Halle (Saale)

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Halle (Saale)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Halle (Saale)
Halle (Saale)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Halle (Saale) hervorgehoben
51.48277777777811.9787
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Höhe: 87 m ĂŒ. NN
FlĂ€che: 135,02 kmÂČ
Einwohner:

232.963 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 1725 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahlen: 06000-06132
Vorwahl: 0345
Kfz-Kennzeichen: HAL
GemeindeschlĂŒssel: 15 0 02 000
Stadtgliederung: 5 Stadtbezirke mit
35 Stadtteilen
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 1
06108 Halle (Saale)
WebprÀsenz: www.halle.de
OberbĂŒrgermeisterin: Dagmar Szabados (SPD)
Lage der Stadt Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt
Altmarkkreis Salzwedel Landkreis Stendal Landkreis Börde Magdeburg Landkreis Jerichower Land Landkreis Harz Salzlandkreis Landkreis Anhalt-Bitterfeld Dessau-Roßlau Landkreis Wittenberg Saalekreis Halle (Saale) Burgenlandkreis Landkreis Mansfeld-SĂŒdharz Berlin Sachsen ThĂŒringen Niedersachsen BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Marktplatz mit Marktkirche, HĂ€ndel-Denkmal und Rotem Turm. Die Marktkirche und der Rote Turm bilden zusammen das Wahrzeichen der „FĂŒnf TĂŒrme“.
Marktplatz anno 1500, mit der Gertraudenkirche und der Marienkirche vor ihrem Abriss – Rekonstruiertes Bild aus der Chronik von G. F. Hertzberg 1889

Halle (Saale) (bis 1995: Halle/Saale) ist eine kreisfreie Stadt im SĂŒden von Sachsen-Anhalt und liegt an der Saale. Mit etwa 233.000 Einwohnern ist Halle (Stand 2010) die grĂ¶ĂŸte Stadt[2] und eines der drei Oberzentren des Bundeslandes sowie Sitz des Landesverwaltungsamtes.

Die Stadt bildet gemeinsam mit der benachbarten Großstadt Leipzig einen Ballungsraum sowie mit Leipzig und neun weiteren StĂ€dten in Sachsen-Anhalt, Sachsen und ThĂŒringen die Metropolregion Mitteldeutschland.[3] Halle ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt und ein wichtiges Wirtschaftszentrum in den neuen BundeslĂ€ndern.

Die erste urkundliche ErwĂ€hnung datiert auf das Jahr 806 n. Chr. Die Einwohnerzahl der Stadt ĂŒberschritt 1890 die Grenze von 100.000, wodurch Halle zur Großstadt wurde. Als einzige deutsche Großstadt mit mehr als 200.000 Einwohnern im Jahr 1945 hat Halle den Zweiten Weltkrieg fast unbeschadet ĂŒberstanden, sodass ihr stĂ€dtebaulicher Charakter unter den deutschen GroßstĂ€dten als einzigartig gilt.[4]

Als bedeutende Söhne der Stadt gelten der Barockkomponist Georg Friedrich HĂ€ndel und der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher, der im 1950 eingemeindeten Stadtteil Reideburg geboren wurde.

Mit den durch August Hermann Francke 1698 gegrĂŒndeten Franckeschen Stiftungen, ĂŒber deren Aufnahme als UNESCO-Weltkulturerbe 2014 entschieden wird, gilt Halle als Ausgangspunkt der sozial-humanistischen Bildung in Deutschland.[5]

Halle ist Sitz einer der Ă€ltesten UniversitĂ€ten Deutschlands, der Martin-Luther-UniversitĂ€t Halle-Wittenberg. DarĂŒber hinaus ist die Stadt Sitz der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der Kulturstiftung des Bundes, die fĂŒr die Bundesrepublik Deutschland die Aufgaben der internationalen Vertretung der nationalen Wissenschaft und deutschen Kultur haben. Im Stadtgebiet befinden sich eine Vielzahl von kulturellen und musealen Einrichtungen, wie die Stiftung Moritzburg oder das Landesmuseum fĂŒr Vorgeschichte (Halle). Des Weiteren ist der Weinberg Campus ein wichtiges Technologie- und GrĂŒndungszentrum in den Neuen BundeslĂ€ndern.[6]

Inhaltsverzeichnis

Geographie, Hydrographie und Geologie

Blick zur Saale bei Kröllwitz mit der aus dem Volkslied bekannten GaststĂ€tte Krug zum grĂŒnen Kranze

Halle liegt am Nordwestrand der Leipziger Tieflandsbucht, der grĂ¶ĂŸere Teil östlich der schiffbaren Saale, die sich hier in mehrere Arme teilt und eine breite Flussaue bildet, und unterhalb der MĂŒndung der Weißen Elster.

Auf einer LĂ€nge von 27 Kilometer fließt die Saale durch Halle. Die Stromsaale bewĂ€ltigt dabei einen Höhenunterschied von 9 m. Um ihre Schiffbarkeit herzustellen, wurden fĂŒnf Wehre mit Schleusen errichtet. Zusammen mit den Nebenarmen, Hochwasserentlastern, Schleusen und SchleusenkanĂ€len sowie Hafenbecken ergibt sich eine GesamtlĂ€nge von 47 Kilometern WasserlĂ€ufen in der Stadt. Hinzu treten mit einer DurchflußlĂ€nge von 6,3 Kilometer die Weiße Elster sowie weitere zufließende BĂ€che. Dazu befinden sich ca. 180 anthropogen entstandene stehende GewĂ€sser im Stadtgebiet. Der Hufeisensee ist mit 73 ha der grĂ¶ĂŸte See der Stadt. Weitere grĂ¶ĂŸere Seen sind der Osendorfer See mit 21 ha und der Heidesee mit 12,5 ha.

Die höchste Erhebung ist der Große Galgenberg mit 136 m ĂŒber Normalnull (NN). Der tiefste Punkt betrĂ€gt 71 m ĂŒ. NN und befindet sich am Ufer des Forstwerder, einer Saaleinsel bei Halle-Trotha. Am HĂ€ndeldenkmal auf dem Marktplatz betrĂ€gt die Höhe 87 m ĂŒ. NN.

Halle ist die Stadt mit der höchsten Bevölkerungsdichte in den neuen BundeslÀndern.

BodenschÀtze und deren Nutzung

Zur Lagegunst Halles trugen die BodenschĂ€tze im Stadtgebiet bei. Vielfach hat deren Nutzung die wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig positiv beeinflusst. Braunkohlevorkommen existieren unter vielen Teilen des Stadtgebietes. Eine wirtschaftliche Nutzung erfuhren sie ĂŒber mehrere Jahrhunderte sowohl im Tage- wie im Tiefbau, insbesondere im Westen der Stadt um den Ort Nietleben, im Norden (Frohe Zukunft) und im SĂŒdosten (zwischen Osendorf und BĂŒschdorf). Steinkohle konnte im ehemals königlichen Steinkohlebergwerk Dölau und im Bereich des Wittekindtales abgebaut werden. Ton wurde bei Angersdorf, Muschelkalk in Neustadt, Porphyr am Galgenberg, Kies in der Saaleaue und Kaolin-Ton nord-westlich der Stadtgrenze bei SalzmĂŒnde gewonnen. Überragende Bedeutung hatte aber die Nutzung von Sole, die infolge der Halleschen Marktplatzverwerfung an einigen Stellen im Stadtgebiet gefördert werden konnte. Heute spielt die Gewinnung von BodenschĂ€tzen aus dem Gebiet der Stadt keine Rolle mehr. Viele Tagebaue bilden heute GewĂ€sser.

Nachbargemeinden

Folgende Gemeinden, genannt im Uhrzeigersinn beginnend im Norden, grenzen an die Stadt Halle (Saale). Sie gehören alle zum Saalekreis, der die Stadt Halle (Saale) ringförmig umgibt:

Die Einheitsgemeinde Petersberg, die Stadt Landsberg, die Einheitsgemeinden Kabelsketal und Schkopau, Teutschenthal und Salzatal sowie Wettin-LöbejĂŒn.

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet ist in die fĂŒnf Stadtbezirke Mitte, Nord, Ost, SĂŒd und West gegliedert. Die Stadtbezirke sind in Stadtteile und diese wiederum in Stadtviertel unterteilt.

Klima

Klimadiagramm von Halle-Kröllwitz[7]

Die durchschnittliche Lufttemperatur in Halle-Kröllwitz betrĂ€gt 9,1 Â°C, der jĂ€hrliche Niederschlag 451 Millimeter. Auf der Basis von Daten des Deutschen Wetterdienstes befindet sich Halle in einer Rangliste von 50 untersuchten deutschen GroßstĂ€dten mit einer mittleren jĂ€hrlichen Niederschlagsmenge von nur 481,5 mm (Regenschatten des Harzes) auf dem vorletzten Platz.

Geschichte

Von der Besiedlung bis zu Kardinal Albrecht

Briefmarke der Deutschen Post zum JubilÀum 2006

Salzquellen  â€“ entstanden durch eine geologische Besonderheit, die sogenannte Hallesche Marktplatzverwerfung â€“ wurden auf dem heutigen Gebiet der Stadt Halle bereits in der Vorzeit genutzt. Neuere Grabungen auf dem Markt belegen die KontinuitĂ€t der Bedeutung des Salzes fĂŒr die Stadt. Der Besiedlung des Stadtgebietes in der Vorgeschichte folgten mutmaßlich die Hermunduren, die Angeln und Warnen (ThĂŒringer) sowie die Wenden, die den Ort Dobrebora nannten. 735 eroberte der frĂ€nkische Hausmeier Karl Martell die Gegend um Halle, ließ die Stiftskirchen in Merseburg und Magdeburg errichten und schenkte 738 seinen Soldaten das Salzwerk Dobrebora und die Ritterfahne mit dem Titel „Ritter Unserer Lieben Frauen BrĂŒderschaft“. Im Chronicon Moissiacence 806 wird der Ort Halle als „Halla“ erstmals genannt. 968 grĂŒndete Otto I. das Erzbistum Magdeburg, zu dem auch Halle bis zum Jahre 1680 gehörte. Um 1120 wurde die Stadt umfassend erweitert. Das war durch den steigenden Salzhandel und den damit verbundenen Reichtum möglich. ZunĂ€chst lag dieser in der Hand der Erzbischöfe, seit Ende des 12. Jahrhunderts bildete sich die Innung der PfĂ€nner heraus, es waren freie Unternehmer, die die Lehnsanteile an SolgĂŒtern in freies Eigentum ĂŒberfĂŒhren konnten. So entstand ein selbstbewusstes BĂŒrgertum, das 1263 mit dem Magdeburger Erzbischof Rupertus einen Vertrag schloss, nach dem der Erzbischof keine Burg im Umkreis einer Meile und keine weiteren Solbrunnen anlegen durfte. Die PfĂ€nner bestimmten ĂŒber Jahrhunderte die Politik der Stadt. 1281 wurde Halle urkundlich erstmals als Mitglied der Hanse erwĂ€hnt, 1310 die Selbstverwaltung der Stadt vertraglich festgehalten. 1341 begann der Bau eines starken Turms zwischen Waage und Rathaus, der bis 1835 zur sicheren Unterbringung der stĂ€dtischen Privilegien diente.

Roter Turm um 1824

1418 begann der Bau am Roten Turm, einem Glockenturm „zur Ehre Gottes und der Stadt Halle wie der ganzen Umgebung zur Zierde“. Er wird spĂ€ter zum Wahrzeichen der Stadt. 1478 endete die etwa 200-jĂ€hrige stĂ€dtische SelbstĂ€ndigkeit. 1484 ließ Erzbischof Ernst in der Nordwestecke der Stadt die Moritzburg als befestigtes Wohnschloss erbauen und zog 1503 feierlich ein. Eigentlich sollte sie eine Zwingburg gegen Halles selbstbewusste BĂŒrger, die Salzwirker, sein. Bis 1680 war Halle Haupt- und Residenzstadt des Erzbistums Magdeburg.

Halle war die Lieblings-Residenz des Kardinals Albrecht von Brandenburg. Als die Reformation in Halle einzog, verließ er Halle mitsamt seinem Hofstaat und allen beweglichen KunstgegenstĂ€nden des Domes nach Mainz und Aschaffenburg. Sein GĂŒnstling Hans von Schönitz, der den KĂŒhlen Brunnen in der NĂ€he des Marktes bewohnte, initiierte die Zusammenlegung der beiden Kirchen auf dem Marktplatz. 1530 bis 1554 wurden die romanischen Basiliken St. Gertraud und St. Marien abgerissen und zwischen den verbliebenen TĂŒrmen (Blaue TĂŒrme und HausmannstĂŒrme) die damit viertĂŒrmige Marktkirche errichtet. Diese spiegelt den Übergang von der Gotik zur Renaissance wider. Hans von Schönitz fiel spĂ€ter in Ungnade und wurde vor seiner Hinrichtung mehrere Jahre in der Burg Giebichenstein eingekerkert. Es kam zur Empörung der BĂŒrger ĂŒber diesen Mord, aber auch ĂŒber das ausschweifende Leben Albrechts. An der Spitze der Proteste stand Martin Luther, der die maßlose Verschwendung und Prunksucht, den Schandverkehr Albrechts moralisch-religiös anklagte.

