Hanse

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Hanse
Nordeuropa und die Hansestädte um 1400
14. und Anf. 15. Jahrh. Die Hansestädte und der Deutsche Orden
Abbildung aus dem Hamburger Stadtrecht von 1497

Hanse (ahd. hansa f√ľr ‚ÄöGruppe, Gefolge, Schar‚Äė) ‚Äď auch Deutsche Hanse oder D√ľdesche Hanse, lateinisch Hansa Teutonica ‚Äď ist die Bezeichnung f√ľr die zwischen Mitte des 12. Jahrhunderts und Mitte des 17. Jahrhunderts bestehenden Vereinigungen niederdeutscher Kaufleute, deren Ziel die Sicherheit der √úberfahrt und die Vertretung gemeinsamer wirtschaftlicher Interessen besonders im Ausland war.

Eine Entwicklung von der ‚ÄěKaufmannshanse‚Äú zu einer ‚ÄěSt√§dtehanse‚Äú l√§sst sich sp√§testens Mitte des 14. Jahrhunderts mit erstmaligen nahezu gesamthansischen Tagfahrten (Hansetagen) festmachen, in denen sich die Hansest√§dte zusammenschlossen und die Interessen der niederdeutschen Kaufleute vertraten. Eine eindeutige Abgrenzung zwischen einer ‚ÄěKaufmannshanse‚Äú und einer ‚ÄěSt√§dtehanse‚Äú ist jedoch umstritten.[1]

Die Farben der Hanse (wei√ü und rot) finden sich auch heute noch in den Stadtwappen vieler Hansest√§dte. In den Zeiten ihrer gr√∂√üten Ausdehnung waren beinahe 300 See- und Binnenst√§dte des n√∂rdlichen Europas in der St√§dtehanse zusammengeschlossen. Eine wichtige Grundlage dieser Verbindungen war die Entwicklung des Transportwesens, insbesondere zur See, weshalb die Kogge zum Symbol f√ľr die Hanse wurde.

Die Hanse war nicht nur auf wirtschaftlichem, sondern auch auf politischem und kulturellem Gebiet ein gewichtiger Faktor.

‚ÄěHanse‚Äú oder ‚ÄěH√§nse‚Äú nannten sich auch andere Kaufmannsverb√ľnde bis nach √Ėsterreich, unabh√§ngig von der ‚Äěgro√üen‚Äú norddeutschen Hanse. Bei ihnen handelte es sich in der Regel nicht um politische B√ľnde zwischen St√§dten und Territorien, sondern um Bruderschaften, denen einzelne H√§ndler beitraten. Oft waren solche B√ľnde auf einen bestimmten Jahrmarkt ausgerichtet und √ľbernahmen w√§hrend dessen Dauer wirtschaftliche Kontrollfunktionen, wie sie in gr√∂√üeren St√§dten von den Z√ľnften ausgef√ľllt wurden.

Inhaltsverzeichnis

Politische Geschichte

Die Hanse war √ľber lange Zeit eine politische Macht ersten Ranges, der es gelang, ohne eigene Souver√§nit√§t ‚Äď ihre Mitglieder verblieben jeweils unter der Herrschaft unterschiedlicher weltlicher und kirchlicher Gewalten ‚Äď siegreiche Kriege zu f√ľhren. Anfang und Ende der Hanse sind schwer zu bestimmen.

Entstehung der Kaufmannshanse (bis etwa 1250)

Die Deutsche Hanse hat sich im 12. Jahrhundert aus den Gemeinschaften der Ost- und Nordseeh√§ndler entwickelt. Allgemein wird die Gr√ľndung der Stadt L√ľbeck im Jahr 1143, als erste deutsche Ostseestadt, f√ľr die Entwicklung der Hanse als entscheidend angesehen. Der Ostseezugang erm√∂glichte einen Handel zwischen den rohstoffreichen Gebieten Nordrusslands (z. B. Getreide, Holz, Wachs, Felle, Pelze usw.) und den L√§ndern Westeuropas mit seinen Fertigprodukten (z. B. Tuche, Wein).

L√ľbeck im 17. Jahrhundert.
Das Holstentor (Stadtseite) in L√ľbeck um 1900.

Verschiedene Vorschl√§ge f√ľr das Gr√ľndungsjahr

Es gibt kein Gr√ľndungsdatum der Hanse. Sie ist entstanden und gewachsen. Nicht einmal die Zeitgenossen scheinen klare Vorstellungen dar√ľber gehabt zu haben. Als sich der Rat der Hansestadt Bremen 1418 in einem Streit mit Hamburg an K√∂ln wandte und um eine Abschrift der Gr√ľndungsurkunde der Hanse bat, antworteten die K√∂lner, sie h√§tten vergeblich nach der geforderten Schrift van der fundatacien der Duytzschen hensze gesucht, w√ľrden aber weitersuchen und den Bremern die gew√ľnschte Abschrift schicken, sobald sie f√ľndig geworden seien.

Bei der fr√ľhen Hanse handelte es sich um den freien Zusammenschluss von Kaufleuten, die den Schutz der Gruppe f√ľr die gefahrvolle Reise suchten und ihre Interessen gemeinsam an den Zielorten besser vertreten konnten. Dazu fanden sich die Kaufleute einer Stadt oder einer Region zusammen, die in einer Fahrgemeinschaft reisten. Die fr√ľhesten Belege f√ľr solche organisierten deutschen Handelsgruppen liegen f√ľr das Auftreten K√∂lner Kaufleute in London vor. Neben den Deutschen waren bereits flandrische Kaufleutegruppen in London vorhanden.

Diese Organisationsform bedeutet unter anderem, dass man zun√§chst nicht von ‚Äěder‚Äú Hanse oder von einer ‚ÄěGr√ľndung‚Äú der Hanse sprechen kann, da es lediglich einzelne Gruppen waren, die ihre jeweiligen Partikularinteressen verfolgten (und auch in sp√§terer Zeit verfolgen sollten).

In der √§lteren Forschung wird als Gr√ľndungsjahr der Hanse gerne neben der Neugr√ľndung 1143 bzw. dem Wiederaufbau L√ľbecks im Jahre 1159 auch die erste √ľberlieferte Erw√§hnung eines deutschen Kaufmannsbundes 1157 in einer Londoner Urkunde genannt. Philippe Dollinger argumentiert f√ľr 1159 mit der f√ľhrenden Stellung der L√ľbecker Kaufleute w√§hrend der ganzen Hansezeit. F√ľr 1157 spricht die Tatsache, dass die Hanse anfangs eine Schutzgemeinschaft deutscher Kaufleute im Ausland war, und der Erwerb eines Grundst√ľcks bei London zur Errichtung des Stalhofes durch K√∂lner Kaufleute den ersten uns heute bekannten Beleg f√ľr die Existenz der Gemeinschaft bildet.

1160 erhielt L√ľbeck das Soester Stadtrecht. Dieser Zeitpunkt wird heute von Historikern [2] als der Beginn der Kaufmannshanse (im Gegensatz zur sp√§teren St√§dtehanse) angesehen. Wichtigstes Argument f√ľr diese Position stellt dabei das Artlenburger Privileg von 1161 dar, in dem die L√ľbecker Kaufleute den bisher im Ostseehandel dominierenden gotl√§ndischen Kaufleuten rechtlich gleichgestellt werden sollten.

