Heinrich III. (HRR)

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Heinrich III. (HRR)
Am Jahrestag seines Herrschaftsantritts, dem 5. Juni 1040, geht König Heinrich anlĂ€sslich der Weihe der Klosterkirche in Stablo unter-der-Krone. Zwei Äbte geleiten ihn, indem sie seine HĂ€nde, die Adlerszepter und Reichsapfel halten, stĂŒtzen. Links ein Laie als SchwerttrĂ€ger. Echternach, Mitte des 11. Jahrhunderts. Bremen, Staats- und UniversitĂ€tsbibliothek, Ms.b. 21, fol. 3v

Heinrich III. (* 28. Oktober 1017; † 5. Oktober 1056 in Bodfeld, Harz) aus der Familie der Salier war von 1039 bis zu seinem Tod 1056 römisch-deutscher König und seit 1046 Kaiser. Bereits in jungen Jahren wurde Heinrich von seinem Vater Konrad II. 1028 zum Mitkönig erhoben und mit den HerzogtĂŒmern Bayern und Schwaben ausgestattet. Der Übergang der Königsherrschaft nach dem Tod seines Vaters erfolgte im Gegensatz zu anderen Machtwechseln in ottonisch-salischer Zeit reibungslos, und Heinrich fĂŒhrte die Politik seines VorgĂ€ngers in den vorgegebenen Bahnen kontinuierlich fort. Seine Amtszeit fĂŒhrte zu einer bis dahin unbekannten sakralen Überhöhung der Königsherrschaft. So wurde wĂ€hrend Heinrichs Regentschaft der Speyerer Dom zum damalig grĂ¶ĂŸten Gotteshaus der abendlĂ€ndischen Christenheit ausgebaut. GegenĂŒber den Herzögen setzte Heinrich seine Auffassung von der amtsrechtlich begrĂŒndeten VerfĂŒgungsgewalt ĂŒber die HerzogtĂŒmer durch und sicherte damit deren Kontrolle. In Lothringen fĂŒhrte dies zu jahrelangen Auseinandersetzungen, aus denen Heinrich als Sieger hervorging. Doch auch in SĂŒddeutschland formierte sich in den Jahren 1052 bis 1055 eine mĂ€chtige Oppositionsgruppe. 1046 beendete Heinrich das Papstschisma, befreite das Papsttum aus der AbhĂ€ngigkeit vom römischen Adel und legte die Grundlage fĂŒr dessen universale Geltung. Sein frĂŒher Tod wurde lange Zeit als Katastrophe fĂŒr das Reich angesehen. JĂŒngere BeitrĂ€ge sprechen hingegen vom Beginn einer Krise der salischen Monarchie in den SpĂ€tjahren seiner Regierungszeit.

Inhaltsverzeichnis

Leben bis zum Herrschaftsantritt

Herkunft und Familie

Heinrich wurde 1017 als Sohn Giselas von Schwaben und Konrads des Älteren, des spĂ€teren Kaisers Konrad II., geboren. Heinrichs jĂŒngere Schwestern Beatrix (ca. 1020–1036) und Mathilde (nach Jahresmitte 1025–Beginn 1034) blieben unvermĂ€hlt und starben frĂŒh. Heinrichs Vater entstammte einem rheinfrĂ€nkischen Adelsgeschlecht, dessen Besitz und grĂ€fliche Rechte schon seit Generationen in der Gegend um Worms und Speyer lagen; zudem war Konrad Urenkel des 955 auf dem Lechfeld in der Schlacht gegen die Ungarn gefallenen Konrads des Roten und ĂŒber dessen Gattin Liutgard mit den Ottonen verwandt. Heinrichs Mutter Gisela war bereits zweimal verwitwet. Ihr Vater Hermann von Schwaben hatte bei der Königswahl des Jahres 1002 erfolglos eigene AnsprĂŒche geltend gemacht. Giselas Mutter Gerberga war eine Tochter des burgundischen Königs Konrad und eine Enkelin des westfrĂ€nkischen karolingischen Herrschers Ludwig IV. Heinrichs Geburt fĂ€llt in eine schwierige Situation fĂŒr die salische Familie. Erst zwei Monate zuvor war Konrad in einer blutigen Fehde verwickelt worden und konnte sich nur auf die UnterstĂŒtzung von Freunden und Verwandten verlassen. Das VerhĂ€ltnis zu Heinrich II. war fĂŒr Konrad angespannt. Durch Konrads Ehe mit Gisela von Schwaben, die nach damaligen Vorstellungen eine Verwandtenehe fĂŒhrten, wurde ihm die kaiserliche Huld entzogen. Die Gegebenheiten schienen zunĂ€chst so, dass Konrad noch nicht einmal Herzog werden könne.