Neue Residenz um 1735

Durch die Prunksucht und die BautÀtigkeit von Albrecht von Brandenburg erhielt Halle bestimmte Strukturen der Renaissance. Es entstand die Neue Residenz, weiterhin baute er an der Moritzburg und am Dom. Die Struktur der Stadt wurde entscheidend verÀndert. Mehrere GebÀude wurden abgerissen, so das Kloster Neuwerk, die Lambertikapelle und das Cyriakshospital. Er hatte dadurch stÀndig Geldnöte und so dass er sich gezwungen sah, auch Teile des Halleschen Heiltums und wertvolle Reliquien zu verkaufen. Sein finanzieller und moralischer Bankrott beschleunigte ungewollt den Einzug der Reformation 1541.

Von der Reformation bis 1945

Halle Anfang des 18. Jahrhunderts auf einer Briefmarke der DDR von 1990

1541 wurde in der Residenzstadt des Erzbistums Magdeburg die Reformation vor allem unter der FederfĂŒhrung von Justus Jonas dem Älteren eingefĂŒhrt. Martin Luther predigte selbst mehrere Male in Halle in der Marktkirche. Bei der ÜberfĂŒhrung von Eisleben nach Wittenberg wurde 1546 sein Leichnam hier aufgebahrt.

Das Erzbistum wurde fortan von einem erzbischöflichen Administrator verwaltet. Im DreißigjĂ€hrigen Krieg 1625 besetzten Kaiserliche Truppen unter Wallenstein die Stadt. 1637 brannte die Moritzburg aus. Nach dem Tod des letzten erzbischöflichen Administrators, Herzog August von Sachsen, im Jahre 1680 fiel Halle mit dem gesamten Erzstift Magdeburg an das KurfĂŒrstentum Brandenburg und wurde mit diesem ab 1701 Teil des Königreichs Preußen. Halle war seit dieser Zeit bis 1714 Hauptstadt des preußischen Herzogtums Magdeburg. Die Stadt lag im damaligen Saalkreis, unterstand jedoch als Immediatstadt direkt der Regierung des Herzogtums.

Kupferstich der Franckeschen Stiftungen (1749)

1694 wurde in der Ratswaage am halleschen Marktplatz als ihrem zukĂŒnftigen HauptgebĂ€ude die UniversitĂ€t Halle (alma mater halensis) mit zunĂ€chst vier FakultĂ€ten gegrĂŒndet. Die alma mater halensis entwickelte sich gemeinsam mit den 1698 gegrĂŒndeten Franckeschen Stiftungen zu einem Zentrum der bĂŒrgerlichen FrĂŒhaufklĂ€rung. Dort wurde 1710 die 1. Cansteinsche Bibel-Anstalt von Freiherr von Canstein zusammen mit August Hermann Francke gegrĂŒndet.

WĂ€hrend der Napoleonischen Kriege erstĂŒrmte am 17. Oktober 1806 die Division Dupont des Korps Bernadotte die Stadt und schlug danach die preußische Reservearmee. Wenige Tage spĂ€ter besuchte Kaiser Napoleon die Stadt und ordnete die Auflösung der UniversitĂ€t an. Deren HauptgebĂ€ude, die Ratswaage, wurde Lazarett und danach zeitweise Schlachthaus.

Halle um 1900

Nach dem Tilsiter Frieden im Jahre 1807 wurde Halle Teil des neu gebildeten Königreichs Westphalen. Nach dem Sieg ĂŒber Napoleon 1813/14 wurde die UniversitĂ€t wiedergegrĂŒndet. Halle fiel 1815 wieder an Preußen, das die Stadt der neu gebildeten Provinz Sachsen, Regierungsbezirk Merseburg, eingliederte. Durch die Verwaltungsgliederung entstand der bis heute bestehende Saalkreis mit Sitz in Halle. 1819 wurde der Stadtkreis Halle gebildet, der jedoch 1828 bereits wieder aufgelöst wurde. Die Stadt war von da an unmittelbar der Regierung in Merseburg unterstellt.

1842 wurde das GefÀngnis der Stadt, der Rote Ochse, als Straf- und Besserungsanstalt eröffnet. Es ist unter wechselnden Funktionen bis heute in Nutzung. Unter anderem wurde es 1939 von der NS-Verwaltung zu einer HinrichtungsstÀtte umgebaut, in der 528 politische Gegner ermordet wurden, darunter 170 Menschen auslÀndischer NationalitÀt. Statt der vorgesehenen 600 wurden im Zweiten Weltkrieg 2000 HÀftlinge zusammengepfercht, was eine hohe Sterblichkeit zur Folge hatte. Ein Teil der weitlÀufigen Anlage ist heute als Museum gestaltet.

1882 fuhren die ersten Pferdebahnen als VorlĂ€ufer der Straßenbahnen. Fortan war Halle sozusagen eine kreisfreie Stadt, die 1890 die Grenze von 100.000 Einwohnern ĂŒberschritt und damit Großstadt wurde. Ebenfalls 1890 benannte sich die Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAP) auf ihrem Parteitag in Halle nach Aufhebung der reichsweit 12  Jahre gĂŒltigen repressiven Sozialistengesetze in Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) um; unter diesem Namen besteht sie noch heute. Im April 1891 fuhr in Halle die erste elektrische Straßenbahn der „Stadtbahn Halle“. Bis Juni 1891 wurden drei weitere Linien hinzugefĂŒgt. Halle besaß damit das erste elektrische Straßenbahnnetz Europas.

Die wieder hergestellte Giebichenstein-SaalebrĂŒcke wurde am 1. Mai 1948 dem Verkehr ĂŒbergeben.

Im Zweiten Weltkrieg wurden HĂ€ftlinge aus Polen, der Tschechoslowakei, der Sowjetunion, Frankreich, Niederlande und weiteren Nationen im KZ Birkhahn-Mötzlich,[8] Außenlager des KZ Buchenwald zur Zwangsarbeit in die Siebel Flugzeugwerke gebracht, in denen Kampfflugzeuge – auch von vielen anderen Zwangsarbeitern – gebaut wurden, spĂ€ter wurde dieses Werk demontiert.

Halle erlitt, als eine der wenigen deutschen GroßstĂ€dte, keine flĂ€chenhaften Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg. Es erfolgten jedoch zwei Bombenangriffe auf die Stadt: der erste am 31. MĂ€rz 1945, der zweite einige Tage spĂ€ter. Zerstörungen gab es beim ersten Angriff zwischen Bahnhof und Zentrum und in der Stadtmitte selber sowie beim zweiten Angriff im sĂŒdlichen Stadtteil. Es starben ĂŒber eintausend Einwohner und 3600 GebĂ€ude wurden zerstört.[9] [10] Schwer beschĂ€digt wurden durch die Bombenangriffe die Marktkirche, die Georgenkirche, das Alte Rathaus, die Ratswaage, das Stadttheater, wertvolle BĂŒrgerhĂ€user (historische GebĂ€ude in der BrĂŒderstraße und der Großen Steinstraße) und der Stadtgottesacker.[11] Am 17. April 1945 wurde Halle von amerikanischen Truppen besetzt, dabei wurde der Rote Turm durch Artillerie in Brand geschossen und weitgehend zerstört. Auch die Marktkirche und die Georgenkirche erhielten weitere Treffer. Dass die Stadt keine noch grĂ¶ĂŸeren SchĂ€den erlitt, vor allem dass das geplante FlĂ€chenbombardement auf Halle abgesagt wurde, wird besonders dem damals in Halle ansĂ€ssigen frĂŒheren KorvettenkapitĂ€n des Ersten Weltkriegs, Felix Graf von Luckner zugeschrieben, der zusammen mit dem OberbĂŒrgermeister und einem Wehrmachtsoffizier die Stadt an die amerikanischen Truppen ĂŒbergab. Im Juli zogen die Amerikaner wieder ab, als Besatzungsmacht folgte die Sowjetunion.

Stadtentwicklung zur Zeit der DDR

Halle wurde Hauptstadt der Provinz Sachsen, die 1947 im Land Sachsen-Anhalt aufging. Mit der Auflösung der LĂ€nder in der DDR 1952 wurde Halle Bezirkshauptstadt des Bezirks Halle. 1990 wurde der Bezirk Halle aufgelöst und Halle (Saale), seit 1990 mit Halle-Neustadt vereinigt, gehört seither dem neu gegrĂŒndeten Land Sachsen-Anhalt an.

I. Arbeiterfestspiele 1959

Da Halle nach dem Zweiten Weltkrieg weniger stark zerstört war als andere StĂ€dte in der DDR, wurde zunĂ€chst nur wenig in die stĂ€dtebauliche Entwicklung investiert (StĂ€dtebau, Stadtplanung). Das bei dem Luftangriff vom 31. MĂ€rz 1945 schwer beschĂ€digte, aber wiederaufbaufĂ€hige Alte Rathaus und die Ratswaage daneben, wurden Ende der 1940er Jahre abgerissen. In den 1960er Jahren folgte die Beseitigung der baulich intakten Börse am Marktplatz. Die erste grĂ¶ĂŸere Stadterweiterung, die Wohnstadt-SĂŒd, wurde 1959 begonnen. SpĂ€ter kam die Wohnstadt Nord sowie die Silberhöhe hinzu – mit insgesamt ĂŒber 20.000 Wohneinheiten fĂŒr mehr als 50.000  Menschen. Das grĂ¶ĂŸte Baugebiet entstand in den 1960er Jahren mit dem Aufbau der „Chemiearbeiterstadt Halle-West“ fĂŒr zunĂ€chst etwa 70.000  Menschen. Das Wohngebiet Halle-West wurde 1967 zur selbstĂ€ndigen Stadt Halle-Neustadt, die sie bis zur Wiedervereinigung 1990 blieb. Erhebliche Bauressourcen des Bezirks waren ĂŒber eine lange Zeit in Halle-Neustadt gebunden. Als die Altstadt zunehmend verfiel, wurde der Handlungsdruck groß, Stadterneuerung zu betreiben. In den 1980er Jahren verlor die Altstadt durch flĂ€chenhafte Abrisse zum Teil wertvolle historische Bausubstanz. In dieser Zeit entstanden Beispiele der Innenstadterneuerung in industrieller Plattenbauweise.[12] In den 1980er Jahren wurde auch die BĂŒrgerrechtsbewegung Halle (Saale) gegrĂŒndet.

Halle als Teil der Hanse

Wie bei anderen HansestĂ€dten, hat es auch bei Halle keine offizielle BeitrittserklĂ€rung zum hansischen StĂ€dtebund gegeben. Eine erstmalige ErwĂ€hnung im Zusammenhang mit der Hanse erfolgte in einem Brief vom 4. MĂ€rz 1281, in dem eine Verlegung des Stapels der deutschen HĂ€ndler von BrĂŒgge nach Aardenburg 1280 bis 1282 festgestellt wurde[13]. Vermutlich gab es aber schon einige Jahrzehnte vorher Kontakt mit dem hansischen Handel, da auch eine wichtige Fernhandelsverbindung der Stadt mit den damals bedeutendsten Wirtschaftsraum Flandern bestand. 1294 gehörte Halle, zusammen mit 24 weiteren HansestĂ€dten, zu FĂŒrsprechern einer Übertragung wichtiger Funktionen der Hanse von Visby, auf der Ostseeinsel Gotland, nach LĂŒbeck.

Mit der Erlassung einer neuen Regimentsordung durch Erzbischof Ernst von Wettin am 18. MĂ€rz 1479 endete de facto die Mitgliedschaft der Stadt in der Hanse. Allerdings wird im Jahre 1506 Halle nochmals Hansestadt genannt. Erst 1518 wird Halle endgĂŒltig, ebenso wie zahlreiche andere StĂ€dte, als „abgedankt und abgeschnitten“ bezeichnet.[13]

Halle gehörte nicht zu den bedeutendsten StĂ€dten der Hanse. Die Stadt erhielt regelmĂ€ĂŸig Einladungen zu Hansetagen, die aber selten befolgt wurden. Die politischen Entscheidungen ĂŒberließ man Magdeburg und Braunschweig, den grĂ¶ĂŸten StĂ€dten des SĂ€chsischen StĂ€dtebundes. Belege dafĂŒr, dass der wichtigste Exportartikel der Stadt, das Salz, auf hansischen Kauffahrtsschiffen vertrieben wurde, existieren nicht. Die seit dem 13. Jahrhundert nachgewiesenen Kontakte zu Flandern weisen unter anderem auf eine Teilnahme hallescher Kaufleute am hansischen Tuchhandel.

