Algier

ÔĽŅ
Algier
‚ÄŹŔÖōĮŔäŔÜō© ōßŔĄō¨ō≤ōßō¶ōĪ‚Äé (al-JazńĀ‚Äôir)
‚ÄŹōĮō≤ōßŔäōĪ‚Äé (Dzayer)
Algier
Algier (Algerien)
Algier
Algier
Symbole
Wappen
Wappen
Basisdaten
Staat Algerien
Provinz Algier
H√∂he 10 m
Fl√§che 273 km¬≤
Metropolregion 865 km¬≤
Einwohner 2.159.051
Metropolregion 3.456.701 (1. Januar 2008)
Dichte 7.908,6 Ew./km¬≤
Metropolregion 3.996,2 Ew./km¬≤
ISO 3166-2 DZ-16
Politik
Wali Mohamed Kebir Addou
Blick auf Algier
Blick auf Algier
36.7666666666673.05

Algier (arabisch ‚ÄŹŔÖōĮŔäŔÜō© ōßŔĄō¨ō≤ōßō¶ōĪ‚Äé, Madńęnat al-DschazńĀ'ir, algerisches Arabisch und Berber: ‚ÄŹōĮō≤ōßŔäōĪ‚Äé, Dzayer [dz√¶ňąjer], franz√∂sisch Alger) ist die Hauptstadt Algeriens. Sie ist die gr√∂√üte Stadt und Namensgeber des Landes, Industriestadt, Verkehrsknotenpunkt und Kulturzentrum mit Universit√§ten, zahlreichen Instituten, Galerien und Museen.

Im st√§dtischen Siedlungsgebiet der Kernstadt (hohe Bebauungsdichte und geschlossene Ortsform) leben 2,2 Millionen Menschen.[1] Die Provinz Algier mit insgesamt 57 Gemeinden hat 3,5 Millionen Einwohner (2008).[2] In den letzten Jahrzehnten hat sich ein gr√∂√üerer Vorortg√ľrtel um die Stadt gebildet. In der Metropolregion, die weit √ľber die Grenzen der Provinz hinausreicht, leben 6,3 Millionen Menschen (2008).[3] Algier hei√üt neben der Provinz eigentlich nur die Gemeinde (etwa 150.000 Einwohner), die das Stadtzentrum umfasst.

Das Bild der älteren Viertel von Algier wird von der Kasbah, einer Burg aus dem 16. Jahrhundert, der Großen Moschee aus dem 11. Jahrhundert und der 1660 errichteten Moschee sowie von Bauten aus der französischen Kolonialzeit (1830-1962) geprägt. 1992 wurde die Altstadt (ebenfalls Kasbah genannt) von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.[4]

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Satellitenbild von Algier

Geographische Lage

Algier liegt in der gleichnamigen Provinz im westlichen Teil einer Bucht des Mittelmeeres, an den Berghängen des algerischen Sahel (Sahel algérois), einem Ausläufer des Atlas-Gebirges.

Hinter dem nur schmalen, buchtenreichen Saum der Mittelmeerk√ľste erhebt sich der steil ansteigende Tellatlas mit der algerischen Hauptstadt. Der durch Becken, L√§ngs- und Quert√§ler gegliederte Gebirgszug erreicht √∂stlich von Algier in der wildzerschluchteten Kabylei 2.308 Meter H√∂he. Auf seiner S√ľdseite f√§llt der Tellatlas zum Hochland der Schotts (391 Meter bis weit √ľber 1.000 Meter √ľber dem Meeresspiegel) ab, das im Inneren zahlreiche abflusslose, versumpfte Salzseen, die sogenannten Schotts, aufweist.

Die meist kurzen Dauerfl√ľsse in der K√ľstenregion k√∂nnen sich durch heftige Regenf√§lle in rei√üende Str√∂me verwandeln. In der Umgebung von Algier, an der ausreichend beregneten Nordseite des Tellatlas, wachsen mediterrane Str√§ucher wie Macchie, Aleppo-Kiefern, Korkeichen und Steineichen sowie (√ľber 1.600 Meter) Atlas-Zedern; in der Kabylei gibt es noch zusammenh√§ngende Waldgebiete.

Kasbah, Weltkulturerbe seit 1992: links Ibn-Fares Moschee, von 1850-1960 Große Synagoge Rabbi Bloch

Die Provinz hat eine Fläche von 865 Quadratkilometer. Davon gehören 273 Quadratkilometer (32 Prozent) zur Kernstadt (hohe Bebauungsdichte und geschlossene Ortsform), 592 Quadratkilometer (68 Prozent) bestehen aus Vorstädten und Gebieten mit ländlicher Siedlungsstruktur. Das städtische Siedlungsgebiet hat eine Ausdehnung von etwa 30 Kilometer.

Geologie

Tektonischer Grenzverlauf im Atlasgebirge. Die eurasische Platte im Norden und die afrikanische Platte im S√ľden.

Die algerische Hauptstadt Algier liegt in einer durch Erdbeben gef√§hrdeten Zone. Das Atlasgebirge bildet plattentektonisch betrachtet die Grenze zwischen der Eurasischen Platte im Norden und der Afrikanischen Platte im S√ľden. Wenn diese beiden Platten aneinander reiben, kann es zu Erdbeben kommen. Die Aufzeichnungen von starken Erdbeben in der Region um die Hauptstadt Algier reichen bis in das 14. Jahrhundert zur√ľck.

Am 2. Januar 1365 und 10. M√§rz 1673 ersch√ľtterten schwere Erdbeben Algier. Bei einem Beben am 3. Februar 1716 starben in der Region um Algier rund 20.000 Menschen. Ein Erdbeben in der s√ľdwestlich der Hauptstadt liegenden Stadt Blida forderte am 2. M√§rz 1825 rund 7.000 Todesopfer. Die Stadt wurde dabei vollst√§ndig zerst√∂rt. Nur wenige Jahrzehnte sp√§ter, am 2. Januar 1867, wurde Blida erneut von einem Erdbeben zerst√∂rt.

In der westlich der algerischen Hauptstadt liegenden Stadt Ech Cheliff starben bei einem Beben mit der Stärke 7,3 auf der Richterskala am 10. Oktober 1980 etwa 5.000 Menschen. Ein Erdbeben der Stärke 6,8 forderte am 21. Mai 2003 in der östlich von Algier gelegenen Stadt Zemmouri rund 2.000 Todesopfer.[5]

Stadtgliederung

Bezirke und Gemeinden von Algier

Die Provinz Algier (von der die Kernstadt Algiers etwa ein Drittel einnimmt) gliedert sich in 13 Kreise (Da√Įras) und 57 Gemeinden (Communes), wovon die Gemeinde Alger-Centre (‚ÄěAlgier-Zentrum‚Äú) (etwa 150.000 Einwohner) eine ist.

