31. Dezember 2010 45.593

¬Ļ Volksz√§hlungsergebnis

Einwohnerentwicklung der Stadt Gotha


Politik

Das historische Rathaus auf dem Hauptmarkt, 2009
Neues Rathaus, Sitz der Stadtverwaltung, 2009
Der Marstall, 2009
Hospital Maria Magdalena, 2009

Stadtrat

Der Stadtrat von Gotha besitzt 36 Mitglieder. Seit der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 setzt er sich wie folgt zusammen:

Neben den Fraktionen der CDU, der Linken und der FWG bilden die Vertreter der SPD und von B√ľndnis 90/Die Gr√ľnen sowie von FDP und BI jeweils eine gemeinsame Fraktion. Stadtratsvorsitzende ist Astrid Gehb (SPD).

B√ľrgermeister

Der derzeitige Oberb√ľrgermeister Knut Kreuch (SPD) wurde am 7. Mai 2006 gew√§hlt.

Wappen

Der Hauptschild des Wappens besteht aus zwei Feldern, das obere Feld in Gold, das untere Feld ist vierfach von Schwarz und Rot geteilt. Auf der Herzstelle des Hauptschildes befindet sich der Heilige Gotthard im Bischofsornat, auf der mit Löwenköpfen und -beinen verzierten goldenen Kathedra sitzend. Der Thronsessel ruht auf einem Podest in Weiß.

√úber der purpurnen Kasel tr√§gt er das wei√üe Pallium mit dem √ľber die Brust herabh√§ngenden Streifen, auf dem vier schwarze Kreuze eingewebt sind. Die auf dem vom Heiligenschein umgebenen Haupte des Bischofs aufgesetzte Mitra ist mit liturgischen Attributen versehen; in der rechten Hand h√§lt er den Krummstab, in der Linken einen Kodex, die Bibel.

Im Oberfeld des Hauptschildes sind dargestellt: Eine √ľber der Gestalt des Heiligen schwebende f√ľnft√ľrmige rote Mauerkrone und der Duktus des Schutzpatrons; in drei Zeilen stehen rechts die Buchstaben S. GOTE, links die Buchstaben HARDVS (S. Gotehardus).

(Auszug aus der Hauptsatzung der Stadt Gotha, §3 Wappen, Flaggen, Dienstsiegel)

Städtepartnerschaften

  • Romilly-sur-Seine (Frankreich) seit 1960
  • Salzgitter seit 1988
  • Gastonia (USA) seit 1993
  • Kielce (Polen) seit 1997
  • Martin (Slowakische Republik) seit 1997

Kultur und Sehensw√ľrdigkeiten

Kulturhaus mit Theatercafe (2009)
Herzogliches Museum, bis 2010 Museum der Natur (2009)
Schloss Friedenstein (2005)
Schloss Friedrichsthal
Orangeriegarten (2009)
Tivoli, Gr√ľndungsst√§tte der deutschen Sozialdemokratie (2009)
Innungshalle am unteren Hauptmarkt (2009)
Englischer Garten im Schlosspark
Schloss Mönchshof mit Park in Gotha-Siebleben
Tanzvorf√ľhrung beim Barockfest (2008)
Marktstraße
Margarethenkirche auf dem Neumarkt
Gotha, Bahnhofsvorplatz (2009)
Gotha, √ĖPNV-Terminal (2009)

Theater

Im Westfl√ľgel des Schlosses Friedenstein befindet sich das Ekhof-Theater als √§ltestes vollst√§ndig erhaltenes Schlosstheater der Welt mit originaler barocker B√ľhnenmaschinerie.

Das Gothaer Stadttheater, ein nach Entw√ľrfen Karl Friedrich Schinkels errichteter klassizistischer Theaterbau, befand sich am √∂stlichen Rand der Innenstadt am Theaterplatz (seit 1991 Ekhof-Platz). Das Geb√§ude brannte 1945 durch Kriegseinwirkung aus. Die Ruine wurde 1958 gesprengt, obwohl das Theater h√§tte wieder aufgebaut werden k√∂nnen. Bis zum Fr√ľhjahr 2011 erinnerte ein Gedenkstein des Altstadtvereins am einstigen Standort an die Spielst√§tte.

