Habsburger

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Habsburger
Das Kleine Wappen des √∂sterreichischen Kaisers 1806‚Äď1915 bestand aus einem Doppeladler samt Zepter, Schwert und Reichsapfel und der √ľber ihm schwebenden Kaiserkrone; auf des Adlers Brust lag das ‚Äěgenealogische Wappen‚Äú des Kaiserhauses, welches die Wappen von Habsburg, √Ėsterreich und Lothringen zeigte und mit dem Orden vom Goldenen Vlies geschm√ľckt war.
Die kaiserliche Flagge des Heiligen R√∂mischen Reiches wurde nach dessen Untergang 1806 noch bis 1918 in √Ėsterreich als ‚ÄěReichsflagge‚Äú weiter verwendet. Obwohl die Farben des kaiserlichen Hauses eigentlich rot-gelb waren, wurde schwarz-gelb zum Symbol der Monarchie schlechthin.

Die Habsburger sind ein europ√§isches Adelsgeschlecht, dessen Name sich von der Habsburg im heutigen Kanton Aargau in der Schweiz, ihrer Stammburg, herleitet. Mitglieder der Habsburger-Dynastie herrschten jahrhundertelang √ľber √Ėsterreich, B√∂hmen und Ungarn. Von 1438 bis 1740 geh√∂rten alle Kaiser des Heiligen R√∂mischen Reiches dem Haus Habsburg an. Im 16. und 17. Jahrhundert herrschten Habsburger auch √ľber die K√∂nigreiche Spanien und Portugal und deren √ľberseeische Besitzungen in Amerika, Afrika und Asien.

Nach dem Tod des letzten m√§nnlichen Habsburgers, Kaiser Karl VI., im Jahre 1740 trat die von dessen Tochter Maria Theresia mit Franz I. Stephan von Lothringen begr√ľndete Dynastie Habsburg-Lothringen die Nachfolge an und stellte von 1765 bis zum Untergang des Heiligen R√∂mischen Reiches 1806 erneut die Kaiser; der letzte r√∂misch-deutsche Kaiser, Franz II. begr√ľndete 1804 das erbliche Kaisertum √Ėsterreich, welches bis 1918 bestand. Nebenlinien der Dynastie Habsburg-Lothringen regierten in der Toskana, in Modena und in Parma sowie kurzzeitig in Mexiko. Die noch heute bestehende Familie Habsburg-Lothringen wird umgangssprachlich weiterhin als ‚ÄěHabsburg‚Äú bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Habsburg als das Haus √Ėsterreich (Casa de Austria)

Haus √Ėsterreich (spanisch Casa de Austria, lateinisch Domus Austriae, franz√∂sisch Maison d‚ÄôAutriche, italienisch Casa d¬īAustria) ist eine Bezeichnung sowohl der Habsburgischen Hausmacht (der Territorien der Habsburgermonarchie, insbesondere der Erblande), wie auch des ganzen Adelsgeschlechts in der √∂sterreichischen und der spanischen Linie und ihren Nebenlinien.

Die Bezeichnung Haus √Ėsterreich hat ihre Herkunft vom spanischen Ausdruck Casa de Austria ‚ÄöHaus von √Ėsterreich‚Äė. Sie ist 1306 erstmals nachweisbar und seit dem 15.¬†Jahrhundert √ľblich. Seit der Gr√ľndung des Kaisertums √Ėsterreich 1804 verliert der Begriff an Bedeutung.[1]

Die Herrscherfamilie wurde auch als Erzhaus bezeichnet. Sie war weltweit die einzige Dynastie, die den (von ihr selbst geschaffenen) Titel Erzherzog(in) (siehe unten) verwendete.