  • Da√Įra von Sidi M'Hamed: Algier-Zentrum, Sidi M'Hamed, El Biar, El Madania, El Mouradia, Hamma-Anassers, Hydra
  • Da√Įra von Bab El Oued: Bab El-Oued, Casbah, Bologhine, Hammamet, Oued Koriche, Rais Hamidou
  • Da√Įra von Hussein Dey: Bourouba, El Magharia, Hussein Dey, Kouba
  • Da√Įra von Bouzareah: Ben Aknoun, Beni Messous, Bouzareah, Dely Brahim
  • Da√Įra von Bir Mourad: Ra√Įs, Bir Mourad Ra√Įs, Birkhadem, Gue de Constantine, Saoula
  • Da√Įra von El Harrach: Bachdjerrah, El Harrach, Oued Smar, Mohammadia
  • Da√Įra von Dar El Be√Įda: A√Įn Taya, Bab Ezzouar, Bordj El Bahri, Bordj El Kiffan, Dar El Be√Įda, El Marsa
  • Da√Įra von Cheraga: A√Įn Benian, Cheraga, Ouled Fayet, El Achour
  • Da√Įra von Zeralda: Mahelma, Rahmania, Souidania, Staouali, Zeralda
  • Da√Įra von Draria: Baba Hassen, Douera, Draria, Khra√Įssia
  • Da√Įra von Birtouta: Birtouta, Ouled Chebel, Tessala El Merdja
  • Da√Įra von Baraki: Baraki, Les Eucalyptus, Sidi Moussa
  • Da√Įra von Rou√Įba: H'raoua, Regha√Įa, Rou√Įba

Klima

Klimadiagramm von Algier

Algier befindet sich in der mediterranen Klimazone mit warmen und trockenen Sommern sowie k√ľhlen und niederschlagsreichen Wintern. Die Jahresdurchschnittstemperatur betr√§gt 18,2 Grad Celsius. Der w√§rmste Monat ist der August mit durchschnittlich 25,2 Grad Celsius, die k√§ltesten Monate Januar und Februar mit 12,2 bis 12,6 Grad Celsius im Mittel. Meeresbrisen sorgen an hei√üen Tagen f√ľr Abk√ľhlung. Im Winter gibt es h√§ufig St√ľrme mit starken Regenf√§llen.

Am 9. November 2001 starben bei schweren Unwettern in Algier 672 Menschen, 1500 Familien wurden obdachlos. Starke Regenf√§lle hatten Schlamm- und Ger√∂lllawinen ausgel√∂st, die an den H√ľgeln der algerischen Hauptstadt gelegene, leicht gebaute Behausungen der Armenviertel fortrissen. Mit 120 Millimeter Regen innerhalb eines Tages fiel mehr Niederschlag als im gesamten √ľbrigen Monat.[6]

Die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei 598 Millimeter im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt zwischen November und Februar mit durchschnittlich 72,7 bis 91,0 Millimeter, der wenigste zwischen Juni und August mit 4,5 bis 8,5 Millimeter im Mittel.


Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschl√§ge f√ľr Algier
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (¬įC) 16,7 17,4 19,2 20,9 23,9 28,2 31,2 32,2 29,6 25,9 20,8 17,9 √ė 23,7
Min. Temperatur (¬įC) 5,5 5,9 7,1 8,8 12,3 16,1 18,9 19,8 17,6 14,2 9,8 7,2 √ė 11,9
Niederschlag (mm) 81,4 72,7 55,0 58,4 41,9 8,5 4,5 8,2 28,3 58,8 89,6 91,0 ő£ 598,3
Regentage (d) 11,4 10,6 9,7 9,1 7,3 2,5 1,5 2,5 5,3 8,6 11,1 12,1 ő£ 91,7
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
16,7
5,5
17,4
5,9
19,2
7,1
20,9
8,8
23,9
12,3
28,2
16,1
31,2
18,9
32,2
19,8
29,6
17,6
25,9
14,2
20,8
9,8
17,9
7,2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
81,4 72,7 55,0 58,4 41,9 8,5 4,5 8,2 28,3 58,8 89,6 91,0
  Jan Feb M√§r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Quelle: World Weather Information Service[7]

Geschichte

Stadtgr√ľndung

Etwa um 1200 v. Chr. besiedelten die Ph√∂nizier das Gebiet der heutigen Stadt. Sie gr√ľndeten an der Bucht von Algier eine Handelsniederlassung und gaben ihr den Namen Icosim. Nach Beendigung der Punischen Kriege kam die Siedlung 146 v. Chr. unter die Oberherrschaft der K√∂nige von Mauretanien. Als Icosium geh√∂rte sie seit 42 n. Chr. zur r√∂mischen Provinz Mauretania (Antike).

429 eroberten die Vandalen unter K√∂nig Geiserich den Ort. Ab 533 war die Stadt Teil des Byzantinischen Reiches, bis sie im Jahre 681 von arabischen Streitkr√§ften zerst√∂rt wurde. 950 gr√ľndete Buluggin ibn Ziri, Herrscher der Berberdynastie der Ziriden, an der K√ľste erneut eine Siedlung. Innerhalb der folgenden f√ľnf Jahrhunderte wurde der Ort mehrmals von europ√§ischen, arabischen und berberischen Truppen eingenommen, erlangte jedoch keine gro√üe √ľberregionale Bedeutung.

Barbareskenstaat

Algier 1680 auf einem Gemälde von Bastiaen Stoopendael (1637-1707)

Im 16. Jahrhundert, nach der R√ľckeroberoberung Granadas 1492 durch spanische K√∂nigin Isabella I. von Kastilien und K√∂nig Ferdinand II. von Arag√≥n machten muslimische Seer√§uber (Korsaren), von denen viele aus Spanien geflohene Morisken waren, Algier, Tunis, Tripolis und Marokko zu ihrer Basis. Von hier f√ľhrten sie einen asymmetrischen Kleinkrieg gegen die Handelsschifffahrt der christlichen Mittelmeerm√§chte. Sie handelten hierbei aus einem B√ľndel von Motiven. Diese waren politischer, islamisch religi√∂ser und materieller Natur. Diese als Barbareskenstaaten (Barbaresken = Barbaren oder Berber) bezeichneten Gebiete f√ľhrten von dort aus einen erbitterten Kampf gegen die christlichen Mittelmeerm√§chte, insbesondere deren Schifffahrt und K√ľsten.

Der bekannteste Korsarenf√ľhrer war Khair ad-Din Barbarossa. Nachdem er Algier erobert hatte, unterstellte er sich und sein Herrschaftsgebiet 1518 dem osmanischen Sultan, der auf diese Weise Oberherr von Nordafrika (mit Ausnahme Marokkos) wurde und eine schlagkr√§ftige Flotte gewann. Algier war formal Provinz des Osmanischen Reichs und Sitz der Deys, der Statthalter des Sultans, wurde jedoch seit Mitte des 17. Jahrhunderts faktisch unabh√§ngig. Die Bev√∂lkerung der Stadt lebte √ľberwiegend von der Piraterie.

Der Kriegszustand mit den abendl√§ndischen Staaten gab der Seer√§uberei die formale Legitimation der im Krieg √ľblichen Kaperei. Die Versuche der europ√§ischen M√§chte, die Stadt zu erobern und der Piraterie Einhalt zu gebieten, scheiterten. 1541 schickte Karl V., Kaiser des Heiligen R√∂mischen Reiches und K√∂nig von Spanien, seine Truppen gegen Algier. Er scheiterte genauso wie die D√§nen im Jahre 1770 und Spanien mit seiner Armee 1775.

Im Jahr 1805 gelang es J√©r√īme Bonaparte im Auftrag seines Bruders Napoleon, eine gr√∂√üere Anzahl italienischer Gefangener freizukaufen. Die propagandisch motivierte Aktion war im Kampf der europ√§ischen Mittelmeer-Anrainer gegen die Piraterie eher kontraproduktiv (und offenbarte letztendlich einmal mehr Frankreichs Schw√§che in der Seekriegsf√ľhrung).