Im Gothaer Kulturhaus finden das ganze Jahr √ľber Veranstaltungen statt. Das heutige Kulturhaus wurde urspr√ľnglich als Kino gebaut und 1940 mit dem Operettenfilm ‚ÄěRosen aus Tirol‚Äú er√∂ffnet. Bis 1972 als Lichtspielhaus genutzt, folgte eine einj√§hrige Umbauphase. Mit neuem Heizhaus, B√ľhnenhaus, Theater-Caf√© und modernisiertem Innenausbau wurde es 1973 als Kreiskulturhaus wiederer√∂ffnet. Zehn Jahre sp√§ter erhielt es den Namen ‚ÄěJohannes R. Becher‚Äú. Seit 1990 ist es als Gothaer Kulturhaus bekannt. Die vorhandene Theaterb√ľhne mit Drehb√ľhne sowie die moderne Ton- und Lichttechnik erm√∂glichen Auff√ľhrungen aller Art. So ist das Haus mit seinen 785 Pl√§tzen Spielst√§tte f√ľr Oper, Operette, Musical, Konzerte, Schauspiel und Show Der Saal bietet durch seine Holzvert√§felung eine intime Atmosph√§re und eine sehr gute Akustik. Das Kulturhaus ist Gastspielhaus, bietet aber Veranstaltern auch die M√∂glichkeit der Einmietung.

Kino

In der Stadt befinden sich 2 Kinos der Cineplex-Gruppe. Das ist einmal das Capitol - Filmtheater und das KIK - Kino im Kulturhaus. Seit 2005 existiert in Gotha das Kino im Londoner in dem alternative Filme gezeigt werden.

Museen

Bauwerke

Das Wahrzeichen von Gotha ist der gr√∂√üte fr√ľhbarocke Feudalbau in Deutschland, das Schloss Friedenstein mit dem √§ltesten Englischen Garten auf dem europ√§ischen Kontinent und den begehbaren Kasematten. Am Schlosspark befinden sich die Orangerie mit dem Schloss Friedrichsthal, das Winterpalais, das Prinzenpalais sowie das Herzogliche Museum (von 1951 bis 2010 Museum der Natur).

Vom Schloss aus gelangt man auf historischem Pflaster an der Nordseite des Schlossberges, entlang der Wasserkunst, in die historische Altstadt und trifft auf den von zahlreichen gut erhaltenen Kauf- und Patrizierh√§usern umgebenen Markt mit dem repr√§sentativen Rathaus. Im 17. Jahrhundert wurde die mittelalterliche Stadtbefestigung durch sp√§ter wieder entfernte Festungsbauten ersetzt. Dort befindet sich heute eine Ringstra√üe, welche die Altstadt von den Vorst√§dten trennt. Vom rechtwinklig angelegten mittelalterlichen Stra√üennetz blieben am Westrand durch moderne √úberbauung kaum Spuren erhalten, hingegen blieb der √∂stliche Teil der Altstadt weitgehend erhalten. Die Stra√üe am Br√ľhl f√ľhrt zum Maria-Magdalena-Hospital. Am Hauptmarkt sieht man bereits die Stadtkirche St. Margarethen auf dem Neumarkt. Die zweite gro√üe Kirche Gothas ist die gotische Augustinerkirche mit barocker Ausstattung, in der Martin Luther mehrmals predigte. An die Kirche schlie√üt sich das √§lteste Augustinerkloster Th√ľringens an.

Im 19. Jahrhundert erhielt Gotha als Residenz und Herkunftsort von Prinz Albert eine gro√üz√ľgige st√§dtebauliche F√∂rderung. Zahlreiche schlossartige Verwaltungsgeb√§ude, der Gothaer und Reinhardsbrunner Bahnhof und die Pferderennbahn in Boxberg bezeugen dies. F√ľr das Gothaer Gro√üb√ľrgertum wurde die Bahnhofstra√üe zur ersten Adresse f√ľr ihre Villen.

Das auf der Grundlage von Schinkels Entw√ľrfen 1839 am Ekhofplatz erbaute ehemalige herzoglich s√§chsische Hoftheater zu Gotha und sp√§tere Gothaer Stadttheater brannte kurz vor der Einnahme der Stadt durch amerikanische Truppen im Zweiten Weltkrieg durch Kriegseinwirkung aus. Unter dem SED-Regime wurde der oft versprochene Wiederaufbau solange hinausgez√∂gert, bis die Bausubstanz nur noch einen Abbruch zulie√ü. Das in der benachbarten ehemaligen Mohrenvorstadt gelegene ehemalige Volkshaus zum Mohren beherbergte unter anderem Goethe und Napol√©on und war 1917 Gr√ľndungsort der USPD. Es wurde 2007 allerdings zu Gunsten der zuk√ľnftigen Verkehrsplanung in diesem Stadtteil gegen den Widerstand der Bev√∂lkerung abgerissen.