Geschichte

Fr√ľhe Habsburger (bis 1279)

‚ÄěHabsburger Pfau‚Äú mit den Wappen der Herrschaften des Hauses Habsburg, 1555
Stammbaum der Habsburger

Die fr√ľheren Generationen der Habsburger lassen sich einerseits nur auf Grund genealogischer Aufzeichnungen rekonstruieren, die 1160 erstellt worden sind, und andererseits auf Grund des gef√§lschten Testamentes eines Werner I. (1030‚Äď1096). Gef√§lscht insoweit, als dass das Testament auf 1027 datiert ist, jedoch vermutlich um 1085 geschrieben wurde. Habsburgische Stammbaumforscher arbeiteten schon um 1500 komplette Stammb√§ume ihres Geschlechtes aus. Diese fr√ľhen Genealogien f√ľhren u.a. r√∂mische Adelige, Priamos von Troja (Sohn Jupiters) und K√∂nig Artus als direkte Vorfahren an. Historisch fundierte Ergebnisse √ľber die Stammbaumverh√§ltnisse sind nicht vorhanden. Einzig die Namen lassen sich belegen.

Guntram der Reiche († 973) soll nach den 1160 erstellten Stammbäumen der Acta Murensia der Stammvater sein. Eine andere Quelle erwähnt einen Guntram, der Graf am Oberrhein gewesen sein soll. Wenn es die gleiche Person ist, dann könnten die Habsburger aus dem elsässischen Herzogsgeschlecht der Etichonen mit Besitz im Elsass und im Breisgau kommen.

Von Guntram dem Reichen ist dokumentiert, dass er einen Sohn namens Lanzelin oder Kanzelin, Graf von Altenburg (im heutigen Kanton Aargau, oder vielleicht Altenburg im Klettgau), hatte. Er wird mit einem Landolt, Graf im Thurgau, in Verbindung gesetzt. In neuerer Zeit wird jedoch immer mehr gezweifelt, ob diese dieselbe Person sind.

Das alte Wappen der Habsburger in der Stumpfschen Chronik
Ansicht der Habsburg im heutigen Kanton Aargau in der Topographia Helvetiae von Matthäus Merian, 1642

Um 1027 gr√ľndete der Enkel Guntrams Radbot (985‚Äď1045) das Benediktinerkloster Muri, sein Bruder Rudolf das im Oberelsass befindliche Kloster Ottmarsheim. Als Herrschaftsmittelpunkt wurde um 1020 von Radbot oder von einem Werner I. (1030‚Äď1096) die Burg Habsburg errichtet, welche sich in der gleichnamigen heutigen Schweizer Gemeinde Habsburg befindet. Die Habsburger hatten auch weitere Burgen errichtet. Otto, Graf von Habsburg (‚Ć 1111) war der erste der Familie, der sich von Habsburg nannte. Im 11. und 12. Jahrhundert bauten die Habsburger ihre Territorien aus. Sie erwarben Vogteien und Grafschaftsrechte. Sie wurden so Landgrafen im Oberelsass und V√∂gte des Stra√üburger Hochstifts und beanspruchten das Erbe der Kyburger, so dass sie L√§ndereien im Z√ľrichgau, in Schwyz, Unterwalden, im Aargau und in Uri erobern konnten.

Die erste Hausteilung fand im fr√ľhen 13. Jahrhundert statt. Albrecht IV. war der Begr√ľnder der √§lteren Linie und Rudolf III. der der Habsburg-Laufenburgischen Linie. Durch die Konkurrenz entstand eine r√§umliche Trennung. Obwohl Rudolf III. nicht zu einer Nebenrolle verdammt wurde, gelang es ihm nicht, ein eigenes Herrschaftszentrum in der Innerschweiz aufzubauen. Sp√§tere Versuche wurden h√§ufig von der √§lteren Linie durchkreuzt.

Der Sohn Albrechts IV., Rudolf IV., dagegen konnte sein Reich systematisch ausbauen. Es gelang ihm, seine Herrschaft auf den Schwarzwald auszudehnen. Durch das Kyburger Erbe konnte er zudem die Ost- und Nordostschweiz f√ľr sich beanspruchen. So wurde er zu einem m√§chtigen Herren in S√ľdschwaben. Seine Wahl zum r√∂misch-deutschen K√∂nig 1273 als Rudolf I. kr√∂nte seinen Erfolg. Mit dem Tod K√∂nig Ottokars II. im Jahre 1278 begann die Herrschaft der Habsburger in √Ėsterreich.

