Gumpert Apollo

Gumpert
Gumpert Apollo Geneva 2006 2.jpg
Apollo
Hersteller: Gumpert Sportwagenmanufaktur
Produktionszeitraum: seit 2005
Klasse: Supersportwagen
Karosserieversionen: Coupé, zweitürig
Motoren: Ottomotor:
4,2 l V8-Biturbo (478–588 kW)
Länge: 4.460 mm
Breite: 1.998 mm
Höhe: 1.114 (ohne Lufteinlass) mm
Radstand: 2.700 mm
Leergewicht: <1.200 kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Der Apollo ist ein Supersportwagen, der von der Gumpert Sportwagenmanufaktur in Altenburg hergestellt wird. Der Sportwagen besitzt sowohl die Straßenzulassung als auch verschiedene Rennzulassungen wie zum Beispiel die der FIA GT.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Entwicklung

Die beiden Prototypen vor einem F-4 Phantom II Kampfjet
Das Vorserienmodell
Innenansicht

Begonnen hat das Projekt unter dem Namen R1 im Jahr 2002. Das Konzept sah vor, einen Rennwagen mit Straßenzulassung zu bauen. Im selben Jahr wurde noch ein 1:4 Modell nach den Entwürfen von Marco Vanetta gebaut. Hinter dem Projekt steht der Ex-Audi-Motorsport-Chef Roland Gumpert. Im Jahr 2003, nach der Gründung der Manufaktur, wurden die ersten Modelle und Skizzen der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Preis pro Stück wurde damals auf 115.000 bis 175.000 € veranschlagt. Geplant waren zuerst drei verschiedene Motoren für den Apollo, ein V8-Basis mit 279 kW (360 PS), ein V8-Kompressor mit 338 kW (460 PS) und ein V8-Biturbo mit 478 kW (650 PS).

Der erste in Ingolstadt gebaute Apollo Prototyp wurde im Jahr 2004 fertig gestellt. Im Gegensatz zu den großen Konzernen nutzte die Manufaktur den Prototyp nicht nur für Tests, sondern auch für Werbemaßnahmen, um das Projekt bekannter zu machen. Bei einer Promotionfahrt mit einem Journalisten verunglückte der erste Prototyp und wurde so schwer beschädigt, dass dieser neu aufgebaut werden musste. Ein weiterer Prototyp wurde im selben Zeitraum fertig gestellt. Mit dem roten Prototypen fuhr der belgische Rennfahrer Ruben Maes im März 2005 beim Divinol-Cup auf dem Hockenheimring auf Anhieb auf Platz drei.

Das Vorserienmodell wurde im Jahr 2005 vorgeführt. Es zeigt den Apollo weitestgehend in seiner endgültigen Gestalt. Unterschiede zu den Prototypen waren unter anderem, dass dieses Modell nun ein Monocoque besaß, die Flügeltüren bis in die Mitte des Daches öffneten und der Diffusor und Frontlippe verkleinert wurden. Das Cockpit war zwar schon verkleidet, aber bis zum Produktionsstart wurde dieses noch einmal komplett überarbeitet.

Serienfertigung

Die Basisversion
Der Gumpert Apollo Sport wurde 2007 zum Genfer Auto-Salon vorgestellt

Der offizielle Serienproduktionsstart war am 21. Dezember 2005 in Altenburg. Die Produktionsstraße wurde für ca. 60 Fahrzeuge pro Jahr ausgelegt. Der Preis des Apollos betrug zum Start der Produktion 198.000 € ohne Steuern. Der Apollo kann aufgrund der Handarbeit ganz nach individuellen Wünschen zusammengebaut werden. Da das Konzept vorsah, dass es sich um einen Rennwagen mit Straßenzulassung handelt, war auch die Grundausstattung, um Gewicht zu sparen, am Anfang sehr begrenzt. So wurde in der Grundausstattung unter anderem auf Klimaanlage und Navigationssystem verzichtet, dies konnte sich der Kunde aber auf Wunsch einbauen lassen. Mittlerweile besitzt der Apollo Komfortelemente schon in der Basisversion, der Preis stieg aber auch auf 301.600 € ohne Mehrwertsteuer.[1] Trotz des individuellen Zusammenbaus des Apollos bietet die Sportwagenmanufaktur auch Pakete an. Neben der Basisversion gibt es eine Rennversion. Diese beinhaltet zum Beispiel eine Lufthebeanlage und eine Motorlöschanlage. Seit 2007 bietet Gumpert auch eine Sportversion an, die sich zwischen der Rennversion und der Basisversion platziert. Als Teststrecke für den Apollo dient die Startbahn und das Vorfeld des Leipzig-Altenburg Airport. Auch die Präsentation des Apollos für Journalisten und Kunden findet meist auf dem Airport statt.

HHF Hybrid Concept Car

Zum 24-Stunden-Rennen am Nürburgring 2008 gingen Heinz-Harald Frentzen, Dirk Müller, Marcel Engels und Dominik Schwager mit einem Apollo an den Start. Als Motor kam jedoch ein neu entwickelter Hybridmotor zum Einsatz. Neben einem 3,3-Liter-V8-Biturbo mit 382 kW (520 PS)[2] besaß der Apollo noch einen ca. 100-kW-Elektromotor. Allerdings hatte das Fahrzeug das gesamte Rennen über mit Getriebeproblemen im konventionellen Verbrennungssegment zu kämpfen und wurde nur durch den Elektromotor noch im Rennen gehalten. Er erreichte durch den Einbau zweier Ersatzgetriebe zwar die Zielflagge, kam jedoch nicht mehr in die Wertung hinein.