Die ehemalige Gastst√§tte Tivoli s√ľdwestlich der Altstadt war das Gr√ľndungshaus des unmittelbaren Vorl√§ufers der SPD und wurde saniert. Es beherbergt eine Ausstellung.

N√∂rdlich der Altstadt befinden sich die Gr√ľndungsst√§tte des Deutschen Sch√ľtzenbundes mit dem denkmalgesch√ľtzten Sch√ľtzenhof und der Friedhof mit dem √§ltesten Krematorium Europas. Gotha verf√ľgt auch √ľber eine Vielzahl von denkmalgesch√ľtzten Industriebauten der Gr√ľnderzeit.

Mit der Th√ľringerwaldbahn gelangt man zur Pferderennbahn auf dem Boxberg und weiter nach Waltershausen, Schnepfenthal, Reinhardsbrunn, Friedrichroda und Tabarz.

Auf dem Krahnberg bei Gotha stand fast 150 Jahre der von der Familie Arnoldi der Stadt gegen die Verpflichtung zur Erhaltung √ľbergebene Arnoldi-Turm, der in der DDR-Zeit 1972 abgerissen wurde. Er bot als beliebtes Ausflugsziel einen Ausblick auf den Th√ľringer Wald. An den Standort erinnert seit 2003 eine Stele. Bekanntestes Mitglied der Familie Arnoldi war Ernst Wilhelm Arnoldi. Unweit des fr√ľheren Arnoldi-Turms wurde auf dem Galberg am Inselsbergblick im Juni 2009 der B√ľrgerturm Gotha eingeweiht, den engagierte B√ľrger mit Hilfe von Spenden errichtet haben. Der 35 m hohe Aussichtsturm auf dem fast 400 m hohen Berg √ľberragt den Wald erheblich, bietet einen hervorragenden Ausblick √ľber das Gothaer Land und ist rund um die Uhr kostenlos begehbar. [18]

Die unter Denkmalschutz stehenden Baudenkmale sind in der Liste der Kulturdenkmale in Gotha aufgef√ľhrt.

Parks

Der Schlosspark Gotha liegt mitten im Stadtgebiet und umgibt die gewaltige Schlossanlage des Friedenstein. Er ist der √§lteste englische Landschaftsgarten auf dem europ√§ischen Festland. In seinen Grundz√ľgen pr√§sentiert sich der Park noch wie vor 200 Jahren. Eine sp√§tere Erg√§nzung ist der Tannengarten aus der zweiten H√§lfte des 19. Jahrhunderts. Der zu Beginn der 1930er-Jahre angelegte Rosengarten wurde 2011 beseitigt und existiert nurmehr dem Namen nach.

Die Orangerie mit ihren historischen Kalthäusern und dem Treibhaus ist Teil des Schlossparks, in dem sich eine Vielzahl geschichtsträchtiger und bedeutender Bauwerke und Denkmale befindet. Das sind neben dem Schloss z.B. das Schloss Friedrichsthal, die Ausstellungshalle, das Herzogliche Museum, das Teeschlösschen und der Merkurtempel.

Im s√ľdlichen Teil des Schlossparks befinden sich ein kleiner und ein gro√üer Parkteich. Auf der Begr√§bnisinsel im Gro√üen Parkteich liegen u.a. die letzten drei Herz√∂ge des Hauses Sachsen-Gotha-Altenburg - Ernst II., August und Friedrich IV. - sowie die letzte Herzogin von Sachsen-Gotha-Altenburg, Karoline Amalie, begraben.

Im westlichen Teil des Parks steht seit 1991 ein Gedenkstein f√ľr das Infanterie-Regiment Nr.95, das von 1907 bis 1945 existierte. Leitspruch auf der Inschrift: "fideliter et constanter" (treu und best√§ndig).

Der Tierpark Gotha ist ein sechs Hektar großer zoologischer Garten am Fuß des kleinen Seebergs.

Der M√∂nchspark im Ortsteil Gotha-Siebleben mit romantischem Jagdschloss, alten Baumbest√§nden und Teichanlagen ist ein verstecktes und f√ľr viele Besucher unbekanntes Kleinod.

Die bis ins Stadtgebiet hineinreichenden Gr√ľnz√ľge Krahnberg und Seeberg sind bei der Bev√∂lkerung als Naherholungsgebiete sehr beliebt.

Die unter Denkmalschutz stehenden Parkanlagen sind der Liste der Kulturdenkmale in Gotha zu entnehmen.

