Guadeloupe

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Guadeloupe
Guadeloupe (971)

Flagge von Frankreich
Flagge Guadeloupes

Wappen
Wappen Guadeloupes

Basisdaten
Amtssprache Französisch
Hauptort Basse-Terre
Fläche 1.628 km²
Einwohnerzahl 404.394 (2010)
Bevölkerungsdichte 246 Einwohner pro km²
Arrondissements 2
Kantone 40
Gemeinden 32
Präfekt Jean-Luc Fabre
Präsident des Regionalrates Victorin Lurel
Präsident des Generalrates Jacques Gillot
W√§hrung Euro (‚ā¨) 1 Euro = 100 Cent
Zeitzone UTC-4
Internet-TLD . gp
Vorwahl +590
Karte
Position in der Karibik
Karte von Guadeloupe
Guadeloupe von der ISS fotografiert

Guadeloupe [gwaňądlup], von den Einheimischen auch Gwada genannt, ist ein √úberseed√©partement und eine Region Frankreichs, bestehend aus einer Gruppe von neun Inseln der Kleinen Antillen innerhalb der Inseln √ľber dem Winde in der Karibik.

Guadeloupe ist ein vollintegrierter Teil des französischen Staates und damit auch Teil der Europäischen Union. Zusammen mit Martinique bildet es die Französischen Antillen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Aussicht von Guadeloupe

S√ľdlich von Guadeloupe befindet sich die Insel Dominica, nordwestlich die Insel Montserrat und nord√∂stlich die Insel Antigua, die zum Inselstaat Antigua und Barbuda geh√∂rt. Ungef√§hr 250 km im Westen liegt die unbewohnte venezolanische Insel Aves.

Guadeloupe besteht aus acht bewohnten sowie weiteren kleinen unbewohnten Inseln.

Die beiden Hauptinseln sind Basse-Terre und Grande-Terre, die nur durch einen schmalen, an der engsten Stelle ca. 50 m breiten Meeresarm voneinander getrennt sind. In unmittelbarer N√§he zu diesen liegen die ebenfalls bewohnten Inseln Marie-Galante und La D√©sirade, die zwei kleinen, unbewohnten √éles de la Petite Terre sowie die Inselgruppe der √éles des Saintes, die zwei bewohnte und sieben unbewohnte Inseln umfasst.

Bis 2007 geh√∂rten die Insel Saint-Barth√©lemy und der franz√∂sische Teil der Insel Saint-Martin als Arrondissement Saint-Martin-Saint-Barth√©lemy zu Guadeloupe. Diese liegen ca. 200 km n√∂rdlich der Hauptinseln. Im Februar 2007 wurden die beiden Insel von Guadeloupe abgetrennt und zu zwei eigenen √ľberseeischen Gebietsk√∂rperschaften (collectivit√©s d‚Äôoutre-mer) aufgewertet.

Grande-Terre ist relativ flach und besteht haupts√§chlich aus Kalkstein, Basse-Terre ist vulkanischen Ursprungs mit Bergen im Landesinneren, u. a. mit dem h√∂chsten Berg der Kleinen Antillen, dem Vulkan La Soufri√®re (1.467 m √ľber NN). Der √ľberwiegende Teil der anderen Insel ist ebenfalls vulkanischen Ursprungs.

Die Landfl√§che besteht zu 14 % aus Anbaufl√§che, zu 4 % aus Dauerkulturen, zu 14 % aus Weidefl√§chen und zu 39 % aus W√§ldern.

Klima

Das Klima ist von subtropischen Temperaturen durch Passatwinde und von moderater Feuchtigkeit gekennzeichnet. Von Juni bis Oktober besteht die Gefahr von Hurrikanen.