Im Jahr 2009 zeigte die Gumpert Sportmanufaktur erstmal die Modellvariante Apollo Speed auf dem Genfer Auto-Salon. Entgegen der anderen Modellvarianten ist dieser nicht auf schnelle Kurvenfahrten ausgerichtet, sondern auf Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit. Um dies zu erreichen, wurde der Apollo Speed um neun Millimeter gesenkt und die Aerodynamik verbessert. So wurde die Linienführung um die Radläufe geändert, es gibt feststehende Felgenabdeckungen vorne und mitdrehende an den Hinterrädern, einen verstellbaren Heckflügel und einen verkleideten Unterboden. Besonders markant im Vergleich zu den anderen Modellvarianten sind die Rückleuchten.

2010 bekam der Apollo ein leichtes Facelift an Front. und Heckpartie. So wurden die Lufteinlässe verbreitert und der Radlauf geändert. Zudem besitzt der Apollo jetzt LED-Tagfahrleuchten. Die auffälligste Änderung am Heck ist der Klappenauspuff mit vier Endrohren. Im Interieur wurde das Monocoque vergrößert, um Fahrer und Beifahrer mehr Platz zu gewähren. Der Motor mit 700 PS, der hauptsächlich bei der Sportversion eingebaut wird, bekam durch optimierte Motorsteuerung, neue Umluftventile und eine verbesserte Kühlung 50 PS mehr und bringt es gegenwärtig auf eine Leistung von 551 KW.

Karosserie

Die nicht selbsttragende Karosserie baut auf einen Gitterrohrrahmen auf. Dieser besteht aus rund 200 zusammengeschweißten Rohren aus Chrom-Molybdän-Stahl mit Rohrdurchmessern von 25, 35 und 45 mm und einer Wanddicke der Röhren von ein bis zwei Millimeter. Innerhalb des Rahmens befindet sich das 23 kg leichte Monocoque, das für weitere Sicherheit sorgt. Diese beiden Komponenten können Beschleunigungen bis zu 50 g aushalten. Vorn am Gitterrohrrahmen befindet sich eine Crashbox, die sich bei einem Unfall verformt und den größten Teil der Aufprallenergie aufnimmt. Die Karosserie besteht entweder aus glas- oder kohlenfaserverstärktem Kunststoff. Laut der Sportwagenmanufaktur ist die Karosserie aerodynamisch so optimiert, dass die ab einer Geschwindigkeit von 270 km/h erzeugten Abtriebskräfte (Anpressdruck) der Gewichtskraft entsprächen, so dass der sogenannte „ground effect“ das Gewicht des Autos tragen könnte, das heißt dass der Apollo (theoretisch) an der Decke fahren könnte.[3]

Technik

In der Grundausstattung besitzt der Apollo 478 kW (650 PS) mit einem maximalen Drehmoment von 850 Nm bei 4.500 U/min. Weiterhin sind Motoren mit 551 kW (750 PS) oder 588 kW (800 PS) erhältlich. Die Kraftübertragung erfolgt über ein sequenzielles 6-Gang-Getriebe. Das in Genf auf dem Auto-Salon 2007 vorgestellte Sportpaket (Apollo Sport) beinhaltet das 515 kW (700 PS) starke Aggregat, den Heckflügel und eine Lufthebeanlage (Airjack), den 588-kW-Motor gibt es im Apollo Race. Die Grundlage der verschiedenen Motorisierungen basiert auf einem 4,2-Liter-V8-Motor von Audi, jedoch nur der Motorblock, das Innenleben wurde speziell für den Apollo gefertigt.

Das Fahrzeug ist mit Pirelli-Reifen der Dimension 255/35 auf 10x19 Zoll großen Felgen (vorne) und 345/55 auf 13x19 Zoll großen Felgen (hinten) beziehungsweise mit Michelin-Reifen der Dimension 265/30 (vorne) und 345/30 (hinten) auf 19 Zoll großen Felgen ausgestattet. Für die Verzögerung verfügt das Fahrzeug über innenbelüftete, geschlitzte Bremsscheiben mit einem Durchmesser von 380 mm und 6-Kolben-Festsätteln in Verbindung mit ABS.

Der ehemalige Rallye-Fahrer Walter Röhrl meinte nach einer Testfahrt mit dem Apollo: „Sehr beeindruckend, um nicht zu sagen: fast angsteinflößend“.

Rekorde

In der international bekannten britischen Sendung Top Gear holte sich der Apollo im Juli 2008 für rund zwei Jahre den Rekord für straßenzugelassene Fahrzeuge auf der Teststrecke der Sendung. Mit dem 515-kW-Motor fuhr der Apollo eine Rundenzeit von 1:17,1 Minuten und verwies andere Autos wie den Bugatti Veyron oder den Ferrari Enzo auf die Plätze. Im Juli 2010 wurde dieser Rekord von einem 883 kW starken Sondermodell des Bugatti Veyron um 0,3 Sekunden unterboten.

Am 13. August 2009 stellte der Apollo auf der Nordschleife des Nürburgring in der Eifel einen neuen Rundenrekord von 7:11,57 Minuten für straßenzugelassene Fahrzeuge auf.[4]

Fahrleistungen

  • Beschleunigung 0–100 km/h: 3,1 s [5]
  • Beschleunigung 0–200 km/h: 9,1 s
  • Höchstgeschwindigkeit: 360 km/h
(je nach Aerodynamikpaket und Getriebeübersetzung)

Weblinks

 Commons: Gumpert Apollo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellenangaben

  1. Gumpert Preisliste 2009
  2. Technische Daten des HHF Hybrid Concept Car
  3. [1] Focus-Artikel „Der an der Decke fährt“
  4. Gumpert Apollo fährt Rundenrekord AMS 13. August 2009
  5. Gumpert - Technische Daten

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