Hadrianswall

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Hadrianswall

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Hadrianswall
Alternativname vallum aelium
Limes Britannien
Datierung (Belegung) 2. bis 5. Jahrhundert n. Chr.
Typ Sperrwerk mit ZwischentĂŒrmen,
Meilenkastellen und
Grabensystem
Einheit a) Auxilia,
b) Limitanei
GrĂ¶ĂŸe LĂ€nge: 113 km,
Breite: 2,5–3 m,
Höhe: 5 m
Bauweise a) Holz-Torf-Konstruktion,
b) Steinbauweise
Erhaltungszustand oberirdisch noch in weiten Teilen sichtbar
Ort Cumbria/Northumberland
Geographische Lage 55° 0â€Č 44″ N, 2° 20â€Č 21″ W55.012222222222-2.3391666666667Koordinaten: 55° 0â€Č 44″ N, 2° 20â€Č 21″ W
Wallanlagen und Kastelle in Nordbritannien (155 n. Chr.)
MĂŒnzportrĂ€t des Hadrian
SchĂŒssel aus Staffordshire/Moorlands, auf ihr werden neben einigen Kastellen im Westsektor des Walls auch sein antiker Name, Val[l]i Aeli, genannt
Rekonstruktionsversuch der Rudge cup die eine schematische Darstellung des Wall's zeigt
Der Hadrianswall bei Housesteads
Der Hadrianswall in der NĂ€he von Greenhead
Die Lagertherme des Kastells Chesters
Die Reste von Wachturm 51 B bei Leahill
Die Überreste des Hadrianswalles nahe Greenhead
Teil des von John Clayton restaurierten Wallabschnitts beim Kastell Housesteads; Clayton (1792–1890), Stadtschreiber von Newcastle u. T., machte sich besonders um den Erhalt des Mittelteiles der Anlage verdient, indem er begann, stĂŒckweise das Land rund um den Wall aufzukaufen, um so den Steinraub zu unterbinden
Die Ruinen der befestigten Stadt Corbridge/Corstopidum an der Kreuzung des Stanegate mit der Dere-Straße; diese Stadt war ein wichtiger VersorgungsstĂŒtzpunkt fĂŒr den Hadrians- und Antoninuswall
Der Graben nahe dem Meilenkastell 42 vom Westen aus gesehen
Der Wall nahe Birdoswald; die Mauer wird von Zeit zu Zeit mit Chemikalien besprĂŒht, um unerwĂŒnschten Pflanzenbewuchs zu verhindern.
Die zweiphasig ausgebaute steinerne Mannschaftstoilette nahe dem sĂŒdöstlichen Eckturm des Kastells Housesteads
Schnitt durch das Sperrsystem des Hadrianswalles
Hypokaustenheizung im Kastell Housesteads
Ansicht des Walles bei Housesteads, Northumberland
Die Reste des Meilenkastells 48 bei Poltross Burn, Blick aus sĂŒdlicher Richtung
Vallum Tor bei Benwell, diese Tore konnten nur von den Kastellbesatzungen geöffnet werden.
Rekonstruktion des Westtores von Kastell Arbeia (South Shields)
Rekonstruierte Kaserne und Kommandantenhaus in South Shields
Ausgrabungen im Kastell Segedunum (Wallsend)
Sycamore Gap: der Abschnitt des Walles zwischen zwei Erhebungen westlich des Meilenkastelles 38
Replik des Kopfes einer bronzenen Statue des Hadrian (gefunden in der Themse), die vermutlich um 122 n. Chr. anlÀsslich seines Besuches in Britannien aufgestellt wurde; Sie wurde wahrscheinlich im 4. oder 5. Jhdt. zerstört und danach in den Fluss geworfen (London, British Museum)
Meilenkastell 37 westlich von Housesteads; Blick zum Nordtor
Die Ruine des Meilenkastelles 34 (Castle Nick) im Mittelteil des Walles
Rekonstruktionsversuch eines Meilenkastells
Reste eines Wachturmes am Hadrianswall
Rekonstruktionsversuch von Turm 18a (Wallhouses East) nach Fields/Spedaliere
Überreste eines Turmes in Denton Hall
Überreste eines Pfeilers der BrĂŒcke bei Chesters

Der Hadrianswall (antiker lat. Name Vallum Aelium) war ein römisches Grenzbefestigungssystem, das zwischen Newcastle und Solway Firth, nahe der heutigen Grenze zwischen Schottland und England in Großbritannien, angelegt war. Es wurde auf Anordnung Kaiser Hadrians (76–138) erbaut, nachdem dieser auch die nördliche Grenze im Rahmen seiner umfangreichen Inspektionsreise durch die Reichsprovinzen besucht hatte.

Der Hadrianswall fĂŒhrt noch heute eindrucksvoll vor Augen, wie Roms Grenzbefestigungen einst die Landschaft beherrschten. Er ist auch steingewordenes Symbol der neuen Außenpolitik unter Hadrian. Rom hatte den Zenit seiner Macht ĂŒberschritten und grub sich nun innerhalb seiner Grenzen ein. Der Wall war bis zur Regierungszeit des Antoninus Pius, auf dessen Veranlassung an der Schwelle zum schottischen Hochland ein neues Wallsystem („Antoninuswall“) gebaut wurde, die nördlichste Grenzzone des römischen Reiches. Diese Erweiterung konnte jedoch nicht lange aufrechterhalten werden. Der Hadrianswall und dessen Kastelle wurden nach Aufgabe des Antoninuswalles erneut zur Sicherung der Grenze genutzt.

Große Teile des Walles existieren noch heute, vor allem im landschaftlich eindrucksvollsten mittleren Abschnitt. Das Baudenkmal ist heute eines der bekanntesten Touristenattraktionen Nordenglands und wurde 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklĂ€rt. Man kann es gut auf dem sogenannten Hadrianswall-Path/National-Trail erwandern und dabei alle relevanten archĂ€ologischen StĂ€tten besuchen. GrĂ¶ĂŸtenteils auf einer HochflĂ€che angelegt, hat man von ihm aus einen guten Ausblick ĂŒber das Umland.

Inhaltsverzeichnis

Lage und Topographie

Die Mauer erstreckte sich ĂŒber 113 Kilometer von Osten bei Kastell Arbeia (South Shields), nach Kastell Maia (heute Bowness-on-Solway) bis zum Solway Firth an der WestkĂŒste Großbritanniens vorbei an Luguvalium (heute Carlisle), Corstopitum (heute Corbridge), Pons Aelius (heute Newcastle) bis nach Segedunum (heute Wallsend) im Westen. Alle nördlich einer wichtigen römischen MilitĂ€rstraße gelegen, dem sog. Stanegate, zwischen Carlisle und Corbridge, der sich mit der Dere Street, die nach Schottland fĂŒhrte, kreuzte. Von Wallsend aus bildete dann die MĂŒndung des Tyne eine natĂŒrliche Grenze bis zur OstkĂŒste. Der Wall schließt den Isthmus zwischen der MĂŒndung des Tyne und dem Solway Firth und verbindet ĂŒber das zentrale HĂŒgeleland der Pennines das Gebirge im Westen der Insel mit den östlichen Höhen. Das Wallterrain liegt durchschnittlich 150 Meter ĂŒber dem Meeresspiegel und erreicht bei Whin Sill seine höchste Erhebung (680 Meter).Dieses Gebiet wurde bereits vor Ankunft der Römer landwirtschaftlich intensiv genutzt. Die Landenge war ideal fĂŒr die Errichtung eines Sperrwerkes, auch weil in Britannien natĂŒrliche Grenzenmarkierungen wie z.B. FlĂŒsse fehlten.

Verlauf

Die Trasse auf der nördlichen Seite der FlußtĂ€ler von Tyne, Irthing und Eden war den Römern schon seit den FeldzĂŒgen des Agricola im 1. Jahrhundert bekannt. Hier verlief in der Talsohle auch die durch Kastelle und WachtĂŒrme gesicherte MilitĂ€rstraße des Stanegate, die seit 105 n.Chr. die nördliche Grenze in Britannien markierte. Von Osten zieht sich der Wall von Newcastle upon Tyne nach Chesters und begann von dort ĂŒber seinen nördlichsten Punkt, Limestone Corner, zu den Whin Sills anzusteigen, von wo man aus einen guten Blick auf das Umland hat. Diese aus vulkanischen Gestein bestehenden Klippen fallen dann steil zu den Craigs ab. Bei Willowford erreicht der Wall den Irthing und hĂ€lt sich nun eng an dessen Nordufer. Westlich von Carlisle erreicht die Mauer das Marschland des Solway wo sie zwischen Burgh-by-Sands und Bowness-on-Solway auf einer knapp ĂŒber der Hochwassermarke liegenden Linie verlĂ€uft. Nach Bowness setzt sich die Grenze entlang der KĂŒste von Cumbria fort, die durch eine Reihe von Lagern gesichert wurde (sog. Cumberland-Coast-System)[1]

Historischer Hintergrund

WĂ€hrend ihrer mehr als 400 Jahre andauernden Herrschaft ĂŒber Britannien gelang es den Römern nie, die vollstĂ€ndige Kontrolle ĂŒber die Insel zu erringen. Kaiser Claudius und seine Nachfolger konnten nur den SĂŒden und Osten weitgehend „romanisieren“. Den wilden und unruhigen StĂ€mmen des Nordens hingegen war auf Dauer allein mit militĂ€rischen Mitteln nicht beizukommen, das Land war klimatisch wesentlich rauher als der SĂŒden, die Versorgungsrouten lĂ€nger und der wirtschaftliche Ertrag dieser Region fĂŒr die Römer letztendlich viel zu gering, um Kosten und Aufwand einer grĂ¶ĂŸeren Besatzungsarmee auszugleichen. Unter Kaiser Domitian zog sich die römische Armee wieder aus ihren StĂŒtzpunkten in Schottland zurĂŒck und legte die Grenze - in ungefĂ€hr gleicher Höhe wie der spĂ€tere Wall - zunĂ€chst am Stanegate fest. Gleichzeitig verstĂ€rkte man unter Traian die Stanegatelinie mit neuen Kastellen und sicherte so vorerst die neue Nordgrenze provisorisch ab.

Auch zu Beginn der Herrschaft Hadrians war Britannien noch immer weit davon entfernt, eine vollkommen befriedete Provinz zu sein. MĂŒnzemissionen dieser Zeit weisen Britannien als in „stĂ€ndiger Verteidigung stehend“ aus, ein Hinweis, der auch von archĂ€ologischen Beweisen gestĂŒtzt wird. 122 traf Hadrian daher in Britannien ein:

„Ergo conversis regio more militibus Britanniam petiit, in qua multa correxit murumque per octoginta milia passuum primus duxit, qui barbaros Romanosque divideret.“

„Hadrian begab sich nach Britannien; auch hier ordnete er viele Verbesserungen an. Er errichtete eine Mauer von ĂŒber 80 Meilen LĂ€nge, um die Römer von den Barbaren zu trennen.[2]“

Nach Hadrians Tod (138) ließ sein Nachfolger Antoninus Pius aber die Grenztruppen vom gerade erst fertiggestellten Hadrianswall 160 Kilometer weiter nach Norden verlegen, wo sie an der wesentlich kĂŒrzeren Linie Firth of Forth – Clyde mit dem Bau einer neuen Grenzsperre, dem Antoninuswall, begannen.

Der neuerliche RĂŒckzug auf den Hadrianswall

Dennoch misslang die Unterwerfung der in den Lowlands lebenden StĂ€mme und Kaiser Marcus Aurelius ordnete 20 Jahre spĂ€ter an, den Antoninuswall aufzugeben und die Truppen wieder zurĂŒck an den Hadrianswall zu verlegen. Einige Kastelle in seinem Vorfeld, wie High Rochester, blieben jedoch weiter besetzt, auch um so zu demonstrieren, dass die Römer sich nicht vollends zurĂŒckgezogen und dieses Gebiet nicht wieder den sĂŒdschottischen StĂ€mmen ĂŒberlassen hatten. Der Hadrianswall war ohnehin nie völlig aufgegeben worden (lediglich die Tore scheinen entfernt worden zu sein), und ab 164 wurde er wieder in Vollbetrieb genommen; einige Reparaturarbeiten können schon auf das Jahr 158 datiert werden. Dies geschah unter dem Statthalter Calpurnius Agricola, der in Inschriften aus den Kastellen Carvoran und Stanwix erwĂ€hnt wird. Wenn zu diesem Zeitpunkt noch Teile des alten Torfwalles im Westsektor standen, mĂŒssen sie damals ebenfalls durch eine Steinmauer ersetzt worden sein, um u. a. auch den Schmuggel wirksam zu unterbinden, denn dies - und nicht die Verteidigung gegen organisierte Angreifer - war die Hauptaufgabe der Anlage.

Die römische Armee konnte ansonsten im Norden nur mĂŒhsam einen instabilen Frieden aufrecht erhalten. Cassius Dio erwĂ€hnt so auch fĂŒr die Regierungszeit des Commodus (180–192) KĂ€mpfe mit den nördlichen StĂ€mmen:

„Commodus musste auch einige Kriege mit den Barbaren jenseits von Dakien fĂŒhren, wobei Albinus und Niger, die spĂ€teren Gegner des Kaisers Severus, sich Ruhm erwarben. GrĂ¶ĂŸte Bedeutung aber hatte sein Krieg in Britannien. Die StĂ€mme auf der Insel ĂŒberschritten nĂ€mlich die Mauer, die sie von den römischen Heerlagern trennte, begingen zahlreiche Gewalttaten und machten einen Feldherrn mitsamt seinen Leuten nieder.“

[3]

Einige Kastelle, wie Blatobulgium (Birrens) und Haltonchesters, wurden dabei zerstört. Cassius Dio schreibt weiter, dass einer der WĂ€lle bei den Auseinandersetzungen eine wichtige Rolle spielte; welcher dies genau war, bleibt jedoch im Dunkeln. Man nimmt an, dass es sich hier um den Hadrianswall gehandelt haben dĂŒrfte, vielleicht in Verbindung mit dem damals schon weitgehend aufgegebenen Antoninuswall. Wie auch immer, die Stammesunruhen wurden offensichtlich niedergeschlagen, da eine MĂŒnzprĂ€gung aus dem Jahr 184 n. Chr. einen „Sieg in Britannien“ (Victoria Britannica) verherrlicht. Nach Ansicht vieler Forscher wurde in diesem Zusammenhang der Antoninuswall endgĂŒltig aufgegeben.

Das Zeitalter der Severer

Am Ende seiner Herrschaft, im frĂŒhen 3. Jahrhundert, fĂŒhrte der schon schwerkranke Septimius Severus mit seinen Söhnen Caracalla und Geta einen verlustreichen Feldzug in den Stammesgebieten nördlich der Grenze. Eine große Anzahl von MilitĂ€rbauten entlang des Walls wurden dabei wieder instandgesetzt, auch der Abriss von WachtĂŒrmen und die Verkleinerung einiger Kastelle dĂŒrfte in dieser Periode angeordnet worden sein. FĂŒr das Kastell Banna/Birdoswald sind in den Jahren 205–208 Reparaturen an einem Getreidespeicher ĂŒberliefert, das Reiterkastell South Shields/Arbeia in ein Nachschublager umgebaut.[4] Auch in der Folgezeit sind Ausbesserungsarbeiten am Hadrianswall belegt, der nun endgĂŒltig die Nordgrenze Britanniens bildete. Um 220 wurden u. a. einige WachtĂŒrme abgebrochen und mit dem so gewonnenen Material die Mauer an ihrer Oberseite renoviert. Nach Caracallas Friedensschluss mit den caledonischen StĂ€mmen erlebten die nördlichen Regionen wĂ€hrend des 3. Jahrhunderts eine relativ ruhige Periode.

