Alkohol

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Alkohol
Dieser Artikel behandelt das umgangssprachlich als Alkohol bezeichnete Ethanol; Zu der gleichnamigen Stoffklasse siehe Alkohole.
Strukturformel
Strukturformel des Ethanols
Allgemeines
Name Ethanol
Andere Namen
  • Ethylalkohol
  • Äthanol (nicht mehr gebrĂ€uchlich)
  • Äthylalkohol (nicht mehr gebrĂ€uchlich)
  • Weingeist
  • Spiritus (durch Zugabe von u.a. Methylethylketon nicht zum Verzehr geeignet)
  • Alkohol (umgangssprachlich)
Summenformel C2H6O
CAS-Nummer 64-17-5
PubChem 702
Kurzbeschreibung farblose, charakteristisch riechende FlĂŒssigkeit
Eigenschaften
Molare Masse 46,07 g·mol−1
Aggregatzustand

flĂŒssig

Dichte

ca. 0,79 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

−114 °C[1]

Siedepunkt

78 °C[1]

Dampfdruck

58 hPa (20 °C)[1]

pKs-Wert

16 [2]

Löslichkeit

beliebig mit Wasser mischbar[1]

LeitfÀhigkeit leitet elektrischen Strom nicht
Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung aus RL 67/548/EWG, Anh. I [3]
LeichtentzĂŒndlich
Leicht-
entzĂŒndlich
(F)
R- und S-SĂ€tze R: 11
S: (2)-7-16
MAK

500 ml·m−3 bzw. 960 mg·m−3[1]

WGK 1 (schwach wassergefÀhrdend)[1]
Soweit möglich und gebrÀuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Ethanol ist eine farblose, leicht entzĂŒndliche FlĂŒssigkeit mit brennendem Geschmack sowie charakteristischem, ölig-angenehmem Geruch. Umgangssprachlich wird es als Alkohol bezeichnet. Ältere Nomenklaturen verwendeten die Bezeichnungen Äthanol, Äthylalkohol oder Ethylalkohol. Umgangssprachlich gibt es noch Ă€ltere Bezeichnungen wie Weingeist und Spiritus (lateinisch „Geist“). In den Chemie wird Ethanol oft mit EtOH abgekĂŒrzt und in der Alltagsmedizin mĂŒndlich mit C2 bezeichnet (als VerkĂŒrzung der Summenformel C2H6O).

Bekannt ist Ethanol vor allem als Trinkalkohol, der als Genussmittel (z. B. Wein, Bier, Likör) klassifiziert wird. Er ist allerdings zugleich ein Rauschmittel, sein Konsum ist in den meisten Staaten erlaubt. Das FĂŒhren von FahrrĂ€dern, Kraftfahrzeugen, Schiffen und Flugzeugen unter Alkoholeinfluss ist jedoch meist unter Strafe gestellt.

Die Hauptverwendungen von Ethanol betreffen neben der Genuss- und Lebensmittelindustrie vor allem in den letzten Jahren die Nutzung als Biokraftstoff in Form von Bioethanol. Außerdem handelt es sich um ein organisches Lösungsmittel sowie eine Plattformchemikalie fĂŒr die chemische Industrie.

Inhaltsverzeichnis

Systematik

Ethanol (C2H5OH) gehört zu den n-Alkanolen. Es leitet sich von dem Alkan (gesÀttigten Kohlenwasserstoff) Ethan (C2H6) ab, in dem formal ein Wasserstoffatom durch die funktionelle Hydroxylgruppe (-OH) ersetzt wurde. Zur Benennung wird dem Namen Ethan das Suffix -ol angehÀngt.

"Ethanol" steht umgangssprachlich fĂŒr „Alkohol“; die fachsprachliche Bezeichnung „Alkohole“ bezeichnet dagegen eine chemische Stoffklasse, deren Vertreter mindestens eine funktionelle Hydroxylgruppe trĂ€gt und wo sich an demselben Kohlenstoffatom kein höherwertiger Substituent befindet.

Wortherkunft Alkohol

Im Arabischen stand â€Ű§Ù„ÙƒŰ­Ù„â€Ž al-kuhl ursprĂŒnglich fĂŒr Augenschminke und Antimonpulver. Alkohol war die „geistige Essenz“, die fĂŒr die „irdene Essenz“ als Lösungsmittel diente und ĂŒbernahm daher den Namen (im heutigen Arabisch bedeutet â€Ű§Ù„ÙƒŰ­ÙˆÙ„â€Ž al-kuhul jedoch Alkohol). Nach Europa gelangte dieser Begriff wĂ€hrend der langen arabischen Herrschaft in Spanien. In der spanischen Sprache bedeutete alcohol ursprĂŒnglich feines, trockenes Pulver, was in die Alchemistensprache Eingang fand.

Kulturgeschichte des Alkohols

Ethanol entsteht schon auf natĂŒrlichem Wege bei der VergĂ€rung zuckerhaltiger FrĂŒchte. Auf diese Weise wurden wohl unabhĂ€ngig voneinander, schon in einem frĂŒhen Stadium der Geschichte, Menschen auf diese Substanz aufmerksam.[4] Laut Josef H. Reichholf (2008) geht der Ackerbau (und damit die Sesshaftwerdung) sogar in erster Linie aufs Bierbrauen zurĂŒck, da Met („Wein“ aus dem Honig wilder Bienen) nie ausreichend zur VerfĂŒgung stehen konnte. So finden sich in Ă€gyptischen Schriftrollen der III. Dynastie[5] sowie auf alt-mesopotamischen Keilschrifttafeln[6] Hinweise auf die Herstellung alkoholischer GetrĂ€nke. Auch in der Bibel wird der Alkohol erwĂ€hnt, siehe zum Beispiel 1. Buch Mose (Gen. 9,18–29).

Biere, spĂ€ter auch Weine wurden mit Hilfe von Wildhefen erzeugt. Meist hatten solche AlltagsgetrĂ€nke einen deutlich geringeren Alkoholgehalt als heute, da die Wildhefen ab einer bestimmten Alkoholkonzentration die Umwandlung von Zucker in Alkohol einstellen, weil sie sich ansonsten selbst vergiften wĂŒrden. Durch jahrhundertelange ZĂŒchtung tolerieren heutige HefestĂ€mme höhere Alkoholgehalte.

Auch in diesen alten Zeiten wurde Alkohol bereits aufgrund seiner berauschenden Wirkung getrunken. So heißt es in einem Ă€gyptischen Text ĂŒber das Verhalten junger MĂ€nner:

Du verlĂ€sst die BĂŒcher und gehst von Schenke zu Schenke; der Biergenuss allabendlich, der Biergeruch verscheucht die Menschen von dir.[5]

In der Antike wurde der Wein schließlich ein wesentlicher Bestandteil römischer und griechischer Kultur. Beide Kulturen bedachten ihn mit einer eigenen Gottheit: Bacchus bzw Dionysos. Ebenso sahen die Germanen den Met, der ebenfalls zu den frĂŒhesten alkoholischen GetrĂ€nken gehört, als Geschenk der Götter an.

Vermutlich wurde im Gebiet der heutigen TĂŒrkei um etwa 1000 n. Chr. die Destillation von Wein zur Herstellung hochprozentiger Branntweine entwickelt[4]. So war es möglich, den Spiritus vini (Geist des Weines) aus Wein herzustellen. In Ostasien wurden schon frĂŒh Weine aus Litschi und Pflaumen hergestellt sowie der Sake, ein warm genossener Reiswein (eigentlich gehört Sake aber zu den bierartigen GetrĂ€nken).

WĂ€hrend des DreißigjĂ€hrigen Krieges stieg in Mitteleuropa der Bedarf an berauschenden GetrĂ€nken (Verarmung, ZerrĂŒttung), wĂ€hrend das Angebot stagnierte (ErnteausfĂ€lle, RĂŒckgang des Weinbaus, Unsicherheit des Transportes). Mit Branntwein konnte dem am leichtesten begegnet werden. Der Handel, z.T. auch die Produktion der Spirituosen lagen damals oft in den HĂ€nden von Juden.

Mitte des 18. Jahrhunderts vergrĂ¶ĂŸerte sich mit der Neuen Welt die landwirtschaftlich nutzbare FlĂ€che des Königreichs England um ein Vielfaches. Dies fĂŒhrte in der Folge zu sinkenden Getreidepreisen und einer damit verbundenen Verarmung der Unterschicht. Die Überproduktion an Getreide wurde zum Teil zur Herstellung von Gin genutzt, der in den Armenvierteln des Mutterlandes dankbare Abnehmer fand. Zeitweise kostete eine Kalorie Gin weniger als eine Kalorie Brot[7]. In der Folge entwickelte sich die Gin-Krise, welche die damalige Regierung erst durch eine Reihe von Gesetzen (hohe Steuern auf Gin, Erschwerung des Handels, Ausgabe von Lizenzen fĂŒr HĂ€ndler, etc.) beenden konnte. Erst aus dieser Zeit finden sich die ersten Schriften, die sich mit AlkoholabhĂ€ngigkeit und deren Folgeerkrankungen beschĂ€ftigen. Ebenso wurde vor diesem Hintergrund Alkohol zum ersten Mal als Ursache fĂŒr gesellschaftliche Probleme und Fehlentwicklungen verstanden[7].

WĂ€hrend sich der Alkoholkonsum Mitte des 19. Jahrhunderts wieder verringerte, begann mit der Industrialisierung wiederum eine Zeit, in der sehr billiger Alkohol auf breite verarmte Bevölkerungsschichten traf. Die industrielle Produktion und die, vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg einsetzende, massive Vermarktung der alkoholischen GetrĂ€nke fĂŒhrten zu einem großen Überangebot in der 1. und 2. Welt. So wurden die Frauen und seit kurzem die Jugendlichen zu Zielgruppen der Nachfrage- und Absatzförderung. Inzwischen zĂ€hlt man die alkoholbedingten SchĂ€den zu den Zivilisationskrankheiten.