Flughafen Pointe-à-Pitre (Aéroport Le Raizet)
Klimadiagramm (Erklärung)
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Temperatur in ¬įC,  Niederschlag in mm
Quelle: Météo-France
Klimawerte Flughafen Pointe-à-Pitre (Aéroport Le Raizet)
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Max. Temperatur (¬įC) 29,1 29,1 29,4 30,1 30,7 31,3 31,5 31,6 31,5 31,2 30,5 29,6 √ė 30,5
Min. Temperatur (¬įC) 19,9 19,9 20,4 21,7 23,1 23,8 23,8 23,7 23,3 22,9 22,1 20,9 √ė 22,1
Niederschlag (mm) 84,0 64,0 73,0 123,0 148,0 118,0 150,0 198,0 236,0 228,0 220,0 137,0 ő£ 1.779
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23,8
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  Jan Feb M√§r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Bevölkerung

Die Einwohnerzahl Guadeloupes betrug am 1. Januar 2009 407.205 Menschen. [1]

Religionen / Ethnische Gruppen


Guadeloupe-Ethnische Gruppen-Religionen.svg

Etwa 95 % der Einwohner geh√∂ren der Katholischen Kirche an. 1,7 % der Bev√∂lkerung sind Zeugen Jehovas. Die restlichen 3 % der Einwohner sind Hindus oder geh√∂ren Religionen afrikanischen Ursprungs an, w√§hrend 1 % der Bev√∂lkerung protestantisch ist.

Rund 90 % der Guadeloupianer sind Schwarze oder Mulatten. Ungef√§hr 5 % der Bev√∂lkerung sind Wei√üe. Inder, Libanesen und Chinesen machen zusammen weniger als 5 % aus.

Innerhalb der Wei√üen m√ľssen mehrere Gruppen unterschieden werden: Die Nachkommen der kolonialen Oberschicht werden Grands-Blancs genannt. Daneben existieren aber auch einige Gruppen verarmte wei√üer Siedler (Petits-Blancs): die Blancs-Matignons in den Grands-Fonds auf Grande-Terre, die Saintois auf dem Archipel Les Saintes, die Saint-Barths auf der Insel Saint-Barth√©l√©my und die D√©siradiens auf der Insel La D√©sirade.

Demographische Struktur

Diagramm, das die Altersverteilung der guadeloupianischen Bevölkerung zeigt

Das Durchschnittsalter beträgt 35.6 Jahre (2008).

Die Aufteilung nach Altergruppen:[2]

0 - 19 Jahre: 30.3%

20 - 39 Jahre: 23.6%

40 - 59 Jahre: 27.9%

60 - 74 Jahre: 11.9%

75 Jahre und älter: 6.3%

Der Frauenanteil beträgt 52%. Der Ausländer-Anteil betrug 2007 5.8% derjenige der Immigranten 8.3%.

Die Rate des Bev√∂lkerungswachstums betr√§gt 0,85 %, die Geburtenrate 14,25 Geburten auf 1000 Einwohner und die Sterberate 6,89 Todesf√§lle auf 1000 Einwohner. Alle Zahlen basieren auf denjenigen des offiziellen Statistik-Institutes INSEE (Institut national de la statistique et des √©tudes √©conomiques von Ende Dezember 2009.Die Kindersterblichkeitsrate liegt bei 9,77 Totgeburten auf 1000 Lebendgeburten. Die Lebenserwartung betr√§gt im Durchschnitt 77,0 Jahre, f√ľr Frauen 80,3 Jahre und f√ľr M√§nner 73,8 Jahre. Die Fruchtbarkeitsrate liegt bei 1,93 geborenen Kinder pro Frau. Diese Zahlen sind alle gesch√§tzt und beziehen sich auf das Jahr 2002.

Bildung

Die Analphabetenrate betr√§gt 0,2 %.