Der Wall in der SpÀtantike

Am Ende der Usurpation des Carausius war der Wall schon wieder baufĂ€llig und wurde auch teilweise bei Kampfhandlungen zerstört, dies scheint mit dem Abzug eines großen Teiles seiner Besatzung zusammenzuhĂ€ngen, die Carausius Nachfolger, Allectus, zur Verteidigung der KanalkĂŒste gegen Constantius Chlorus benötigte. Dass die Zerstörungen durch angreifende StĂ€mme verursacht wurden, ist wahrscheinlich, aber nicht bewiesen. Eine Inschrift aus Birdoswald erwĂ€hnt, dass in den Jahren 297–305 verschiedene GebĂ€ude verfallen und teilweise schon eingestĂŒrzt waren, aber wieder aufgebaut wurden. Dieser Wiederaufbau dĂŒrfte auch das PrĂ€torium und die Therme des Kastelles miteingeschlossen haben. Diese GebĂ€ude dĂŒrften fĂŒr eine lĂ€ngere Periode in der Geschichte dieses Kastelles offensichtlich keinen praktischen Nutzen fĂŒr die dortige Besatzung gehabt haben, da Hinweise auf ihre Zerstörung durch Feindeinwirkung fehlen. Die oben genannte Inschrift aus Birdoswald spricht ebenfalls von einem natĂŒrlichen Verfall, so dass zeitgleiche Reparaturarbeiten an den anderen Wallkastellen in eine routinemĂ€ĂŸige Erneuerungskampagne fallen könnten. Einige Unterkunftsbaracken wurden komplett neu gebaut, die klassischen, streifenförmigen RĂ€ume durch einzelne Kammern ersetzt, wie man in Housesteads und Wallsend festgestellt hat. Umbauten an Meilenkastellen, an Toranlagen, oder auch die Errichtung eines komplett neuen Tores bei Knag Burn – nahe Housesteads – sind weitere Beispiele fĂŒr Erneuerungen, die damals am Wall vorgenommen worden sind. Dies zeigt, dass ein Großteil der Infrastruktur des Walles auch weiterhin instandgehalten wurde und damit staatliche UnterstĂŒtzung erhielt. Dass an manchen Kastellen, wie zum Beispiel Haltonchesters, keinerlei Anzeichen von Sanierungsmaßnahmen festgestellt werden konnten, kann auch bedeuten, dass eine Reparatur entweder nicht notwendig oder das Kastell zeitweise nicht besetzt war. Dies ist auch nicht abwegig, wenn man sich vor Augen fĂŒhrt, wie viel Zeit seit der Errichtung des Hadrianswalles schon vergangen war. Die Soldaten, die den Wall einst erbaut hatten, waren damals so weit von den Garnisonstruppen im 4. Jahrhundert entfernt wie heute das Zeitalter Napoleons. In diesem Kontext ist es einfacher zu verstehen, warum der Wall zwischenzeitlich immer wieder verfiel, um dann wieder aufwĂ€ndig renoviert zu werden.

Im 4. Jahrhundert wurde die Lage Britanniens immer bedrohlicher. Auch seine Insellage konnte es auf Dauer nicht vor den UmbrĂŒchen der Völkerwanderung schĂŒtzen. An der NordseekĂŒste verschlechterten sich in dieser Zeit die Lebensbedingungen fĂŒr die germanischen StĂ€mme der JĂŒten, Angeln und Sachsen aus unbekannten GrĂŒnden immer mehr. Im Osten und SĂŒden konnten sich die KĂŒstenbewohner keine neue SiedlungsplĂ€tze suchen da sie dort von der römischen Rheingrenze und anderen Wandervölkern blockiert wurden. Ihnen blieb daher nichts anderes ĂŒbrig als auf das Meer auszuweichen und ihren Lebensunterhalt als PlĂŒnderer und Piraten zu bestreiten.[5] Schriftliche Quellen bzgl. Britanniens melden ĂŒber die Lage an der Nordgrenze, dass sie zu jener Zeit bei der römischen FĂŒhrung als besorgniserregend angesehen wurde. In den Jahren 306, 346, 360 und 367 n. Chr. wird von zahlreichen MilitĂ€roperationen berichtet. Rom musste 360 eine Armee unter den Befehl des bewĂ€hrten Comes Theodosius in Marsch setzen, um das dortige – durch BarbareneinfĂ€lle ausgebrochene – Chaos zu beenden und die britischen Provinzen wieder unter römische Herrschaft zu bringen.[6] Auch die Wallzone selbst wurde wahrscheinlich dabei in Mitleidenschaft gezogen, es gibt dort jedoch keine Anzeichen von grĂ¶ĂŸeren Zerstörungen in dieser Periode. Vielleicht wollten die Angreifer auch keine kostbare Zeit mit der Niederbrennung der Kastelle verlieren und wandten sich nach Überschreiten des Walls sofort dem reichen SĂŒdosten zu.

Reparaturen am Wall sind erst wieder durch spĂ€tere Inschriften bekannt geworden (Ravenscar);[7] manche von Ihnen erwĂ€hnen dabei die Beteiligung sĂŒdlicher StĂ€mme wie z. B. die der Durotriges. Wahrscheinlich wurden auch alle arbeitsfĂ€higen Provinzbewohner von Theodosius nach Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung zur Beseitigung der SchĂ€den verpflichtet. Nun wurden auch an der OstkĂŒste Cumbrias auf einer LĂ€nge von 42 km WachtĂŒrme und Kastelle errichtet, um die Flanken der Wallzone abzusichern. Die Vorpostenkastelle nördlich des Walls wurden jedoch nicht mehr besetzt und endgĂŒltig aufgegeben. Ende des 4. Jahrhunderts schlug Stilicho noch einmal Invasoren aus dem Norden zurĂŒck. Im Jahre 398 erlaubte es die militĂ€rische Situation offensichtlich wieder, diese Interventionstruppen abzuziehen. Der Mönch Gildas schrieb, dass sie (nachdem die Pikten besiegt waren) den Romano-Briten halfen, den Hadrianswall wieder instandzusetzen, an der KĂŒste neue WachtĂŒrme zu errichten und sie bei der Herstellung neuer Waffen unterwiesen (exemplaria armorum).[8]

Das Ende des Walles

In den darauf folgenden 50 Jahren driftete Britannien immer mehr dem sogenannten „Dunklen Zeitalter“ entgegen. Was genau in dieser Zeit passierte, kann man heute mangels verlĂ€sslicher Quellen nicht mehr vollstĂ€ndig ergrĂŒnden. Da fĂŒr diese Periode in den untersuchten Kastellen keine römischen MĂŒnzen mehr gefunden werden konnten, wird angenommen, dass niemand mehr da war, der solche Spuren hinterlassen hĂ€tte können. So muss es aber nicht ĂŒberall am Wall gewesen sein, ihr Gebrauch wurde wohl wegen MĂŒnzmangels und dem wieder zunehmenden Tauschhandel in dieser Zeit ĂŒberflĂŒssig. Sicher ist, dass im Zuge der Usurpation des Comes Britanniarum Magnus Maximus um 388 die letzten römischen MĂŒnzen auf britannischem Boden geschlagen wurden. Vermutet wird außerdem, dass Maximus 383 fĂŒr seinen Gallienfeldzug gegen den legitimen Kaiser Gratian alle römischen Garnisonen aus Wales abzog. Ihre Anzahl reichte jedoch vermutlich bei weitem nicht aus und so musste er fĂŒr sein Vorhaben auch einen großen Teil der Garnisonseinheiten an der Nordgrenze in seine Armee einreihen. Dies fĂŒhrte dazu, dass der Hadrianswall nun fast vollkommen unbewacht war. Aus diesem Grund hörten die Kastelle am Wall daher am Ende des 4. Jahrhunderts auf, Teil eines zusammenhĂ€ngenden und einheitlich organisierten Grenzsicherungsystems zu sein. All diese Maßnahmen von Maximus lĂ€uteten faktisch schon das Ende der römischen Herrschaft in Britannien ein. Ab diesen Zeitpunkt ĂŒbernahmen immer mehr unabhĂ€ngige, regionale Machthaber mit ihren eigenen Privatarmeen (bucellari) die Kontrolle ĂŒber die britischen Provinzen. Auch mit dem spĂ€testens im Jahre 410 erfolgten Abzug des letzten britannischen Feldheeres (Comitatenses) durch den Usurpator Konstantin III. verlor der Wall möglicherweise wiederum einige seiner regulĂ€ren Besatzungen. Konstantin folgten aber wahrscheinlich nur sehr wenige Soldaten aus dem Norden, da sie wohl grĂ¶ĂŸtenteils aus der Provinz stammten und bei den Stationierungsorten ihre eigenen Höfe bewirtschafteten. Auch laut der Notitia Dignitatum (ND) scheint der gesamte Wall zu Anfang des 5. Jahrhunderts immer noch von regulĂ€ren Einheiten bewacht worden zu sein. Möglicherweise waren aber die Truppenlisten der ND bei ihrer Abfassung schon ĂŒberholt, da auch noch viele mittelkaiserzeitliche Einheiten angefĂŒhrt werden, dennoch spricht das Fehlen der Außenposten in der diesbezĂŒglichen Liste fĂŒr ihre damalige AktualitĂ€t.

Nach dem Zusammenbruch der römischen Herrschaft bildeten kleine Gehöfte und einige grĂ¶ĂŸere LandgĂŒter vom Hadrianswall bis zum Humber im SĂŒdosten und Chester im SĂŒdwesten das ökonomische RĂŒckgrat der britischen Nordregion. Sie stand unter der Kontrolle des Befehlshabers der Grenztruppen im Legionslager von Eburacum. Magnus Maximus ernannte vermutlich einen gewissen Coel (lat. Coelius) zum Oberbefehlshaber an der Nordgrenze, er dĂŒrfte somit der letzte von den Römern eingesetzte Dux Britanniarum gewesen sein. Coelius schĂŒtze mit seinen Truppen auch weiterhin die wohlhabenden StĂ€dte im SĂŒdosten vor EinfĂ€llen der Pikten aus dem schottischen Lowlands und erhielt dafĂŒr wohl auch materielle UnterstĂŒtzung aus diesen Regionen. Durch die Vereinigung der caledonischen Königreiche nördlich des Forth und des Clydes nahmen die ÜberfĂ€lle der Pikten noch weiter zu. Der verfallene Hadrianswall erfĂŒllte aber immer noch - wenn auch stark eingeschrĂ€nkt - seine Funktion, sodass die Angreifer seine Verteidiger, wie schon frĂŒher auf dem Seeweg umgingen. Die KĂŒstenbewohner konnten aber durch Signalstationen entlang der KĂŒste meist noch rechtzeitig vor dem herannahenden Feind gewarnt werden. Die Pikten verlegten daher ihre RaubzĂŒge weiter in den SĂŒden, wo sie auf den gut ausgebauten Römerstraßen rasch in die wohlhabenderen Regionen der Insel gelangten. Der dux in Eburacum kĂŒmmerte sich offenbar aber nur solange um die Invasoren wie sie sein Territorium gefĂ€hrdeten und ĂŒberließ den SĂŒden zunehmend sich selbst. Die Verwaltungsbezirke der spĂ€trömischen Provinzen entwickelten sich durch Erbteilung immer mehr zu eigenstĂ€ndigen Kleinkönigreichen weshalb der dux auch wahrscheinlich keine Zahlungen mehr aus dem SĂŒdosten bezog. Coelius wurde als legendĂ€rer Coel Hen (cymrisch: der alte Coel) schließlich zum Stammvater aller unabhĂ€ngigen romano-britischen Könige in Norden und verwaltete sein Reich weiter von Eburacum aus. Neuere archĂ€ologische Funde bestĂ€tigten, dass einige Kastelle am Wall noch etwa fĂŒr 100 Jahre von den Nachkommen der römischen Soldaten bewohnt und genutzt wurden. In dieser Zeit wandelten sie sich entweder zu Wehrdörfern (oppida) um oder verkamen zu SteinbrĂŒchen; die Meilenkastelle wurde u. a. als Viehpferche verwendet. Ausgrabungen in Birdoswald förderten zu Tage, dass seine Infrastruktur – wenn auch auf niedrigerem Niveau – weiter genutzt wurde, bis sie schließlich unbrauchbar geworden war und durch einfachere HolzgebĂ€ude ersetzt werden musste. Dieses Kastell war noch lange nach Ende der römischen Herrschaft bewohnt. Seine Bewohner schlugen sich als weitgehend autonome und stark bĂ€uerlich geprĂ€gte Gemeinschaft durch. Sie pflegten wohl auch noch im 5. Jahrhundert die Traditionen und Kultur der MilitĂ€reinheiten, von denen sie abstammten, Spuren solcher AktivitĂ€ten fand man ĂŒberall auf GrabungsplĂ€tzen entlang des Walles. Was in Birdoswald geschah, konnte daher auch anderswo in der Wallregion genau so oder zumindest Ă€hnlich abgelaufen sein. Die Inschrift eines Grabsteins aus Vindolanda zum Beispiel (heute in Chesters) ist allerdings in einem schon sehr verwilderten Latein abgefasst, die nicht mehr zu einer klassisch-römischen, sondern eher zur frĂŒhmittelalterlich-christlichen Kulturgemeinschaft passt. Sie ist nicht exakt zu datieren, stammt aber wahrscheinlich aus dem 5. oder 6. Jahrhundert.[9]

Der oströmische Geschichtsschreiber Prokopios von Caesarea erwĂ€hnt um 550 eine Mauer (teichos), die die Insel Brittia in einen römischen und einen lebensfeindlichen nichtrömischen Teil scheide und "in alter Zeit" errichtet worden sei.[10] AuffĂ€llig ist dabei, dass Prokopios zwar einerseits noch von der Anlage wusste, andererseits aber nicht mehr darĂŒber informiert gewesen zu sein scheint, dass der Wall ein römischer Bau gewesen war. In den darauffolgenden Jahrhunderten wurden der nutzlos gewordene Wall abgetragen, um seine Steine woanders wiederzuverwenden, u. a. fĂŒr den Bau des Klosters Lanercost Priory. Ein großer Teil des Materials wurde auch noch im 18. Jahrhundert zur Pflasterung einer MilitĂ€rstraße (der heutigen B6318) verwendet.