Konsum in Deutschland

In Deutschland liegt der Konsum reinen Alkohols, der ĂŒber alkoholhaltige GetrĂ€nke stattfindet, seit 1970 bis 2006 stabil bei 10,1 l pro Jahr und Kopf. Damit zĂ€hlt Deutschland zu den fĂŒnf LĂ€ndern weltweit, die den höchsten Alkoholkonsum aufweisen. Stark gestiegen ist seit 2004 der Anteil der jugendlichen Alkoholtrinker. Bei der Gruppe mit einem Alter zwischen 12 und 15 bzw. zwischen 16 und 19 Jahren stieg der wöchentliche Konsum von 14,1 auf 20,9 g/Woche bzw. von 65,5 (2001) auf 97,5 g/Woche (2004). Auch liegt der Anteil und die konsumierte Menge bei mĂ€nnlichen Alkoholtrinkern in jeder Altersgruppe höher als bei den Frauen.[8]

Vorkommen in Lebensmitteln und GetrÀnken

Diverse Spirituosen
Scotch Whisky

Alkohol ist ein in reifen FrĂŒchten und SĂ€ften natĂŒrlich vorkommendes Produkt der alkoholischen GĂ€rung. Wegen seiner berauschenden Wirkung werden alkoholische GetrĂ€nke industriell erzeugt. Alkohol ist die am weitesten verbreitete Droge weltweit. RegelmĂ€ĂŸiger Konsum von Alkohol kann zu Alkoholismus fĂŒhren.

Volumenanteile

Alkoholgehalte (mit Angabe des Alkoholgehaltes in Volumenprozent):

  • Brot: bis 0,3 % Vol.
  • Apfelsaft: bis 0,4 % Vol.
  • alkoholfreies Bier: bis 0,5 % Vol.
  • Sauerkraut: 0,5 % Vol.
  • Traubensaft: bis 0,6 % Vol.
  • reife Banane: bis 1 % Vol. (durchschnittlich 3 ml)
  • reifer Kefir: bis ca. 1 % Vol.
  • Bier
    • Leichtbiere: 1–3,5 % Vol.
    • Vollbiere: ca. 3–5 %, meist um 5 % Vol.
    • Starkbiere: 6–12 % Vol.
  • Weine: 7–14 %, Vol. meist um 12 % Vol. und mehr bei Rotweinen
    • Met: ca. 5–16 % Vol.
    • Apfelwein: ca. 5,5–7 % Vol.
  • Liköre: ca. 15–75 % Vol., meist unter 30 % Vol.
  • Spirituosen: ca. 30–80 % Vol., meist ca. 40 % Vol.

Herstellung

Zum ersten Mal ist die Gewinnung von reinem Alkohol dem persischen Arzt, Naturwissenschaftler, Philosophen und Schriftsteller Abu Bakr Mohammad Ibn Zakariya al-Razi († 925) durch die Destillation aus Wein gelungen (siehe auch alkoholische GĂ€rung).

Herstellung durch GĂ€rung und Synthese

Ablauf der alkoholischen GĂ€rung

Ethanol entsteht unter anderem bei der VergĂ€rung von zucker- oder stĂ€rkehaltigen Materialien durch Hefe oder Bakterien. Daher wird dieser Prozess kontrolliert mit einer Reihe von Nahrungsmitteln durchgefĂŒhrt, wodurch zum Beispiel Wein (aus Weintrauben) oder Bier (aus Malz und Hopfen) entstehen. Bei einer Ethanolkonzentration nahe 15 Prozent beginnen Hefezellen und Bakterien abzusterben, weswegen durch GĂ€rung keine höhere Konzentration erreicht werden kann.

Durch Destillation kann das Ethanol konzentriert werden. Auf diese Art gewonnene GetrĂ€nke bezeichnet man als Spirituosen (z. B. Whisky, Cognac, Schnaps, Wodka oder Rum). Sie enthalten noch Aromen der verdampften Ausgangslösung, die zumeist ein Wein war. Liköre sind Spirituosen, die mit zuckerhaltigen, aromatischen FlĂŒssigkeiten gemischt werden und daher eine niedrigere Ethanolkonzentration besitzen. Branntwein darf nur beschrĂ€nkt privat hergestellt werden (max. 0,5 l Maische), es sei denn der Branntwein wird versteuert. Durch intensivere Destillation kann man nahezu wasserfreies Ethanol fĂŒr technische Anwendungen gewinnen (Azeotrop).

Ethanol kann auch durch rein chemische Synthese aus Wasser und Ethen unter Zugabe von SchwefelsĂ€ure als Katalysator herstellt werden. Auf diese Weise wurde es lange Zeit im 20. Jahrhundert aus Erdöl fĂŒr industrielle Zwecke hergestellt. Dadurch konnte man mit der Radiokohlenstoffdatierung nachweisen, wenn Wein oder Spirituosen mit industriellem Ethanol gepanscht wurden. Die Reaktion fand bei 300 °C und 70 Bar Druck statt.[9]

Inzwischen wird Ethanol hauptsÀchlich durch GÀrung aus Biomasse gewonnen. Im Kontext der Erzeugung von Biokraftstoff spricht man dabei auch von Bioethanol. Agraralkohol ist Ethanol aus Agrarrohstoffen, das in landwirtschaftlichen Brennereien erzeugt wird.

Produktionsmengen

Weltweit werden etwa 330 Millionen hl (33 Mrd. l) Ethanol hergestellt, wovon mit 42 Mio. hl etwa 13 % auf die europĂ€ischen LĂ€nder fallen. GrĂ¶ĂŸte europĂ€ische Erzeuger sind Russland und Frankreich. Deutschland erzeugt jĂ€hrlich fast 4 Mio. hl zu gleichen Teilen als GetrĂ€nkealkohol und als Alkohol fĂŒr chemisch-technische Zwecke, was einer Eigenbedarfsdeckung von etwa 62 % entspricht. Neben der Produktion von Neutralalkohol fĂŒr GetrĂ€nke, Lebensmittel und technische Zwecke fallen weltweit etwa 65 % auf die Herstellung von Kraftstoffethanol. In den USA wird der Aufbau neuer Produktionsanlagen fĂŒr Ethanol derzeit besonders forciert, vor allem durch das Gesetz „Energy Policy Act“ (EPACT) von 2005, das den Ausbau von erneuerbaren flĂŒssigen EnergietrĂ€gern fördern soll. In Brasilien werden gegenwĂ€rtig ca. 21 Mrd. Liter Ethanol hergestellt. Im Jahre 2010 soll die Produktionsmenge bei ca. 30 Mrd. Liter liegen.

Produktion alkoholischer GetrÀnke in Deutschland

In Deutschland wurden im Jahr 2006 allein an alkoholischen GetrÀnken die folgende Mengen produziert:

Alkoholisches GetrÀnk Mio. Liter
Branntwein 49
Wodka 44
Obstbranntwein 16
Bitter-, KrÀuterliköre 89
Andere Liköre 67
Korn 61
Sekt 220
Wein 1000
Bier 10000

Destillation

Ethanol ist in jedem beliebigen VerhĂ€ltnis mit Wasser löslich. In der chemischen Synthese kann die Anwesenheit von Feuchtigkeit jedoch gravierende Nachteile haben. Großtechnisch erfolgt daher die Herstellung reinen Ethanols durch azeotrope Rektifikation. Die Anlage besteht hauptsĂ€chlich aus zwei RektifikationssĂ€ulen. In der HaupttrennsĂ€ule erfolgt die normale Rektifikation des Ethanol-/Wasser-Gemischs bis in die NĂ€he des azeotropen Punkts. Das Sumpfprodukt ist Wasser.

Dem Kopfprodukt (95,6 % Ethanol und 4,4 % Wasser) wird der Hilfsstoff Cyclohexan beigemischt. Dieses Dreistoffgemisch gelangt in die Hilfsstoff-TrennsĂ€ule. Dort erfolgt eine Auftrennung in den im Sumpf anfallenden reinen Alkohol sowie in ein Cyclohexan/Wasser-Gemisch als Kopfprodukt. Cyclohexan und Wasser sind im flĂŒssigen Zustand nicht mischbar und trennen sich nach der Kondensation in einem Abscheider (Dekanter). Der Hilfsstoff Cyclohexan wird am Einlauf der Hilfsstoff-TrennsĂ€ule wieder dem zuströmenden azeotropen Ethanol/Wasser-Gemisch beigefĂŒgt. Er lĂ€uft im Kreislauf im oberen Bereich der Hilfsstoff-TrennsĂ€ule und wird deshalb auch als „kopflaufender Hilfsstoff“ bezeichnet.

Bei Temperaturen um −20 °C (Gefrierschrank) verdunstet Ethanol (96 %) kaum noch und zeigt eher zĂ€hflĂŒssige Eigenschaften. Bei −70 °C (durch Trockeneis) wird es noch zĂ€hflĂŒssiger (KĂŒhlol).

Verwendung außerhalb der Genuss- und Nahrungsmittelindustrie

Die Hauptmenge des produzierten Ethanols wird in Form von alkoholischen GetrĂ€nken fĂŒr Genusszwecke verbraucht. Es dient weiterhin als Lösungsmittel sowohl fĂŒr Konsumprodukte u. a. im Haushalt (ParfĂŒm, Deodorant), als auch fĂŒr medizinische Anwendungen (Medikamente, Desinfektionsmittel) sowie in der Industrie selbst ebenfalls als Lösungsmittel und allgemein als Brennstoff. FĂŒr technische Anwendungen wie Kraftstoff, Lösungsmittel oder Brennspiritus werden Ethanol VergĂ€llungsmittel beigemischt, wodurch diese ungenießbar werden und in Deutschland nicht mehr der Branntweinsteuer unterliegen.