2001 wurde Halle Mitglied des 1980 neu gegrĂŒndeten StĂ€dtebundes Neue Hanse.[14]

Ursprung des Namens

Vor allem in regionalkundlicher Literatur und der des 19. und frĂŒhen 20. Jahrhunderts wird der Name „Halle“ auf ein angeblich altes (germanisches oder keltisches) Wort fĂŒr „Salz“ zurĂŒckgefĂŒhrt: hal oder halla. Andere sehen den Ursprung des im deutschen Sprachraum nicht seltenen Ortsnamensbestandteils -hall- in einem in westgermanischen Sprachen vertretenen Verbalstamm mit der Bedeutung „trocknen“, wie etwa dem altfrĂ€nkischen Verb hallĂŽn.[15]

Der Leipziger Professor fĂŒr Onomastik JĂŒrgen Udolph zweifelt fĂŒr den Namen Halles aus GrĂŒnden der Sprachgeographie und der Sprachchronologie an der erstgenannten Darstellung. Er argumentiert, der Stamm des Wortes fĂŒr „Salz“ beginne in allen Sprachen, die bisher fĂŒr die ErklĂ€rung des Namens „Halle“ herangezogen wurden oder zeitlich und geographisch in Frage kĂ€men, mit einem S- und eben keinem H-Laut, der auch lautgesetzlich nicht nachtrĂ€glich aus einem anfĂ€nglichen S-Laut entstanden sein könne. Udolph behauptet, der Name Halle und manch anderer germanische Ortsname, der /hal/ enthĂ€lt, ließe sich auf einen Ă€lteren indogermanischen Wortstamm mit der Bedeutung SchrĂ€ge, Abhang oder neigen zurĂŒckfĂŒhren. Ähnliche Thesen wurden bereits von August Friedrich Pott im 19. Jahrhundert und, so der Jurist Heiner LĂŒck, von halleschen Sprachwissenschaftlern in den 1950er Jahren vertreten. Die Motivierung fĂŒr die Namensgebung im Falle Halles findet er im GelĂ€ndeabfall zwischen dem Marktplatz der Stadt und dem Ufer der Saale.[16]

Eingemeindungen

Folgende Gemeinden und Gemarkungen wurden in die Stadt Halle (Saale) eingemeindet:

Einwohnerentwicklung

Bevölkerungsentwicklung

Die Einwohnerzahl der Stadt Halle stieg 1871 auf ĂŒber 50.000 und verdoppelte sich bis 1890 auf 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Westlich der Saale entstand in den 1960er Jahren die Wohnvorstadt Halle-Neustadt, die ab 1967 als eigenstĂ€ndiger Stadtkreis gefĂŒhrt wurde, jedoch noch vor der Wiedervereinigung Deutschlands mit Halle vereinigt wurde. Kurze Zeit danach hatte die Bevölkerungszahl von Halle mit 316.776 am 30. Juni 1990 ihren historischen Höchststand erreicht. Von 1990 bis 2005 hat die Stadt aufgrund von hauptsĂ€chlich durch hohe Arbeitslosigkeit bedingte Abwanderung, Suburbanisierung und GeburtenrĂŒckgang rund 80.000 Einwohner verloren. Am 31. Dezember 2007 betrug die amtliche Einwohnerzahl fĂŒr Halle nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt 234.295 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen LandesĂ€mtern). FĂŒr das Jahr 2020 wurde vom Statistischen Landesamt Sachsen-Anhalt in der 3. regionalisierten Bevölkerungsprognose eine Einwohnerzahl von 195.149 vorhergesagt.

Hallenser, Halloren und Halunken

Die ehemalige von den Halloren genutzte Saline (heute:Halloren- und Salinemuseum)

Die ironisch gemeinte Kategorisierung der Einwohner Halles in Hallenser, Halloren und Halunken wird von vielen auf Heinrich Heine zurĂŒckgefĂŒhrt. Jedoch fehlt eine entsprechende Stelle in Heines Schriften, was eine mĂŒndliche Äußerung natĂŒrlich nicht ausschließt. Zu fassen ist diese Einteilung erstmals im dritten Band von Robert Moritz' „Halloren-Geschichten“, 1904, wo es auf S. 40 heißt:

„Geliebte! Hier kommen alle die Menschen zusammen, die dem Herrn dienen, Geliebte! Und auch die, die so tun, als ob sie ihm dienen tĂ€ten. Und alle fĂŒhlen sich eins! Aber sie sind nicht eins! Sintemalen es sind Hallenser, Halunken und Halloren.“

Halloren waren die Salzarbeiter, die ursprĂŒnglich im „Thale zu Halle“, dem heutigen Hallmarkt, lebten und in der Saline das „weiße Gold“ gewannen. Als Hallenser dagegen wurden die HĂ€ndler und BĂŒrger bezeichnet, die um den höher gelegenen Markt, den heutigen Marktplatz, gelebt und mit Salz gehandelt haben. Halunken schließlich mussten sich die Bewohner der heruntergekommenen Vorstadt Glaucha nennen lassen.

Heutzutage werden die in Halle geborenen Menschen als Hallenser bezeichnet, wĂ€hrend hingegen die Zugezogenen scherzhaft „Hallunken“ genannt werden.

Religionen

Konfessionslose Einwohner

Die große Mehrzahl der Hallenser Bevölkerung ist konfessionslos. Etwa 15 % gehören einer Religionsgemeinschaft an.

Moritzkirche, dreischiffige spĂ€tgotische Hallenkirche, erbaut 1388–1511

Evangelische Kirche

Die Stadt Halle (Saale) gehörte von Anfang an zum Erzbistum Magdeburg. Ab 1194 gab es in Halle Erzpriestersitze, doch hatte die Stadt wohl erst seit dem 12. Jahrhundert ihre planmĂ€ĂŸige Einordnung im KirchengefĂŒge des Erzbistums. Ab 1518 zog die Reformation Zug um Zug in der BĂŒrgerschaft der Stadt ein. 1541 konnte dieser Prozess abgeschlossen werden und Halle war fortan ĂŒber viele Jahre eine protestantische Stadt. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis, doch grĂŒndete sich im 17. Jahrhundert auch eine reformierte Gemeinde.

1698 grĂŒndete August Hermann Francke in Halle die nach ihm benannten Franckesche Stiftungen, eine bis heute bestehende soziale Einrichtung. Zwölf  Jahre spĂ€ter, 1710, war Francke zusammen mit dem Juristen Carl Hildebrand Freiherr von Canstein (1667–1719) MitbegrĂŒnder der Cansteinschen Bibelanstalt, die bis heute ihren Sitz in Halle hat und sich dem Druck und der Verbreitung von Bibeln widmet.

Durch den WestfĂ€lischen Frieden fiel Halle 1680 an Brandenburg. Die Stadt gehörte zum Herzogtum Magdeburg und teilte die kirchlichen Geschicke mit dem ganzen Herzogtum, das heißt 1817 wurden in ganz Preußen lutherische und reformierte Gemeinden zu einer einheitlichen Landeskirche (Unierte Kirche) vereinigt. Alle protestantischen Kirchengemeinden Halles gehörten danach zur Evangelischen Kirche in Preußen beziehungsweise deren Provinzialkirche Sachsen, deren Oberhaupt der jeweilige König von Preußen als „summus episcopus“ war. Als Reaktion auf die vom preußischen Staat zwangsverordnete Union zwischen der lutherischen Kirche und der reformierten Tradition entstand die Evangelisch-Lutherische (altlutherische) Kirche in Preußen. In Halle wurde daher die Evangelisch-Lutherische St. Maria-Magadalena-Kirchengemeinde gegrĂŒndet, die heute zum Kirchenbezirk Sachsen-ThĂŒringen der SelbstĂ€ndigen Evangelisch-Lutherischen Kirche gehört. Sie feiert ihre Lutherischen Messen in der St. Maria-Magdalena-Kapelle auf der Moritzburg. Nach Wegfall des Landesherrlichen Kirchenregiments 1918 war die Provinzialkirche Sachsens GrĂŒndungsmitglied der „Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union“ und war von 1947 bis 2008 eine selbstĂ€ndige Landeskirche (Evangelische Kirche der Kirchenprovinz Sachsen) mit einem Bischof an der Spitze. Die protestantischen Kirchengemeinden Halles gehören â€“ sofern es sich nicht um Freikirchen handelt â€“ zum Kirchenkreis Halle-Saalkreis innerhalb der Propstei Halle-Naumburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, deren Sitz sich in Halle befindet.

Neben den Gemeinden und Einrichtungen der Landeskirche gibt es noch eine Vielzahl anderer evangelischer Kirchen, die mehrheitlich als Freikirchen bezeichnet werden.

Römisch-katholische Kirche

Im 19. Jahrhundert stieg die Zahl der Katholiken in Halle wieder an. Sie gehörten ab 1821 zum Bistum beziehungsweise ab 1929 Erzbistum Paderborn. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es fĂŒr den Erzbischof immer schwerer seine AmtsgeschĂ€fte im Ostteil seines Erzbistums wahrzunehmen. Daher wurde in Magdeburg 1946 ein Generalvikar eingesetzt, der 1949 zum Weihbischof ernannt wurde und zu dessen Amtsbezirk auch die Pfarrgemeinden in Halle gehörten. Durch die Neuordnung der katholischen Kirche in der DDR wurden die Gebiete 1972 formell abgetrennt und zum Bischöflichen Amt Magdeburg erhoben. Leiter dieses Amtes wurde ein Apostolischer Administrator mit dem Titel Bischof. Am 8. Juli 1994 wurde das bisherige Bischöfliche Amt Magdeburg zum Bistum erhoben und (wieder) der Erzdiözese Paderborn als Suffraganbistum unterstellt. Die Pfarrgemeinden Halles gehören somit heute zum Dekanat Halle innerhalb des Bistums Magdeburg.

Alt-katholische Kirche

Auch eine kleine alt-katholische Pfarrgemeinde ist in Halle ansÀssig, die ihre Gottesdienste einmal monatlich im Gemeindehaus der Ev. Marktkirchengemeinde hÀlt.

Judentum

In Halle gibt es zwei jĂŒdische Gemeinden: Die JĂŒdische Gemeinde zu Halle gehört dem Landesverband jĂŒdischer Gemeinden in Sachsen-Anhalt an, die Synagogengemeinde zu Halle ist unabhĂ€ngig.

Islam

Im Vergleich zu anderen deutschen GroßstĂ€dten ist der Anteil der Muslime gering.

Politik

An der Spitze der Stadt Halle stand der vom Erzbischof unter Oberhoheit des Burggrafen eingesetzte Schultheiß beziehungsweise Salzgraf. 1258 taucht erstmals der Rat auf. Doch wurde er vom Landesherrn, dem Erzbischof von Magdeburg, erst 1310 verfassungsmĂ€ĂŸig anerkannt. Danach konnte das BĂŒrgertum auch ein Mitspracherecht in der Stadtverwaltung erlangen. Nach dem Übergang an Preußen setzte der preußische König 1780 einen OberbĂŒrgermeister ein. Ab 1807 war Halle Teil des Königreichs Westfalen und wurde von einem Maire geleitet. Nach dem erneuten Übergang an Preußen 1815 stand wieder ein BĂŒrgermeister an der Spitze der Stadt und 1831 wurde die preußische StĂ€dteordnung eingefĂŒhrt. Danach stand an der Spitze der Stadt der BĂŒrger- beziehungsweise OberbĂŒrgermeister.

WĂ€hrend der Zeit des Nationalsozialismus wurde der OberbĂŒrgermeister von der NSDAP eingesetzt und nach dem Zweiten Weltkrieg bildete die sowjetische Besatzungszone den Rat der Stadt mit einem OberbĂŒrgermeister. Der Rat wurde vom Volk gewĂ€hlt. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das nunmehr als Stadtverordnetenversammlung, spĂ€ter Stadtrat bezeichnete Gremium wieder frei gewĂ€hlt. Vorsitzender dieses Gremiums ist der Stadtratsvorsitzende. Das Gremium wĂ€hlte anfangs auch den OberbĂŒrgermeister. Seit 1993 wird der OberbĂŒrgermeister direkt von den BĂŒrgern der Stadt gewĂ€hlt.

Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

OberbĂŒrgermeister

Seit 1. Mai 2007: Dagmar Szabados (SPD).

Bei der Neuwahl zum OberbĂŒrgermeister wurde in der Stichwahl am 26. November 2006 Dagmar Szabados (SPD) mit 54,47 % der abgegebenen Stimmen zur neuen OberbĂŒrgermeisterin gewĂ€hlt.

