Handball

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Handball
Angriffsszene beim Handballspiel
Handball ist ein körperbetontes Spiel. Szene aus einem Bundesligaspiel
Ein Spieler wird von mehreren Gegenspielern am Torwurf gehindert

Handball ist eine Sportart, bei der zwei Mannschaften aus je sieben Spielern (sechs Feldspieler und ein Torwart) gegeneinander spielen. Das Ziel des Spiels besteht darin, den Handball in das gegnerische Tor zu werfen und somit ein Tor zu erzielen. Es gewinnt die Mannschaft, die nach Ablauf der Spielzeit (zweimal 30 Minuten; bei Jugendmannschaften kĂŒrzere Spielzeiten) die meisten Tore erzielt hat.

Außer dem Hallenhandball (meist einfach Handball genannt) gibt es noch zwei weitere Varianten. Zum einen den frĂŒher wesentlich hĂ€ufiger gespielten Feldhandball und zum anderen den Beachhandball, der sich wachsender Beliebtheit erfreut.
In den Vereinigten Staaten wird unter Handball American Handball verstanden, das eine völlig andere Sportart ist.

Inhaltsverzeichnis

Grundlagen

siehe Hauptartikel Handballregeln

SpielflÀche

Skizze des Spielfeldes

Die SpielflĂ€che hat die Form eines Rechtecks (40 m × 20 m) und wird durch die Mittellinie in zwei HĂ€lften geteilt. In der Mitte der Schmalseiten befinden sich die Tore, vor diesen die jeweiligen TorrĂ€ume. Der Raum innerhalb der SpielflĂ€che, aber außerhalb der TorrĂ€ume, ist das Spielfeld.

GrundsĂ€tzlich gilt, dass alle Linien zu dem Raum gehören, den sie begrenzen. FĂŒr die Mittellinie bedeutet dies, dass sie zu beiden SpielfeldhĂ€lften gehört.

Tore

Die Tore sind drei Meter breit und zwei Meter hoch. Sie mĂŒssen fest im Boden oder an der dahinter liegenden Wand verankert sein. Der Torrahmen muss ein Rechteck sein.

Die Torpfosten und die Querlatte, die sie verbindet, mĂŒssen aus dem gleichen Material (zum Beispiel Holz oder Leichtmetall) bestehen und ein quadratisches Profil von 8 cm KantenlĂ€nge aufweisen. Die Torpfosten und die Querlatte mĂŒssen auf den drei von der SpielflĂ€che einzusehenden Seiten mit zwei deutlich kontrastierenden Farben gestrichen sein, die sich ebenfalls deutlich vom Hintergrund abheben. Beide Tore mĂŒssen dieselben Farben aufweisen.

Jedes Tor muss ein Netz haben, das sogenannte Tornetz. Dieses muss derart befestigt sein, dass ein ins Tor geworfener Ball normalerweise im Tor verbleibt oder nicht durch das Tor hindurchfliegen kann. Falls notwendig, kann – im Tor hinter der Torlinie â€“ ein weiteres Netz angebracht werden.

Torraum

Vor den Toren befindet sich der Torraum. Er wird aus zwei Viertelkreisen mit einem Radius von sechs Metern um die jeweils innere hintere Ecke der Torpfosten und einer Linie parallel zur Torlinie in 6 m Abstand gebildet. Der Torraum darf von Feldspielern nicht betreten werden. Allerdings darf der Ball im Luftraum ĂŒber dem Torraum gespielt werden, das heißt, ein Angreifer darf vor der Torraumlinie abspringen und aus kurzer Distanz auf das Tor werfen, wobei der Ball die Hand verlassen haben muss, bevor dieser Spieler den Boden berĂŒhrt. Das Betreten des Torraums ohne Ball, um sich einen Vorteil zu verschaffen (z. B. eine bessere Anspielposition), fĂŒhrt zu Ballverlust fĂŒr die Mannschaft des Spielers. Die Spielfortsetzung ist Abwurf.

Ein Betreten des Kreises durch einen Abwehrspieler wird in der Regel nur dann geahndet, wenn er sich zum Zwecke der Abwehr einen Vorteil verschafft.

Auswechselraum

An einer LĂ€ngsseite der SpielflĂ€che befindet sich zu beiden Seiten der Mittellinie, außerhalb der SpielflĂ€che, fĂŒr jede Mannschaft ein Auswechselraum, in dem sich die Offiziellen, die ErgĂ€nzungsspieler und gegebenenfalls hinausgestellte Spieler aufhalten. Ein Wechsel zwischen Auswechselraum und Spielfeld ist jederzeit möglich, darf aber nur ĂŒber die Auswechsellinie erfolgen, die von der Mittellinie aus jeweils 4,50 m lang ist.

Spielball

Der Spielball besteht aus einer luftgefĂŒllten Leder- oder KunststoffhĂŒlle. Es werden drei GrĂ¶ĂŸen verwendet:

Ein Handball der GrĂ¶ĂŸe III
Ein „Harztopf“
GrĂ¶ĂŸe Mannschaften Umfang (in cm) Gewicht (in g)
III MĂ€nner und mĂ€nnliche Jugend ab 16 (mJA) 58–60 425–475
II Frauen, mĂ€nnliche Jugend ab 12 (mJC+mJB) und weibliche Jugend ab 14 (wJB+wJA) 54–56 325–375
I Jugend ab 8 (mJE, mJD, wJE, wJD, wJC) 50–52 290–330

GrĂ¶ĂŸe und Gewicht fĂŒr BĂ€lle im „Mini-Handball“ (fĂŒr Kinder jĂŒnger als 8 Jahre) sind in der IHF-Regel nicht festgelegt. Der inoffizielle Umfang des Minihandballs betrĂ€gt 48 cm.