Lichtspektrum einer blau leuchtenden Spiritusflamme

Haushalts- und Konsumprodukte

Ethanol findet u. a. als hervorragendes Lösungsmittel ĂŒberall im Haushalt Verwendung, so als

  • TrĂ€ger fĂŒr Geruchsstoffe (ParfĂŒm, Deodorant, Duftspray)
  • Reinigungsmittel (z.B. Glas, Chrom, Kunststoff, Scheibenwaschanlage, Fleckenentferner)
  • Frostschutzmittel
  • Lebensmittelzusatz (Portweinen und anderen SĂŒdweinen wird Ethanol zugegeben (Aufspritung), um zum gewĂŒnschten Zeitpunkt den Fermentationsprozess zu beenden[10]; auch kann Ethanol zur Haltbarmachung anderer Lebensmittel zugesetzt werden[11])
  • Brennstoff

Medizin

  • Die Wirksamkeit als Desinfektionsmittel oder Antiseptikum (etwa zur HĂ€ndedesinfektion) hĂ€ngt von der Konzentration des Ethanol-Wasser-Gemisches ab. Bei einem optimalen Alkoholgehalt zwischen 50 und 80 %[12] wird die BakterienhĂŒlle zerstört und Ethanol wirkt damit tödlich. Alle Bakterien einschließlich der Tuberkelbakterien werden innerhalb einer Minute durch Denaturierung der Bakterienzellwand abgetötet (Bakterizidie). EingeschrĂ€nkt wirksam ist er gegen Viren, nicht wirksam gegen Bakterien-Endosporen. Bei offenen Wunden sollte das Gemisch nicht eingesetzt werden (Brennen). Lösungen mit ĂŒber 80 % Alkoholgehalt zeigen eine noch stĂ€rkere Wirkung, aber werden aufgrund der mangelnden HautvertrĂ€glichkeit nicht regelmĂ€ĂŸig eingesetzt. Wasserfreies Ethanol hĂ€rtet die BakterienhĂŒlle, die Bakterien bleiben dadurch am Leben.[13] Das Trinken von Ethanol oder alkoholischen GetrĂ€nken wirkt nicht antiseptisch. GetrĂ€nke mit einem Ethanolgehalt von weniger als 20 % töten praktisch keine Keime ab. Durch Kombination mit Alkalien (etwa 1 %) oder PeroxycarbonsĂ€uren (0,2 bis 0,5 %) wird die Wirksamkeit – auch gegen Viren und Sporen – stark verbessert.[12]
  • Viele flĂŒssige Medikamente enthalten Ethanol als Lösungsmittel oder Lösungsvermittler, da die wirksamen Substanzen in Wasser schlecht oder unlöslich sind. Ethanol selbst ist mit Wasser beliebig mischbar. Es ist dadurch eine wichtige TrĂ€gersubstanz bei der Herstellung pflanzlicher Medikamente (Phytomedizin).
  • Durch Einreiben der Haut mit hochprozentiger Ethanollösung (z. B. Franzbranntwein) wird die Durchblutung gefördert.
  • Eine weitere Anwendung ist der Einsatz von Ethanol zur Behandlung von Insektenstichen. Ein alkoholgetrĂ€nktes Tuch wird dazu einige Zeit auf den frischen Stich gelegt. Die Schmerzlinderung geschieht aufgrund der kĂŒhlenden Wirkung der Ethanollösung; der Juckreiz wird unterdrĂŒckt. Eine chemische VerĂ€nderung oder Inaktivierung von Giften bewirkt Ethanol jedoch nicht.
  • Bei einer Vergiftung mit Methanol wird als erste Maßnahme Ethanol intravenös gegeben, sodass es die Umwandlung von Methanol ĂŒber das Enzym Alkoholdehydrogenase in das giftige Methanal vorlĂ€ufig verdrĂ€ngt. Ethanol bindet ca. 25-mal stĂ€rker an Alkoholdehydrogenase als Methanol.[15]
  • Bei einer schweren Alkoholsucht kann ein AlkoholprĂ€delir mit Ethanol unterbrochen werden, um eine akute Zweiterkrankung ohne die sonst auftretenden Symptome behandeln zu können.
  • Ethanol und ethanolhaltige GetrĂ€nke dĂŒrfen nicht zur AufwĂ€rmung nach einer UnterkĂŒhlung gegeben werden, da es die Symptome nur forciert. Das angebliche FĂ€sschen Rum bei den Bernhardiner-Hunden als Ration fĂŒr UnterkĂŒhlte ist daher vom medizinischen Standpunkt lebensgefĂ€hrlich.

Ethanol als Kraftstoff

Hauptartikel: Ethanol-Kraftstoff, Bioethanol und Cellulose-Ethanol

Ethanol findet als Ethanol-Kraftstoff in Form des biogenen Bioethanol Verwendung als Kraftstoff fĂŒr Otto-Motoren, wobei vor allem Mischungen mit Benzin vorliegen. DafĂŒr kann sowohl fossiles als auch aus regenerativer Biomasse hergestelltes Bioethanol verwendet werden, da es chemisch gesehen keinen Unterschied zwischen beiden Arten gibt. Aufgrund der VerfĂŒgbarkeit, der Herstellungskosten und politischer Fördermaßnahmen wird heute vor allem Bioethanol verwendet, das auf der Basis von fermentierbarem Zucker (Zuckerrohr und ZuckerrĂŒbe) und StĂ€rke (vor allem Mais- und WeizenstĂ€rke) erzeugt wird. Als Zukunftsoption wird zudem die Nutzung von Cellulose-Ethanol aus Holz diskutiert.

Ethanol wird vor allem als Beimischung zu herkömmlichem Kraftstoff genutzt, beispielsweise in einer Konzentration von 5 % Ethanol (E5 als Beimischung in gewöhnlichem Fahrzeugbenzin) oder 85% Ethanol (als E85 fĂŒr dafĂŒr geeignete Fahrzeuge). Im Zusammenhang mit dem Kyoto-Protokoll wird heute hĂ€ufig ĂŒber die Herstellung und den Einsatz biogener Treibstoffe (Biokraftstoffe) und die Reduzierung von Kohlenstoffdioxid-Emissionen pro gefahrenem Kilometer debattiert.

Ethanol wurde nach einer Entwicklung von Wernher von Braun zudem bis in die 1950er-Jahre als Treibstoff fĂŒr die Raketen der Typen A1, A2, A3, A4, A4b und A5 verwendet. Im Unterschied zu Benzin kann es durch VerdĂŒnnen mit Wasser fĂŒr Testzwecke leicht der Brennwert heruntergesetzt werden, um bei ProbelĂ€ufen von Triebwerken Explosionen zu verhindern, zum anderen war Ethanol wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs leicht aus landwirtschaftlichen Produkten gewinnbar, im Gegensatz zum knappen Benzin.

Weitere Nutzung von Alkohol

Ethanol ist ein wichtiges Lösungsmittel und Zwischenprodukt in der Chemischen Industrie.

Besteuerung und VergÀllung

GrundsĂ€tzlich unterliegt Ethanol in Deutschland der Branntweinsteuer. Diese betrĂ€gt derzeit € 13,03 / Liter reinem Alkohol und wird in Deutschland von der Zollverwaltung beim Hersteller erhoben.

Die Verwendung von Ethanol ist fĂŒr technische Zwecke (Druckerei, Lackherstellung, Reinigungsmittelproduktion, Kosmetik und Ă€hnliche) und als Brennspiritus steuerfrei möglich. Um zu verhindern, dass dieses Ethanol ohne Entrichtung der Steuer als Genussmittel getrunken oder solchen beigefĂŒgt wird, wird unversteuerter Alkohol unter Zollaufsicht vergĂ€llt. VergĂ€llung bedeutet, dass Ethanol mit anderen Chemikalien, wie beispielsweise MEK (Methylethylketon = 2-Butanon, mit zwei weiteren branntweinsteuerrechtlich vorgeschriebenen Markierungskomponenten), Petrolether, Cyclohexan, PhthalsĂ€urediethylester (Diethylphtalat) oder Ă€hnlichem versetzt wird, um es fĂŒr den menschlichen Genuss unbrauchbar zu machen.

Bei dem in Form von Brennspiritus als Brennstoff verwendeten Ethanol, beispielsweise fĂŒr Rechauds sowie Camping- und Expeditionskocher, wird dem Ethanol zusĂ€tzlich zum MEK noch das extrem bittere Denatoniumbenzoat (1 Gramm/100 Liter) beigemischt. Die frĂŒher ĂŒbliche Verwendung von Pyridinen als VergĂ€llungsmittel fĂŒr Brennspiritus ist branntweinsteuerrechtlich zwar immer noch erlaubt, diese werden aber wegen ihrer gesundheitlichen Bedenklichkeit seit ca. 1993 von deutschen Herstellern nicht mehr eingesetzt.

Zu beobachten ist zudem, dass einige SpiritusabfĂŒller, vermutlich aus KostengrĂŒnden, dem Ethanol diverse Fremdstoffe, Regenerate etc. beimischen. AbfĂŒller, die in ihrem Produkt nur Ethanol verwenden, werden dies zumeist durch die Kennzeichnung „UN 1170“ auf der Flasche deutlich machen.

Die VergÀllungsmittel haben meist Àhnliche Siedepunkte wie Ethanol, so dass sie sich durch Destillieren nur schwierig entfernen lassen. Die VergÀllungsmittel Diethylphtalat (Verwendung auch als Weichmacher) und MEK stellen ein Problem bei der Verwendung als Reinigungsmittel dar: Farben und Lacke, die an sich resistent gegen Ethanol sind, können erweichen oder angegriffen werden.

Brennspiritus ist nicht zu verwechseln mit sogenanntem Trockenspiritus, leicht entzĂŒndlichen weißen WĂŒrfeln, die meistens aus Urotropin (Hexamethylentetramin) oder dem Tetramer des Alkanals Ethanal, Metaldehyd, bestehen. Ein bekanntes Produkt ist der Trockenbrennstoff Esbit.