Festigung der Dynastie und Sicherung der Nachfolge

Nach dem Tod Heinrichs II., des letzten mĂ€nnlichen Vertreters der ottonischen Dynastie, konnte sich Konrad 1024 in einem lĂ€ngeren Entscheidungsprozess der Großen in Kamba als Herrscher durchsetzen. Nach Wipo waren es die Charaktereigenschaften virtus und probitas (TĂŒchtigkeit und Rechtschaffenheit) Konrads, die der Grund fĂŒr die breite Zustimmung waren.[1] Vornehme Herkunft und reicher Allodialbesitz werden als weitere Kriterien ĂŒberliefert. Als erster salischer Herrscher baute Konrad seinen Sohn Heinrich systematisch als Nachfolger auf. Bischof Brun von Augsburg und spĂ€ter Bischof Egilbert sind als Erzieher bezeugt. Sicher wirkte auch der Kapellan und Historiograph Wipo zeitweise bei der Erziehung mit.

Am Hof des Augsburger Bischofs Brun erhielt Heinrich eine gute Bildung. Als Bruder Kaiser Heinrichs II. war er sicher die geeignete Person, um dem Thronfolger herrscherliche Traditionen und imperiales Gedankengut zu vermitteln. Zu Jahresbeginn 1026 zog Konrad von Aachen ĂŒber Trier nach Augsburg, wo sich das Heer fĂŒr den Italienzug sammelte. FĂŒr den Zeitraum der Abwesenheit des Herrschers wurde Heinrich der „Vormundschaft“ (tutela) Bruns anvertraut. Bereits zu dieser Zeit regelte Konrad die Nachfolge. Mit Zustimmung der FĂŒrsten bestimmte er seinen Sohn Heinrich im Falle seines Todes zum Nachfolger. Nach Konrads RĂŒckkehr aus Italien ĂŒbertrug er in Regensburg am 24. Juni 1027 das durch den Tod Heinrichs V. bereits seit Februar 1026 vakante Herzogtum Bayern seinem Sohn. Die Verleihung des Herzogtums an einen noch nicht zehnjĂ€hrigen, nicht aus Bayern stammenden Königssohn war ohne Vorbild.[2] 1038, ein Jahr vor Konrads Tod, ĂŒbernahm Heinrich auch das schwĂ€bische Herzogtum.

Bereits im Februar 1028 enthalten die Interventionen Heinrichs in den Diplomen seines Vaters den Zusatz „einziger Sohn“.[3] Die Übertragung der KönigswĂŒrde folgte auf einem Hoftag in Aachen zum Osterfest 1028. Mit Zustimmung der FĂŒrsten und des ‚Volkes‘ wurde Heinrich zum König erhoben und von Erzbischof Pilgrim von Köln geweiht. Wenige Monate spĂ€ter zeigt die erste Kaiserbulle Konrads an einem Diplom vom 23. August 1028 fĂŒr das Stift Gernrode auf dem Revers das Bild des Kaisersohnes mit der Umschrift Heinricus spes imperii (Heinrich, Hoffnung des Reiches). Heinrichs Hervorhebung auf der Bulle mit dem Hinweis auf das Imperium, dessen Krone er einst tragen werde, deutet die Vorstellung vom Mitkaisertum vorsichtig an.[4]

Die von Konrad beabsichtigte feste Verankerung von Königsherrschaft und Kaisertum in seinem Haus ging noch weiter. Im FrĂŒhjahr 1028 ging eine Gesandtschaft an den Kaiserhof in Byzanz. In Anlehnung an ottonische Tradition suchte Konrad zunĂ€chst nach einer byzantinischen Kaisertochter fĂŒr Heinrich. Erst nach dem Scheitern dieses Plans wurde Heinrich zu Pfingsten 1035 auf dem Bamberger Hoftag mit Gunhild, der Tochter des dĂ€nischen Königs Knut des Großen, verlobt. Ein Jahr spĂ€ter, wiederum zu Pfingsten, fand in Nimwegen die Hochzeit statt.