Die Gr√ľndung L√ľbecks 1143 kann deshalb als einschneidendes Datum f√ľr die Entwicklung der Hanse gewertet werden, weil sie die erste deutsche Stadt an der Ostsee war und damit gleichsam zum ‚ÄěEinfallstor‚Äú niederdeutscher Kaufleute f√ľr den Osthandel wurde. Hintergrund f√ľr die gro√üe Bedeutung des Ostseezugangs war, dass Westeuropa auf diese Weise mit Russland und √ľber Dnepr und Wolga Handel bis in den Orient (Kaspisches Meer, Persien) f√ľhren konnte. Zur Zeit der Goldenen Horde wurde der Handel mit Mittelasien und China verst√§rkt. Umgekehrt orientierte sich der nordrussische Handel √ľber die Ostsee nach Westen, was die Entwicklung einer Ost-West-Handelsverbindung zwischen den rohstoffreichen Gebieten Nordrusslands (Getreide, Wachs, Holz, Pelze, vor allem √ľber Nowgorod) und den Fertigprodukten Westeuropas (u. a. Tuche aus Flandern und England) erm√∂glichte. Nebenbei wird die Christianisierung der Skandinavier, die noch im fr√ľhen 12. Jahrhundert den Ostseehandel dominierten, zur Einbindung der Ostsee in den europ√§ischen Handel beigetragen haben. Mit dem Zugang deutscher Kaufleute zur Ostsee konnten diese eine Handelsroute etablieren, welche die wichtigen Handelszentren Nowgorod und Br√ľgge nahezu vollst√§ndig unter ihrem Einfluss miteinander verband.

Gotländische Genossenschaft

Ab dem 12. Jahrhundert wurde der Ostseeraum im Rahmen der Ostsiedlung zunehmend f√ľr den deutschen Handel erschlossen.

In L√ľbeck entstand nach dem Vorbild kaufm√§nnischer Schutzgemeinschaften die Gemeinschaft der deutschen Gotlandfahrer, auch Gotl√§ndische Genossenschaft genannt. Sie war ein Zusammenschluss einzelner Kaufleute niederdeutscher Herkunft, niederdeutscher Rechtsgewohnheiten und √§hnlicher Handelsinteressen u. a. aus dem Nordwesten Deutschlands, von L√ľbeckern und aus neuen Stadtgr√ľndungen an der Ostsee.

Der Handel in der Ostsee wurde zun√§chst von Skandinaviern dominiert, wobei die Insel Gotland als Zentrum und ‚ÄěDrehscheibe‚Äú fungierte. Mit der gegenseitigen Versicherung von Handelsprivilegien deutscher und gotl√§ndischer Kaufleute unter Lothar III. begannen deutsche Kaufleute den Handel mit Gotland (daher ‚ÄěGotlandfahrer‚Äú). Bald folgten die deutschen H√§ndler den gotl√§ndischen Kaufleuten auch in deren angestammte Handelsziele an der Ostseek√ľste und vor allem nach Russland nach, was zu blutigen Auseinandersetzungen in Visby, durch den stetigen deutschen Zuzug mittlerweile mit gro√üer deutscher Gemeinde, zwischen deutschen und gotl√§ndischen H√§ndlern f√ľhrte. Dieser Streit wurde 1161 durch die Vermittlung Heinrichs des L√∂wen beigelegt und die gegenseitigen Handelsprivilegien im Artlenburger Privileg neu beschworen, was in der √§lteren Forschung als die ‚ÄěGeburt‚Äú der Gotl√§ndischen Genossenschaft angesehen wurde. Hier von einer ‚ÄěGeburt‚Äú zu sprechen verkennt jedoch die bereits existierenden Strukturen.

Visby blieb zun√§chst die Drehscheibe des Ostseehandels mit einer Hauptverbindung nach L√ľbeck, geriet aber, die Rolle als Schutzmacht der deutschen Russland-Kaufleute betreffend, mit L√ľbeck zunehmend in Konflikt. Visby gr√ľndete um 1200 in Nowgorod den Peterhof, nachdem die Bedingungen im skandinavischen Gotenhof, in dem die Gotl√§nder zun√§chst die deutschen H√§ndler aufnahmen, f√ľr die Deutschen nicht mehr ausreichten.

Der rasante Aufstieg, die Sicherung zahlreicher Privilegien und die Verbreitung der nahezu omnipr√§senten Kaufleute der Gotl√§ndischen Genossenschaft in der Ostsee, aber auch in der Nordsee, in England und Flandern (dort √ľbrigens in Konkurrenz zu den alten Handelsbeziehungen der rheinischen Hansekaufleute) f√ľhrte in der historischen Forschung dazu, in dieser Gruppierung den Kern der fr√ľhen Hanse zu sehen (Dollinger sieht im Jahr 1161 sogar die eigentliche Geburtsstunde der Hanse √ľberhaupt). Eine Identifizierung der Gotl√§ndischen Genossenschaft als ‚Äědie‚Äú fr√ľhe Hanse t√§te jedoch allen niederdeutschen Handelsbeziehungen unrecht, die nicht unter dem Siegel der Genossenschaft stattfanden.

Entstehung der St√§dtehanse, Bl√ľtezeit (etwa 1250 bis 1400)

Strukturelle Entwicklungen

Ver√§nderungen in Europa f√ľhrten f√ľr die Hanse zu Entwicklungen, die in der so genannten St√§dtehanse m√ľndeten. Dazu geh√∂ren die Befriedung der Handelswege, das Ende der traditionellen Fahrgemeinschaften, die ‚Äěkommerzielle Revolution‚Äú, die Entwicklung der St√§dte und das Ende der kaiserlichen Schutzmacht im Interregnum.

Der Stand des Kaufmannes hatte sich verh√§ltnism√§√üig gut in der europ√§ischen Gesellschaft etabliert und die Handelswege wurden zunehmend sicherer, vor allem im strukturell dicht vernetzten Westeuropa. So verloren die Sicherheit versprechenden Fahrgemeinschaften immer mehr an Bedeutung. Es wurde m√∂glich, auf eigene Faust Handel zu betreiben und dar√ľber hinaus Vertreter zu entsenden. Dies war ein wichtiger Faktor f√ľr eine kommerzielle Entwicklung, die bisweilen auch ‚Äěkommerzielle Revolution‚Äú genannt wird.[3] Zusammen mit der Entwicklung der St√§dte, in denen ein st√§ndiger Markt m√∂glich war, wurden die erfolgreicheren Kaufleute ans√§ssig. Sie regelten von einer Stadt aus ihr Handelsgesch√§ft √ľber die Entsendung eines Vertreters und waren somit in der Lage, mehrere Handelsgesch√§fte gleichzeitig von einem zentralen Punkt aus zu organisieren. Eine Vervielfachung der Handelst√§tigkeiten wurde m√∂glich. Die Zahlung √ľber Schuldscheine, Wechsel (im Hanseraum nicht ganz so verbreitet wie z. B. in Oberitalien), oder andere Kreditformen befreite den Kaufmann aus einem reinen Tauschhandel und erm√∂glichte wiederum eine Ausweitung des Handels. Das Messesystem (also die regelm√§√üigen Gro√üm√§rkte in einer Region, wie z.‚ÄČB. in der Champagne oder Schonen) verlor an Bedeutung durch die Entwicklung der St√§dte zu neuen Handelszentren. St√§dte hatten demgegen√ľber auch ganz praktische Vorteile: Die schweren, bauchigen Transportschiffe (v. a. Koggen), mit denen besonders viel Ladung mit nur wenigen Schiffen gehandelt werden konnte, ben√∂tigten tiefe H√§fen, um anzulegen. Ein Anlanden an seichtem Ufer und an-Land-ziehen des Schiffes, wie bei den √§lteren, flachen Handelsbooten zuvor √ľblich, war nun nicht mehr m√∂glich.