Sport

Der bekannteste Fu√üballverein ist der FSV Wacker 03 Gotha. Die Mannschaft spielt derzeit in der Oberliga Nordost (Staffel S√ľd). Das Basketballteam Oettinger Gotha Rockets spielt in der Pro B (3.Liga, Staffel S√ľd). Die 1. M√§nnermannschaft des Volleyball Club Gotha spielte seit der Saison 2006/2007 in der 2. Bundesliga S√ľd und seit der Saison 2010/2011 in der 1.Bundesliga. Die 1. Damenmannschaft des Vereins spielte in der Saison 2005/2006 in der 2. Bundesliga S√ľd und 2006/07 in der Regionalliga.

Regelmäßige Veranstaltungen

Das wichtigste Fest der Stadt ist das jeweils am ersten Maiwochenende gefeierte Gothardusfest, das dem Stadtpatron St. Gotthard gewidmet ist. Das Fest setzt eine mittelalterliche Tradition, die bereits 1442 in einer Sch√ľtzenordnung beurkundet ist, fort. Das Fest dauert drei Tage mit vielf√§ltigen Veranstaltungen wie M√§rkte und Konzerte. So wird beispielsweise zu Beginn des Festes an einem Freitag ein gro√ües H√∂henfeuerwerk an der Orangerie veranstaltet und die Wasserkunst auf dem Hauptmarkt wird nach winterlicher Pause wieder in Betrieb genommen. Am darauffolgenden Tag findet traditionell ein Festumzug statt, bei dem sich Vereine aus Gotha und der Umgebung dem Publikum vorstellen. ‚ÄěHauptakteure‚Äú des Gothardusfestes sind der heilige Gothardus und der Landgraf Balthasar, die von Gothaer B√ľrgern dargestellt werden.

Das zweite gro√üe Stadtfest ist das Barockfest. Seit 2001 lebt jeweils am letzten Augustwochenende im historischen Ambiente des Schlosses Friedenstein und der Orangerie die glanzvolle Epoche des Sp√§tbarocks wieder auf: Rund 200 Laiendarsteller schl√ľpfen f√ľr zwei Tage in Kost√ľme, der Darsteller Herzog Friedrichs III. von Sachsen-Gotha-Altenburg nimmt mit seinem Hofstaat Wachparaden ab, h√§lt Audienzen, unternimmt Ausfahrten in die Stadt und lustwandelt durch den Orangeriegarten.

Von Juni bis August findet im Ekhof-Theater auf Schloss Friedenstein das Ekhof-Festival mit szenischen Auff√ľhrungen und Konzerten statt.

Jedes Jahr im September treffen sich mitten in der Altstadt Schmiede und Metallgestalter zum Internationalen Metallgestaltertreffen ‚ÄěGotha gl√ľht‚Äú. Gleichzeitig dazu findet in der Innenstadt der Herbstmarkt im mittelalterlichen Flair statt. Die Schmiedeergebnisse der Metallgestalter werden jedes Jahr f√ľr einen guten Zweck meistbietend versteigert.

Am dritten Adventswochenende findet in der Orangerie der Orangerie-Weihnachtsmarkt statt. Hinter dem Lorbeerhaus wird vor allem traditionelles und regionaltypisches Handwerk präsentiert, das Kulturprogramm der beiden Tage ist in erster Linie auf Familien und Kinder ausgerichtet.

Von 1997 bis 2008 fand auf dem Boxberg s√ľdlich von Gotha das christlich-alternative Festival Freakstock statt.

Seit 2009 wird jeweils am Silvestervorabend im Kulturhaus der Sketchklassiker Dinner for One in Gothaer Mundart aufgef√ľhrt. Die Adaption nimmt f√ľr sich in Anspruch, die eigentliche Urfassung[19] des Sketches zu sein. Darin feiert Herzogin Sophie Karoline Amalie von Sachsen-Gotha-Altenburg ihren Geburtstag im Gothaer Winterpalais mit ihren verstorbenen Freunden, die allesamt ber√ľhmte Gothaer Pers√∂nlichkeiten waren: Verleger Justus Perthes, Unternehmer Ernst-Wilhelm Arnoldi, Oberst Maximilian Franz Karl Ritter von Gadolla und Historiker Johann Georg August Galletti. Ihr Diener Schluder stolpert dabei √ľber ein Knut genanntes Eisb√§renfell. Der Text ist gespickt mit zahlreichen lokalen Anspielungen, auch Essen und Getr√§nke sind echt goth‚Äôsch bzw. typisch th√ľringisch, u.a. gibt es Gotano-Wermut, Aromatique, Th√ľringer Kl√∂√üe und Gothaer Kranz (eine lokale Kuchenspezialit√§t). Wie der Roman Dinner for One auf Goth‚Äôsch erz√§hlt, soll die Geschichte vom seltsamen Geburtstagsritual der Herzogin im Jahre 1845 √ľber Sophie Karoline Amalies Enkel Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha nach Gro√übritannien gekommen sein, wo sie der Theaterautor Lauri Wylie in den 1930er-Jahren zuf√§llig wiederentdeckte und f√ľr die B√ľhne adaptierte. [20] Die einstige Residenzstadt nimmt damit f√ľr sich in Anspruch, der ‚Äěwahre‚Äú Ursprungsort des Dinner for One zu sein.

