Haus Savoyen

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Haus Savoyen
Wappen des Hauses Savoyen.

Das Haus Savoyen ist eine Dynastie, die seit dem Hochmittelalter √ľber die Territorien Savoyen und Piemont herrschte und von 1861 bis 1946 die K√∂nige Italiens stellte.

Zeitweise regierte das Herrschergeschlecht auch √ľber Teile der Westschweiz, die Grafschaft Nizza, das Aostatal und Sardinien.

Inhaltsverzeichnis

Mittelalter

Herkunft

Als Gr√ľnder des Hauses gilt Humbert I. Biancamano (Humbert Wei√ühand), ein Feudalherr von ungesicherter Herkunft, der 1003 Graf von Salmourenc im Viennois, 1017 Graf von Nyon am Genfersee und 1024 Graf des Aostatals am √∂stlichen Abhang der Westalpen war. 1034 erhielt er einen Teil der Maurienne als Lohn von Konrad dem Salier f√ľr die Unterst√ľtzung seines Anspruchs auf das K√∂nigreich Burgund. Er erhielt auch die Grafschaften Savoyen, Belley, Tarentaise und das Chablais.

Aufstieg der Grafen von Savoyen im Hochmittelalter

M√ľnze mit dem Portr√§t von Graf Peter I. von Savoyen.
Denaro Segusino, Mitte 11. Jahrhundert
Savoyen um das Jahr 1200

Mit diesen Territorien verf√ľgte Humbert √ľber drei der wichtigsten Alpenp√§sse, den Mont Cenis, den Gro√üen Sankt Bernhard und den Kleinen Sankt Bernhard. Sein Sohn Otto heiratete 1046 Adelaide, die √§lteste Tochter Ulrich-Manfreds Markgraf von Turin aus der Familie der Arduine, der unter anderem √ľber die Grafschaften Turin, Auriate, Asti, Bredulo und Vercelli herrschte, die zusammen etwa der heutigen Region Piemont und einem Teil Liguriens entsprechen. Humbert starb im Jahre 1048. Ihm folgte sein Sohn Amadeus, nach dessen Tod das Land auf Otto √ľberging. Auf diese Weise wurde Otto Herrscher √ľber Territorien beidseitig der Alpen, ein Umstand, der noch 1860 wichtigen Einfluss auf die Politik des Hauses Savoyen haben sollte. Nach Ottos Tod im Jahre 1060 folgte ihm seine Witwe Adelaide, aber noch vor ihrem Tod 1091 wurden seine S√∂hne Peter I. und nach ihm Amadeus II. Graf.

Unter Humbert II. (Regierungszeit 1078‚Äď1080) kam es zu ersten Auseinandersetzung gegen die Piemonteser Kommunen, aber er, seine Nachfolger Amadeus III. (der auf dem Heimweg vom Zweiten Kreuzzug starb) und Thomas I. verfolgten ihnen gegen√ľber ein Politik der Vers√∂hnung. Thomas, der bis 1222 regierte, war Ghibelline und sorgte f√ľr einen erheblichen Bedeutungszuwachs Savoyens, denn er wurde zum Reichsvikar ernannt und erlangte wichtige Erweiterungen seines Territoriums namentlich in Bugey, in der Waadt, konkret 1240 in Payerne und Romant, 1272 in Romainm√ītier[1] (nordwestlich der Alpen) sowie Carignano, Pinerolo, Moncalieri und Vigone (s√ľd√∂stlich der Alpen). Im Weiteren herrschte er √ľber Genf, Albenga, Savona und Saluzzo. Nach seinem Tod wurden diese Territorien unter seinen S√∂hnen aufgeteilt: Thomas II. erhielt das Piemont, Aimone das Chablais, Peter und Philipp weitere Lehen, und Amadeus IV., der √§lteste, die Grafschaft Savoyen und eine allgemeine ‚Äě√úberherrschaft‚Äú √ľber die Besitzt√ľmer seiner Br√ľder. Weitere Br√ľder erhielten Bischofs√§mter au√üerhalb den Stammlanden, Bonifaz schlie√ülich, wurde Erzbischof von Canterbury.

Peter II. reiste mehrmals nach England. Eine seiner Nichten, Eleonore de Provence, wurde Ehefrau des englischen K√∂nigs Heinrich III., eine andere, Sancha de Provence, Ehefrau von Richard von Cornwall. Heinrich machte Peter zum Earl of Richmond und stattete ihn mit einem Palast an der Themse aus, der den Namen Savoy Palace erhielt. Graf Peter erlangte auch zus√§tzliches Territorium im Waadtland und besiegte Rudolf von Habsburg bei Chillon.

Chambéry 1645

Nachdem Thomas II. mehrere St√§dte und Festungen im Piemont eingenommen hatte, verlor er diese wieder und wurde vor√ľbergehend von den B√ľrgern Turins inhaftiert. Von den S√∂hnen Thomas' I. hinterlie√ü nur er m√§nnliche Erben. Sein Sohn Amadeus V., genannt ‚Äěder Gro√üe‚Äú, herrschte von 1285‚Äď1323 und gilt als ‚ÄěVereiniger‚Äú der verstreuten Gebiete des Hauses. Als Amadeus n√§mlich seine Regentschaft antrat, wurden die Lehen wie folgt aufgeteilt: die Grafschaft Savoyen wurde sein eigenes Territorium, das F√ľrstentum Piemont ging an seinen Neffen Philipp und die Waadt wurde an seinen Bruder Ludwig vergeben. Zwar wurde diese Gliederung 1295, als Chamb√©ry zur Hauptstadt Savoyens wurde, formal best√§tigt und dennoch erlangte Amadeus die Vorherrschaft √ľber alle Besitzt√ľmer, was auch zu einer politischen Vereinheitlichung innerhalb des Landes f√ľhrte. Durch Eroberungen, Kauf und geschicktem Verhandeln gewann er Lehen, die seine Vorg√§nger verloren hatten, zur√ľck. In zahlreichen Feldz√ľgen bek√§mpfte er die Dauphins des Viennois, die Grafen des Genevois, die B√ľrger von Sion und Genf, die Markgrafen von Saluzzo und Montferrat und die Barone von Faucigny. Zudem wirkte er als Friedensstifter zwischen Frankreich und England und begleitete Kaiser Heinrich VII. auf dessen Italienfeldzug.

Auf Amadeus V. folgten seine S√∂hne, Eduard der Liberale (1323‚Äď1329) und sp√§ter Aimone der Friedfertige (1329‚Äď1343). Aimone gilt als einer der f√§higsten F√ľrsten seines Geschlechts gelang es ihm doch die Verwaltung und das Justiz- und das Finanzwesen Savoyens zu reformieren.

Nizza 1624

Sein Sohn Amadeus VI. (Regierungszeit 1343‚Äď1383), genannt Il Conte Verde (‚Äěder gr√ľne Graf‚Äú), folgte ihm im Alter von nur neun Jahren nach. Amadeus machte sich sowohl einen Ruf als Kreuzritter als auch in einem Feldzug gegen die Osmanen, den er 1366 anf√ľhrte. Der Vertrag von Paris von 1355 beendete die Spannungen, die sich zwischen ihm und Frankreichs K√∂nigshaus aufgebaut hatten. Der Graf wollte die an Savoyen angrenzende Dauphin√© erwerben, doch war ihm Frankreich mit einem h√∂heren Preis und zuf√§lligem Erbanfall zuvorgekommen. 1356 wurden die Savoyer Reichsvikare amtsf√ľhrende Stellvertreter des Kaisers. Damit konnten sie √ľber die Rechtsprechung ihre Territorialherrschaft aufbauen, also allgemein √ľber ein Gebiet und dessen Einwohner bestimmen und nicht, wie im Feudalwesen, mit einzelnen konkreten Rechtstiteln √ľber bestimmte Personengruppen.[2] Mit seinem Entscheid die italienischen Besitzungen gegen√ľber jenen am Fu√üe der franz√∂sischen Alpen und jenen in der Westschweiz vorrangig zu behandeln, leitete Amadeus VI. eine Entwicklung ein, welche f√ľr die Savoyer-Dynastie noch von gro√üer Bedeutung werden sollte. Er vermittelte zwischen Mailand und dem Haus Montferrat (1379), zwischen den Familien Scaliger und Visconti und zwischen den Republiken Venedig und Genua nach dem Chioggia-Krieg (alle 1381). Amadeus war einer der ersten Souver√§ne, der ein System kostenloser Rechtsberatung f√ľr die Armen einf√ľhrte. Als er Ludwig von Anjou in seinem Anspruch auf das K√∂nigreich Neapel aktiv unterst√ľtzte, starb er w√§hrend des Feldzuges in Campobasso an der Pest.

Sein Sohn Amadeus VII., genannt Il Conte Rosso, (‚Äěder roter Graf‚Äú) herrschte von 1383‚Äď1391. In seiner Jugend nahm er an der Seite Karls V. von Frankreich an einem Feldzug in Flandern teil. 1388 gelang es ihm die Grafschaft Nizza f√ľr sich zu vereinnahmen, womit Savoyen einen Zugang zum Mittelmeer erhielt. Im selben Jahr verlor der Graf gegen die Eidgenossen im Oberwallis die Schlacht bei Visp[3].

Die Herzöge von Savoyen im Spätmittelalter

Wappen der Herzöge von Savoyen im Scheibler'schen Wappenbuch.
Savoyen im 15. Jahrhundert.
Amadeus VIII. als Gegenpast Felix V.