Die Habsburger als Herrscher des Heiligen Römischen Reiches

Nach der Wahl Rudolfs I. zum r√∂misch-deutschen K√∂nig etablierten die Habsburger mit dem Erwerb der Herzogt√ľmer √Ėsterreich und Steiermark (durch Belehnung der S√∂hne Rudolfs) eine bedeutende Hausmacht. Mit weiteren Gebietszuw√§chsen im Osten und dem Verlust der althabsburgischen Besitzungen in der Schweiz durch die Schweizer Habsburgerkriege im 14. und 15. Jahrhundert verlagerte sich das Machtzentrum endg√ľltig in das Ostalpengebiet. Die Habsburg selbst ging 1415 an die Eidgenossen. Dennoch blieben die Beziehungen der Habsburger zu ihrem fr√ľheren Kernland eng. Dies zeigte sich unter anderem am Kloster Muri und an der Abtei K√∂nigsfelden.

Die Nichtber√ľcksichtigung im Kreis der Kurf√ľrsten in der Goldenen Bulle veranlasste Herzog Rudolf IV. 1358/1359 zu einer F√§lschung, dem Privilegium Maius, in dem er den Erzherzogstitel, der sp√§ter f√ľr die Habsburger charakteristisch wurde, f√ľr sich beanspruchte.

Nach der Wahl K√∂nig Albrechts II. 1438 stellten die Habsburger ‚Äď mit Ausnahme Kaiser Karls VII. (1742‚Äď1745) ‚Äď alle Kaiser des Heiligen R√∂mischen Reiches bis zu dessen Ende 1806.

Mit Hilfe ihrer Heiratspolitik erwarben die Habsburger im auslaufenden 15. Jahrhundert das Herzogtum Burgund und danach die Kronen Spaniens, Böhmens, Kroatiens und Ungarns. Mit den Nachfolgern von Kaiser Karl V. teilten sich die Habsburger in eine spanische und in eine österreichische Linie. Nach dem Erlöschen der spanischen Linie mit Karl II. 1700 konnten die österreichischen Habsburger im spanischen Erbfolgekrieg nur einen kleinen Teil des spanischen Erbes gewinnen.

1740 starb auch die österreichische Linie im Mannesstamm aus. Nach der Heirat der Erbtochter Maria Theresia, deren Herrscherrechte Karl VI. mit der Pragmatischen Sanktion gesichert hatte, mit Franz Stephan von Lothringen nannte sich die Dynastie Habsburg-Lothringen. Sie stellte nach dem Tod Kaiser Franz I. Stephan von 1765 bis 1806 die Kaiser des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation.

1806 legte Kaiser Franz II. als Folge der napoleonischen Kriege die Krone nieder; das Heilige Römische Reich war damit de facto erloschen.

Kaisertum √Ėsterreich

Schon zuvor, n√§mlich 1804, hatte Kaiser Franz II. als Franz I. das erbliche Kaisertum √Ėsterreich proklamiert, um Ranggleichheit mit Napoleon zu wahren, welcher im gleichen Jahr zum Kaiser der Franzosen proklamiert worden war. Das Kaisertum √Ėsterreich umfasste s√§mtliche habsburgischen Erbl√§nder. 1867 erfolgte die Umwandlung zur √Ėsterreichisch-Ungarischen Monarchie; diese zerfiel mit dem Ende des ersten Weltkrieges 1918.

Im neuen Kaisertum √Ėsterreich wurde eine Privatkrone des Hauses Habsburg zur offiziellen √Ėsterreichischen Kaiserkrone erkl√§rt, doch fand eine Kr√∂nung zum Kaiser von √Ėsterreich niemals statt. (Die Kaiser lie√üen sich allerdings zumeist mit der Kaiserkrone malen.) Hingegen lie√üen sich alle √∂sterreichische Kaiser ‚Äď Franz I. (1804‚Äď1835), Ferdinand I.(V.) (1835‚Äď1848), Franz Joseph I. (1848‚Äď1916) und Karl I.(IV.) (1916‚Äď1918)¬†‚Äď mit der Stephanskrone zu ungarischen K√∂nigen kr√∂nen, um dem ungarischen Staatsrecht Gen√ľge zu tun; Franz Joseph freilich erst 1867, nach einem fast zwanzigj√§hrigen Kampf mit den ungarischen St√§nden. Eine Kr√∂nung mit der b√∂hmischen Wenzelskrone fand letztmalig 1836 f√ľr Ferdinand I.(V.) statt. Dieser war auch der einzige √∂sterreichische Kaiser, der (1838) mit der Eisernen Krone der Lombardei gekr√∂nt wurde.

