Gruppe-13-Element

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Gruppe-13-Element
¬†¬†¬†¬†¬†‚Üź¬†¬†Borgruppe¬†¬†‚Üí¬†¬†
Gruppe 13
Hauptgruppe 3
Periode
2 5
B
3 13
Al
4 31
Ga
5 49
In
6 81
Tl
7 113
Uut

Als Borgruppe bezeichnet man die 3. Hauptgruppe (nach neuer Nummerierung der IUPAC Gruppe 13) des Periodensystems. Sie enth√§lt die Elemente Bor (B), Aluminium (Al), Gallium (Ga), Indium (In) und Thallium (Tl). Das k√ľnstlich hergestellte radioaktive Element Ununtrium (Uut), auch ‚ÄěEka-Thallium‚Äú genannt, z√§hlt ebenfalls dazu.

Fr√ľher wurde z.T. die gesamte Borgruppe als ‚ÄěErdmetalle‚Äú bezeichnet, abgeleitet von der Tonerde, einem Aluminiumoxid (Al2O3). Dies war jedoch irref√ľhrend bzw. falsch, da Bor zu den Halbmetallen gerechnet wird. Heute werden als Erdmetalle, gem√§√ü ihren Reaktionseigenschaften, stets nur die Elemente Aluminium (Al), Gallium (Ga), Indium (In), Thallium (Tl) und Ununtrium (Uut) bezeichnet.

Die Borgruppe

Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften

Das erste Element der Gruppe, Bor, unterscheidet sich aufgrund seiner halbmetallischen Eigenschaften wesentlich von den weiteren Elementen der Borgruppe, die allesamt Metalle sind und in ihren Eigenschaften den Erdalkalimetallen ähneln.

Physikalische Eigenschaften

Mit zunehmender Ordnungszahl wachsen Atommasse, Atomradius und Ionenradius. Den h√∂chsten Schmelzpunkt hat Bor mit 2076¬†¬įC, den niedrigsten Gallium mit nur 29,76¬†¬įC (K√∂rpertemperatur: ~37¬†¬įC). Dazwischen liegen Indium (156,6¬†¬įC), Thallium (304¬†¬įC) und Aluminium (660,32¬†¬įC). Die Siedepunkte nehmen von oben nach unten ab: Bor hat mit 3927¬†¬įC den h√∂chsten Wert, danach folgen Aluminium (2467¬†¬įC), Gallium (2204¬†¬įC), Indium (2072¬†¬įC) und schlussendlich Thallium (1473¬†¬įC).

Mit steigender Ordnungszahl wächst die Dichte, während die Härte abnimmt. Bor hat mit 2,460 kg/dm3 die geringste Dichte und mit 9,3 die höchste Mohshärte, bei Thallium ist es mit einer Dichte von 11,850 kg/dm3 und einer Mohshärte von nur 1,2 genau umgekehrt.

Die höchste elektrische Leitfähigkeit hat Aluminium mit 37,7 MS/m (etwa ein Drittel weniger als Kupfer (58 MS/m)), die geringste weist Bor mit 10 mS/m auf.

Die 1. Ionisierungsenergie sinkt mit wachsender Ordnungszahl von 8,298 eV bei Bor auf 5,786 eV bei Indium ab, wobei Gallium jedoch mit 5,999 eV (anstatt des Aluminiums mit 5,968 eV) an zweiter Stelle steht. Thallium hat mit 6,108 eV einen erhöhten Wert.

Die Elektronegativität ist bei Bor mit 2,0 am größten, erreicht mit 1,5 bei Aluminium einen vorläufigen Tiefpunkt und steigt dann wieder auf 1,8, den Wert von Gallium, an. Im weiteren Verlauf sinkt die Elektronegativität wieder auf den Wert 1,4 (Thallium).

Bei sehr niedrigen Temperaturen leiten Aluminium, Gallium, Indium und Thallium elektrischen Strom ohne Widerstand. Sie werden zu Supraleitern.

Element Schmelzpunkt in K Siedepunkt in K Dichte in kg/m3 Mohshärte El. Leitfähigkeit in S/m
Bor 2349 4200 2460 9,3 1 ¬∑ 10‚ąí4
Aluminium 933,47 2740 2700 2,75 37,7 · 106
Gallium 302,91 2477 5904 1,5 6,76 · 106
Indium 429,75 2345 7310 1,2 11,6 · 106
Thallium 577 1746 11850 1,2 6,17 · 106

Elektronenkonfiguration

Die Elektronenkonfiguration lautet [X] ys2yp1. Das X steht hierbei f√ľr die Elektronenkonfiguration des eine Periode h√∂her stehenden Edelgases, und f√ľr das y muss die Periode eingesetzt werden, in der sich das Element befindet. Ab Gallium ist auch ein (y-1)d10-Orbital vorhanden; und ab Thallium findet sich auch ein (y-2)f14-Orbital.

F√ľr die einzelnen Elemente lauten die Elektronenkonfigurationen:

  • Bor: [ He ] 2s22p1
  • Aluminium: [ Ne ] 3s23p1
  • Gallium: [ Ar ] 3d104s24p1
  • Indium: [ Kr ] 4d105s25p1
  • Thallium: [ Xe ] 4f145d106s26p1
  • Ununtrium (berechnet): [ Rn ] 5f146d107s27p1

Der Oxidationszustand ist +3. Nur Thallium und Indium kommen auch mit der Oxidationszahl +1, die bei Thallium sogar häufiger als +3 auftritt, vor.

Chemische Reaktionen

In den folgenden Gleichungen steht das Me f√ľr ein Element aus der dritten Hauptgruppe (Borgruppe).