Stadtrat

Der Stadtrat der Stadt Halle setzt sich neben der OberbĂŒrgermeisterin seit der letzten Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 aus folgenden Sitzen zusammen:

CDU LINKE SPD FDP GRÜNE MitBĂŒrger NPD FORUM WG-Graue/VS Andere Gesamt
2009 14 14 11 5 5 4 1 1 1 0 56
2004 14 14 10 3 3 3 1 1 0 7 56

Wappen

Die Flagge der Stadt Halle
Wappen von Halle (Saale)
Blasonierung:

„In Silber ein steigender roter Mond zwischen zwei sechsstrahligen roten Sternen, der ĂŒberhöhte Stern etwas grĂ¶ĂŸer dargestellt.“

Beschreibung:

Vermutlich stammt das Wappen von dem Propstsiegel des ansĂ€ssigen Augustiner-Chorherrenstifts.[17] Die Ă€lteste bekannte Abbildung des Wappens stammt aus dem Jahr 1327, wo es als Zeichen des Talschöffengerichts auf einem Siegelabdruck abgebildet ist. FĂŒr die spĂ€teren Jahre finden sich mehrfache Darstellungen des Wappens von denen, insbesondere die ĂŒber dem Moritztor an der Moritzburg als Ă€lteste noch erhaltene sowie die Darstellung Lucas FĂŒrttenagels auf dem Exlibris der Ratsbibliothek zu nennen ist, die das Wappen erstmals in Rot auf weißem Grund zeigt. Wahrscheinlich ist, dass es etwa ab der Mitte des 15. Jahrhunderts als Stadtwappen Verwendung fand. Über die Bedeutung des Wappens gibt es keinerlei Nachweise. Zu vermuten ist allerdings, dass sich die Farben Rot und Silber (Weiß) auf das Erzstift Magdeburg und die Hanse zurĂŒckfĂŒhren lassen. Dagegen ist der Symbolgehalt der Wappenelemente Mond und Sterne wegen ihrer Mehrdeutigkeit umstritten. Eine der Ă€ltesten Deutungen gibt an, es handele sich um eine stilisierte Salzpfanne und Salzkristalle. Weitere vermuten BezĂŒge zu Byzanz oder dem Vorderen Orient oder sehen in einem der Sterne gar eine Sonne und somit das Wappen als Sinnbild fĂŒr Tag oder GottesgegenwĂ€rtigkeit. Neuere Überlegungen hingegen sehen in den Wappenelementen Gerechtigkeitssymbole. Heute wird zumeist eine Verbindung der Symbole mit der Marienverehrung favorisiert.[18]

Eine in Halle bekannte Sage berichtet, dass die Halloren den Bischof baten, eine Stadt am bewaldeten Ufer der Saale erbauen zu dĂŒrfen. Auf ihre Ă€rmlichen VerhĂ€ltnisse anspielend, fragte der Bischof, ob sie einen guten KĂ€ufer fĂŒr ihre Lumpen gefunden hĂ€tten, dass sie davon StĂ€dte bauen könnten. Sie aber entgegneten: „Han wir hĂŒte Water und Holt, so han wir morne Silber und Gold.“ Darauf antwortete der Bischof: „So baut mit Wasser und Holz, und es mögen euch Sonne, Mond und Sterne leuchten!“[17]


Flagge

Die Flagge der Stadt besteht aus zwei gleich großen, horizontalen Streifen – oben rot und unten weiß – mit aufgelegtem Stadtwappen. Das hier verwendet Stadtwappen unterscheidet sich vom offiziellen Hoheitszeichen insofern, als statt eines spitzen Wappens ein halbrundes Wappen verwandt wird.

StÀdtepartnerschaften

Halle (Saale) unterhÀlt mit folgenden StÀdten eine StÀdtepartnerschaft bzw. StÀdtefreundschaft:

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Oper, Theater, Orchester, BĂŒhnen

Seit Halle bei der Wahl der Landeshauptstadt Anfang der 1990er Jahre gegen Magdeburg verlor, nennt sich die Stadt „Kulturhauptstadt“ Sachsen-Anhalts.

Opernhaus Halle

Unter den BĂŒhnen der Stadt sind vor allem die Oper Halle und die Kulturinsel Halle/neues theater (Sprechtheater) mit mehreren BĂŒhnen, gelegen auf der vom frĂŒheren Intendanten Peter Sodann entwickelten Kulturinsel, zu nennen. Auf der Kulturinsel befindet sich auch das Puppentheater der Stadt Halle fĂŒr Erwachsene und Kinder. Seit 2008 werden die Oper, die Kulturinsel und das Thalia-Theater zu einer Verwaltungseinheit zusammengefĂŒhrt.[5]
Das Kabarett Die Kiebitzensteiner spielt in der Moritzburg.

Musikalische Institution ist neben der Staatskapelle Halle, einem Orchester, mit einer SollstĂ€rke von 152 Musikern (das zweitgrĂ¶ĂŸte in Deutschland), auch der Stadtsingechor zu Halle – der Ă€lteste Knabenchor Mitteldeutschlands und einer der Ă€ltesten Knabenchöre Deutschlands.

Daneben gehören zur Kulturlandschaft Halles:

Museen und Sammlungen

Mit den Franckeschen Stiftungen und ihren Museumseinrichtungen, dem Landeskunstmuseum (Staatliche Galerie) in der Moritzburg und dem HĂ€ndelhaus, dem Geburtshaus des Komponisten und heutiges Musikmuseum, besitzt die Stadt Halle gleich drei sogenannte kulturelle LeuchttĂŒrme unter den 20 bedeutenden Museen und Einrichtungen des nationalen Kulturerbes der neuen BundeslĂ€nder, die in das Blaubuch der Bundesregierung aufgenommen wurden. Vorgesehen ist auch die Aufnahme einer weiteren Einrichtung, dem Landesmuseum fĂŒr Vorgeschichte.

Im Jahr 2008 wurde die Moritzburg-Galerie (Stiftung Moritzburg - Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt) nach mehrjĂ€hriger Bauzeit eröffnet. Der Umbau des jahrhundertelang leerstehenden WestflĂŒgels der Moritzburg gehört zu den spektakulĂ€rsten Bauten in der Stadt. Heute befindet sich mit der Dauerstellung zu Lyonel Feininger einer der bedeutendsten expressionistischen Ausstellungorte Deutschlands.

Unter den Museen mit naturwissenschaftlichem Bezug sind das Geiseltalmuseum mit palĂ€ontologischen Funden aus dem Braunkohletagebau, darunter das Urpferd Propalaeotherium und das Julius-KĂŒhn-Museum mit der grĂ¶ĂŸten Haustierskelettsammlung der Welt hervorzuheben. Darunter befindet sich auch das Skelett des Stempelhengstes der deutschen Vollblutzucht, Dark Ronald. BerĂŒhmt ist die Meckelsche Sammlung, eine Sammlung anatomischer PrĂ€parate im Institut fĂŒr Anatomie und Zellbiologie der Martin-Luther-UniversitĂ€t.

Historischen Bezug haben das Landesmuseum fĂŒr Vorgeschichte als Ausstellungsort der Himmelsscheibe von Nebra, das archĂ€ologische Museum Robertinum, das Stadtmuseum Halle im Christian-Wolff-Haus und in der Oberburg Giebichenstein und die GedenkstĂ€tte fĂŒr die Opfer politischer Verfolgung mit Ausstellung im Roten Ochsen.

Das Halloren- und Salinemuseum zeigt Technik und Geschichte der Salzgewinnung in Halle. Daneben besteht das Deutsche Bahn Museum Halle sowie das historische Straßenbahnmuseum der Hallesche Verkehrs AG mit noch fahrtĂŒchtigen alten Straßenbahnen. Dazu kommt das Halloren- und Schokoladenmuseum.

Abgerundet wird die Museumslandschaft der Stadt durch das Beatles Museum und die Ă€lteste und grĂ¶ĂŸte Sammlung evangelischer Kirchenmusik in der Marienbibliothek.

Burgen und andere Befestigungsanlagen

Burg Giebichenstein

Zu Halles außergewöhnlichen Merkmalen gehören zwei mĂ€chtige Burgen, die beide im bebauten Stadtgebiet liegen, was eine in Deutschland selten anzutreffende Situation darstellt. Es handelt sich um die Ă€ltere Burg Giebichenstein oberhalb der Saale und die Moritzburg am nordwestlichen Rand der Altstadt. Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung ist hingegen nur noch wenig vorhanden, da diese im Zuge der Ausdehnung der Stadt Ende des 19. Jahrhunderts weitgehend abgetragen wurde. Zu den noch sichtbaren Resten gehört der Leipziger Turm, ein frei stehender Wartturm aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Teile der einstigen Stadtmauer sind außerdem erhalten am sĂŒdwestlichen Rand der Altstadt in der NĂ€he der Moritzkirche (Ecke Moritzzwinger/Hallorenring) sowie am Waisenhausring, wo noch ein ca. 80 Meter langer und 7 Meter hoher Abschnitt existiert.

Kirchen und Synagogen

Hallmarkt mit Marktkirche

Die Kirchen der Altstadt weisen – mit Ausnahme der viertĂŒrmigen Marktkirche, die mit dem Roten Turm das bekannte fĂŒnftĂŒrmige Ensemble des Marktplatzes bildet – eine Besonderheit auf: St. Moritz, St. Ulrich, Dom und die Kapellen der Moritzburg und der Neuen Residenz besitzen keinen oder keinen vollstĂ€ndigen Turm mehr.

Zu den bemerkenswerten Kirchen der Altstadt gehören der Hallesche Dom, eine ehemalige Klosterkirche der Dominikaner und Ă€ltestes Kirchenbauwerk in der Altstadt, die viertĂŒrmige Marktkirche Unser Lieben Frauen, die Moritzkirche mit historischer Sauer-Orgel und Kunstwerken Conrads von Einbeck sowie die heute sĂ€kularisierte Konzerthalle St. Ulrich-Kirche, eine ehemalige Serviten-Klosterkirche. In St. Ulrich und St. Georgen predigte August Hermann Francke.

In anderen, heute eingemeindeten Stadtteilen stehen ehemalige Dorfkirchen und weitere sakrale Bauwerke, die eine Reihe von Besonderheiten aufweisen. Dazu gehören St. Laurentius mit altem Friedhof, die Dorfkirche Böllberg St. Nikolaus, eine Kirche aus dem 12. Jahrhundert, die Teil der Straße der Romanik ist, die neugotische Anstaltskirche der Diakonie, eine der frĂŒhesten Kirchen nach dem Wiesbadener Programm, St. BartholomĂ€us, St. Elisabeth, die Georgenkirche, die fĂŒr die kirchliche Opposition in der Wendezeit eine wesentliche Rolle spielte, die stadtdominate Pauluskirche im Paulusviertel und die Kirchenruine Granau, seit 1923 Denkmal fĂŒr die Gefallenen des Ersten Weltkrieges.

Der Rathenauplatz mit der Pauluskirche

Auf dem 1864 angelegten jĂŒdischen Friedhof in der Humboldtstraße befindet sich die heute von der jĂŒdischen Gemeinde genutzte hallesche Synagoge. Sie war ursprĂŒnglich Feierhalle des Friedhofes und wurde 1948 zur Synagoge umgebaut. Eine 1870 errichtete und 1884/85 wesentlich erweiterte Synagoge befand sich in der Innenstadt. Sie wurde im Nationalsozialismus zerstört. An die ermordeten jĂŒdischen MitbĂŒrger erinnert heute ein 1985 errichtetes Mahnmal, das in seiner Gestaltung an die Fassade der zerstörten Synagoge erinnert.

Historische technische Bauwerke und Denkmale

Zu den sehenswerten historischen technischen Bauwerken und Denkmalen der Stadt gehören die beiden großen WassertĂŒrme, der Wasserturm Nord an der Paracelsusstraße (B 6) und der Wasserturm SĂŒd am Lutherplatz sowie das historische Straßenbahndepot der Halleschen Verkehrs AG in der Seebener Straße, das als Museum fĂŒr alte Straßenbahnen und Busse dient. Halle verfĂŒgt mit der Großgarage SĂŒd in der Liebenauer Straße ĂŒber das Ă€lteste noch erhaltene Parkhaus in Deutschland. DarĂŒber hinaus kommt der Sternwarte Halle im Botanischen Garten der Martin-Luther-UniversitĂ€t Bedeutung zu. Die ehemalige Rennstrecke Halle-Saale-Schleife befindet sich zwischen dem westlichen Saaleufer und dem Stadtteil Neustadt.