Physikalische und chemische Eigenschaften

Flammpunkt 12 °C
ZĂŒndtemperatur 425 °C (DIN 51794)
Explosionsgrenzen untere: 2,5 Vol.-%/obere: 15 Vol.-%
Schallgeschwindigkeit 1180 m·s−1 (20 °C)
Temp.-AbhĂ€ngigkeit: −3,6 m·s−1·°C−1
Energiedichte pro kg 7,44 kWh·kg−1 = 26,78 MJ·kg−1
Energiedichte pro Liter 5,87 kWh·l−1 = 21,14 MJ·l−1
dynamische ViskositĂ€t 1,2 · 10−3 Pa·s (20 °C)
kinematische ViskositĂ€t 1,52 · 10−6 m2·s−1 (20 °C)
OberflĂ€chenspannung 0,02255 N·m−1 (20 °C)
Brechungsindex 1,359
Biologische Abbaubarkeit 94 % (OECD 301 E)
UN-Nummer 1170
Gefahrennummer 30 + 33

Herausragendes Merkmal des Ethanols ist seine Hydroxylgruppe. Da ein Sauerstoff-Atom Elektronen stĂ€rker anzieht als Wasserstoff und Kohlenstoff, resultiert eine asymmetrische Verteilung der Elektronendichte entlang dieser Bindung: Es bildet sich ein molekularer Dipol. Dieser verleiht Ethanol seine typischen Eigenschaften. Zum einen ziehen sich die Dipole auf molekularer Ebene gegenseitig an, so dass eine vergleichsweise hohe Siedetemperatur von 78 °C resultiert (Sp Ethan −88,6 °C), zum anderen ist Ethanol mit FlĂŒssigkeiten mischbar, die Ă€hnliche Dipoleigenschaften aufweisen (Wasser, Methanol, 
), man spricht von Hydrophilie. Gleichzeitig besitzt das MolekĂŒl einen organischen Rest, der ihm eine begrenzte Mischbarkeit mit rein lipophilen Substanzen verleiht. Aus diesem Grund ist Ethanol in der Chemie ein wichtiges Lösungsmittel, so werden viele PflanzenauszĂŒge oder andere Medikamente als alkoholische Lösung angeboten.

SÀure-Base-AktivitÀt

Die OH-Gruppe des Ethanols ist mit einem pKs-Wert von 16[2] sehr schwach sauer, d. h., sie ist mit extrem starken Basen (wie etwa den Alkalimetallen Natrium und Kalium) in der Lage, ein Proton (H+) abzuspalten. In der Chemie ĂŒberfĂŒhrt man den Alkohol durch Umsetzen mit Alkalimetallen quantitativ in seine deprotonierte Form, das Ethanolat-Ion (CH3CH2O−). Die Reaktion verlĂ€uft unter Entwicklung von Wasserstoff:

\mathrm{2 \ CH_3CH_2OH + 2 \ Na \longrightarrow 2 \ CH_3CH_2O^- + 2 \ Na^+ + H_2}
Ethanol und Natrium reagieren zu Natriumethanolat und Wasserstoff.

Nukleophile Substitution

In aprotischen Lösungsmitteln reagiert Ethanol mit Halogenwasserstoffen ĂŒber eine nukleophile Substitution zu Ethylhalogeniden:

\mathrm{CH_3CH_2OH + HCl \longrightarrow CH_3CH_2Cl + H_2O}
Ethanol und Chlorwasserstoff reagieren zu Ethylchlorid und Wasser.
\mathrm{CH_3CH_2OH + HBr \longrightarrow CH_3CH_2Br + H_2O}
Ethanol und Bromwasserstoff reagieren zu Ethylbromid und Wasser.

Ethylhalogenide können auch spezifischer durch Halogenierungsreagenzien wie Thionylchlorid oder Phosphortribromid gebildet werden.

Veresterung

SÀurekatalysiert reagiert Ethanol mit CarbonsÀuren zu Ethylestern:

\mathrm{RCOOH + HOCH_2CH_3 \longrightarrow RCOOCH_2CH_3 + H_2O}
CarbonsÀuren reagieren mit Ethanol zu Ethylestern und Wasser.

Ethylester finden Verwendung als ZusĂ€tze fĂŒr Kosmetika, sowie Geruchs- und Geschmacksstoffe.

Dehydratation

Sehr starke SÀuren, wie SchwefelsÀure, können eine Dehydratation des Ethanols katalysieren. Es bilden sich entweder Diethylether oder Ethen:

\mathrm{2 \ CH_3CH_2OH \longrightarrow CH_3CH_2OCH_2CH_3 + H_2O}
Ethanol kondensiert zu Diethylether unter Abspaltung von Wasser.
\mathrm{CH_3CH_2OH \longrightarrow H_2C=CH_2 + H_2O}
Ethanol spaltet in einer Eliminierungsreaktion Wasser unter Bildung einer Doppelbindung ab.

Welches Produkt sich formt, hÀngt im Wesentlichen von weiteren Reaktionsbedingungen, wie Temperatur oder Konzentrationen ab. Bei der Reaktion kann weiterhin das hochgiftige Diethylsulfat entstehen.[16]

Oxidation

Ethanol ist thermodynamisch instabil und kann daher bei Anwesenheit von Luftsauerstoff bereits bei Raumtemperatur ĂŒber Acetaldehyd bis hin zur EssigsĂ€ure oxidiert werden. Derartige Reaktionen werden beispielsweise in biologischen Systemen von Enzymen katalysiert. Im Labor dienen krĂ€ftige anorganische Oxidationsmittel wie ChromsĂ€ure oder Kaliumpermanganat zur Oxidation zu EssigsĂ€ure. Die teilweise Oxidation bis zum Acetaldehyd gelingt mit schwĂ€cheren Oxidationsmitteln, etwa mit Pyridiniumchlorchromat (PCC).

Verbrennung

Die Oxidation des Ethanols muss nicht auf der Stufe der EssigsÀure stehenbleiben. Unter geeigneten Bedingungen, beispielsweise bei hohen Temperaturen, verbrennt Ethanol unter Flammenbildung bei vollstÀndiger Oxidation mit einem Heizwert von etwa 30 MJ/kg zu Kohlendioxid und Wasser:

\mathrm{CH_3CH_2OH + 3 \ O_2 \longrightarrow 2 \ CO_2 + 3 \ H_2O}

Volumenkontraktion

Ethanol ist in jedem VerhĂ€ltnis mit Wasser mischbar. Durch Kontraktion kommt es dabei zu einer Abnahme des Gesamtvolumens, das theoretisch aus der Summe der Einzelvolumina entstehen mĂŒsste. Mischt man 50 ml Ethanol mit 50 ml Wasser erhĂ€lt man nur 97 ml Ethanol-Wasser-Gemisch.

Physiologisches

Aufnahme und Abbau

Ethanol ist ein Körpergift, das Rezeptoren im Gehirn hemmt und so zu RauschzustĂ€nden fĂŒhrt. Der Alkohol wird im gesamten Verdauungstrakt aufgenommen. Dies beginnt in geringem Umfang bereits in der Mundschleimhaut. Der dort aufgenommene Alkohol geht direkt in das Blut ĂŒber und wird damit ĂŒber den gesamten Körper einschließlich des Gehirns verteilt. Der im Darm aufgenommene Alkohol gelangt dagegen zunĂ€chst mit dem Blut in die Leber, wo er teilweise abgebaut wird. Die Alkoholaufnahme wird durch Faktoren, die die Durchblutung steigern, erhöht, beispielsweise WĂ€rme (Irish Coffee, Grog), Zucker (Likör) und Kohlenstoffdioxid (aus KohlensĂ€ure in Sekt); Fett verlangsamt dagegen die Aufnahme. Dies fĂŒhrt aber nicht zu einer niedrigeren Resorption des Alkohols insgesamt, sondern nur zu einer zeitlichen Streckung.[17]

In der Leber wird der Alkohol - wie andere wasserlösliche Gifte - durch die Enzyme Alkoholdehydrogenase (ADH) und Katalase sowie das MEOS-System zu Ethanal (Acetaldehyd, H3C-CHO) abgebaut, um weiter durch Acetaldehyddehydrogenase zu EssigsĂ€ure oxidiert zu werden. Die EssigsĂ€ure wird ĂŒber den Citratzyklus und die Atmungskette in allen Zellen des Körpers unter Energiegewinnung zu CO2 veratmet. Die Leber kann bei erheblich gesteigertem, regelmĂ€ĂŸigem Konsum ihre AbbauaktivitĂ€t in geringem Maße anpassen. Das Zwischenprodukt Ethanal ist auch fĂŒr die so genannten „Kater“-Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen[18] mitverantwortlich. Der Abbau des Ethanals wird durch Zucker gehemmt, daher ist der Kater bei sĂŒĂŸen alkoholischen GetrĂ€nken, insbesondere Likör, Bowlen und manchen Sektsorten besonders intensiv.

Die Abbaurate durch die Alkoholdehydrogenase ist innerhalb gewisser Grenzen konstant. Sie betrĂ€gt zwischen 0,1 und 0,3 ‰ des Blutalkoholspiegels pro Stunde (je nach Körpergewicht), wobei die Abbauzeiten von MĂ€nnern und Frauen geringfĂŒgig variieren.[19] Eine Flasche Bier (œ l, 16 g Alkohol) wird danach in 1–2 Stunden abgebaut. Bei MĂ€nnern findet sich eine leicht erhöhte AktivitĂ€t der gastrischen Alkoholdehydrogenase im Magen, mit der Folge einer geringfĂŒgigen Beschleunigung des Alkoholabbaus. Hochdosierte Aufnahme von Fructose kann bei manchen Menschen durch UnterstĂŒtzung des Katalase-Ethanolabbaus zu einer schnelleren Metabolisierung fĂŒhren.[18] Bei höherer Alkoholkonzentration oder bei chronischen Trinkern wird der Alkohol zusĂ€tzlich ĂŒber das mikrosomale Ethanol oxidierende System (MEOS) abgebaut. Dabei wird Ethanol in den Mikrosomen der Leberzellen durch Cytochrom P450 (CYP2E1) unter Sauerstoffverbrauch ebenfalls zu Ethanal oxidiert. Dieser Effekt gepaart mit einer Desensibilisierung des vegetativen Nervensystems fĂŒhrt zu einer höheren Alkoholresistenz bei „trainierten Trinkern“ und „Spiegeltrinkern“. Diese Desensibilisierung durch Gewöhnung kann so weit gehen, dass Trinker mit zwei und mehr Promille keinerlei VerhaltensauffĂ€lligkeiten zeigen.