Bombardierung Algiers 1816 durch ein britisch-niederländisches Geschwader

Auch einem britischen Geschwader von 19 Kriegsschiffen unter dem Kommando von Edward Pellew, unterst√ľtzt von 11 niederl√§ndischen Fregatten unter dem Befehl von Theodorus Frederik van Capellen, gelang es am 27. August 1816 nicht, die Stadt zu erobern. Allerdings zwang die Streitmacht den Dey Omar von Algier durch die Zerst√∂rung seiner Flotte und einem Bombardement seiner Hauptstadt und ihrer Befestigungen am Tag darauf zu einem Vertrag, der zur Freilassung der christlichen Sklaven und der R√ľckzahlung bereits entrichteter L√∂segelder f√ľhrte.

Mit der St√§rkung der christlichen Seefahrerm√§chte, vor allem Gro√übritannien, Frankreich und die Niederlande, verlor die Kaperei gegen den christlichen Handel im Mittelmeer zunehmend an Bedeutung. Im 18. und 19. Jahrhundert nahm der kommerzielle Handel mit Europa, vor allem mit Frankreich, zu. Die Piraterie der Korsaren fand ihr Ende mit der Schlacht von Navarino am 20. Oktober 1827, als die Kriegsschiffe der mit dem Osmanischen Reich verb√ľndeten Barbaresken zerst√∂rt wurden.

Französische Eroberung

Bombardement von Algier durch französische Streitkräfte 1830
Stadt und Hafen von Algier 1921

Am 29. April 1827 schlug der Dey von Algier, Hussain III., den franz√∂sischen Konsul Pierre Deval bei einer Audienz mehrmals mit dem Fliegenwedel, nachdem der Konsul mit einer beleidigenden Bemerkung die Bitte des Deys abgelehnt hatte, den Kredit zur√ľckzuerstatten, den er 1796 an Napol√©on Bonaparte w√§hrend des Italienfeldzuges gew√§hrt hatte.

F√ľr die in Frankreich regierenden Bourbonen war dies ein Anschlag auf die Ehre ihres Landes. Und so nahm der franz√∂sische K√∂nig Karl X. diesen Zwischenfall zum Vorwand, dem Dey den Krieg zu erkl√§ren. Am 16. Juni 1827 begann eine dreij√§hrige Blockade des Hafens von Algier.

In erster Linie war dieser Schritt durch die innenpolitische Lage in Frankreich bedingt, die den K√∂nig zwang, die Aufmerksamkeit der √Ėffentlichkeit auf die real nicht mehr existierende Gefahr durch die nordafrikanischen Korsaren zu lenken.

Der entscheidende Militärschlag gegen Algier erfolgte erst 1830, als König Karl X. politisch am Ende war. Die Eroberung Algiers am 5. Juli 1830 konnte die Julirevolution in Frankreich nicht mehr aufhalten, aber in den folgenden Jahrzehnten wurde dieser militärische Erfolg als Maßnahme im Kampf gegen die islamische Bedrohung der christlichen Anrainer des Mittelmeers bezeichnet.

1830 wurde Algier Hauptstadt der franz√∂sischen Kolonie und 1848 auch des Departements von Algier. In der zweiten H√§lfte des 19. Jahrhunderts kamen viele Europ√§er, haupts√§chlich franz√∂sischen Ursprungs, in die Stadt. Diese zogen vorwiegend in die Vororte, w√§hrend sich die lokale Bev√∂lkerung eher in der Kasbah konzentrierte. Mehrere Wohnviertel f√ľr Europ√§er wurden errichtet, die heute noch das Bild der Stadt pr√§gen, darunter auch der zwei Kilometer lange Boulevard im Hafenviertel.

Mit der Entwicklung der lokalen Wirtschaft nahm die Einwohnerzahl rasch zu. Bereits 1902 lebten in Algier rund 100.000 Menschen. Die Einwanderung machte Algier zu einer √ľberwiegend von Europ√§ern besiedelten Stadt. Nach dem Ersten Weltkrieg (1914‚Äď1918) wuchs die muslimische Bev√∂lkerung durch nat√ľrliche Zunahme und Landflucht erheblich.

Zweiter Weltkrieg

Landung der Alliierten nahe Algier 1942
Landung der Alliierten nahe Algier 1942

Algerien gehörte im Zweiten Weltkrieg zum von Deutschland nicht besetzten Frankreich unter der Regierung von Henri Philippe Pétain (1856-1951). Am 7. November 1942 landeten US-amerikanische und britische Soldaten zusammen mit französischen Widerstandskämpfern im Rahmen der Operation Torch in Algier und weiteren Städten Nordafrikas.

Schon in den fr√ľhen Morgenstunden des 8. Novembers verhafteten 400 K√§mpfer der R√©sistance, unterst√ľtzt von einem US-amerikanischen Vizekonsul, die Mehrzahl der Vichy-Milit√§rs und zivilen Beh√∂rdenchefs in Algier und nahmen Schl√ľsselstellungen inklusive der Telefonzentrale, der Radiostation, dem Gouverneurspalast, der Pr√§fektur, dem Stabshauptquartier, dem Hauptquartier des 19. Korps der vichy-franz√∂sischen Truppen und die K√ľstenartillerie von Sidi Ferruch ein.

Admiral Fran√ßois Darlan, Oberkommandierender der Vichy-Truppen, und weitere Offiziere wurden beim ‚ÄěPutsch vom 8. November 1942‚Äú durch junge franz√∂sische Patrioten der R√©sistance gefangen genommen, dann aber durch die Garde mobile wieder befreit. 15 Stunden hielten die schlechtausger√ľsteten R√©sistancek√§mpfer den Angriffen der Vichy-Truppen stand, was die Einkreisung der Stadt durch die Alliierten erm√∂glichte.

Die US-amerikanischen und britischen Soldaten besetzten Algier noch am Abend des gleichen Tages ohne großen Widerstand und nahmen die Kapitulation von Darlan entgegen. Kämpfe fanden nur im Hafen von Algier statt, wo zwei britische Zerstörer versuchten, einige US-Soldaten direkt auf dem Dock abzusetzen, um die Soldaten der Vichy-Regierung davon abzuhalten, Hafeneinrichtungen zu zerstören und Schiffe zu versenken. Algier war bis zur Befreiung von Paris Hauptstadt des freien Frankreich.

Algerienkrieg

Barrikaden in Algier 1960

Zwischen Januar und Oktober 1957 kam es w√§hrend des Algerienkrieges zur Schlacht von Algier, einer milit√§rischen Auseinandersetzung, in der sich die franz√∂sische Armee und die algerisch-nationalistische Rebellenorganisation FLN in Algier gegen√ľber standen. Sie war Teil des Algerienkrieges und stellte ein wichtiges Element der franz√∂sischen Befriedungsstrategie in Bezug auf Algerien dar.

Dabei kam es zu Anschl√§gen, Entf√ľhrungen und Morden seitens der FLN, sowie zu Massenverhaftungen, systematischer Folter und Deportationen seitens der franz√∂sischen Fallschirmj√§ger (‚ÄěParas‚Äú) und Fremdenlegion√§re. Obwohl die Schlacht von Algier f√ľr die FLN einer milit√§rischen Niederlage gleichkam, errang die algerische Rebellenorganisation gleichzeitig einen politischen Sieg. Der systematische Einsatz von Folter hatte Frankreich international diskreditiert und war auch von gro√üen Teilen der franz√∂sischen √Ėffentlichkeit als skandal√∂s empfunden worden. 1962 wurde Algerien unabh√§ngig und Algier Sitz der Regierung des Landes.