Im Jahr 1027 traf Konrad mit dem kinderlosen König Rudolf von Burgund in der NĂ€he von Basel zusammen, um mit ihm die Übertragung des Königreichs Burgund nach Rudolfs Tod zu regeln. Möglicherweise wurde auch bestimmt, dass Heinrich im Falle des vorzeitigen Todes seines Vaters in den Vertrag eintreten sollte.[5] Nach zwei groß angelegten KriegszĂŒgen gegen seinen Widersacher Odo von der Champagne schloss Konrad in einem demonstrativen Krönungsakt am 1. August 1034 den Erwerb Burgunds ab. Damit begann die Zeit der „Trias der Reiche“ (tria regna), also der Zusammenfassung der Königsherrschaften in Deutschland, Italien und Burgund zum Imperium unter der Herrschaft des deutschen Königs und Kaisers. Im Herbst 1038 hielt Konrad II. in Solothurn Hof und ĂŒbertrug dabei auf Bitten und mit Zustimmung der Großen das Regnum Burgundiae an seinen Thronfolger. Der Huldigungsakt diente dabei vor allem zur Sicherung der Nachfolge des jungen Saliers in einem neu erworbenen Herrschaftsbereich.[6] Mit der Wahl, Huldigung und Akklamation durch die Burgunder konnten die Salier herausstellen, dass die Herrschaft auf dem Erbweg und nicht durch einen Gewaltakt an sie gelangt sei.[7] 1038 hielt sich Heinrich mit seinem Vater in Italien auf. Auf der RĂŒckkehr starb Heinrichs erste Gemahlin Gunhild, die kurz zuvor die Tochter Beatrix geboren hatte.

Obgleich Heinrich rechtmĂ€ĂŸig König war, musste er sich mit der Praxis der HerrschaftsfĂŒhrung im Lauf der Zeit erst vertraut machen. Als erste selbststĂ€ndige Handlung ist ein Friedensschluss mit den Ungarn aus dem Jahr 1031 ĂŒberliefert. Dieser war die Konsequenz eines im Vorjahr gescheiterten Vorstoßes Konrads II. und brachte Gebietsverluste zwischen Fischa und Leitha mit sich. 1033 fĂŒhrte Heinrich erfolgreich einen militĂ€rischen Zug gegen Udalrich von Böhmen durch.

Auch gegen den Willen des Vaters konnte er eine eigenstĂ€ndige Position behaupten. Als Konrad 1035 versuchte, Herzog Adalbero von KĂ€rnten zu stĂŒrzen, verweigerte ihm Heinrich die UnterstĂŒtzung. Erst als sich Konrad seinem Sohn unter TrĂ€nen zu FĂŒĂŸen geworfen und instĂ€ndig darum gefleht hatte, dem Reich keine Schande zu bereiten, gab Heinrich seinen Widerstand auf. Heinrich rechtfertigte sich, indem er darauf verwies, er habe Adalbero einen Eid geschworen.

Als Konrad 1039 in Utrecht starb, bedeutete dies fĂŒr Königtum und Reich keinerlei Gefahr. Der MachtĂŒbergang war der einzige ungefĂ€hrdete Thronwechsel in der ottonisch-salischen Geschichte. Heinrich III. war von seinem Vater auf seine zukĂŒnftigen Aufgaben als König durch die Designation, die Erhebung zum Herzog von Bayern, die Königskrönung in Aachen, die Übertragung des Herzogtums Schwaben und den Erwerb Burgunds bestens fĂŒr die eigenstĂ€ndige Königsherrschaft vorbereitet worden. Den Leichnam seines Vaters geleiteten Heinrich und seine Mutter mit dem Hofgefolge nach Köln und von dort ĂŒber Mainz und Worms nach Speyer. Nach Wipo zeigte er seine „demĂŒtigende Ehrerbietung“ dadurch, dass „er selbst an allen Kirchenportalen und zuletzt auch bei der Beisetzung des Vaters Leib auf seine Schultern hob“.[8] Der Seele seines Vaters ließ er durch Trauerfeiern und Memorialleistungen UnterstĂŒtzung zukommen. Konrad wurde unter hohen Ehren im Speyerer Dom beigesetzt. Die Sorge um das Seelenheil seines Vaters veranlasste Heinrich zu zahlreichen Schenkungen. Am 21. Mai 1044 machte Heinrich dem Utrechter Dom eine bedeutende Stiftung fĂŒr das Seelenheil seines Vaters. Den Kanonikern des Aachener Marienstiftes machte Heinrich zur Auflage, den Todestag seines Vaters und den seiner 1038 verstorbenen Frau Gunhild mit Messfeiern und ausgedehnten Nachtoffizien jedes Jahr gebĂŒhrend zu feiern.

