Groß Wossek

Velký Osek
Wappen von Velký Osek
Velký Osek (Tschechien)
DEC
Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Středočeský kraj
Bezirk: Kolín
Fläche: 1054 ha
Geographische Lage: 50° 6′ N, 15° 12′ O50.09777777777815.191944444444189Koordinaten: 50° 5′ 52″ N, 15° 11′ 31″ O
Höhe: 189 m n.m.
Einwohner: 2.135 (3. Juli 2006)
Postleitzahl: 281 51
Kfz-Kennzeichen: S
Verkehr
Straße: Libice nad Cidlinou - Kolín
Bahnanschluss: Kolín–Děčín
Velký Osek–Trutnov
Velký Osek–Hradec Králové
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 1
Verwaltung (Stand: 2008)
Bürgermeister: Jiří Otta
Adresse: Revoluční 36
281 51 Velký Osek
Website: www.velky-osek.cz

Velký Osek (deutsch Groß Wossek) ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt acht Kilometer nördlich des Stadtzentrums von von Kolín und gehört zum Okres Kolín.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Velký Osek befindet sich südöstlich der Einmündung der Cidlina in die Elbe am Zusammenfluss der Bäche Bačovka und Sendražický potok auf der Ostböhmischen Tafel. Westlich liegt in den Elbauen der zum Naturschutzgebiet erklärte Auwald "Libický luh", im Südwesten schließt sich das Naturschutzgebiet Tonice-Bezedná an.

Zweieinhalb Kilometer nördlich wird das Dorf von der Autobahn D 11/Europastraße 67 umfahren, dort befindet sich die Abfahrt 42 "Poděbrady-východ". Durch Velký Osek führt die Elbtalbahn Kolín–Děčín, von ihr zweigt in einer großen Wendeschleife die Bahnstrecke nach Trutnov bzw. Hradec Králové ab. Südöstlich liegt das Gelände der TPCA.

Nachbarorte sind Libice nad Cidlinou und Kanín im Norden, Sány im Nordosten, Hájky, Polní Chrčice, Ohaře und Volárna im Osten, Ovčáry im Südosten, Veltruby im Süden, Pňov-Předhradí im Südwesten, Oseček im Westen sowie Kluk im Nordwesten.

Geschichte

Die erste schriftliche Erwähnung von Osek erfolgte 1228, als das Dorf zusammen mit Libice nad Cidlinou, Kanín, Opolany, Odřepsy und Oldříš dem Benediktinerinnenkloster des hl. Georg auf der Prager Burg gehörte. Das Dorf entstand am Rande eines von mehreren Flussarmen der Elbe gebildeten Sumpfgebietes. 1366 verkaufte die Äbtissin Elisabeth den wüsten Hof Libice einschließlich Gerichtsbarkeit über die Dörfer Libice, Opolany, Oldříš und Osík, die jedoch weiterhin klösterlicher Besitz blieben, an Ješek von Všechlapy. Kaiser Sigismund entzog dem Kloster 1437 im Tausch gegen Potštýn den Libicer Sprengel und überließ diesen als Teil von insgesamt 14 Dörfern bei Poděbrady an Georg von Podiebrad als Dank für geleistete Verdienste. Nachdem der inzwischen zum König gewählte Georg von Podiebrad 1458 die Herrschaft Kolín von Bedřich von Strážnice erworben hatte, schloss er Osík an diese an. Zu den weiteren Besitzern gehörten Matthias Corvinus, die Adelsgeschlechter Pernstein, Zierotin und Kinsky sowie das Fürstentum Salzburg. Zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert erfolgten Begradigungen des Flusslaufes, wobei die westlich von Velký Osek im Kameralwald befindlichen alten Elbarme abgeworfen wurden. Im Jahre 1788 entstand in Wossek ein Kontributionsspeicher für die umliegenden Dörfer. 1827 wurde Wossek als Teil der Herrschaft Kolín an den aus Wallern stammenden Textilfabrikanten Jacob Veith verkauft, der es durch die Produktion von Piquéwaren zu großem Reichtum gebracht. Veith, der in den erblichen Freiherrnstand erhoben war, verstarb 1833. Das Erbe, zu dem insgesamt drei Herrschaften gehörten, trat sein Sohn Wenzel Baron Veith († 1852) an. Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaft bildete Vosek/Wossek ab 1850 eine Gemeinde im Bezirk Kolín. Veiths Erben verkauften die Güter 1862 an Franz Horsky. Horsky ließ 1863 den Teich Bačov trockenlegen und das Flüsschen Bačovka regulieren. Im Jahre 1869 begann die Österreichische Nordwestbahn mit dem Bau der Eisenbahnen von Kolín nach Jungbunzlau und von Wossek nach Pelsdorf. Der Bau des Bahnhofes erfolgte ab 1870 nach Plänen der Gebrüder Teibach aus Kutná Hora. Nachdem ab Ende des Jahres 1870 erste Arbeitszüge die Strecken befahren hatten, wurde am 1. Mai 1871 ein regulärer Güter- und Personenverkehr aufgenommen. 1871 erfolgte der Umbau des nicht mehr genutzten Wosseker Speichers zu einem Wohngebäude am Bahnhof. 1873 ließ Ritter Horsky von Horskyfeld vom Bahnhof Wossek eine vier Kilometer lange Zweigbahn zu seinem Hof Karolína bei Freudeneck anlegen. Bis zur Einführung des heutigen Namens Velký Osek im Jahre 1920 fanden die Namen Osek und Velký Vosek/Groß Wossek Verwendung. 1952 wurden die Flussregulierungsarbeiten an der Elbe abgeschlossen.