Geschichte

Arawak und Kariben

Die √§ltesten arch√§ologischen Zeugnisse menschlichen Lebens stammen aus der Zeit von 3500 bis 3000 v. Chr. Zu Beginn der Zeitrechnung besiedelten die Saladoiden, auch Arawak genannt, die Antillen. Ihnen folgten ab 600 n. Chr. die Kariben. Beide Ethnien kamen aus S√ľdamerika und hatten √§hnliche Lebensweisen. Aus der Beute, die sie durch Jagd und Fischfang erlegten, bereiteten sie einen sehr scharfen Pfeffertopf zu und servierten ihn mit Fladenbrot aus Maniokmehl. Daneben a√üen sie Papayas, Guaven, Ananas und Avocados und die M√§nner rauchten Zigarren. Zu ihren Haushaltsger√§ten geh√∂rten Tongef√§√üe, Beh√§lter aus Pflanzenmaterial und H√§ngematten aus Baumwolle. Die Frauen trugen einen Lendenschurz, die M√§nner gingen nackt. Zum Schutz gegen Insekten, als Schmuck und als Kriegsbemalung rieben sie sich mit einem Roucou genannten roten Pflanzenfarbstoff ein, der mit √Ėl vermischt wurde. Auf ihren Kriegsz√ľgen t√∂teten die Kariben die Arawak-M√§nner und nahmen deren Frauen als Sklaven. Von den Kariben wird berichtet, dass sie ihre m√§nnlichen Gefangenen verzehrten. Allerdings hat sich herausgestellt, dass viele Ger√ľchte um Kannibalismus wissenschaftlich nicht haltbar sind und sich entweder als falsch verstandene Beerdigungsriten entpuppten oder in aufgebauschter Berichterstattung ihren Ursprung hatten.

Bei den Kariben hie√ü die Insel Karukera ‚Äď Insel der sch√∂nen Wasser.

Kolonisierung und Sklavenwirtschaft

Kolumbus erreichte die Insel als erster Europ√§er auf der Hinfahrt seiner zweiten Reise am 4. November 1493. Er nannte sie Guadalupe nach dem spanischen Wallfahrtsort Nuestra Se√Īora de Guadalupe, da er den M√∂nchen dort versprochen hatte, eine Insel so zu benennen.[3] Die Kariben wehrten sich jedoch in der folgenden Zeit erfolgreich gegen die Spanier.

Erst 1635 gelang es den Franzosen, Guadeloupe zu kolonisieren. Seitdem geh√∂rt es mit kurzen Ausnahmen zu Frankreich. 1674 fiel die Kolonie ganz an Frankreich. Die franz√∂sischen Kolonialherren errichteten eine Plantagenwirtschaft. Sie bauten vor allem Zuckerrohr und Kaffee an. Die Auseinandersetzungen mit den Kariben endeten mit deren Deportierung auf die Nachbarinsel Dominica. Als Arbeitskr√§fte lie√üen sich die neuen Herren Menschen aus Afrika bringen, die im Rahmen des transatlantischen Sklavenhandels mit Sklavenschiffen in die Neue Welt verschleppt wurden. Statistisch gesehen √ľberlebte ein Sklave auf einer Plantage sieben Jahre, Frauen wurden durch den Schock oft unfruchtbar. Die Sklaven afrikanischer Herkunft stellten schlie√ülich die Mehrheit der Bev√∂lkerung der Kolonie.

Während des Siebenjährigen Krieges drangen auf Guadeloupe britische Einheiten im Februar 1759 ein und nahmen die Insel vom 23. April 1759 bis 10. Februar 1763 in Besitz.[4]

Im Zuge der Franz√∂sischen Revolution von 1789 wurde die Sklaverei in den franz√∂sischen Kolonien und damit auch in Guadeloupe[5] im Februar 1794 aufgehoben. Gro√übritannien nutzte die neue politische Lage und besetzte im April 1794 die Inseln. Es wurde dabei von den Plantagenbesitzern unterst√ľtzt, die die Umsetzung der deklarierten Aufhebung der Sklaverei verhindern wollten. Die britische Besatzung wurde jedoch bald von franz√∂sischen Truppen unter F√ľhrung des Nationalen Kommissars f√ľr Guadeloupe, Victor Hugues, vertrieben. Dieser st√ľtzte sich dabei auch auf die Unterst√ľtzung der befreiten Sklaven. Hugues regierte als Kommissar die Inseln von 1794 bis 1798.