Funktion und Strategie

Hadrians neues Grenzsicherungskonzept war, die Grenzen an klar erkennbaren natĂŒrlichen Hindernissen wie zum Beispiel FlĂŒssen und GebirgszĂŒgen endgĂŒltig zu etablieren und die LĂŒcken dazwischen mit kĂŒnstlichen Befestigungen aus ErdwĂ€llen oder Palisaden wie am Limes zwischen den römischen Provinzen Niedergermanien, Obergermanien, Raetien und der Magna Germania- aus der sich die Römer nach ihrer Niederlage in der Varusschlacht zurĂŒckziehen mussten – auf Dauer zu sichern bzw. zu markieren. Auch der Hadrianswall zĂ€hlte zu dieser neuen Art von festen Grenzkontrollanlagen. War der Frieden an der Grenze erst einmal gesichert, so die Überlegung des Kaisers, konnte auch die Romanisierung voranschreiten und die Wirtschaft sich nach römischen Vorbild ungestört entwickeln, was wiederum fĂŒr spĂ€tere Steuereinnahmen unumgĂ€nglich war. Nördlich des Walls war das Land recht karg und rau, wĂ€hrend sĂŒdlich davon gutes Weideland im Überfluss vorhanden war. Dieser Unterschied ist besonders gut bei Grag Lough zu erkennen. Auch das Umland von Chesterholm/Vindolanda ist sehr fruchtbar.[11] Hadrian erkannte auch, dass Britannien eine Quelle fĂŒr etwas werden könnte, das damals noch wertvoller als Gold war: Soldaten. Die beste Voraussetzung dafĂŒr war seine kurze Landgrenze. Die meisten Provinzen, die Hadrian besuchte, hatten sehr lange Grenzen, fĂŒr deren Sicherung man viele Soldaten benötigte. In Britannien gab es derartige Schwierigkeiten nicht, man musste nur die StĂ€mme im Norden wirksam und auf Dauer fernhalten. Die Historia Augusta gibt uns diesbzgl. noch einen weiteren Hinweis: Sie berichtet, dass der Imperator in Germanien eine wesentlich straffere Dienstordnung bei den Grenztruppen eingefĂŒhrt habe. Es ist so gut wie sicher, dass Hadrian die gleichen Maßnahmen auch in Britannien ergriffen hat. Die Historia Augusta spricht auch von einer Menge Probleme in der Provinz, geht aber dabei bedauerlicherweise nicht genauer auf diese ein. Die jahrelangen wirkungslosen VorstĂ¶ĂŸe und RĂŒckzĂŒge im Norden mĂŒssen aber auf die dortigen Soldaten zunehmend demoralisierend gewirkt haben. Der Bau des Walls war also wohl auch ein Mittel zur Hebung der Moral durch eine sinnvolle BeschĂ€ftigung und bot gleichzeitig den Nebeneffekt der gemeinsamen BewĂ€hrung in einem großen Projekt, das allen einen Nutzen versprach.

Man glaubte lange Zeit, der Wall sei errichtet worden, um eine unĂŒberwindliche Sperrzone zwischen der römischen Zivilisation und den Barbaren zu schaffen. Die Situation war aber damals wohl wesentlich komplexer. Jahrzehntelang war die Grenze im Norden nur durch den Stanegate und eine lockere und durchlĂ€ssige Kastellkette markiert bzw. gesichert worden. Nun wurde den nördlichen StĂ€mmen unmissverstĂ€ndlich klar gemacht, dass am Wall das Römische Reich mit all seinen Errungenschaften (z. B. der Rechtssicherheit) begann und es sich wirksam zu wehren wusste. Neben seiner militĂ€rischen Schutzfunktion diente der Wall mithin vor allem auch zur Demonstration römischer Bau- und Ingenieurskunst.

ZusĂ€tzlich unterhielten die Römer auch Kastelle (Netherby, Bewcastle und Birrens) im nordwestlichen Vorfeld, um so auch das Glacis des Walles und das Gebiet der verbĂŒndeten Brigantes besser unter Kontrolle zu halten. Im Falle des Falles hatten entschlossene Angreifer aber zweifellos keine grĂ¶ĂŸeren Schwierigkeiten, ihn an einer nur schwach gesicherten Stelle zu ĂŒbersteigen: Zur Abwehr eines ernsthaften militĂ€rischen Angriffs war der Wall ebensowenig geeignet wie andere damalige Grenzanlagen. Dennoch machte es die Mauer mit ihren wenigen, sicherlich streng bewachten Übertrittspunkten möglich, die tĂ€glichen friedlichen Reisebewegungen der grenznahen StĂ€mme zu ĂŒberwachen, deren angestammte Gebiete der Wall vermutlich durchschnitt, ganz wie bei heutigen GrenzĂŒbergĂ€ngen, die ebenfalls den Verkehr auf bestimmte Kontrollpunkte kanalisieren (zum Beispiel zwischen den USA und Mexiko oder zwischen Syrien und der TĂŒrkei). Ähnlich wie der Obergermanisch-Raetische Limes war also auch der Hadrianswall in erster Linie eine GrenzĂŒberwachungsanlage fĂŒr Friedenszeiten. In der Sperrzone zwischen Mauer und sĂŒdlichem Graben konnten Individuen oder auch Gruppen, die vom Norden her mit ihren Handelswaren den Wall passierten, zur Zahlung von Abgaben genötigt, ihr Weiterzug nach SĂŒden oder auch der Waren- und Waffenschmuggel im großen Stil verhindert werden. Die Grenze war somit durchlĂ€ssig und brachte fĂŒr den römischen Fiskus zusĂ€tzliche Einnahmequellen. Ob diese Einnahmen den personellen und materiellen Aufwand, den sich der römische Staat an der Nordgrenze leistete, wieder wettmachten, ist allerdings fraglich.[12]

Der Bau des Walls

Aufgrund von MĂŒnzfunden im Kastell Birdoswald nimmt man an, dass der Westsektor schon in der Zeit des Traian mit einem durchgehenden Erdwall gesichert worden sein könnte. Die Bauarbeiten am Hadrianswall begannen vermutlich schon um 120 n. Chr., d.h. schon vor dem Besuch Hadrians in Britannien.[13] Die Bauarbeiten standen unter der Aufsicht des Statthalters Aulus Platorius Nepos, ein persönlicher Freund Hadrians, er hatte den Herrscher von Germanien nach Britannien begleitet und war im Sommer des Jahres 122 in sein neues Amt eingesetzt worden. Um die Jahre 126–127 folgte ihm Trebius Germanus nach, der die Arbeiten am Wall weiterfĂŒhrte.

Die Arbeiten begannen auf der ganzen Strecke mit dem Verlegen des Fundamentes. Das Sperrwerk bestand in seiner frĂŒhesten Bauphase aus einer Stein- und Torf-Erde-Mauer, die tw. auch auf BrĂŒckenkonstruktionen ĂŒber die FlĂŒsse Tyne, Irthing und Eden gefĂŒhrt wurde. Errichtet wurden zuerst die sĂŒdseitig angelegten Kastelle und TĂŒrme. Die LĂŒcken dazwischen wurden vermutlich vorerst provisorisch teilweise mit einem Torf-Erde-Wall geschlossen, dies auch deswegen, da die Grenzregionen, wie man mittels Pollenanalysen feststellte, schon 600 Jahre vor Ankunft der Römer in Britannien weitgehend abgeholzt waren und so das Material fĂŒr herkömmliche Palisaden fehlte.[14] SpĂ€ter wurde die Steinmauer hochgezogen, aber dann an einigen Stellen von drei Meter auf 2,5 m verschmĂ€lert. Die Meilenkastelle und WachtĂŒrme wurden spĂ€ter mittels ihrer FlĂŒgelmauern mit dem Wall verbunden.[15] Faktum ist auch, dass die Fundamente ursprĂŒnglich fĂŒr eine wesentlich breitere Mauer gedacht waren (dies konnte bei Stichgrabungen auch nachgewiesen werden), aber schlussendlich wurde nur eine etwas schmĂ€lere Version verwirklicht. Eine ErklĂ€rung dafĂŒr, die ursprĂŒnglichen PlĂ€ne zu Ă€ndern, wĂ€re, dass schon vorhandene oder ungĂŒnstig positionierte Kastelle entlang der geplanten Walllinie entweder integriert oder beseitigt werden mussten.

Die verbleibende Distanz vom Irthing zum Solway Firth bei Bowness-on-Solway an der WestkĂŒste wurde mit einer an der Basis 5,9 m breiten Torf-Erde-Konstruktion geschlossen. Beim Osttor des Kastells Birdoswald finden sich heute immer noch Reste der ursprĂŒnglichen Torf-Erde-Mauer. Dieser wurde in severischer Zeit grĂ¶ĂŸtenteils durch eine 1,8 m breite Steinmauer ersetzt. Auch das feuchte Klima in diesen Breiten musste berĂŒcksichtigt werden: In regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden (2,4 m) lĂ€uft unter der Mauer ein nachtrĂ€glich gegrabener Kanal hindurch, der das Regenwasser in den Nordgraben ableitete. Im Osten war der Wall von Anfang an aus Stein errichtet worden; sie verlief auf den ersten Kilometern auch etwas weiter nördlich als die ursprĂŒngliche Torfmauer. Ihr Fundament bestand aus nur stellenweise vermörtelten oder mit Lehm gebundenen Bruchsteinen und einen unterschiedlich hohen Sockel aus drei bis vier Steinlagen. Sie war schĂ€tzungsweise zwischen vier und fĂŒnf Meter hoch und bestand aus Quadersteinen, die man mit einem Mörtelgemisch aus Sand, Kalk und Tierblut als Bindemittel um einen festgestampften Gußmörtelkern aus Bruchsteinen aufzog. Die Mauer weist keine GerĂŒstlöcher auf und sprang an beiden Seiten deutlich zurĂŒck. Die Quadersteine sind klein, nur 20 bis 23 cm im Quadrat. Das erscheint zunĂ€chst ungewöhnlich, bis man berĂŒcksichtigt, dass alles in Handarbeit errichtet werden musste, weitgehend ohne Hilfsmittel wie KrĂ€ne oder FlaschenzĂŒge. Die Steine mussten grĂ¶ĂŸtenteils aus zehn bis zwölf Kilometer Entfernung von SteinbrĂŒchen in Cumberland herangeschafft werden. Diese BrĂŒche ließen sich aufgrund von Inschriften auf beiden Seiten der Wallzone lokalisieren. Teilweise wurden auch unbearbeitete Steine fĂŒr die Verschalung verwendet, das auf den großen Druck hinweist den Bau möglichst rasch fertigzustellen. Die Kalkbrenngruben lagen direkt am Wall. Ein Versuch, den Materialaufwand fĂŒr die Gesamtanlage möglichst exakt zu berechnen, fĂŒhrte zu dem Ergebnis, dass fĂŒr seine Fertigstellung ungefĂ€hr 3,7 Millionen Tonnen Steine benötigt wurden. Wie die Mauer im oberen Teil ausgesehen hat, ist unbekannt. Bei Wallsend kann man eine fĂŒnf Meter hohe, mit Zinnen bewehrte Rekonstruktion des Walles besichtigen. Der Wehrgang setze sich vermutlich auch auf den drei BrĂŒcken ĂŒber die FlußtĂ€ler fort. Ob der Wall auf seiner ganzen LĂ€nge verputzt war, wie einige Befunde andeuten, ist nach wie vor umstritten. Vor dem Wall wurde ein nicht auf der ganzen Distanz durchgĂ€ngiger Graben angelegt.[16]

Man nimmt an, dass der Wall nicht nach den ursprĂŒnglichen PlĂ€nen errichtet wurde. Um den Arbeitsaufwand zu reduzieren wurde die anfangs noch ca. 3 m breite Mauer auf 1,8 bis 2, 4 m verschmĂ€lert. Stellenweise Ă€nderte man auch etwas ihren Verlauf ab um sie besser an das umliegende GelĂ€nde anzupassen. Ereignisse wie zum Beispiel Epidemien, Kriegshandlungen oder der Abzug ganzer Garnisonen zwangen die Römer bei der AusfĂŒhrung ihrer Bauvorhaben oft zu Kompromissen. Auch die Transportlogistik warf wohl große Probleme auf. Weiterhin ist unklar, ob der Wall in seiner vollen LĂ€nge fertiggestellt wurde, im Vergleich mit anderen römischen Großprojekten scheint es nicht ausgeschlossen, dass er immer ein Provisorium blieb. Der Torf-Erde-Wall im Westsektor unterstĂŒtzt zusĂ€tzlich die Theorie, dass es fĂŒr die Erbauer von großer Wichtigkeit war, möglichst rasch dieses Sperrwerk fertigzustellen.

Organisation und ArbeitskrÀfte

Die Bauarbeiten wurden von Angehörigen der in Britannien stationierten Legions- und Hilfstruppeneinheiten ausgefĂŒhrt. Die Meilenkastelle und TĂŒrme scheinen sich auf den ersten Blick nicht voneinander zu unterscheiden und dennoch gibt es - vor allem bei der Gestaltung ihrer Eingangstore und ihrer Ausrichtung - einige markante Unterschiede. Nach den in den Meilenkastellen aufgefundenen Bauinschriften zu schließen, dĂŒrfte jede der drei am Bau beteiligten Legionen in ihrem Abschnitt teilweise eigene Baukombinationen angewendet haben. Da diese an verschiedenen Stellen des Walles wiederholt auftreten, wurde zuerst vermutet, dass die Baulose in drei "Legionseinheiten" gleicher GrĂ¶ĂŸe aufgeteilt wurden.[17] Diese wurden dann von den Kohorten und Zenturien in Eigenverantwortung anhand der Planvorgaben ausgefĂŒhrt. Neuere Untersuchungen an den Abschnitten an Tyne-North und Irthing erbrachten jedoch, dass sich wahrscheinlich nur zwei separate Baukommandos das Projekt teilten. Vom Standpunkt der Logistik und der Effizienz her gesehen erscheint dies auch sinnvoller. Kleinere Trupps hĂ€tten sich auf kĂŒrzeren Strecken bald wohl nur mehr gegenseitig behindert. Jedes zugewiesene Baulos erstreckte sich ĂŒber ungefĂ€hr acht bis zehn Kilometer und war auch abhĂ€ngig von der GelĂ€ndebeschaffenheit. Die Aufteilung der Abschnitte unter die verschiedenen Einheiten diente der Optimierung der vorhandenen ArbeitskrĂ€fte, war ein Anreiz zum produktiven Wettstreit und formte sie zu kooperativ und effizient arbeitenden Gruppen um. Nach Ende der Bauarbeiten wurde an jeden abgenommenen Abschnitt des Walles eine Inschriftentafel angebracht, die die am Bau beteiligten Einheiten und ihre Offiziere angab. Eine betrĂ€chtliche Anzahl dieser - meist nur grob ausgefĂŒhrten - Inschriftensteine haben die Zeiten ĂŒberdauert und werden heute in den Museen entlang des Walles ausgestellt. Das Museum in Carlisle besitzt 36 von ihnen, sie zeigen auch, dass nicht nur ausschließlich LegionĂ€re beim Bau beteiligt waren. Ein interessantes Exemplar, das aus dem Umland des Kastelles Birdoswald stammt, trĂ€gt zum Beispiel folgende Inschrift:

[PED] ATURA [CLA] SSIS [BRI] TANNICAE, „diese LĂ€nge wurde von der britannischen Flotte gebaut“.