Inseln in der Stadt

Der Verlauf der Saale im Stadtgebiet sowie die geografische Lage und die geologischen Bedingungen schaffen durch die Bildung von innerstĂ€dtischen Flussinseln eine fĂŒr GroßstĂ€dte in Deutschland fast einmalige Situation. Der Fluss durchfließt die Stadt zum Teil in vier Armen parallel. Dadurch entstehen sechs grĂ¶ĂŸere Inseln zu denen von SĂŒden nach Norden die Rabeninsel, die Saline-Insel (mit Pulverweiden und Sandanger), die Peißnitzinsel, die Insel mit Ratswerder und WĂŒrfelwiese, die Ziegelwieseninsel und die Insel Forstwerder gehören.

Forstwerder, Rabeninsel und die Nordspitze der Peißnitz sind Naturschutzgebiete mit AuenwaldbestĂ€nden. Die Saline-Insel, Ziegelwieseninsel, der sĂŒdliche Teil der Peißnitz und die WĂŒrfelwiese sind Freizeit, Erholung und Sport vorbehalten. Der sĂŒdliche Teil der Insel mit Ratswerder und WĂŒrfelwiese sind mit z. T. grĂŒnderzeitlichen WohngebĂ€uden bebaut.

BrĂŒcken

Der zentrale Verlauf der Saale im Gebiet von Halle fĂŒhrt seit GrĂŒndung der Stadt zu einer besonderen Bedeutung von BrĂŒcken. Maßgeblich dafĂŒr ist die Saale, die die Stadt von SĂŒden nach Norden in zwei HĂ€lften teilt und die oben genannte „Inselwelt“ bildet. Der Fluss benötigt dadurch verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig viel Raum, was der Stadt unter den Aspekten Natur, Freizeit, Erholung und Sport einen besonderen Charme verleiht. Die beiden StadthĂ€lften sind fĂŒr den Straßenverkehr im Wesentlichen an drei Stellen ĂŒber BrĂŒcken miteinander verbunden: die GiebichensteinbrĂŒcke im Norden, die ElisabethbrĂŒcke mit MagistralenbrĂŒcke in der Mitte und einer BrĂŒcke im SĂŒden. Hinzu kommen zwei Dutzend weitere BrĂŒcken, die vor allem FußgĂ€ngern und FahrrĂ€dern vorbehalten sind, von denen die PeißnitzbrĂŒcke, die ForstwerderbrĂŒcke und die RabeninselbrĂŒcke erwĂ€hnenswert sind. Zudem durchlaufen die Hauptverkehrsgleise der Bahn die Stadt östlich der Saale ebenfalls in Nord-SĂŒd-Richtung und trennen ein weiteres Mal in gleicher Richtung. Um diese Teilung zu ĂŒberwinden existieren weitere BrĂŒcken, von denen die Berliner BrĂŒcke von besonderer Bedeutung ist. Sie ersetzt eine 1913–16 erbaute BrĂŒcke, welche auf ĂŒber 200 m den halleschen GĂŒterbahnhof ĂŒberspannte. Der Neubau wurde am 11. Januar 2006 eröffnet. Aufgrund ihres 74 m hohen Stahlpylons ist sie ein weithin sichtbarer Punkt in der Stadt. Der Abriss des historischen Bauwerks fand 2006 statt.

Friedhofsanlagen

Blick zum Torturm des Halleschen Stadtgottesackers, 2007

Überregional herausragende Bedeutung hat der von Ratsbaumeister Nickel Hoffmann 1557–1594 errichtete Stadtgottesacker. Der Friedhof ist eine – nördlich der Alpen einzigartige – Camposanto-Friedhofsanlage. Seit 1989 wird der teilweise bombenzerstörte und dann verwahrloste Stadtgottesacker Schritt fĂŒr Schritt durch Steinbildhauer und Restauratoren wieder restauriert und zum Teil wieder als Friedhof benutzt. Hervorzuheben ist daneben der 1869 geweihte jĂŒdische Friedhof und die zugehörige, heute als Synagoge genutzte Trauerhalle, die von den Zerstörungen der sogenannten Reichskristallnacht verschont blieben.

Zu den bemerkenswerten Friedhöfen der Stadt gehören der Gertraudenfriedhof im Norden der Stadt mit seinem reprĂ€sentativen Zentralbau von Stadtbaurat Wilhelm Jost und dem auf dem GelĂ€nde befindlichen 1929 geweihten jĂŒdischen Teilfriedhof mit einem historischen jĂŒdischen Denkmalfeld (Grabmale des Mittelalters) und der SĂŒdfriedhof von 1887 mit seinen Bauten im Stil der Neo-Renaissance. Ein weiterer Friedhof, der Nordfriedhof, befindet sich am Wasserturm Nord, unweit vom jĂŒdischen Friedhof.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in der Dölauer Heide der Heidefriedhof angelegt. Er diente zur Bestattung von namenlosen Toten, vor allem Selbstmörder und Opfer von Gewaltverbrechen, die in der Heide den Tod fanden. 1929 wurde die Dölauer Heide Eigentum der Stadt Halle und der Friedhof verlor seine Funktion.

Denkmale, Plastiken, BĂŒsten und Monumente

Das HĂ€ndeldenkmal auf dem Marktplatz in Halle (Saale), 2009

Die Stadt verfĂŒgt ĂŒber einige bemerkenswerte Denkmale und Skulpturen aus sehr unterschiedlichen Epochen. An erster Stelle ist hier die plastische Ausstattung der Moritzkirche durch Conrad von Einbeck (Meister Conrad) aus dem 14. Jahrhundert zu nennen. Seiner Zeit voraus, schuf er dort auch ein Selbstbildnis aus Sandstein im nördlichen Nebenchor.

Zu den Besonderheiten gehört die BetsĂ€ule von Halle, ein gotischen Bildstock aus vorreformatorische Zeit (1455) am UniversitĂ€tsring sowie der Hallesche Roland, eine Sandsteinfigur aus dem Jahr 1854, deren Geschichte jedoch bis ins Jahr 1245 zurĂŒckreicht. Hervorzuheben sind weiterhin das HĂ€ndel-Denkmal auf dem Marktplatz und ein Denkmal zu Ehren von August Hermann Francke, zweier der berĂŒhmtesten in Halle wirkenden Persönlichkeiten. Gestalterisch hervorzuheben sind die Figuren am Rathaus von Gustav Weidanz, die Mitte der 1970er Jahre von Johannes BaumgĂ€rtner nachgeschaffen wurden, da sie durch den Zweiten Weltkrieg zerstört wurden.

Aus der Zeit der DDR haben sich einige Plastiken erhalten, wie das Fahnenmonument am Hansering und eine ĂŒberlebensgroße BĂŒste Ernst ThĂ€lmanns an der Franckestraße. Aber nicht nur solche ideologisch gewĂŒnschten Skulpturen entstanden zu DDR-Zeiten, so erinnert an den in Halle gestorbenen Maler Mathias GrĂŒnewald eine Bronzeplastik von Gerhard Geyer, der auch in Bronze fĂŒr Halle-Neustadt den sogenannten WissenschaftswĂŒrfel schuf. Vor der Moritzburg wird eine andere Variante Hallescher Bildhauerkunst gezeigt, die Stahlplastik von Irmtraud Ohme. Vor der Ulrichskirche befindet sich ein Brunnen des Hallischen Bildhauers und Burg-Professors Gerhard Lichtenfeld, der auch in Halle-Neustadt einen großen Brunnen geschaffen hat. In letzter Zeit sind neben einer großen Brunnen-Gestaltung am Hallmarkt von Bernd Göbel auch drei lebensnahe Figuren seiner SchĂŒlerin Maya Graber am UniversitĂ€tsring dazugekommen.

Zoo, Parks und GĂ€rten

Halles Bergzoo zeichnet sich durch seine wohl einmalige Lage auf dem 130 Meter hohen Reilsberg aus, die vielfach schöne Aussichten gewĂ€hrt. Unter den GĂ€rten und Parks der Stadt ist der als „Herberge der Romantik“ bekanntgewordene Reichardts Garten bemerkenswert. Er wurde von Johann Friedrich Reichardt ab 1794 angelegt. Hier trafen sich seinerzeit Dichter der Romantik wie Novalis, Tieck, Eichendorff, Brentano, Goethe und Jean Paul. Heute ist die einstmalige Pracht noch zu erahnen. Hinzu kommt Lehmanns Garten, ein vom Bankier Lehmann angelegter Park, nahe dessen Stadtvilla.

Der Botanische Garten der Martin-Luther-UniversitĂ€t ĂŒberzeugt durch seine Artenvielfalt und mit der historischen Sternwarte Halle von 1788. Der Botanische Garten gehört zum Netzwerk GartentrĂ€ume Sachsen-Anhalt. Weiterhin ist der Amtsgarten, als Teil des Netzwerks „GartentrĂ€ume“, in unmittelbarar NĂ€he der heutigen Burg Giebichenstein hervorzuheben. Es wird vermutet, das auf diesem ca. 5,5  Hektar großen Areal die sogenannte „Alte Burg“, die VorgĂ€ngerin der Giebichensteinburg, gestanden habe. Hinzu kommt der Geologische Garten am Institut fĂŒr Geowissenschaften und Geographie der Martin-Luther-UniversitĂ€t.

Marktplatz und andere PlÀtze

Halle verfĂŒgt ĂŒber einige aus verschiedenen GrĂŒnden bemerkenswerte PlĂ€tze. Da ist zunĂ€chst der Marktplatz, mit dem mĂ€chtigen Roten Turm und dessen mit 76  Glocken zweitgrĂ¶ĂŸten Glockenspiel weltweit, der viertĂŒrmigen Marktkirche Unser Lieben Frauen, dem neogotischen Stadthaus und dem „Geoskop“ auf dem Marktplatz mit Blick auf die sogenannte Hallesche Marktplatzverwerfung. Durch schwere BeschĂ€digung bei dem Bombenangriff am 31. MĂ€rz 1945 und spĂ€teren Abriss statt Wiederaufbau gingen das Alte Rathaus und die Ratswaage am Marktplatz verloren.

Daneben bestehen der Alte Markt mit dem an eine hallische Sage erinnernden Eselsbrunnen, der Hallmarkt, einst Zentrum der stĂ€dtischen Salzgewinnung und seine heute grĂŒnderzeitliche Bebauung sowie der Domplatz mit dem Ensemble aus Dom, Neuer Residenz und Neuer Kanzlei. Besondere Aufmerksamkeit erhielt der von Gernot Schulz umgestaltete UniversitĂ€tsplatz, der aufgrund des neugeschaffenen Ensembles von historischem Campus, Juridicum und Audimax mit dem Deutschen Architekturpreis 2003 ausgezeichnet wurde.

Bibliotheken

UniversitÀts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt

Mit der UniversitĂ€ts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, der 1552 gegrĂŒndeten Marienbibliothek, der Ă€ltesten und grĂ¶ĂŸten evangelischen Kirchenbibliothek in Deutschland, der historischen Bibliothek der Franckeschen Stiftungen und der ab 1731 aufgebauten Bibliothek der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina verfĂŒgt die Stadt ĂŒber vier große Sammlungen. Aktuelle Medien werden in der Stadtbibliothek angeboten. Die grĂ¶ĂŸte öffentliche Bibliothek Sachsen-Anhalts gliedert sich in die Zentralbibliothek am Hallmarkt, Stadtteilbibliotheken im SĂŒden, Westen (Halle-Neustadt) und Norden der Stadt und eine Musikbibliothek. Ein BĂŒcherbus versorgt die Bevölkerung in den Randgebieten.

Sehenswerte Profanbauten

Halle besitzt einige sehenswerte Profanbauten aus unterschiedlichen Epochen:

  • Die 1531 erbaute Neue Residenz war die Residenz der Magdeburger Erzbischöfe in Halle. Sie liegt am Domplatz in unmittelbarer Nachbarschaft des Domes.
  • Das Stadthaus, errichtet 1891–1894, am Marktplatz ist einer der reprĂ€sentativsten Bauten der Stadt. Es wird als stĂ€dtisches Versammlungs-, Sitzungs- und FestgebĂ€ude genutzt.
  • Die 1698 gegrĂŒndeten Franckeschen Stiftungen mit dem grĂ¶ĂŸten Fachwerkhaus Europas waren einst Zentrum des europĂ€ischen Pietismus.
  • Das im Stil wilhelminischer Justizbauten errichtete Landgericht (1903–1905) am Hansering besitzt ein bemerkenswertes Treppenhaus mit doppelter Wendeltreppe.
  • Der Volkspark, errichtet 1906–1907 als ehemaliges Vereinshaus der SPD, ist architektonisch ein gutes Beispiel fĂŒr die Idee des GebĂ€udes als „Stadtkrone“ und spielte in der Geschichte der halleschen Arbeiterbewegung eine große Rolle.
  • Im Stadtbad sind die Farben und Formen des Jugendstils noch fast vollstĂ€ndig erhalten. Es wurde 1912 bis 1914 errichtet und galt als eine der grĂ¶ĂŸten und modernsten Einrichtungen der GesundheitsfĂŒrsorge ihrer Zeit.
  • Das heute leerstehende Solbad Wittekind (1923–1925) erinnert an die vielfĂ€ltige Nutzung der Solequellen in der Stadt.
  • Das Logenhaus Zu den drei Degen, auch bekannt als Tschernyschewskij-Haus, wurde 1822–1824 als Logenpalast im Stil der italienischen Renaissance errichtet. Es wird kĂŒnftig Teile der „Deutschen Akademie der Naturforscher – Leopoldina“ beherbergen.
  • Das aus der Zeit um 1900 stammende Brunnenhaus des spĂ€testens seit 1310 bekannten Gesundbrunnen.