Andere Alkohole aus unsauber destillierten Spirituosen, die so genannten Fuselöle, werden ebenfalls durch die Alkoholdehydrogenase bzw. Acetaldehyddehydrogenase abgebaut. Dieser Abbau tritt damit zum Abbau des Ethanols in Konkurrenz, welcher in Folge dessen langsamer abgebaut wird. Etwa fĂŒnf Prozent des Ethanols werden ĂŒber Urin, Schweiß und Atemluft abgegeben.

Blut- und Atemalkohol

Alkotester DrÀger 7310

Ein objektives Maß fĂŒr die alkoholische Beeinflussung stellt die Alkoholkonzentration im venösen Blutkreislauf und in der Atemluft dar, wobei nur begrenzte Aussagen ĂŒber die physiologische BeeintrĂ€chtigung möglich sind, da diese stark von individuellen EinflĂŒssen, insbesondere der Alkoholgewöhnung, abhĂ€ngen.

Die Höhe der Blutalkoholkonzentration (BAK) bzw. der Atemalkoholkonzentration (AAK) ist mit einer statistischen Wahrscheinlichkeit mit dem Risiko von Ausfallerscheinungen oder UnfĂ€llen gegenĂŒber dem nĂŒchternen Zustand verbunden, die die Grundlage der gesetzlichen Promillegrenzen darstellen.

Die Blutalkoholkonzentration wird bei MĂ€nnern wie folgt errechnet (nach Watson):

BAK = 0,8/[(2,447 - 0,09516 * Alter in Jahren + 0,1074 * GrĂ¶ĂŸe in cm + 0,3362 * Gewicht in kg)] * Alkohol in g

Die erreichbare BAK ist von der aufgenommenen Trinkmenge, der Körpermasse und dem Geschlecht abhĂ€ngig, aber auch von Faktoren wie Statur und Alter sowie FĂŒllzustand des Magens. Zur Berechnung der (nur theoretisch) maximal erreichbaren BAK dient die Widmarkformel. Als Maßeinheit dient das MassenverhĂ€ltnis Milligramm Alkohol pro Gramm Blut (mg/g), besser bekannt als Promillewert.

Die AAK kommt dadurch zustande, dass in den LungenblĂ€schen (Alveolen) ein Übergang des Alkohols aus dem arteriellen Blutkreislauf in die eingeatmete Luft erfolgt, womit beim Ausatmen Alkohol abgegeben wird. Als Maßeinheit dient die Alkoholmenge in Milligramm pro Liter Atemluft (mg/l). Eine direkte Umrechnung von AAK in BAK ist nicht exakt möglich, da sich das VerhĂ€ltnis zeitlich verĂ€ndert. Daher existieren in der Bundesrepublik Deutschland zwei separate Grenzwerte, die juristisch gleichgesetzt sind und auf dem mittleren Verteilungsfaktor von 1:2000 beruhen. Damit entsprechen 0,5 mg/g BAK 0,25 mg/l AAK.

Unmittelbare physiologische Wirkung

Alkohol bewirkt situativ eine BetÀubung, eine Stimulation oder auch einen Stimmungswandel.

Er fĂŒhrt auch zu einer Erweiterung insbesondere der peripheren BlutgefĂ€ĂŸe. Daraus ergibt sich ein WĂ€rmegefĂŒhl beim Konsum alkoholhaltiger GetrĂ€nke. Dabei wird die natĂŒrliche Regulierung des WĂ€rmehaushalts bei niedrigen Temperaturen außer Kraft gesetzt. Zugleich wirkt Alkohol betĂ€ubend, so dass bedrohliche KĂ€lte nicht mehr wahrgenommen wird. Daher können Erfrierungen bis hin zum KĂ€ltetod die Folge winterlichen Alkoholkonsums sein.

Problematisch ist auch die Kombination von Alkohol mit Medikamenten und anderen Drogen. Hier gibt es vielfĂ€ltige Wechselwirkungen, die zu einer vorzeitigen und intensiveren BeeintrĂ€chtigung als bei reinem Alkoholkonsum fĂŒhren können. Das beim Alkoholabbau gebildete Cytochrom P450 2E1 kann die Wirksamkeit von Medikamenten durch deren Abbau beeintrĂ€chtigen. Viele der „Drogentoten“ (insbesondere der angeblichen Heroinopfer) starben an einem Mischkonsum mit Alkohol.

Giftigkeit

FĂŒr den Menschen ist Ethanol giftig. Eine ĂŒbermĂ€ĂŸige Einnahme (ĂŒber etwa 1 Promille Alkoholkonzentration im Blut) fĂŒhrt zu typischen Trunkenheitssymptomen wie Schwindel, Übelkeit, Orientierungsstörung, Redseligkeit und gesteigerter AggressivitĂ€t. Die Letale Dosis (LD) liegt etwa bei 3,0 bis 4,0 Promille fĂŒr ungeĂŒbte Trinker. Es wurden jedoch schon Werte ĂŒber 7 Promille gemessen.[20] Die LD50 betrĂ€gt fĂŒr die Ratte 7060 mg/kg bei oraler Applikation.[21]

Die regelmĂ€ĂŸige Einnahme kann zu einer AbhĂ€ngigkeit (Alkoholkrankheit) fĂŒhren. Dabei werden alle Zellen des Körpers geschĂ€digt. Insbesondere leiden das Nervensystem und die Leber. Der Vitamin B1-Stoffwechsel wird durch langanhaltenden Alkoholkonsum geschĂ€digt, diese SchĂ€digung kann eine Polyneuritis auslösen. Epilepsie, Psychosen, soziale Vereinsamung und der verfrĂŒhte Tod können die Folge sein. Die Wernicke-Enzephalopathie findet sich bei etwa 15 % der verstorbenen Alkoholiker, und bildet zusammen mit dem Korsakow-Syndrom das Wernicke-Korsakow-Syndrom. Bekannt ist auch die SchĂ€digung des Zentralnervensystems beim Delirium tremens. Diese Nervenerscheinung tritt beim Alkoholentzug des Körpers auf. In Deutschland sterben ĂŒber 73.000 Menschen jĂ€hrlich vorzeitig aufgrund ihres Alkoholmissbrauchs.[22].

Bei einer akuten Ethanolvergiftung hilft es, Erbrechen herbeizufĂŒhren. Das kann auch durch Auspumpen des Mageninhalts erfolgen. Danach sollte viel Wasser getrunken oder – falls nicht mehr möglich – intravenös physiologische Kochsalzlösung infundiert werden.

Wirkungen auf Nervensystem und Gehirn

Die akuten Wirkungen des Ethanols beruhen auf einer SchĂ€digung von allen Körper- und vorwiegend Nervenzellen sowie auf einen Einfluss auf den Hirnstoffwechsel.[23] Dies fĂŒhrt zu der oft beobachteten Enthemmung, Beeinflussung des Gleichgewichtssinns und Sehvermögens (verengtes Blickfeld, Tunnelblick), der Muskelkontrolle und bis zu aggressivem Verhalten. GrĂ¶ĂŸere Mengen wirken akut betĂ€ubend und können zu ErinnerungslĂŒcken fĂŒhren.[24]

In einer Studie mit etwa 2.800 Personen, die jeweils mindestens 55 Jahre alt waren, wurden zunĂ€chst zwischen 1987 und 1989 die Daten der Personen erfasst. Von 1993 bis 1995 wurden dann bei noch rund 1.900 der Versuchspersonen ĂŒber eine Kernspintomographie die SchĂ€digungen des Gehirns ermittelt. Bei der Datenaufnahme waren die Probanden je nach Alkoholkonsum in fĂŒnf verschiedene Gruppen eingeteilt worden. Dabei zeigte sich, dass auch bei geringer Alkoholaufnahme das Hirngewebe in geringem Maße schrumpfte; weiterhin war kein Zusammenhang zwischen der Menge des konsumierten Alkohols und der Anzahl von Hirn- oder Herzinfarkten nachweisbar.[25][26]

Starker Alkoholkonsum fĂŒhrt zu einem als Trunkenheit bezeichneten Zustand. Dieser ist einerseits durch körperliche VerĂ€nderungen wie etwa psychisch durch erhöhte EmotionalitĂ€t, andererseits durch eine verĂ€nderte Bewusstseinswahrnehmung und verringerte geistige LeistungsfĂ€higkeit gekennzeichnet. Dabei zeigen neue Studien, dass es dabei zu einer Verringerung der AktivitĂ€t der Gehirnregion kommt, die fĂŒr das Erkennen von Gefahren benötigt wird.[27] Meistens fĂŒhrt erheblicher Alkoholkonsum zu Übelkeit und Erbrechen. Dabei wird allerdings nur der Teil des Alkohols ausgeschieden, der noch nicht in die Blutbahn gelangt ist.

In noch grĂ¶ĂŸeren Mengen setzt eine akute Alkoholvergiftung ein, die bis zum Koma oder dem direkten Tod fĂŒhren kann. Besonders gefĂ€hrlich ist der schnelle Konsum von hochprozentigen Spirituosen, da die Übelkeitsschwelle langsamer eintritt als ein lebensbedrohlicher Anstieg des Blutalkoholspiegels. Beim schnellen Trinken einer ganzen Flasche Schnaps, diese enthĂ€lt 150–200 ml Ethanol, kann durch LĂ€hmung des Hirnstammzentrums ein tödlicher Kollaps eintreten. Ferner kann eine zusĂ€tzliche Vergiftung drohen, wenn das Genussmittel mit grĂ¶ĂŸeren Mengen an Nebenprodukten verunreinigt ist wie Fuselalkoholen oder Methanol, die bei der Spirituosen zugrundeliegenden Destillation angereichert werden können.