Unabhängigkeit

Im Oktober 1988 brachen in Algier und weiteren St√§dten des Landes schwere Unruhen aus, die zur Aufgabe des Machtmonopols der FLN f√ľhrten. Ursache waren unter anderem die hohe Arbeitslosigkeit und die Wohnungsnot. Eine Demokratisierung wurde eingeleitet und eine neue demokratische Verfassung, die die Trennung von Partei und Staat, parlamentarische Verantwortung, Pluralismus, politische Freiheiten und Garantien der Menschenrechte vorsah, geschaffen.

Der wirtschaftliche Niedergang um 1990 f√ľhrte zum Aufschwung der islamistischen Bewegung. Nach dem sich abzeichnenden Sieg der Islamischen Heilsfront (Front islamique du salut/FIS) bei den Parlamentswahlen 1991/1992 wurden die Wahlen abgebrochen. Im M√§rz 1992 erfolgte die Anordnung zur Aufl√∂sung der FIS, die daraufhin zum bewaffneten Kampf aufrief.

Dem B√ľrgerkrieg zwischen militanten Islamisten und der algerischen Regierung sind Zehntausende von Menschen in Algier und dem ganzen Land zum Opfer gefallen. Am 26. August 1992 forderte ein Attentat von Guerilleros, die im Flughafen Algier eine Bombe explodieren lie√üen, neun Todesopfer und 128 Verletzte.[8] Vor allem Jugendliche waren entt√§uscht dar√ľber, dass durch die FIS die bestrebte Liberalisierung abgebrochen wurde. Durch ihre Hoffnungslosigkeit ergab sich ihr R√ľckfall zur islamistischen Radikalisierung; ihr einzig √ľbriggebliebener und deshalb bew√§hrter Halt.

Am 30. September 2005 stimmten die algerischen W√§hler, darunter auch die meister Einwohner Algiers, f√ľr eine nationale Vers√∂hnung. Bei einem Referendum √ľber die ‚ÄěCharte pour la paix et la r√©conciliation nationale‚Äú gaben 97 Prozent der W√§hler dem Plan der Regierung Abdelaziz Bouteflika ihre Zustimmung. Dieser bedeutet eine Amnestie f√ľr viele islamistische Extremisten. Aber auch nach der Abstimmung kommt es weiter zu Anschl√§gen.

Am 11. April 2007 starben in Algier bei zwei Bombenanschl√§gen 33 Menschen. Eine Explosion ereignete sich nahe dem Amtssitz des algerischen Ministerpr√§sidenten Abdelaziz Belkhadem, eine weitere Bombe explodierte au√üerhalb einer Polizeistation im Vorort Bab Ezzouar. Die am 25. Januar 2007 aus der radikalen islamistischen Gruppierung Salafisten-Gruppe f√ľr Predigt und Kampf (GSPC) hervorgegangene Organisation ‚Äěal-Qaida des Islamischen Maghreb‚Äú √ľbernahm die Verantwortung f√ľr die Anschl√§ge.[9]

Bei Bombenanschl√§gen am 11. Dezember 2007 auf das Geb√§ude der Fl√ľchtlingshilfsorganisation UNHCR im Stadtteil Hydra und in der N√§he des Obersten Gerichtshofs im benachbarten Stadtteil Ben Akoun wurden nach Angaben des algerischen Innenministers Yazid Zerhouni mindestens 26 Menschen get√∂tet.[10] Auch zu diesen Anschl√§gen bekannte sich die ‚Äěal-Qaida des Islamischen Maghreb‚Äú.[11]

Im Jahr 2011 kam es in Algier zu Protesten weiter Teile der Bevölkerung. Die Unruhen in Algerien 2011 richteten sich vor allem gegen die gestiegenen Grundnahrungsmittelpreise.

Einwohnerentwicklung

Der Märtyrerplatz
Kinder in der Kasbah

Die Bevölkerung der Stadt wuchs im 19. Jahrhundert von rund 30.000 im Jahre 1838 bis etwa 97.000 im Jahre 1899. Im 20. Jahrhundert beschleunigte sich das Wachstum. Lebten 1906 noch rund 138.000 Menschen in Algier, so waren es 2008 bereits 2,2 Millionen. Die Provinz Algier hat 3,5 Millionen Einwohner, die Metropolregion 6,3 Millionen (2008).

In der Hauptstadt leben vorwiegend Araber und verschiedene Berberstämme, die zum Teil arabisiert sind. Jedoch muss man festhalten, dass diese Volksgruppen in den letzten Jahrzehnten immer mehr miteinander verschmelzen, so dass es mittlerweile schwer ist einen Algerier einem bestimmten Stamm zuzuordnen, denn immer mehr haben arabische wie auch berberische Wurzeln. Die Zahl der Europäer sank nach Erlangung der Unabhängigkeit bis auf wenige tausend.

Die hohe Auswanderungsquote ist haupts√§chlich auf fehlende Arbeitsm√∂glichkeiten und den wachsenden Bev√∂lkerungsdruck zur√ľckzuf√ľhren; zahlreiche Hauptst√§dter leben im Ausland, davon viele in Frankreich. Rund 34 Prozent der Bev√∂lkerung war 2003 unter 15 Jahre alt, die Lebenserwartung lag 2003 bei 71 Jahren.

Die folgende √úbersicht zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahlen der Kernstadt (ohne Vorortg√ľrtel).

Jahr Einwohner
1838 30.395
1876 52.700
1881 70.747
1886 74.800
1892 82.500
1896 92.100
1899 96.800
1901 96.500
1906 138.240
1911 172.400
1921 206.600
Jahr Einwohner
1926 226.200
1931 257.100
1936 252.300
1948 315.200
1954 361.300
1960 884.000
1966 943.100
1977 1.353.826
1987 1.507.241
1998 1.519.570
2008 2.159.051

Politik

Stadtregierung

Blick auf einen Stadtteil am Meer
Algier in der Nacht

Die Provinz Algier gliedert sich in Kreise und Gemeinden. Sie wird von einem Gouverneur (Wali) regiert, der vom Pr√§sidenten des Landes ernannt wird und dem Innenministerium untersteht. Seit 1996 besitzt der Wali von Algier den Rang eines Ministers. Er wird von einem Exekutivrat unterst√ľtzt.

Jede der Gemeinden, darunter auch Algier, wird von einer f√ľr vier Jahre gew√§hlten kommunalen Volksversammlung (Assembl√©e Populaire Communale, APC) regiert. Sie ist verantwortlich f√ľr die lokale Verwaltung sowie die Bereiche Wirtschaft, Finanzen und Kultur. Die Volksversammlung w√§hlt einen kommunalen Exekutivrat und dessen Pr√§sidenten. Alle Ratsmitglieder, einschlie√ülich des Pr√§sidenten, sind dem Innenministerium unterstellt.

Städtepartnerschaften

Algier unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften.

Kultur und Sehensw√ľrdigkeiten

Sprache

Offizielle Amtssprache ist Arabisch. Daneben spielt Französisch eine wichtige Rolle als Bildungs-, Handels- und Verkehrssprache. Staatliche Fernsehsender strahlen in Algier Nachrichten und Dokumentationen auch auf Französisch aus. Schriftsprache ist entweder Französisch oder Hocharabisch, wobei es eine Initiative der Regierung zum Gebrauch des Hocharabischen gibt. Der größte Teil der Bevölkerung in der algerischen Hauptstadt spricht Arabisch als Muttersprache.