W√§hrend der langen Herrschaft von Amadeus VIII. (1391‚Äď1440), Sohn von Amadeus VII., erlebte Savoyen eine Bl√ľtezeit. Der Graf konnte seine Territorien sowohl in der Genferseeregion (Pays de Gex) wie auch in Italien (Piemont) arrondieren. 1416 besuchte ihn Kaiser Sigismund in Chamb√©ry und erhob ihn zum Herzog. 1430 f√ľhrte Amadeus gegen den Widerstand des Adels und der St√§dte, die ihre Privilegien in Gefahr sahen, die Statuta Sabaudi√¶ ein, ein umfassendes Gesetzbuch, das f√ľr das gesamte Herzogtum G√ľltigkeit hatte. 1434 zog sich der Herzog in die Kartause Ripaille am Genfersee zur√ľck, wo er im Hindergrund weiter wirkte und vermittelte, w√§hrend er die Tagesgesch√§fte seinem Sohn Ludwig √ľberlie√ü. Obwohl Amadeus nicht dem Klerus angeh√∂rte, wurde er auf dem Konzil von Basel 1439 √ľberraschend gegen den amtierenden Papst Eugen IV. zum ‚ÄěHeiligen Vater‚Äú gew√§hlt. Zehn Jahre amtete er als Gegenpapst unter dem Namen Felix V., bis er zur√ľcktrat und lediglich die Kardinalsw√ľrde behielt. Felix' Widersacher Papst Eugen IV. d√§monisierte in einer Bulle von 1440 das Herzogtum Savoyen (und dort vor allem die Hocht√§ler im Wallis, in der Waadt, in den Savoyer Alpen und im Aostatal) als ein Hort von Hexen, wobei die Begriffe Hexe, Ketzer und Waldenser vermischt wurden.[4] Gem√§√ü dem Historiker Wolfgang Behringer fanden die ersten massiven Hexenverfolgungen in Europa um das Jahr 1428 in Savoyen statt.[5]

Amadeus' Sohn Ludwig (Regierungszeit 1440‚Äď1465), der als erster den Titel Prinz von Piemont trug, konnte nicht an die politischen und diplomatischen Erfolge seines Vaters ankn√ľpfen. Er heiratete 1433 Anne de Lusignan aus dem Haus Lusignan, das damals Zypern beherrschte. Ludwig hatte in der Folge die Intrigen des zypriotischen Hofstaats seiner Ehefrau ebenso auszuhalten wie die Ambitionen seiner franz√∂sischen und Mail√§nder Nachbarn. 1446 musste er das Valentinois an die franz√∂sische Krone abtreten. Der Zugriff auf Mailand, wo das Geschlecht Visconti in m√§nnlicher Linie 1447 ausgestorben war, misslang. Als Amadeus 1448 von Jean I. das F√ľrstentum Monaco gegen eine j√§hrliche Rente angeboten wurde, lehnte er aus Furcht vor den Feinden in Nizza und Turbia ab[6]. 1452 sagte sich Freiburg im √úechtland, welches sich im Alten Z√ľrichkrieg stark verausgabt hatte, von Habsburg los und stellte sich unter den Schutz des Herzogs, der der Stadt alle Kriegsschulden erlie√ü[7]. Die letzten Jahre seiner Regierungszeit waren durch Verschw√∂rungen des Adels, in die auch sein j√ľngster Sohn Philipp de Bresse verwickelt war, gepr√§gt.

Auf Ludwig folgte sein Sohn Amadeus IX. (Regierungszeit 1465‚Äď1469), der wegen einer epileptischen Erkrankung die Regentschaft 1469 seiner Ehefrau Yolande, eine Schwester des franz√∂sischen K√∂nigs Ludwig XI., √ľberlie√ü. Diese Machtverschiebung l√∂ste in Savoyen einen B√ľrgerkrieg zwischen den franz√∂sischen und den burgundischen Parteig√§ngern aus, denn sowohl der franz√∂sische K√∂nig als auch der burgundische Herzog Karl der K√ľhne, der eine expansive Politik betrieb, versuchten Savoyen als ihren B√ľndnispartner zu gewinnen. Schlie√ülich entschied sich Yolande 1475 gegen ihren Bruder und f√ľr Karl; eine folgenschwere Wahl, denn damit wurde Savoyen mitten in die Burgunderkriege hineingerissen. Der Herzog von Burgund stand n√§mlich im Konflikt mit den ebenfalls aufstrebenden Eidgenossen und wurde von diesen in mehreren Schlachten, die auch savoyardische Territorien tangierten (‚Üí Schlacht auf der Planta), vernichtend geschlagen. 1476 musste Yolande Teile der Waadt an Bern abtreten sowie ihre Rechte √ľber das Wallis und Freiburg im √úechtland aufgeben. Damit begann der Niedergang der savoyardischen Macht in der heutigen Westschweiz.

Designierter Nachfolger von Amadeus IX. war Philibert I., der aber bereits mit 17 Jahren starb und von seiner Mutter Yolande vertreten wurde. Sie war es auch, die ihn als 11-j√§hrigen mit der beg√ľterten Mail√§nder Herzogstochter Bianca Maria Sforza verheiratete, die sp√§ter die dritte Ehefrau des r√∂misch-deutschen Kaisers Maximilian I. werden sollte. Als Herrscher von Savoyen folgte der mit 14 Jahren ebenfalls noch unm√ľndige Karl I. (Regierungszeit 1482‚Äď1490). Er war der j√ľngere Bruder von Philibert und ist am franz√∂sischen Hof erzogen worden. Im Innern setzte sich Karl gegen unbotm√§√üige Adlige durch und 1487 gelang es ihm gegen den Widerstand Frankreichs die Markgrafschaft Saluzzo in der Region Piemont zu unterwerfen. Philibert starb jung und f√ľr den erst 21 Monate alten Nachfolger Karl II. √ľbernahm Mutter Bianca von Montferrat (Blanche de Montferrat), welche in Turin und nicht in Chamb√©ry residierte, die Regentschaft. Karl starb 1496 siebenj√§hrig bei einem Sturz aus seinem Bett. Thronfolger wurde sein Gro√üonkel, Philipp II..

Neuzeit

Italienische Kriege ‚Äď Savoyen unter franz√∂sischer Besatzung

Herzog Emanuel Philibert erlangte die Unabh√§ngigkeit Savoyens von Frankreich zur√ľck.

Formell geh√∂rte Savoyen immer noch zum R√∂misch-Deutschen Reich; aber nachdem sich Amadeus VIII. 1434 √ľberraschend zur√ľckgezogen hatte und eine geistliche Karriere einschlug, geriet das Herzogtum in die Abh√§ngigkeit Frankreichs und dar√ľber auf die Dauer ebenfalls in den Gro√ükonflikt zwischen Habsburg und Frankreich um die Hegemonie in Italien, welcher die erste H√§lfte des 16. Jahrhunderts pr√§gen sollte.[8]

Philibert II. wuchs am franz√∂sischen Hof auf und wurde nach zahlreichen rasch auf einander folgenden Todesf√§llen innerhalb des Hauses Savoyen jung und vor allem unerwartet Herzog (1497‚Äď1504). Nach einer kurzen Ehe mit seiner minderj√§hrigen Cousine Yolande de Savoie, welche schon bald verstarb, heiratete er Margarete von √Ėsterreich. Sie war die Tochter des r√∂misch-deutschen Kaisers Maximilian I. aus dem Hause Habsburg und seiner ersten Ehefrau Maria von Burgund, der einzigen nat√ľrlichen Erbin des unterdessen aufgel√∂sten und zwischen Habsburg und Frankreich aufgeteilten Herzogtums Burgund. Margarete amtierte auch als Statthalterin der habsburgischen Niederlande. W√§hrend Philiberts Regierungszeit eroberte der franz√∂sische K√∂nig Ludwig XII. das Herzogtum Mailand (‚Üí Italienische Kriege). Savoyen war damit sowohl im Westen wie auch im Osten von Frankreich umklammert. Die herrschende Konstellation ‚Äď Heirat einer √∂sterreichischen Prinzessin einerseits und die expansive Politik Frankreichs in Oberitalien anderseits ‚Äď f√ľhrte dazu, dass sich Savoyen von Frankreich abwandte und stattdessen freundschaftliche Beziehungen zu √Ėsterreich aufnahm. Philibert II., der sich gerne dem Vergn√ľgen hingab, stand stark unter dem Einfluss seiner Ehefrau. Er verstarb jung und ohne Erben in einem Jagdumfall.

Savoyen verliert das Schloss Chillon im Waadtland am Genfersee an Bern.

1504 folgte Karl III., Halbruder von Philibert II. Er wechselte mehrmals seinen B√ľndnispartner: einmal war er mit seinem Neffen, dem K√∂nig von Frankreich Franz I., dann wieder mit seinem Schwager dem Kaiser des r√∂misch-deutschen Reichs und K√∂nig von Spanien Karl V. liiert. Diese beiden Parteien f√ľhrten gegeneinander einen erbitterten Krieg um die Vorherrschaft in Oberitalien. Auch beanspruchte Franz I. die savoyardischen Territorien Bresse und Faucigny als Erbe f√ľr seine Mutter Luise von Savoyen. In Genf erhoben sich die B√ľrger gegen den Adel: sie verfolgten das Ziel ihre Stadt mit Teilen der Genevois und dem Pays de Gex zu vereinen und dieses Gebilde zu einer Republik zu formen. Der sogenannte L√∂ffelbund, eine Verbindung von herzogstreuen Adligen, deren Anliegen es war, die Macht Savoyens in Bresse, Faucigny und Genf zu erhalten, war im entscheidenden Moment auf sich allein gestellt und erhielt keine Unterst√ľtzung vom Herzog[9]. So √ľberrannten franz√∂sische Truppen 1536 die Westgrenze von Savoyen und die beiden Hauptorte des Herzogtums Chamb√©ry und Turin wurden eingenommen. Fast gleichzeitig vertrieben bernische S√∂ldner mit Hilfe ihrer freiburgischen und Walliser Verb√ľndeten die Anh√§nger des L√∂ffelbundes aus Genf und der Waadt, denn gerade auch in Genf hatte sich Herzog Karl III. durch sein hochfahrendes und unbedachtes Auftreten viele Feinde geschaffen. Die Genfer Patrizier gaben den Savoyern die Schuld am wirtschaftlichen Zerfall der Stadt: Die einstmals so profitablen Genfer Messen seien zu einem regionalen Markt herabgesunken, weil es der Stadt an der n√∂tigen Protektion fehle. Das konnte nur hei√üen, Genfs Heil in der Anlehnung an Bern zu suchen[10]. Letztlich blieb Karl nur noch die Flucht ins piemontesische Vercelli. Dort verharrte er ‚Äď quasi im Exil ‚Äď bis zu seinem Tode im Jahre 1553. Zwischen 1536 und 1559 waren gro√üe Teile des Herzogtums von Frankreich besetzt und Teile im Oberen Rhonetal, einschlie√ülich der Stadt Genf, faktisch an die Eidgenossen verloren.

Das Castello di Rivoli 15 km westlich von Turin.