Napol√©on f√ľhrte jedoch am 20. Mai 1802 die Sklaverei wieder ein. Zwei schwarze Truppenf√ľhrer ‚Äď Delgres und Ignace ‚Äď stellten sich mit ihren Soldaten Napoleons Truppen entgegen und lie√üen ihr Leben im Kampf um die Freiheit. Die √úberlebenden wurden geh√§ngt, darunter eine Frau mit Namen Solitude, die bei ihrer Gefangennahme hochschwanger war. Die Geburt des Babys wurde abgewartet, dann wurde auch sie hingerichtet.

In den napol√©onischen Kriegen eroberte Gro√übritannien Guadeloupe am 4. Februar 1810 erneut und trat es am 3. M√§rz 1813 an K√∂nig Karl XIII. von Schweden und seine Nachkommen als Kompensation f√ľr die Eigentumsverluste des Kronprinzen Karl XIV. ab, die er als Verb√ľndeter gegen Napoleon erlitten hatte. Im Frieden von Paris gab Schweden die Insel 1814 gegen Zahlung von 24 Millionen Franc wieder an Frankreich zur√ľck. Mit dem Geld wurden 1815 die Staatsschulden zur√ľckgezahlt, und der K√∂nig erhielt daf√ľr eine j√§hrliche Geldrente. Diese sogenannte Guadeloupe-Rente wurde bis 1983 im schwedischen Staatshaushalt veranschlagt und danach durch Erh√∂hung des Haushalts f√ľr die k√∂nigliche Hofhaltung abgel√∂st. Zu dieser Zeit betrug sie 300.000 Kronen.

Die wiederhergestellte Ordnung der Sklaverei wurde zunehmend instabil. Mehr und mehr Sklaven fl√ľchteten sich in die W√§lder, und es gab h√§ufig Aufst√§nde. Inzwischen traten auch Menschenrechtler wie Victor SchŇďlcher auf den Plan. Nach der Revolution von 1848 wurde die Sklaverei durch das D√©cret d'abolition de l'esclavage vom 27. April 1848 in allen franz√∂sischen Besitzungen endg√ľltig abgeschafft.

Viele ehemalige Sklaven waren nicht mehr bereit, auf den Plantagen zu arbeiten. Um den Plantagenbetrieb aufrechterhalten zu k√∂nnen, wurden deshalb freie Kontraktarbeiter vor allem in Indien angeworben und nach Guadeloupe gebracht. Der Plantagenbesitzer bezahlte die √úberfahrt, daf√ľr mussten diese Kontraktarbeiter zwischen drei und f√ľnf Jahre auf seiner Plantage arbeiten. Dann waren sie frei und konnten zur√ľckkehren oder in Guadeloupe bleiben. Insgesamt kamen zwischen 1854 und 1889 auf diese Weise 42.000 Inder nach Guadeloupe.

Integration in den französischen Staat

Ende des 19. Jahrhunderts r√§umte Frankreich der schwarzen Bev√∂lkerung Wahlrecht ein. 1.470 dieser neuen franz√∂sischen B√ľrger lie√üen im Ersten Weltkrieg ihr Leben f√ľr Frankreich. Auch vom Zweiten Weltkrieg wurde Guadeloupe betroffen. Nach Frankreichs Kapitulation flohen junge Freiwillige unter Lebensgefahr von der Insel und schlossen sich den Alliierten und General de Gaulle an.