Sonstige SehenswĂŒrdigkeiten

Naturschutzgebiete

Im Stadtgebiet existieren insgesamt neun Naturschutzgebiete (Bischofswiese, Burgholz, Peißnitz Nordspitze, Lunzberge, Brandberge, Rabeninsel und Saale-Elster-Aue, Döllnitzer Auenlandschaft, Forstwerder) mit insgesamt rund 696 ha FlĂ€che, die die stadtbildprĂ€gende Natur (Auenlandschaften) schĂŒtzen.

RegelmĂ€ĂŸige Veranstaltungen

  • Januar: Beginn des jĂ€hrlichen Themenjahrs der Franckeschen Stiftung
  • Februar: Women in Jazz – Internationales Jazzfestival
  • Februar: Happy Birthday HĂ€ndel (23. Februar)
  • MĂ€rz: Deutsche Knackweltmeisterschaft, Veranstalter: Kulturreederei
  • Vor Ostern: FrĂŒhjahrsmarkt (Rummel) bei der Eissporthalle
  • Mai: Internationales Kinderchorfestival „Fröhlich sein und singen“
  • Mai: Hallesche Museumsnacht
  • Mai: Marathon der Behörden des Stadtsportbund Halle e. V.
  • Am Mittwoch nach Pfingsten: Knoblauchsmittwoch
  • Juni: HĂ€ndelsOpen (vor den HĂ€ndelfestspielen)
  • Juni: HĂ€ndel-Festspiele
  • Juni: Simsontreffen der Simson Freunde Halle/Saalkreis e. V.
  • Juni/Juli: Kinderstadt „Halle an Salle“
  • Juni: LindenblĂŒtenfest (alle 2 Jahre im Juni in den Franckeschen Stiftungen)
  • Juli: Lange Nacht der Wissenschaften
  • Juli: Sommer-Ferien-Festival (MZ – Music Zone)
  • Juli: 48 Stunden Basketball Turnier
  • Juli: Hallesche Kulturreederei
  • Juli/August: Sommerkino: Kino und Konzert-Open-Air auf der Peißnitz
  • August: Nacht der Kirchen (Mitte August)
  • August: Hallesches Laternenfest auf der Peißnitzinsel, mit Bootskorso auf der Saale, Konzerten der Pop- und Rockmusik, Höhenfeuerwerk, Fischerstechen der Halloren
  • September: Salzfest um die Saline
  • September: Mitteldeutscher Marathon von Spergau nach Halle
  • September: Shortmoves – Internationales Kurzfilm-Festival
  • September: Werkleitz Biennale – Medienkunst-Festival (seit 2004 in Halle)
  • Oktober/November: Herbstjahrmarkt an der Eissporthalle
  • November: Hallische Musiktage an verschiedenen SpielstĂ€tten
  • Dezember: Weihnachtsmarkt

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehrsanbindung

Schienenverkehr

Halle Hauptbahnhof, 12-gleisiger Inselbahnhof

Halle ist neben Magdeburg der wichtigste Knotenpunkt im Schienenverkehr in Sachsen-Anhalt.

Der Hauptbahnhof ist ein Ende des 19. Jahrhunderts erbauter Inselbahnhof mit zwölf ĂŒberdachten Gleisen. Er wurde 2002 aufwĂ€ndig saniert. Dabei tauschte man wiederholt den Bahnhofsvorbau aus. Der Vorplatz wurde dabei leicht vergrĂ¶ĂŸert und bietet durch die Verwendung von Glas statt Metall und hellen Steinen ein freundliches Ansehen.

Dort halten Intercity-Express-ZĂŒge aus und in Richtung Leipzig (– Dresden), Magdeburg (– Hannover), MĂŒnchen und Erfurt (– Frankfurt am Main). Außerdem verkehren Intercity auf den Linien (Dresden –) Leipzig – Magdeburg – Hannover – Bremen – Oldenburg (– Norddeich Mole) im 2-Stunden-Takt (bis Hannover in Stundentakt) und einmal pro Tag Stralsund – Berlin – Erfurt – Frankfurt am Main. Ein CityNightLine fĂ€hrt tĂ€glich in Richtung MĂŒnchen. Die meisten ICE-Verbindungen laufen an Halle vorbei ĂŒber Leipzig.

Straßenbahn in Halle

Im Regionalverkehr fahren Regionalbahnen der DB AG in Richtung Naumburg (Saale) (– Erfurt – Eisenach), Köthen – Magdeburg, Sangerhausen – Nordhausen, Bitterfeld – Dessau bzw. Wittenberg und Eilenburg. Regional-Express-ZĂŒge der DB AG fahren in Richtung Flughafen Leipzig/Halle – Leipzig, Sangerhausen – Kassel und Aschersleben - Halberstadt – Vienenburg – Goslar – Hannover. Die Verbindung nach Vienenburg wird zusĂ€tzlich vom Harz-Elbe-Express der Veolia Verkehr Sachsen-Anhalt bedient.

Halle besitzt eine S-Bahn-Linie, welche 1969 eröffnet wurde. Die Stadt ist heute an das S-Bahn-Netz Leipzig/Halle angeschlossen. Derzeit verkehrt eine S-Bahn-Linie zwischen Halle-Nietleben und Halle-Trotha ĂŒber Halle-Neustadt und Halle-Silberhöhe sowie den Hauptbahnhof und eine weitere Linie nach Leipzig ĂŒber Schkeuditz. Mit Fertigstellung des City-Tunnels Leipzig werden die neuen S-Bahnlinien S3 (Halle-Nietleben – Leipzig) und S5 (Halle – Leipzig – Zwickau) sowie einige Regio-S-Bahnen eingerichtet werden. Die Verbindungen von Halle-Neustadt nach Merseburg und von Halle-Nietleben nach Halle-Dölau sind mittlerweile ohne Personenverkehr.

Bis voraussichtlich 2015 wird der Bahnhof ĂŒber die neue Saale-Elster-TalbrĂŒcke an die Neubaustrecke nach Erfurt angeschlossen sein.

Straßenverkehr

Halles Straßenverkehrsanbindung

Halle wird von einem dreiseitigen Autobahnring umgeben, der Teil der Mitteldeutschen Schleife ist, welche ebenfalls Leipzig umschließt. Die Bundesautobahn A 14 und die A 9 stellen dabei den weitaus am stĂ€rksten befahrenen Teil des Ringes dar. Dies zeigt sich auch darin, dass die A 9 durchgĂ€ngig und die A 14 ab der Anschlussstelle Halle/Peißen dreispurig ausgefĂŒhrt sind. Die A 14 fĂŒhrt von Magdeburg an Halle und Leipzig vorbei Richtung Dresden. Die A 9 verbindet Berlin und MĂŒnchen. Die im Zuge des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit gebaute A 38 stellt den sĂŒdlichen Teil der Mitteldeutschen Schleife dar. Als „SĂŒdharzautobahn“ bezeichnet, bildet sie eine Ost-West-Verbindung zwischen Göttingen und Halle-Leipzig. Die Fertigstellung der A 143, im TeilstĂŒck durch das Saaletal westlich von Halle, ruht durch eine Sammelklage unter Leitung des Naturschutzbundes (NABU) Halle, die am 17. Januar 2007 vom Bundesverwaltungsgericht bestĂ€tigt wurde.

Ladenstraße unterhalb des Riebeckplatzes

Durch das hallesche Stadtgebiet fĂŒhren die Bundesstraßen B 6 (Bremen - Hannover – Goslar – Halle – Leipzig – Dresden - Görlitz), B 91 (Halle – Weißenfels – Zeitz), B 80 (Halle – Sangerhausen – Nordhausen) und B 100 (Halle – Bitterfeld – Wittenberg).

Aufgrund der geringen Zerstörung wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges besitzt Halle noch immer ein kleinteiliges Straßennetz, das den heutigen Anforderungen oft nicht gerecht wird. Im Zuge der Errichtung von Halle-Neustadt entschied man sich daher, neue Schnellstraßen in die gewachsene Altstadt zu schlagen. So baute man eine vierspurige Hochstraße von Halle-Neustadt Richtung Hauptbahnhof. Sie zerteilt dabei die Stadt sĂŒdlich des historischen Zentrums entlang den Franckeschen Stiftungen und mĂŒndet in den Riebeckplatz, einen der grĂ¶ĂŸten stĂ€dtischen Kreisverkehre in Deutschland. Dieser wurde in den Jahren 2005 und 2006 aufwendig saniert, so dass Straßenbahn und Autoverkehr auf zwei Ebenen getrennt voneinander den Platz befahren können. Neben dieser großen Ost-West-Verbindung besteht eine ebenso vierspurig ausgefĂŒhrte Nord-SĂŒd-Tangente östlich der Innenstadt, die als Hochstraße ebenfalls ĂŒber den Riebeckplatz fĂŒhrt und im Norden an den Autobahnzubringer Richtung Bitterfeld zur A 14 angebunden ist. Diese beiden Straßen bilden einerseits das RĂŒckgrat der tĂ€glichen VerkehrsbewĂ€ltigung Halles, stellen aber gleichzeitig ein Korsett dar, welches die Stadt unvorteilhaft zergliedert.

Weiterhin ist der Bau der Haupterschließungsstraße Gewerbegebiete Halle-Ost („Osttangente“) zur Verbindung von B 6, B 91 und B 100 geplant. Mit dem Bau des 2. Teils des 3. Bauabschnitts (3b2) von der Grenzstraße bis zur Delitzscher Straße/Hochweg wurde 2009 begonnen.

Die neue Berliner BrĂŒcke und Reste der historischen BrĂŒcke.

Halle besitzt mehrere BrĂŒcken ĂŒber die Saale, wobei jedoch nur die 1928/1929 erbaute Kröllwitzer BrĂŒcke und die Magistrale eine vollstĂ€ndige fĂŒr den Autoverkehr nutzbare Saalequerung darstellen. Zwar ist es möglich, ĂŒber die Schiefer- und ElisabethbrĂŒcke ans westliche Ufer der Saale zu gelangen, da von dort aus aber keine PKW-taugliche Verbindung Richtung Halle-Neustadt besteht, bleibt die Errichtung einer dritten Saalequerung seit Jahrzehnten ein vieldiskutiertes Thema.

Öffentlicher Personennahverkehr

Der ÖPNV wird in Halle neben der S-Bahn von der HAVAG (1918 bis 1951 StĂ€dtische Straßenbahn Halle, 1951 bis 1990 Verkehrsbetriebe Halle) bedient. Sie betreibt 13 Straßenbahn- und 23 Buslinien. In Halle fuhren die ersten kommerziell genutzten elektrischen Straßenbahnen.

In Halle blieben große Teile des Straßenbahnnetzes nach dem Zweiten Weltkrieg erhalten. Halle besitzt ein ĂŒberdurchschnittlich ausgebautes Straßenbahnnetz, welches durch die Erschließung Halle-Neustadts, die Verbindung desselben mit dem Hauptbahnhof und die Verbindung von Kröllwitz mit dem Stadtteil Heide-SĂŒd nach der Wende erweitert wurde.

Flugverkehr

Flughafen Leipzig-Halle

Der Flughafen Leipzig/Halle fungiert als internationaler Verkehrsflughafen fĂŒr die gleichnamige Region. Er befindet sich am Schkeuditzer Kreuz sĂŒdöstlich von Halle auf halber Strecke zwischen den beiden GroßstĂ€dten und verfĂŒgt ĂŒber eine direkte Autobahnanbindung. Durch den östlichsten Abschnitt der im Bau befindlichen Neubaustrecke Erfurt–Leipzig/Halle erhielt der Flughafen einen Fernbahnhof, der mit Fertigstellung der Eisenbahnstrecke im Jahr 2015 auch in das ICE-Netz eingebunden wird. ZusĂ€tzlich befinden sich im SĂŒdbereich des Flughafens zwei Haltepunkte der S-Bahn sowie ein GĂŒterbahnhof am DHL Hub Leipzig.