Sohn und Nachfolger Emanuel Philibert (Regierungszeit 1553‚Äď1580) bem√ľhte sich zielstrebig, das Herzogtum zur√ľckzugewinnen, was ihm schlie√ülich auch gelang. Bereits als Erbprinz wurde der von den Franzosen vertriebene Emanuel Philibert zu einem der bedeutendsten Feldherren des R√∂misch-Deutschen Kaisers[11]. 1547 im Schmalkaldischen Krieg diente er Karl V., der ihn 1556 zum Statthalter der habsburgischen Niederlande ernannte. Als der italienische Krieg unter dem spanischen K√∂nig Philipp II. auf die Grenzregion zwischen Frankreich und Flandern √ľbergriff, wurden die Franzosen 1557 von den von Emanuel Philibert angef√ľhrten Spaniern in der Schlacht bei Saint-Quentin vernichtet geschlagen. Dank diesem Triumph sicherte sich der Herzog bei den Friedensverhandlungen einen Platz am Konferenztisch. Im Vertrag von Cateau-Cambr√©sis konnte er 1559 die Unabh√§ngigkeit Savoyens durchsetzen und er gelangte wieder in den Besitz der meisten seiner angestammten Territorien. Zur Beilegung des Konflikts zwischen Frankreich und Savoyen trug auch die gleichzeitig arrangierte Ehe zwischen dem Herzog und Margarethe von Frankreich, Tochter des verstorbenen K√∂nigs Franz I. und Schwester des amtierenden franz√∂sischen Monarchen Heinrich II., bei. 1561 unterzeichnete Emanuel Philibert das Edikt von Rivoli, welches das Latein als Amtssprache zugunsten der franz√∂sischen (nordwestlich der Alpen) beziehungsweise der italienischen Sprache (s√ľd√∂stlich der Alpen) abl√∂ste. 1563 verlegte Emanuel Philibert die Hauptstadt seines Herzogtums von Chamb√©ry nach Turin. 1565 sah sich das politisch isolierte Bern gezwungen, das Pay de Gex und das Chablais an Savoyen zur√ľckzugeben[12][13], Genf dagegen blieb f√ľr das Herzogtum verloren. Der Versuch von Emanuel Philibert 1580 die Nachfolge seines verstorbenen Onkels Heinrich I. von Portugal anzutreten, erwies sich rasch als hoffnungsloses Unterfangen; letztlich ging die portugiesische Krone an Philipp II.

Das Haus Savoyen verlagert sein Gravitationszentrum ins Piemont

Die Piazza castello mit dem Palazzo reale von Turin im 19. Jahrhundert.
Emanuel Philibert verlegte 1563 die Hauptstadt seines Herzogtums von Chambéry nach Turin.

1559 fanden die K√§mpfe zwischen √Ėsterreich/Spanien und Frankreich um die Vorherrschaft in Italien ihr vorl√§ufiges Ende. Im Frieden von Cateau-Cambr√©sis einigten sie sich auf eine politische Ordnung der Apennineninsel, die bis zum Spanischen Erbfolgekrieg Bestand hatte.[14]

Emanuel Philibert hatte eine respektable Armee geschaffen, die von seinen Nachfolgern weiterentwickelt wurde und bis ins 19. Jahrhundert Savoyens relative St√§rke begr√ľndet hat. Mit Ausnahme Venedigs waren die √ľbrigen italienischen Staaten fortan milit√§risch bedeutungslos und konnten schon deshalb auf der internationalen Ebene keine Rolle mehr spielen. Der spanische Absolutismus, welcher Italien dominierte, war statisch. Er garantierte die Ruhe auf der Halbinsel und besch√ľtzte sie vor T√ľrken und Barbaresken, aber er verhinderte, anders als der westeurop√§ische Absolutismus, wirtschaftliche Modernisierung und b√ľrgerliche Aktivit√§ten gr√∂√üeren Ausma√ües.[15]

Auf Emanuel Philibert folgte der achtzehnj√§hrige Karl Emanuel I. (Regierungszeit 1580‚Äď1630), auch der Gro√üe genannt, der zu einem ambiti√∂sen und selbstbewussten Regent heranwuchs. 1585 heiratete er Catalina von Spanien, die zweite Tochter des spanischen K√∂nigs Philipp II.. Karl Emanuel nutzte die Schw√§chung Frankreichs w√§hrend dieses im Innern mit den Hugenottenkriegen besch√§ftigt war aus und eroberte 1588 die Markgrafschaft Saluzzo im Piemont. 1601 anerkannte Frankreich im Vertrag von Lyon die savoyardische Herrschaft √ľber Saluzzo erhielt daf√ľr aber im Abtausch die Gebiete Valromey, Bugey, Bresse und das Pays de Gex. Die R√ľckeroberung des calvinistischen ‚ÄěKezernestes‚Äú[16] Genf hatte f√ľr den Herzog in seiner langen Regierungszeit hohe Priorit√§t, ja wurde zu einer regelrechten Besessenheit[17]. 1602 schickte Karl Emanuel in der sogenannten Escalade de Gen√®ve seine S√∂ldner nach Genf, die Einnahme der Stadt missgl√ľckte jedoch gr√ľndlich. Im Frieden von Saint-Julien anerkannte der Herzog 1603 die Unabh√§ngigkeit der aus politischen wie religi√∂sen Gr√ľnden lange bek√§mpften, Rhonestadt.[18] Der 1610 mit dem franz√∂sische K√∂nig Heinrich IV. abgeschlossene Vertrag von Bruzolo, welcher eine franz√∂sisch-savoyardische Allianz gegen die habsburgisch-spanische Vorherrschaft in Oberitalien zum Thema hatte, trat vorerst nicht in Kraft, da der K√∂nig kurz darauf ermordet wurde. Als jedoch dessen Nachfolger Ludwig XIII. die Vollj√§hrigkeit erreichte, erhielt der Herzog 1617 franz√∂sische Unterst√ľtzung bei der R√ľckeroberung von Alba im Piemont und sein Sohn Viktor Amadeus wurde 1619 mit Ludwigs Schwester Christina verm√§hlt. Der ehrgeizige und risikobereite Karl Emanuel I. f√ľhrte zwischen 1613 und 1617 Krieg um das Herzogtum Mantua oder wenigstens die Markgrafschaft Montferrat zu gewinnen, stie√ü damit aber auf den Widerstand Spaniens, √Ėsterreichs und Venedigs und musste am Ende froh sein, dass er einen Frieden ohne territoriale Verluste erzielte[19]. Inzwischen war der Drei√üigj√§hrige Krieg ausgebrochen in dem der Erbstreit um das Herzogtum Mantua (1628‚Äď1631) ein Nebenkriegsschauplatz darstellte. In dieser Auseinandersetzung manifestierte sich Karl Emanuel als unverl√§sslicher Partner: zuerst verb√ľndete er sich mit Spanien, bald darauf aber mit Frankreich und nochmals etwas sp√§ter erkl√§rte er sich neutral. 1630 setzte Kardinal Richelieu dem Taktieren des Herzogs ein Ende und lie√ü Savoyen-Piemont von einer franz√∂sischen Armee √ľberrennen. Karl Emanuel verstarb im selben Jahr unerwartet an akutem Fieber.

Sein Sohn Viktor Amadeus I. (Regierungszeit 1630‚Äď1637), der die meiste Zeit seiner Jugend am spanischen Hof in Madrid verbracht hatte, beerbte ihn in wenig mehr als dem Herzogstitel. Die Politik seines Vaters hatte dazu gef√ľhrt, dass sowohl die Beziehungen zu Frankreich wie auch jene zu Habsburg zerr√ľttet waren. 1631 musste der Herzog als Besiegter den Vertrag von Cherasco unterzeichnen, der den mantuanischen Erbfolgekrieg beendete und unter der Direktive von Kardinal Richelieu kam 1635 der Vertrag von Rivoli zustande, in dem Viktor Amadeus verpflichtet wurde eine anti-habsburgische Koalition in Oberitalien auf die Beine zu stellen. Dort gelangen ihm zwei Siege: 1636 in der Schlacht von Tornavento und in der Schlacht von Mombaldone. Im selben Jahr verstarb Viktor Amadeus in Turin.

Christine von Frankreich 1633
Turin 1674

Nach dem Tod Viktor Amadeus I. √ľbernahm seine Frau Christina von Frankreich (faktische Regierungszeit 1637‚Äď1663), Schwester des franz√∂sischen K√∂nigs Ludwig XIII., die Vormundschaft √ľber die beiden S√∂hne Franz Hyazinth (* 1632; ‚Ć 1638) und Karl Emanuel II. (* 1634; ‚Ć 1675) und damit die Regentschaft √ľber Savoyen-Piemont. Die beiden j√ľngeren Br√ľder des Vorg√§ngers Viktor Amadeus I. und seiner Ehefrau Katharina Michaela von Spanien Moritz von Savoyen und Thomas von Savoyen verwickelten die Witwe darauf in einen vierj√§hrigen Erbfolgekrieg. Sie bef√ľrchteten, dass die franz√∂sische Krone die Dominanz √ľber Savoyen-Piemont behalten und ausbauen k√∂nnte. 1638 ersuchte Thomas in Madrid f√ľr seine Ambitionen und die seines Bruders um Hilfe, doch die Spanier reagierten z√∂gerlich und schlie√ülich wurde das Komplott von franz√∂sischer Seite aufgedeckt. Kardinal Richelieu erlie√ü 1639 einen Haftbefehl gegen Thomas, jedoch kehrte dieser nicht wie angenommen als Privatperson in das Piemont zur√ľck, sondern mit einer von Spanien unterst√ľtzten S√∂ldnertruppe. Dies war der Ausl√∂ser f√ľr den Piemontesischen B√ľrgerkrieg. Letztlich behielt Christina mit franz√∂sischer Hilfe die Oberhand. Im Friedensschluss von 1642 zwang sie ihren f√ľnfzigj√§hrigen Schwager Moritz seine Kardinalsw√ľrde abzulegen und ihre erst vierzehnj√§hrige Tochter Ludovica Cristina von Savoyen zu heiraten. Sp√§ter zeigte es sich aber, dass Christiana sehr wohl darauf bedacht war, den Einfluss Frankreichs auf Savoyen-Piemont einzud√§mmen.