Es bleibt jedoch zu bedenken, dass bei diesen Entwicklungen eine Art West-Ost-Gef√§lle herrschte. W√§hrend sich im Westen Handelsvertreter und Kreditwesen rasch ausbreiteten, waren im Osten, besonders im Handel mit Nowgorod und entlang der D√ľna, noch Fahrgemeinschaften und Tauschhandel √ľblich. Hier waren die Fahrten noch unsicher und die Neuerungen setzten sich nur langsam durch.

Die Sesshaftwerdung der Kaufleute in den St√§dten f√ľhrte schnell dazu, dass diese wirtschaftlich potenten Stadtbewohner in den Rat und in die h√∂chsten Positionen der Stadt aufstiegen. M√∂glicherweise muss auch gar nicht von einem ‚ÄěAufstieg‚Äú innerhalb der Stadt die Rede sein, da es sich bei vielen Kaufleuten urspr√ľnglich ohnehin um Personen der gesellschaftlichen Oberschicht[4] handelte. Das Ergebnis war, dass die St√§dte in erster Linie von Kaufleuten beherrscht wurden.

Kaufleute standen im Reich traditionell unter k√∂niglich-kaiserlichem Schutz, sie waren die mercatores imperii. Mit dem Ende der staufischen Herrschaft im Reich und den darauf folgenden unsicheren Zeiten des sog. Interregnums ging dieser kaiserliche Schutz faktisch verloren und die f√ľrstlichen Territorialherrschaften konnten (oder wollten) diese Funktion nicht ersetzen. Die Kaufleute fanden eine neue, lokal organisierte Schutzmacht in den St√§dten.[5] St√§dte begannen, f√ľr die Sicherung der Handelswege zu sorgen und die Einhaltung der Handelsprivilegien ihrer Kaufleute in den Handelszielen zu √ľberwachen. Zu diesem Zweck sprachen sie sich mit anderen St√§dten ab, schlossen B√ľndnisse und begannen, ihr Vorgehen in sogenannten Tagfahrten abzusprechen. Zu einer Tagfahrt konnte jede Stadt einladen, die eine bestimmte Angelegenheit zusammen mit anderen St√§dten regeln wollte. Zu diesem Zweck lud sie die betroffenen St√§dte zu sich ein, welche Ratssendeboten als Vertreter entsendeten, um eine √úbereinkunft zu erzielen. Von einer ersten gesamthansischen Tagfahrt, also einem ersten ‚ÄěHansetag‚Äú kann man 1356 sprechen, als die Verh√§ltnisse in Flandern eine Tagfahrt erforderten, die letztlich alle Hansest√§dte betraf.

Regionale B√ľndnisse zwischen St√§dten entstehen

Die Hanse entwickelte sich von der urspr√ľnglichen Kaufmannshanse zur St√§dtehanse, bei der St√§dte einen gegenseitigen Bund bildeten. Als Gr√ľndungsjahr wird h√§ufig 1241 angegeben, als L√ľbeck und Hamburg ihre schon seit elf Jahren bestehende enge Zusammenarbeit auf eine vertragliche Basis stellten, aus dem sp√§ter der Wendische St√§dtebund hervorging. F√ľnf Jahre sp√§ter begannen sich B√ľnde westf√§lischer und (nieder)s√§chsischer St√§dte zu bilden (Beispiel: Ladbergener St√§dtebund). Etwa 100 Jahre sp√§ter bildeten sich die B√ľnde der preu√üischen und livl√§ndischen St√§dte (zur Zugeh√∂rigkeit einzelner St√§dte zu den B√ľnden siehe Hansestadt).

Mitglied der Hanse konnte eine Stadt auf dreierlei Weise sein oder werden. Bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts wuchsen die Städte durch die Teilnahme ihrer Kaufleute am hansischen Handel in die Gemeinschaft hinein. Seit der Mitte des 14. Jahrhundert stellten die Städte förmliche Aufnahme- oder Wiederaufnahmeanträge. Einen dritten Weg in die Hanse beschritten vielfach die kleineren Städte, indem sie sich ohne besondere Formalitäten von einer der größeren Städte aufnehmen ließen. Ein Sonderfall blieb das rheinische Neuss, das 1475 durch kaiserliches Privileg in den Rang einer Hansestadt erhoben wurde.

Die Hanseeigenschaft ging verloren durch Nichtbenutzung der Privilegien, durch freiwilligen Austritt aus der Gemeinschaft oder durch den förmlichen Ausschluss einer Stadt (Verhansung), der bei gravierenden Verstößen gegen die Prinzipien und Interessen der Gemeinschaft von der Städteversammlung vorgenommen werden konnte.

Vormachtstellung im Ostseeraum

650 Jahre Städtehanse, Deutsche Briefmarke (2006)
Carta marina der Ostsee, 1539

Zwischen etwa 1350 und 1400 stand die Hanse als nordeurop√§ische Gro√ümacht da, was u. a. mit der erfolgreichen Durchsetzung hansischer Interessen bei wirtschaftlichen Auseinandersetzungen in Flandern zusammenhing. Zu diesem Zweck trat 1356 der erste Hansetag zusammen (also die erste Tagfahrt, an der nahezu alle Hansest√§dte teilnahmen). Dies war keine offizielle Gr√ľndung der Hanse, aber das erste Mal, dass sich nahezu alle St√§dte im Interesse ihrer Vorteile und Handelsprivilegien zu einem gemeinsamen Vorgehen koordinierten und als Bund van der d√ľdeschen hanse auftraten. Die deutsche Hanse war vor und auch nach diesem ‚ÄěZusammenr√ľcken‚Äú eher frei organisiert, hatte keine Verfassung und keine Mitgliederlisten, keine dauerhafte eigenst√§ndige Finanzgebarung oder Beamte.