HĂ€ufig wird der Ball geharzt. Das Harz trĂ€gt dazu bei, dass der Ball auch nur mit einer Hand bequem gehalten werden kann und dass man mit dem Wurfarm auch diverse TĂ€uschungen und TrickwĂŒrfe, wie zum Beispiel Dreher, ausfĂŒhren kann. In vielen Hallen herrscht allerdings ein Harz- und Haftmittelverbot, denn viele einschlĂ€gige Produkte hinterlassen klebrige Spuren.

Spielzeit

Team-Time-out in einem Bundesligaspiel

Die normale Spielzeit fĂŒr alle Mannschaften mit Spielern ab 16 Jahren und Ă€lter betrĂ€gt 2 Ă— 30 Minuten mit einer Pause von 10 Minuten. FĂŒr Jugendmannschaften ist die Spielzeit wie folgt reduziert:

  • 2 × 25 Minuten bei einem Alter von 12 bis 16 Jahren(C-Jugend und B-Jugend)
  • 2 × 20 Minuten bei einem Alter von 8 bis 12 Jahren(E-Jugend und D-Jugend)

Der DHB hat diese Vorgaben in Altersklassen (A- bis E-Jugend) umgesetzt. Bei Turnieren werden teilweise kĂŒrzere Spielzeiten angesetzt.

Bei Spielen, bei denen eine Entscheidung herbeigefĂŒhrt werden muss (z. B. Turniere oder DHB-Pokal), gibt es bei Unentschieden maximal zwei VerlĂ€ngerungen von jeweils 2 Ă— 5 Minuten mit einer Minute Pause. Ist auch dann noch keine Entscheidung gefallen, wird diese mit einem Siebenmeterwerfen herbeigefĂŒhrt.

Die Schiedsrichter können nach eigenem Ermessen die Spielzeit unterbrechen (Unterbrechung, Timeout). Beim Siebenmeter soll nur bei einer besonderen Verzögerung, z. B. bei einem Torwartwechsel, auf Timeout entschieden werden.

Jede Mannschaft hat jeweils einmal pro Halbzeit der regulĂ€ren Spielzeit das Recht auf ein Team-Time-out (TTO) (dt. „Auszeit“) von einer Minute Dauer. Dieses Recht kann sie nur nutzen, wenn sie in Ballbesitz ist. Das TTO wird durch den Mannschaftsverantwortlichen dadurch beantragt, indem er eine grĂŒne Karte, meist mit einem schwarzen „T“ versehen, auf den Tisch von Zeitnehmer und SekretĂ€r legt.[1] Der Zeitnehmer unterbricht sofort das Spiel mit einem akustischen Signal (Hupe, Sirene oder Pfeife) – wenn die die Auszeit beantragende Mannschaft in Ballbesitz ist â€“ und hĂ€lt die Zeit an.

WĂ€hrend der Auszeit werden gewöhnlich Spieltaktiken besprochen. HĂ€ufig wird das TTO aber auch nur aus rein taktischen GrĂŒnden genommen, um den Spielfluss der gegnerischen Mannschaft zu unterbrechen. Es gibt in unteren VerbĂ€nden auch Spielklassen, in denen das TTO untersagt ist.

Schiedsrichter

Beim Handball gibt es zwei Schiedsrichter, die abwechselnd als Feld- und Torschiedsrichter fungieren. So ist auch gewÀhrleistet, dass die Aktionen in Abwehr und Angriff im Normalfall von beiden Seiten der Spielsituation aus bewertet werden können.

siehe Hauptartikel Handballschiedsrichter

Mannschaft und BallfĂŒhrung

Spieleranzahl und Auswechslungen

Jede Mannschaft besteht aus sieben Spielern – sechs Feldspielern und einem Torwart. Bis zu sieben weitere Mitspieler können als Auswechselspieler auf der Wechselbank Platz nehmen. Der Wechsel der Spieler erfolgt beliebig oft wĂ€hrend des laufenden Spiels innerhalb des vorgeschriebenen Wechselraums. Eine Auswechslung mit Anmeldung wie beim Fußball gibt es hierbei nicht. Innerhalb des DHB gilt ferner die Sonderregelung, dass im Jugendbereich nur bei eigenem Ballbesitz oder bei einer Spielzeitunterbrechung (Timeout) gewechselt werden darf. Damit soll im Jugendbereich eine frĂŒhzeitige Spezialisierung auf Angriff oder Abwehr verhindert werden.

Feldspieler

Spielpositionen in Angriff und Abwehr (5:1-Deckung)
Spielpositionen in Angriff und Abwehr (6:0-Deckung)

Die Feldspieler dĂŒrfen den Ball nicht nur mit der Hand berĂŒhren, sondern mit allen Körperteilen oberhalb des Knies (das Knie eingeschlossen), wobei, wie in anderen Ballsportarten auch, zwischen Fangen und Dribbeln unterschieden wird. Ohne Dribbeln darf der Spieler nur maximal drei Schritte machen und den Ball nur drei Sekunden lang festhalten, dann muss er den Ball durch Pass an einen Mitspieler oder durch einen Torwurf freigeben. Bewegt er sich mit dem Ball ĂŒber das Spielfeld, so darf direkt nach der Ballannahme maximal drei Schritte und nach dem Dribbeln maximal drei Schritte gelaufen werden. LĂ€uft ein Spieler unbehindert (d. h. ohne Halten oder Klammern durch den Gegner) mehr als diese drei Schritte („Schrittfehler“ oder einfach „Schritte“ genannt) oder fĂ€ngt er den Ball, dribbelt dann, nimmt den Ball wieder auf und beginnt erneut zu dribbeln (umgangssprachlich auch als „Doppel“, „Doppelfang“ oder „Zweimal“ bezeichnet), gelangt die gegnerische Mannschaft (durch einen Freiwurf) in Ballbesitz. Außerdem dĂŒrfen die Feldspieler den Ball nicht absichtlich in den eigenen Torraum zurĂŒckspielen. In diesem Fall erhĂ€lt die gegnerische Mannschaft einen Freiwurf.