Kulinarische Spezialitäten

Der seit Jahrzehnten bekannte Gothaer Kranz ist eine kranzf√∂rmige Tortenspezialit√§t, f√ľr die das Rezept des bekannten Frankfurter Kranzes variiert wird. Im Gegensatz zum hellen Frankfurter Original wird beim dunklen Gothaer Pendant die Buttercreme mit Schokolade verr√ľhrt, die fertige Torte mit einer Schokoladenglasur √ľberzogen und ggf. noch mit Schokostreuseln bestreut.

Gotano ist ein Wermut, der bis 2009 in der Stadt hergestellt wurde (zuletzt von der Th√ľringer Weinkellereien Gotha GmbH) und der meistverkaufte Vermouth in der DDR war. Aus der 1962 entwickelten Bezeichnung Gotha-Wermut wurde Ende der 1960er-Jahre zun√§chst Gothano und dann Gotano. Seit 2010 wird die traditionsreiche Spirituose jedoch in Stadtilm hergestellt und hat mit ihrer Ursprungsstadt nurmehr den Handelsnamen gemein.

Musik und Unterhaltung

Mundart

In der Stadt wird eine von den Einheimischen als Goth'sch bezeichnete Variante des Zentralth√ľringischen gesprochen. Gekennzeichnet ist sie durch einen zumeist gem√§chlichen und leicht ‚Äěsingenden‚Äú Tonfall. Bevorzugt werden die Vokale gedehnt und dunkel gesprochen sowie vornehmlich die weichen Konsonanten gebraucht. Zahllose Lautumstellungen, Verk√ľrzungen und Verl√§ngerungen von Silben dienen der Sprachfl√ľssigkeit.

Nachdem die Mundart in Gotha √ľber Jahrzehnte √∂ffentlich nicht gepflegt und zumeist abwertend betrachtet wurde, erf√§hrt sie seit Ende der 1990er-Jahre eine Renaissance. Ihre zunehmende Wahrnehmung als kulturgeschichtlich bedeutendes Erbe dr√ľckt sich unter anderem darin aus, dass mit dem Kleinen W√∂rterbuch Goth'sch (1998), dem Kleinen goth'schen Schimpfw√∂rterbuch (2001) und den Goodschn Saachn (Die Gothaer Sagen, 2005) mittlerweile drei B√ľcher ausschlie√ülich zum Thema Mundart vorliegen. Die erste popul√§rwissenschaftliche Abhandlung √ľber die sprachgeschichtliche Herkunft der Mundart erschien 2003 [21].

Seit 2009 existiert eine goth'sche Mundartfassung des Silvesterklassikers Dinner for One[22], zudem werden seit 2010 von den Darstellern der beiden fiktiven Gothaer Originale H√§nser & Schluder [23] Stadt- und Kneipenf√ľhrungen ausschlie√ülich in Mundart angeboten.

Die Gothaer bezeichnen sich selbst zumeist als Goth'sche (sprich: Goodsche). F√ľr Alteingesessene, die sich sowohl ihrer Heimatstadt als auch deren Geschichte und Mundart sehr verbunden f√ľhlen, ist - quasi als Steigerung - die Bezeichnung (echter) goth'scher Lappenh√∂ger (sprich: echder goodscher Labbmh√∂√∂cher) √ľblich. Zugezogene (goth'sch: Biegeschwemmde, von beigeschwemmt) hingegen k√∂nnen trotz aller Assimiliationsversuche niemals echte goth'sche Lappenh√∂ger werden. Abgeleitet ist der urspr√ľngliche Spottname von der im Volksmund Lappenh√∂g (H√∂g = H√ľgel, kleiner Berg) genannten Stra√üe Hoher Sand, in der fr√ľher eher arme Leute wohnten.