Karl Emanuel II. (faktische Regierungszeit 1663‚Äď1675) √ľbernahm die Herrschaft erst als neunundzwanzigj√§hriger nach dem Tod seiner Mutter. Als Erbprinz verfolgte und vertrieb er die piemontesischen Waldenser rigoros, was 1665 in einem Massaker an den Andersgl√§ubigen m√ľndete. Sein brutales Vorgehen in dieser Sache rief den englischen Regenten Oliver Cromwell auf den Plan, der seinen Unterh√§ndler Samuel Morland nach Oberitalien schickte, um den Waldensern beizustehen. 1672/1673 f√ľhrte der Herzog einen Krieg gegen Genua, doch verfehlte er sein Ziel, in Ligurien einen Zugang zum Mittelmeer zu erk√§mpfen. Im Allgemeinen gelang es ihm jedoch den Handel zu beleben und den Reichtum des Herzogtums zu mehren. Er baute den Hafen von Nizza aus und lie√ü einen Alpen√ľbergang in Richtung Frankreich konstruieren, den sogenannte Chemin des Grottes des √Čchelles[20]. Er hob das S√∂ldnerwesen auf und ersetzte es durch ein stehendes Heer ausgestattet mit Kavallerie, Infanterie und einheitlichen Uniformen. Seine Mutter Christiana gab 1645 den Auftrag f√ľr die Errichtung des Palazzo Reale. Karl Emanuel II starb 1675 in Turin.

Savoyen-Piemont trotzt der Hegemonie Frankreichs

1690 unter Viktor Amadeus II. setzte sich Savoyen-Piemont im Wesentlichen wie folgt zusammen: F√ľrstentum Piemont mit der Hauptstadt Turin, Herzogtum Savoyen, Grafschaft Nizza und Grafschaft Aosta.
Die Belagerung Turins 1706
Museo del Risorgimento, Torino
Viktor Amadeus II. 1713

Ihm folgte sein einziger Sohn Viktor Amadeus II. (effektive Regierungszeit 1684‚Äď1730). Dessen Minderj√§hrigkeit wurde mit der Regentschaft seiner f√§higen aber herrischen Mutter Maria Johanna von Savoyen, Madame Royale genannt, (effektive Regierungszeit 1675‚Äď1684) √ľberbr√ľckt. Auf ihr Betreiben und jenes des franz√∂sischen K√∂nigs Ludwig XIV. heiratete Viktor Amadeus 1684 Anne Marie d‚ÄôOrl√©ans, eine Nichte des ‚ÄěSonnenk√∂nigs‚Äú. Im selben Jahr dr√§ngt der achtzehnj√§hrige Herzog seine Mutter zum R√ľcktritt, um die Geschicke von Savoyen-Piemont selbst in die Hand zu nehmen. Ludwig XIV., der seinen Neffen Viktor Amadeus fast wie ein Vasallen behandelt ‚Äď dies obwohl das Herzogtum eigentlich Bestandteil des Heiligen R√∂mischen Reichs war ‚Äď verpflichtete den Herzog, seine waldensischen Untertanen zu verfolgen, viele fanden in der (reformierten) Schweiz Aufnahme.[21] Zu Beginn des Pf√§lzischen Erbfolgekriegs trat Viktor Amadeus 1690 der Augsburger Liga (ein Defensivb√ľndnis √Ėsterreichs, Spaniens und der Republik Venedig gegen die Hegemonie Frankreichs), bei. Im selben Jahr wurde der Herzog in der blutigen Schlacht bei Staffarda vom General Nicolas de Catinat geschlagen. In der Folge √ľberrannte die franz√∂sische Armee gro√üe Teile von Savoyen-Piemont; allerdings bleibt die Hauptstadt Turin unter der Kontrolle des Herzogs. 1692 drang Viktor Amadeus in einer Vergeltungsaktion in die Dauphin√© ein und verw√ľstete dort das Land. 1693 wurde der Herzog in der Schlacht bei Marsaglia von den Franzosen erneut geschlagen und daraufhin gezwungen aus der Augsburger Liga auszutreten. 1696 musste er sich in den Vertr√§gen von Turin und Vigevano mit Frankreich verst√§ndigen. Der Pf√§lzische Erbfolgekrieg endete 1697 mit dem Frieden von Rijswijk; es folgte 1701 der Spanische Erbfolgekrieg, in welchem der Herzog zuerst auf der Seite von Frankreich und Spanien stand. Doch das Haus Savoyen war der franz√∂sischen Bevormundung schon seit langer Zeit √ľberdr√ľssig und h√§tte im Falle eines Sieges von Frankreich und Spanien nichts erwarten k√∂nnen. Dies bewog Viktor Amadeus sich 1703 √Ėsterreich anzuschlie√üen, womit er sich jedoch einem Zweifrontenkrieg aussetzte, der sowohl aus Frankreich, wie auch aus dem spanischen Herzogtum Mailand vorangetrieben wurde. 1706 begann die Belagerung von Turin doch bei der f√ľr das Haus Savoyen fraglos schicksalhaften Schlacht von Turin obsiegte Viktor Amadeus auch dank der milit√§rischen Unterst√ľtzung seines Cousins Eugen von Savoyen, der im Dienste √Ėsterreichs stand. Die Franzosen erlitten dabei hohe Verluste und wurden aus dem Land verjagt. 1708 eroberte Viktor die Markgrafschaft Montferrat und erhielt damit den langersehnten Meereszugang in Ligurien. Ab 1709 erkl√§rte sich der Herzog neutral. Beim Frieden von Utrecht, der den Spanischen Erbfolgekrieg beendete, war Savoyen-Piemont einer der Nutznie√üer der europ√§ischen Umw√§lzungen: Das Herzogtum erhielt die von Frankreich besetzten Gebiete zur√ľck und es sollte sich zeigen, dass die von Frankreich ausgehende st√§ndige Bedrohung der Existenz von Savoyen-Piemont beseitigt war.

Neuere Geschichte

Könige von Sardinien

Flagge des Königreichs Sardinien (1728-1802)
Das Jagdschloss Stupinigi 10 km s√ľdwestlich von Turin.
Königreich Sardinien 1815 nach dem Wienerkongress

Mit dem Vertrag von Utrecht wurden die sogenannten Nebenlande der Spanier 1713 aufgeteilt, wobei neben eines Teils des Herzogtums Mailand auch Sizilien an Savoyen-Piemont abgetreten wurde und da diese Insel au√üerhalb des Machtbereichs des Heiligen R√∂mischen Reichs lag, stand der Rangerh√∂hung von Viktor Amadeus vom Herzog zum K√∂nig nichts mehr im Wege. Das Haus Savoyen war damit das erste und einzige genuin italienische K√∂nigtum nach der Antike[22]. Wie es dem damaligen Zeitgeist entsprach, regierte der in Palermo gekr√∂nte Monarch absolutistisch √ľber sein erweitertes Reich. Sizilien lie√ü sich allerdings nicht behaupten: Im Vertrag von Den Haag von 1720 kamen Karl VI. von Habsburg und Viktor Amadeus √ľberrein die Inseln Sizilien und Sardinien zu tauschen[23] (‚Üí Krieg der Quadrupelallianz), womit Letzterer Herr √ľber das K√∂nigreich Sardinien-Piemont wurde. Die Herrscher des Hauses Savoyens trugen von da an bis zur Gr√ľndung des italienischen K√∂nigreichs den Titel K√∂nige von Sardinien. Viktor Amadeus trat 1730 zugunsten seines Sohnes Karl Emanuel III. zur√ľck und zog sich auf das Ch√Ęteau de Saint-Alban nach Chamb√©ry zur√ľck. Im Alter geistig verwirrt, versuchte er nochmals die Krone wiederzugewinnen, aber sein Sohn lie√ü ihn festnehmen. 1732 starb er als Gefangener im Kloster San Giuseppe di Carignano. W√§hrend seiner Amtszeit entstanden unter anderem das Schloss von Stupinigi und die Basilika Superga.

Schlacht von Assietta, 1747: Der Tod des Chevalier de Belle-Isle.

Karl Emanuel III. (Regierungszeit 1730‚Äď1773) nahm auf der Seite Frankreichs am Polnischen Erbfolgekrieg gegen √Ėsterreich teil. F√ľr seinen Sieg 1734 bei Guastalla wurde er mit dem Herzogtum Mailand belohnt, das er aber 1736 anl√§sslich des Pr√§liminarfrieden von Wien wieder abgeben musste, wobei er aber die St√§dte Novara und Tortona behalten durfte[24]. Im √Ėsterreichischen Erbfolgekrieg nahm er 1742 Partei f√ľr Maria Theresia. Nachdem Frankreich vor√ľbergehend Savoyen und die Grafschaft Nizza erobert hatte, gelang es ihm 1747 die Franzosen in der Schlacht von Assietta entscheidend zu schlagen. Mit dem Frieden von Aachen 1748, der der Niederlage Frankreichs folgte, gewann er einen Gebietszuwachs in der Po-Ebene, unter anderem die Stadt Vigevano. Auf eine Teilnahme am Siebenj√§hrigen Krieg verzichtete er und zog es stattdessen vor die Reformen im Inneren voranzutreiben, wobei vor allem das neu erworbene Sardinien Nachholbedarf aufwies. Dort lancierte er die Universit√§ten von Sassari und Cagliari neu. In Chamb√©ry richtete er ein Amt ein, das einer der ersten Katasterpl√§ne seiner Zeit entwickelte, die sogenannten Mappe Sarde; Jean-Jacques Rousseau arbeitete kurzzeitig f√ľr dieses Amt. Karl Emanuels Staat, das K√∂nigreich Sardinien, inoffiziell auch Sardinien-Piemont (in Frankreich auch √Čtats de Savoie) genannt, wurde weiterhin von Turin im Piemont aus regiert.