Religionen

Moschee El Jdid

Die Staatsreligion in Algerien ist der sunnitische Islam. Nach offizieller Statistik sind zirka 99% der Bevölkerung Anhänger dieser Religion. Nur eine kleine Minderheit, meist in der Stadt lebende Ausländer, aber auch ein paar Algerier, sind geprägt vom Christentum oder Judentum. Diese winzige Minderheit lebt ihren Glauben jedoch sehr diskret.

Die R√∂misch-katholische Kirche der Region ist im Erzbistum Algier organisiert. Es wurde am 10. August 1838 als Bistum begr√ľndet und bereits am 25. Juli 1866 zum Erzbistum erhoben: Seine Suffraganbist√ľmer sind das Bistum Constantine und das Bistum Oran.

Das 54.927 Quadratkilometer gro√üe Erzbistum z√§hlte 1970 rund 50.000 Gl√§ubige und 1980 noch 35.000. Heute sind es lediglich noch 1.500 Katholiken, bei einer Bev√∂lkerung von neun Millionen Menschen in dieser Region. Der Weggang der franz√∂sischen Besatzung f√ľhrte in der Erzdi√∂zese zu einer tiefgreifenden Umstrukturierung, so wie in den anderen Di√∂zesen Algeriens auch.

Im Gefolge des 1992 ausgebrochenen B√ľrgerkriegs zwischen Regierung und der islamistischen Heilsfront (FIS), die vor Massenmorden unter der eigenen Bev√∂lkerung nicht zur√ľckschreckte, wandten sich viele Menschen dem Christentum zu. Ein seit dem 28. M√§rz 2006 in Kraft getretenes Gesetz stellt die Missionierung unter hohe Strafen.[12]

Museen

Grand Post Office

Im modernen Teil der Stadt gibt es eine Oper und viele Museen. Das Mus√©e Le Bardo beherbergt enthnographische Sammlungen mit Fossilien, Werkzeugen und Waffen aus der Alt- und Jungsteinzeit sowie Kost√ľme und Schmuck aus dem ganzen Land. Das Nationalmuseum der Sch√∂nen K√ľnste zeigt eine Ausstellung mit moderner franz√∂sischer Malerei.

Das Museum f√ľr klassische Altert√ľmer und islamische Kunst beherbergt eine Sammlung r√∂mischer Glaskunst und Mosaiken, Stickereien aus t√ľrkischer Kolonialzeit sowie maurische Keramiken und Holzskulpturen aus dem 11. bis 15. Jahrhundert. Die Nationalgalerie zeigt Werke verschiedener Orientalisten sowie eine Miniaturen- und Skulpturensammlung.

Bauwerke

Algier
Basilique Notre-Dame d'Afrique
Monument der Märtyrer

Sehenswert ist die √ľberwiegend in osmanischer Zeit entstandene und zum UNESCO-Weltkulturerbe z√§hlende Altstadt (Kasbah) mit ihren gewundenen Gassen. Dort befinden sich zahlreiche Moscheen, viele Pal√§ste aus maurischer Zeit und die Zitadelle aus dem 16. Jahrhundert.

Das Mausoleum des Sufi-Heiligen Sidi Abdarahman (1384‚Äď1469) befindet sich auf dem st√§dtischen Friedhof und ist ein beliebtes Pilgerziel besonders von Frauen, die hier ihre W√ľnsche √§u√üern.

Vom Hafen f√ľhren Freitreppen und Stra√üen hinauf auf den Boulevard Che Guevara (fr√ľher Boulevard de la R√©publique), eine mit ornamentalem Gel√§nder versehene, 2000 Meter lange Terrasse. Sie wurde zwischen 1860 und 1866 nach Pl√§nen von Morton Peto erbaut. Die Terrasse ruht auf einer doppelten Reihe von etwa 350 B√∂gen.

An diesem Boulevard liegen unter anderem die palastartigen Geb√§ude der Bank, der Post und des Justizpalastes, am Ende desselben der Place de la Kasbah (fr√ľher Place de Gouvernement), und an demselben der erzbisch√∂fliche Palast, ein √§lterer maurischer Prachtbau, und die 1660 fertiggestellte Moschee Djam√Ęa el Djedid.

Seit 1845 stand auf dem fr√ľheren Place de Gouvernement eine von Charles Marochetti entworfene Reiterstatue des Herzogs Ferdinand Philippe d'Orl√©ans. Nach der Unabh√§ngigkeit wurde die Statue 1963 nach Frankreich transportiert und 1981 in der Gemeinde Neuilly-sur-Seine bei Paris aufgestellt.

Westlich des Boulevard Che Guevara befinden sich das Nationaltheater, und in unmittelbarer N√§he liegt der fr√ľhere Winterpalast des Gouverneurs und die katholische Kathedrale. Die Basilique Notre-Dame d'Afrique, erreichbar √ľber eine Drahtseilbahn, steht im Stadtteil Z‚Äôghara und wurde 1858 fertiggestellt.

Das Monument des Martyrs (Maquam E‚Äôchahid) entstand im Jahre 1984. Das 90 Meter hohe Bauwerk setzt sich aus drei Palmen zusammen, die auf einer ausgedehnten Esplanade ruhen, wo sich die ‚Äěewige Flamme‚Äú befindet. Es ist dem Gedenken an die Opfer der K√§mpfe um die nationale Befreiung gewidmet.

Tipasa
Römisches Grabmal von Tipasa

Rund 50 Kilometer westlich von Algier liegt die 1982 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erkl√§rte Ruinenstadt Tipasa.[13] Der Ort wurde von den Ph√∂niziern gegr√ľndet und von den R√∂mern unter Kaiser Claudius zur r√∂mischen Milit√§rkolonie ausgebaut, sp√§ter wurde er zum Municipium.

Zu sehen sind die Ruinen von drei Kirchen: Die Gro√üe Basilika und die Basilika Alexander auf dem westlichen H√ľgel und die Basilika von St. Salsa auf dem √∂stlichen H√ľgel. Weiterhin sind zwei Friedh√∂fe, die B√§der, das Theater, ein Amphitheater und das Nymphaeum erhalten.

Der Verlauf der Stadtmauern ist deutlich zu erkennen und am Fu√üe des √∂stlichen H√ľgels befinden sich Reste des antiken Hafens. Die Basiliken sind von Friedh√∂fen umgeben, die voll von zahlreichen steinernen und mit Mosaiken verzierten S√§rgen sind.

Freizeit und Erholung

Etwa 20 Kilometer im Westen von Algier befinden sich Badeorte wie Sidi Fredj (ex-Sidi Ferruch), Palm Beach, Douaouda, Z√©ralda und Club des Pins (Staatswohnsitz). Sie sind mit Touristenkomplexen, algerischen und ausl√§ndischen Restaurants, Souvenirl√§den und √ľberwachten Str√§nden ausgestattet. Geplant ist die Er√∂ffnung von gro√üen Hotelkomplexen wie ‚ÄěHilton‚Äú, ‚ÄěEl-Aurassi‚Äú und ‚ÄěEl Djazair‚Äú.

In Algier gibt es auch den ersten Wasserpark des Landes. Er liegt √∂stlich der Stadt und hat eine Fl√§che von zwei Hektar. Dort befinden sich unter anderem Schwimmbecken f√ľr Erwachsene und Kinder sowie eine Go-Kart-Bahn. Eine Erweiterung um ein 1,5 Hektar gro√ües Spa√übad ist vorgesehen.