Königs- und Kaiserherrschaft

Herrschaftsantritt

Der Regierungswechsel vollzog sich ohne Schwierigkeiten. Lediglich von Gozelo von Lothringen wird berichtet, dass er zunĂ€chst ĂŒberlegt habe die Huldigung zu verweigern. Seine Haltung fĂŒhrte jedoch zu keinen ernsthaften Konflikten. Obwohl Heinrich bereits Mitkönig war, wurden nach dem Tod seines Vaters die ĂŒblichen Formalakte vollzogen. So fand in Aachen eine Thronsetzung statt und auch von Huldigungen wird berichtet. Ein Umritt zur Herrschaftsgewinnung und -anerkennung wie noch unter Heinrich II. und Konrad II. fand aber nicht statt. Allerdings hat Heinrich 1039/40 alle Reichsteile aufgesucht und Regierungshandlungen vorgenommen. Anders als am Beginn der Regierung seines Vaters 1024 gab es bei Heinrichs Herrschaftsantritt keine Unruhen oder Opposition in Italien.[9] Der Konflikt zwischen Erzbischof Aribert von Mailand und seinem Vater Konrad wurde von Heinrich schnell beigelegt, nachdem sich Aribert 1040 auf einem Hoftag in Ingelheim unterworfen und dem König gehuldigt hatte.

Nach dem Tod seiner ersten Gemahlin Gunhild dauerte es fĂŒnf Jahre, bis sich Heinrich entschloss, eine neue Ehe einzugehen. Vergeblich blieb das Angebot des GroßfĂŒrsten Jaroslaw I. von Kiew, ihm seine Tochter als Gemahlin zu geben. Im Sommer 1043 warb Heinrich um Agnes von Poitou, eine Tochter Herzog Wilhelms V. von Aquitanien. Die Werbung wurde erfolgreich von Bischof Bruno von WĂŒrzburg vorgetragen. Auf die Verlobung im burgundischen Besançon erfolgte in Mainz die Krönung zur Königin. Ende November 1043 fand in Ingelheim die feierliche VermĂ€hlung statt. Streng kirchlich gesinnte Kreise brachten Bedenken gegen diese Ehe vor, denn die Brautleute waren als Nachkommen Heinrichs I. nach kanonischem Recht zu nahe miteinander verwandt. Diese Eheverbindung sollte einer weiteren Sicherung der deutschen Herrschaft in Burgund dienen, denn der Großvater der Braut war jener Graf Otto Wilhelm gewesen, der zu Zeiten Heinrichs II. das VermĂ€chtnis Rudolfs III. von Burgund am meisten bekĂ€mpft hatte.[10]

Konflikte mit Böhmen und Ungarn

In seinen Anfangsjahren war Heinrich zunĂ€chst an der Aufrechterhaltung der Hegemonialstellung im Osten Europas interessiert. Veranlassung zum Eingreifen in Böhmen gab Bƙetislav I., der versuchte, seinen Herrschaftsbereich nach Norden hin auszudehnen. 1039 fiel er in Polen ein, eroberte und zerstörte Krakau und zog mit seinen Truppen in Gnesen ein. Die Reliquien des heiligen Adalbert ließ Bƙetislav nach Prag ĂŒberfĂŒhren, um seinen Anspruch auf das Erbe BolesƂaw Chrobrys zu untermauern. Da Polen unter deutscher Lehnshoheit stand, bedeutete dies einen Angriff auf den römisch-deutschen Herrscher. Im Oktober 1039 bereitete Heinrich daher unter FĂŒhrung Ekkehards II. von Meißen einen Feldzug vor. Bƙetislav lenkte ein, versprach, sich Heinrichs Forderungen zu beugen, und stellte seinen Sohn Spytihněv als Geisel. Der Böhme kam im Lauf des folgenden Jahres seinen Verpflichtungen allerdings nicht nach, sondern rĂŒstete zur Verteidigung und versicherte sich der UnterstĂŒtzung der Ungarn. Im August unternahm Heinrich daher einen Feldzug gegen Böhmen, erlitt dabei jedoch eine schwere Niederlage. Die meisten Krieger des Aufgebots fanden den Tod, die Fuldaer Totenannalen nennen zahlreiche Einzelschicksale. Ein Verhandlungsangebot im folgenden Jahr wurde von Heinrich dennoch mit der Forderung nach bedingungsloser Unterwerfung beantwortet. Die KĂ€mpfe wurden im August 1041 wieder aufgenommen. Böhmen wurde dieses Mal von Westen und Norden angegriffen. Im September 1041 vereinigten sich die Heere vor Prag. Zur Schlacht kam es nicht, denn Bƙetislav sah sich nun auf sich alleine gestellt. Sein Bundesgenosse Peter von Ungarn war in der Zwischenzeit gestĂŒrzt worden. Um weitere VerwĂŒstungen seines Landes zu verhindern, blieb Bƙetislav nur die Unterwerfung. Im Oktober 1041 erschien er auf dem Hoftag zu Regensburg, ĂŒberbrachte reiche Geschenke und zahlte den schuldig gebliebenen Tribut. Auf Bitten seines Schwagers, des Markgrafen Otto von Schweinfurt, wurde er daraufhin wieder mit dem Herzogtum Böhmen belehnt. Seine polnischen Eroberungen musste er abtreten und die deutsche Lehnsoberhoheit anerkennen, Schlesien aber durfte er behalten.