Spielsystem

Die AbkĂŒrzungen der Feldspieler und Beschreibung ihrer Positionen lauten wie folgt:

Im Angriff:

In der Abwehr:

  • AL – Außenlinks – linker FlĂŒgel – linke Außenbahn, Gegenspieler des RA
  • AR – Außenrechts – rechter FlĂŒgel – rechte Außenbahn, Gegenspieler des LA
  • HL – Halblinks – linker RĂŒckraum, Gegenspieler des RR
  • HR – Halbrechts – rechter RĂŒckraum, Gegenspieler des RL
  • HM – Hinten Mitte – zentraler Deckungsspieler am Kreis
  • VM – Vorne Mitte – vorgezogener Deckungsspieler, „Indianer“
  • IL/IR – Innenlinks/Innenrechts (Mittelblock deckt auf einer Linie) – zwei zentrale Deckungsspieler am Kreis

Die Positionen werden immer aus der Sicht des Torwarts bezeichnet.

Torwart

siehe Hauptartikel Handballtorwart

Eine Torfrau beim Siebenmeter

Der Torwart (abgekĂŒrzt: TW) darf im Torraum den in Richtung Tor geworfenen Ball mit allen Körperteilen abwehren. Der Torwart muss sich in der Bekleidung von den Feldspielern unterscheiden, darf aber auch den Torraum verlassen (jedoch nicht mit dem unter Kontrolle gebrachten Ball). Einen nicht unter Kontrolle gebrachten Ball darf der Torwart außerhalb des Torraums weiterspielen. Jeder Spieler der Mannschaft kann als Torwart eingesetzt werden. In spielentscheidenden Situationen, z. B. bei einem Tor RĂŒckstand oder Gleichstand kurz vor Ende des Spiels, wird der Torwart hĂ€ufig als siebter Feldspieler eingesetzt. Hierbei wird er hĂ€ufig durch einen Feldspieler ersetzt, der ein Leibchen trĂ€gt. Der siebte Feldspieler wird dann meist als zweiter KreislĂ€ufer eingesetzt, um eine Überzahlsituation zu schaffen. Wenn sich der Torwart bei einem Siebenmeter nicht bewegt und der Spieler, der den Strafwurf ausfĂŒhrt, ihm dabei den Ball an den Kopf wirft, muss der Spieler, der den Wurf abgegeben hat, mit einer Disqualifikation bestraft werden.

Wurftechniken

Siehe Hauptartikel Wurftechnik (Handball)

Sprungwurf beim Tempogegenstoß

Insgesamt gibt es drei verschiedene Wurftechniken:

  1. Schlagwurf/Stemmwurf/Kernwurf: Der ballfĂŒhrende Spieler wirft aus dem Stand, das heißt mindestens ein Fuß hat Bodenkontakt.
  2. Sprungwurf: Der Sprungwurf, der einem Schlagwurf in der Luft gleicht, ist der wichtigste und am hÀufigsten angewendete Wurf im Handball.
  3. Fallwurf: Der Fallwurf, der bevorzugt nahe der Torraumlinie angewendet wird, ist streng genommen ein Schlagwurf aus der Fallbewegung. Es gibt zwei Arten der AusfĂŒhrung: frontal oder aus der Körperdrehung heraus.

Weiterhin gibt es spezielle Variationen gewisser Techniken:

Ein Heber beim Siebenmeterwurf
  • Schlenzer (HĂŒftwurf)
  • Kempa-Trick
  • Dreher
  • Heber
  • Abknickwurf
  • Luftdreher

Fouls und Strafen

Siebenmeter
Gelbe Karte – Verwarnung
2-Minuten-Zeitstrafe
Rote Karte – Disqualifikation

Es ist erlaubt, den Ball wegzuspielen oder zu blocken sowie den Gegenspieler zu sperren. Körperkontakt ist grundsĂ€tzlich ebenfalls erlaubt. Es ist nicht erlaubt, den Ball wegzureißen, den Gegenspieler festzuhalten, zu klammern, zu stoßen, anzuspringen, wegzudrĂ€ngen o.Ă€. Handball ist damit bewusst als körperbetontes Spiel angelegt.

VerstĂ¶ĂŸe gegen die Regeln fĂŒhren zu Ballverlust und

  • zu einem Freiwurf (an der Stelle des Regelverstoßes, mindestens jedoch 9 Meter vom Tor)
  • zu einem 7-Meter-Wurf, wenn der Gegenspieler durch die Regelwidrigkeit (egal welcher Art) an einer klaren Torgelegenheit gehindert wurde. Der Siebenmeterwurf gilt hier als Wiedergutmachung bzw. Wiederherstellung einer klaren Tormöglichkeit.

