Hammerzehe

Klassifikation nach ICD-10
M20.4 Sonstige Hammerzehe(n) (erworben)
Q66.8 Sonstige angeborene Deformitäten der Füße
- Hammerzehe, angeboren
ICD-10 online (WHO-Version 2011)
Hammerzehe am mittleren Zeh
Kurz nach OP
Röntgenbild und Foto einer Hammerzehe 2 - hier Kontraktur im DIP-Gelenk

Die Form einer Hammerzehe (Digitus malleus) ergibt sich durch die permanente krallenartige Beugung einer Zehe. Man unterscheidet flexible und fixierte Hammerzehen. Sie ist differentialdiagnostisch von der Kamptodaktylie abzugrenzen und meistens aufgrund der Verwendung ungeeigneten Schuhwerks mechanisch bedingt. Auch neurologische Erkrankungen können zu diesem Symptom führen.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Die Hammerzehe stellt die häufigste Zehendeformation dar. Es besteht eine Beugekontraktur im Mittelgelenk (PIP = proximales Interphalangealgelenk), seltener (auch) im Endgelenk (DIP = distales Interphalangealgelenk). Die Krallenzehe charakterisiert sich im Unterschied zur Hammerzehe durch eine Luxation oder Subluxation im Zehengrundgelenk (MTP = Metatarsophalangealgelenk) im Sinne der Hyperextension.

Ätiologie

Die Hammerzehe ist selten angeboren. Erworben kann sie bei neuromuskulären Erkrankungen, Hohlfuß, Spreizfuß, nach Kompartmentsyndrom, Poliomyelitis, rheumatischen Erkrankungen oder bei falschem Schuhwerk auftreten.

Klinik und Diagnostik

Druckbeschwerden bei Hühneraugen, Schwielen, Schmerzen unter den Mittelfußköpfchen, Schuhkonflikte, ästhetische Störung. Die Bestimmung der Beweglichkeit, der Zehenlänge und der Abstände zwischen den Zehen ist für die Auswahl des operativen Verfahrens wichtig.

Konservative Therapie

Die Indikation hierfür besteht, wenn sich die Zehenstellung passiv korrigieren lässt.

  • Barfußgehen und Wahl von Schuhwerk mit ausreichend Zehenfreiheit, vor allem bei Kindern, die sich noch im Wachstum befinden
  • Physiotherapie im frühen Stadium mit Bewegungsübungen und Streckbehandlung um ein Fortschreiten zu verhindern.
  • Podologie – Fußpflege, Schutzverbände.
  • Die Orthopädietechnik bietet die meisten Möglichkeiten: Einlagen mit Abstützung hinter den Mittelfußköpfchen, geweitete Fußkappe, Schienen und Verbände zur Stellungskorrektur, Orthesen.

Operative Therapie

  • Bei flexibler, korrigierbarer Fehlstellung – Veränderung des Sehnen-Verlaufs oder Operation nach Weil
  • Bei Kontraktur – Operation nach Hohmann oder Resektionsarthroplastik

Kontraindikation für eine operative Sanierung stellt die schlechte Durchblutung (pAVK) dar. Postoperativ ist meist Vollbelastung in steifer Sohle erlaubt, die Entfernung der Fäden kann nach 2 Wochen erfolgen. Als Komplikationen können Wundheilungsstörungen, Durchblutungsstörungen oder Nekrosen auftreten.

Röntgenbilder

Literatur

  • A. Imhoff, R. Baumgartner, R. Linke: Checkliste Orthopädie. 2. Auflage. Thieme Verlag, Stuttgart u. a. 2005, ISBN 3-13-142281-5.
  • Carl Joachim Wirth: Praxis der Orthopädie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart u. a. 2001, ISBN 3-13-125683-4.

Weblinks

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