Die Ă€ltere Forschung betrachtete die Auseinandersetzungen mit Böhmen als Ausgangspunkt fĂŒr eine straffere Organisation der Grenzlande. Heinrich soll sich dabei als vorausschauender GrĂŒnder von Marken ausgezeichnet haben, mit deren Hilfe die Grenzen planmĂ€ĂŸig gesichert werden sollten. So wurden die Marken Cham, Nabburg, eine böhmische Mark und eine sogenannte Neumark, die sich im SĂŒdosten gegen Ungarn gerichtet haben soll, seiner „staatsschöpferischen“ Initiative zugeschrieben. Diese EinschĂ€tzung wurde von Friedrich Prinz allerdings bezweifelt.[11] Die Herrschaftskonzeption habe gerade in den GrenzrĂ€umen des Reiches zu höchst gefĂ€hrlichen Situationen gefĂŒhrt, unnötige Feindschaften hervorgerufen und bereits bestehende verschĂ€rft.[12]

Im Verlauf der militĂ€rischen Aktionen gegen Böhmen rĂŒckte auch Ungarn ins Blickfeld Heinrichs. Nach dem frĂŒhen Tod seines Sohnes Heinrich hatte Stephan I. seinen Neffen Peter, den Sohn seiner Schwester und des venezianischen Dogen Ottone Orseolo, adoptiert und zum Thronfolger bestimmt. Ein Umsturz fĂŒhrte jedoch SĂĄmuel Aba, einen Schwager Stephans, an die Macht; die HintergrĂŒnde sind nicht zu erhellen. Peter, der noch 1039/1040 auf der Seite Bƙetislavs gestanden und damit zu den Gegnern Heinrichs gezĂ€hlt hatte, fand sich 1041 auf dem Regensburger Hoftag als FlĂŒchtling ein. SĂĄmuel Aba fiel im FrĂŒhjahr 1041 in KĂ€rnten und in die bayerische Ostmark ein. Dies provozierte Heinrichs Gegenreaktionen, die zum RĂŒckgewinn der im Frieden von 1031 an Stephan abgetretenen Gebiete zwischen Fischa, Leitha und March fĂŒhrten. Am 5. Juli 1044 schlug der König die zahlenmĂ€ĂŸig ĂŒberlegenen Ungarn in der Schlacht von Menfö an der Raab. Nach der Schlacht warf sich Heinrich barfuß und in ein BĂŒĂŸergewand gehĂŒllt vor einer Kreuzesreliquie zu Boden und forderte sein ganzes Heer auf dasselbe zu tun. Wenig spĂ€ter zog er barfuß durch Regensburg und dankte Gott fĂŒr seine Hilfe im Kampf. Die Kirchen der Stadt wurden mit Schenkungen bedacht. Peter wurde in Stuhlweißenburg erneut inthronisiert und erkannte die Lehnsoberhoheit des Reiches an. SĂĄmuel Aba wurde nach seiner Gefangennahme als HochverrĂ€ter hingerichtet.