Bis um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert waren die Gothaer in Th√ľringen allgemein auch als Goth'sche H√§hne bekannt. Heute ist dieser alte Spottname au√üer Gebrauch und so gut wie vergessen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Linennetzplan der Straßenbahn Gotha

Verkehr

Bahnverkehr

Im nach dem Zweiten Weltkrieg nur provisorisch wiedererrichteten Gothaer Bahnhof laufen aus vier Richtungen Eisenbahnstrecken ein: in Ost-West-Richtung verl√§uft die Th√ľringer Bahn, auf der die ICEs von Dresden/Berlin in Richtung Frankfurt am Main (zweist√ľndlicher Halt) sowie die in Gotha haltenden ICs von Berlin √ľber Halle und Kassel nach D√ľsseldorf verkehren. Nach Norden zweigt die Bahnstrecke Gotha‚ÄďLeinefelde ab, an der der Gothaer Ostbahnhof liegt. In s√ľdlicher Richtung f√ľhrt die Ohrabahn √ľber Ohrdruf nach Gr√§fenroda (dort besteht Anschluss in Richtung W√ľrzburg).

Neben den genannten ICE- und IC-Linien verkehren √ľber den Bahnhof Gothaer folgende Regionalexpress- bzw. Regionalbahnlinien:

√Ėffentlicher Personennahverkehr

Die Stadt und ihr engeres Umland verf√ľgen √ľber ein Stra√üenbahnsystem, zu dem auch die Th√ľringerwaldbahn geh√∂rt. Im Stadtgebiet bedienen 3 Stra√üenbahnlinien auf einem etwa 8 km langen Schiennetz 17 Haltestellen und stellen damit das R√ľckgrat des st√§dtischen √ĖPNV dar. Eine 22 km lange √úberlandlinie der Th√ľringerwaldbahn verbindet die Stadt Gotha mit den St√§dten Friedrichroda, Waltershausen und der Gemeinde Tabarz am Fu√üe des Th√ľringer Waldes.

In den Jahren 2005 bis 2007 erfolgte die umfangreiche Sanierung des Bahnhofsvorplatzes in Gotha. Mit einem Investitionsvolumen von 12,3 Mio Euro wurde das gesamte Bahnhofsareal neu geordnet. Das Gebiet, das bis dahin durch Gewerbebrachen und Verfall gekennzeichnet war, wurde komplett ber√§umt und verkehrstechnisch neu erschlossen. Die Stadt lobte einen Wettbewerb zur Schaffung eines modernen √ĖPNV-Terminals, als Verkn√ľpfungspunkt zwischen Bahn, Stadtbus, Regionalbus und Stra√üenbahn, aus. Dieser neue Verkn√ľpfungspunkt f√ľr den √∂ffentlichen Verkehr wurde im Oktober 2007 eingeweiht und erhielt f√ľr seine Gestaltung und st√§dtebauliche Einordnung einen Architekturpreis.

Straßenverbindungen
Luftverkehr

der n√§chste Verkehrsflughafen ist der Flughafen Erfurt etwa 15 km √∂stlich.

Ansässige Unternehmen

Eines der bedeutendsten Unternehmen der Stadt war die Gothaer Waggonfabrik, die ab 1898 zun√§chst Stra√üenbahnwagen und ab 1913 auch Flugzeuge produzierte, zu DDR-Zeiten als VEB Gothaer Fahrzeugwerk wieder Stra√üenbahnen und Fahrzeugteile f√ľr den Pkw Wartburg. Im Jahre 1989 hatte das Werk etwa 2150 Besch√§ftigte und 1992 noch 900. Danach spaltete sich das Unternehmen 1997 in die Schmitz Gothaer Fahrzeugwerke und die Gothaer Fahrzeugtechnik auf.

Die Schmitz-Gotha Fahrzeugwerke, im Jahr 1998 durch Ausgliederung der Sparte Fahrzeugbau aus der ehemaligen Gothaer Fahrzeugbau GmbH entstanden, ist eine Tochter der Schmitz Cargobull AG, des größten Herstellers von Lkw-Aufliegern in Europa. Schmitz Cargobull hat bereits in den vergangenen Jahren mehr als 40 Millionen Euro in seine Gothaer Betriebsstätte investiert. Im Geschäftsjahr 2008/2009 soll die jährliche Produktionskapazität auf 18.000 Fahrzeuge gesteigert werden. In Gotha beschäftigt Schmitz derzeit einschließlich Leiharbeitern rund 800 Mitarbeiter im Gewerbegebiet Gotha-Ost.

Die Gothaer Fahrzeugtechnik ist einer der gr√∂√üten Betriebe Gothas. Bis 1997 ein Treuhandbetrieb f√ľr Mobil- und Raupendrehkr√§ne mit zun√§chst 85 Mitarbeitern, hat sich das Unternehmen auf die Fertigung von Kranmastenspitzen spezialisiert und hat etwa 400 Mitarbeiter.