Strand am Club des Pins

Im Osten der Stadt befindet sich auch der Botanische Garten (El-Hamma) mit Zoo und Vergn√ľgungspark. Er wurde 1832 nach Pl√§nen von A. Hardy angelegt. Auf dem 80 Hektar gro√üen Gel√§nde sind zahlreiche exotische Pflanzen und Gartenanlagen zu sehen.

Sport

Mehrere Fußballklubs aus Algier spielen in der ersten Division des Landes.

Der 1962 gegr√ľndete Verein CR Belouizdad geh√∂rt mit sechs Meisterschaften zu den erfolgreichsten Fu√üballvereinen Algeriens. Zudem konnte bei sieben Finalteilnahmen f√ľnf Mal der algerische Pokal gewonnen werden. 2000 wurde der Ligapokal gewonnen und 1970 und 1971 holte man das Championnat du Maghreb. Das Stade du 20 ao√Ľt 1955, Austragungsort der Heimspiele, bietet 20.000 Zuschauern Platz.

Der 1937 gegr√ľndete Verein USM Algier hat in seiner Geschichte f√ľnf nationale Meistertitel gewonnen und bei 15 Finalteilnahmen sieben Mal den algerischen Pokal geholt. 1997 und 2003 stand der Verein zudem jeweils im Halbfinale der CAF Champions League. Der Spielort von USM Algier, das Omar Hammadi Stadion, bietet 17.000 Zuschauern Platz.

Der 1947 gegr√ľndete Verein NA Hussein Dey gewann 1967 die algerische Meisterschaft. Zudem gelang bei vier Finalteilnahmen ein Pokalsieg. 1978 stand man im Finale des afrikanischen Pokals der Pokalsieger. Gespielt wird im Stadion Zioui vor bis zu 15.000 Zuschauern in gelb und rot.

Weitere Fußballklubs der Hauptstadt sind MC Algier, Paradou AC, USM El Harrach, RC Kouba, OM Ruisseau und DNC Algier.

Die in Algier geborene Nouria Mérah-Benida ist eine von bislang vier algerischen Sportlern, die bei Olympischen Spielen eine Goldmedaille erringen konnten. Bei den XXVII. Olympischen Sommerspielen 2000 in Sydney, Australien, gewann sie den 1500-Meter-Lauf vor den beiden Rumäninnen Violeta Szekely (Silber) und Gabriela Szabo (Bronze).

Vom 11. bis 23. Juli 2007 war Algier Austragungsort der 9. Panafrikanischen Spiele, der Sportspiele f√ľr die Nationen des afrikanischen Kontinents. An den Wettk√§mpfen im 66.000 Zuschauer fassenden Stade 5 Juillet 1962 nahmen Athleten aus 53 L√§ndern teil. Es wurden Medaillen in 338 Disziplinen und 22 Sportarten vergeben. Auch die 3. Panafrikanischen Spiele vom 13. bis 28. Juli 1978 fanden in Algier statt.

Gastronomie

Bab el Djedid

Die Restaurants der algerischen Hauptstadt bieten dem Gast zahlreiche einheimische und internationale Spezialit√§ten. F√ľr die traditionelle K√ľche Algiers typische Lebensmittel sind Fisch, Meeresfr√ľchte, Schaf - und Lammfleisch, verschiedenes Gem√ľse, Datteln, Mandeln, Oliven, Trauben und Obst. Die Gerichte werden haupts√§chlich mit Kreuzk√ľmmel, Muskat, Zimt und Safran gew√ľrzt. Zur Anwendung kommen aber auch frische Pfefferminze, Petersilie oder Koriander.

Ein Hauptgericht besteht meist aus gebratenem Fleisch (√ľberwiegend Lamm oder Rind) oder auch Fisch mit Couscous (ged√§mpftem Hartweizengrie√ü) und einer Gem√ľseso√üe. Verfeinert wird vorwiegend mit Harissa, einer scharfen So√üe. Typische Speisen sind auch Shakshuba, ein Eintopf aus Paprika, Tomaten und Zwiebeln mit Eiern sowie Tajine, ein Eintopf mit Lammfleisch. An den Imbissst√§nden Algiers kann man unter anderem Merguez (scharfgew√ľrzte Lammfleischw√ľrstchen) und gef√ľllte Baguettes kaufen.

Handel

Algier bei Nacht

Auf den zahlreichen M√§rkten und in den Gesch√§ften Algiers gibt es ein vielf√§ltiges Angebot an Lederwaren, Berberteppichen, Kupfer- und Messingartikeln, einheimischer Bekleidung und Schmuck. Aus der Sahara werden lackierte Korbwaren sowie Ton- und Steingutwaren verkauft. Auf den M√§rkten und in den kleineren Gesch√§ften ist das Handeln √ľblich. Die Rue Didouche Mourad ist eine der wichtigsten Einkaufsstra√üen.

In der algerischen Hauptstadt gibt es zwei staatliche Kunstgewerbezentren mit Festpreisen, wovon sich eines am Flughafen befindet. Die Geschäfte öffnen in der Regel von Sonnabend bis Donnerstag zwischen 8:00 und 12:00 Uhr sowie zwischen 14:00 und 19:00 Uhr. Die Banken öffnen von Sonntag bis Donnerstag zwischen 8:00 und 17:00 Uhr.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Börse von Algier
Gebäude aus der Kolonialzeit

Algier ist die wichtigste Industriestadt Algeriens. Bedeutende Produktionszweige sind die Leder- und Textilindustrie, die Verarbeitung von Erdöl und die Herstellung von Kraftfahrzeugen und Metallwaren. Die Hauptstadt ist Sitz der größten Börse des Landes, der Bourse d'Alger.

In der Umgebung der Stadt findet eine intensive landwirtschaftliche Nutzung statt. Das Acker- und Dauerkulturland befindet sich √ľberwiegend in Privatbesitz. Die wichtigsten Agrarprodukte sind Getreide, Zuckerr√ľben, Kartoffeln, H√ľlsenfr√ľchte, Tomaten, Oliven, Datteln, Feigen, Tabak, Wein und Zitrusfr√ľchte. In Treibh√§usern aus Kunststoff-Folie wird Fr√ľhgem√ľse f√ľr den Export kultiviert.

Nach Erlangung der Unabh√§ngigkeit begann die Verstaatlichung einiger Wirtschaftsbereiche. Seit Anfang der 1980er Jahre bem√ľht man sich jedoch um eine √∂konomische Liberalisierung und um die F√∂rderung des Privatsektors.

Probleme bereiten die unzureichende Infrastruktur und die, bedingt durch die Landflucht, au√üerordentlich gro√üe Wohnungsnot. Die Strom- und Wasserversorgung befindet sich in einem desolaten Zustand. In der Stadt bestehen nur ungen√ľgende Entsorgungs- und Reinigungskapazit√§ten f√ľr Abw√§sser, Abgase und Abf√§lle.

Es gibt es nur wenige Kl√§ranlagen, die oft au√üer Betrieb sind. Das Abwasser aus der Industrie und den Privathaushalten l√§uft so ungefiltert ins Mittelmeer. Die Wasserf√ľhrung der Fl√ľsse in der algerischen Hauptstadt besteht aus hygienisch bedenklichem Abwasser, das zum Teil f√ľr die Bew√§sserung in der Landwirtschaft verwendet wird.

Zu den Infektionserkrankungen, die durch unzureichende hygienische Bedingungen verbreitet werden, kommen so Atemwegs- und Hauterkrankungen aufgrund der giftigen Emissionen der vielen Industriebetriebe und des Kraftfahrzeugverkehrs. Besondere Probleme ergeben sich aus der oft direkten Nachbarschaft ärmerer Wohngebiete und der Industrie. Die Luftverschmutzung und die Zersiedlung historisch bedeutender Areale zerstören viele Kulturdenkmäler Algiers.