Langfristig stabilisiert werden konnten die VerhĂ€ltnisse in Ungarn damit jedoch nicht. Als Heinrich seinen Romzug antrat, war Peter bereits durch den aus der Verbannung heimgekehrten Andreas, einen Neffen Stephans I., gestĂŒrzt worden. Andreas bemĂŒhte sich um eine Normalisierung der Beziehungen zum Reich, um seine Herrschaft zu konsolidieren. Nach dem Bericht Hermanns von der Reichenau bot er dem Kaiser Unterwerfung, jĂ€hrlichen Tribut und ergebenen Dienst an, „wenn er ihm erlaube, sein Reich zu behalten“. Heinrichs vorrangiges Ziel war es jedoch Andreas zu bezwingen, um seinen SchĂŒtzling Peter zu rĂ€chen. Zwei FeldzĂŒge, die er in den Jahren 1051 und 1052 durchfĂŒhrte, blieben erfolglos. 1052 vermittelte Papst Leo IX. einen Frieden. Dieser erwies sich als nachteilig fĂŒr das Reich, als BeeintrĂ€chtigung des honor regni, wie die Annales Altahenses kritisch bemerkten.[13] Heinrich war am Ende seiner Herrschaft weit entfernt davon, Ungarn, Böhmen und Polen in lehnsrechtlicher AbhĂ€ngigkeit zu halten.[14] Selbst seiner böhmischen Vasallen konnte er sich nicht mehr sicher sein, da der 1055 erhobene Herzog Spytihněv II. engere Beziehungen zu Ungarn knĂŒpfte.

Förderung Speyers

Heinrich III. ĂŒbergibt das „Goldene Buch“ (Codex Aureus), ein prachtvoll ausgeschmĂŒcktes Evangeliar, an die heilige Maria, die Patronin des Speyerer Doms. Maria legt segnend der Kaiserin Agnes die Hand auf. Im Hintergrund ist der Dom zu Speyer zu sehen. Im umlaufenden Rahmenband spricht der König: „Oh Königin des Himmels, weise mich König nicht zurĂŒck. Durch die Überreichung dieser Gabe vertraue ich mich, den Vater mit der Mutter und insbesondere die, mit der ich in Liebe zum Nachkommen verbunden bin, dir an. Mögest du allzeit eine huldreiche Helferin sein.“[15] (Echternacher Buchmalerei um 1045)
Konrad II. und seine Gemahlin Gisela knien vor der Majestas Domini, vor dem Bildnis Christi, das von der Mandorla, der SphĂ€re der Heiligkeit, umgeben ist, und flehen um Vergebung ihrer SĂŒnden. Die Inschrift lautet ĂŒbersetzt: „Vor deinem Angesicht weine ich sehr ĂŒber meine SĂŒnden. Gib, dass ich Verzeihung verdiene, du, durch dessen Gunst ich Kaiser bin. Reinen Herzens bitte ich, die Königin, um die Freuden des immerwĂ€hrenden Friedens und des Lichts.“[16] Codex Aureus Escorialensis, um 1043/46. Biblioteca del Real Monasterio de San Lorenzo de El Escorial, Cod. Vitr. 17, fol. 2v

Im MĂ€rz 1043 starb Kaiserin Gisela. Sie wurde in Speyer feierlich bestattet. Beim BegrĂ€bnis trat der König barfuß und im BĂŒĂŸergewand auf, warf sich mit kreuzförmig ausgestreckten Armen vor den Versammelten zu Boden und rĂŒhrte durch sein Weinen alle Anwesenden zu TrĂ€nen. Die Forschung spricht fĂŒr diese Zeit vom „christomimetischen Königtum“.[17] Die Könige eiferten der demĂŒtigen Selbstverleugnung Christi nach und bewiesen so ihre Eignung fĂŒr das hohe Amt.

Heinrich förderte Speyer ungleich intensiver als sein Vater Konrad. FrĂŒhestens Ende 1045 oder kurz vor dem Aufbruch nach Italien zur Kaiserkrönung schenkte er der Kirche mit dem Codex Aureus Escorialensis ein prachtvolles Evangeliar, das auch als Speyerer Evangeliar bekannt ist. Die Herrscherbilder zĂ€hlen zu den prĂ€chtigsten des Mittelalters.[18] Sie zeigen die salische Dynastie, wie sie sich 1045 herausgebildet hatte. Auf dem linken Bild ist die erste Generation mit Kaiser Konrad II. und seiner Gemahlin Gisela dargestellt. Der Prachtkodex beginnt mit den TrĂ€nen des Kaisers, mit seiner Reue und Bußfertigkeit. Konrad erfleht die Gnade Gottes. Das rechte Bild stellt die zweite Generation mit Heinrich III. und seiner Gemahlin Agnes dar. Die Hl. Maria thront als Himmelskönigin vor dem Speyerer Dom, der ihr geweiht ist. Heinrich III., der regierende Herrscher, beugt sich vor ihr und ĂŒberreicht ihr das goldene Evangelienbuch.