Ein wichtiges Unternehmen ist die Gothaer Brauerei, die zur Oettinger-Gruppe geh√∂rt. Mit einem Aussto√ü von 1,7 Millionen Hektolitern ist sie mit weitem Abstand der gr√∂√üte Bierproduzent in Th√ľringen. Der Betrieb ist auf 312 Mitarbeiter angewachsen.

Aus dem 1924 gegr√ľndeten Getriebewerk (DDR: VEB Getriebewerk) entstand 1992 das Hurth Getriebewerk Gotha. 1995 wurde der Betrieb von der ZF (Unternehmen) ZF Friedrichshafen AG √ľbernommen und in die ZF Gotha GmbH umbenannt. Der Betrieb ist heute ein Gesch√§ftsbereich der ZF Passau GmbH mit (2009) 177 Mitarbeitern. Die ZF Gotha GmbH produziert Systeme f√ľr Stapler. Daneben gibt es mit der ZF Achsgetriebe GmbH ein zweites Werk der ZF auf dem Firmengel√§nde, das Achsgetriebe f√ľr SUVs wie den Porsche Cayenne montiert.

Die Firma Avery Dennison, ein Produzent von Selbstklebeprodukten im Gewerbegebiet Gotha-S√ľd, hat etwa 160 Mitarbeiter.

Die Beyeler Maschinenbau GmbH hat am Standort Gotha mit ihrem Kompetenzzentrum f√ľr Abkantpressen etwa 200 Besch√§ftigte.

Eines der zahlreichen Traditionsunternehmen war die bis 2009 existierende Th√ľringer Weinkellereien Gotha GmbH, die den Namen Gothas vor allem durch ihren Gotano-Vermouth bekannt machte.


Weitere größere Unternehmen sind die C&P Stahlmöbel GmbH & Co KG, das Spanplattenwerk Gotha GmbH, die Pero AG, die Durable Hunke & Jochheim GmbH & Co.KG, die Gothaplast GmbH, Weidemann-Maschinenbau GmbH Gotha sowie die THÜRINGER LAND Wurst- und Schinkenspezialitäten GmbH & Co. KG.

√Ėffentliche Einrichtungen

Einrichtungen des Bundes:

  • Bundeswehr: Friedenstein-Kaserne: Aufkl√§rungsbataillon 13, 3./ und 4./Logistikbataillon 131, Sanit√§tsstaffel Gotha, Teile Bundeswehrdienstleistungszentrum Erfurt

Einrichtungen des Landes:

Einrichtungen des Landkreises Gotha:

Bildung

Durch Herzog Ernst dem Frommen wurde im 17. Jahrhundert die Schulpflicht f√ľr F√ľnf- bis Zw√∂lfj√§hrige eingef√ľhrt und die Gr√ľndung des Gothaer Gymnasiums vollzogen. Das Herzogtum √ľbernahm dadurch eine Vorreiterrolle im Bildungswesen des damaligen Deutschlands.

Die heutige Schullandschaft in Gotha setzt sich wie folgt zusammen:

  • 7 Staatliche Grundschulen: ‚ÄěBr√ľder Grimm‚Äú, Gotha-Siebleben, ‚ÄěAndreas Reyher‚Äú, ‚ÄěLudwig Bechstein‚Äú, ‚ÄěErich K√§stner‚Äú, ‚ÄěPeter Andreas Hansen‚Äú, ‚ÄěJosias Friedrich L√∂ffler‚Äú
  • 4 Staatliche Regelschulen: Oststadt Gotha, ‚ÄěAndreas Reyher‚Äú, ‚ÄěFriedrich Myconius‚Äú, ‚ÄěConrad Ekhof‚Äú
  • 1 Kooperative Gesamtschule: ‚ÄěHerzog Ernst‚Äú
  • 3 Gymnasien: Arnoldischule, Ernestinum, ‚ÄěGustav-Freytag‚Äú
  • 3 Berufsschulen: Berufschulzentrum Gotha-West einschl. Berufliches Gymnasium, Gewerblich-Technische Berufsbildende Schulen, Private Medizinische Berufsfachschule in Gotha ("Gobi")
  • 1 Evangelische Grundschule
  • 1 Evangelische Regelschule (Diese hat im Herbst 2009 den Schulbetrieb aufgenommen.)

Des Weiteren gibt es ein Regionales F√∂rderzentrum (‚ÄěRegenbogenschule‚Äú), das Staatliche F√∂rderzentrum Gotha sowie die Volkshochschule und Musikschulen.

Es gibt 17 Kindereinrichtungen in städtischer oder freier Trägerschaft.