Die Beschl√ľsse der Hanse auf den Tagfahrten und ab 1356 auch auf Hansetagen wurden in den Hanserezessen protokolliert. Die Beschlussfindung fand nicht nach Mehrheiten statt, sondern unterlag dem Prinzip der Einigkeit. Es wurde diskutiert und verhandelt, bis ‚Äěman sich einig‚Äú war, wobei Enthaltungen als Zustimmung gewertet wurden. Die entsendeten Vertreter der St√§dte, die Tagfahrer, hatten jedoch nicht die Vollmacht, im Namen ihrer Stadt eine Entscheidung zu treffen, sondern kehrten mit dem Ergebnis des Hansetages in ihre Stadt zur√ľck, wo es beim Rat der Stadt lag, ob der Beschluss angenommen wurde, oder nicht. Dies f√ľhrte dazu, dass es kaum einen Beschluss eines Hansetages gab, der tats√§chlich von allen St√§dten der Hanse mitgetragen wurde. Vielmehr hing die Zustimmung und die Beteiligung einer Stadt davon ab, ob die Angelegenheit ihren wirtschaftlichen Interessen entsprach, oder nicht. Ein Handelsembargo gegen England konnte z. B. durchaus den Interessen L√ľbecks entsprechen, jedoch von K√∂ln wegen seiner alten Handelsbeziehungen zu London strikt abgelehnt werden. Gerade diese Freiheit der St√§dte, Beschl√ľsse von Hansetagen f√ľr sich anzunehmen oder abzulehnen, machte das Prinzip der Einigkeit auf den Hansetagen erforderlich. Um eine Zustimmung m√∂glichst vieler St√§dte zu erreichen, wurde so lange verhandelt, bis die meisten von ihnen mit dem Ergebnis zufrieden sein konnten.

Den Kern der Hanse bildeten etwa 72 St√§dte, weitere 130 waren locker assoziiert. So dehnte sich der Einflussbereich der Hanse √ľber ein Gebiet aus, das von Flandern bis Reval reichte und dabei den gesamten Ostseeraum bis zum Finnischen Meerbusen umfasste. Einziges nichtst√§dtisches Mitglied war der Deutsche Orden ‚Äď ein von Ordenrittern gef√ľhrter Fl√§chenstaat.

Die so erreichte Vormachtstellung der Hanse in Nord- und Ostsee erregte vor allem den Widerstand D√§nemarks: 1361 kam es im Ersten Hanse-D√§nemark-Krieg zum Kampf gegen den d√§nischen K√∂nig Waldemar IV. Atterdag, der die Rechte der Hanse einschr√§nken wollte. Der Bund, der urspr√ľnglich nur wirtschaftlichen Interessen diente, erhielt hohe politische Bedeutung durch die K√∂lner Konf√∂deration, die gegen die Bedrohung durch den D√§nenk√∂nig geschlossen wurde und die St√§dte zum Kriegsb√ľndnis mit Schweden und Norwegen gegen D√§nemark zusammenschloss. Der siegreiche Ausgang dieses Zweiten Hanse-D√§nemark-Krieges brachte der Hanse mit dem Frieden von Stralsund 1370 eine ungew√∂hnliche Machtstellung. Die K√∂nigswahl in D√§nemark wurde abh√§ngig gemacht von der Zustimmung der Hanse ‚Äď die Option wurde allerdings von der Hanse nicht wahrgenommen.

Die Hanse bew√§hrte sich auch im Kampf gegen den Seer√§uberbund der Vitalienbr√ľder, der 1401 oder 1402 mit der Hinrichtung (durch Enthauptung) ihres Anf√ľhrers G√∂deke Michels in Hamburg endete.

Im 14. und 15. Jahrhundert geriet die Stadt Emden in stetige Konflikte mit der Hanse, da von Emden (und anderen Orten in Ostfriesland wie Marienhafe) aus die Seer√§uber um Klaus St√∂rtebeker unterst√ľtzt wurden. Folge dieses Konfliktes war die mehrfache Besetzung Emdens durch hansische (vor allem hamburgische) Kr√§fte. Die Hamburger zogen erst 1447 endg√ľltig wieder aus Emden ab.

Der Versuch des d√§nischen K√∂nigs Erich VII., Skandinavien aus der Abh√§ngigkeit zu l√∂sen und die Einf√ľhrung des Sundzolls, f√ľhrte 1420 bis 1435 zu einem neuen Krieg, in dem D√§nemark wieder unterlag und der 1435 mit dem (nach 1365 zweiten) Frieden von Vordingborg beendet wurde.

Krisen und Niedergang (etwa 1400 bis 1669)

Der Machtverlust der Hanse begann mit dem Erstarken der landesherrlichen Territorialgewalten im Ostseeraum, wodurch sich die St√§dte in st√§rkerem Ma√üe den Interessen der regierenden F√ľrsten unterordnen mussten. Ein anderer Grund war die Entdeckung Amerikas, die den bisher dominierenden Ostsee-Westsee (heute Nordsee)-Handel nun in √ľberseeische Gebiete ausdehnte. Dabei ging nicht etwa das Handelsvolumen der Hanse im eigentlichen Sinne zur√ľck, es entstanden jedoch m√§chtige Konkurrenten, die die Bedeutung der Hanse f√ľr die einzelnen St√§dte ‚Äď und Kaufleute ‚Äď schw√§chten.

Schon 1441 musste die Hanse im Frieden von Kopenhagen ‚Äď dem Ende des Hansisch-Niederl√§ndischen Kriegs (1438‚Äď1441) ‚Äď die wirtschaftliche Gleichberechtigung der Niederl√§nder anerkennen, nachdem Br√ľgge als wichtigstem Kontor der Hanse mit Antwerpen ein m√§chtiger Konkurrent erwachsen war und sich die Niederlande zus√§tzlich mit den D√§nen als den ‚ÄěHerren des Sunds‚Äú verb√ľndet hatten. Zudem entstand Uneinigkeit zwischen den St√§dten √ľber den Umgang mit den Niederl√§ndern: W√§hrend die wendischen St√§dte durch das Erstarken des holl√§ndischen Handels st√§rker bedroht waren und zu einer unvers√∂hnlichen Politik dr√§ngten, konnten der Deutsche Orden, K√∂ln und die livl√§ndischen St√§dte ihren eigenen Interessen entsprechend mit einer konzilianteren Politik besser leben.

Der Frieden von Utrecht (1474) beendete den 1470 begonnenen Hansisch-Englischen Krieg der St√§dte des Wendischen und Preu√üischen Viertels gegen England und sicherte die Privilegien des Londoner Stalhofs und den hansischen Tuchhandel. Der endg√ľltige Niedergang der Hanse begann 1494 mit der Schlie√üung des Kontors in Nowgorod: Der Peterhof in Nowgorod wurde bei der Eroberung Nowgorods durch Iwan III. zerst√∂rt. Der Russlandhandel verlagerte sich zunehmend auf die St√§dte an der K√ľste des Baltikums.

Mit der Verlagerung des Au√üenhandels nach √úbersee verlor die Hanse, die aufgrund ihrer Monopolstellung keine gro√üe Notwendigkeit gesehen hatte, sich Neuerungen gegen√ľber zu √∂ffnen, im 15. und 16. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung. Die Zahl der Mitgliedsst√§dte ging immer mehr zur√ľck. Gleichwohl wurde der Versuch einer Reorganisation unternommen und der K√∂lner Heinrich Sudermann 1556 zum Syndikus der Hanse bestellt, die sich damit erstmals einen eigenen Sprecher und Repr√§sentanten gab. Nachfolger Sudermanns wurde in der Zeit von 1605 bis 1618 der in Osnabr√ľck geb√ľrtige Stralsunder Syndikus Johann Domann.