ZusĂ€tzlich zu dieser Spielfortsetzung ist bei besonderer AusprĂ€gung der VerstĂ¶ĂŸe gegen die Regel (was im Spielbetrieb der Normalfall ist) ein „progressives Strafsystem“ definiert:

  • die Verwarnung (Gelbe Karte), beim ersten Verstoß (jedoch sollten nur drei pro Mannschaft ausgesprochen werden, danach folgen 2-Minuten-Zeitstrafen),
  • die 2-Minuten-Zeitstrafe (kann auch bei besonderer Schwere des Regelverstoßes ausgesprochen werden, bevor die 3 Verwarnungen „verbraucht“ wurden)
  • die 2+2-Minuten-Zeitstrafe (kann z. B. ausgesprochen werden, wenn ein Spieler auf eine gegen ihn verhĂ€ngte Zeitstrafe lautstark oder gestenreich protestiert, aber dabei den Schiedsrichter nicht beleidigt).
  • die 2-Minuten-Zeitstrafe+Disqualifikation wird ausgesprochen, wenn ein Spieler nach einer Hinausstellung in beleidigender Form gegen diese Entscheidung protestiert.
  • die Disqualifikation (Rote Karte) bei besonders definierten VerstĂ¶ĂŸen (insbesondere bei gesundheitsgefĂ€hrdendem Foulspiel), die dritte 2-Minuten-Zeitstrafe desselben Spielers fĂŒhrt ebenfalls zu seiner Disqualifikation (die Mannschaft wird wie bei der 2-Minuten-Zeitstrafe um einen Spieler auf der SpielflĂ€che reduziert, darf jedoch, nachdem die zwei Minuten abgelaufen sind, einen anderen Spieler auf das Feld schicken). Sollte auf die Disqualifikation eine Meldung erfolgen, droht dem betreffenden Spieler eine mögliche Sperre.

Der Ausschluss, war bis zum 30. Juni 2010 die hĂ€rteste Form der Bestrafung in einem Handballspiel. Sie wurde bei TĂ€tlichkeiten eines Spielers gegenĂŒber anderen Spielern, Schiedsrichtern, Zeitnehmern/SekretĂ€ren, Mannschaftsoffiziellen, Delegierten, Zuschauern, usw. ausgesprochen. Der Spieler wurde vom Spiel ausgeschlossen, und die Mannschaft durfte den Spieler nicht ersetzen, musste also fĂŒr den Rest des Spiels mit einem Spieler weniger spielen. Außerdem brachte der Ausschluss auch nach dem Spiel schĂ€rfere Strafen als eine Disqualifikation fĂŒr den Verein bzw. den Spieler mit sich (Geldstrafe, lange Sperre o. Ä.). Der Ausschluss war nicht dem progressiven Strafsystem zuzuordnen, sondern als „Strafe fĂŒr besonders schwere FĂ€lle“ zu sehen. Als TĂ€tlichkeit gelten Anspucken (nur wenn jemand getroffen wird), Treten und Schlagen. Die beiden letztgenannten Delikte werden gegebenenfalls als Disqualifikation bestraft, wenn sie als Affekthandlung unmittelbar auf ein Foul des Gegners erfolgen. Sonst gab es hier auch einen Ausschluss. Da diese Strafe allerdings selten angewendet wurde, hat die IHF sie mit der RegelĂ€nderung am 1. Juli 2010 abgeschafft. Jetzt muss bei solchen Vergehen eine Disqualifikation ausgesprochen werden und eine Meldung verfasst werden. Nach 2 Minuten darf die Mannschaft sich wieder vervollstĂ€ndigen. FĂŒr die drei Offiziellen und den Mannschaftsverantwortlichen auf der Bank gelten bei der Bestrafung Sonderregelungen. Diese vier Personen dĂŒrfen insgesamt eine Verwarnung und eine Hinausstellung erhalten, danach wird jedes Vergehen mit Disqualifikation bestraft.

Da es im praktischen Spielbetrieb nur schwer möglich ist, den Gegenspieler regelkonform vom Ball zu trennen (FehlpĂ€sse ausgenommen), sind FreiwĂŒrfe und progressive Bestrafung normale einkalkulierte Bestandteile eines Handballspiels.

GrundsÀtzliche Strategie

Beim Handball bewegen sich bei normalen Angriffen alle Feldspieler in die HĂ€lfte der verteidigenden Mannschaft. Beim schnellen Umschalten nach Ballgewinn aus der Deckung heraus gewinnt die erste Welle (beim Tempogegenstoß) heutzutage aber immer mehr an Bedeutung. Bei diesem Angriff wird meist ĂŒber die beiden Außenpositionen oder ĂŒber vorgelagerte, offensive Abwehrspieler versucht, mit wenigen Spielern eine kurzzeitige Überzahlsituation zu schaffen und so zu einfachen Torerfolgen zu gelangen. Ist die erste Welle nicht erfolgreich bzw. können die Konterspieler nicht angespielt werden, greift die zweite Welle: die verbleibenden Spieler organisieren den Ballvortrag, wieder mit dem Ziel, sich gegenĂŒber der meist noch in der RĂŒckwĂ€rtsbewegung befindlichen abwehrenden Mannschaft Überzahlsituationen zu verschaffen. Weitere Varianten des schnellen Angriffsspiels sind der schnelle Anwurf nach einem Torerfolg der gegnerischen Mannschaft – „Schnelle Mitte“ genannt – und die dritte Welle – meist eine standardisierte Angriffskonzeption nach dem Ballvortrag gegen die gerade formierte Deckung.

Zur Unterscheidung der Wellen wird die Position der Verteidigung herangezogen:

  • In der ersten Welle befinden sich alle Abwehrspieler noch auf dem Weg zu ihren Abwehrpositionen, sie bewegen sich noch auf ihr Tor zu.
  • In der zweiten Welle haben sich einige Abwehrspieler an ihrem Kreis mit ihrer Körpervorderseite in Richtung der Angreifer gedreht und sind bereit, aus dieser Position auf die Aktionen der Angreifer zu reagieren.
  • In der dritten Welle sind alle Abwehrspieler zur Abwehr bereit, jedoch noch nicht auf der von der Taktik her vorgesehenen Position.