Habsburger nach 1918

Am 11. November 1918 verzichtete Kaiser Karl I. f√ľr Deutsch√∂sterreich auf jeden Anteil an den Staatsgesch√§ften, am 13. November auch als K√∂nig Karl IV. von Ungarn. Da er nicht formell abdankte, konnte¬†‚Äď im Unterschied zum Deutschen Reich¬†‚Äď jeder Hinweis auf den damals 6-j√§hrigen Kronprinzen Otto entfallen. Karl √ľbersiedelte im M√§rz 1919 mit seiner Familie in die Schweiz, um der Internierung zu entgehen.

Heimkehr der Habsburger in ihr Stammhaus (Karikatur von Theo Zasche, 1919)

Das Habsburgergesetz Deutsch√∂sterreichs vom 3. April 1919 verwies Karl auf Dauer des Landes, alle anderen Mitglieder der Familie Habsburg-Lothringen so lang, als sie nicht offiziell auf ihre Zugeh√∂rigkeit zum Haus Habsburg-Lothringen (also zur Dynastie mit ihren Herrschaftsanspr√ľchen) verzichtet und sich als getreue Staatsb√ľrger der Republik bekannt hatten. Au√üerdem wurden die habsburgischen Familienfonds enteignet (nicht aber pers√∂nliches Privatverm√∂gen). Die Mitglieder des Hauses entschieden sich teils f√ľr das republikanische √Ėsterreich, teils f√ľr das Leben au√üerhalb der neuen Republik. Laut Bundesverfassung 1920 (Art. 60, Abs. 3) sind Mitglieder regierender H√§user oder solcher Familien, die ehemals regiert haben, von der W√§hlbarkeit zum Bundespr√§sidenten in √Ėsterreich ausgenommen.

Nach zwei 1921 von der Schweiz aus unternommenen, gescheiterten Restaurationsversuchen K√∂nig Karls IV. in Ungarn beschloss das ungarische Parlament am 6. November 1921 die Dethronisation des Hauses Habsburg-Lothringen. Ungarn blieb K√∂nigreich ohne K√∂nig unter dem Reichsverweser Mikl√≥s Horthy. Karl wurde von den Alliierten nach dem zweiten Restaurationsversuch von Ungarn aus nach Madeira verbannt, wo er 1922 nach schwerer Krankheit verstarb. Seine Witwe Zita durfte erst 1982 wieder nach √Ėsterreich einreisen.

W√§hrend der Zwischenkriegszeit und des Zweiten Weltkrieges bem√ľhte sich die Familie Habsburg-Lothringen um die Behandlung √Ėsterreichs als Opferstaat und verhalf weiters vielen Verfolgten zur Flucht. Familienoberhaupt war von 1930 bis 2006 Otto von Habsburg (* 1912) als √§ltester Sohn von Kaiser Karl. Er unterzeichnete die von der Republik √Ėsterreich geforderte Verzichtserkl√§rung erst 1961. Unter seiner √Ągide verlagerten sich die vorrangigen Besch√§ftigungsgebiete vieler Mitglieder der Familie (darunter vor allem Karl, Georg sowie Walburga) auf die Europapolitik, insbesondere diejenige der Paneuropa-Union, mit deren Gr√ľnder, Richard Coudenhove-Kalergi, Otto von Habsburg befreundet war.

Mit 1. J√§nner 2007 √ľbertrug Otto von Habsburg die Funktion als Familienoberhaupt an seinen √§ltesten Sohn Karl Habsburg-Lothringen.

Habsburgermonarchie

Das Habsburgische Reich nach den Gebietserwerbungen in Folge des Spanischer Erbfolgekrieges von 1701 bis 1713 in gr√ľn
Hauptartikel: Habsburgermonarchie

Habsburgermonarchie (auch Habsburgisches Reich) war die inoffizielle Bezeichnung f√ľr die in Personalunion regierten gesamten Herrschaftsgebiete des Habsburgischen Geschlechts in der Neuzeit bis 1918 in Europa (in der Regel ohne die L√§nder der spanischen Habsburger).