Verkehr

Hafen von Algier
Streckenplan von Metro, S-Bahn und Straßenbahn
K√ľstenstra√üe

Die Stadt ist bedeutendster Verkehrsknotenpunkt des Landes mit Stra√üen, Eisenbahnen und dem Flughafen Algier. Wegen der strategisch g√ľnstigen Lage und des modernen Hafens ist sie ein Zentrum der Aus- und Einfuhr von G√ľtern sowie Anlaufpunkt zum Auftanken von Schiffen.

Es gibt eine internationale Eisenbahnstrecke nach Tunesien. Stra√üen verbinden Algier mit Tunesien, Libyen, dem Niger, Mali und Mauretanien. Der Grenz√ľbergang nach Marokko ist geschlossen. Mit der F√§hre kann man von der algerischen Hauptstadt nach Spanien, Frankreich und Italien fahren.

In Algier wurde im Jahr 2009 ein S-Bahn-System mit einer Geschwindigkeit von 160 Kilometer pro Stunde er√∂ffnet. Daf√ľr wurden 64 vierteilige elektrische Triebz√ľge der Bauart FLIRT bei Stadler in der Schweiz bestellt.[14]

Die Er√∂ffnung der Metro Algier ist im Jahr 2011 geplant.[15] Der erste Abschnitt der U-Bahn soll neun Kilometer lang sein und zehn Stationen haben. Die Linie verl√§uft dabei vom S√ľden her in Richtung Norden, danach folgt die Metro der K√ľstenlinie in Richtung Westen. Die Linie verbindet A√Įn Allah mit De Constantine Gu√© √ľber El-Biar im Stadtzentrum Algiers mit A√Įn Naadja. Ein weiterer Ausbau auf insgesamt drei Linien ist geplant.

Ein die U-Bahn ergänzendes Straßenbahnnetz wurde am 8. Mai 2011 auf einem 8 Kilometer langem Streckenabschnitt teilweise in Betrieb genommen.[16] Im Bau ist eine östliche, 30 Kilometer lange Linie vom Stadtzentrum nach Ain Taya und El Kiffan Bordj mit 30 Haltestellen, sowie eine westliche zwischen der Stadt El-Qued und Ain Benian Bab (17 Kilometer, 20 Stationen).Delivery of the first section of the Algiers tramway, 22. Dezember 2010, Zugriff am 25. Januar 2011</ref>

Straßenbahnen verkehrten schon einmal zwischen 1890 und 1969 in der Stadt. Auch Oberleitungsbusse fuhren vom 1. Juli 1934 bis 1974 in der algerischen Hauptstadt.

Es gibt au√üerdem vier Seilbahnen, um die teilweise sehr steilen H√§nge leichter zu √ľberwinden.

Medien

Place Audin

Die algerische Hauptstadt ist das Medien- und Verlagszentrum des Landes. Fast alle bedeutenden Radio- und Fernsehsender sowie Verlage Algeriens haben ihren Sitz in Algier. Die Stadt ist Sitz der 1961 gegr√ľndeten offiziellen Nachrichtenagentur des Landes, Alg√©rie Presse Service (APS). Alle wichtigen ausl√§ndischen Nachrichtenagenturen haben B√ľros in Algier, darunter Agence France Presse (AFP), Associated Press (AP) und Reuters.

Die in der Hauptstadt erscheinenden Tageszeitungen mit der h√∂chsten Auflage (jeweils mehr als 100.000 verkaufter Exemplare im ganzen Land) sind: Al-Moudjahid (Gr√ľndung: 1965, Sprachen: arabisch und franz√∂sisch), Al-Badil (Gr√ľndung: 1990, Sprachen: arabisch und franz√∂sisch), Le Matin (Gr√ľndung: 1990, Sprache: franz√∂sisch) und El Watan (Gr√ľndung: 1990, Sprache: franz√∂sisch). Die in Algier erscheinende Wochenzeitschrift mit der h√∂chsten Auflage ist Alg√©rie Actualit√© (Gr√ľndung: 1965, Sprache: franz√∂sisch).

Die Hauptstadt ist Sitz der staatlichen Gesellschaft Radiodiffusion et T√©l√©vision Alg√©rienne (RTA). Sie ist f√ľr die Kontrolle der Radio- und Fernsehprogramme zust√§ndig. Gesendet wird terrestrisch und √ľber Satellit in Arabisch, Franz√∂sisch und Tamazight.

Bildung

Die Stadt ist Sitz der 1909 er√∂ffneten Universit√© d'Alger, der Universit√© de Ben Aknoun, der Universit√© de Bouzareah, der Universit√© de la Formation Continue d'Alger, der Universit√© des Sciences et de la Technologie Houari Boumediene und zahlreicher Forschungsinstitute, Hoch- und Fachschulen sowie Bibliotheken. Bedeutende Schulen der Hauptstadt sind die Ecole Nationale des Travaux publics, die √Čcole nationale d'administration und die √Čcole normale sup√©rieure des langues et Sciences humaines D'Alger.

Weitere wichtige Bildungseinrichtungen in Algier sind: Faculté des Sciences Economiques et Sciences de Gestion, I.N.E.S des sciences commerciales d'Alger, I.N.E.S Oussoul Eddine d'Alger, Institut national agronomique, Institut National de Recherche Forestière, Institut national d'informatique, Institut Supérieur de la Gestion et de la Planification und Unité de recherche en aménagement du territoire.

Allgemeine Schulpflicht besteht f√ľr 6- bis 15-J√§hrige. Die Bildungs- und Ausbildungsunterschiede zwischen M√§nnern und Frauen sind immer noch erheblich. Alphabetisierungsprogramme f√ľr Erwachsene und eine h√∂here Einschulungsrate bewirkten in den letzten Jahrzehnten ein langsames Absinken der Analphabetenrate.

Blick auf Algier

Söhne und Töchter der Stadt

Mit Algier verbunden oder in Algier wirkten folgende Personen:

Filme

  • P√©p√© le Moko ‚Äď Im Dunkel von Algier (1937) von Julien Duvivier. Ein Gangsterfilm von dokumentarischem Wert √ľber die Kasbah.
  • La battaglia di Algeri ‚Äď Die Schlacht um Algier (1966) von Gillo Pontecorvo. √úber den algerischen Unabh√§ngigkeitskampf in Algier.
  • Bab el Oued City ‚Äď Abschied von Algier (1994) von Merzak Allouache. Momentaufnahme vom Algier der beginnenden Krise.
  • Viva Laldj√©rie ‚Äď Es lebe Algerien (2003) von Nadir Mokn√®che. Portr√§t dreier Frauen im modernen Algier.