Am 19. M√§rz 1946 wurde Guadeloupe zum √úberseed√©partement (D√©partement d'Outre Mer/DOM) Frankreichs. Seitdem ist es keine Kolonie mehr, sondern es wird auf allen Gebieten als integraler Bestandteil des Mutterlandes betrachtet und seine Einwohner werden von staatlicher Seite einfach als Franzosen betrachtet. Auf die gesellschaftlichen und kulturellen Unterschiede zum europ√§ischen Frankreich wird dabei kaum R√ľcksicht genommen, sondern die vollst√§ndige Assimilation angestrebt.

Als Antwort auf diese Politik entstanden in den 1980er Jahren nationale Bewegungen, die eine L√∂sung von Frankreich anstreben. Diese betonen die Eigenst√§ndigkeit der antillanischen Kultur und verwenden etwa in Radiosendungen ausschlie√ülich das Kreolische statt des Franz√∂sischen. Vor allem aber sind die Independentisten bestrebt, die Eigenverantwortlichkeit der Bev√∂lkerung f√ľr ihr Land zu entwickeln. Der gr√∂√üte Teil der Bev√∂lkerung h√§lt eine Unabh√§ngigkeit von Frankreich gegenw√§rtig jedoch nicht f√ľr realistisch.

Mit der Einf√ľhrung der Regionen als Gebietsk√∂rperschaften in Frankreich durch die Dezentralisierungsgesetze 1982 erhielt Guadeloupe ebenso wie die anderen √úberseed√©partements auch den Status einer Region.

Politik

Die Inseln bilden ein Département und seit den Dezentralisierungsgesetzen des Beginns der 1980er Jahre zugleich auch eine eigene Region Frankreichs.

Wie alle anderen Départements ist auch Guadeloupe in der französischen Legislative durch Volks- und Gemeindevertreter vertreten. Es besitzt in der Nationalversammlung vier und im Senat zwei Mandate. Wie die anderen drei französischen Überseedépartements ist Guadeloupe auch Teil der Europäischen Union.

Alle franz√∂sischen Gesetze finden in Guadeloupe ihre Anwendung. Jedoch m√ľssen nach Artikel 73 der Franz√∂sischen Verfassung die lokalen Besonderheiten Ber√ľcksichtigung finden.

Wie in den anderen √úberseed√©partements und -regionen sind die Region und das D√©partement auf Guadeloupe getrennte Gebietsk√∂rperschaften, die unabh√§ngig voneinander ihre jeweiligen Kompetenzen aus√ľben. Es existieren parallel zueinander der Regionalrat (Conseil r√©gional) der Region mit 41 Mitgliedern, der alle 6 Jahre nach demselben Wahlrecht wie in den europ√§ischen Regionen Frankreichs gew√§hlt wird, und der Generalrat (Conseil g√©n√©ral) des D√©partements mit 42 Mitgliedern, der alle 3 Jahre zur H√§lfte nach dem auch f√ľr die anderen Generalr√§te geltenden Wahlrecht gew√§hlt wird. Die Zentralregierung wird f√ľr ihre Zust√§ndigkeitsbereiche durch den Pr√§fekten vertreten, so dass die Exekutive auf Guadeloupe in insgesamt drei getrennte Zweige zerf√§llt.

Der Präsident des Regionalrats ist seit 2004 Victorin Lurel und der Präsident des Generalrats seit 1998 Jacques Gillot.

Siehe auch: Präsidenten des Regionalrates von Guadeloupe seit 1983

Politische Parteien und Gruppierungen

  • MPGI (Bewegung f√ľr ein unabh√§ngiges Guadeloupe), Vorsitzender Luc Reinette
  • UPLG (Volksunion f√ľr die Befreiung Guadeloupes), Vorsitzender Lucien Perrutin
  • KLPG (Christliche Bewegung f√ľr die Befreiung von Guadeloupe)
  • PPDG (Progressive Demokratische Partei Guadeloupes), Vorsitzender Henri Bangou
  • PS (Sozialistische Partei), Vorsitzender Abdon Saman
  • RPR (Sammlungsbewegung f√ľr die Republik), Vorsitzender Aldo Blaise
  • UDF (Union f√ľr die franz√∂sische Demokratie), Vorsitzender Marcel Esdras
  • PCG (Kommunistische Partei Guadeloupes), Vorsitzender Christian Celeste