Das Wappen der Habsburger

Entwicklung bis 1804

Herzog Leopold V. von Babenberg (links kniend), mit den Wappen von Alt- und Neu√∂sterreich sowie dem silbernen Panther f√ľr die Steiermark
Der rot-wei√ü-rote Bindenschild (‚ÄěNeu√∂sterreich‚Äú)
Das F√ľnfadlerwappen (‚ÄěAlt√∂sterreich‚Äú), seit 1804 Wappen v. Nieder√∂sterreich

Nach einer weit verbreiteten, aber wohl wenig wahrscheinlichen Legende geht der rot-wei√ü-rote Bindenschild auf die Belagerung von Akkon (1189‚Äď1191) im Dritten Kreuzzug zur√ľck, an dem auch der Babenberger Herzog Leopold V. teilnahm. Es hei√üt, nach der Schlacht soll sein wei√ües Gewand v√∂llig blutgetr√§nkt gewesen sein, bis auf einen wei√üen Streifen, wo er den G√ľrtel trug. Die tats√§chliche Herkunft des babenbergischen Hauswappens ist jedoch ungewiss; √§ltester Beleg ist ein w√§chsernes Amtssiegel vom 30. November 1230 im Stiftsarchiv des Klosters Lilienfeld.

Als die Habsburger 1282 Herz√∂ge von √Ėsterreich wurden, √ľbernahmen sie auch das rot-wei√ü-rote Landeswappen, das in den nachfolgenden Jahren immer mehr zum eigentlichen Wappen der Dynastie wurde. Bereits K√∂nig Friedrich (III.) der Sch√∂ne legte 1325 den Bindenschild auf die Brust des Reichsadlers. Das alte Wappen der Grafschaft Habsburg¬†‚Äď ein roter, blau gekr√∂nter L√∂we auf goldenem Grund (in dieser Form seit 1359)¬†‚Äď trat demgegen√ľber immer mehr in den Hintergrund.

1335 tauchte erstmals das F√ľnfadlerwappen (oft f√§lschlich als Lerchenwappen bezeichnet) als Gesamtwappen der habsburgischen Besitzungen auf: Je ein Adler stand dabei f√ľr das Herzogtum √Ėsterreich (ob und nid der Enns), Steiermark, K√§rnten, Krain und die Windische Mark. Aus unbekannten Gr√ľnden wurde dieses Wappen ab dem 15. Jahrhundert als ‚Äěalt√∂sterreichisches Wappen‚Äú, der (eigentlich √§ltere) rot-wei√ü-rote Bindenschild dagegen als ‚Äěneu√∂sterreichisches Wappen‚Äú bezeichnet; 1804 wurde das F√ľnfadlerwappen das Symbol des Erzherzogtums unter der Enns (Nieder√∂sterreich). Der Bindenschild hingegen wurde immer mehr zur Gesamtbezeichnung der habsburgischen Erbl√§nder verwendet, meist, um ihn anderen, erst sp√§ter erworbenen L√§nderkomplexen, wie etwa Burgund oder Kastilien gegen√ľberzustellen.

Das Wappen Kaiser Rudolfs II. zeigt auf der Brust des Reichsadlers einen einfach geteilten Schild, der heraldisch rechts (vom Betrachter aus gesehen also links) den Bindenschild f√ľr √Ėsterreich, heraldisch links (vom Betrachter rechts) das Wappen Kastiliens zeigt. Maria Theresia f√ľhrte in der Mitte ihres Wappens nur mehr einen rot-wei√ü-roten Herzschild, der nun endg√ľltig nicht mehr f√ľr ein konkretes Territorium stand, sondern in dynastischem Sinne zu verstehen war. Ihr Sohn Joseph II., mit dem die Herrschaft des Hauses Habsburg-Lothringen einsetzte, spaltete seinen Herzschild, welcher ‚Äěnunmehro aus dem √Ėsterreichisch und Lothringischen Wappen zu bestehen hat‚Äú; sein Bruder und Nachfolger Leopold II. f√ľgte diesen beiden Feldern noch das der Toskana hinzu, sodass der Herzschild nunmehr drei Felder enthielt.