Andere Auswirkungen und SchÀden

Chronische Aufnahme von Ethanol schÀdigt neben Nervenbahnen und Leber vorwiegend Pankreas, Herz und Gehirn, [19] da diese Ethanol nicht zu Acetaldehyd oxidieren können. Es entstehen FettsÀureethylester, welche die Gewebe schÀdigen.[28]

Menge alkoholhaltiger GetrÀnke Blutalkoholspiegel Wirkungen
1 Glas Bier (0,33 l) oder
0,2 l Wein
< 0,2 ‰ enthemmende Wirkung mit Steigerung der Redseligkeit
2–3 GlĂ€ser Bier oder
0,5 l Wein
0,5–1 ‰ „Schwips“ mit Enthemmung, SelbstĂŒberschĂ€tzung, Nachlassen der ReaktionsfĂ€higkeit
5–9 GlĂ€ser Bier oder
1–1,5 l Wein
1–2 ‰ deutliche Angetrunkenheit, beginnende Ataxie, verminderte Sehleistung, teils AggressivitĂ€t, Uneinsichtigkeit
11–16 GlĂ€ser Bier oder
2–3 l Wein
2–3 ‰ Trunkenheit, Rausch, starke Ataxie, Denk- und Orientierungsstörungen, spĂ€ter teils Amnesie
ab 3 ‰ schwerer Rausch, Benommenheit bis zur Bewusstlosigkeit, Lebensgefahr durch AtemlĂ€hmung, Aspiration von Erbrochenem und UnterkĂŒhlung
6–8 ‰ meist tödlich
Quelle [19] Hinweis: Diese Angaben sind Durchschnittswerte und können sehr stark variieren.

Alkohol hat auch Auswirkungen auf SexualitĂ€t und Fruchtbarkeit. Ethanol erzeugt eine Erhöhung des Östrogenspiegels im Blut der Frau, was in Mengen ab 0,5-1 ‰ zu FertilitĂ€tsstörungen fĂŒhren kann. Beim Mann bewirkt dieselbe Menge Ethanol (zwei GlĂ€ser Wein oder eine Flasche Bier) eine Verringerung der Menge an Sperma und gleichzeitig des Prozentsatzes von normalen Spermien um bis zu 34 %. [29] Dies wird durch die von Ethanol erzeugte Reduktion der Testosteronproduktion beim Mann begrĂŒndet. Aufnahme grösserer Mengen kann bis zur Hoden-Atrophie fĂŒhren.[30] Alkoholkonsum fĂŒhrt zwar zu einer Enthemmung, speziell bei MĂ€nnern auch zu einer Steigerung der Libido. Parallel dazu verringert sich allerdings ab etwa 0,4 ‰[31] die ErektionsfĂ€higkeit bis hin zur völligen erektilen Dysfunktion.[19]

Mangelsymptome durch Ethanol

RegelmĂ€ĂŸiger Alkoholkonsum kann zu Mangelerscheinungen verschiedener Vitamine, Körperelektrolyte und Spurenelemente fĂŒhren. So waren bei Patienten mit alkoholischer Lebererkrankung die fettlöslichen Vitamine Retinol (Vitamin A), Cholecalciferol (Vitamin D) und Tocopherol (Vitamin E) in Leber, Blut und gesamtem Organismus deutlich reduziert.[18] Retinol wird dabei in Anwesenheit von Ethanol verstĂ€rkt metabolisiert, wobei teils Karzinogene entstehen.[32][33] Der Vitamin D-Mangel zeigt sich in verstĂ€rktem Auftreten von Frakturen und Osteoporose bei Alkoholkranken. Bei den E-Vitaminen, die aus verschiedenen Isomeren des Tocopherols bestehen, induziert Ethanol eine Verschiebung des Anteils vom α- zum sehr viel schwĂ€cher wirksamen Îł-Isomer und damit Mangelsymptome. Auch alle wasserlöslichen Vitamine treten bei Alkoholismus vermindert auf, wobei vorwiegend Thiamin (Vitamin B1), Pyridoxin (Vitamin B6) und FolsĂ€ure betroffen sind. Alkoholaufnahme vermindert die Resorption von Vitamin B1 im DĂŒnndarm und stört auch die Aktivierung des Thiamins durch Hemmung seiner Phosphorylierung. Dies kann – insbesondere bei gleichzeitiger Aufnahme von Diuretika – zu einem Herzversagen fĂŒhren.[18] Ethanol blockiert die Bildung von Pyridoxal-5-Phosphat aus Vitamin B6, das im Organismus auch durch das aus Alhohol entstehende Ethanal zerstört wird. FolsĂ€ure wird ebenfalls vermindert resorbiert; ein Mangel bewirkt wiederum eine niedrigere Aufnahme von Thiamin im Darm. Der FolsĂ€uremangel fĂŒhrt zu den stĂ€rksten akuten Symptomen bei Alkoholkranken wie Blutbildungsstörungen (makrozytĂ€re AnĂ€mie ), neurologischen Störungen (Vergesslichkeit und Schlafstörungen) sowie Fetusmissbildungen bei Schwangeren. Starker Alkoholkonsum kann ebenfalls einen Mangel wichtiger Elektrolyte und Spurenelemente, vorwiegend von Zink, Magnesium und Selen verursachen. Zinkmangel bedingt dabei eine VerstĂ€rkung der Giftigkeit des Ethanols, da das Enzym Alkoholdehydrogenase, welches Ethanol im Körper abbaut, abhĂ€ngig von Zink ist.

Alkohol in der Schwangerschaft

Alkoholkonsum der Mutter wĂ€hrend der Schwangerschaft kann zum sogenannten fetalen Alkoholsyndrom (FAS) fĂŒhren. Dieses ist hĂ€ufig durch eine BeeintrĂ€chtigung der geistigen Entwicklung des Kindes sowie körperliche Fehlbildungen (z. B. Herzfehler) gekennzeichnet. Jedes Jahr werden 10.000 alkoholgeschĂ€digte Kinder in Deutschland geboren, davon 4.000 Kinder mit dem Vollbild des fetalen Alkoholsyndroms. SchĂ€digungen bei Kindern alkoholabhĂ€ngiger MĂŒtter gehören damit zu den hĂ€ufigsten der prĂ€natal bedingten GesundheitsschĂ€den und sind hĂ€ufiger als das Down-Syndrom. Generell ist in der Schwangerschaft jeglicher Alkoholkonsum zu vermeiden. Schon kleine Mengen können fĂŒr das Kind fatale Folgen haben. Einer Studie der Berliner CharitĂ© zufolge konsumieren 58 Prozent aller Schwangeren gelegentlich alkoholische GetrĂ€nke. Alkoholkonsum in der Schwangerschaft ist in Deutschland derzeit nicht strafbar (vgl. Kindesmisshandlung). [34][35][36]

Todesursache AlkoholabhÀngigkeit und -missbrauch

Hauptartikel: Alkoholkrankheit

Alkohol kann eine sehr starke und körperliche und/oder psychische AbhÀngigkeit erzeugen, die körperliche AbhÀngigkeit ist verbunden mit heftigen Entzugserscheinungen. Bis zu 2 Millionen Menschen sind allein in Deutschland alkoholkrank, ca. 10 Millionen von AbhÀngigkeit bedroht.

In Deutschland starben im Jahr 2002 circa 40.000 Menschen durch Alkoholmissbrauch [37], was wiederum ca. zwei Prozent aller SterbefÀlle entsprach, wobei MÀnner dreimal hÀufiger betroffen waren als Frauen.

Die hĂ€ufigste alkoholbedingte Todesursache war die alkoholische Leberzirrhose mit 9.550 Toten.[38] Die Zahlen der WHO vom 29. Dezember 2004 belaufen sich fĂŒr das Jahr 2004 auf 21.675 Tote, davon 8.381 Kinder im Alter zwischen 10–15 Jahren. Eine Krankheit, mit einer MortalitĂ€t (Todesrate) von ĂŒber 50 Prozent, die insbesondere in Verbindung mit Alkohol und fettem Essen ausgelöst wird, ist die Pankreatitis (BauchspeicheldrĂŒsenentzĂŒndung).

Die damalige Drogenbeauftragte der Bundesregierung und StaatssekretĂ€rin im Bundesgesundheitsministerium, Marion Caspers-Merk, sprach fĂŒr 2003 von 40.000 TodesfĂ€llen als Folge des Alkoholkonsums in Deutschland, wobei, im Vergleich, 1.477 Personen durch illegale Drogen verstorben sind und 110.000 als Folge des Tabakrauchens.[39]

Hilfe bieten Ärzte oder Selbsthilfegruppen wie die Anonymen Alkoholiker oder die Guttempler, ebenso Suchtberatungsstellen sowie verschiedene andere Selbsthilfegruppen.