Prinz Karl Emanuel IV. mit seiner Frau Clotilde de Bourbon, 1775
Schlacht bei Mondovì, 1796

Ihm folgte sein Sohn Viktor Amadeus III. (Regierungszeit 1773‚Äď1796), der als konservativ und tief religi√∂s beschrieben wird. Beim Ausbruch der Franz√∂sischen Revolution 1789 nahm er Partei f√ľr die Royalisten und kam so in Konflikt mit der Franz√∂sischen Republik. 1792, noch vor den napoleonischen Feldz√ľgen beanspruchte die Revolutionsregierung ‚Äď mit Berufung auf das Prinzip ¬ęder nat√ľrlichen Grenzen¬Ľ ‚Äď Savoyen als das 84. Departement von Frankreich und teilten ihm provisorisch den Namen Mont Blanc zu; daraufhin erkl√§rte Viktor Amadeus Frankreich den Krieg. W√§hrend Savoyen und die Grafschaft Nizza eine rasche Beute der franz√∂sischen Revolutionsarmee wurde, konnten sich die Piemonteser ‚Äď milit√§risch unterst√ľtzt von √Ėsterreich ‚Äď vier Jahre lang gegen die Italienarmee Napolens behaupten. Doch 1796 gingen in rascher Abfolge drei Schlachten verloren, namentlich die Schlacht bei Montenotte, die Schlacht bei Millesimo und die Schlacht bei Mondov√¨; darauf rief Frankreich im Piemont die kurzlebige Republik Alba aus. Mit dem Waffenstillstand von Cherasco von 1796 gingen die italienischen L√§nder an Viktor Amadeus zur√ľck, allerdings wurde der sardische K√∂nig gezwungen, aus der ersten Koalition auszutreten. Im selben Jahr starb Viktor Amadeus III. an einem Schlaganfall. Er hinterlie√ü ein K√∂nigreich mit leerer Staatskasse und die beiden wichtigen L√§nder, Savoyen und die Grafschaft Nizza waren von Frankreich annektiert und zudem vom Krieg verw√ľstet. 1793 stiftete der K√∂nig die italienische Tapferkeitsmedaille (Medaglia d'oro al Valore Militare).

Sein Sohn und Nachfolger Karl Emanuel IV. (Regierungszeit 1796‚Äď1802) musste nach Cagliari auf Sardinien fliehen, da die Franzosen unter Joubert 1798 das Piemont erneut besetzt hatten. W√§hrend sich Napoleon auf dem √Ągyptenfeldzug befand und die √∂sterreichisch-russischen Armeen 1799 in Oberitalien Terrain gut machen konnten (‚Üí zweite Koalition), landete Karl Emanuel in Livorno in der Hoffnung, wenigsten einer Teil seiner Festlandbesitzt√ľmer wiederzugewinnen. Aber Napoleon kehrte zur√ľck und behauptete mit einem brillanten Sieg in der Schlacht bei Marengo im Jahre 1800 seine Stellung in Italien. Ausschlaggebend f√ľr seine Abdankung zu Gunsten seines Sohnes Viktor Emanuel I., war letztlich aber ein Schicksalsschlag in seinem ganz pers√∂nlichen Umfeld: im Jahre 1802 starb seine geliebte und liebende Gattin, Clotilde de Bourbon, eine Schwester des inzwischen guillotinierten franz√∂sischen K√∂nigs Ludwig XVI.. Das Paar hatte keine Kinder. 1815 trat Karl Emanuel den Jesuiten bei und lebte bis zu seinem Tode in Rom.

Viktor Emanuel I. (Regierungszeit 1802‚Äď1821) erhielt nach dem Fall Napoleons 1814 seine L√§ndereien auf dem Festland zur√ľck und 1815 am Wiener Kongress bekam er au√üerdem die Republik Genua, welche als Herzogtum Genua dem sardischen K√∂nigreich angegliedert wurde. Die Stadt Genua wurde Sitz der Flotte. 1816 trat das K√∂nigreich Sardinien mit dem Vertrag von Turin einige Gemeinden in der Provinz Carouge an den Schweizer Kanton Genf ab. Damit wurde die diesbez√ľgliche Vereinbarung von 1754 hinf√§llig. Viktor Emanuel agierte ganz im Sinne der Restauration: er widerrief den Code Napol√©on in seinem Land, stattete sowohl den Adel wie auch den Klerus wieder mit den althergebrachten Privilegien und L√§ndereien aus und nahm die Verfolgung der Waldenser und Juden wieder auf. Sein Grimm √ľber die Schmach, welche das Haus Savoyen w√§hrend den Revolutionswirren √ľber sich ergehen lassen musste, war so stark, dass er eine Br√ľcke √ľber den Po und eine Stra√üe √ľber den Mont Cenis, beides unter der franz√∂sischen Besatzung entstanden, einrei√üen lie√ü. Die reaktion√§re Haltung des K√∂nigs missfiel dem Volk aber zusehends und so kam es zu einem vom Geheimbund Carbonari orchestrierten Aufstand im Piemont. Derma√üen isoliert sah sich Viktor Emanuel 1821 gen√∂tigt, zugunsten seines Bruders Karl Felix abzudanken.

Karl Felix lässt das während der französischen Revolution zerstörte Kloster von Hautecombe in der Nähe von Chambéry wiederherstellen. Viele Herrscher aus dem Hause Savoyen sind hier begraben.

Der designierte K√∂nig Karl Felix (Regierungszeit 1821‚Äď1831) verweilte jedoch zur derselben Zeit in Modena. Die Volksmassen best√ľrmten daher den Prinzen Karl Albert, Neffe von Viktor Amadeus I., einstweilen an die Spitze des Staates zu treten. Erst nach vielen Bitten erkl√§rte sich derselbe dazu bereit und proklamierte, die italienische Tricolore (il tricolore) in der Hand, die Annahme der spanischen Konstitution. Mit der Unterst√ľtzung von 20.000 √∂sterreichischen Soldaten marschierte darauf Karl Felix in Richtung Turin und schlug den Aufstand im Piemont nieder. Unter dem Schutz der Habsburger Soldaten, welche noch bis 1823 im Land blieben, begann nun die vollst√§ndige Reaktion. Die Waldenser wurden gezwungen bis 1827 ihre Grundst√ľcke zu verkaufen und auszuwandern. Ein k√∂nigliches Edikt von 1825 erlaubte das Lesen und das Schreiben nur denen, welche ein Verm√∂gen von 1500 Lire besa√üen und erteilte die Erlaubnis f√ľr ein Studium nur denen, die ein Einkommen von mehr als 1500 Lire ausweisen konnten.[25] 1824 erwarb Karl-Felix vom Konsul Bernardino Drovetti eine gro√üe Sammlung alt√§gyptischer Artefakte, welche den Grundstock des Museo Egizio in Turin bilden. Mit Karl Felix‚Äô Tod 1831 starb auch die Hauptlinie des Hauses Savoyen aus.

Einigung Italiens

Karl Albert (1831‚Äď1849)

Karl Albert unterzeichnet das Statuto Albertino.

Karl Albert aus der Nebenlinie Savoyen-Carigano, die aus Thomas, dem j√ľngsten Sohn Karl Emanuels I. hervorgegangen war, regierte schon 1821 vor√ľbergehend f√ľr kurze Zeit das K√∂nigreich Sardinien. Der in Dresden, Genf und Paris in intellektueller Atmosph√§re aufgewachsene und grunds√§tzlich liberal gesinnte Exponent des Hauses Savoyen-Carigano √ľbernahm 1831 die Staatsgesch√§fte erneut. Vorerst setzte er auf Kontinuit√§t und f√ľhrte die konservative Politik seines Vorg√§ngers fort. Er unterdr√ľckte die Liberalen und ging mit √Ėsterreich ein Milit√§rb√ľndnis ein. Nach und nach und auf Druck des erstarkten B√ľrgertums nahm er aber seinen in der Jugend gepflegten freiheitlichen Kurs wieder auf. 1837 f√ľhrte er ein auf dem Code civil basierendes Zivilgesetzbuch ein und revidierte das Strafrecht. Nach der Februarrevolution von 1848 erlie√ü er am 4. M√§rz 1848 das sogenannte Statuto Albertino und ernannte Cesare Balbo zu seinem Premierminister. Damit wurde das K√∂nigreich Sardinien zur konstitutionellen Monarchie, wobei sich die Thronfolge auf die Lex Salica st√ľtzte. Diese Verfassung blieb grunds√§tzlich bis 1946 in Kraft und √ľberlebte somit die Umwandlung des sardischen zum italienischen K√∂nigreich. Das Statuto Albertino war als solches nur m√§√üig liberal mit sehr beschr√§nkten parlamentarischen Mitwirkungsrechten und monarchisch-exekutiver Machtf√ľlle.[26]

Die Piazza Carlo Alberto in Turin.

In weiten Teilen Europas machten sich im Jahr 1848 Volksaufst√§nde gegen die Restauration des Absolutismus breit. Doch in Italien und in anderen vom Kaisertum √Ėsterreich beherrschten Gebieten, ging es vor allem auch um die nationale Selbstbestimmung. Im K√∂nigreich Lombardo-Venetien brach eine Revolution aus und auch im Gro√üherzogtum Toskana kam es zu Aufst√§nden. Das unabh√§ngige K√∂nigreich Piemont-Sardinien wurde daraufhin von vielen Seiten in Italien aufgefordert, sich an die Spitze der Einigungsbewegung zu stellen und den Moment zu nutzen, um die √∂sterreichische Herrschaft in Norditalien zu beenden. Daraufhin erkl√§rte Karl Albert, beeinflusst von Cavour, der Donaumonarchie den Krieg. Der piemontesischen Armee schlossen sich 7.000 M√§nner aus der Toskana an, 10.000 Soldaten wurden vom Kirchenstaat zur Verf√ľgung gestellt, 16.000 vom K√∂nigreich Neapel. Nach anf√§nglichen Erfolgen in der Schlacht von Pastrengo und in der Schlacht von Goito, gewannen die konservativen Kr√§fte aber die Oberhand zur√ľck und Sardinien wurde 1848 in der Schlacht bei Custozza und 1849 in der Schlacht bei Novara von √Ėsterreich geschlagen, womit der erste italienische Unabh√§ngigkeitskrieg ein Ende nahm. Sardinien-Piemont wurde eine gewaltige Kriegsentsch√§digung auferlegt, um es dauerhaft zu l√§hmen.[27] Daraufhin dankte Karl Albert zugunsten seines Sohnes Viktor Emanuel II. ab und ging nach Portugal ins Asyl, wo er bald darauf verstarb.