Das Wappen seit Ausrufung des Kaisertums √Ėsterreich

Wappen Rudolfs II. mit den Wappen √Ėsterreichs und Kastiliens im Zentrum (Siebmacher 1605)

Die Ausrufung des Kaisertums √Ėsterreich 1804 und das Ende des Heiligen R√∂mischen Reiches 1806 f√ľhrten zu einer Reihe von Ver√§nderungen in Titel- und Wappenf√ľhrung der Habsburger. Dabei wurde noch 1804 erkl√§rt, dass das ‚Äěnunmehrige Wappen des Allerdurchlauchtigsten Hauses Oesterreich‚Äú ein ‚Äěsilberner Querbalken im rothen Felde‚Äú, mithin der rot-wei√ü-rote Bindenschild sei.

1806 aber erlangt der Herzschild seine definitive Form: Der Schild ist zweimal (senkrecht) gespalten und enth√§lt im heraldisch rechten Feld das alte habsburgische Wappen (den roten, blau gekr√∂nten L√∂wen auf goldenem Grund), im heraldisch linken Feld das Wappen Lothringens (drei silberne, gest√ľmmelte Adler auf einem schr√§grechten roten Balken in goldenem Grund), in der Mitte das √∂sterreichische Hauswappen (einen silbernen Querbalken auf rotem Grund). Zusammen wird dieses Wappen als ‚Äědas genealogische Wappen des Allerdurchlauchtigsten regierenden Kaiserhauses‚Äú bezeichnet (siehe Abbildung ganz oben).

Das kleine Wappen √Ėsterreich-Ungarns von November 1915 bis Oktober 1918.[2] Es zeigt heraldisch rechts (also vom Schildtr√§ger aus gesehen) den √∂sterreichischen Doppeladler, heraldisch links das ungarische Wappen. Die beiden Wappenschilde werden √ľberragt vom Wappen des Hauses Habsburg-Lothringen: Heraldisch rechts in Gold ein blaugekr√∂nter roter L√∂we (Habsburg), im roten Mittelfeld ein silberner Querbalken (√Ėsterreich), heraldisch links in Gold ein roter Schr√§gbalken mit drei gest√ľmmelten silbernen Adlern (Lothringen). Es ist mit einer K√∂nigskrone bekr√∂nt und dem Orden vom Goldenen Vlies (Toison d‚Äôor) geschm√ľckt.

Die Trennung von Habsburgischem Hauswappen und Doppeladler erfolgt erst im Zuge der letzten Wappenreform 1915, um den Ungarn entgegenzukommen, f√ľr die der Doppeladler die Erinnerung daran darstellte, dass √Ėsterreich bis 1866 versucht hatte, Ungarn in einen Einheitsstaat einzugliedern. Der Doppeladler wird daher nur mehr mit dem Kaisertum √Ėsterreich¬†‚Äď worunter Cisleithanien zu verstehen ist¬†‚Äď radiziert und dem gleichberechtigten k√∂niglich ungarischen Wappen gegen√ľber gestellt. Beide Wappenschilde werden verbunden durch einen kleineren, sie √ľberragenden Wappenschild mit dem genealogischen Wappen der Habsburger. Der Krieg verhinderte die durchgehende Einf√ľhrung des neuen Symbols der Doppelmonarchie bis zu ihrer Aufl√∂sung 1918.

Herrscherlisten

Römisch-deutsche Kaiser und Könige aus dem Haus Habsburg

Römisch-deutsche Kaiser und Könige aus dem Haus Habsburg-Lothringen

  • (Franz I. Stephan), K√∂nig u. Kaiser 1745‚Äď1765 (Haus Lothringen)
  • Joseph II., K√∂nig 1764, Kaiser 1765‚Äď1790
  • Leopold II., K√∂nig u. Kaiser 1790‚Äď1792
  • Franz II., K√∂nig u. Kaiser 1792‚Äď1806 (abgedankt), ‚Ć 1835