Verteidigung und Angriff

Die SG Kronau/Östringen im Angriff gegen die HSG Wetzlar
Ein KreislÀufer (hier Hannes Volk) in Aktion

Die Verteidiger (Abwehrspieler) bilden aufgrund der Topographie des Spielfelds in der Regel eine Zonendeckung vor dem Wurfkreis. Es gibt eine Vielzahl von Varianten dieser Zonendeckung entsprechend den unterschiedlichen Angriffsstrategien der Angreifer. Die Zonendeckung fĂŒhrt ebenfalls zu einer starken Spezialisierung der Spieler. In der Regel unterscheidet man bei den Angriffsspielern die Außenspieler (Linksaußen [LA] und Rechtsaußen [RA]), RĂŒckraumspieler (RĂŒckraumlinks [RL], RĂŒckraummitte [RM], RĂŒckraumrechts [RR]) und den KreislĂ€ufer (Kreismitte [KM]). Zur besseren Unterscheidung bei Ansprachen, Trainingsskizzen usw. werden die entsprechenden Abwehrspieler unterteilt in die Außenspieler (Außenlinks [AL] und Außenrechts [AR]), Halbspieler (Halblinks [HL] und Halbrechts [HR]) und Mittelblock (Innenlinks [IL] und Innenrechts [IR]). Abweichungen davon ergeben sich durch die Struktur der gewĂ€hlten Verteidigung.

Zudem gibt es durch die schnelle Wechselmöglichkeit (ohne Anmeldung, beliebig oft) die Chance, spezialisierte Angriffs- und Abwehrspieler einzusetzen.

Die Angreifer versuchen entweder durch Einzelaktionen oder durch gruppen- bzw. mannschaftstaktische Angriffskonzeptionen einen Spieler in eine gĂŒnstige Wurfposition zu bringen und ein Tor zu erzielen.

Die zwei gebrĂ€uchlichsten Deckungsvarianten sind 6–0 (die Grundposition aller Spieler ist direkt am Wurfkreis) und 5–1 (der mittlere Abwehrspieler ist vorgezogen). Eine weiterhin verbreitete Deckungsvariante ist die 3–2–1-Deckung. Daneben gibt es noch die 4–2-Deckung, bei der zwei Abwehrspieler vor der Deckung meist gegen den rechten sowie linken RĂŒckraumspieler (RR und RL) agieren. Selten sind die 3–3-Deckung (mit drei vorgezogenen Abwehrspielern), die 1–5-Deckung, bei der alle Spieler bis auf den Gegenspieler des KreislĂ€ufers vorgezogen sind, und die offene Manndeckung, die gelegentlich bei sehr engen SpielstĂ€nden in den letzten Minuten eines Spiels angewandt wird. Oft praktiziert wird auch eine einzelne Manndeckung gegen herausragende Angriffsspieler einer Mannschaft, was jedoch dazu fĂŒhrt, dass die verbleibenden 5 Abwehrspieler jeweils mehr Raum zu verteidigen haben. Allen Deckungsvarianten ist gemeinsam, dass oft versucht wird, bei WĂŒrfen der RĂŒckraumspieler ein Zusammenspiel zwischen Torwart und Deckungsblock zu erreichen. So ist es Aufgabe des Deckungsblocks, den Wurf auf eine Seite des Tores zu verhindern, und der Torwart â€žĂŒbernimmt“ dann die andere Seite.

Obwohl es sich also meist um eine Zonenverteidigung handelt, ist der entscheidende Punkt die Zuordnung jedes Angreifers zu den Abwehrspielern. Mit den Angriffskonzeptionen wird versucht, die Zuordnung zu stören, Abspracheprobleme beim Übergeben/Übernehmen von Angriffsspielern in der Deckung zu erzwingen und so eine Überzahlsituation zu schaffen, in der ein Angreifer möglichst ungehindert zum Torwurf gelangt. Wurfstarke RĂŒckraumspieler haben, wenn sie ungestört auf das Tor werfen können, immer eine sehr gute Torchance. Im Gegensatz zu den meist wurfgewaltigen RĂŒckraumspielern sind Außen- und Kreisspieler in der Regel variantenreicher, was das Wurfrepertoire angeht, und darauf trainiert, auch noch aus den unmöglichsten Winkeln den Ball im Tor unterzubringen, wenn sie zu einem Sprungwurf in den Torraum kommen.

Im Jugendhandball bis einschließlich zur C-Jugend muss eine offensive Deckung (1–5, 2–4 o. Ă€.) gespielt werden. Diese Maßnahmen sollen zu einer besseren Entwicklung der individuellen StĂ€rken aller Spieler beitragen und deutliche Verbesserungen im Bereich der Motorik erzielen.

Passives Spiel – angezeigt durch den erhobenen linken Arm des Feldschiedsrichters

Passives Spiel

siehe Hauptartikel: Passives Spiel

Diese Spielweise – hĂ€ufig auch als „Zeitspiel“ bezeichnet â€“ ist beim Handball laut IHF-Regelwerk untersagt. Das bedeutet, dass eine Mannschaft, die keinen erkennbaren Drang zum Tor aufbaut bzw. keine Anstrengungen unternimmt, ein Tor zu erzielen, durch den oder die Schiedsrichter per Handzeichen (Hand wird gehoben, „passives Vorwarnzeichen“) ermahnt wird. Stellt sich daraufhin keine Besserung ein, haben die Schiedsrichter die Möglichkeit, den Angriff der passiv spielenden Mannschaft abzubrechen, so dass die verteidigende Mannschaft einen Angriff einleiten kann.