\mathrm{4 \ Me + 3 \ O_2 \longrightarrow 2 \ Me_2O_3}
Thallium bildet auch Tl2O
\mathrm{2 \ Me + 3 \ H_2 \longrightarrow 2 \ MeH_3}
Nur Bor und Aluminium reagieren zu (immer kovalenten) Wasserstoffverbindungen. Bei Bor entstehen durch Dreizentrenbindung die strukturell vielf√§ltigen Borane mit Diboran (B2H6) als einfachstem Vertreter, das hypothetische Monomer BH3 existiert nicht. AlH3-Molek√ľle sind durch Wasserstoffbr√ľcken verbunden.
\mathrm{2 \ Al + 6 \ H_2O \longrightarrow 2 \ Al(OH)_3 + 3 \ H_2}
Nur Aluminium setzt aus Wasser Wasserstoff frei, bildet jedoch eine Passivierungsschicht.
\mathrm{2 \ Me + 3 \ Cl_2 \longrightarrow 2 \ MeCl_3}
Thallium bildet auch TlCl.

Verbindungen

Borsäure
  • In Bortrioxid (B2O3) (‚ÄěWasserfreie Bors√§ure‚Äú) ist der Sauerstoff kovalent gebunden. Die hygroskopische Substanz bildet mit Wasser die sehr schwache Bors√§ure (H3BO3).
  • Aluminiumoxid (Al2O3) (‚ÄěTonerde‚Äú) ist eine ebenfalls hygroskopische, in S√§uren und Basen l√∂sliche Substanz. Mit Wasser bildet es Aluminiumhydroxid (Al(OH)3), eine amphotere Verbindung.
  • Galliumtrioxid (Ga2O3) bildet mit Wasser Galliumhydroxid (Ga(OH)3).
  • Indiumtrioxid (In2O3) bildet mit Wasser Indiumhydroxid (In(OH)3), eine basisch reagierende Verbindung.
  • Thallium(III)-oxid (Tl2O3) reagiert mit Wasser zur ebenfalls basischen Verbindung Thallium(III)-hydroxid (Tl(OH)3).
  • Wasserstoffverbindungen
Bornitrid hat eine aromatische Struktur
  • sonstige:
  • Carborane sind kohlenstoffhaltige Borane (meist B10C2H12)
  • Borcarbid (B13C2) hat eine h√∂here Ritzh√§rte als Diamant und wird als Schleifmittel oder als Material f√ľr verschlei√üfeste Objekte verwendet.
  • BN: Verbindungen von Bor mit Stickstoff im Verh√§ltnis 1:1 √§hneln in ihrem Aufbau stark den Modifikationen des Kohlenstoffs, da das beim Bor fehlende Elektronenpaar vom Stickstoff beigesteuert wird.
Daneben existiert noch eine fullerenartige Modifikation.
  • Aluminiumchlorid (AlCl3) ist hygroskopisch und raucht an feuchter Luft. Der Rauch besteht aus den Hydrolyseprodukten Salzs√§ure (HCl) und Aluminiumhydroxid (Al(OH)3)
  • Aluminiumsulfat (Al2(SO4)3 ¬∑ 12 H2O) bildet farblose Kristalle. Die wasserfreie Form ist ein wei√ües Pulver.
  • Aluminiumlegierungen verbessern die werktechnischen Eigenschaften von Aluminium. Die bekannteren sind Dural (4¬†% Cu, 0,3¬†% Mg, 1¬†% Mn und 0,5¬†% Si), Magnalium (3‚Äď9¬†% Mg) und Silumin (max. 14¬†% Si)
  • Galliumchlorid (GaCl3) bildet farblose Kristalle.
  • Gallium(III)-Verbindungen mit Elementen der 5. Hauptgruppe sind Halbleiter.
  • Indium(III)-chlorid (InCl3) bildet hygroskopische Kristallpl√§ttchen. In der Gasphase liegt es (wie alle Indiumhalogenide) als dimeres Molek√ľl vor. Die Verbindung bildet oft Doppelsalze mit dem Chlorido-Komplex InCl63‚ąí.
  • Legierungen mit den Elementen der 5. Hauptgruppe dienen als Halbleiter. In Transformatoren und Spulen werden sie als Ferromagnete eingesetzt.
  • Thallium(I)-sulfat (Tl2SO4) bildet farblose, hochgiftige Kristalle.
  • Im Natriumthallid (NaTl) bilden die Tl‚ąí-Ionen ein Diamantgitter, in dessen Zwischenr√§ume Na+-Ionen eingelagert sind (siehe auch Zintl-Phasen).
  • Thallium(I)-alkoxide entstehen aus Alkoholen und Thallium und bilden w√ľrfelf√∂rmigen Tetramere.
  • Thallium(I)-oxid und Thallium(I)-hydroxid

Vorkommen

Die Erdkruste besteht zu 7,3 % aus Elementen der Borgruppe, die meist als Oxide vorliegen. Davon entfallen 99,94¬†% auf Aluminium, das h√§ufigste Metall in der Erdkruste. Die √ľbrigen Elemente der Borgruppe sind selten.

Diese 0,06 % teilen sich wie folgt auf:

  • 51¬†% Bor
  • 46¬†% Gallium
  • 3¬†% Indium
  • 0,2¬†% Thallium.

Aluminiumhaltige Mineralien:

Kein Element der Borgruppe tritt gediegen auf.

Weblinks

Literatur

Hans Breuer: dtv-Atlas Chemie (Band 1: Allgemeine und anorganische Chemie). S. 114-129 (2000), ISBN 3-423-03217-0


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