Hedem√ľnden

ÔĽŅ
Hedem√ľnden
Hedem√ľnden
Wappen von Hedem√ľnden
Koordinaten: 51¬į 23‚Ä≤ N, 9¬į 46‚Ä≤ O51.3886111111119.7661111111111148Koordinaten: 51¬į 23‚Ä≤ 19‚Ä≥ N, 9¬į 45‚Ä≤ 58‚Ä≥ O
H√∂he: 148 m √ľ. NN
Fl√§che: 13,27 km¬≤
Einwohner: 1.392 (31. Dez. 2009)[1]
Eingemeindung: 1973
Postleitzahl: 34346
Vorwahl: 05545

Hedem√ľnden war bis 1930 eine selbst√§ndige Kleinstadt und ist heute ein Ortsteil der Stadt Hann. M√ľnden im s√ľdlichen Niedersachsen. Der Ort hat derzeit 1.392 Einwohner.[1]

Inhaltsverzeichnis

Lage

Blick auf Hedem√ľnden
Historischer Ortskern Hedem√ľndens

Hedem√ľnden liegt am Unterlauf der Werra. Dieser in Th√ľringen entspringende Fluss verl√§uft weiter durch das th√ľringisch-hessische Grenzland und erreicht nach der hessisch-nieders√§chsischen Landesgrenze Hedem√ľnden als ersten Ort S√ľdniedersachsens. Nachdem die Werra nieders√§chsisches Gebiet erreicht hat, erweitert sich ihr Flusstal zu einem Kessel mit einem Durchmesser von etwa drei Kilometern. Dieser Talkessel wird im S√ľden vom Kaufunger Wald umschlossen. Gegen√ľber erhebt sich im Norden die H√∂he des 'Hedem√ľndener Waldes'. Die mittlere H√∂he Hedem√ľndens befindet sich 130 m √ľ. NN, h√∂chste Erhebung ist die 'Hohe Schleife' mit 442 m √ľber NN.

Verkehr

Stra√üenverkehrsm√§√üig ist Hedem√ľnden √ľber eine Anschlussstelle an die Bundesautobahn 7 (Hamburg ‚Äď Hannover ‚Äď G√∂ttingen ‚Äď Kassel ‚Äď Fulda - W√ľrzburg) sowie die Bundesstra√üe 80 angebunden. Dar√ľber hinaus hat Hedem√ľnden einen Bahnhof an der Halle-Kasseler Eisenbahn, in dem Regionalz√ľge halten und den Ort mit den umliegenden Mittelzentren Hann. M√ľnden und Witzenhausen sowie den Oberzentren Kassel und G√∂ttingen verbinden. Dort besteht Anschluss an das Fernverkehrsnetz der Deutschen Bahn AG.

Au√üerdem liegt Hedem√ľnden an verschiedenen touristischen Routen: der Deutschen M√§rchenstra√üe, der Deutschen Fachwerkstra√üe, der Deutschen Ferienroute Alpen ‚Äď Ostsee sowie dem Werratal-Radweg.

Die Werratalbr√ľcken Hedem√ľnden, auf denen die Autobahn und die Schnellfahrstrecke Hannover‚ÄďW√ľrzburg den Fluss queren, liegen nicht im Ortsbereich, sondern etwa vier Kilometer westlich von Hedem√ľnden bei Laubach.

Geschichte

Archäologische Ausgrabung mit Schnitt durch den Wall des Römerlagers
Torrekonstruktion auf Hinweisschild am Römerlager

Bereits um Christi Geburt bestand nahe der heutigen Ortslage Hedem√ľndens ein r√∂misches Legionslager, das heute als R√∂merlager Hedem√ľnden bezeichnet wird. Im Jahr 1017 erfolgt die urkundliche Erstnennung Hedem√ľndens, als Kaiser Heinrich II. (der Heilige) seinen Hof Hademinni dem Benediktinerinnen-Kloster in Kaufungen (gegr√ľndet durch seine Gemahlin Kunigunde) schenkte. Die Urkunde wurde in Gottern im Kreise M√ľhlhausen ausgestellt und befindet sich heute im Hessischen Staatsarchiv Marburg. Urspr√ľnglich hatte Hedem√ľnden den Namen Hademinni, in abweichenden Schreibweisen auch Hademinne, Hedeminni, Haydeminne oder Hedeminnen. 1210 wurde an der Stelle einer fr√ľhmittelalterlichen Saalkirche (9.‚Äď12. Jahrhundert) ein sp√§tromanischer zweischiffiger Kirchenbau errichtet. Sp√§ter erfolgten verschiedene An- und Umbauten. 1510 bauen Kirche und Gemeinde das erste Schulhaus an der Kirchhofsmauer.