Andere wiederum nennen wieder LegionÀre:

[LEG] IONIS [II AUG] USTAE [COH] HORS [VII SU] B [CU] RA
, „von der zweiten Legion Augusta, die siebente Kohorte unter dem Befehl von
“

Diese Inschrift ist leider unvollstĂ€ndig.[18] Sie wurde beim sogenannten „High House Castel“ (Meilenkastell L) gefunden, das nur von hoch spezialisierten KrĂ€ften gebaut worden sein konnte. Speziellere Arbeiten wurden von Facharbeitern (immunes) durchgefĂŒhrt, die ebenfalls von den drei in Britannien stationierten Legionen abkommandiert wurden. Einfachere Arbeiten – wie der Aushub des Grabens beispielsweise – wurden von den Auxiliaren erledigt, der Fund eines Steines sĂŒdlich des Walls mit folgender Inschrift bezeugt dies:[19]

[C] OHORS [IIII LIN] GONUM [F] ECIT, „Die vierte Kohorte der Lingonier hat dies gemacht“.

Es hat aber nicht den Anschein, dass das mit Bestimmtheit fĂŒr den Aushub des Grabens im Nordabschnitt des Walls oder gar fĂŒr die komplette LĂ€nge des Grabens angenommen werden kann. Ein schwieriger Abschnitt war aber beispielsweise Teppermoor Hill, auch bekannt als „Limestone Corner“, der nördlichste Punkt des Walls. Hier wird der ansonsten leicht zu bewerkstelligende Aushub von Basaltgestein gestört, der besonders in der Steinbearbeitung geschulte Spezialisten erforderte, um hier weiter voranzukommen. Eine große Felsmasse blieb bis heute in der Mitte des Grabens zurĂŒck, mit Löchern an der Oberseite, um sie zur Brechung mittels mit Wasser aufgeweichter Holzkeile vorzubereiten. Dennoch wurden diese Arbeiten hier offensichtlich bald eingestellt.

Kastelle, Sicherungsanlagen und Verteidigungsstrategie

Noch vor der kompletten Fertigstellung der Mauer wurden die Kastellbesatzungen des Stanegate um 126 n. Chr. direkt an den Wall verlegt. Entlang des Walls entstanden bis zu 14 grĂ¶ĂŸere Auxiliarlager, die in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden voneinder errichtet wurden. In diesen lag auch das Gros der römischen Besatzung des Hadrianswalles. Sie konnte von dort aus ĂŒber eine gut ausgebaute Straße rasch an jeden beliebigen Einsatzort in der Wallzone herangebracht werden. Von den Doppelkastellen Corbridge/Halton Chesters Vindolanda/ und Carlisle/Stanwix konnten bei Bedarf Eingreiftruppen an gefĂ€hrdete Abschnitte des Walles abgezogen werden ohne die Grenze dort völlig zu entblĂ¶ĂŸen. Bei Stagshaw kreuzte sich die Deere Street mit dem Wall. Hier stand das sog. "Portgate", ein befestigtes Durchgangstor und Kontrollpunkt. Seine Überreste wurden 1732 von John Horsley entdeckt. Es diente zur Überwachung des Verkehrs auf der damaligen Hauptverkehrsroute nach Schottland die von den Römern etwa 50 Jahre vor Errichtung des Hadrianswalles angelegt worden war. Es liegt heute unter der Straße B6318, sĂŒdwestlich eines Kreisverkehrs. Der antike Name dieses Kontrollpostens ist unbekannt, die Ortsbezeichnung Portgate stammt wahrscheinlich aus angelsĂ€chsischer Zeit. Es war aus relativ großen Steinblöcken zusammengefĂŒgt und stand zur HĂ€lfte an der Nordseite bzw. SĂŒdseite des Walles. Wahrscheinlich handelte es sich hierbei um ein quadratisches oder rechteckiges GebĂ€ude (3,6 m x 3,66 m), das von zwei TĂŒrmen flankiert wurde. Der westliche Turm konnte bei einer Ausgrabung im Jahre 1966 nachgewiesen werden. Der nördliche Wallgraben fĂŒhrte um das Tor herum.

Zur Kommunikation zwischen den einzelnen StĂŒtzpunkten verwendeten die Römer ein altbewĂ€hrtes Signalystem. Am Tag wurde von den Posten wohl mit Spiegeln oder polierten Metallplatten Blinkzeichen von Turm zu Turm ĂŒbermittelt, bei Bewölkung oder Nebel behalf man sich mit Tubas oder Hörnern, in der Nacht wurden Fackeln verwendet.[20] Nachrichten konnten also mittels solcher Leucht- und Akustikzeichen (oder wohl auch durch Meldereiter/lĂ€ufer auf der gut ausgebauten Wallstraße) binnen kurzer Zeit und ungestört von KĂŒste zu KĂŒste ĂŒbermittelt werden. Ein guter LĂ€ufer ĂŒberwand die Distanz zwischen zwei TĂŒrmen in nur 2,5 Minuten. Die NachrichtenĂŒbermittlung zur raschen Alarmierung der Grenztruppen bei feindlichen ÜberfĂ€llen, um die Eindringlinge mittels eines Zangenmanövers noch in der vorderen Grenzzone abfangen zu können, bevor sie grĂ¶ĂŸeren Schaden anrichten konnten, zĂ€hlte zu den Hauptaufgaben der Wallbesatzung. Dieses Warnsystem war auch an den anderen Limites des Reiches Standard.

Auf seiner ganzen LĂ€nge hatte der Hadrianswall insgesamt - durch Kleinkastelle gesicherte - 80 Tore, jeweils im Abstand von genau einer Römischen Meile, was nach heute gebrĂ€uchlicher Maßeinheit ca. 1470 bis 1490 m entspricht. Einige Kastelle wurden vor dem Wall platziert, mit nach Norden zu öffnenden Toren. Obwohl dies widersprĂŒchlich erscheint, da sie ja die kriegerischen StĂ€mme aus dem Norden fern halten sollten, waren sie dadurch ein probates Mittel der Abschreckung fĂŒr jeden Angreifer, da durch sie z. B. ein rascher Ausfall der Kavallerie möglich war und fĂŒr den Fall, dass sie abgeschnitten zu werden drohte, auch wieder ein schneller RĂŒckzug hinter die sicheren Mauern angetreten werden konnte. Die hohe Anzahl der Tore erklĂ€rt sich David Breeze auch vor allem aus der Strategie, die die damalige römische Armee bevorzugt anwendete: Die römischen Soldaten der mittleren Kaiserzeit kĂ€mpften nur selten aus dem Schutz fester Mauern herab, sie waren fĂŒr die VorwĂ€rtsverteidigung und fĂŒr Feldschlachten in enger Formation trainiert.[12] Diese offensive Vorgehensweise wurde aber durch den Wall behindert. Mit Hilfe der vielen DurchgĂ€nge konnten die Garnisonen aber trotzdem schnell und flexibel auf heranrĂŒckende Angreifer oder wechselnde Gegebenheiten reagieren. Der von KĂŒste zu KĂŒste gechlossene Wall wurde also so trotzdem besonders durchlĂ€ssig gemacht, dies allerdings nur in eine Richtung, nach Norden. HeranstĂŒrmende Feinde konnten damit theoretisch schon weit im Vorfeld unschĂ€dlich gemacht werden, noch ehe sie die Grenzzone ĂŒberhaupt erreicht hatten (sofern sie rechtzeitig entdeckt wurden).

Die Mauer selbst wurde in Intervallen von ungefĂ€hr einer römischen Meile noch zusĂ€tzlich mit Kleinkastellen (Meilenkastelle) an der SĂŒdseite des Walles und innerhalb einer Drittelmeile noch mit zwei WachtĂŒrmen versehen. Der Abstand zwischen den TĂŒrmen differiert aber oft ein wenig. Meilenkastelle und WachtĂŒrme wurden durchnummeriert, beginnend im Osten beim heutigen Wallsend. Dies war eine ĂŒbliche Vorgangsweise bei der Organisation des Limes. Die TĂŒrme westlich von jedem Meilenkastell, zum Beispiel ab Meilenkastell XXXVII, waren mit der Nummer XXXVIIa und XXXVIIb versehen, ab Meilenkastell XXXVIII erfolgte die Nummerierung dann in derselben Weise. An der Nordseite wurde hinter einer 6 m breiten Berme ein 8 m breiter und 3 m tiefer, V-förmiger Graben als AnnĂ€herungshindernis angelegt, ausgenommen dort, wo der Wall an extrem abschĂŒssigen Terrain, wie an der vulkanischen Auffaltung des Great Whin Sill (Nationalpark Northumberland), vorbeilief und so eine weitere Aushebung ĂŒberflĂŒssig machte. Vor der mit dem Aushub des Grabens aufgeworfenen Böschung befanden sich als zusĂ€tzliches Hindernis drei Grubenreihen, die vermutlich mit spitz zugerichteten Ästen gespickt waren.

SĂŒdlich des Walls verlief eine gut ausgebaute MilitĂ€rstraße und daneben ein flach ausgehobener Graben. Mit dem Aushub wurde beiderseits des Grabens ein kleiner Damm aufgeschĂŒttet; die direkte Zufahrt zur Mauer war so sĂŒdseitig nur ĂŒber 16 streng bewachte Dammwege, die bei den grĂ¶ĂŸeren Kastellen angelegt waren, möglich. Man nimmt an, dass dieser Graben als Markierung einer streng gesicherten Sperrzone diente, in der man ohne unvorhergesehene Hindernisse auf der Ost-Westachse schnelle Truppenbewegungen vornehmen konnte. Obgleich dies der primĂ€re Zweck des Grabens sein dĂŒrfte, war er doch auch ein Hindernis, um sich leichter gegen plötzlich aus dem SĂŒden auftauchende Feinde verteidigen zu können.

Das Verteidigungssystem bestand von Norden nach SĂŒden gesehen aus folgenden Elementen:

  • das nördliche Glacis mit dem Graben und getarnten Fallgruben, gespickt mit spitzen HolzpfĂ€hlen und eisernen Fußangeln (Lilien),
  • dem Wall selbst,
  • einer MilitĂ€rstraße und
  • dem sĂŒdlichen Graben, Vallum, zwischen zwei ErddĂ€mmen.

Im Vergleich zum Obergermanisch-raetischem Limes war der Hadrianswall damit eine betrĂ€chtlich stĂ€rker befestigte Verteidigungslinie. Die Einbindung schon vorhandener Kastelle in den Wall stieß wohl schon wĂ€hrend des Anfangsstadiums der Bauarbeiten auf heftigen Widerstand der hauptsĂ€chlich Viehzucht betreibenden caledonischen StĂ€mme, da er nun ihre Gebiete teilte und sie wohl damit auch von ihren fruchtbarsten WeidegrĂŒnden im SĂŒden abschnitt. Es erschien den römischen Befehlshabern wohl auch unzweckmĂ€ĂŸig, mit betrĂ€chtlichen Truppenaufwand die gesamte Baustelle sichern zu mĂŒssen, die in den relativ weit entfernten Kastellen an der alten Stanegatelinie ihre Quartiere hatten. Es ist daher gut vorstellbar, dass diese beiden Faktoren die Entscheidung beeinflussten, anstatt einer Massiv- nur eine Light-Version des Walls zu errichten.

Die Kastelle am Wall

Lateinischer Name NĂ€chstgelegener Ort
Maia Bowness-on-Solway
Concavata Drumburgh
Aballava Burgh-by-Sands
Luguvalium Carlisle
Petrianis Stanwix
Camboglanna ? Castlesteads
Banna ? Birdoswald
Aesica Great Chesters
Vercovicum Housesteads
Brocolitia Carrawburgh
Cilurnum Chester
Onnum Haltonchesters
Vindobala Rudchesters
Condercum ? Benwell
Pons Aelius Aelian Bridge (Newcastle)
Segedunum Wallsend
Arbeia South Shields

Acht Kastelle (Birrens und Netherby sollten zusĂ€tzlich das Stammesgebiet der verbĂŒndeten Briganten sichern) lagen als Vorposten nördlich des Hadrianswalls:

Lateinischer Name NĂ€chstgelegener Ort
Blatobulgium Birrens
Castra Exploratorum Netherby
Fanum Cocidii Bewcastle
Habitancum Risingham
(?) Blakehope
Bremenium High Rochester
(?) Hartburn
(?) Learchild

Im Westen entlang der KĂŒste sĂŒdlich von Bowness wurden weitere Kastelle errichtet:

Lateinischer Name NĂ€chstgelegener Ort
Bibra Beckfoot
Alauna Maryport
Gabrosentum Moresby
Tunnocelum Ravenglass

An der OstkĂŒste wurden spĂ€ter noch eine Reihe von SignaltĂŒrmen hinzugefĂŒgt, um eine unbemerkte Landung von See her auszuschließen.

Die Meilenkastelle

Der Begriff "Meilenkastell" wurde erstmals um 1708 von Robert Smith aufgebracht und dĂŒrfte in der ortsansĂ€ssigen Bevölkerung entstanden sein.[21] Er wird heute im Wesentlichen fĂŒr die Kleinkastelle am Hadrianswall und an der WestkĂŒste Cumbrias angewendet. Die Meilenkastelle entlang des Hadrianswalls, waren in seinem östlichen Abschnitt aus Stein, im westlichen Teil hingegen zunĂ€chst in Torf-Holz-Bauweise errichtet worden. Diese wurden aber spĂ€ter ebenfalls zu Steinkastellen umgebaut. Ihr Baustil variierte regional ein wenig, aber generell waren sie 15 m x 18 m groß, die Umfassungsmauern maßen etwa 3 m in der Breite und waren zwischen 5 m und 6 m hoch. Teilweise waren sie auch von einem Graben umgeben. Die nördlichen der beiden sich gegenĂŒberliegenden Tore mĂŒssen aufgrund ihrer FundamentstĂ€rken noch eine Art Turmaufsatz getragen haben. Auch die Seitenmauern der Meilenkastelle waren besonders massiv ausgefĂŒhrt. Alle hatten in der FrĂŒhphase des Walles noch ein Tor nach Norden und einen Übergang bzw. Dammweg ĂŒber den vorgelagerten Graben, die spĂ€ter aber wieder zugemauert bzw. entfernt wurden. Die meisten Kastelle wurden nicht am besten Aussichtspunkt errichtet, sondern immer standardmĂ€ĂŸig im Abstand einer römischen Meile. Ein gutes Beispiel hierfĂŒr ist das Meilenkastell 39 westlich von Housesteads, selbst dieses Kastell hatte ursprĂŒnglich ein Nordtor, obwohl der vorgelagerte Abhang viel zu steil war, um mit Pferden oder Fuhrwerken passiert werden zu können. Insgesamt konnten am Wall 80 solcher Kleinkastelle nachgewiesen werden.[22] Ein gleichartiges Sicherungssystem mit Meilenkastellen und WachtĂŒrmen existierte auch an der WestkĂŒste Cumbrias, zwischen dem westlichen Ende des Walls und dem Kastell von Ravenglass, verbunden waren diese aber nur durch eine Holzpalisade an der es aber keine DurchgĂ€nge gab.

In den meisten FĂ€llen sicherte ein Meilenkastell einen Straßendurchgangs- und Kontrollpunkt in den Norden. Seine Wachmannschaft zĂ€hlte vermutlich zwischen 20 und 30 Auxiliarsoldaten, die in zwei Barackenblöcken untergebracht waren. Sie bemannten auch die unmittelbar beidseitig des Kastells gelegenen WachtĂŒrme, die im Abstand einer 1/3 Meile (500 m) entfernt standen. Zu den weiteren Aufgaben der Garnison zĂ€hlte die Überwachung des Grenz- und Handelsverkehrs und die damit verbundene Einhebung von Zöllen und Abgaben.