Siehe auch

Literatur

  • Ernle Bradford: The sultan's admiral: the life of Barbarossa. Hodder & Stoughton, London 1968, ISBN 0-340-02504-2
  • Stephen Clissold: The Barbary Slaves. Rowman and Littlefield, 1977, ISBN 0-236-40084-3
  • Geophysical Research Letters, Vol. 31, 2004: The 21 May 2003 Zemmouri (Algeria) earthquake Mw 6.8: Relocationand aftershock sequence analysis.
  • Ulrich Haarmann (Hrsg.): Geschichte der arabischen Welt. Verlag C. H. Beck, M√ľnchen 1987, ISBN 3-406-31488-0
  • J√∂rg Manfred M√∂ssner: Die V√∂lkerrechtspers√∂nlichkeit und die V√∂lkerrechtspraxis der Barbareskenstaaten (Algier, Tripolis, Tunis 1518-1830). Verlag Walter de Gruyter, Berlin 1968, ASIN B0000BSP4E
  • Bernhard Schmid: Algerien - Frontstaat im globalen Krieg? Neoliberalismus, soziale Bewegungen und islamistische Ideologie in einem nordafrikanischen Land. Unrast Verlag, M√ľnster 2005, ISBN 3-89771-019-6
  • Bernhard Schmid: Das koloniale Algerien. Unrast Verlag, M√ľnster 2006, ISBN 3-89771-027-7
  • John B. Wolf, The Barbary Coast: Algeria under the Turks. W. W. Norton & Co Ltd., New York 1979, ISBN 0-393-01205-0

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ World Gazetteer: Bev√∂lkerungszahlen in der Kernstadt
  2. ‚ÜĎ World Gazetteer: Bev√∂lkerungszahlen der Provinz
  3. ‚ÜĎ World Gazetteer: Bev√∂lkerungszahlen im Ballungsraum
  4. ‚ÜĎ UNESCO: Eintrag der Kasbah in der Welterbeliste
  5. ‚ÜĎ International Institute of Seismology and Earthquake Engineering: List of important earthquakes in Algeria
  6. ‚ÜĎ EarthStation.de: Algerien - Schreckensbilanz nach Hochwasser
  7. ‚ÜĎ WMO: Wetter Algier
  8. ‚ÜĎ New York Times, 27. August 1992
  9. ‚ÜĎ n-tv: Nach Anschl√§gen - Suche nach Attent√§tern in Algier, vom 12. April 2007
  10. ‚ÜĎ Focus: UN-Mitarbeiter unter den Anschlagsopfern, vom 11. Dezember 2007
  11. ‚ÜĎ Die Zeit: Al-Qaida bekennt sich zu Doppelanschlag, vom 12. Dezember 2007
  12. ‚ÜĎ aidlr.org: Mission unter Moslems steht k√ľnftig unter Strafe, vom 10. April 2006
  13. ‚ÜĎ UNESCO: Eintrag von Tipasa in der Welterbeliste
  14. ‚ÜĎ stadlerrail.com: FLIRT in Algerien gestartet, 12. Mai 2009, Zugriff am 24. Januar 2011
  15. ‚ÜĎ Radio Africa N¬į1 : Le m√©tro d‚ÄôAlger op√©rationnel en 2011, 31. Oktober 2010
  16. ‚ÜĎ Le Financier: Tramway d‚ÄôAlger : Inauguration du 1er tron√ßon devant un parterre de responsables. 8. Mai 2011, abgerufen am 10. Juni 2011.

Weblinks

 Commons: Algier ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews Wikinews: Algier ‚Äď in den Nachrichten

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen W√∂rterb√ľchern nach:

  • Algier ‚ÄĒ Algier. Das erste Eisenbahnprogramm, das der Kriegsminister Marschall Vaillant auf Veranlassung des Kaisers Napoleon III. im Jahre 1857 aufstellte, enthielt folgende Bahnlinien: 1. eine Bahn parallel der K√ľste von Algier √∂stlich nach Constantine… ‚Ķ   Enzyklop√§die des Eisenbahnwesens

  • Algier [1] ‚ÄĒ Algier, Algerien, seit 1830 franz. Colonialgebiet, 6500 QM. mit 2‚Äď3 Mill. E., gr√§nzt westl. an Marokko, √∂stl. an Tunis, s√ľdl. an die W√ľste, n√∂rdlich an das Mittelmeer. Das Land ist durchgehends H√∂henland, indem von der K√ľste bis an die Sahara 3… ‚Ķ   Herders Conversations-Lexikon

  • Algier ‚ÄĒ (franz. Alger, span. Argel, arab. Al Dschesair, d.h. ¬Ľdie Insel¬ę, das alte Icosium, im Mittelalter bei den Arabern Mesrana genannt), Hauptstadt der franz. Kolonie Algerien und des Departements A. (s. unten), erster Kriegs und Handelsplatz… ‚Ķ   Meyers Gro√ües Konversations-Lexikon

  • Algier [2] ‚ÄĒ Algier (spr. Alschir, Gesch.). I. √Ąlteste Geschichte. Das Gebiet des heutigen A. bildete sonst Numidien (s.d.), u. mit Skylax, Masinissa u. Jugurtha, deren Residenz Jol war, k√§mpften die R√∂mer um den Besitz dieser Provinz u. eroberten sie. Der… ‚Ķ   Pierer's Universal-Lexikon

  • Algier ‚ÄĒ Algier, der gr√∂√üte der sogenannten Barbaresken Staaten, liegt an der Nordk√ľste von Afrika, √∂stlich von Marokko, westlich von Tunis und n√∂rdlich von der W√ľste Sahara, war bis 1830, wo es von den Franzosen erobert wurde, das gef√ľrchtetste Raubnest… ‚Ķ   Damen Conversations Lexikon

  • Algier [1] ‚ÄĒ Algier (spr. Alschir, Geogr.). 1) Land u. franz. Provinz (Regentschaft), jetzt gew√∂hnlich Algerien genannt, in NAfrika, grenzt an das Mittelmeer, Marokko, Sahara u. Tunis, geht vom 16‚Äď26¬į √∂stl. L√§nge u. 32 bis 37¬į n√∂rdl. Breite u. umfa√üt gegen… ‚Ķ   Pierer's Universal-Lexikon

  • Algier ‚ÄĒ (spr. schihr; frz. Alger, spr. scheh), Hauptstadt von Algerien, am Mittelmeer [Karte: Afrika I, 1], (1901) 97.400 E.; Seearsenal, Kriegshafen, die Kasba oder Zitadelle, ehemal. Residenz des Dei, Universit√§t; klimatischer Kurort; Handel. ‚Äď Das Dep ‚Ķ   Kleines Konversations-Lexikon

  • Algier [2] ‚ÄĒ Algier, Hptstadt des Colonialgebiets, vom Meere an terassenf√∂rmig aufsteigend, in sch√∂ner, gesunder Gegend, mit 80000 E., darunter gegen 50000 Europ√§er; Sitz der h√∂chsten Milit√§r u. Civilbeh√∂rden, eines Bischofs, hat einen Hafen mit Leuchtthurm,… ‚Ķ   Herders Conversations-Lexikon

  • Algier ‚ÄĒ Haupstadt von Algerien * * * AŐ£l|gier [‚Ķ íi:…źŐĮ ]: Hauptstadt Algeriens. * * * Algier ¬† [ al íiňźr], franz√∂sisch Alger [al  íe], arabisch El Djesair [ d í ], Hauptstadt Algeriens und Hafenstadt am Mittelmeer, erstreckt sich rd. 20 km an der Bucht von… ‚Ķ   Universal-Lexikon

  • Algier ‚ÄĒ Wer Algier erobert, findet so viel Baarschaft, Afrika damit zu bezahlen. Ein altes Sprichwort, dessen Wahrheit am besten die Franzosen jetzt best√§tigen oder widerlegen k√∂nnten. Wie es scheint, haben sie den Schatz noch nicht gefunden ‚Ķ   Deutsches Sprichw√∂rter-Lexikon


Share the article and excerpts

Direct link
… Do a right-click on the link above
and select ‚ÄúCopy Link‚ÄĚ

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.