Krebsrisiko

ÜbermĂ€ĂŸiger Konsum von Alkohol kann neben teils unheilbaren Erkrankungen wie Leberzirrhose und Nervenerkrankungen auch viele Krebsarten (wie Magenkrebs und Speiseröhrenkrebs) erzeugen. Der regelmĂ€ĂŸige Konsum selbst kleiner Mengen alkoholischer GetrĂ€nke erhöht vielen wissenschaftlichen Studien zufolge das generelle Krebs- sowie insbesondere auch das Brustkrebsrisiko. [40] [41] [42]

Die Internationale Agentur fĂŒr Krebsforschung (IARC, „International Agency for Research on Cancer“) hat im Februar 2007 durch eine internationale Arbeitsgruppe eine Neubewertung der Folgen des Konsums alkoholischer GetrĂ€nke vorgenommen und aus folgenden GrĂŒnden pauschal „Ethanol in alkoholischen GetrĂ€nken“ als karzinogen fĂŒr den Menschen (Gruppe 1) eingestuft: Das Vorkommen von malignen Tumoren von Mundhöhle, Rachenhöhle, Kehlkopf, Speiseröhre, Leber, weiblicher Brust und Colorectum steht in kausalem Zusammenhang mit dem Konsum alkoholischer GetrĂ€nke, wie zahlreiche Studien zeigen. GegenĂŒber der frĂŒheren Bewertung im Jahre 1988 sah es die IARC-Arbeitsgruppe als gesichert an, dass Ethanol und nicht andere Bestandteile oder Kontaminanten fĂŒr die KarzinogenitĂ€t von alkoholischen GetrĂ€nken verantwortlich ist. Das Krebsrisiko steigt generell mit der aufgenommenen Alkoholmenge. Ein Zusammenhang mit der Art des aufgenommenen Alkohols (Bier, Wein oder Spirituosen) konnte nicht hergestellt werden. [43]

Die karzinogene Wirkung entsteht durch das Ethanal, zu dem Ethanol in der Leber abgebaut wird. Das Ethanal wird durch Polyamine zu Crotonaldehyd umgewandelt, welches wiederum die DNA zerstört.[44]

Mögliche positive gesundheitliche Wirkungen

Es ist unumstritten, dass die Wirkung alkoholischer GetrĂ€nke eindeutig negativ ist, wenn sie in grĂ¶ĂŸeren Mengen und regelmĂ€ĂŸig konsumiert werden. Beim Konsum geringerer Mengen Alkohol hingegen ist umstritten, ob die Wirkung eher positiv oder eher negativ ist.

Viele vordergrĂŒndig positive Wirkungen werden durch andere aufgehoben, etwa die stark erhöhte Krebsgefahr beim regelmĂ€ĂŸigen Konsum selbst geringer Mengen, die durch wissenschaftliche Studien bestĂ€tigt wurden. Z.B. die jĂŒngste Studie mit einer Million Frauen in England. [1]Mediziner warnen davor, einzelne Wirkungen aus dem Gesamtzusammenhang zu reißen. So ist zum Beispiel der erhöhte Verlust an Vitaminen und Mineralstoffen beim Alkoholkonsum zu berĂŒcksichtigen.

Die meisten positiven Wirkungen gehen nicht vom Alkohol selbst aus, sondern von anderen Pflanzenstoffen, die in GetrÀnken wie Rotwein enthalten sind.

Aus einer Anzahl epidemiologischer Untersuchungen geht hervor, dass ein ausgesprochen mĂ€ĂŸiger Konsum bestimmter alkoholhaltiger GetrĂ€nke – insbesondere Rotwein – (etwa 1–2 GlĂ€ser pro Tag) ĂŒber lĂ€ngere ZeitrĂ€ume vor koronarer Herzerkrankung schĂŒtzen soll. Außerdem wurde bei bis zu 20–40 g Alkohol bei MĂ€nnern und bei bis zu 10–20 g bei Frauen eine höhere Lebenserwartung festgestellt. Dies entspricht 1/4 Liter Rotwein oder 1/2 Liter Bier pro Tag.

Die höhere Lebenserwartung ist allerdings nur ein statistischer Effekt, da unter den Antialkoholikern auch Personen sind, die gerade wegen einer Krankheit und damit verbundener niedriger Lebenserwartung keinen Alkohol trinken.[45][46]

Viele Studien wurden von der Alcohol Task Force der Stiftung International Life Sciences Institute finanziert, deren Mitglieder die Konzerne MoĂ«t & Chandon, Allied Domecq, Brasseries Kronenbourg, Heineken und Diageo sind. In Deutschland wurden viele Studien von der Deutschen Weinakademie (DWA) in Auftrag gegeben, die von den Weinerzeugern finanziert wird. Alleine fĂŒr die Pressearbeit im Inland wurden 160 000 Euro ausgegeben. Die französische Sopexa gab 800 000 Euro fĂŒr deutsche Medien aus.

Eine neue Metaanalyse von 54 internationalen Studien, die sich mit Alkohol und Herzschutz befassten – die Ă€lteste war von 1974, die jĂŒngste von 2004 – wirft prinzipielle Zweifel an den immer wieder postulierten positiven gesundheitlichen Wirkungen von moderatem Alkoholkonsum auf. [47] Die Quintessenz dieser nun in Frage gestellten Untersuchungen lautet, dass mĂ€ĂŸiger Alkoholkonsum langfristig die Rate von Herzinfarkten und SchlaganfĂ€llen senke. TrĂ€gt man die Sterblichkeit (Y-Achse) gegen den Alkoholkonsum (X-Achse) graphisch auf, ergibt sich gemĂ€ĂŸ der Interpretation dieser Studienergebnisse eine J-Kurve (so genannt, weil sie einem liegenden J Ă€hnelt), nach der die kardiovaskulĂ€re und allgemeine Sterblichkeit bei einem leichten Alkoholkonsum am niedrigsten sei, dann aber rasch und sprunghaft ansteige. Menschen, die wenig Alkohol trinken, lebten demnach lĂ€nger als abstinente Personen oder Vieltrinker.

Die 2006 veröffentlichte Metaanalyse kommt dagegen zu dem Schluss, dass 47 der 54 untersuchten Studien einen gravierenden Fehler aufweisen, infolgedessen die genannten Schlussfolgerungen an GlaubwĂŒrdigkeit verlören. So wurden in den meisten Studien ehemalige Alkoholkonsumenten – mit all ihren durch den bisherigen Alkoholkonsum kumulierten gesundheitlichen Problemen – der Gruppe der Abstinenzler zugerechnet. Diese „spĂ€ten“ Abstinenzler, die das Trinken erst im fortgeschrittenen Alter aufgrund von – teils durch Alkoholkonsum verursachten - chronischen Krankheiten aufgegeben haben bzw. aufgeben mussten, werden mit den „echten“ Abstinenzlern, also denjenigen Personen, die schon viele Jahre lang Alkohol meiden oder nie welchen getrunken haben, in eine Gruppe zusammengefasst. Dieses Vorgehen setzt jedoch den durchschnittlichen Gesundheitszustand der Personen der Gruppe der „Abstinenzlern“ generell herab – gemĂ€ĂŸ den Autoren der Metastudie ein erheblicher methodischer Fehler. Hierdurch entsteht der – falsche – Eindruck, in der Gruppe der (echten) Anti-Alkoholiker gĂ€be es eine höhere Zahl von TodesfĂ€llen als bei den moderaten Trinkern, so dass letztere wiederum als besonders gesund und langlebig erscheinen. BerĂŒcksichtigt man jedoch den „Abstinenzler-Fehler“, verringern sich die postulierten positiven Effekte von moderatem Alkoholgenuss bzw. sind diese gar nicht mehr vorhanden. Graphisch betrachtet ergibt sich bei zunehmendem Alkoholkonsum demnach gar keine (ausgeprĂ€gte) J-Kurve, sondern vielmehr ein stetiges Ansteigen der Alkohol-verursachten Todes- und KrankheitsfĂ€lle.

Kaye Fillmore von der University of California in San Francisco, eine Autorin der Metaanalyse, weist darĂŒber hinaus darauf hin, dass bei der Bewertung der gesundheitlichen Wirkung von moderatem Alkoholgenuss hĂ€ufig der typische Fehler gemacht wĂŒrde, Ursache und Wirkung zu verwechseln: „Wir wissen, dass Ă€ltere Menschen, die mĂ€ĂŸig Alkohol trinken, gesĂŒnder sind als gleichaltrige Nichttrinker“ so Fillmore, „Das Trinken ist eine Folge ihres guten Allgemeinbefindens, nicht aber dessen Ursache. Viele Menschen meiden Alkohol im Alter aufgrund gesundheitlicher Probleme.“ Demzufolge sind diese Personen also nicht krank, weil sie nicht (moderat) trinken, sondern sie trinken nicht, weil sie krank sind.

Die Autoren der Metastudie kommen zu dem Schluss, dass die schĂŒtzende, lebensverlĂ€ngernde Wirkung von Alkohol aufgrund des beschriebenen „Abstinenzler-Fehlers“ in der Vergangenheit deutlich ĂŒberbewertet wurde, wollen allerdings positive gesundheitliche Effekte von moderatem Trinken nicht prinzipiell ausschließen – fĂŒr eine fundierte Aussage hierzu mangle es schlicht an fehlerfreien Studien.

Metastudien, also die zusammenfassende Analyse verschiedener Studien mit statistischen Mitteln, sind nach Ansicht ihrer Kritiker ein gewagtes Unterfangen, da dieser Ansatz eine Reihe methodischer Probleme mit sich bringen kann;[48] zweifelsfreie Schlussfolgerungen seien bei dieser Art der Analyse daher nicht zwangslÀufig möglich. So lobte der Gerontologe John B. Standridge zwar die Arbeit der Forscher um Kaye Fillmore, zweifelt selbst aber weiterhin nicht daran, dass ein moderater Alkoholkonsum der Gesundheit zutrÀglich sei.

UrsĂ€chlich fĂŒr die möglichen positiven Wirkungen sei nicht der Alkohol selbst, sondern Begleitstoffe (sekundĂ€re Pflanzenstoffe von roten Trauben und Inhaltsstoffe der Bierhefe), die im Wein und Bier zu finden seien und durch den Alkohol, der ein gutes Lösungsmittel ist, verfĂŒgbar gemacht wĂŒrden (Lösungsmitteltheorie). Daher besĂ€ĂŸen SchnĂ€pse und die meisten Liköre auch keine vergleichbaren Wirkungen.

In anderen Kulturen sind jedoch andere alkoholische GetrĂ€nke statistisch gesehen vorteilhafter, und es wurde kein signifikanter Unterschied zwischen einzelnen GetrĂ€nkearten (Bier, Wein und Spirituosen) gefunden, so dass dies fĂŒr die soziale Komponente als einzigen positiven Faktor spricht. Eine Studie an 38 000 Mitarbeitern des amerikanischen Gesundheitssystems zeigte, dass der Konsum von Bier und anderen Spirituosen – nicht aber von Wein – das Infarktrisiko senkte. Eine Studie aus Schanghai wiederum beschrieb fĂŒr Reisweintrinker eine geringere koronare MortalitĂ€t.