Karl Albert unterst√ľtzte Kunst und Wissenschaft. Unter seiner Regentschaft nahm die Textilindustrie (Rohseide, Baumwolle, Wolle in Biella) und die chemische Industrie in Turin ihren Aufschwung. Ab 1848 verband eine der ersten Eisenbahnlinien Italiens die beiden St√§dte Turin und Moncalieri. Im Jahre 1838 wurden im K√∂nigreich Sardinien 4.650.368 Einwohner gez√§hlt, davon lebten 524.633 auf der Insel[28].

Viktor Emanuel II. (1849‚Äď1861/1861‚Äď1878)

Viktor Emanuel II., erster K√∂nig des vereinigten Italiens
Piazza San Carlo, Turin, um 1875
Viktor Emanuel II. auf einer Briefmarke der italienischen Post

Unter Viktor Emanuel II. (auch Padre della Patria ‚ÄěVater des Vaterlands‚Äú genannt), √§ltester Sohn von Karl Albert, gelang die Einigung Italiens. Dabei wurde er von seinem Premierminister Cavour und vom franz√∂sischen Kaiser Napoleon III. unterst√ľtzt.

Nach der sardischen Niederlage bei der Schlacht von Novara verpflichtete sich der K√∂nig 1849 im Waffenstillstandsabkommen von Vignale zur Zahlung einer Kriegsentsch√§digung von 75 Millionen franz√∂sischen Franken an √Ėsterreich. Zu diesem Zeitpunkt war Viktor Emanuel aber bereits ein Symbol der Risorgimento geworden. In den Jahren 1853 bis 1856 nahm er auf der Seite Frankreichs, Gro√übritanniens und dem Osmanischen Reich gegen Russland am Krimkrieg teil und konnte sich damit im Reigen der europ√§ischen Gro√üm√§chte pr√§sentieren und beweisen.

Im Geheimvertrag von Plombi√®res-les-Bains sicherte sich Cavour 1858 f√ľr den Fall eines √∂sterreichischen Angriffs auf Sardinien-Piemont die Hilfe Napoleons III. zu. Frankreich sollte Viktor Emanuel zum Preis des Herzogtums Savoyen und der Grafschaft Nizza bei der Erlangung der Krone von Italien unterst√ľtzen, wobei auch ausgemacht wurde, dass Sardinien-Piemont die Kriegskosten zu tragen habe.[29] Um dieses Ziel zu erreichen, sollte √Ėsterreich zu einem milit√§rischen Erstschlag in Norditalien provoziert werden, was Napoleon III. einen passenden Vorwand g√§be, auf Seite Sardiniens zu intervenieren. Am 1. Januar 1859 beim Neujahrsempfang der ausl√§ndischen Diplomaten richtete der franz√∂sische Kaiser folgende Worte an den √∂sterreichischen Botschafter: ‚ÄěIch bedaure, dass die Beziehungen meiner Regierung zu der √∂sterreichischen nicht mehr so gut sind wie fr√ľher, aber ich bitte Sie, Ihrem Kaiser zu sagen, dass meine pers√∂nlich Gesinnungen f√ľr ihn sich nicht ge√§ndert haben.‚Äú Das war in der damaligen Sprache der Diplomatie eine Kriegserkl√§rung, die auch sofort mit einem allgemeinen B√∂rsensturz beantwortet wurde. Noch deutlicher wurde Viktor Emanuel, der am 10. Januar desselben Jahres die Sitzung des sardischen Parlaments mit folgenden Worten er√∂ffnete: ‚ÄěDer Horizont, an dem das neue Jahr heraufsteigt, ist nicht ganz heiter. Wir sind nicht unempfindlich f√ľr den Schmerzensschrei, der von so vielen Teilen Italiens uns entgegenschallt.‚Äú[30]

Die Schlacht von Solferino

Der ausgekl√ľgelte Plan erf√ľllte sich: Am 29. April 1859 erfolgte unter dem Oberbefehl des Grafen Gyulay der Einmarsch der √Ėsterreicher in das Piemont an drei Stellen. Am 24. Juni 1859 in den blutigen Schlachten von Solferino und San Martino wurde die √∂sterreichische Armee von Frankreich und Sardinien geschlagen. Der Frieden von Z√ľrich am 10. November 1859 beendete den sardinischen Krieg. √Ėsterreich wurde verpflichtet die Lombardei an Frankreich abzugeben und Napoleon III. reichte die Provinz an Sardinien weiter. Das Haus Habsburg musste auch hinnehmen, dass weitere italienische Besitzungen verloren gingen: Sowohl Gro√üherzog Leopold II. von Toskana wie auch Herzog Franz V. von Modena wurden im folgenden Jahr durch Volksabstimmungen abgesetzt und Italien wurde zu einem Nationalstaat geeint. Venetien verblieb aber zur Entt√§uschung Cavours bei √Ėsterreich. Im Vertrag von Turin Im Jahre 1860 wurde zwischen Napol√©on III. und Viktor Emanuel der Anschluss des Herzogtums Savoyens und der Grafschaft Nizza an Frankreich vollzogen. Die Schweiz, welche Frankreich die hochsavoyardischen Gebiete Chablais und Faucigny abverlangte, ging im sogenannten Savoyerhandel leer aus. Am 17. M√§rz 1861 schlie√ülich, wurde Viktor Emanuel offiziell zum K√∂nig von Italien proklamiert.

Nach dem Preu√üisch-√Ėsterreichischen Krieg von 1866 erhielt Italien Venetien zugesprochen. Am 26. M√§rz 1860 wurden Viktor Emanuel und alle seine Nachkommen vom Papst Pius IX. exkommuniziert. Als Napoleon III., der nicht zuletzt Dank der Unterst√ľtzung der Kirche in Frankreich die Macht erlangte, seine Schutztruppen in Folge des Beginns des Deutsch-Franz√∂sischen Krieges 1870 aus Latium abzog, marschierte das italienische Milit√§r fast kampflos in Rom ein; der Vatikan reagierte darauf mit der Erkl√§rung des sogenannten Unfehlbarkeitsdogmas. Viktor Emanuel II. starb 1878 in Rom.

Könige von Italien

Flagge des Königreichs Italien
Dreibund-Medaille mit Wilhelm II. von Preu√üen, Umberto I. von Italien und Franz Joseph I. von √Ėsterreich-Ungarn
Taler der Kolonie Eritrea mit dem Portr√§t von Umberto I.

Umberto I. (1878‚Äď1900)

K√∂nig Umberto I., 1882

Nach Viktor Emanuels Tod wurde 1878 sein √§ltester Sohn Umberto I. (Humbert I.), Thronfolger. Er durchlief eine milit√§risch orientierte Ausbildung und nahm 1859 an der Schlacht von Solferino und 1866 am dritten italienischen Unabh√§ngigkeitskrieg teil. Nach der Eroberung Roms im September 1870 erhielt er als Generalleutnant das Kommando √ľber die dortigen Milit√§rdivisionen. Wegen der Aufst√§nde gegen zahlreiche Dynastien Italiens, welche die Einigung Italiens mit sich gebracht hatten und wegen der schlechten Beziehungen des Hauses Savoyen zum Papst, waren nur wenige F√ľrstenh√§user dazu bereit, Beziehungen zum neu entstandenen K√∂nigreich Italien zu kn√ľpfen. Immerhin trat Umberto 1882 dem Dreibund bei und auch mit regelm√§√üigen Visiten in Wien und Berlin versuchte er sich aus seiner au√üenpolitischen Isolation zu l√∂sen, was aber viele Italiener mit Skepsis beobachteten, behielt doch √Ėsterreich immer noch Teile Italiens (Trentino, Istrien und Triest) besetzt.

Zeitgen√∂ssische Illustration des Attentatsversuchs in Neapel auf Umberto I.

Als Umberto im Krönungsjahr 1878 eine Rundreise durch Italien unternahm, wurde er in Neapel Ziel eines Attentats. Weil er aber den gegen ihn gerichteten Hieb mit seinem Säbel parieren konnte, wurde er vom Angreifer, dem Anarchisten Giovanni Passannante, nur leicht verwundet.

Unter Umberto begann die Kolonialexpansion Italiens. Seine Streitkr√§fte besetzten Massawa im Jahr 1885 als erster Ort in Eritrea, welcher Hauptstadt der Kolonie Eritrea wurde. Da Umberto 1889 auch in Somalia milit√§risch aktiv wurde, wurde dem italienischen K√∂nig nachgesagt, er strebe die Errichtung eines gro√üen Imperiums in Nordostafrika an. Die katastrophale Niederlage der italienischen Invasionstruppen in der Schlacht von Adua in Abessinien 1896 d√§mpfte jedenfalls seine diesbez√ľglichen Ambitionen. Im Sommer 1900 nahm die italienische Marine innerhalb der Acht-Nationen-Allianz am Boxeraufstand im Kaiserreich China teil. Daraus resultierte f√ľr Italien eine Handelskonzession in der chinesischen Stadt Tientsin.

W√§hrend den Kolonialkriegen brachen in Italien wegen der hohen Brotpreise zahlreiche Tumulte aus, so auch in 1898 in Mailand. Die norditalienische Metropole wurde daraufhin unter Milit√§rkontrolle gestellt. Dessen Kommandant, Fiorenzo Bava-Beccaris, lie√ü gro√üfl√§chig auf Demonstranten schie√üen mit dem verheerenden Ergebnis, dass etwa 100 Tote und 1000 Verletzt zu beklagen waren. F√ľr seinen Einsatz wurde der Kommandant sp√§ter mit dem savoyardischen Verdienstkreuz dekoriert[31]. Umberto wurde am 29. Juli 1900 vom italo-amerikanischen Anarchisten Gaetano Bresci in Monza mit mehreren Revolversch√ľssen ermordet. Nach eigenen Angaben des Attent√§ters wollte er damit das ‚ÄěBava-Beccaris-Massaker‚Äú von Mailand r√§chen.

Viktor Emanuel III. (1900‚Äď1946)

Viktor Emanuel III.

Auf Umberto I. folgte sein einziger Sohn Viktor Emanuel III.. In Neapel geboren, wurde er zu Lebzeiten seines Vaters der kleine Prinz von Neapel genannt. Auch im Erwachsenenalter war Viktor Emanuel auffallend klein, ma√ü er doch lediglich 1 Meter 53. Zwar √ľberlebte seine Regierung zwei Weltkriege ‚Äď wobei einzuschr√§nken ist, dass er zwischen 1923 und 1943 kaum politisches Gewicht hatte ‚Äď, seine ‚Äěimperialen Tr√§ume‚Äú scheiterten jedoch an der Realit√§t und seine passive und opportunistische Haltung gegen√ľber Mussolini f√ľhrte letztlich zur Aufl√∂sung der Monarchie in Italien und somit auch zum Ende des Hauses Savoyens als Herrscherdynastie.