Schulen mit √ľber√∂rtlicher Bedeutung sind:

  • Staatliche Fachschule f√ľr Bau, Wirtschaft und Verkehr Gotha (Diese ist die einzige Schule Th√ľringens, die direkt dem Freistaat und keinem Schulamt untersteht.)[24]
  • Bildungszentrum der Th√ľringer Steuerverwaltung Gotha
  • Th√ľringer Fachhochschule f√ľr √∂ffentliche Verwaltung
  • Th√ľringer Landesvermessungsamt Abt. Ausbildung

Altstadterhaltung

Der Verein f√ľr Stadtgeschichte und Altstadterhaltung Gotha e.V. von 1990 steht in der Tradition des Vereins f√ľr Gothaische Geschichte und Altertumsforschung (1895 - 1945). Der Altstadtverein ist gleichzeitig seit 1992 zus√§tzlich der F√∂rderverein des Museums f√ľr Regionalgeschichte und Volkskunde Gotha.

Persönlichkeiten

→ Hauptartikel: Liste der Persönlichkeiten der Stadt Gotha

Literatur

  • Heiko Stasjulevics: Gotha, die Fliegerstadt. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2001, ISBN 3-934748-69-4
  • Manfred Strumpf: Gothas astronomische Epoche. Horb am Neckar 1998, ISBN 3-89570-381-8
  • Hans Walther: Stra√üenchronik der Stadt Gotha - einschlie√ülich der Vororte Siebleben, Sundhausen, Beilstedt, Uelleben. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2. Auflage 2005, ISBN 3-934748-26-0
  • Kamen Pawlow: Das sehenswerte Gotha. Verlag Pawlow, Gotha 2006, ISBN 3-00-019345-6

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Th√ľringer Landesamt f√ľr Statistik ‚Äď Bev√∂lkerung nach Gemeinden, erf√ľllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
  2. ‚ÜĎ Geographie Gothas auf der offiziellen Webseite der Stadt
  3. ‚ÜĎ Andreas M. Cramer, Die Gothaer Sagen, Gotha 2005, S. 10
  4. ‚ÜĎ Die Goten als Stadtgr√ľnder auf www.echt-gothsch.de
  5. ‚ÜĎ heutige B 7
  6. ‚ÜĎ heutige B 247
  7. ‚ÜĎ Katja Vogel, Thomas Huck; Gothaer Museum f√ľr Regionalgeschichte (Hrsg.): Geschichte des Gothaer Landes. Ausstellungsf√ľhrer. Gotha 1997, ISSN 0863-2421, S. 31-33. (als Digitalisat)
  8. ‚ÜĎ Vogel, Huck (1997): ebenda. S. 34.
  9. ‚ÜĎ Vogel, Huck (1997): ebenda. S. 35.
  10. ‚ÜĎ Vogel, Huck (1997): ebenda. S. 41-42.
  11. ‚ÜĎ Vogel, Huck (1997): ebenda. S. 43-44.
  12. ‚ÜĎ Vogel, Huck (1997): ebenda. S. 44-45.
  13. ‚ÜĎ Vogel, Huck (1997): ebenda. S. 51.
  14. ‚ÜĎ Th√ľringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu St√§tten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Th√ľringen, Erfurt 2003, S. 86ff., ISBN 3-88864-343-0
  15. ‚ÜĎ Gotha von Rudolf Zie√üler. In Schicksale deutscher Baudenkmale im Zweiten Weltkrieg, Hrsg. G√∂tz Eckardt, Henschel-Verlag Berlin, 1978. Band 2, S. 486-488
  16. ‚ÜĎ Verlust und R√ľckgabe. Hrsg. Deutsch-Russischer Museumsdialog. Berlin 2008. S.26
  17. ‚ÜĎ Guido Reinhardt: Geschichte des Marktes Gr√§fentonna, Langensalza 1892.
  18. ‚ÜĎ Karsten Heuke: "Wendeltreppe √ľberragt Baumwipfel". Th√ľringische Landeszeitung 6. Juni 2009
  19. ‚ÜĎ Dinner for One auf Goth‚Äôsch - das Original!
  20. ‚ÜĎ Andreas M. Cramer: Dinner for One auf Goth‚Äôsch, Gotha 2011, S. 74f.
  21. ‚ÜĎ Die Urspr√ľnge der Gothaer Mundart
  22. ‚ÜĎ Dinner for one auf Goth'sch
  23. ‚ÜĎ H√§nser & Schluder - Zwei goth'sche Guschen
  24. ‚ÜĎ Offiziellen Webseite der Staatliche Fachschule f√ľr Bau, Wirtschaft und Verkehr Gotha

Weblinks


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