1576 wurde eine Gilde der Kaufleute erw√§hnt, 1579 hat Herzog Erich nach einem Memorial aller privilegien dero von Hedem√ľnden, ... mit der gerechtigkeit schuster und Becker gilde jetzo privilegirt. Ein Gesuch der Hedem√ľndener Handwerksmeister aus dem Jahre 1828 um Ausstellung eines Gildebriefes wurde abschl√§gig beschieden. In diesem Gesuch erscheint kein Hinweis auf den Bestand von Gilden in fr√ľherer Zeit. Herzog Heinrich Julius gestattet dem Flecken Hedem√ľnden im Jahr 1589 die Erhebung eines Kaufgeldes auf fremde Biere (Schankrecht) und die eigene Brauerei (Braurecht).

Erstmalig wird Hedem√ľnden 1645 von Herzog Christian Ludwig mit der Best√§tigung seiner Privilegien als Stadt bezeichnet. 1677 werden Jagdrechte mit der Best√§tigung aller Privilegien gew√§hrt. Ein neues Schulhaus mit Lehrerwohnungen entsteht 1731 auf dem "Friedhof" hinter der Michaeliskirche. 1860 erh√§lt die Stadt Hedem√ľnden als sogenannte amtss√§ssige Stadt eine Verfassung. Die Stadtrechte bestanden bis 1930 fort.

Beim Bau der Eisenbahn von Halle nach Kassel √ľber Hedem√ľnden im Jahr 1871 wurde der n√∂rdliche der beiden gro√üen urgeschichtlichen Grabh√ľgel abgetragen, w√§hrend der zweite, der sogenannte Haagh√ľgel ‚Äď zwar beim Stra√üenbau am Rand besch√§digt ‚Äď zum gr√∂√üten Teil noch erhalten ist. Er ist der gr√∂√üte urgeschichtliche Grabh√ľgel in S√ľdniedersachsen.

Im Jahr 1913 zog die Schule in das neu gebaute Schulhaus am Pfuhlweg, in dem sich heute noch ein Teil der Hedem√ľndener Grundschule befindet. Mit dem Verzicht auf die Stadtrechte wurde Hedem√ľnden 1930 wieder Landgemeinde. 1937 erfolgte am Ortsrand von Hedem√ľnden der Bau der Autobahn von Frankfurt zun√§chst bis G√∂ttingen. Die Weiterf√ľhrung nach Norden erfolgt erst nach dem Zweiten Weltkrieg.

Nach der Errichtung von Erweiterungsbauten am Schulhaus und dem erg√§nzenden Bau einer Turnhalle wurde 1963 die Mittelpunktschule f√ľr die Oberstufenjahrg√§nge (5.‚Äď9. Schuljahr) der Ortschaften Hedem√ľnden, Oberode, Laubach, Lippoldshausen und Wiershausen gebildet. Infolge der Gebiets- und Verwaltungsreform in Niedersachsen wurde Hedem√ľnden 1973 in die Stadt M√ľnden eingemeindet, w√§hrend der Altkreis M√ľnden im Gro√ükreis G√∂ttingen aufging. Damit h√§ngt die √úberf√ľhrung der 5. bis 9. Jahrg√§nge der Mittelpunktschule Hedem√ľnden in die Hauptschule Hann. M√ľnden zusammen. Gleichzeitig wurden, nachdem die Laubacher Schule schon vorher integriert worden war, die Grundschulen Oberode und Lippoldshausen ebenfalls in die nun entstandene Hedem√ľndener Mittelpunkt-Grundschule eingegliedert.

Nachdem im Jahr 1995 die Ortsumfahrung (Bundesstra√üe 80) fertig gestellt worden war, begannen der R√ľckbau der ehemaligen Bundesstra√üe im Ortskern und die Durchf√ľhrung von Dorferneuerungsma√ünahmen.

Kirche St. Michaelis

St. Michaeliskirche Hedem√ľnden

Die Kirche wird durch ein Mansarddach gepr√§gt. Im Chor hat man in der 2. H√§lfte des 20. Jahrhunderts Reste mittelalterlicher Wandmalereien aufgedeckt. Die heutige Kirche befindet sich an der Stelle einer fr√ľhmittelalterlichen Saalkirche aus dem 9. bis 12. Jahrhundert. Im Jahr 1210 wurde an gleicher Stelle ein sp√§tromanischer zweischiffiger Kirchenbau errichtet. Sp√§ter erfolgen verschiedene An- und Umbauten.