Die Meilenkastelle werden vor allem anhand der Gestaltung ihrer DurchgĂ€nge, oder auch anhand der Ausrichtung ihrer Hauptachsen (zwischen Nord- und SĂŒdtor) unterschieden werden. Sie sind bekannt als 'Langachse' und 'Kurzachse'. Ein Beispiel fĂŒr letzteres ist MK 79, ursprĂŒnglich in Holz-Torf errichtet, wurde es spĂ€ter in Stein umgebaut.[23]

Typisierung Beschreibung Bautrupp
Typ I (Kurzachse) An diesen Toren wurde an beiden Seiten massive, an der Innen- und Außenseite leicht hervorstehende Pfeilerkonstruktionen eingebaut. WĂ€nde und Pfeiler bestanden aus großen, behauenen Steinblöcken, die Tote sind relativ breit (von Ost nach West) und tief (von Nord nach SĂŒd, zwischen den DurchgĂ€ngen). Beispiele fĂŒr diesen Bautyp sind MK 38 (Castle Hotbank) und MK 42 (Castle Cawfields). legio II Augusta
Typ II (Langachse) Bei diesen MK sind die Tore wesentlich schmĂ€ler, die Seitenpfeiler treten nur an der Innenseite merklich hervor. Ihr Baumaterial bestand aus kleineren Steinblöcken als bei Typ I. Sie kommen nur am jenen Abschnitten vor, an der eine verkleinerte Version der Wallmauer hochgezogen wurde. Die MK an den breiteren Mauersektionen zĂ€hlen zu Typ IV. Ein Beispiel fĂŒr Bautyp II ist MK 9 (Castle Chapel House). legio XX Valeria Victrix
Type III-IV (Langachse) Diese Tore haben - Ă€hnlich wie bei Typ I - an beiden Seiten leicht hervorstehende Pfeiler und bestehen ebenfalls aus grĂ¶ĂŸeren Steinblöcken. FĂŒr die TorwĂ€nde wurden allerdings kleinere Steine verwendet. Beispiele fĂŒr diesen Bautyp sind MK 47 (Castle Chapel House, E. of Gilsland) und MK 48 (Castle Poltross Burn). legio VI Victrix

Die WachtĂŒrme

Zwischen den Meilenkastellen standen jeweils zwei WachtĂŒrme. Diese wurden gleichzeitig mit den Fundamenten des Walles errichtet. Ein Wachturm umfasste eine FlĂ€che von ca. acht Quadratmetern, war Unterkunft und Beobachtungsposten fĂŒr circa acht Mann und ermöglichte den Zutritt zum Wehrgang auf der Mauer. Ihre Höhe wird auf neuneinhalb Meter geschĂ€tzt. Sie dienten in weiterer Folge auch als Signalstationen, speziell dort, wo das unebene Terrain die SichtverhĂ€ltnisse einschrĂ€nkte. Den oberen Teil des Turmes konnte man vermutlich mit einer hölzernen Leiter erreichen, die auf sechs Steinstufen aufgesetzt war, da es keine stichhaltigen Beweise fĂŒr komplette steinerne TreppenaufgĂ€nge gibt. Die Ausgrabungsergebnisse am Turm 18a zeigten, dass die Inneneinrichtung sehr einfach gehalten und nur auf das Notwendigste beschrĂ€nkt war. Der offene Herd befand sich direkt neben der Leiterplattform. Nach den Funden von Tierknochen und einfacher Gebrauchskeramik zu schließen, wurde dieser Herd wohl in erster Linie von den Wachsoldaten zur Zubereitung ihrer Rationen benutzt. Teilweise waren die TĂŒrme auch mit Wasserreservoiren versehen.

Man kann heute nur vermuten, wie die TĂŒrme in der Antike tatsĂ€chlich ausgesehen haben. Die Meinungen darĂŒber gehen hier erheblich auseinander. Man vermutet, dass sie bis zu zwei Obergeschosse hatten aber bedauerlicherweise gibt es zu wenig Überreste und schriftliche oder bildliche Informationsquellen, um damit eine exakte Rekonstruktion der oberen Teile der TĂŒrme vornehmen zu können. Pragmatisch wie die Römer waren, wurde wohl auch hier das ĂŒbliche Standardverfahren fĂŒr derartige Anlagen angewendet. Eventuell gab es an den einzelnen Abschnitten leichte Unterschiede im Baustil.

Manche Fachleute glauben, dass die TĂŒrme mit ziegelgedeckten DĂ€chern versehen waren, auch auf der TrajanssĂ€ule dargestellte WachtĂŒrme tragen ausnahmslos solche DĂ€cher. Einzelne Funde - wie zum Beispiel Fensterglas - und (wahrscheinlich) Teile von DachstĂŒhlen mit Nagellöchern sind ein Hinweis darauf, dass auch die TĂŒrme am Hadrianswall mit derartigenen DĂ€chern versehen waren. Andere wiederum plĂ€dieren fĂŒr eine zinnenbewehrte Mauerkrone, da man so besser Feuer- oder Rauchsignale abgeben konnte. Diese Theorie stĂŒtzt sich vor allem auf den Fund einer bronzenen SchĂŒssel, der sog. „Rudge Cup“, aus einer römischen Landvilla bei Froxfield/Wiltshire. Sie stammt aus der Zeit um 150 und weist eine Dekoration auf, die vermutlich eine zinnengekrönte Mauer mit TĂŒrmen darstellt. ZusĂ€tzlich sind in einem umlaufenden Schriftband die Namen von fĂŒnf, im westlichen Teil des Walles liegende Kastelle angegeben (Mais, Aballava, Uxelodunum, Camboglans, Banna). Nach Abzug der Wachmannschaften an den Antoninuswall verfielen die meisten der WachtĂŒrme, wurden im spĂ€ten 2. Jahrhundert unter Septimius Severus aber wieder bis zum ersten Obergeschoss aufgemauert.[24] Bei Peel Gap wurde noch ein zusĂ€tzlicher Turm errichtet.

BrĂŒcken

Bei Carlisle, Willowford und Chesters wurden die FlĂŒsse Tyne, Irthing und Eden auch von BrĂŒcken ĂŒberspannt. Von diesen lĂ€ĂŸt sich besonders die von Chesters gut rekonstruieren. Ab den 2. Jahrhundert fĂŒhrte zunĂ€chst nur eine einfache SteinbogenbrĂŒcke ĂŒber den Fluss. An ihren beiden Enden stand je ein spitz zulaufender Pfeiler. Die Breitenmaße von BrĂŒcke und Wallmauer sind nahezu ident was darauf schließen lĂ€sst, das beide gleichzeitig angelegt wurden. Möglicherweise wurde sie durch ein Hochwasser zerstört und ca. 220 n. Chr durch eine 9 m hoch und 61 m lange Vierbogenkonstruktion mit breiteren Fahrweg ersetzt. Sie war vom Ufer aus ĂŒber eine 12 m breite Auffahrtsrampe zu betreten. Das Mauerwerk der BrĂŒckenbögen war in Opus-quadratum-Technik ausgefĂŒhrt. An beiden Enden stand direkt ĂŒber den Widerlager ein Torturm, die SteingelĂ€nder wurden durch verzierte SĂ€ulen dekoriert die auch kleine Schreine enthielten. In Willowford verband die zur Zeit des Hadrian errichtete steinerne DreibogenbrĂŒcke die westliche Erdwallsektion mit dem östlichen Ende der Steinmauer. Sie war ebenfalls an beiden Enden mit WachtĂŒrmen bestĂŒckt. Auf ihrer Ostseite hat sich bis heute ein Widerlager erhalten. Bei dieser BrĂŒcke und noch zwei anderen bei Stanwix und Corbridge konnten fĂŒr das spĂ€te 3. Jahrhundert grĂ¶ĂŸere Renovierungsarbeiten nachgewiesen werden.[25]

Die Garnisonstruppen

Wahrscheinlich rĂŒckten die Truppen nicht in einem StĂŒck vom Stanegate an den Wall vor. Nur wenige Einheiten besetzen die unmittelbar nördlich von ihren alten Kastellen gelegenen neuen Lager. Die cohors millaria equitata aus Corbridge z.B. lag nicht in Halton Chesters. Auch die Garnisonen von Benwell, Rudchester und Wallsend stammten aus weiter sĂŒdlich gelegenen Kastellen. Die Garnisonen des Walles bestanden zur GĂ€nze aus Hilfstruppenkohorten (auxilia). Nach Fertigstellung des Walls wurde er mit einem Drittel der Auxiliaren Britanniens bestehend aus Infanterie und Kavallerie bemannt. In Stanwix, dem grĂ¶ĂŸten Lager am Hadrianswall lag die ranghöchste Truppe, die ala Petriana, eine 1000 Mann starke Reiterkohorte deren Kommandeur auch den Oberbefehl an der Nordgrenze inne hatte. Ihre Zahl schwankte im Laufe der Zeit stark auf und ab, doch man schĂ€tzt, dass sie etwa zwischen 9000–12.000 Mann lag. Auch bei voller SollstĂ€rke der Garnison war nie die gesamte Besatzung anwesend – wie man von den HolztĂ€felchen von Vindolanda weiß – da das Gros der Truppe meist anderswo mit Sonderaufgaben beschĂ€ftigt war. Man schĂ€tzt, dass nur ein paar hundert Mann am Wall stĂ€ndig Wache hielten. Das war offensichtlich genug, um – zumindest in den ersten Dekaden seines Bestehens – den Eindruck der scheinbaren UnĂŒberwindlichkeit des Walls gegenĂŒber den nördlichen StĂ€mmen aufrechtzuerhalten. Im Laufe der Zeit wechselte das strenge Garnisonsleben an der Grenze in eine gewisse Routine ĂŒber, das auch einen regen Handel und Wandel mit der Zivilbevölkerung einschloss. Andrew Birley nimmt an, dass der Grenzdienst im Großen und Ganzen ziemlich ereignislos war und die Soldaten auch dementsprechend bei Laune gehalten werden mussten. Wein aus den Mittelmeerregionen zĂ€hlte neben Getreide, fĂŒr die es große Speicherbauten (Horreum) in jedem Kastell gab, zu den GrundversorgungsgĂŒtern der Grenzsoldaten. Auch diverse Luxuswaren wurden in großer Zahl an der britannischen Nordgrenze gefunden.[26] Es wird angenommen, dass viele Angehörige der Garnisonen auch Frauen aus der Region heirateten, so immer mehr in die lokale Bevölkerung integriert und dadurch hier sesshaft wurden. Obwohl die Bauarbeiten grĂ¶ĂŸtenteils von LegionĂ€ren ausgefĂŒhrt wurden, wurden sie nie als Besatzungen in die Wallkastelle abkommandiert. Die ebenfalls am Wall eingesetzten Marinesoldaten der Classis Britannica errichteten hauptsĂ€chlich SpeichergebĂ€ude (horrea) und waren fĂŒr den Nachschub zustĂ€ndig.

Ab dem spĂ€ten 4. Jahrhundert standen die Grenztruppen unter dem Befehl eines Dux Britanniarum, fielen in ihrem Status zurĂŒck und zĂ€hlten nun zu den Limitanei.[27][28] Sie waren die letzten RegulĂ€ren der Römischen Armee, die am Hadrianswall eingesetzt wurden. Diese Soldaten stammten vermutlich fast alle aus Britannien und betrieben bei ihren Stationierungsorten neben ihren militĂ€rischen Pflichten noch eigene Bauernhöfe.

Die durch Inschriften nachgewiesenen Garnisonseinheiten am Hadrianswall

AbkĂŒrzungen:

  • Vex. = Vexillation
  • qu = quinquenaria (500 Mann)
  • equ = equitata (beritten)
  • mil = milliaria (1000 Mann)
  • RIB = Roman inscriptions in Britain
  • ILS = Inscriptiones Latinae Selectae
  • (ND) = ErwĂ€hnung in der notitia dignitatum
Kastelle am Wall 2. Jahrhundert n. Chr. 3. Jahrhundert n. Chr. Inschrift

South Shields I + II (Arbeia)

ala I Hispanorum Asturum qu

cohors V Gallorum qu

RIB 1070.B, 1060 &
RIB 1064

Wallsend (Segedunum)

cohors II Nerviorum qu

cohors IIII Lingonum qu (ND)

RIB 1303 &
RIB 1322.C

Newcastle (Pons Aelius)

Vex.d. legio VI Victrix & legio XX Valeria Victrix

cohors I Ulpia Traiana Cugernorum qu

RIB 1322 &
RIB 1322.C

Benwell (Condercum)

Vex.d. legio II Augusta &
cohors I Vangonium mill

ala I Hispanorum Asturum qu (ND) &
Vex.d. Classis Britannica

RIB 1330, 1328 &
RIB 1337, 1334

Rudchester (Vindobala)

cohors I Frisiavonum qu (ND)

RIB 1395

Haltonchesters (Onnum)

ala I Pannoniorum Sabiniana qu (ND)

RIB 1433

Chesters (Cilurnum)

ala Augusta qu ob virtutem apellata,
Vex.d.legio VI Victrix,
cohors I Vangonium mill,
cohors I Delmatorum qu,
ala II Asturum qu

ala II Asturum qu (ND)

RIB 1497.C, 1460-I, 1482, 1496.A, 1463-4 &
RIB 1462, 1465-6

Carrawburgh (Brocolitia)

cohors I Aquitanorium qu,
Vex.d.cohors II Nerviorum qu,
cohors I Ulpia Traiana Cugernorum qu

cohors I Batavorum qu (ND)

RIB 1550, 1538, 1524 &
RIB 1544-5, 1553

Housesteads (Vercovium)

cohors I Tungrorum mill,

cohors I Tungrorum mill (ND),
cuneus Frisiorum Vercoviensium Severiani Alexandriani,
numerus Hnaudifridi

RIB 1632.A &
RIB 1576, 1578-80, 1584-6,
1591, 1594, 1598, 1618-19

Greatchesters (Aescia)

cohors VI Nerviorium qu,
cohors VI Raetorum qu

cohors II Asturum qu (ND),
Vex.d.Gaesatorum Raetorum

RIB 1731, 1737 &
RIB 1724, 1738

Carvoran I + II (Magnis)

cohors I Hamiorum sagittariorum qu

cohors II Delmatarum qu (ND)

RIB 1792 &
RIB 1795

Birdoswald (Banna)

cohors I Thracum qu equ,
cohors Aelia Dacorum mill (ND),
numerus venatores Bannienses

RIB 1909, 1892, 1914, 1929.A-B,
1875, 1896, 1882-3, 1886,
1885, 1905,

Castlesteads (Camboglanna)

cohors IIII Gallorum qu,
cohors II Tungorum mill

RIB 1979-80 &
1981-3, 1999

Stanwix (Petrianis)

ala Augusta Gallorum Petriana mill torquata

ala Augusta Gallorum Petriana mill torquata (ND)

RIB 2411.84

Burgh-by-Sands (Aballava)

cohors I Nervana Germanorum mill equ,
cuneus Frisionum Aballavensium,
numerus Maurorum Aurelianorum Valeriani Gallienique (ND)