Populationsgenetische Aspekte des Alkohols

Seit langem gilt als gesichert, dass die ursprĂŒnglich aus Ostasien stammenden Einwohner Amerikas („Indianer“ und Inuit) auf Alkohol erheblich empfindlicher reagieren als EuropĂ€er. Dies wurde beim Vordringen der EuropĂ€er auf dem amerikanischen Kontinent gezielt ausgenutzt, indem Schnaps als „Feuerwasser“ an einheimische StĂ€mme (die den Schnaps selbst als „Geheimniswasser“ bezeichneten) verteilt wurde – viele VertrĂ€ge ĂŒber Gebietsabtretungen oder GĂ€nge in die Reservat kamen durch das Trunkenmachen von StammesfĂŒhrern zustande. Auch Ostasiaten zeigen – jedoch weniger durchgĂ€ngig als die amerikanischen Ureinwohner – eine geringere AlkoholvertrĂ€glichkeit als EuropĂ€er. Unter Schwarzafrikanern ist die VertrĂ€glichkeit sehr unterschiedlich.

Die Ursache dafĂŒr liegt in einem schnelleren Abbau des Blutalkohols bei den meisten EuropĂ€ern. WĂ€hrend sie noch trinken, beginnt bereits eine biochemische Reaktion, bei der durch das Enzym Alkoholdehydrogenase der Alkohol abgebaut wird. Das dabei als Zwischenprodukt gebildete Ethanal (ein Aldehyd) fĂŒhrt in grĂ¶ĂŸerer Konzentration zum so genannten Kater.

Genetische Untersuchungen zeigten, dass die genetischen Allele fĂŒr das Enzym Alkoholdehydrogenase bei EuropĂ€ern anders als bei Menschen anderer Herkunft verbreitet ist. Diese Allele unterscheiden sich in einigen Basen voneinander und fĂŒhren zu leicht unterschiedlichen Varianten der Alkoholdehydrogenase (sogenannten Isoenzymen). Dabei kann Reinerbigkeit (Homozygotie) oder Mischerbigkeit (Heterozygotie) bezĂŒglich der Allele vorliegen. Untersuchungen an asiatischstĂ€mmigen Amerikanern zeigten, dass homozygote Menschen mit dem Allel ALDH2*2 eine erheblich niedrigere Abbaurate fĂŒr Blutalkohol haben. Mischerbige Menschen wiesen die gleiche Abbaurate wie reinerbige Menschen mit dem Genotyp ALDH2*1 auf, bauten aber das Zwischenprodukt Ethanal (den „Katerstoff“) langsamer ab.

Dass die EuropĂ€er als mit einer höheren AlkoholvertrĂ€glichkeit ausgestattet gelten, dĂŒrfte ein Mischeffekt des schnelleren Abbaus aufgrund der Enzymausstattung und der höheren Alkoholtoleranz durch Gewöhnung sein.

Gesetzliche BeschrÀnkungen

Die EinschrĂ€nkung der VerfĂŒgbarkeit ist eine der wenigen wirksamen Maßnahmen, die ein Staat besitzt, um den Alkohol-Gesamtkonsum und damit die alkoholbedingten SchĂ€den zu vermindern: Zum Beispiel EinschrĂ€nkung der Laden- und Ausschank-Öffnungszeiten, der Anzahl der Betriebe, die Alkohol verkaufen dĂŒrfen; die Erteilung von Bewilligungen fĂŒr Alkoholverkauf an Bedingungen knĂŒpfen (Lizenz, GebĂŒhren, WirteprĂŒfung, etc.); gesetzliches Mindestalter; Erhöhung der Alkoholsteuer.

In einigen, vorzugsweise islamischen LÀndern, ist Alkohol gesetzlich verboten. GetrÀnke wie Absinth sind oder waren bis vor kurzer Zeit wegen ihres (angeblich) erhöhten Gefahrenpotentials auch in vielen europÀischen LÀndern verboten.

WĂ€hrend der amerikanischen Prohibitionszeit (1919–1932) war der Verkauf von Alkohol in den USA gesetzlich verboten. Dies fĂŒhrte zur massenhaften Entstehung von illegalen Kneipen (Speakeasies) und zum AufblĂŒhen der organisierten KriminalitĂ€t. In den USA gibt es nach wie vor Gemeinden mit einem Verbot des Verkaufs, der Bewerbung und des öffentlichen Konsums von Alkohol (Gemeindeautonomie), zum Beispiel auch in Lynchburg in Tennessee, der Heimat des Whiskey Jack Daniel’s.

In Deutschland besteht ein Branntweinmonopol. Das deutsche GaststĂ€ttengesetz schreibt im § 6 vor, dass als preiswertestes GetrĂ€nk – auf Grundlage des hochgerechneten Preises fĂŒr einen Liter – ein Nichtalkoholisches angeboten werden muss.

Jugendschutz

In Deutschland und der Schweiz dĂŒrfen nach dem Jugendschutzgesetz alkoholische GetrĂ€nke nicht an Personen unter 16 Jahren und GetrĂ€nke, die Branntwein in mehr als nur geringfĂŒgigen Mengen enthalten, erst nach Vollendung des 18. Lebensjahres abgegeben werden (§ 9 Absatz 1 JuSchG). In Deutschland ist das öffentliche Konsumieren von nicht-branntweinhaltigen alkoholischen GetrĂ€nken in Begleitung von Erziehungsberechtigten oder -beauftragten ab 14 Jahren gestattet, es gibt sonst keine BeschrĂ€nkung.

In Österreich ist der Jugendschutz LĂ€ndersache. In Wien, Vorarlberg, Niederösterreich und dem Burgenland ist der Alkoholkonsum grundsĂ€tzlich erst ab 16 gestattet. In den anderen BundeslĂ€ndern dĂŒrfen GetrĂ€nke bis zu einem Alkoholgehalt von 14 Volumenprozente mit 16 Jahren, solche darĂŒber mit 18 Jahren getrunken werden. Andere LĂ€nder – beispielsweise die USA (die meisten Staaten) – sehen als Mindestalter zum öffentlichen sowie privaten Verzehr von Alkohol das vollendete 21. Lebensjahr vor.

Straßenverkehr

Da Alkohol die FahrtĂŒchtigkeit einschrĂ€nkt, ist das Fahren unter Alkoholeinfluss in den meisten LĂ€ndern der Welt unter Strafe gestellt. In Deutschland gelten 0,5 ‰ als Grenze der FahruntĂŒchtigkeit, bei FahranfĂ€ngern gilt seit dem 1. August 2007 die 0,0 ‰ Grenze.[49]

Literatur

  • Singer, Teyssen (Hrsg.): Alkohol und Alkoholfolgekrankheiten. 2. Auflage. Springer, Heidelberg 2005, ISBN 3-540-22552-8.
  • GĂŒnter Schmidt: ALEX – Das Alkohollexikon. Books on Demand (BoD), Norderstedt 2002. ISBN 3-8311-3825-7
  • Bernhard van Treeck: Drogen- und Suchtlexikon. Lexikon-Imprint-Verlag, Berlin 2003. ISBN 3-89602-221-0
  • Bernhard van Treeck: Drogen. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2003. ISBN 3-89602-420-5
  • Arthur L. Klatsky: Alkohol fĂŒrs Herz. in: Spektrum der Wissenschaft. Spektrumverlag, Heidelberg 25.2003,10, S. 62–68. ISSN 0170-2971
  • J. Kauhanen u. a.: Beer binging and mortality, results from the Kuopio ischaemic heart desease risk factor study, a prospective population based study. in: British Medical Journal. London 315.1997, S. 846. ISSN 0267-0623
  • E. B. Rimm u. a.: Moderate alcohol intake and lower risk of coronary heart desease, meta-analysis on effects on lipids and haemostatic factors. in: British Medical Journal. London 319.1999, S. 1523. ISSN 0267-0623
  • K. Nanchal u. a.: Alcohol consumption, metabolic cardiovascular risk factors and hypertension in women. in: International Journal on Epidemiology. Oxford Univ. Press, Oxford 29.2000, S. 57. ISSN 0300-5771
  • C. Power u. a.: U-shaped relation for alcohol consumption and health in early adulthood and implications for mortality. in: The Lancet. Elsevier Science, New York 352.1988, S. 877. ISSN 1474-547X
  • Hans-Peter Beck-Bornholdt: Der Hund, der Eier legt. Erkennen von Fehlinformation durch Querdenken. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2002. ISBN 3-499-61154-6
  • Knut Kröger: Lebenserwartung – Der Mythos vom Rotwein. in: Deutsches Ärzteblatt. Köln 100.2003,42 (17. Oktober), S. A-2706, B-2260, C-2120. ISSN 0012-1207

Weblinks

Ethanol aus Biomasse/pflanzlichen AbfÀllen

Ethanol als Energiequelle

Ethanol als Kraftstoff

Hörspiel

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Quellen

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  6. ↑ FĂ€rber W.: Drogen im Alten Ägypten. In: Völger G, Welck K: Rausch und RealitĂ€t: Drogen im Kulturvergleich Bd 2. Rowohlt, Reinbek, 1982, S. 480–487.
  7. ↑ a b Singer, Teyssen (Hrsg.): Alkohol und Alkoholfolgekrankheiten. 2. Auflage. Springer, Heidelberg 2005, ISBN 3-540-22552-8.
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  33. ↑ X. D. Wang: Alcohol, vitamin A and cancer. Alcohol 2005;35:251–258
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  49. ↑ 0,0 ‰ Grenze fĂŒr FahranfĂ€nger
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   Lexikon der gesamten Technik

  • Alkohol — löst Zungen, aber keine Probleme. «Werner Mitsch» Sorgen ertrinken nicht in Alkohol. Sie können schwimmen. «Heinz RĂŒhmann [* 1902]; dt. Schauspieler» Alkohol zieht den Horizont auf den Umfang eines Bierdeckels zusammen. «Peter Tille» 
   Zitate - Herkunft und Themen

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   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

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   Damen Conversations Lexikon

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   Das Herkunftswörterbuch

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