Gemeindegliederung

Für die Gemeinde Velký Osek sind keine Ortsteile ausgewiesen. Zu Velký Osek gehört die Einschicht Bačov (Baczow).

Sehenswürdigkeiten

  • katholische Kirche, erbaut 1934
  • Mineralquelle "obecní" am Husova náměstí, artesischer Brunnen
  • Minaralquelle "Čvančarův", 1935 von Ladislav Čvančara erschrotet
  • Statuengruppe Kalvarienberg vor der Kirche; die 1761 aus rötlichem Sandstein gefertigte Figurengruppe mit Christuskreuz befand sich ursprünglich in Pňov-Předhradí.

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Groß Opolan — Opolany …   Deutsch Wikipedia

  • Velký Osek — Velký Osek …   Deutsch Wikipedia

  • Liste deutscher Bezeichnungen tschechischer Orte — In dieser Liste werden deutschen (heute großteils nicht mehr geläufigen) topografischen Namen die tschechischen, amtlichen Pendants gegenübergestellt. Durch die Vertreibungen nach 1945 wurden viele kleinere Orte und Gehöfte, insbesondere in… …   Deutsch Wikipedia

  • Bahnstrecke Velký Osek–Trutnov — Velký Osek–Chlumec nad Cidlinou–Trutnov Poříčí Kursbuchstrecke (SŽDC): 020, 032, 040 Streckenlänge: 128,97 km Spurweite: 1435 mm (Normalspur) Stromsystem: Velký Osek–Chlumec nad Cidlinou: 3 kV = Legende …   Deutsch Wikipedia

  • KkStB 16 — Die Dampflokomotivreihe kkStB 16 waren Schnellzug Schlepptenderlokomotiven der k.k. österreichischen Staatsbahnen (kkStB), die ursprünglich von der Mährisch Schlesischen Centralbahn (MSCB) und von der ÖNWB stammten. Inhaltsverzeichnis 1 KkStB… …   Deutsch Wikipedia

  • KkStB 4.0 — ÖNWB IXb 402–410 / kkStB 4.001–009 / ČSD M 112.0 Technische Daten Bauart A1n2t Zylinder Ø 225 mm Kolbenhub 400 mm Rad Ø …   Deutsch Wikipedia

  • MSCB 25-26 — Die Dampflokomotivreihe kkStB 16 waren Schnellzug Schlepptenderlokomotiven der k.k. österreichischen Staatsbahnen (kkStB), die ursprünglich von der Mährisch Schlesischen Centralbahn (MSCB) und von der ÖNWB stammten. Inhaltsverzeichnis 1 KkStB… …   Deutsch Wikipedia

  • ÖNWB IIIa — Die Dampflokomotivreihe kkStB 16 waren Schnellzug Schlepptenderlokomotiven der k.k. österreichischen Staatsbahnen (kkStB), die ursprünglich von der Mährisch Schlesischen Centralbahn (MSCB) und von der ÖNWB stammten. Inhaltsverzeichnis 1 KkStB… …   Deutsch Wikipedia

  • ÖNWB IIIb — Die Dampflokomotivreihe kkStB 16 waren Schnellzug Schlepptenderlokomotiven der k.k. österreichischen Staatsbahnen (kkStB), die ursprünglich von der Mährisch Schlesischen Centralbahn (MSCB) und von der ÖNWB stammten. Inhaltsverzeichnis 1 KkStB… …   Deutsch Wikipedia

  • ÖNWB IXb — 402–410 / kkStB 4.001–009 / ČSD M 112.0 Technische Daten Bauart A1n2t Zylinder Ø 225 mm Kolbenhub 400 mm Rad Ø …   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.