1915 trat Italien an der Seite der Entente in den Ersten Weltkrieg ein. In einem Tagesbefehl an die Truppen teilte Viktor Emanuel den Optimismus seines Generalstabchefs Luigi Cadorna. Dieser glaubte, mit seinen Truppen innerhalb eines Monats Triest erobern zu k√∂nnen, um dann in einer guten Position zu sein, Wien zu √ľberrennen.[32] In der Folge verwickelten sich die Alpini im Wei√üen Krieg in irrwitzige Gefechte, die oft auf √ľber 3000 Meter √ľber Meer ausgetragen wurden.

Obwohl Italien im Vertrag von Saint-Germain S√ľdtirol und das Trentino zugesprochen erhielt, war man in Italien am Ende des Ersten Weltkriegs unzufrieden mit dem Erreichten und f√ľhlte sich von den Gro√üm√§chten zu wenig erstgenommen; man sprach deshalb von einem ‚Äěverst√ľmmelten Sieg‚Äú (vittoria mutilata). Italiens Teilnahme am Sieg im ‚ÄěGro√üen Krieg‚Äú war mit rund 680.000 Gefallenen, mit wirtschaftlichen wie finanziellem Bankrott und mit ma√ülosem Nationalismus allzu teuer bezahlt.[33]

Italien durchlebte ab 1919 eine Parlamentskrise nach der anderen und in den fr√ľhen 20er Jahren f√ľhrten die innenpolitischen K√§mpfe zwischen den marxistisch gesinnten ‚ÄěRoten‚Äú und den faschistisch gepr√§gten ‚ÄěSchwarzhemden‚Äú zu b√ľrgerkriegs√§hnlichen Zust√§nden. In dieser Krise besprach sich Viktor Emanuel mit seinem Generalstabschef Armando Diaz, wobei Letzterer zum K√∂nig sagte: ‚ÄěMajest√§t, die Armee wird ihre Pflicht tun, aber es w√§re das Beste, sie nicht auf die Probe zu stellen.‚Äú[34] Daraufhin verweigerte Viktor Emanuel 1922 die Unterschrift unter das von seinem Premierminister Luigi Facta ausgearbeitete Notstandsdekret, mit dem Letzterer dem von Mussolinis Faschisten organisierten Marsch auf Rom entgegentreten wollte. Am 30. Oktober 1922 ernannte der K√∂nig Mussolini zum Regierungschef. Fortan konnte ‚Äěder Duce‚Äú nicht nur auf die Unterst√ľtzung des Milit√§rs, der Rechtsextremen mit ihren Rassengesetzen und des Gro√ükapital, sondern auch auf die Duldung des italienischen K√∂nigs z√§hlen. Dies manifestierte sich auch 1925 w√§hrend der Matteotti-Krise, in der Mussolini das Parlament faktisch ganz entmachtete und Viktor Emanuel eine sehr zweifelhafte Begnadigung aussprach.

Viktor Emanuel III. auf einer albanischen Briefmarke.
La Domenica del Corriere vom 27. Dezember 1936 feiert den italienischen Sieg in Abessinien. √úbersetzter Text der Bildlegende: ‚ÄěAlle Territorien des Imperiums sind besetzt. Die Bev√∂lkerung begr√ľ√üt ergeben die Trikolore.‚Äú

In den Jahren 1935/36 eroberte die italienische Armee in einem sehr blutigen Krieg Abessinien und Viktor Emanuel wurde zum Kaiser von Abessinien proklamiert. Dieses Amt behielt er bis zur Befreiung des Landes 1941 durch √§thiopische Partisanen und britische Truppen inne. Die italienische Mittelmeerflotte √ľberfiel 1939 das beinah wehrlose Albanien und vertrieb dort den amtierenden K√∂nig Ahmet Zogu. Zwar befand Viktor Emanuel die Invasion Albaniens mit seiner felsigen Steilk√ľste im Vorfeld der Eroberung als ‚Äězu gewagt‚Äú und ‚Äěwenig lohnend‚Äú ‚Äď der ‚ÄěTrottel‚Äú, wie ihn Mussolini nach dieser Einsch√§tzung nannte[35], nahm die Krone von Albanien dann aber doch entgegen und behielt sie, bis die Wehrmacht 1943 die Funktion der Besatzungsmacht in Albanien √ľbernahm. Ein Attentatsversuch auf Viktor Emanuel, begangen vom jungen, albanischen Patrioten Vasil La√ßi, scheiterte im Jahre 1941 in Tirana.

Am 10. Juni 1940, als der deutsche Sieg in der Schlacht um Frankreich absehbar geworden war, trat Italien, obwohl schlecht ger√ľstet, auf der Seite der Achsenm√§chte offiziell in den Zweiten Weltkrieg ein. Viktor Emanuel anerkannte die diesbez√ľgliche Deklaration von Mussolini, wenn auch vielleicht nur halbherzig[36]. 1943, mit dem Italienfeldzug der Alliierten, brach das faschistische System in Italien zusammen. Viktor Emanuel lie√ü den unpopul√§r gewordene Mussolini festnehmen und √ľbernahm den Oberbefehl √ľber die italienische Streitkr√§fte. Um seine etwaige Gefangennahme durch die in Norditalien nachger√ľckte Wehrmacht zu entgehen, floh er nach Brindisi.

In Selbsterkenntnis, dass er dem faschistischen Regime zu nahe gestanden hatte, √ľbergab Viktor Emanuel im April 1944 die meisten Staatsgesch√§fte seinem Sohn und Kronprinz Umberto II.. Nichtsdestoweniger erzwang das italienische Volk, initiiert durch die US-amerikanische Besatzungsmacht, innerhalb des n√§chsten Jahres ein Referendum zur Abschaffung der Monarchie. Mit seiner offiziellen Abdankung am 9. Mai 1946 zugunsten Umbertos versuchte Viktor Emanuel die diesbez√ľgliche, bevorstehende Abstimmung zu beeinflussen. Doch es half nicht: das Plebiszit wurde mit 53 % der Stimmen angenommen und Viktor Emanuel begab sich noch im selben Jahr ins Exil nach Alexandria, wo er vom √§gyptischen K√∂nig Faruq empfangen wurde. 1947 starb er in Alexandria.

Umberto II. (1946)

Kronprinz Umberto, 1923

Kronprinz Umberto II., Sohn von Viktor Emanuel III., wurde 1904 geboren. Er erhielt eine milit√§risch orientierte Ausbildung. 1929, an jenem Tag, an dem er seine Verlobung mit der belgischen Prinzessin Marie Jos√© von Belgien offiziell bekannt geben wollte, wurde er in Br√ľssel Opfer eines Attentatversuches, bei dem er jedoch unverletzt blieb, da der Pistolenschuss das Ziel verfehlte. Der T√§ter Fernando de Rosa war Antifaschist und bekennendes Mitglied der Sozialistische Internationale. Am 9. Mai 1946 √ľbernahm Umberto die Staatsgesch√§fte von seinem Vater, allerdings f√ľr nur gut einen Monat. Mit der Verk√ľndung des Ergebnisses des Referendums am 18. Juni galt Umberto II. offiziell als abgesetzt und die Monarchie in Italien f√ľr beendet. Umberto ging nach Cascais in Portugal ins Exil und weigerte sich, die Niederlage der Monarchie anzuerkennen. Die republikanische Verfassung von Italien, welche am 1. Januar 1948 in Kraft trat, verbot dem K√∂nig des Hauses Savoyen sowie ihren Gemahlinnen und m√§nnlichen Nachkommen die R√ľckkehr nach Italien. Ihr Besitz verfiel an den Staat. 1983 wurde Umberto schwer krank und Staatspr√§sident Sandro Pertini wollte ihm die Einreise nach Italien erlauben, damit er in seinem Heimatland sterben h√§tte k√∂nnen. Letztlich reiste Umberto aber im selben Jahr nach Genf, wo er auch verstarb. Kein italienischer Regierungsvertreter wohnte dem Begr√§bnis bei.

Heute

Im November 2002 √§nderte das italienische Parlament die Verfassung: Der Familie von Savoyen wurde die R√ľckkehr nach Italien erlaubt. Viktor Emanuel (* 1937 in Neapel), der einzige Sohn von Umberto II., lebt mit seiner Frau Marina in V√©senaz bei Genf. Er war vor seiner Pensionierung als Bankier und Milit√§rflugzeugh√§ndler t√§tig und stand auf einer Mitgliederliste der Geheimloge P2. Bis zum 7. Juli 2006 war er das Oberhaupt des Hauses Savoyen, wurde dann aber gegen seinen Willen von seinem Cousin Amadeus von Savoyen abgel√∂st, offiziell wegen seiner nicht standesgem√§√üen Heirat. Der wahre Grund f√ľr den Wechsel d√ľrfte allerdings darin gelegen haben, dass Viktor Emanuel wiederholt in Vorkommnisse verwickelt war, die seiner Reputation nicht zutr√§glich waren.

1979 verstarb der 19-j√§hrige Dirk Hamer, nachdem er 1978 w√§hrend eines Urlaubs auf Korsika durch einen Schuss schwer verletzt worden war. Der Schuss war von Viktor Emanuel abgegeben worden, der einen vermeintlichen Bootdieb verfolgte, wobei der auf einem Schiffsdeck schlafende und unbeteiligte Dirk getroffen wurde. Die genauen Abl√§ufe des Ungl√ľcks konnten von Polizei und Gericht sp√§ter nur unzureichend aufgekl√§rt werden. Nach einer Prozessserie, die sich √ľber dreizehn Jahre erstreckte, wurde Viktor Emanuel von den meisten gegen ihn erhobenen Anklagepunkten freigesprochen, unter anderem deswegen, da Ryke Geerd Hamer seinen Sohn gegen den Rat der behandelnden √Ąrzte in einem kritischen Zustand nach Deutschland verlegen lie√ü, so dass sich der Tod nicht mehr einwandfrei allein auf die Schussverletzung zur√ľckf√ľhren lie√ü. Somit blieb noch der Tatbestand des illegalen Waffenbesitzes bestehen, was f√ľr Viktor Emanuel eine Verurteilung von sechs Monaten Haft auf Bew√§hrung nach sich zog.[37]

Am 16. Juni 2006 erhob das Gericht von Potenza Anklage gegen Viktor Emanuel. Ihm wurden Kuppelei und Korruption gepaart mit Bestechung im Zusammenhang mit Gl√ľcksspielen, begangen im Kasino Campione d‚ÄôItalia, zur Last gelegt. In der Folge wurde er f√ľr etwa drei√üig Tagen unter Hausarrest gestellt. Am 22. September 2010 wurde er mit der Begr√ľndung: ‚ÄěWeil die dem Beschuldigten zur Last gelegten Fakten den Tatbestand der zitierten Gesetzesstelle nicht erf√ľllten‚Äú in dieser Sache freigesprochen.