Gewerkschaften:

  • CGT-G (Allgemeine F√∂deration gouadeloupianischer Arbeiter)
  • UGTG (Allgemeine Union gouadeloupianischer Arbeiter)

Wahlergebnisse (1998‚Äď2004)

Regionalrat (Conseil Régional), 41 auf sechs Jahre gewählte Mitglieder, letzte Wahlen 1998, nächste Wahlen 2004

  • RPR: 25 Sitze / 48,03 % der Stimmen
  • PS, PPDG, verschiedene linksorientierte Parteien: 12 Sitze / 24,49 % der Stimmen
  • PCG: 2 Sitze / 5,29 % der Stimmen
  • Verschiedene rechtsorientierte Parteien: 2 Sitze / 5,73 % der Stimmen

Generalrat (Conseil Général), 42 auf sechs Jahre gewählte Mitglieder, letzte Wahlen 1998 bzw. 2001, nächste Wahlen 2004

  • PS: 8 Sitze
  • RPR: 8 Sitze
  • PPDG: 6 Sitze
  • PCG: 3 Sitze
  • UDF: 1 Sitz
  • Verschiedene linksorientierte Parteien: 11 Sitze
  • Verschiedene rechtsorientierte Parteien: 5 Sitze

Generalstreik 2009

Der Generalstreik auf den Französischen Antillen 2009 begann auf Guadeloupe am 20. Januar 2009 und dehnte sich am 5. Februar 2009 auf die Nachbarinsel Martinique aus.

Hintergrund dieses vom "Kollektiv gegen die Ausbeutung" (Liyannaj Kont Pwoftasyion, LKP) unter seinem F√ľhrer Elie Domota initiierten Generalstreiks waren im Wesentlichen Forderungen nach einer Anhebung der Mindestl√∂hne um 200 Euro und nach einer Herabsetzung der Preise f√ľr bestimmte Lebensmittel sowie die √∂ffentlichen Verkehrsmittel. Nachdem der Streik in kurzer Zeit den gr√∂√üten Teil der √∂rtlichen Wirtschaft lahm gelegt, im √úbrigen aber zun√§chst keine Verhandlungsfortschritte erbracht hatte, kam es Mitte Februar 2009 zu gewaltt√§tigen Auseinandersetzungen und Stra√üenk√§mpfen in mehreren Orten der Insel, in deren Verlauf der Gewerkschaftssekret√§r Jacques Bino get√∂tet wurde und aufgrund derer der Konflikt nunmehr auch au√üerhalb Guadeloupes - insbesondere in franz√∂sischen und anderen europ√§ischen Medien - Aufmerksamkeit erregte. Auf diese Weise zum Einschreiten gezwungen, gelang es der franz√∂sischen Regierung schlie√ülich, sowohl durch finanzielle Zugest√§ndnisse des Staates als auch durch Druck auf die √∂rtlichen Arbeitgeberverb√§nde eine Einigung (den sog. ‚ÄěAccord Bino‚Äú) zu erreichen, mit dessen Abschluss am 4. M√§rz 2009 der Generalstreik nach ann√§hernd siebenw√∂chiger Dauer offiziell beendet wurde.

Wappen

Beschreibung: Im schwarzen Schild liegt eine goldene gesichtslose Sonne auf einem nach schr√§glinks liegenden gr√ľnen Pflanzenwedel unter einem blauen Schildhaupt mit drei goldenen Lilien.

Verwaltungsgliederung

Administrativ gliedert sich Guadeloupe in zwei Arrondissements. Weiter ist es in 40 Kantone und 32 Gemeinden gegliedert.