RIB 882-3, 2041-42

Drumburgh (Concavata)

cohors II Lingonum qu (ND)

Bowness-on-Solway (Maia)

Kastelle an
der WestkĂŒste
2. Jahrhundert n. Chr. 3. Jahrhundert n. Chr. Inschrift

Beckfoot (Bibra)

cohors II Pannoniorum qu

RIB 880

Maryport (Alauna)

cohors I Aelia Hispanorum mill,
cohors I Delmatarum qu,
cohors I Baetasiorum qu ob virtuem et fidem

cohors III Nerviorum qu &
Vex.d. legio XX Valeria Victrix

ILS 2735, RIB 823, 832, 850, 830, 837-8, 842-3 &
RIB 879.A, 854

Moresby (Gabrosentum)

cohors II Lingonium qu (ND) &
cohors II Thracum qu equ

cohors II Thracum qu equ

RIB 798, 800, 797 &
RIB 804

Ravenglass (Tunnocelum)

cohors I Aelia classica qu

cohors I Aelia classica qu

Kastelle am
Stanegate
2. Jahrhundert n. Chr. 3. Jahrhundert n. Chr. Inschrift

Corbridge I+II (Coria)

ala Augusta Gallorum Petriana
civium Romanorum torquata mill
,
Vex.d. legio II Augusta,
Vex.d. legio VI Victrix,
Vex.d. legio XX Valeria Victrix

Vex.d. legio VI Victrix pia fidelis

RIB 1172, 1147-8, 1137, 1149 &
RIB 1163

Chesterholm III (Vindolanda)

cohors I Tungorum mill,
cohors II Nerviorum civium Romanorum qu,
cohors II Pannoniorum qu ob virtutem et fidem

cohors III Gallorum qu equ

RIB 1683, 2411.143 &
RIB 1684, 1686, 1705, 1706, 1710

Carvoran I (Magnis)

cohors I Hamiorum sagittariorum qu &
cohors II Thracum qu equ

cohors II Delmatorum qu

RIB 1778 &
RIB 1795

Carlisle (Luguvalium)

ala Augusta qu ob virtutem apellata

Vex.d.legio II Augusta,
Vex.d. legio XX Valeria Victrix,
ala Gallorum Sebosiana qu

RIB 946 &
RIB 964.A, 965.B
Kastelle in den
Central Lowlands
2. Jahrhundert n. Chr. 3. Jahrhundert n. Chr. Inschrift

Risingham (Habitancum)

cohors III Gallorum qu equ

cohors I Vangonium mill equ,
numerus Raeti gaesati,
exploratores Habitancences

RIB 1227, 1249 &
RIB 1234, 1235

High Rochester (Bremenium)

cohors I Lingonum qu equ,
cohors III Gallorum qu equ,
cohors II Nerviorum civium Romanorum qu

cohors I fida Vangonium mill equ civium Romanorum, &
numerus exploratorum Bremeniensium

RIB 1276, Britannia 1983, 337.12 &
RIB 1279, 1272, 1281, 1262

Bewcastle (Fanum Cocidii)

cohors I Aelia Dacorum mill

RIB 991

Netherby (Castra Exploratorum)

cohors I Nervana Germanorum mill equ,
cohors I Aelia Hispanorum mill equ

cohors I Aelia Hispanorum mill equ

RIB 966, 968 &
RIB 976-7, 980, 978-9

Birrens (Blatobulgium)

cohors I Nervana Germanorum mill equ,
cohors II Tungrorum mill equ coram laudata

aufgegeben

RIB 2093, 2097, 2116.B, 2092, 2094,
2100, 2104, 2107-10

Die Meilenkastelle zwischen Wallsend und Carlisle

Die Nummerierung der Meilenkastelle beginnt im Osten mit der Nr. 0 (Wallsend) und endet bei Nr. 80 im Westen der Wallzone. Die Meilenkastelle an der WestkĂŒste Cumbrias beginnen bei Nr.1 (Bowness on Solway) und enden bei Nr. 26 (Flimby). Dieses Ordnungssystem wurde 1930 von J. Collingwood Bruce initiiert (1 - 80), Peter Hill hingegen beginnt seine Nummerierung bei 0.[29]

MK = Meilenkastell WT = Wachturm
ON![A 1] Name/Ort Beschreibung/Zustand Abbildung
0 Castle Wallsend Oberirdisch nicht sichtbar, Position nicht bekannt. Peter Hill glaubt, dass dieses MK naturgemĂ€ĂŸ in der NĂ€he des Kastell Segedunum zu suchen ist. Bisher konnten aber keine archĂ€ologischen Beweise fĂŒr diese Annahme beigebracht werden, da auch der genaue Verlauf des Hadrianswalles bei Wallsend unklar ist. Es ist auch möglich, dass hier nie ein MK existiert hat.
1 Castle Stott's Pow Oberirdisch nicht sichtbar. Das MK stand am Ufer des (heute verschwundenen) Baches Stott's Pow, im heutigen Freizeitpark Miller's Dene. 1732 von John Horsley lokalisiert.[30] 1848 untersucht J. Collingwood Bruce das MK: „Am höchsten Punkt einer Erhebung, etwa 80 Yards vom Bach (Stott's Pow) entfernt steht das erste Meilenkastell. Sein Boden wird als AckerflĂ€che genutzt und ist ĂŒberall mit kleinen Steinen ĂŒbersĂ€t.“ 1852-54 erkundet Henry MacLauchlan das MK und ordnet es dem Typ I zu. 1928 untersucht Grace Simpson dass Areal, findet hier aber nur mehr römerzeitlichen Bauschutt vor, wahrscheinlich wurde ein Großteil des Mauerwerkes im Laufe der Zeit abgeschwemmt. 1947 konnte sie ein kleines StĂŒck des Wallgrabens nachweisen. Simpson ermittelte auch die Entfernung des MK vom Osttor des Kastell Segedunum, sie betrug 1.339 m. Die Entfernung zum nĂ€chstgelegenen MK 2 belief sich auf 1.329 m. 1975 fĂŒhrten Mitglieder des English Heritage eine Feldbegehung durch und stellten fest, dass Wallgraben und MK komplett verschwunden waren.
2 Castle Walker Oberirdisch nicht sichtbar da das Areal heute ĂŒberbaut ist. Das MK lag wahrscheinlich nahe der Kreuzung der A187 mit der Fossway und Tunstall Avenue. 1732 wurde es von John Horsley lokalisiert und seine Überreste von ihm untersucht, 1848 berichtete J. Collingwood Bruce, das auf dem Areal ein Ziegelofen stand, 1852-54 ordnet Henry MacLauchlan das MK als Typ I ein. Auf dem landwirtschaftlich genutzten Kastellareal waren zu dieser Zeit noch schwach die Spuren der Befestigungen erkennbar. 1928 berichtet Grace Simpson, dass der Ziegelofen mittlerweile verschwunden ist und findet nur noch antiken Bauschutt vor. Simpson ermittelte auch die Entfernung zu MK 1, sie betrug 1.339 m. Die Entfernung zum nĂ€chstgelegenen MK 3 belief sich ebenfalls auf 1.329 m.
3 Castle Ouseburn Oberirdisch nicht sichtbar da es vollkommen abgetragen wurde, Lage: an der Kreuzung der heutigen A187 mit Byker Bridge und Stephen Street. Keine Hinweise zur Ermittlung des Bautypes fĂŒr MK 3 mehr vorhanden. 1732 von John Horsley lokalisiert, 1776 wurde das Areal von William Stukeley aufgesucht, der eine Skizze der Befestigung fĂŒr sein Werk Iter Boreale anfertigte. 1789 sucht John Brand die Fundstelle auf und bemerkt, dass mittlerweile das meiste Baumaterial fĂŒr die Errichtung eines benachbarten Hauses abgetragen worden war, 1848 berichtet J. Collingwood Bruce von einem - nahe beim MK 3 aufgefundenen - stark verwitterten römischen Weihealtar (Reg.Nr.: NZ 26 SE 227) der von Julius Maximus gestiftet worden war. Bei einer Begehung des Areals konnte er keine Spuren des MK mehr feststellen. 1858 untersucht Henry MacLauchlan die Fundstelle, fand aber ebenfalls keine Überreste mehr vor. 1928 ermittelt F.G. Simpson die Entfernung von MK 2 mit 1.330 m. 1979 werden im Zuge des Baues der Newcastle Metro SuchgrĂ€ben angelegt, Ergebnis negativ.
4 Castle Westgate Road Seine Überreste liegen beim Newcastle Arts Centre an der Westgate Road. In den Jahren 1929 bis 1930 fand man bei den Untersuchungen des GelĂ€ndes entlang des Walles in Richtung MK 3 hauptsĂ€chlich römische Keramik. 1985 legte man die SW-Ecke des MK frei, danach folgten weitere Ausgrabungen. Es dĂŒrfte dem Typ III oder IV angehören. Das MK war 14,9 m breit und wahrscheinlich bis zu 18 m lang. Der freigelegte SĂŒdwall war 2,7 m breit und mit Lehmmörtel verbunden. Die Fundamente am Ost- und SĂŒdwall bestanden aus Steinplatten und waren 2,9 m breit. Vermutlich wurde das SĂŒdtor noch in der Antike wieder zugemauert.
5 Castle Quarry House Oberirdisch nicht sichtbar da keine Überreste mehr vorhanden sind. Lag im Bereich der Kreuzung der A186 mit der B1311 (Corporation Street). Nur wenig untersucht, Bautyp unbekannt.

1732 von John Horsley erstmals lokalisiert, der seine Überreste hinter einen Abbruchhaus fand. 1858 bestĂ€tigte Henry MacLauchlan Horsleys Positionsangaben an einer Biegung des Hadrianswalles am Ende der Westgate Road. 1968 untersuchten Mitarbeiter des English Heritage das GelĂ€nde konnten dabei aber keinerlei Spuren des MK mehr feststellen da es zu diesem Zeitpunkt bereits komplett ĂŒberbaut war.

6 Castle Benwell Grove Oberirdisch nicht sichtbar, die genaue Position des MK ist unbekannt. 1966 vermutete John Collingwood Bruce, dass die Überreste von MK 6 direkt unter der Benwell Grove Road in Newcastle liegen. Der Hadrianswall verlĂ€uft in diesem Bereich direkt unter der A186. Das in Frage kommende Areal ist heute komplett ĂŒberbaut.
7 Castle Benwell Bank (Benwell Hill) Oberirdisch nicht sichtbar, da die Überreste des MK heute unter einer Wohnhausanlage liegen. Bautyp unbekannt. Nur wenig untersucht, römische Funde fand man nur im Bereich des benachbarten (und heute konservierten) WT 7B. 1928 fand auf einem kleinen HĂŒgel eine Untersuchung statt, Spuren des MK konnten dabei aber nicht entdeckt werden. Nur drei Steine mit Stempeln der Legio II Augusta aus dem spĂ€ten 2. Jahrhundert konnten geborgen werden die vermutlich fĂŒr Reparaturarbeiten am Wall verwendet worden waren.[31]
8 Castle West Denton Oberirdisch nicht sichtbar, das Areal des MK 8 liegt im Stadtteil West Denton, Newcastle upon Tyne, unter der Fahrbahn der A69. Bautyp unbekannt. Sein GelÀnde und das seiner benachbarten WT wurden in den 1920er Jahren ergraben. Dabei wurde festgestellt, dass das MK durch Steinraub komplett abgetragen worden war. 1930 ermittelte Madeleine Hope Dodds die Distanz zum nÀchstgelegenen MK 9, sie betrug 1.465 m. An Funden kam zwischen 1969 und 1980 vor allem noch antike Keramikscherben und einige steinerne Figurenköpfe keltischer Provinenz zum Vorschein, die vermutlich zu einem örtlichen Heiligtum gehört hatten oder von einer Auxiliareinheit vom Kontinent hierhergebracht worden waren.[32]
9 Castle Chapel-House Der Standort des MK ist noch als leichte Erhebung im GelĂ€nde erkennbar. Es liegt im Stadtteil West Denton (Newcastle upon Tyne), 270 m von der Chapel-House-Farm entfernt. Der nördliche Teil des Kastellareals wird von der A69 durchschnitten. Das MK zĂ€hlte zum Bautyp II.[33] Die Wehrmauer des MK umfasste ein Areal von ca. 14.88 m x 18 m und war an ihren Ecken abgerundet. Die Langseite war 2,7 m dick, die Durchfahrt der Tore a. 2,7 m breit. Die Seitenmauern bestanden aus einem Kern lehmgebundener Bruchsteine und einer Verschalung aus vermörtelten Quadersteinen, ab der siebenden Steinreihe waren auf einigen der Blöcke römische Zahlen zu erkennen (fĂŒnf mit VIII, einer mit VIIII und einer mit IX). Es ist möglich, dass sie in den SteinbrĂŒchen eingemeißelt wurden.[34] Der Kasernenblock war relativ klein. Die Besatzung bestand in der FrĂŒhzeit vermutlich nur aus 8 Mann, wesentlich niedriger als bei anderen MK. Die in Steinbauweise ausgefĂŒhrten Kasernen wurden im 3. Jahrhundert auf RĂ€ume fĂŒr etwa 32 Mann erweitert. Im Westen wurde zur gleichen Zeit zwei GebĂ€ude unbekannter Funktion errichtet. 1951 wurde das Nordtor (Typ IV) aufgedeckt.

1840 berichtet der Priester John Hodgson, dass um 1790 beim Chapel House massive Fundamente zum Vorschein kamen (“...on the site called Chapel"), 1858 berichtet Henry MacLauchlan dass Chapel House mittlerweile zerstört ist.[35] 1929 konnten die Überreste des Nord- und des SĂŒdwalles entdeckt und die Ausmaße des MK und des SĂŒdtores bestimmt werden.[36] Im westlichen Teil des Areals wurde ein Pfostenloch beobachtet, vielleicht ein Hinweis auf eine frĂŒhere Holzkonstruktion. Auch die am MK vorbeifĂŒhrende von Ost nach West verlaufende, 9,8 m breite MilitĂ€rstraße und der Torweg konnten aufgedeckt werden. 1966 war ein Teil des MK dem Straßenbau zum Opfer gefallen, nur der SĂŒdteil war noch erhalten. MilitĂ€rstraße und Torweg waren ebenfalls zerstört. In den spĂ€ten 1990er Jahren waren die Reste des MK durch die Landwirtschaft erheblich gefĂ€hrdet und das Areal musste durch English Heritage unter Schutz gestellt werden. 2000 wurden in der SO-Ecke wieder Ausgrabungen durchgefĂŒhrt. Dabei wurde festgestellt, dass das MK ĂŒber einem Ă€lteren VorgĂ€ngerbau errichtet worden war. Östlich des MK konnte auch ein Graben beobachtet werden, ob er zum MK gehörte ist unklar. Wenn dem so ist, wĂ€re MK 9 eines von fĂŒnf Exemplaren am Wall, das nachweislich von einem Graben umgeben war.