Diese Regel macht den Sport fĂŒr die Zuschauer schneller und attraktiver, da es kaum torabschlusslose Phasen gibt. Allerdings gibt die Auslegung dieser Regel immer wieder Anlass zu Diskussionen, denn es bleibt im Ermessen der Schiedsrichter, ab wann der Druck aufs Tor zu gering ist und als „passiv“ geahndet werden kann. Als Erfahrungswert gilt eine Angriffsdauer von etwa 30 bis 45 Sekunden bis zum Anzeigen des Vorwarnzeichens durch die Schiedsrichter. Unmittelbar nach dem Anzeigen des passiven Vorwarnzeichens bleiben der angreifenden Mannschaft – als Richtwert â€“ maximal 5–10 Sekunden effektive Spielzeit bis zum Abpfiff durch den oder die Schiedsrichter. Durch eine progressive Strafe (Gelbe Karte, 2-Minuten Strafe oder Rote Karte) wird das Zeitspiel wieder aufgehoben.

Geschichte

Harpastum, die römische Form von (Frauen)-Handball. Mosaik in der Villa Romana del Casale

Bereits in der Antike gab es handballÀhnliche Spiele wie Urania oder auch Harpastum (von griechisch harpaston) bei den Römern. Auch im Mittelalter wurden verschiedene Fangspiele gespielt.

Das eigentliche Handballspiel entwickelte sich aber erst um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert aus verschiedenen Ballspielen, wie zum Beispiel Netz-, Korb-, Raff- oder Turmball. Daraus gingen dann erstmals Spiele hervor, bei denen auf Tore geworfen wurde. Das erste Regelwerk wurde 1906 vom dÀnischen Lehrer und Oberstleutnant Holger Nielsen aus Ordrup bei Kopenhagen entworfen. Der Ball durfte nur drei Sekunden gehalten werden, und mit ihm durfte nicht gelaufen werden.

Als Geburtstag des Handballs gilt der 29. Oktober 1917, als der Berliner Oberturnwart Max Heiser (1879–1921) festlegte, dass das 1915 von ihm fĂŒr Frauen entworfene Spiel „Torball“ zukĂŒnftig „Handball“ heißen solle, und er ebenfalls feste Regeln bestimmte. Mit dem Spiel wollte er fĂŒr MĂ€dchen eine Möglichkeit schaffen, sich auszutoben, da Jungenspiele, wie beispielsweise Fußball, ihm zu körperbetont erschienen. Dementsprechend war seinerzeit auch jede Art von Kampf verboten und das Spiel körperlos.

Zwei Jahre spĂ€ter entwickelte der Berliner Turnlehrer Carl Schelenz (1890–1956) Heisers Spiel weiter und machte es auch fĂŒr Jungen und MĂ€nner attraktiv, indem er ZweikĂ€mpfe erlaubte und den Ball verkleinerte, womit er das Werfen in den Vordergrund stellte. Auch fĂŒhrte er das Prellen ein. Die restlichen Grundlagen wie Spielfeld, MannschaftsgrĂ¶ĂŸe und Schiedsrichter ĂŒbernahm Schelenz praktischerweise vom Fußball. Daraufhin wurde Handball immer beliebter, und schnell bildeten sich erste Mannschaften. Im Jahr 1921 wurde schließlich die erste deutsche Meisterschaft ausgetragen, die der TSV 1860 Spandau gewann.

Das erste Handball-LĂ€nderspiel fand am 13. September 1925 in Halle an der Saale zwischen Deutschland und Österreich statt. Die österreichische Auswahl besiegte dabei Deutschland mit 6:3. 1928 wurde dann im Rahmen der Olympischen Spiele in Amsterdam der erste internationale Handballverband IAHF von den elf LĂ€ndern USA, Kanada, DĂ€nemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Österreich, Schweden, Tschechoslowakei und Deutschland gegrĂŒndet. In dieser Zeit wurde das Regelwerk erstmals offiziell festgelegt und vereinheitlicht. In der Zeit von 1922 bis 1933 wurden die Deutschen Handballmeisterschaften parallel von zwei verschiedenen VerbĂ€nden (Deutsche Sportbehörde und Deutsche Turnerschaft) ausgetragen, so dass es fĂŒr jedes Jahr zwei deutsche Meister gab.

Als die eher deutschnational ausgerichtete Deutsche Turnerschaft am 1. September 1923 auf ihrem Reichstreffen die „reinliche Scheidung von Turnern und Sportlern“ beschloss, weil die ĂŒbrigen SportverbĂ€nde und hier vor allem die BallsportverbĂ€nde, sich nicht auch als politische, sondern lediglich als sportspezifische VerbĂ€nde verstanden, grĂŒndeten viele Handballer eigene Vereine.

Olympisch war Feldhandball das erste und einzige Mal bei den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin, aber auch nur auf Bestreben Adolf Hitlers hin, da Deutschland den Feldhandball zu dieser Zeit klar dominierte. Die deutsche Auswahl gewann dann auch im Endspiel gegen Österreich vor 100.000 Zuschauern, was bis heute weltweit als Zuschauerrekord fĂŒr Handballspiele (Feld und Halle) gilt. Die ersten Weltmeisterschaften sowohl im Feld- als auch im Hallenhandball wurden 1938 in Berlin ausgetragen. Auch hier setzte sich in beiden Turnieren die deutsche Mannschaft durch.

Nach dem Zweiten Weltkrieg musste die Organisation und Struktur des Handballs wieder aufgebaut werden, so wurde 1946 die International Handball Federation IHF gegrĂŒndet. Die erste Weltmeisterschaft nach dem 2. Weltkrieg im Jahre 1948 gewann Schweden. Infolge des Krieges durfte keine deutsche Mannschaft teilnehmen.