Mit Beginn des 17. Jahrhunderts war der stolze und m√§chtige St√§dtebund der Hanse nur noch dem Namen nach ein B√ľndnis, das sich allerdings mit einigen St√§dten des engeren Kerns gegen diese Entwicklung wehrte, so dass es nicht nur zu gemeinsamen Verteidigungsb√ľndnissen dieser St√§dte kam, sondern neben der Besch√§ftigung des Syndikus Domann auch zur Anstellung eines gemeinsamen Milit√§rf√ľhrers in der Person des Obersten Friedrich zu Solms-R√∂delheim, der auch den gemeinsam besch√§ftigten Festungsbauer Johan van Valckenburgh aus den Niederlanden zu beaufsichtigen hatte. Der Drei√üigj√§hrige Krieg brachte die v√∂llige Aufl√∂sung. Ein Vorschlag Spaniens, eine ‚ÄěHanseatisch-Spanische Compagnie‚Äú, die den Handel nach den neuen spanischen Kolonien in Mittelamerika betreiben sollte, scheiterte an den politischen Gegens√§tzen zwischen den ‚Äěkatholischen‚Äú und ‚Äěprotestantischen‚Äú Machtbl√∂cken.

Auf den Hansetagen 1629 und 1641 wurden Hamburg, Bremen und L√ľbeck beauftragt, das Beste zum Wohle der Hanse zu wahren. 1669 hielten die letzten in der Hanse verbliebenen St√§dte, L√ľbeck, Hamburg, Bremen, Danzig, Rostock, Braunschweig, Hildesheim, Osnabr√ľck und K√∂ln den letzten Hansetag in L√ľbeck ab, wobei die drei erstgenannten den Schutz der im Ausland befindlichen Kontore √ľbernahmen.

1684 forderte Kaiser Leopold die L√ľbecker Hanse zur Geldhilfe f√ľr den Krieg gegen die T√ľrken auf.

Das Kontor in Bergen wurde 1775, der Stalhof (Steelyard) in London 1858 verkauft. Das 1540 von Br√ľgge nach Antwerpen verlegte Kontor im Osterling-Haus ging 1863 in die H√§nde der belgischen Regierung √ľber.

Die drei St√§dte Bremen, Hamburg und L√ľbeck hielten auch sp√§ter noch weiterhin eng zusammen und hatten schon aus Kostengr√ľnden gemeinsame diplomatische Vertretungen an Europas H√∂fen und gemeinsame Konsulate in wichtigen H√§fen. Die Ministerresidenten Vincent Rumpff in Paris und James Colquhoun in London schlossen namens der norddeutschen Stadtrepubliken moderne Handels- und Schifffahrtsvertr√§ge, aufbauend auf Reziprozit√§t und Meistbeg√ľnstigung ab, die vom Norddeutschen Bund 1867 √ľbernommen und auch vom neuen Kaiserreich noch lange fortgef√ľhrt wurden.

Organisation

Der Hauptort L√ľbeck, im Sp√§tmittelalter neben K√∂ln und Magdeburg eine der gr√∂√üten St√§dte im Reich und neben Rom, Venedig, Pisa und Florenz eine der f√ľnf Herrlichkeiten des Reiches, gem√§√ü Edikt von Kaiser Karl IV. war Appellationsgericht f√ľr alle Hansest√§dte, die nach eigenem L√ľbischen Recht zu richten hatten.

Hansetag

Haupthandelsrouten der Hanse

Der allgemeine Hansetag war das höchste Leitungs- und Beschlussgremium der Hanse. Der erste Hansetag fand 1356, der letzte 1669 statt. (siehe auch Hansetage der Neuzeit)

Hansetage fanden je nach Bedarf statt, gew√∂hnlich auf Einladung L√ľbecks, das 1294 unangefochten als caput et principium omnium[6] galt und als hovestad der Hanse im 14. und 15. Jh. mehrfach best√§tigt wurde. Besondere Rechte gegen√ľber den anderen St√§dten der Hanse konnte L√ľbeck aus dieser Funktion jedoch nicht herleiten.

Behandelt wurden auf dem Hansetag alle Fragen, welche das Verh√§ltnis der Kaufleute und St√§dte untereinander oder die Beziehungen zu den Handelspartnern im Ausland betrafen. Der Idee nach sollten die Beschl√ľsse f√ľr alle Mitglieder verbindlich sein.

Aber der Hansetag besa√ü keine den St√§dten √ľbergeordnete Zwangsgewalt. Die Verwirklichung der Beschl√ľsse hing vom guten Willen der St√§dte ab; allein in ihrem Ermessen lag es, Beschl√ľsse des Hansetages mitzutragen oder eigene Wege zu gehen. Sie f√ľhlten sich deshalb auch nur gebunden, wenn sich die Beschl√ľsse mit den eigenen lokalen Interessen deckten, andernfalls verweigerten sie ihre Mitwirkung, z.‚ÄČB. die Weigerung Dortmunds, sich dem 1367 in K√∂ln geschlossenen, f√ľr die Geschichte der Hanse so folgenreichen Kriegsb√ľndnis der wendischen, preu√üischen und einiger niederl√§ndischen St√§dte gegen den d√§nischen K√∂nig Waldemar IV. anzuschlie√üen. In einem Schreiben an die in L√ľbeck versammelten Ratsendboten stellte die Stadt fest, sie habe die Kriege der Seest√§dte noch nie unterst√ľtzt und wolle das auch jetzt nicht tun. Umgekehrt lie√üen 1388 die √ľbrigen Hansest√§dte, selbst die westf√§lischen, Dortmund allein, als dessen Souver√§nit√§t in der Gro√üen Fehde auf dem Spiel stand und es von den versammelten Heeren des K√∂lner Erzbischofs und des Grafen von der Mark bedroht war. √Ąhnliche Beispiele gibt es zuhauf.

Auf den einzelnen Hansetagen wurden alle die Mitglieder betreffenden wichtigen Angelegenheiten behandelt, wie z.‚ÄČB.

  • Ratifizierung von Vertr√§gen
  • Neuaufnahme oder Ausschluss von Mitgliedern
  • Handelsprivilegien
  • diplomatische Aktivit√§ten der Hanse
  • Krieg und Frieden
  • Wirtschaftssanktionen
  • finanzielle oder milit√§rische Ma√ünahmen
  • wirtschaftliche Vorschriften aller Art
  • Schlichtung von Konflikten zwischen Hansest√§dten
  • Beratung

Aufgrund der Vormachtstellung L√ľbecks fanden dort auch die meisten Hansetage statt, und zwar 54 von den 72 ‚ÄěHansetagen‚Äú zwischen 1356 und 1480. Zehn Hansetage fanden in Stralsund, drei in Hamburg, zwei in Bremen und jeweils einer in K√∂ln, L√ľneburg, Greifswald und Braunschweig (1427) statt. Weitere Hansetage siehe in Hansetage der Neuzeit.