Die an diesen Platz gefundenen Keramiken decken das gesamte Zeitspektrum des Walles ab. Zwei hier geborgene MĂŒnzen wurden in der Regierungszeit von Tetricus I. und Valentinian I. geprĂ€gt, MK 9 ist somit eines der 10 Kastellbauten am Wall die auch noch Fundmaterial aus dem 4. Jahrhundert enthielten. Ein weiterer bemerkenswerter Fund wurde in einem antiken Grab außerhalb des SĂŒdwalles gemacht. Es enthielt das Skelett eines 17jĂ€hrigen Individums (der SchĂ€del fehlte), eines erwachsenen Mannes und einer etwa 20jĂ€hrigen Frau.

Befunde des MK 9
10 Castle Walbottle Dene Seine Überreste befinden sich nahe der Ortschaft Throckley, County Tyne and Wear. Das MK wurde im Laufe der Zeit durch landwirtschaftliche AktivitĂ€ten fast vollkommen zerstört. Der Großteil des MK liegt heute unter einer Straße, ein Teil des Nordwalles ist im Garten des Dene House zu sehen. Der sĂŒdliche Teil des MK ist noch als ca. 0,4 m hohe Erhebung auf einem Acker zu erkennen, auch ein Rest seines Wehrgrabens ist noch sichtbar. Das MK zĂ€hlt zum Bautyp IV.[37][38] Der Hadrianswall Ă€ndert hier seine Richtung um 20 Grad bevor er das Dene Valley durchquert und auf den Great Hill bei Heddon-on-the-Wall ansteigt.[39] Die Umwehrung umfasste eine FlĂ€che von 23,83 m (N-S) x 20 m (W-O). Die Mauern waren rund 3 m breit. Die Fundamente des 11 m breiten Nordtores blieben im Garten des Dene House erhalten. Sie bestehen aus 12 Steinplattenschichten, vom aufgehenden Mauerwerk sind noch drei Steinblöcke erhalten. Zwei der Blöcke weisen Löcher fĂŒr eine Torangel und einer ein sogenanntes „Lewis Hole“ auf, das zur Anhebung und Positionierung des Steines wĂ€hrend der Bauarbeiten diente.

Bei den Grabungen konnte vor allem seine Umwehrung lokalisiert werden. 1864 wurden das Nord- und das SĂŒdtor ausgegraben, vom aufgehenden Mauerwerk des Nordtores waren noch zwei Steinreihen erhalten. Weiters konnte ein Fragment einer Inschrift geborgen werden (C[ENTVRIA] CAR[
]), der Inschriftenstein befindet sich heute im Black Gate Museum in Newcastle. 1928 wurde der Ostteil des MK das North of England Excavation Committee untersucht, Reste von Innenbauten konnten dabei nicht festgestellt werden. 1966 fĂŒhrten Mitarbeiter der English Heritage eine Feldbegehung durch, 1979 untersuchte die English Heritage einen 6,4 m langen Abschnitt der Fundamente des Nordwalles, 1988 untersucht und vermaß die Royal Commission of the Historical Monuments of England das Mauerwerk. 1999 legte P. Duffy vom Central Archaeological Services zwei SuchgrĂ€ben an um den Erhaltungszustand des MK festzustellen. Der Ost- und Westwall wurden dabei aber nicht freigelegt, allerdings fand man an der Westseite eine Steinplatte und in der SO-Ecke einen Ofen.[40] 2000 untersuchte die English Heritage den Wallgraben nahe dem MK.

11 Castle Throckley Bank Top Oberirdisch nicht sichtbar, sein Standort wird im Zentrum der Ortschaft Throckley Bank Top, unter oder in der NĂ€he des Working Men's Club, vermutet. Über den Bautyp des MK ist nichts bekannt. Zwischen 1858 und 2000 wurde zwar wiederholt versucht die Überreste des MK aufzudecken, diese Untersuchungen verliefen jedoch ergebnislos. 1879 konnte etwas weiter nördlich ein Hortfund, bestehend aus 5000 römischen SilbermĂŒnzen (244 bis 275 n.Chr.), geborgen werden.[41]
Standort MK 11, Working Man’s Club
12 Castle Heddon-on-the-Wall Oberirdisch nicht sichtbar, die Überreste des MK liegen unter einem Bauernhof, direkt gegenĂŒber dem Wohnhaus.[42] Nur wenig untersucht, der Bautyp des MK ist unbekannt.[43] Um 1746 wurden beim Straßenbau zwei Inschriften aus der zweiten HĂ€lfte des 2. Jahrhunderts gefunden, die ĂŒber Renovierungsarbeiten der Legio VI Victrix am Hadrianswall berichten (LEG VI V P F REF TER ET SAC COS, Tertullus und Sacerdos waren die Konsuln des Jahres 158 n.Chr.) 1752 wurde ein großer MĂŒnzhortfund in einem hölzernen BehĂ€lter geborgen, 1820 wurde ein weiterer, kleinerer, Hortfund entdeckt. Sie enthielten MĂŒnzen die zwischen der Regierungszeit des Maximian (286 – 305 n.Chr.) und Arcadius (383 – 408 n.Chr.) geprĂ€gt wurden. 1926 wurde angeblich das Nordtor lokalisiert, 1928-1929 wieder neue, allerdings erfolglose Untersuchungen. 1966 und 1989 untersucht English Heritage das Areal kann aber keine Spuren des MK entdecken.
Der Hadrianswall bei Heddon-on-the-Wall östlich des MK 12
13 Castle Rudchester Burn Die Reste des MK sind noch als leichte Erhebung sĂŒdlich der Straße B6318 zu erkennen, bauhistorisch zĂ€hlt es zum Typ I. Wahrscheinlich wurde es von der Legio II Augusta errichtet.[44] Seine Abmessungen betragen 15.24 m x 17.91 m die SeitenwĂ€lle waren 2.34 m breit.[45] Die Schwelle des Nordtores war 23 cm breit, möglicherweise verkleinert man spĂ€ter die Durchfahrt. 1776 wurde in der NĂ€he ein Topf mit 516 römischen Gold- und SilbermĂŒnzen geborgen, die SchlussmĂŒnze wurde 168 n.Chr. geprĂ€gt. 1930 werden der Bautyp des Tors und die Ausmaße des MK festgestellt.[46]1955 fĂŒhrt die English Heritage eine Feldbegehung durch. Hierbei wurde festgestellt, dass das die Reste des MK noch schwach erkennbar waren. 1989 wird das MK von English Heritage neu vermessen. Die Mauerreste waren noch 0,2 m bis 0,4 m hoch erhalten, im Osten fĂ€llt das GelĂ€nde um 4 m ab. Die Kastellplattform maß annĂ€hernd 20 m an der Ost-West-Seite und rund 13 m an der Nord-SĂŒd-Seite.
14 Castle March Burn Seine Überreste liegen auf einer ca. 0,4 m hohen Erhebung, sĂŒdlich der Straße B6318 und ca 1 km westlich der Anschlußstraße zur Rudchester-Farm.[47] Das MK zĂ€hlte zum Typ I. Die Bauart des Nordtores ist unbekannt, es Ă€hnelte vermutlich dem Tor von MK 37 und wurde spĂ€ter zugemauert. Die Befestigung war relativ groß, seine LĂ€ngsachse war 18.29 m lang. An der Westseite konnte eine 5,11 m breite Kaserne beobachtet werden. 1930 wurde der Standort des MK durch einen Landschaftsfotografen erkannt. 1946 ermittelt Stevens die Ausmaße der Befestigung und untersuchte das Nordtor, vom SĂŒdtor konnten keine Überreste gefunden werden. 1966 und 1989 untersuchte English Heritage das Areal, es konnten daraus aber keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden.
15 Castle Whitchester Oberirdisch nicht sichtbar, nur wenig untersucht, Ausgrabungen wurden keine durchgefĂŒhrt. Das MK lag auf einer leicht abschĂŒssigen Terrasse sĂŒdlich der B6318, ca. 3 km westlich der Kreuzung mit der A69.[48] Es zĂ€hlte zum Typ II, die Machart der Tore ist unbekannt. Befestigungen dieser Bauart wurden am Hadrianswall entweder von der Legio VI Victrix oder der Legio XX Valeria Victrix errichtet.[49]1958 wurde die Umrisse des MK auf einem Luftbild der RAF erkannt, 1966 gelang es English Heritage bei einer Feldbegehung den Bautyp des MK ermitteln. 1989 vermisst English Heritage den Standort des MK, die Terrasse ist ca. 1 m hoch, im Westen, Osten und SĂŒden war sie von einem Graben umgeben.
16 Castle Harlow Hill Oberirdisch nicht sichtbar, nur wenig untersucht. Das MK liegt im County Northumberland, sĂŒdlich der B6318. Es stand vermutlich auf einer Terrasse (LĂ€nge der Nord-SĂŒd-Achse ca. 23 m) am Kamm des Harlow Hill von wo aus die Besatzung eine gute Sicht auf das Umland hatte. Über Baudetails oder -typ ist nichts bekannt. Der Hadrianswall wurde an diesem Abschnitt durch den Bau der B6318 fast vollstĂ€ndig abgetragen.[50] 1732 untersucht John Horsley erstmals die Fundamente des MK, bei Ausgrabungen in den 1920er Jahren können keine Überreste entdeckt werden, 1930 wird versucht die genaue Position des MK festzustellen, in den 1950er Jahren fĂŒhren die beiden ArchĂ€ologen Hepple und Richmond am Areal noch einmal Grabungen durch.
17 Castle Welton/Whittle Dene Das MK vom Bautyp I ist noch als leichte, 14.93 m x 17.68 m messende Erhebung im GelĂ€nde zu erkennen. Es liegt nahe der Ortschaft Welton, County Northumberland, rund 200 m von den Whittle Dene Reservoirs entfernt. Seine Ost-Westseite war 16 m, die Nord-SĂŒdseite 15 m lang, die SeitenwĂ€lle hatten eine Breite von 2,41 m. Die Ausgrabungen brachten zahlreiche Funde zutage die eine nachrömische Nutzung bewiesen. Die benachbarten WachtĂŒrme liegen direkt an der B3618. Landwirtschaftliche TĂ€tigkeit hat die Überreste des MK fast zum Verschwinden gebracht. Nur an der Ostseite sind heute noch einige verstreute Bausteine der Umwehrung zu sehen.

174 m westlich des MK Ă€ndert sich die Bauart des Hadrianswalles. Vermutlich begann hier der Bauabschnitt einer anderen Legion. 1931 stellte man hier fest, dass sich östlich des MK die Breite der Wallfundamente Ă€nderte, westlich der Befestigung wurden etwas kleinere Bausteine fĂŒr die Mauer verwendet. Weiters hatten die östlich gelegenen WachtĂŒrme bis WT 12A die EingĂ€nge im Osten und dickere WĂ€nde, bei den westlichen bis WT 21A hingegen lagen sie im Westen und die WĂ€nde waren schmĂ€ler. Ein nahe des MK entdecker (heute verschollener) Meilenstein stammte aus dem Jahr 213 n.Chr. und nennt in seiner Inschrift den Statthalter Gaius Julius Marcus. Sein Name ist fĂŒr Britannien nur von diesem Exemplar bekannt, da er unter Kaiser Caracalla in Ungnade fiel und sein Name aus den Inschriften eradiert wurde.[51] Der Historiker Guy de la BĂ©doyĂšre nimmt an, dass Marcus arretiert, des Hochverrats angeklagt und danach hingerichtet wurde.

1732 wurde das MK von John Horseley lokalisiert, 1931 wurde der nördliche Teil des MK vom ArchĂ€ologen Hepple untersucht und sein Bautyp festgestellt. Teilweise wurden dabei auch die Überreste (0,8 m hoch, 3,3 m breit) der Nordmauer freigelegt. Im gleichen Jahr erforschten Birley, Brewis und Simpson den schmĂ€leren Abschnitt des Hadrianswalles und vermessen den Umfang des MK. Das Nordtor war noch gut erhalten, ein StĂŒck der Auskleidung der Torangel wurde geborgen und nach Newcastle in das Black Gate Museum gebracht. Am 14 Juli 1997 wird das Areal des MK unter Schutz gestellt. Das Centre for Archaeology fĂŒhrt 1999 im gleichen Jahr eine Untersuchung des MK durch. Dabei werden zwei SuchgrĂ€ben ausgehoben von denen einer die westliche Umwehrung kreuzt. Es wurde festgestellt, dass das Areal unter einer dicken Schwemmsandschicht begraben war. Außerhalb der WĂ€lle wurde eine römerzeitliche Sickergrube entdeckt. Im inneren des MK stieß man hauptsĂ€chlich auf poströmische Mauerreste und Funde, wahrscheinlich wurde es nach Abzug der Besatzung als Viehpferch genutzt. Die Mauern stammten wahrscheinlich aus dem 19. Jahrhundert, da sie in frĂŒheren Berichten nicht erwĂ€hnt werden. [52]