Arrondissement Einwohner
(2007)
Fläche
(km²)
Bev.dichte
(Ew./km²)
Kantone Gemeinden Hauptort
Basse-Terre 189.454 854 222 17 18 Basse-Terre
Pointe-à-Pitre 211.130 774 273 23 14 Pointe-à-Pitre

Siehe auch: Liste der Gemeinden auf Guadeloupe

Infrastruktur

Guadeloupe besitzt einen internationalen Flughafen, den Pole Caraibes bei Pointe-à-Pitre (IATA-Flughafencode: PTP) auf der Insel Grande-Terre.

Wirtschaft

√Ėkonomische Rahmenbedingungen

Guadeloupe ist als vollintegrierter Teil Frankreichs auch Teil des Binnenmarktes der Europäischen Union und verwendet wie im französischen Kernland den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel.

Zur Deckung des Bedarfs an Konsumg√ľtern ist Guadeloupe von Importen aus dem franz√∂sischen Mutterland und zur Finanzierung der √∂ffentlichen Ausgaben von F√∂rdermitteln des franz√∂sischen Staates abh√§ngig. Bedingt auch durch diese Unterst√ľtzung liegt das BIP pro Kopf bei 9.000 US-$ und damit h√∂her als auf der Mehrzahl der unabh√§ngigen Nachbarinseln.

Die Gesamtzahl der Arbeitskr√§fte betr√§gt ca. 130.000. Die Arbeitslosigkeitsrate betr√§gt 27,8 % und ist besonders unter jungen Guadeloupianern sehr hoch. Im Vergleich mit dem BIP der Europ√§ischen Union ausgedr√ľckt in Kaufkraftstandards erreichte Guadeloupe 2006 einen Index von 68,4 (EU-27 = 100).[6]

Gelegentlich schaden Hurricane der Wirtschaft.

Wirtschaftszweige

Bekleidungsgeschäft in Sainte-Anne

Hauptzweige der Wirtschaft sind Ackerbau, Fremdenverkehr, Leichtindustrie und Dienstleistungen.

Der Fremdenverkehr ist ein Schl√ľsselzweig der Wirtschaft. Die meisten Urlauber kommen aus Frankreich, eine steigende Anzahl an Kreuzfahrtschiffen besucht die Inseln.

Die wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte Guadeloupes sind Zuckerrohr zur Gewinnung von Rohrzucker und Bananen. Weitere landwirtschaftliche Produkte der Inseln sind tropische Fr√ľchte und Gem√ľse, Rinder, Schweine und Ziegen. Das Zuckerrohr, das traditionelle Hauptanbauprodukt der Insel, wird langsam durch andere Produkte ersetzt, vor allem Bananen, daneben Auberginen und Blumen. Anderes Gem√ľse und Hackfr√ľchte werden f√ľr den lokalen Verbrauch angebaut. Trotzdem ist Guadeloupe von importierten Nahrungsmitteln, haupts√§chlich aus Frankreich abh√§ngig.

Die Leichtindustrie zeichnet sich durch die Zucker- und Rumproduktion aus. Außerdem gibt es Baugewerbe und Zementherstellung. Die meisten fabriktechnisch gefertigten Waren sowie Treibstoff werden importiert.

Die landwirtschaftlichen Produkte sind die Hauptausfuhrg√ľter Guadeloupes. Bananen machen ungef√§hr 50 % des j√§hrlichen Exportertrages aus, daneben werden Zucker und Rum exportiert. Von den ausgef√ľhrten Waren gehen 60 % ins europ√§ische Frankreich, 18 % nach Martinique, 4 % in die USA.

Importiert werden vor allem Nahrungsmittel, Treibstoff, Autos und andere Konsumg√ľter, Rohstoffe f√ľr das Baugewerbe. Die Importwaren kommen zu 63 % aus Frankreich, zu 4 % aus Deutschland, zu 3 % aus den USA, zu 2 % aus Japan und zu 2 % von den Niederl√§ndischen Antillen.