L√ľbeck ergriff in aller Regel auch die Initiative, wenn es um die Einberufung eines Hansetags ging. Die Tagesordnungspunkte wurden jeweils Monate voraus bekannt gegeben, um den einzelnen St√§dten bzw. St√§dtegruppen ausreichend Zeit zur Beratung bieten zu k√∂nnen, wobei es letztlich keine festgelegte Ordnung durchsetzen konnte, welche St√§dte einzuladen seien, und L√ľbeck dementsprechend auch unterschiedliche St√§dte ‚Äď wohl der jeweiligen Problemstellung folgend ‚Äď zu den Tagen einlud.

Die Reise- und Aufenthaltskosten hatten die Städte im Großen und Ganzen selbst zu tragen; um die Ausgaben zu minimieren versuchten sie deshalb, Syndici zu bestimmen, die ihre Interessen vertreten sollten. Auf dem Hansetag des Jahres 1418 wurde allerdings festgelegt, dass alleine die Ratsherren einer Stadt zur Interessenvertretung berechtigt seien.

Im Juli 1669 fand der letzte Hansetag in L√ľbeck statt, nachdem die Wiederbelebung der Hanse durch den Drei√üigj√§hrigen Krieg bzw. die Unf√§higkeit des St√§dtebundes, tragf√§hige Machtstrukturen zu entwickeln, gescheitert war. Es kamen nur noch neun Delegierte, und sie gingen wieder auseinander, ohne irgendwelche Beschl√ľsse zu fassen. Die Hanse wurde also niemals formell aufgel√∂st, sondern ist ‚Äěsanft‚Äú beendet worden.

Drittelstag

Drittelstage wurden zur Er√∂rterung besonders von flandrischen Fragen abgehalten und erg√§nzten die Hansetage. Der Name leitet sich von den Drittel genannten St√§dtegruppen ab. 1347 wurde in den Statuten des Hansekontores in Br√ľgge zum ersten Mal die Existenz der Drittel erw√§hnt. Das Kontor wurde zu je einem Drittel von den l√ľbisch-s√§chsischen, westf√§lisch-preu√üischen und den gotl√§ndisch-livl√§ndischen St√§dten verwaltet. Es wird vermutet, dass diese Aufteilung der damaligen Machtverteilung innerhalb der Hanse entsprach.[7] Jedes Drittel wurde von einer Vorort genannten Stadt gef√ľhrt. Zu Beginn waren dies: L√ľbeck, Dortmund und Visby. Die anderen (weniger bedeutenden) Kontore waren nicht nach diesen Dritteln organisiert.

Offensichtlich war es vorteilhaft, die f√ľhrende Stadt innerhalb eines Drittels zu sein, denn schon bald gab es inner-hansische Auseinandersetzungen um die Aufteilung und F√ľhrung der Drittel. K√∂ln l√∂ste Dortmund in der F√ľhrung des westf√§lisch-preu√üischen Drittels ab, Zwischen Visby und Riga wechselte die F√ľhrungsrolle im gotl√§ndisch-livl√§ndischen Drittel mehrfach. Die damalige Bedeutung L√ľbecks wird auch daran deutlich, dass die F√ľhrungsrolle der Stadt im m√§chtigsten l√ľbisch-wendischen Drittel niemals angegriffen wurde.

Auf dem Hansetag 1554 wurden aus den Dritteln Quartiere gemacht. L√ľbeck f√ľhrte fortan das wendische Quartier, Braunschweig und Magdeburg das s√§chsische, Danzig das preu√üisch-livl√§ndische und K√∂ln das K√∂lner Quartier an.

Regionaltag

Neben den Hanse- und Drittelstagen wurden auch so genannte Regionaltage abgehalten, auf denen sich die Vertreter benachbarter St√§dte trafen und auch √ľber au√üerhansische Angelegenheiten berieten. Diese Regionaltage wurden von den R√§ten der beteiligten St√§dte organisiert. Sie waren auch f√ľr die Umsetzung der Beschl√ľsse der Versammlungen in den jeweiligen St√§dten zust√§ndig.

Wirtschaft

Schifffahrt

Vorteile durch Verbindung von Land- und Seeverkehr

Kraweel Lisa von L√ľbeck

Die Verbindung von Land- und Seeverkehr in einer Organisation war der entscheidende Schritt in die Zukunft, die der Hanse schlie√ülich die monopolartige Vorherrschaft in Handel und Transport auf Nord- und Ostsee bringen sollte. Neue Verkehrswege auf dem Wasser wurden allerdings bis weit ins 14. Jh. von der Hanse nicht erschlossen, man √ľbernahm vielmehr die von Friesen, Sachsen, Engl√§ndern und Skandinaviern erschlossenen Verkehrswege. Die Handelspartner und Schiffer wurden verdr√§ngt, oft unter dem Anschein fairer Vertr√§ge unter gleichberechtigten Partnern. Beispielhaft daf√ľr ist das Privileg Heinrichs des L√∂wen an die Gotl√§nder von 1161. Als diese sich weigerten, die Kaufleute aus dem gerade wieder gegr√ľndeten L√ľbeck (1159) als Handelspartner zu akzeptieren, vermittelte Heinrich und gestand den Gotl√§ndern in seinem Gebiet die gleichen Rechte zu, wie sie die Gotl√§nder den Deutschen auf ihrer Insel einr√§umen sollten. Nun konnten die Kaufleute aus Visby, die bis dahin den Zwischenhandel auf der Ostsee beherrschten, ihre Waren allenfalls bis L√ľbeck bringen, der direkte Weg weiter ins Binnenland blieb ihnen versperrt.

Einheitlicher Schiffsbetrieb und einheitliches Seerecht

Ein weiterer Vorteil der Hanseschifffahrt war eine gewisse Rechtssicherheit gegen√ľber Konkurrenten, ein entwickeltes Seerecht, das Fragen der Befrachtung, der Bemannung, der Verh√§ltnisse an Bord, des Verhaltens im Seenotfall usw. regelte. Die Rechtssicherheit f√ľr Hanseschiffe, vor allem im Ausland, war grundlegend f√ľr das reibungslose Funktionieren der Verkehrsorganisation. Auch Fragen der technischen Schiffssicherheit und der Seef√§higkeit der Schiffe wurden sehr ernst genommen, ebenso wie der Schutz der Handelsschiffe vor Piraterie. Die Schiffe fuhren deshalb meist im Verband in Fahrtgemeinschaften von zwei und drei Schiffen, und ab 1477 mussten gr√∂√üere Hanseschiffe je 20 Bewaffnete an Bord haben. Gegen Kaperungen sch√ľtzten diese Ma√ünahmen jedoch nicht immer. In lokalen Legenden erlangten die folgenden Hanseschiffe Ber√ľhmtheit: Peter von Danzig (Danzig), Bunte Kuh (Hamburg), Adler von L√ľbeck, Jesus von L√ľbeck, L√∂we von L√ľbeck.