Gewerbestandort

Der Ort Hedem√ľnden entwickelte sich aufgrund der direkt angrenzenden Autobahn 7 und der Lage zwischen Kassel und G√∂ttingen zu einem Gewerbestandort. Zwischen der Autobahnabfahrt und dem Bahnhof befinden sich mehrere Betriebe, unter anderem eine Logistikhalle eines Discounters und ein S√§gewerk.

Mit dem 2008 erschlossenen Gewerbegebiet Hedem√ľnden 2 steht eine Fl√§che von √ľber 27 Hektar f√ľr die Ansiedlung von Unternehmen zur Verf√ľgung. Dies ist die gr√∂√üte Freifl√§che f√ľr Gewerbeansiedlungen in Hann. M√ľnden.[2]

Literatur

  • Heinrich Hampe: Hedem√ľnden - Aus der Geschichte einer kleinen Ackerb√ľrgerstadt bis zu ihrem Verzicht auf die Stadtrechte 1930. Hampe, Hedem√ľnden 1992.
  • Klaus Grote: St√ľtzpunkt der r√∂mischen Expansionspolitik. Das R√∂merlager bei Hedem√ľnden an der Werra. Ein Vorbericht. In: G√∂ttinger Jahrbuch. G√∂ttingen 52.2004, S. 5‚Äď12. ISSN 0072-4882
  • Klaus Grote: R√∂merlager Hedem√ľnden. Herausgegeben vom M√ľndener Heimat- und Geschichtsverein Sydekum. Hann-M√ľnden 2005. ISBN 3-925451-358

Weblinks

 Commons: Hedem√ľnden ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ a b Stadt Hann. M√ľnden: Einwohnerbestand (Stand: 31. Dezember 2009). Abgerufen am 22. M√§rz 2011.
  2. ‚ÜĎ Informationen der Stadt Hann-M√ľnden zu Hedem√ľnden 2

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen W√∂rterb√ľchern nach:

  • Hedem√ľnden ‚ÄĒ was a town until 1930. It is now part of Hann. M√ľnden in southern Lower Saxony. It has approximately 1,300 inhabitants.ee also* Hedem√ľnden Werra valley bridge ‚Ķ   Wikipedia

  • Hedem√ľnden ‚ÄĒ Hedem√ľnden, Stadt an der Werra, in dem Amte M√ľnden des hann√∂verschen F√ľrstenthums G√∂ttingen; Leinweberei, Steingutfabrik, Fischerei, Ackerbau, Handel mit Getreide; 900 Ew ‚Ķ   Pierer's Universal-Lexikon

  • Hedem√ľnden ‚ÄĒ Hedem√ľnden, Stadt im preu√ü. Regbez. Hildesheim, Kreis M√ľnden, 132 m √ľ. M., an der Werra u. der Staatsbahnlinie Blankenheim M√ľnden, hat eine evang. Kirche, Nervenheilanstalt, Zigarrenfabrikation, Kalkbrennerei, Dampfs√§gerei und (1900) 879 Einw ‚Ķ   Meyers Gro√ües Konversations-Lexikon

  • Hedem√ľnden ‚ÄĒ Hedem√ľnden, Stadt im preu√ü. Reg. Bez. Hildesheim, an der Werra, (1900) 879 E ‚Ķ   Kleines Konversations-Lexikon

  • Hedem√ľnden Werra valley bridge ‚ÄĒ The Werra valley bridges near Hedem√ľnden, Germany are two bridges crossing the valley of the river Werra. They are located in southern Lower Saxony and provide crossings for the A 7 motorway and the Hanover W√ľrzburg high speed rail line. The… ‚Ķ   Wikipedia

  • R√∂merlager Hedem√ľnden ‚ÄĒ Blick von der Spiegelburg bei Laubach in das Tal der Werra mit B 80 nach Hedem√ľnden, links am Waldhang lag das R√∂merlager Hedem√ľnden ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • J√ľdischer Friedhof (Hedem√ľnden) ‚ÄĒ Der J√ľdische Friedhof Hedem√ľnden ist ein J√ľdischer Friedhof im Ortsteil Hedem√ľnden der Stadt Hann. M√ľnden im nieders√§chsischen Landkreis G√∂ttingen. Beschreibung Auf dem 146 m¬≤ gro√üen Friedhof an der Ellr√∂der Stra√üe, n√∂rdlich der Autobahn in der… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Werratalbr√ľcke Hedem√ľnden ‚ÄĒ Werratalbr√ľcken ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Hann M√ľnden ‚ÄĒ Wappen Deutschlandkarte ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Hannoversch-M√ľnden ‚ÄĒ Wappen Deutschlandkarte ‚Ķ   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
… Do a right-click on the link above
and select ‚ÄúCopy Link‚ÄĚ

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.