Der Hadrianswall nahe dem MK 17, Whittle Dene Reservoirs
18 Castle East Wallhouse Wenig untersucht. Das MK liegt in der NĂ€he einer Farm, Untersuchungen westlich der Befestigung brachten die Reste einer Straße zu Tage, die zum SĂŒdtor fĂŒhrte.[53]
19 Keine Daten.
20 Castle Halton Shields Nicht untersucht, das MK wird unter den GĂ€rten von drei HĂ€usern im Osten des Weilers Halton Shields (Northumberland) vermutet.[54]
Standort des MK 20 in Halton Shields
21 Castle Down Hill Das MK wurde durch Bodenradarmessungen nachgewiesen, sichtbare Überreste sind durch die Verwendung des Baumaterials zur Pflasterung einer Straße und den nahegelegenen Steinbruch keine mehr vorhanden. Sein Areal liegt teilweise unter einer Weide und einer Straße. Der Bautyp ist nicht bekannt. 1966 und 1989 nimmt die English Heritage Feldbegehungen vor, Überreste können dabei aber keine entdeckt werden.
Der aufgelassene Steinbruch beim Standort des MK 21
22 Castle Portgate Das MK liegt auf einer flachen, mit Torf bedeckten Terrasse, 200 m westlich des Portgate Kreisverkehrs, die Verbindung zwischen der A68 und der B6318. Die Terrasse ist an der Ostseite ca. 5 m hoch. Das Kastell wurde zwischen 1966 und 1992 mehrmals untersucht. Vermutlich zĂ€hlte es zu den MK des Bautyp III die von der Legio VI Victrix aus Eboracum erbaut wurden.[55] Die Querachse des MK misst 16.76 m, die Maße der LĂ€ngsachse konnte nicht ermittelt werden. Das MK entstand gleichzeitig mit der verkleinerten Version des Hadrianswalls. Der Wall war im Bereich des MK 3,05 m breit.[56] Einige Zeit nach seiner Fertigstellung wurde das Nordtor mit einer 1 m dicken Mauer verschlossen. Dies stand vermutlich mit Einrichtung des nahegelegenen Portgate als einzigen GrenzĂŒbergang an diesem Wallabschnitt im Zusammenhang (siehe dazu auch Abschnitt "Kastelle, Sicherungsanlagen und Verteidigungsstrategie"). 1930 wurde der Querschnitt des MK sowie die Breite seiner Seitenmauern ermittelt (2,4 m), der Nordwall maß 2,7 m. Das aufgehende Mauerwerk des SĂŒdwalles war teilweise noch fĂŒnf Steinreihen hoch.
Areal des MK 22 in der NĂ€he von Halton
23 Castle Stanley Das MK ist noch als ca. 1 m hohe GelĂ€ndeerhebung auf einer Weide sĂŒdlich der B6318, rund 1,5 km westlich der Kreuzung mit der A68, erkennbar. Es wurde durch landwirtschaftliche TĂ€tigkeit fast vollstĂ€ndig abgetragen. Als oberflĂ€chliche Spuren haben sich nur Reste eines umlaufenden Grabens im SĂŒden und Osten erhalten. Es zĂ€hlte vermutlich zum Bautyp III oder IV (Langachse).[57] Seine Querachse mißt 15,24 m und hat relativ breite Ost- und Westmauern, auch der Hadrianswall wird an dieser Stelle wieder breiter). Die Dimensionen der MK-SĂŒdmauer sind unbekannt.[58] Der Graben des Hadrianswall weist in diesem Abschnitt ein etwas vom ĂŒblichen Standard abweichendes Sohlenprofil auf. ZusĂ€tzlich findet sich hier eine 8 m breite Unterbrechung, vermutlich die Überreste eines – spĂ€ter entfernten – Dammweges. 1930 lokalisierte T. Hepple das MK und identifizierte seinen Bautyp. 1952 werden der Graben und der Dammweg untersucht. 1966 und 1989 fĂŒhrte English Heritage zwei GelĂ€ndebegehungen durch.
Areal des MK 23
24 Castle Wall Fell Seine Überreste sind noch als kleine GelĂ€nderhebungen erkennbar. Es liegt sĂŒdlich der B6318, rund 3 km westlich der Kreuzung mit der A68. Bautechnisch gehört es wahrscheinlich zum Langachsentyp, die Konstruktionsart des Nordtores ist nicht bekannt.[59] Die Querachse des MK maß 15,24 m und hatte relativ breite SeitewĂ€lle. Der Hadrianswall an diesem Punkt ist hier ebenfalls wieder breiter ausgefĂŒhrt. VerĂ€nderungen im Pflanzenbewuchs am Grabenabschnitt des SĂŒdtores lassen hier einen GrabenĂŒbergang (Dammweg) vermuten der spĂ€ter offensichtlich entfernt wurde. Das MK wurde 1879 von James Irwin Coates erstmals untersucht und beschrieben.[60]1930 konnte der exakte Standort und einige Konstruktionsdetails ermittelt werden. 1966 untersuchte English Heritage das Areal. Dabei konnte seine Position neuerlich bestĂ€tigt werden. Die Umwehrung war noch als 0,5 m hohe Erhebung erkennbar, im NO waren Spuren von Mauerwerk nachweisbar. 1989 stellte English Heritage bei einer weiteren Feldbegehung Anzeichen einer Raubgrabung fest.
Die Überreste des MK 24
25 Castle Codlaw Hill Das MK liegt etwa 3 km von der Ortschaft Low Brunton ( Northumberland) sĂŒdlich der B6318, 5 km westlich der Kreuzung mit der A68, entfernt. Seine Übereste sind noch als ca. 1 m hohe, mit Gras bewachsene Erhebung im GelĂ€nde auszumachen. Es zĂ€hlt zum Langachsentyp und wurde deswegen vermutlich von der legio VI Victrix erbaut.[61] Das MK wurde 1930 erstmals lokalisiert und anschließend von T. Hepple untersucht. 1946 fertigte die Royal Air Force Luftaufnahmen des Kastellareals an. 1966 fĂŒhrte die English Heritage eine Feldbegehung durch bei der aber keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden konnten. Die Querachse der Befestigung mißt 15,24 m, die West- und OstwĂ€lle sind relativ breit konstruiert, gleich wie der Hadrianswall an diesem Abschnitt. Nordtor und Nordwall liegen heute unter der Straße.[62]. Im SĂŒden konnten Spuren des rĂŒckwĂ€rtigen Wehrgrabens nachgewiesen werden, von der hinter dem Grenzwall verlaufenden römischen MilitĂ€rstraße konnten bislang keine Reste entdeckt werden. Wahrscheinlich sicherte das MK hier einen GrenzĂŒbergang.
Standort des MK 25 bei Low Brunton
26 Keine Daten.
27 Wenig untersucht, keine Reste des MK oder des Walles oberirdisch sichtbar. Der Standort des MK liegt westlich der Ortschaft Low Brunton, auf einer Viehweide nahe der - heute aufgelassenen - Bahnstrecke der Border Counties Railway und der römischen BrĂŒcke beim Kastell Chesters.
Areal um das MK 27
28 Keine Daten.
29 Keine Daten.
30 Keine Daten.
31 Keine Daten.
32 Keine Daten.
33 Keine Daten.
34 Keine Daten.
35 Keine Daten.
36 Keine Daten.
37 Keine Daten.

Literatur

  • Ine Schmale: Der Hadrian's Wall Path. Fernwege, Roxheim 2007, ISBN 978-3-937304-79-3.
  • John Collingwood Bruce, David J. Breeze: Handbook to the Roman Wall. 14. Auflage. Society of Antiquaries, Newcastle upon Tyne 2006, ISBN 0-901082-65-1
  • Peter Hill: The construction of Hadrian's wall. Tempus, Stroud (Gloucestershire) 2006, ISBN 0-7524-4011-X.
  • Ulrike Karin Peters, Karsten-Thilo Raab: Hadrian's Wall Path. Stein, Welver 2006, ISBN 3-86686-174-5.
  • Geraint Osborne: Hadrian's Wall and its people. Phoenix Press, Bristol 2006, ISBN 1-904675-44-1.
  • Nic Fields: Rome's northern frontier AD 70-235. Beyond Hadrian's Wall. Osprey, Oxford 2005, ISBN 1-84176-832-4.
  • Nic Fields: Hadrian's Wall AD 122-410. Osprey, Oxford 2003, ISBN 1-84176-430-2.
  • David J. Breeze: Hadrian's Wall. English Heritage, London 2003, ISBN 1-85074-834-9.
  • Guy de la Bedoyere: Hadrians Wall, History and Guide. Tempus 1998, ISBN 0-7524-1407-0.
  • Robin Birley: Garrison life on the Roman frontier. 2. Auflage. Roman Army Museum Publications, Greenhead 1994, ISBN 1-873136-02-1.
  • Robin Birley: The Building of Hadrian's Wall. Roman Army Museum Publications, Greenhead 1991, ISBN 1-873136-07-2.
  • David J. Breeze, Brian Dobson: The Army of Hadrian's Wall. 3. Auflage. Graham, Newcastle upon Tyne 1976, ISBN 0-902833-76-6.
  • David J. Breeze, Brian Dobson: The Building of Hadrian's Wall. Graham, Newcastle upon Tyne 1970.
  • David J Breeze: Handbook to the Roman Wall, 14. ĂŒberarbeitete Auflage, Society of Antiquaries of Newcastle upon Tyne, 2006, ISBN 0-901082-65-1.
  • D. Charlesworth: The Journal of Roman Studies, Society for Promotion of Roman Studies, London 1967.
  • Courtenay Edward Stevens: The Building of Hadrian's Wall. Wilson, Kendal 1966.
  • Peter Prestel: Der Hadrianswall in Britannien. In: Gisela Graichen: Limes, Roms Grenzwall gegen die Barbaren. Scherz, S. Fischer Verlag 2009, ISBN 978-3-502-15186-9, S. 35–51.
  • Geoff & Fran Doel, Terry Lloyd: König Artus und seine Welt. Ein Streifzug durch Geschichte, Mythologie und Literatur. 2. Auflage. Sutton Verlag 2000, ISBN 3-89702-191-9.
  • Margot Klee: Grenzen des Imperiums, Leben am römischen Limes. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-8062-2015-8.
  • Rev. John Hodgson: A History of Northumberland, Part II, Vol III, Newcastle upon Tyne, 1840.
  • Henry MacLauchlan: Memoir written during a survey of the Roman Wall: Through the counties of Northumberland and Cumberland in the years 1852-1854, Kessinger Publishing Co, 1858, ISBN 1-4370-5803-5.
  • Madeleine Hope-Dodds: Northumberland County History, Vol. 13, The Parishes of Heddon-on-the-Wall, Newburn, Longbenton, Wallsend, the Chapelries of Gosforth and Cramlington, the Townships of Benwell, Elswick, Heaton, Byker, Fenham, & Jesmond in Newcastle-upon-Tyne, The Northumberland County History Committee, 1930.
  • Eric Birley: Excavations on Hadrian's Wall west of Newcastle upon Tyne in 1929, Titus Wilson & Son, 1930.
  • Eric Birley: Research on Hadrian's Wall, Titus Wilson & Son, 1961.
  • John Horsley: Britannia Romana or the Roman Antiquities of Britain, Hrsg. Frank Graham: 1974, ISBN 0-85983-090-X.
  • William Stukeley: Itinerarium Curiosum or an account of the antiquities, and remarkable curiosities in nature or art, observed in travels through Great Britain, 2. Auflage. Baker & Leigh, London, 1776, ISBN 0-576-19312-7.
  • John Brand: The History and Antiquities of Newcastle upon Tyne, Vol. 1, B. White & Son, 1789.
  • Barbara Harbottle, R. Fraser, F. C. Burton, J. N. Dore, Patrick J. Casey and J. P. Huntley:The Westgate Road Milecastle, Newcastle upon Tyne, Britannia, Vol. 19, 1988.
  • Charles Daniels: Fact and Theory on Hadrian's Wall, Britannia, Vol.10, 1979.
  • B.C. Burnham, L.J.F. Keppie, A.S. Esmonde, Mark Hassall, Roger Tomlin: Roman Britain in 1999, Britannia, Volume 31, 2000, S. 389.
  • Tony Wilmott: The Hadrian's Wall Milecastle, Project:1999-2000, English Heritage 2010.
  • W. P. Hedley: A Record of Milecastle 18 (East Wallhouses) in 1687, Proceedings of the Society of Antiquaries of Newcastle upon Tyne 1947.
  • Grace Simpson: Excavations on Hadrian's Wall between Heddon-on-the-Wall and North Tyne in 1930, The Society of Antiquaries of Newcastle upon Tyne, 1931, S. 308, 317–319.

Elektronische Medien

  • Historic Scotland, English Heritage, The Countryside Agency, University of Glasgow: DVD Roms nördliche Grenzen, Hadrianswall/Antoninuswall. Deutsch und Englisch, Theiss, LZ 45 min, ISBN 3-8062-2055-7.

Weblinks

 Commons: Hadrianswall â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. ↑ = Ordnungsnummer, Nummerierung der MK in dieser Tabelle gemĂ€ĂŸ der Publikation von Peter Hill: Archaeologia Aeliana: or miscellaneous tracts relating to antiquity (5th Series - Vol. 29 - 2001) Society of Antiquaries of Newcastle upon Tyne 2001, AufzĂ€hlung erfolgt von Ost nach West.

Einzelnachweise

  1. ↑ Margot Klee: 2006, S. 14.
  2. ↑ Historia Augusta, Hadriansvita 11, 2. Diese Notiz in der spĂ€tantiken Sammlung von Kaiserbiographien stellt den einzigen erhaltenen Verweis auf die Errichtung des Walles in der literarischen Überlieferung dar.
  3. ↑ Cassius Dio 72, 8, 1-2
  4. ↑ Roman Inscriptions of Britain 1909
  5. ↑ Doel, Doel, Lloyd: 2000, S. 16.
  6. ↑ Ammianus Marcellinus 27, 8, 1-6
  7. ↑ Roman Inscriptions of Britain 721
  8. ↑ De excidio 18.1
  9. ↑ Doel, Doel, Lloyd: 2000, S. 16–31
  10. ↑ Prok. Hist. 8,20,42; vgl. H. Börm, Prokop und die Perser, Stuttgart 2007, S. 217f.
  11. ↑ Gisela Graichen, 2009, S. 40.
  12. ↑ a b G. Graichen, 2009, S. 51.
  13. ↑ Margot Klee: 2006, S. 11.
  14. ↑ David J. Breeze: Hadrian's Wall. London 2003.
  15. ↑ Margot Klee: 2006, S. 15.
  16. ↑ Margot Klee: 2006, S. 16–17
  17. ↑ Margot Klee: 2006, S. 20.
  18. ↑ Roman Inscriptions of Britain 1932
  19. ↑ Roman Inscriptions of Britain 2014
  20. ↑ Gisela Graichen: 2009, S. 49.
  21. ↑ Eric Birley: Research on Hadrian’s Wall, Titus Wilson & Son, Kendal 1961
  22. ↑ Margot Klee: 2006, S. 15–16
  23. ↑ Stephen Johnson: 2004, S. 31–32
  24. ↑ Margot Klee: 2006, S. 16.
  25. ↑ Margot Klee: 2006, S. 18–19
  26. ↑ G. Graichen, 2009, S. 50.
  27. ↑ Notitia Occ. XL
  28. ↑ Notitia: Item per lineam valli
  29. ↑ Peter Hill: 2001
  30. ↑ Frank Graham: 1974
  31. ↑ David Breeze: 2006, S. 158.
  32. ↑ David Breeze: 2006, S. 162.
  33. ↑ David Breeze: 1976, S. 14–15
  34. ↑ David Breeze: 2006, S. 162–164
  35. ↑ Henry MacLauchlan: S. 14.
  36. ↑ Eric Birley: 1930, S. 152–174
  37. ↑ Charles Daniels: 1979, S. 362.
  38. ↑ David J. Breeze, Brian Dobson: 1976, S. 14–15
  39. ↑ David J. Breeze, Brian Dobson: 1976, S. 164.
  40. ↑ Britannia 2000, S. 389.
  41. ↑ David J. Breeze: 2006, S. 165.
  42. ↑ Madeleine Hope-Dodds: 1930, S. 537.
  43. ↑ David J. Breeze: 2006, S. 166–167
  44. ↑ David J Breeze/ Brian Dobson: 1976, S. 14–15
  45. ↑ David J.Breeze: 2006, S. 167–172
  46. ↑ F.G.Simpson: 1931, S. 305–327
  47. ↑ David J. Breeze: 2006, S. 172–173
  48. ↑ David J. Breeze: 2006, S. 173.
  49. ↑ David J. Breeze/ Brian Dobson, 1976, S. 14–15.
  50. ↑ David J. Breeze/Brian Dobson: 1976, S. 173.
  51. ↑ Guy de la BĂ©doyĂšre: People of Roman Britain, 2010
  52. ↑ CfA Reports from 1999, Centre for Archaeology, 2010 und Tony Wilmott: 2010
  53. ↑ W. P. Hedley: 1947, S. 50-63.
  54. ↑ John Collingwood Bruce: Handbook to the Roman Wall" (14.Ausgabe)
  55. ↑ David J. Breeze, Brian Dobson: 1976, S. 14-15
  56. ↑ David J. Breeze: 2006, S. 184-185
  57. ↑ David J Breeze und Brian Dobson: 1976, S 14-15
  58. ↑ David J Breeze: 2006, S.185–186
  59. ↑ David J. Breeze/Brian Dobson: 1976, S.14–15
  60. ↑ Tony Wilmott: 2009, S. 16
  61. ↑ David J Breeze/ Brian Dobson: 1976, S. 15
  62. ↑ F.G. Simpson: 1931, S. 317–319

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