Viktor Emanuels Sohn Emanuel Philibert (* 1972 in Genf), tätig als Hedgefonds-Manager und dessen Frau Clotilde Courau, tätig als Theater- und Filmschauspielerin, haben zwei Töchter: Vittoria (* 2003) und Luisa (* 2006).

Titel

M√ľnze mit Portr√§t von Viktor Emanuel II. aus dem Jahre 1857.
Die √úbersetzung der abgek√ľrzten lateinischen Inschrift auf dem Avers lautet: Viktor Emanuel II., von Gottes Gnaden, K√∂nig von Sardinien, Zypern und Jerusalem.
Titel Dauer Erster Vertreter
Graf von Savoyen 1003‚Äď1415 Humbert I.
Earl of Richmond 1241‚Äď1268 Peter II.
Bischof von Valence 1242‚Äď1267 Philipp I.
Erzbischof von Lyon 1245‚Äď1267 Philipp I.
Pfalzgraf von Burgund 1268‚Äď1285 Philipp I.
Herzog von Savoyen 1416‚Äď1860 Amadeus VIII.
Gegenpapst 1439‚Äď1449 Felix V. (alias Amadeus VIII.)
Bischof von Genf 1444‚Äď1451 Amadeus VIII.
Bischof von Sabina 1449‚Äď1451 Amadeus VIII.
Prinz von Piemont 1451‚Äď1946 Ludwig I.
K√∂nig von Armenien (Titulark√∂nig) 1485‚Äď Karl I.
K√∂nig von Zypern (Titulark√∂nig) 1485‚Äď Karl I.
K√∂nig von Jerusalem (Titulark√∂nig) 1485‚Äď Karl I.
Statthalter der habsburgischen Niederlande 1555‚Äď1559 Emanuel Philibert
K√∂nig von Sizilien 1713‚Äď1720 Viktor Amadeus I.
K√∂nig von Sardinien 1720‚Äď1861 Viktor Amadeus I.
K√∂nig von Italien 1861‚Äď1946 Viktor Emanuel II.
Kaiser von √Ąthiopien 1936‚Äď1941 Viktor Emanuel III.
K√∂nig von Albanien 1939‚Äď1943 Viktor Emanuel III.

Die Titel König von Armenien, König von Zypern und König von Jerusalem gingen aus der Heirat von Ludwig von Savoyen mit Anne de Lusignan, Prinzessin von Zypern, hervor.

Selbsterkl√§rend war die Titelakkumulation nach der Eingliederung zahlreicher italienischer Kleinstaaten ins K√∂nigreich Italien am gr√∂√üten aber bereits Viktor Amadeus III. von Savoyen trug im 18. Jahrhundert eine stattliche Anzahl von Titeln:

Viktor Amadeus III., von Gottes Gnaden, K√∂nig von Sardinien, Zypern und Jerusalem; Herzog von Savoyen, Montferrat, Chablais, Aosta und Genevois; Prinz von Piemont und Oneglia; Markgraf von Italien, Saluzzo, Susa, Ivrea, Ceva, Oristano und Sesana; Graf von Maurienne, Genf, Nizza, Tende, Asti, Alessandria und Goceano; Baron der Waadt und des Faucigny, Herr von Vercelli, Pinerolo, Tarentaise, Lomellina und Valsesia; Prinz und st√§ndiger Vikar des Heiligen R√∂mischen Reiches in Italien.

Literatur

  • Theodor Bohner: Das Haus Savoyen. Frundsberg-Verlag, Berlin, 1941.
  • Leo Just, Das Haus Savoyen und Italiens Aufstieg ‚Äď Ein geschichtlicher R√ľckblick. Kriegsvortr√§ge der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universit√§t Bonn am Rhein, Heft 19, Bonn, 1940.

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Haus Savoyen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  2. ‚ÜĎ Thomas Maissen: Geschichte der Schweiz, S. 17. hier + jetzt Verlag, Baden 2010.
  3. ‚ÜĎ Archiv des Historischen Vereins des Kantons Bern Bde. 6‚Äď7, S. 344. Historischer Verein des Kantons Bern, Bern 1867.
  4. ‚ÜĎ Rudolf Pfister: Kirchengeschichte der Schweiz, Bd. 1, S. 341. Theologischer Verlag, 1954.
  5. ‚ÜĎ Wolfgang Behringer: Hexen ‚Äď Glaube, Verfolgung, Vermarktung, S. 37; 108. Verlag C. H. Beck, M√ľnchen, 2002
  6. ‚ÜĎ Bettina Grosse de Cosnac: Die Grimaldis ‚Äď Geschichte und Gegenwart der F√ľrstenfamilie von Monaco, S. 25. Bastei Verlag, K√∂ln, 2007.
  7. ‚ÜĎ Freiburg (Kanton). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  8. ‚ÜĎ Rudolf Lill: Kleine italienische Geschichte, S. 138. Reclam-Verlag, Stuttgart, 2004.
  9. ‚ÜĎ L√∂ffelbund. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  10. ‚ÜĎ Volker Reinhardt: Die Geschichte der Schweiz ‚Äď Von den Anf√§ngen bis heute, S. 183. Verlag C. H. Beck, M√ľnchen, 2011.
  11. ‚ÜĎ Rudolf Lill: Kleine italienische Geschichte, S. 158. Reclam-Verlag, Stuttgart, 2004.
  12. ‚ÜĎ Chablais. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  13. ‚ÜĎ Pay de Gex. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  14. ‚ÜĎ Rudolf Lill: Kleine italienische Geschichte, S.190. Reclam-Verlag, Stuttgart, 2004.
  15. ‚ÜĎ Rudolf Lill: Kleine italienische Geschichte, S. 164. Reclam-Verlag, Stuttgart, 2004.
  16. ‚ÜĎ Christoph Markschies: Erinnerungsorte des Christentums, S. 51. Verlag C. H. Beck, M√ľnchen, 2010
  17. ‚ÜĎ Volker Reinhardt: Die Geschichte der Schweiz ‚Äď Von den Anf√§ngen bis heute, S. 208. Verlag C. H. Beck, M√ľnchen, 2011.
  18. ‚ÜĎ Saint-Julien, Frieden von. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  19. ‚ÜĎ Angelica Gernert und Michael Groblewski: Kleine italienische Geschichte, S. 197. Reclam-Verlag, Stuttgart, 2004.
  20. ‚ÜĎ Cornelia J√∂chner: Politische R√§ume ‚Äď Stadt und Land in der Fr√ľhneuzeit, S. 70. Akademie Verlag, Berlin, 2003.
  21. ‚ÜĎ Paul R. Tarmann: Der Armutsbegriff der Waldenser, S. 111f. Peter Lang Verlagsgruppe, Bern, 2010.
  22. ‚ÜĎ Angelica Gernert und Michael Groblewski: Kleine italienische Geschichte, S. 210. Reclam-Verlag, Stuttgart, 2004.
  23. ‚ÜĎ George Childs Kohn (Hrsg): Dictionary of Wars, Third Edition, S. 431. New York NY, 2007.
  24. ‚ÜĎ Friedrich Wilhelm Hermann Wagener (Hrsg): Staats- und Gesellschafts-Lexikon, Bd. 10, S. 272. Berlin, 1862.
  25. ‚ÜĎ Herrmann Julius Meyer: Neues Konversations-Lexikon ‚Äď ein W√∂rterbuch des allgemeinen Wissens 2. Auflage, 14. Band, S. 64. Bibliografische Institut, Hildburghausen, 1867.
  26. ‚ÜĎ Wolfgang Altgeld: Kleine italienische Geschichte, S. 290. Reclam-Verlag, Stuttgart, 2004.
  27. ‚ÜĎ Wolfgang Altgeld: Kleine italienische Geschichte, S. 286. Reclam-Verlag, Stuttgart, 2004.
  28. ‚ÜĎ Commission royale sup√©rieure de statistique des √Čtats Sardes. In: Des Esp√©rances de l‚ÄôItalie, S. 92. Librairie de Firmin Didot Fr√®res, Paris, 1844.
  29. ‚ÜĎ Wolfgang Altgeld: Kleine italienische Geschichte, S. 300. Reclam-Verlag, Stuttgart, 2004.
  30. ‚ÜĎ Egon Friedell: Kulturgeschichte der Neuzeit, S. 1139. Verlag C. H. Beck, M√ľnchen 1960.
  31. ‚ÜĎ Martin Collier: Italian unification ‚Äď 1820-71, S. 142. Heinemann, London, 2003.
  32. ‚ÜĎ David R. Woodward (Hrsg.): World War I Almanac, S. 69. New York NY, 2009.
  33. ‚ÜĎ Rudolf Lill: Kleine italienische Geschichte, S. 375. Reclam-Verlag, Stuttgart, 2004.
  34. ‚ÜĎ Adrian W. Preston: General staffs and diplomacy before the Second World War, S. 86. Croom Helm, London 1978.
  35. ‚ÜĎ Barbara Jelavich: History of the Balkans: Twentieth century, S. 218. Cambridge University Press, Cambridge, 1983.
  36. ‚ÜĎ Margaret E. Wagner, David M. Kennedy, Linda Barrett Osborne: World War II, S. 243. Simon & Schuster, New York NY, 2007.
  37. ‚ÜĎ Barbara Mensah: European human rights case summaries 1960-2000, S. 400f. Cavendish Publishing, London, 2002.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Haus Savoyen ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Herzogtum Savoyen ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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