Verkehrswege und Warenfl√ľsse

In der Hansezeit stieg das Handelsvolumen √ľber die alten Verkehrswege in ganz Europa, und neue Handelsrouten entstanden. Von gr√∂√üter Bedeutung f√ľr die Hanse waren der Nord-S√ľd-Weg √ľber Rhein und Weser nach London sowie der West-Ost-Weg von London durch Nord- und Ostsee bis Nowgorod. Eine weitere wichtige Verbindung war der Weg von Magdeburg √ľber L√ľneburg, Bremen oder L√ľbeck nach Bergen.

Hamburg und L√ľbeck arbeiteten eng zusammen: W√§hrend Hamburg insbesondere den Nordseeraum und Westeuropa abdeckte, orientierte sich der Seeverkehr L√ľbecks nach Skandinavien und in den Ostseeraum vom Bergener Kontor Bryggen bis nach Nowgorod (Peterhof). Politisch ist der Einfluss L√ľbecks auch im Hansekontor in Br√ľgge und im Londoner Stalhof von herausragender Bedeutung f√ľr die Entwicklung des hansischen Handels gewesen. Der Handelsverkehr zwischen den beiden Hansest√§dten wurde vorwiegend √ľber Land, beispielsweise √ľber die Alte Salzstra√üe, durchgef√ľhrt, aber auch per Binnenschiff durch den Stecknitz-Kanal, √ľber den auch das Salz aus L√ľneburg, eines der wichtigsten Exportg√ľter L√ľbecks in Richtung Norden und Osten, transportiert wurde. Das Salz wurde im Ostseeraum ben√∂tigt, um Fisch zu konservieren. Der Hering war im Mittelalter im Binnenland eine beliebte Fastenspeise.

Die rheinische Verkehrslinie

Entlang der alten rheinischen Verkehrslinie wurde seit der R√∂merzeit vor allem Wein aus der K√∂lner Gegend gehandelt und Wolle aus England. In beide Richtungen wurden Metallwaren gehandelt, aber auch Produkte aus Italien und Frankreich gelangten auf diesem Weg in den Nordwesten Europas. Mit der Entstehung der Hanse brachten die deutschen Kaufleute immer √∂fter ihre Waren auf eigenen Schiffen auf die britische Insel und nahmen immer weniger die Dienste der Friesen daf√ľr in Anspruch. An dieser Verkehrslinie lagen die St√§dte des rheinischen und westf√§lischen St√§dtebundes unter F√ľhrung von K√∂ln bzw. Dortmund.

Die hansische (Ost-West) Linie

Dieser Handelsweg ging von London und Br√ľgge aus in den Ostseeraum, zun√§chst vor allem nach Skandinavien. Der Handel wurde belebt durch die Christianisierung Skandinaviens und des s√ľdlichen Ostseeraumes und wurde zun√§chst von den Gotl√§ndern dominiert. Diese handelten die Ostwaren Pelze und Wachs aus dem nord√∂stlichen Ostseeraum sowie Lebensmittel aus Nordwesteuropa (Butter, Getreide, Vieh und Fisch) auf dieser Route unter Umfahrung von J√ľtland. Auch friesische H√§ndler waren aktiv und brachten die Ware h√§ufig √ľber Eider und Schlei aus dem Nord- in den Ostseeraum und umgekehrt. Nach der (Wieder-)gr√ľndung L√ľbecks intensivierten deutsche H√§ndler den Warenaustausch √ľber Elbe, Alster und Trave. In der Ostsee setzte mit dem Gotl√§nder Frieden 1160 die Verdr√§ngung der Gotl√§nder durch Deutsche ein. Die steigende Nachfrage nach Waren durch die im Rahmen der Ostkolonisation neu gegr√ľndeten und schnell wachsenden deutschen St√§dte bzw. Staaten (Preu√üen und Livland) im Ostseeraum belebte den Handel auf diesem Weg zus√§tzlich. Neben der starken Ostkolonisation fand im kleineren Rahmen eine deutsche Kolonisation in Skandinavien statt: deutsche Handwerker und Kaufleute lie√üen sich z.‚ÄČB. in Visby und Bergen nieder und nahmen sp√§ter √ľber Jahrzehnte parit√§tisch an der Stadtverwaltung teil. Anders als im s√ľdlichen Ostseeraum wurde die einheimische Bev√∂lkerung dabei aber nicht dominiert. Zus√§tzliche Bedeutung erhielt dieser Seeweg, weil es entlang der Ostseek√ľste keine befestigten (R√∂mer-)stra√üen gab und das Gebiet abseits der St√§dte nur sehr d√ľnn besiedelt war. Entlang dieser Linie lagen die wendischen, preu√üischen und livl√§ndischen St√§dte. Die F√ľhrung der gleichnamigen St√§dteb√ľnde hatten L√ľbeck, Danzig und Riga inne.

Der Nord-S√ľd-Weg von Magdeburg nach Bergen

Dieser Weg war ebenfalls sehr alt und verband die Harzer Bergwerke und die Salinen L√ľneburgs mit den Fischvorkommen in S√ľdschweden und Norwegen. Die St√§dte an dieser Linie geh√∂rten dem s√§chsischen St√§dtebund mit den Vororten Braunschweig und Magdeburg sowie dem wendischen Bund an.

Kontore

Die Deutsche Br√ľcke (Bryggen) Handelskontor in Bergen
Die Deutsche Br√ľcke (Bryggen) Handelskontor in Bergen
Kontorgebäude der Hanse in Antwerpen

Kontore der Hanse waren in Nowgorod der Peterhof, in Bergen die Tyske Bryggen, in London der Stalhof und das Hansekontor in Br√ľgge; an ihrer Spitze standen gew√§hlte Olderm√§nner und Beisitzer. Ihre Aufgabe war es, den Schutz der kaufm√§nnischen Interessen gegen√ľber den ausw√§rtigen M√§chten wahrzunehmen, zugleich aber auch, die Einhaltung der den Kaufleuten zugestandenen Freiheiten durch die Kaufleute selbst zu √ľberwachen, zu deren Befolgung diese sich bei der Aufnahme in die Kontorgemeinschaft eidlich verpflichten mussten. Ferner gab es Statuten, die das Zusammenleben der Kaufleute und Fragen des √∂rtlichen Handels regelten. Sie hatten eine eigene Kasse und f√ľhrten ein eigenes Siegel, sie galten jedoch nicht als eigenst√§ndige Mitglieder der Hanse.

Die sogenannte Nowgoroder Schra ist die einzige vollständig erhaltene Sammlung von Vorschriften eines der vier Hansekontore.