Gefahren

Tsunami durch Vulkaneinsturz

Auf der 50 km entfernten Insel Dominica droht ein Teil eines Vulkans einzust√ľrzen. Der Einsturz k√∂nnte eine bis zu 3 Meter hohe Flutwelle zur Folge haben, vor der sich Bewohner und Touristen in exponierten K√ľstenlagen nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen k√∂nnten. Die Katastrophe k√∂nnte sich zwar erst in 100 Jahren ereignen, vielleicht aber auch schon in den n√§chsten Tagen, erkl√§rte der Geologe Richard Teeuw von der britischen Universit√§t Portsmouth im April 2009. [7]

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Provisorische Angabe, Auswertung noch nicht abgeschlossen.
  2. ‚ÜĎ Alle Zahlen basieren auf Angaben des offiziellen Statistik-Institutes INSEE (Institut national de la statistique et des √©tudes √©conomiques).
  3. ‚ÜĎ Norbert Ankenbauer: Das ich mochte meer newer dyng erfaren. Die Versprachlichung des Neuen in den Paesi novamente retrovati (Vicenza 1507) und in ihrer deutschen √úbersetzung (N√ľrnberg 1508). Frank & Timme, Berlin 2010, ISBN 978-3-86596-310-9, S. 149.
  4. ‚ÜĎ The World at War: Guadeloupe 1493‚Äď1946, abgefragt am 22. April 2009.
  5. ‚ÜĎ Municipales 2008 Guadeloupe.
  6. ‚ÜĎ Eurostat Pressemitteilung 23/2009: Regionales BIP je Einwohner in der EU27 (Link nicht mehr abrufbar) (PDF-Datei; 360 kB).
  7. ‚ÜĎ Vulkan-Einsturz droht: Tsunami nur eine Frage der Zeit, Artikel auf derStandard.at vom 21.April 2009.

Literatur

  • Marian Goslinga: Guadeloupe. Clio Press, Oxford 2000 (World bibliographical series 224), ISBN 1-85109-329-X

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Guadeloupe ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen
 Commons: Guadeloupe ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
16.25-61.583333333333

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  • Guadeloupe ‚ÄĒ (spr. gŇ≠ad lŇęp ), franz√∂sisch westind. Insel, der Gruppe ¬Ľ√úber dem Winde¬ę zugeh√∂rig (s. Karte ¬ĽWestindien¬ę), unter 15¬į57¬ī 16¬į31¬ī n√∂rdl. Br. und 61¬į9¬ī 61¬į50¬ī westl. L., 1602 qkm gro√ü, besteht aus zwei durch einen nur 30‚Äď120 m breiten Kanal… ‚Ķ   Meyers Gro√ües Konversations-Lexikon

  • Guadeloupe ‚ÄĒ Guadeloupe, La (spr. guńÉd luhp), Doppelinsel, die gr√∂√üte der Kleinen Antillen, in franz. Besitz; 1603 qkm, (1901) 157.806 E.; Teile: Grande Terre im O. (flach, waldlos) und Basse Terre (G. im engern Sinne) im W. (gebirgig, vulkanisch, bewaldet).… ‚Ķ   Kleines Konversations-Lexikon

  • Guadeloupe ‚ÄĒ (Gadluhp), franz. westind. Insel, durch einen schmalen Meeresarm in Grande Terre u. Basse Terre getheilt, vulkanisch (der 1557 M√®tres hohe Soufri√®re ist noch immer th√§tig), Klima u. Produkte sind die der andern Antillen (s. d.); Hauptausfuhr:… ‚Ķ   Herders Conversations-Lexikon

  • Guadeloupe ‚ÄĒ er en vestindisk √ł under Frankrig ‚Ķ   Danske encyklop√¶di


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