Kaiser von √Ėsterreich aus dem Haus Habsburg-Lothringen

  • Franz I., Kaiser 1804‚Äď1835
  • Ferdinand I., Kaiser 1835‚Äď1848 (abgedankt), ‚Ć 1875
  • Franz Joseph I., Kaiser 1848‚Äď1916
  • Karl I. Kaiser 1916‚Äď1918 (1918 Ausrufung der Republik, jedoch keine Abdankung), ‚Ć 1922

Familienoberhäupter seit 1918

Kaiser von Mexiko aus dem Haus Habsburg-Lothringen

Könige von Spanien und Portugal aus dem Haus Habsburg (Casa de Austria)

Siehe auch Spanien unter den Habsburgern

Könige von Böhmen und Ungarn aus den Häusern Habsburg und Habsburg-Lothringen

Landesherren von √Ėsterreich aus den H√§usern Habsburg und Habsburg-Lothringen

siehe dazu:

Landesherren und Statthalter des Burgunderstaates oder der Niederlande aus den Häusern Habsburg und Habsburg-Lothringen

Großherzöge der Toskana aus dem Haus Habsburg-Lothringen

Herzöge von Modena aus dem Haus Habsburg-Lothringen bzw. Habsburg-Este

Herzogin von Parma aus dem Haus Habsburg-Lothringen

Siehe auch

Literatur

  • Henry Bogdan: Histoire des Habsbourg: des origines √† nos jours. Paris: Perrin, coll. ¬ę¬†Tempus¬†¬Ľ, n¬į 107, 2005. 425 pp., 18 cm. ISBN 2-262-02376-X.
  • Michael Erbe: Die Habsburger (1493‚Äď1918). Eine Dynastie im Reich und in Europa. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2000. ISBN 978-3-17-011866-9
  • Hans Flesch-Brunningen (Hrsg.): Die letzten Habsburger in Augenzeugenberichten, D√ľsseldorf 1967.
  • Dorothy Gies McGuigan: Familie Habsburg 1273 bis 1918¬†: Glanz und Elend eines Herrscherhauses, Berlin, 2003 (10. Auflage). ISBN 3-548-33173-4.
  • Brigitte Hamann (Hrsg): Die Habsburger. Ein biographisches Lexikon, Wien/M√ľnchen 1996 (3.Auflage).
  • Heinz-Dieter Heimann: Die Habsburger ‚Äď Dynastie und Kaiserreiche, M√ľnchen 2004 (2. Auflage).
  • Karl-Friedrich Krieger: Die Habsburger im Mittelalter. Von Rudolf I. bis Friedrich III. Kohlhammer Verlag, 2. Aufl., Stuttgart 2004. ISBN 978-3-17-018228-8
  • Thomas Lau (Hg.), √Ėsterreichische Familien. Machthaber, Mimen und Magnaten. B√∂hlau Wien, 2006. ISBN 978-3-205-77543-0. (enth√§lt ein Kapitel √ľber die Familie Habsburg).
  • Richard Reifenscheid: Die Habsburger in Lebensbildern. Von Rudolf I. bis Karl I., Wien 1990 (4. Auflage).
  • Karl Vocelka/Lyenne Heller: Die Lebenswelt der Habsburger, Kultur- und Mentalit√§tsgeschichte einer Familie, Graz/Wien/K√∂ln 1997.
  • Karl Vocelka/Lyenne Heller: Die private Welt der Habsburger. Leben und Alltag einer Familie, Graz/Wien/K√∂ln 1998.
  • Brigitte Vacha (Hrsg.): Die Habsburger. Eine Europ√§ische Familiengeschichte, Graz/Wien/K√∂ln 1992, ISBN 3-222-12107-9
  • Adam Wandruszka: Das Haus Habsburg. Die Geschichte einer europ√§ischen Dynastie, Wien 1989 (7.Auflage).

Habsburgerreich

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Artikel Casa de Austria im √Ėsterreich-Lexikon von aeiou
  2. ‚ÜĎ Kundmachung des k. k. Ministerpr√§sidenten vom 3. November 1915 betreffend das f√ľr den Gebrauch bei den gemeinsamen Einrichtungen √∂sterreichisch-ungarischen Monarchie bestimmten Wappen; in: Reichgsetzblatt 1915 f√ľr die im Reichsrate vertretenen K√∂nigreiche und L√§nder. Jahrgang 1915; S. 793


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