Guillaume Soro


Guillaume Soro

Guillaume Kigbafori Soro (* 8. Mai 1972 in Ferkessédougou, Elfenbeinküste) ist Premier- und Verteidigungsminister der Elfenbeinküste.

Soro kommt aus dem Norden des Landes und ist katholisch. Seine Spitznamen lauten „le Che“, weil er „linke“ Positionen einnimmt, und „le général“, wie ihn seine Gefolgsleute nennen. Sein Kriegsname lautet „Docteur Koumba“.

Von 1995 bis 1998 führte er die ivorische Studentenorganisation FESCI (Fédération estudiantine et scolaire de Côte d'Ivoire - Schüler- und Studentenvereinigung der Elfenbeinküste). Nach Demonstrationen kam Soro regelmäßig ins Gefängnis. 1998 löste ihn Henriette Dagri Diabaté ab. Soro ging danach erst nach England, später nach Frankreich.

Nach dem Staatsstreich am Weihnachtsabend 1999 arbeitete Soro an der Seite des neuen Staatschefs Robert Guéï, eines ehemaligen Generals. Soro wandte sich von Guéï ab, als dieser im Jahr 2000 den Politiker Alassane Ouattara von den Präsidentschaftswahlen wegen „zweifelhafter Staatsbürgerschaft“ ausschloss. Soro verbündete sich nun mit Ouattara.

Derzeit ist Soro Generalsekretär der so genannten Forces Nouvelles - der Neuen Streitkräfte (Ex-Rebellen). Zudem ist er Sekretär des Mouvement patriote de Côte d'Ivoire (MPCI). Seit dem Aufstand 2002 kontrollieren seine Truppen den Norden des Landes - gut 60 Prozent der Elfenbeinküste.

An einer „Nationalen Regierung der Versöhnung“ beteiligte sich Soro als Minister für Kommunikation von Februar 2003 bis Mai 2004 und erneut vom August 2004 bis zum Dezember 2005. Am 28. Dezember 2005 wurde er Minister für Wiederaufbau und Eingliederung in der Regierung unter Charles Konan Banny.

Seit dem 29. März 2007 war er Premierminister der Elfenbeinküste. Nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl im Herbst 2010 reichte Soro am 4. Dezember 2010 seinen Rücktritt ein.[1] Daraufhin wurde er von Alassane Ouattara, der von der Wahlkommission zum Wahlsieger erklärt wurde, erneut mit der Regierungsbildung beauftragt. Wenig später ernannte auch der bisherige Präsident Laurent Gbagbo, dem der Verfassungsrat den Wahlsieg zuerkannte, Gilbert Marie N'gbo Aké zum Premierminister, womit das Land nun zwei Regierungschefs hat. [2]

Am 11. April 2011, nach der Festnahme Gbagbos, nahm unter seiner Führung die Regierung Soro III die Arbeit auf.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Spiegel Online: Gbagbo als Präsident der Elfenbeinküste vereidigt, 4. Dezember 2010.
  2. Stern: [ http://www.stern.de/news2/aktuell/gilbert-marie-ngbo-ake-laurent-gbagbo-ernennt-regierungschef-fuer-elfenbeinkueste-1631244.html], 6. Dezember 2010.

Wikimedia Foundation.


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.