Hansekaufleute

Kaufmann Georg Giese aus Danzig, im Londoner Stalhof an seinem Arbeitsplatz (1532, 34 Jahre alt)

Der auf sich allein gestellte, das volle Risiko tragende, nur auf eigene Rechnung Handel treibende Kaufmann war in der Hanse des 14. und 15. Jh. der Ausnahmefall. Der typische Hansekaufmann des sp√§ten Mittelalters war Mitglied einer oder mehrerer Handelsgesellschaften. Seit dem 12. Jh. sind die einfache Selschop, eine kurzfristige Gelegenheitsgesellschaft, bei der ein Kaufmann auf die Handelsreise Kapital oder Ware eingibt, Risiko und Gewinn geteilt wurden, und die Sendeve, das Kommissionsgesch√§ft, bei dem der Gewinn des beauftragten Kaufmanns durch festen Lohn oder eine Provision ersetzt wurde und der Auftraggeber das alleinige Risiko trug. Bei dem am h√§ufigsten vorkommenden Typ der freien Gesellschaft brachten zwei oder mehr Partner Kapital in gleicher oder unterschiedlicher H√∂he ein; Gewinnaussch√ľttung und Verlustzuweisung erfolgten je nach Anteil. Es gab neben den aktiven Gesellschaftern h√§ufig auch mehrere stille Teilhaber. Gew√∂hnlich blieb die Dauer der Gesellschaft auf wenige Jahre befristet. Gerade die gr√∂√üeren Hansekaufleute mit Handelsbeziehungen zwischen Ost und West waren in mehreren solcher Gesellschaften vertreten, um das Risiko besser zu verteilen. Bei der Wahl der Gesellschaftspartner spielten verwandtschaftliche Beziehungen immer eine gro√üe Rolle.

Philippe Dollinger stellt einige dieser Kaufleute schlaglichthaft heraus: den Hamburger Kaufmann Winand Miles; Johann Wittenborg aus L√ľbeck ob der Tragik seiner Biographie; den Dortmunder Tidemann Lemberg ob seiner Skrupellosigkeit; den deutschst√§mmigen Stockholmer Johann Nagel ob seiner Assimilationskraft; die europaweit agierenden Br√ľder um Hildebrand Veckinchusen f√ľr die unterschiedlichen Erfolgsvarianten einer interfamili√§ren kaufm√§nnischen Zusammenarbeit; den L√ľbecker Hinrich Castorp als Beispiel f√ľr den nahezu klassischen Hansekaufmann seiner Zeit und die Gebr√ľder Mulich als Beispiel des Einbruchs der Hansekaufleute im oberdeutschen Handel. In der zeitgen√∂ssischen Kunstszene stachen die Portr√§ts der Hansekaufleute im Londoner Stalhof hervor, die Hans Holbein der J√ľngere abbildete. Jacob van Utrecht portr√§tierte den erfolgreichen Kaufmann des beginnenden 16. Jahrhunderts in seiner Arbeitsumgebung und mit den notwendigen Utensilien. K√∂nig Ludwig I. von Bayern nahm den L√ľbecker B√ľrgermeister Bruno von Warendorp stellvertretend f√ľr die Hansekaufleute und ihre F√ľhrungskraft in seine Walhalla auf.

Beispiel f√ľr den erfolgreichen Hansekaufmann des 17. Jahrhunderts ist sicher der L√ľbecker Thomas Fredenhagen, der trotz ver√§nderter Handelsstr√∂me noch von L√ľbeck aus sehr erfolgreich weltweit im Wettbewerb mit Bremern und Hamburgern agierte.

Nachwirkungen

Treuhänder und Erben

Wo immer die Hanse als Bezugspunkt st√§dtischer Traditionen beschworen wird, gelten die Hanseaten als weltoffen, urban, n√ľchtern und zuverl√§ssig, aristokratisch-reserviert und steif. L√ľbeck, Hamburg und Bremen werden mit solchen Klischees gern verbunden. Die St√§dte nahmen den Begriff Hansestadt allerdings erst im 19. Jh. in ihren Staatstitel auf ‚Äď √ľber eineinhalb Jahrhunderte nachdem die Hanse bereits erloschen war.

Hansaplatz und Hansaport

Die Hanse wird den positiven Erscheinungen der Geschichte zugerechnet. Wo immer eine Stadt einst der Hanse angeh√∂rt hat, scheint dies ihr Ansehen zu heben und es l√§sst sich damit werben. Pl√§tze, Stra√üen und Bauten erinnern daran: Hansaplatz, Hansastra√üe, Hanseatenweg, Hansahof, Hanse-Viertel, Hansaport um nur Beispiele aus Hamburg und L√ľbeck anzuf√ľhren. Zahlreiche √∂ffentliche und private Bauten und Firmen beschw√∂ren vermeintliche Hansetradition und f√ľhren Bezeichnungen wie Hanse, Hansa, hanseatisch oder hansisch zum Bestandteil ihres Namens. Das weist oft auf ihren Sitz oder ihre Zust√§ndigkeit hin, etwa im Fall eines Hanseatischen Oberlandesgerichts, einer Hanseatischen Versicherungsanstalt von 1891, der Deutschen Lufthansa oder des Fu√üballvereins Hansa Rostock. Zumeist dient es jedoch als eine Art G√ľtesiegel, das markenrechtlich nur sehr eingeschr√§nkt, zumeist nur als Bildmarke, schutzf√§hig ist.

Hansebund der Neuzeit

‚Üí Hauptartikel: Hansetage der Neuzeit

1980 wurde in Zwolle die ‚Äěneue Hanse‚Äú als Lebens- und Kulturgemeinschaft der St√§dte √ľber die Grenzen hinweg gegr√ľndet. Ihr Ziel ist neben der F√∂rderung des Handels auch die F√∂rderung des Tourismus. Seitdem wird in jedem Jahr ein Hansetag der Neuzeit in einer ehemaligen Hansestadt abgehalten.

Linguistische Bedeutung

Die mittelniederdeutsche Sprache der Hanse, die die Lingua franca des Mittelalters in Nordeuropa war, beeinflusste die Entwicklung der skandinavischen Sprachen deutlich.

Eine Hansekogge.
Im ausgehenden 14. Jahrhundert wurden die Koggen mehr und mehr vom √§hnlichen Holk, danach vom Kraweel abgel√∂st.

Geschichte einzelner Hansestädte

Die Geschichte der Hanse als losem Städtebund ist untrennbar mit den Einzelgeschichtsschreibungen der wesentlichen Mitgliedsstädte verbunden, die, da sie nicht immer einig waren und durchaus eigene Interessen verfolgten, die Hanse im Licht ihrer Geschichte durchaus unterschiedlich bewerten:

Literatur

Georg Friedrich Sartorius, Begr√ľnder der Hanseforschung

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Hanse ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen
 Commons: Hanse ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Hanse ‚Äď Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Ernst Pitz: B√ľrgereinung und St√§dteeinung. 1 Auflage. B√∂hlau Verlag, K√∂ln Weimar 2001, ISBN 3412115002, 3.2.6 Zum Stande der Forschung, S. 336ff.
  2. ‚ÜĎ Philippe Dollinger: Die Hanse. Kr√∂ner, Stuttgart 1998, ISBN 3-520-37105-7.
  3. ‚ÜĎ so R. de Roover, R.S. Lopez
  4. ‚ÜĎ v. a. Ministeriale und Altfreie
  5. ‚ÜĎ die sie, wohlgemerkt, selbst beherrschten!
  6. ‚ÜĎ deutsch: Haupt und Ursprung aller
  7. ‚ÜĎ Eine rein an regionalen Gesichtspunkten orientierte Aufteilung h√§tte sicher nicht die weit voneinander entfernten St√§dte aus Westfalen und Preu√üen gemeinsam organisiert.

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