1949 wurde der Deutsche Handballbund DHB gegrĂŒndet. Die ersten deutschen Nachkriegsmeisterschaften wurden bereits 1948 ausgetragen. Der Feldhandball entwickelte sich rasch weiter, was sicher auch mit der Vormachtstellung der deutschen Nationalmannschaft in Europa zusammenhing. So wurden 6 von 7 Weltmeisterschaften von deutschen Mannschaften gewonnen. Einer der besten und bekanntesten Spieler der damaligen Zeit war Bernhard Kempa, Erfinder des Kempa-Tricks. 1959 gewann die DDR-Nationalauswahl einen innerdeutschen Vergleich gegen die Nationalmannschaft der Bundesrepublik und wurde danach zur DDR-Mannschaft des Jahres gewĂ€hlt.

Parallel zum Feldhandball entwickelte sich aber auch der Hallenhandball immer weiter. Treibende Kraft beim Gang in die Hallen waren vor allem die skandinavischen LĂ€nder, die aufgrund der klimatischen Bedingungen nach Möglichkeiten suchten, Taktik und Tempospiel voranzutreiben, ohne auf Wind, Wetter und Jahreszeiten RĂŒcksicht nehmen zu mĂŒssen. Das Spiel wurde, nachdem die Regeln der neuen Umgebung angepasst wurden, sicherer, schneller und somit auch attraktiver. Trotz der anfĂ€nglich gleichen Behandlung von Hallen- und Feldhandball setzte sich der Hallenhandball immer mehr durch. Der Hallenhandball der MĂ€nner wurde 1972 in MĂŒnchen olympische Disziplin, was endgĂŒltig dazu fĂŒhrte, dass Feldhandball in Zukunft keine Rolle mehr spielen wĂŒrde. So fanden dann auch 1975 die letzten Meisterschaften im Feldhandball statt, seither wurde Handball praktisch mit Hallenhandball gleichgesetzt. Hallenhandball fĂŒr Frauen wurde dann 1976 in Montreal ebenfalls olympisch.

Im Hallenhandball werden regelmĂ€ĂŸig Welt- und Europameisterschaften ausgetragen. Der letzte Höhepunkt war die Handball-Weltmeisterschaft der Herren 2011 in Schweden.

Die europaweit erfolgreichsten Handballvereine bei den Herren sind der FC Barcelona mit zwölf Titeln in europÀischen Wettbewerben und der VfL Gummersbach mit neun Titeln.

Verbreitung

FĂŒr MĂ€dchen ist Handball eine der beliebtesten Mannschaftssportarten in Deutschland (Szene aus einem E-Jugendspiel)

Handball ist vor allem in Europa beliebt, außerhalb Europas ist Handball weniger populĂ€r. GrĂ¶ĂŸeren Zuspruch in nichteuropĂ€ischen LĂ€ndern genießt Handball beispielsweise in Nordafrika (vor allem Tunesien und Ägypten) und in Asien (vor allem SĂŒdkorea und Japan). Neuerdings findet das Spiel auch in arabischen LĂ€ndern (Katar) und in Teilen SĂŒdamerikas (Argentinien, Brasilien) grĂ¶ĂŸere Verbreitung.

Auch in Europa ist Handball nicht ĂŒberall gleich verbreitet. So ist er auf den britischen Inseln beispielsweise nahezu unbekannt, und in den BeneluxlĂ€ndern spielt er ebenfalls keine große Rolle. Neben den Profi-Ligen in Deutschland, Österreich und der Schweiz wird Handball vor allem in Spanien, Frankreich, den mittel- und osteuropĂ€ischen LĂ€ndern, den Nachfolgestaaten Jugoslawiens und in Nordeuropa (DĂ€nemark, Schweden, Island, Norwegen) gespielt.

Diese Verbreitung hat verschiedene GrĂŒnde. Zum einen ist Handball eine relativ junge Sportart, vor allem die heute fast ausschließlich betriebene Hallen-Variante. Daher waren in vielen LĂ€ndern andere Sportarten bereits sehr populĂ€r, als Handball gerade aufkam. Zum anderen setzt Hallenhandball das Vorhandensein von Sporthallen voraus. Dritter Punkt ist, dass die Regeln im Handball – etwa im Vergleich zum Fußball â€“ sowohl fĂŒr die Spieler als auch fĂŒr die Zuschauer komplizierter sind, zumal das Spielgeschehen sehr viel schneller ist. Hinzu kommt, dass sich Handball im angelsĂ€chsischen Raum nicht durchsetzen konnte (zum Beispiel in Nordamerika und Australien).

Doch auch aus LĂ€ndern, in denen Handball weniger populĂ€r ist, finden immer wieder Spieler ihren Weg in europĂ€ische Spitzenligen. So spielen in der deutschen Bundesliga zum Beispiel NiederlĂ€nder und Brasilianer. In der spanischen Liga spielen einige (Ex-)Kubaner, die grĂ¶ĂŸtenteils inzwischen aber die spanische StaatsbĂŒrgerschaft angenommen haben und fĂŒr die spanische Nationalmannschaft spielen. Beim Handball ist dies – anders als beim Fußball â€“ möglich. WĂ€hrend die FIFA Spieler, die fĂŒr eine Nationalmannschaft gespielt haben, fĂŒr alle anderen Nationalteams sperrt, gibt es eine solche Regel bei der IHF nicht. Daher gibt es zahlreiche Spieler, die LĂ€nderspiele fĂŒr zwei Nationen absolviert haben, zum Beispiel Bogdan Wenta fĂŒr Polen und Deutschland, Andrej Klimovets fĂŒr Weißrussland und Deutschland oder Talant Dujshebaev fĂŒr Russland und Spanien.