Innenansicht des Flughafens Leipzig-Halle

Angeflogen werden im Passagierbereich die großen deutschen DrehkreuzflughĂ€fen, europĂ€ische Metropolen, Ferienziele vor allem im Mittelmeerraum und Nordafrika sowie einige Interkontinentalziele.

Nördlich von Halle befindet sich der vor allem fĂŒr sportliche Zwecke genutzte Flugplatz bei Oppin. Er wurde zwischen 1968 und 1971 erbaut, um den in Halle-Nietleben weggefallenen Flugplatz zu ersetzen. Zu DDR-Zeiten konzentrierte man sich vor allem auf die Fallschirmspringerausbildung. Nach der Wende konnte der Flugplatz seine Bedeutung als Sportflugplatz weiter ausbauen. Heute besitzt er eine 1100 m lange Start- und Landebahn und verzeichnet knapp 30.000 Flugbewegungen im Jahr.

Schiffsverkehr

Das Hafenbecken des Hafens Halle-Trotha im Winter mit geschlossener Eisdecke

Die Saale ist fĂŒr Sportboote und Ausflugsschiffe flussabwĂ€rts bis zur MĂŒndung bei Barby und flussaufwĂ€rts bis Bad Kösen schiffbar. FĂŒr Sportboote existieren in Halle vier Anlegepunkte zwischen den Flusskilometern 88,5 und 97 zum Teil mit Bootsvermietungen. Ausflugsschiffe verkehren vom Anleger an der GiebichensteinbrĂŒcke im Stadtgebiet und bis Wettin. Die Saale wird in Halle durch fĂŒnf Wehre mit Schleusen reguliert.

Halle hat zwei Hafenbecken: Der nördliche Hafen Halle-Trotha verfĂŒgt ĂŒber Kaianlagen, Wiegeeinrichtungen und Verladetechnik fĂŒr multimodale GĂŒterverkehre Bahn/Straße/Schiff sowie mit der Hafenbahn Halle-Trotha ĂŒber moderne GleisanschlĂŒsse. Der Ă€ltere Sophienhafen ist heute ungenutzt. Seine Anlagen sind weitgehend verfallen. Die Stadt verfolgt derzeit Konzepte zur Nutzung als Sportboothafen. In einem ersten Schritt eröffnete im April 2010 unweit vom Hafenbecken am anderen Ufer der Salineinsel der Stadthafen mit LiegeplĂ€tzen fĂŒr Sportboote. Die Erneuerung des Sophienhafen ist eines von sieben halleschen Projekten der Internationalen Bauausstellung.[21]

FĂŒr Frachtschiffe ist die Saale nicht ganzjĂ€hrig schiffbar; die Flussregulierung im MĂŒndungsbereich in die Elbe wurde noch vor dem Zweiten Weltkrieg begonnen jedoch bis heute nicht abgeschlossen. KĂŒnftig soll ein Schleusenkanal bei Groß Rosenburg (nahe Barby) Abhilfe schaffen.

Medien

In Halle befindet sich das Mitteldeutsche Multimediazentrum (MMZ), in dem sich Firmen mit dem Schwerpunkt der audiovisiuellen Produktion angesiedelt haben. Der Lokalfernsehsender „TV Halle“ sowie das internetbasierte "BĂŒrgerforum HalleForum" haben einen rein lokalen Fokus.

Radio

GebÀude des MDR

In Halle werden mehrere Radioprogramme produziert. Dabei ist herauszuheben, dass aufgrund der funktionalen Standortrennung des MDR fast alle im gesamten Sendegebiet ausgestrahlten Programme des MDR im Hörfunkzentrum in Halle beheimatet sind. Neben dem Massenprogramm Jump werden hier das Informationsprogramm MDR Info sowie die Spartenprogramme MDR Sputnik, MDR Figaro und MDR Klassik produziert. ZusĂ€tzlich zu diesen ĂŒberregionalen Sendern befindet sich das Regionalstudio von MDR 1 Radio Sachsen-Anhalt in Halle.

Logo Radio Corax

Neben den öffentlich-rechtlichen Sendern befinden sich mehrere private Radiostationen in Halle. Zu erwĂ€hnen sind die beiden großen privaten Sender 89.0 RTL und Radio Brocken, die teilweise im Besitz der RTL Gruppe sind. Wobei sich 89.0 RTL auf ein sehr junges Publikum beschrĂ€nkt, setzt Radio Brocken mehr auf ein regional ausgerichtetes Programm fĂŒr eine Zielgruppe bis 49 Jahren. Außerdem gibt es in Halle das freie und nicht kommerzielle Lokalradio Radio Corax, welches sich vor allem durch seinen alternativen Programminhalt auszeichnet, der von ehrenamtlichen Redakteuren erstellt wird und dadurch eine große Vielfalt an Themen aufweist.

Printmedien

  • Mitteldeutsches Druck- und Verlagshaus GmbH & Co. KG – Hightech-Druckhaus was als wichtigstes Printmedium die Tageszeitung Mitteldeutsche Zeitung hat, die mehrere Lokalausgaben besitzt
  • Regionalausgabe der Bild-Zeitung fĂŒr Halle

Daneben gibt es mehrere AnzeigenblÀtter und Veranstaltungsmagazine.

AnsÀssige Unternehmen

Die Halloren Schokoladenfabrik, Deutschlands Àlteste Schokoladenfabrik

Öffentliche Einrichtungen

Die Stadt Halle ist ein ĂŒberregional bedeutsamer Gerichtsstandort. Neben dem Landesarbeitsgericht Sachsen-Anhalt und dem Landessozialgericht Sachsen-Anhalt sind hier ein Landgericht, ein Amtsgericht, ein Arbeitsgericht, ein Verwaltungsgericht und ein Sozialgericht ansĂ€ssig.

Landesmuseum fĂŒr Vorgeschichte

Ferner ist die Stadt Sitz folgender Einrichtungen, Institutionen, Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts:

UniversitÀt Halle mit Löwe und Audimax

Bildung und Forschung

Hochschulen

Halles Entwicklung als Bildungsstandort ist eng mit den letzten Jahren des 17. Jahrhunderts verbunden, in denen einerseits die UniversitĂ€t Halle (1694) und andererseits die Franckeschen Stiftungen (1698) gegrĂŒndet wurden. Die UniversitĂ€t bildete mit Christian Thomasius und Christian Wolff, die beide auch Rektoren derselben waren, einen Hauptpunkt der deutschen AufklĂ€rung. Schnell traten Spannungen zwischen den konservativ pietistischen Vertretern und den eher aufklĂ€rerisch orientierten Zeitgenossen auf. Mit Gelehrten wie Alexander Gottlieb Baumgarten, Johann Christian Reil oder Friedrich Schleiermacher erlangte die UniversitĂ€t besonders im 18. Jahrhundert deutschlandweit hohes Ansehen. So promovierte die erste Frau Deutschlands 1754 an der UniversitĂ€t Halle.

UniversitÀtsklinikum Halle-Kröllwitz

Nach einer kurzzeitigen Schließung durch Napoleon wurde die UniversitĂ€t Halle mit der UniversitĂ€t Wittenberg vereinigt. Seit 1933 trĂ€gt sie ihren heutigen Namen Martin-Luther-UniversitĂ€t Halle-Wittenberg. 1993 wurde die PĂ€dagogische Hochschule Halle-Köthen und Teile der Technischen Hochschule Merseburg integriert. Nach 1989 wurden viele GebĂ€ude neu errichtet. So konzentriert sich die UniversitĂ€t auf den innerstĂ€dtischen Campus um den UniversitĂ€tsplatz (mit HauptgebĂ€ude, AudiMax, Melanchtonianum und Juridicum) und den Technologiepark weinberg campus. Im WS 2010/2011 waren ca. 19.500 Studenten immatrikuliert.

Der UniversitĂ€t ist die UniversitĂ€ts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt angeschlossen. Sie ist mit 5,3 Mio. Bestandseinheiten die grĂ¶ĂŸte wissenschaftliche Allgemeinbibliothek des Landes Sachsen-Anhalt und besitzt mit der Bibliothek der MorgenlĂ€ndischen Gesellschaft, der Ponickauschen Bibliothek oder der Ungarischen Bibliothek wertvolle Sammlungen.

Logo der Evangelischen Hochschule fĂŒr Kirchenmusik Halle

Die zweite wichtige Hochschule in Halle ist die Hochschule fĂŒr Kunst und Design Halle (Saale) auf Burg Giebichenstein. In ihrer heutigen Form existiert sie seit 1915. Sie geht auf eine gewerbliche Zeichen- und Handwerkerschule aus dem Jahre 1879 zurĂŒck. Der fĂŒr Halle sehr wichtige BĂŒrgermeister Rive berief 1915 Paul Thiersch zum neuen Direktor, was heute als GrĂŒndungsjahr der Kunstschule Burg Giebichenstein angesehen wird. Thiersch versuchte mit anderen Lehrern, die wie Gerhard Marcks und Marguerite Friedlaender zum Teil vom Bauhaus kamen, die Themen des Deutschen Werkbundes in dieser Schule umzusetzen. Die heutige Struktur der Hochschule fĂŒr Kunst und Design Burg Giebichenstein wurde damals festgelegt. Die Kunstschule verlor 1933 wichtige Lehrer, sie konnte sich aber durch die Nazi-Zeit retten. Das Bestehen war im Zuge des „Formalismusstreits“ in der DDR in den 1950er Jahren gefĂ€hrdet. Von 1963 bis 1970 gab es nur Ausbildung im Kunsthandwerk und in der Formgestaltung (heute Design). Nach 1970 konnte die Hochschule wieder die Struktur der 1920er Jahre aufnehmen und es werden sowohl Design, Kunst und Kunsthandwerk gelehrt. Heute hat die Hochschule etwa 1000 Studenten. Jedes Jahr öffnet sie im Juli ihre WerkstĂ€tten und Ateliers fĂŒr drei Tage, so dass man die Arbeiten von Studenten und Lehrern sehen kann, eine Modenschau fĂŒhrt in diese Tage ein.

Die Evangelische Hochschule fĂŒr Kirchenmusik in Halle geht auf die Evangelische Kirchenmusikschule Aschersleben zurĂŒck, die 1926 als erste Einrichtung ihrer Art gegrĂŒndet wurde. 1939 zog sie nach Halle und ist seit 1993 staatlich anerkannt. TrĂ€ger ist die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland.

Studentenverbindungen

In Halle sind einige der Ă€ltesten Studentenverbindungen Deutschlands ansĂ€ssig. WĂ€hrend der Großteil der Verbindungen nach der politischen Wende nach Halle zurĂŒckkehrte, gab es auch einige wenige Verbindungen, die bereits in den letzten Jahren der DDR in Halle aktiv waren (vgl. Rudelsburger Allianz). Die Studentenverbindungen gehören zur langen universitĂ€ren Tradition der Saalestadt. Das Farbenlied vieler Hallenser Studentenverbindungen ist In den Kronen alter Linden, dessen Melodie vom Glockenspiel des Roten Turmes immer zur 3/4-Stunde gespielt wird. Die letzte Strophe lautet: „Hieltest trotzig aus die StĂŒrme, warst der Wissenschaft ein Hort. Laut verkĂŒnden's deine Tore, tragen's fort von Ort zu Ort: Halle, alte Musenstadt. Vivat, crescat, floreat!“

Siehe auch: Liste der Hallenser Studentenverbindungen

AußeruniversitĂ€re Wissenschaftseinrichtungen

Leopoldina

Leopoldina-GebÀude

Neben den Hochschulen bildet die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina ein wichtiges Standbein der halleschen Forschungslandschaft. Als Ă€lteste deutsche wissenschaftliche Akademie (gegrĂŒndet 1652 in Schweinfurt) zog und zieht sie wichtige Forscher an. WĂ€hrend der Zeit der deutschen Teilung war die Leopoldina die einzige Wissenschaftlerorganisation, die ungeteilt weiter bestand. Ihr gehören mehrere NobelpreistrĂ€ger an. Mit der Jungen Akademie engagiert sie sich im aktuellen interdisziplinĂ€ren Diskurs.

Neues Domizil der Leopoldina an der Moritzburg

Institute

Nach der Wende haben sich mehrere Max-Planck- und Leibniz-Institute in Halle angesiedelt, die teils auf bereits bestehende Strukturen zurĂŒckgreifen konnten. 1994 entstand das Leibniz-Institut fĂŒr Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO). Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören das Institut fĂŒr Wirtschaftsforschung Halle (IWH) und das Leibniz-Institut fĂŒr Pflanzenbiochemie (IPB).

Leibniz-Institut fĂŒr Pflanzenbiochemie

Die Max-Planck-Gesellschaft betreibt mehrere Institute, darunter die Max-Planck-Forschungsstelle fĂŒr Enzymologie der Proteinfaltung, das Institut fĂŒr ethnologische Forschung und das Institut fĂŒr Mikrostrukturphysik. Die Fraunhofer-Gesellschaft ist mit dem Institut fĂŒr Werkstoffmechanik (IWM) und dem Fraunhofer-Center fĂŒr Silizium-Photovoltaik (CSP) prĂ€sent. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit einem Standort des Helmholtz-Zentrums fĂŒr Umweltforschung – UFZ prĂ€sent.

Das Deutsche Jugendinstitut ist mit einer Außenstelle in Halle vertreten. Die UniversitĂ€t Halle unterhĂ€lt das Institut fĂŒr Slavistik, Sprechwissenschaft und Phonetik.

Weiterhin befinden sich in Halle:

  • Institut fĂŒr Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung (ISW),
  • Zentrum fĂŒr Angewandte Medizinische und Humanbiologische Forschung (ZAMED).
  • International Max Planck Research School for Science and Technology of Nanostructures

Technologiepark weinberg campus

Einen wichtigen strukturellen Knotenpunkt bildet der Technologiepark weinberg campus. Er ist neben Berlin-Adlershof der zweitgrĂ¶ĂŸte Wissenschafts- und Technologiepark in Ostdeutschland. Auf dem Campus befinden sich acht Fachbereiche der Martin-Luther-UniversitĂ€t Halle-Wittenberg und sechs der außeruniversitĂ€ren Forschungseinrichtungen. Das Technologie- und GrĂŒnderzentrum (TGZ) und das BioZentrum bieten in insgesamt sieben GebĂ€uden hochwertige Labor- und Forschungseinrichtungen. Über 100 Unternehmen und Institute sind zurzeit hier vertreten. Der „weinberg campus' e. V.“ wurde am 5. MĂ€rz 2004 gegrĂŒndet und bildet ein Netzwerk fĂŒr Beratung, Entwicklung und Realisierung innovativer marktfĂ€higer Vorhaben.

Freizeit- und Sportanlagen

Sporthalle Brandberge
Nordbad
  • Sporthalle im Bildungszentrum Halle-Neustadt: Handballhalle (HC Einheit Halle 05), Mehrzweckhalle
  • Sportkomplex Brandberge: Leichtathletikhalle, Mehrzweckhalle
  • Galopprennbahn Halle (Saale) auf den Passendorfer Wiesen
  • Eisenbahnparkanlage Alter ThĂŒringer GĂŒterbahnhof mit Sport- und Spielplatzeinrichtungen sowie der Beginn der Hafenbahntrasse als Rad- und Wanderweg in der Stadt
  • TennisplĂ€tze (Klubanlagen): Sandanger, Ziegelwiese(USV Halle), TC Halle 94 e. V., Böllberger Weg u. a.
  • Freizeitbad Maya mare, Saline-Schwimmhalle und Freibad, Stadtbad, Schwimmhalle Neustadt, Nordbad
  • American Football: Falkenfield, HeimstĂ€tte der USV Halle Falken
  • Kampfsportzentrum Ringen, Boxen, Judo im Kreuzvorwerk (SV Halle)
  • Kanuslalom, Kanuwandern, Wildwasserkanu (Böllberger Sportverein)
  • Kanuregattastrecke: Osendorfer See
  • Flugsport, Flugplatz Halle-Oppin
  • Ruderregattastrecke: Kanal
  • Golf-Drivingrange auf der Pferderennbahn
  • Minigolfanlage: Sportparadies Halle am Böllberger Weg
  • Beachvolleyballanlage: Sportparadies Halle am Böllberger Weg
  • Skatepark: Zentrum Halle Neustadt an der Magistrale (Rollmops-Skatepark)
BrĂŒcke auf die Rabeninsel

Naherholungsgebiete

Die beliebtesten Naherholungsgebiete, die mit Ausnahme der Dölauer Heide mit der Saale in Verbindung stehen, haben zugleich einige SehenswĂŒrdigkeiten oder andere Freizeiteinrichtungen zu bieten. Dazu gehören die Saaleaue mit Galopprennbahn, die aneinandergrenzenden Inseln bzw. Halbinseln WĂŒrfelwiese, Ziegelwiese mit FontĂ€ne und Peißnitzinsel mit Parkeisenbahn Peißnitzexpress Halle (Saale) sowie die Rabeninsel. Entlang des Flußlaufes sind dazu die Klausberge, Riveufer und Trothaer Ufer bis zur Insel Forstwerder zu erwĂ€hnen. Zu SpaziergĂ€ngen laden außerdem der große und kleine Galgenberg sowie Lehmanns und Reichardts Garten ein. Eine grĂ¶ĂŸere FlĂ€che bietet das Waldgebiet der Dölauer Heide mit Bischofswiese (darauf Befestigungsanlagen und HĂŒgelgrĂ€ber aus der Jungsteinzeit).

Entwicklungen und Erfindungen aus Halle

In Halle gelangen einige bemerkenswerte Erfindungen und Entwicklungen. Dazu gehören u. a.:

Persönlichkeiten

EhrenbĂŒrger

eine vollstĂ€ndigere Liste gibt es unter Liste der EhrenbĂŒrger von Halle (Saale)

Söhne und Töchter der Stadt Halle

Persönlichkeiten, die in Halle gewirkt haben

In Halle wirkten Persönlichkeiten wie die zentralen deutschen AufklĂ€rer Christian Thomasius und Christian Wolff, ihr Gegner August Hermann Francke (GrĂŒnder der Franckeschen Stiftungen). Unter den vielen KĂŒnstlern Halles finden sich die Komponisten Johann Friedrich Reichardt (Reichardts Garten, heute Teil des Projekts GartentrĂ€ume Sachsen-Anhalt.) und Wilhelm Friedemann Bach und in der bildenden Kunst Lyonel Feininger, Gerhard Marcks, Karl Völker, Albert Ebert und der langjĂ€hrige PrĂ€sident des Berufsverbandes Bildender KĂŒnstler in der DDR Willi Sitte. Im Bereich der Literatur wirkten hier auch Joseph von Eichendorff, Curt Goetz und in der Zeit der zweiten HĂ€lfte des 20.  Jahrhunderts Rainer Kirsch und Heinz Czechowski. Im Bereich der Wissenschaft stechen Johann Christian Reil (Erfinder des Begriffs der Psychiat(e)rie) und Georg Cantor hervor.

Literatur

  • Thomas Bienert: Halle an der Saale. Sutton, Erfurt 2002, ISBN 3-89702-459-4 .
  • Angela Dolgner (Hrsg.): Historische PlĂ€tze der Stadt Halle an der Saale. Mitteldeutscher Verlag, Halle 2008, ISBN 978-3-89812-495-9 .
  • Werner Freitag, Mathias Tullner: Halle 806 bis 1806. Salz, Residenz und UniversitĂ€t/Halle 1806 bis 2008. Industriezentrum, Regierungssitz, Bezirksstadt. Mitteldeutscher Verlag, Halle 2006/07, ISBN 978-3-89812-500-0 .
  • Werner Freitag, Katrin Minner, Andreas Ranft (Hrsg.): Geschichte der Stadt Halle. Mitteldeutscher Verlag, Halle 2006, ISBN 978-3-89812-512-3 .
  • Werner Freitag, Heiner LĂŒck: Halle und das Salz. Mitteldeutscher Verlag, Halle 2002, ISBN 3-89812-161-5 .
  • Hans Joachim Kessler, Conrad Kessler: Zeitreise durch Halle – AusflĂŒge in die Vergangenheit. Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen 2006, ISBN 3-8313-1584-1 .
  • Michael Pantenius: Halle (Saale). StadtfĂŒhrer. 2. Auflage. Mitteldeutscher Verlag, Halle 2007, ISBN 978-3-89812-273-3 .
  • Hans-Walter Schmuhl: Halle in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus (= Studien zur Landesgeschichte, Bd. 15), Halle 2007, ISBN 978-3-89812-443-0
  • Armin Stein: Die Stadt Halle an der Saale (Nachdruck d. Ausgabe v. 1924). Wort & Werk, Halle 1996, ISBN 3-89557-056-7 .
  • Holger Zaunstöck: Halle zwischen 806 und 2006. Mitteldeutscher Verlag, Halle 2001, ISBN 3-89812-105-4 .
  • Ines Zimmermann: Gesichter meiner Stadt. Fotografien aus Halle 1986–1998. Mitteldeutscher Verlag, Halle 2008, ISBN 978-3-89812-577-2 .
  • Frank Betker: Einsicht in die Notwendigkeit!. Kommunale Stadtplanung in der DDR und nach der Wende (1945–1994), BeitrĂ€ge zur Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung Bd. 3, Steiner-Verlag Stuttgart 2005, ISBN 3-515-08734-6 . (FallstudienstĂ€dte Halle und Rostock)
  • Silvia Zöller (Red.): Unser StadtjubilĂ€um – 1200  Jahre Halle an der Saale. Buch und DVD, Halle 2007, ISBN 978-3-89812-458-4 .
  • Michael Schwibbe et al: Zeit-Reise: 1200  Jahre Leben in Halle. Sonntagsnachrichten 2006, ISBN 978-3-00-019130-5 .
  • Friedrich, FrĂŒauf: Halle und sein Umland, Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale), 2002, ISBN 3-89812-167-4 .

Architektur

Kunstgeschichte

Weblinks

Wikinews Wikinews: Halle â€“ in den Nachrichten
Wiktionary Wiktionary: Halle â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Halle (Saale) â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Halle (Saale) â€“ Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt – Bevölkerung der Gemeinden nach Landkreisen; Stand: 31. Dez. 2010 (PDF; 231 KB) (Hilfe dazu)
  2. ↑ Veröffentlichung des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt vom 27. Juni 2011
  3. ↑ http://www.region-mitteldeutschland.com/8-0-Mitgliedsstaedte.html
  4. ↑ welt.de
  5. ↑ a b halleforum.de
  6. ↑ ebn24.com
  7. ↑ Deutscher Wetterdienst, Normalperiode 1961–1990
  8. ↑ Nico Wingert: KZ Halle – die schwierige Aufarbeitung. In: stern.de, 27. Januar 2008
  9. ↑ Mathias Maurer(J): Our Way to Halle. Der Marsch der Timberwölfe nach Halle. Fliegenkopf-Verlag, Halle (Saale) 2001, S.14
  10. ↑ Andreas RĂŒhl: Schicksalsjahre - die Zerstörung des Alten Rathauses 1945 bis 1950. In: Das Alte Rathaus in Halle (Saale). Hrsg. Kuratorium Altes Rathaus Halle (Saale). Mitteldeutscher Verlag Halle (Saale), 2008. S.169)
  11. ↑ Renate Kroll: Halle (Saale). In: Schicksale deutscher Baudenkmale im Zweiten Weltkrieg. Hrsg. Götz Eckardt. Henschel-Verlag, Berlin 1978. Band 2, S. 325-328
  12. ↑ Zu den Konflikten um die Stadterneuerung in Halle in den 1980er Jahren siehe Frank Betker: Einsicht in die Notwendigkeit!. Kommunale Stadtplanung in der DDR und nach der Wende (1945–1994), Stuttgart 2005, S. 311–340; ein kurzer Abriss zur Stadtgeschichte von Halle und Rostock findet sich auf S. 68–80, zur Organisation und zu den Institutionen der Stadtplanung in der DDR am Beispiel Halle und Rostock siehe Teil III (S. 153–216); zu den Erfahrungen der Stadtplaner und Stadtplanerinnen in der Wendezeit siehe auch S. 218–264.
  13. ↑ a b .Matthias Puhle: Hanse - 16 StĂ€dtebilder aus Sachsen-Anhalt. Janos Stekovics, Dössel, 2008; ISBN 978-3-89923-177-9 . Seite 40 ff.
  14. ↑ Halle auf den Seiten des StĂ€dtebundes DIE HANSE
    Nachrichten vom Saaleverein
  15. ↑ Vgl. den Abschnitt zur Etymologie des französischen Verbes hĂąler im Online-Wörterbuch des Centre National de Ressources Textuelles et Lexicales
  16. ↑ JĂŒrgen Udolph: Ortsnamen als Geschichtsquelle. Eurasisches Magazin, Ausgabe 03-04, 2004
    Steffen Drenkelfuss: Halle – die schrĂ€ge Stadt. In: Mitteldeutsche Zeitung (Halle/Saalkreis), 2. Dezember 2006, S. 3
  17. ↑ a b Heinz Göschel (Hrsg.): Lexikon der StĂ€dte und Wappen der DDR. Verlag EnzyklopĂ€die, Leipzig 1979, S. 186
  18. ↑ Freitag, 2006, S. 160 ff:
  19. ↑ Meldung auf halle.de
  20. ↑ Meldung auf mz-web.de
  21. ↑ no1com.de

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