Organisation

Der Handball in Europa ist in der European Handball Federation (EHF) organisiert, die wiederum ein Kontinentalverband der International Handball Federation (IHF) ist. Regeln und internationale Vereinbarungen werden in den meisten FĂ€llen von der obersten Instanz beschlossen und wirken bis zur Basis. Ausnahmen des DHB, ÖHB oder SHV bzw. in den RegionalverbĂ€nden sind in bestimmten Bereichen dennoch möglich.

Aktuelle TiteltrÀger

Christian Zeitz im Trikot des THW Kiel

MĂ€nner

Champions-League-Sieger 2011 wurde der FC Barcelona. Den Europapokal der Pokalsieger gewann der VfL Gummersbach. EHF-Pokal-Sieger wurde Frisch Auf Göppingen. Den EHF Challenge Cup gewann mit RK Koper ein slowenisches Team.

Den Olympiasieg in Peking 2008 errang Frankreich, im Spiel um die Goldmedaille wurde Island mit 28:23 besiegt.

Bei der Handball-Europameisterschaft 2010 in Österreich errang Frankreich durch einen Sieg mit 25:21 ĂŒber Kroatien den Titel. Dritter wurde Island, das im Spiel um Platz drei Polen mit 29:26 bezwang. Den 5.Platz sicherte sich DĂ€nemark mit einem 34:27-Sieg ĂŒber Spanien.

Die Handball-Weltmeisterschaft fand im Jahr 2011 in Schweden statt. Frankreich verteidigte seinen Weltmeistertitel, indem es im Finale DĂ€nemark in der Malmö Arena nach zwei VerlĂ€ngerungen bei zeitweisem RĂŒckstand schließlich mit 37:35 besiegte. Dritter wurde Spanien vor dem Gastgeber Schweden. Deutschland gewann nur das Spiel um Platz 11 gegen Argentinien.

Frankreich hat durch seine derzeitigen Titel (amtierender Olympia-Sieger, Weltmeister und Europameister) als erste Mannschaft in der Handball-Geschichte das „Triple“ gewonnen.

Sprungwurf beim Frauenhandball

Frauen

  • Die Deutsche Meisterschaft errang in der Saison 2010/11 der ThĂŒringer HC, der auch den Pokal gewann.
  • In Österreich errang Hypo Niederösterreich wie stets in der Vergangenheit auch 2009/10 erneut das Double aus Meisterschaft und Pokal.
  • Schweizer Meister in der Saison 2009/10 wurde der LK Zug, den Pokal errang LC BrĂŒhl Handball St. Gallen.

Champions-League-Sieger 2010 ist, wie im Vorjahr, Viborg HK. Den Europapokal der Pokalsieger gewann FCK HĂ„ndbold. EHF-Pokal-Sieger ist SD Itxako Estella, und den Challenge-Cup gewann der Handball Cercle NĂźmes.

Europameister 2010 in DĂ€nemark und Norwegen wurde Norwegen. Ebenfalls Norwegen gewann 2008 in Peking die olympische Goldmedaille. Weltmeister 2009 in China wurde Russland.

Erstligavereine im deutschsprachigen Raum

Deutschland


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  • Handball — is the name of several different sports: * Team handball an Olympic sport where two teams try to throw the ball into their opponents goal * Gaelic handball, a sport similar to squash where players hit the ball with a hand instead of a racquet *… 
   Wikipedia

  • handball — ou hand ball [ ɑ̃dbal ] n. m. ‱ 1924, 1912; mot all. « balle Ă  la main » ♩ Sport d Ă©quipe analogue au football, mais qui se joue uniquement avec les mains. Match de handball. AbrĂ©v. fam. HAND [ ɑ̃d ]. handball ou hand ball n. m. Sport opposant… 
   EncyclopĂ©die Universelle

  • *handball — ● handball nom masculin (allemand Handball, de Hand, main, et Ball, ballon) Sport d Ă©quipe se jouant Ă  la main avec un ballon rond. ● handball (difficultĂ©s) nom masculin (allemand Handball, de Hand 
   EncyclopĂ©die Universelle

  • Handball — Hand ball (h[a^]nd b[add]l ), n. 1. A small ball, usually made of rubber, thrown or struck with the hand in various games. [Webster 1913 Suppl.] 2. A game played with such a ball, as by players striking it to and fro between them with the hands,… 
   The Collaborative International Dictionary of English

  • handball — (n.) also hand ball, 1630s as a type of ball; 1885 as a game, from HAND (Cf. hand) (n.) + BALL (Cf. ball) (n.1) 
   Etymology dictionary

  • handball — /ˈɛndbol, ˈandbol, ingl. ˈhĂŠndˌbɔːl/ [vc. ingl., comp. di hand «mano» e ball «palla»] s. m. inv. (sport) pallamano 
   Sinonimi e Contrari. Terza edizione

  • handball — sustantivo masculino 1. Origen: Argentina, Uruguay. Balonmano 
   Diccionario Salamanca de la Lengua Española

  • handball — â–ș NOUN 1) a game similar to fives, in which the ball is hit with the hand in a walled court. 2) Soccer illegal touching of the ball with the hand or arm 
   English terms dictionary

  • handball — [handâ€ČbĂŽl΄] n. 1. a game in which a small ball is batted against a wall or walls with the hand, alternately by opposing teams of one or two players 2. the small rubber ball used in this game 
   English World dictionary

  • Handball-WM — Die Handball Weltmeisterschaft ist ein Handballturnier zwischen Nationalmannschaften zur Ermittlung der besten Handballnationalmannschaft der Welt. Veranstalter ist die International Handball Federation (IHF). Der Handball Weltpokal fĂŒr MĂ€nner… 
   Deutsch Wikipedia

  • Handball — « Hand Â» et « Handball Â» redirigent ici. Pour les autres significations, voir Hand (homonymie) et Handball (homonymie). Handball 
   WikipĂ©dia en Français


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