Die Stiftungsintention der Herrscherbilder ist umstritten. Johannes Fried vermutet, dass eine Schwangerschaft der Agnes und damit der Wunsch nach einem Thronfolger den konkreten Anlass bildeten.[19] Agnes hatte Ende September/Anfang Oktober 1045 als erstes Kind eine Tochter zur Welt gebracht. Zur selben Zeit erkrankte Heinrich so schwer, dass man mit seinem Ableben rechnen musste. Die Fortdauer des gesamten salischen Königshauses schien gefĂ€hrdet. Mit diesen Bildern sollte Maria, die Schutzpatronin des Speyerer Domes, gnĂ€dig gestimmt werden. Agnes wurde ihrer FĂŒrsorge anvertraut, damit sie einen Nachkommen zur Welt bringen möge. Dagegen verweist Mechthild Black-Veldtrup auf die bevorstehende Romfahrt und auf die gefĂ€hrlichen BegleitumstĂ€nde, nicht zuletzt im Hinblick auf die Reisestrapazen der schwangeren Königin.[20] Ludger Körntgen betont die Aspekte der Memoria: Liturgisches Gedenken der Lebenden und Verstorbenen.[21] Im Codex Aureus findet sich auch der Satz: Speyer wird im Glanz erstrahlen durch König Heinrichs Gunst und Gabe (Spira fit insignis Heinrici munere regis).

Mit dem Tod der Mutter wurde der Dom erheblich ausgebaut und um ein Drittel vergrĂ¶ĂŸert. Mit einer GesamtlĂ€nge von 134 Metern stieg er zum grĂ¶ĂŸten Gotteshaus der abendlĂ€ndischen Christenheit auf.[22] Ebenfalls ausgebaut wurde die salische Grablege. Der König legte ein GrĂ€berfeld an, das mit 9 x 21 m in keinem anderen Gotteshaus des Reiches seinesgleichen fand.[23] Es wurde Platz fĂŒr kĂŒnftige Bestattungen von Herrschern geschaffen, womit die Weichen fĂŒr eine kontinuierliche Königsgrablege gestellt wurden. Heinrich ist fast jedes Jahr an „seinem geliebten Ort“[24] bis zum Osterfest 1052 nachzuweisen.[25] Zum Osterfest 1052 kam es dann allerdings zu ZerwĂŒrfnissen zwischen Heinrich und dem Speyerer Bischof Sigebod, die sich offenbar auf die Grablege im Dom bezogen. Der zeitgenössische Bericht Hermanns von der Reichenau gibt an, dass Heinrich Speyer „mehr und mehr geringschĂ€tzte“.[26]

Das letzte Bild, das Heinrich selbst um die Mitte des 11. Jahrhunderts in Auftrag gab, ist im sogenannten Codex Caesareus ĂŒberliefert. Heinrich und seine Gemahlin stehen, wie schon im Codex Aureus, allein bei Christus, wieder gebeugt und demĂŒtig. Auf keinem der von ihm in Auftrag gegebenen Bilder sind Große in der NĂ€he. Es ist das letzte Herrscherbild dieser Art aus dem Mittelalter ĂŒberhaupt.[27]

Kaiserkrönung und Reformpapsttum

Der Dom zu Speyer galt in seiner Zeit als Wunderwerk.
Der Codex Caesareus, der im Kloster Echternach geschrieben und illuminiert wurde, zeigt die Krönung des Kaiserpaares Heinrich III. und Agnes. Die Inschrift ĂŒber dem in der Mandorla dargestellten, auf der Erdkugel thronenden Christus lautet: Per me regnantes, vivant Heinricus et Agnes („Durch mich regieren Heinrich und Agnes, sie sollen leben“)

Die Jahre 1044 bis 1046 markierten fĂŒr das Papsttum eine Zeit schwerer Krisen. Die Ursachen sind in den Auseinandersetzungen der römischen Adelsfraktionen um die Stadtherrschaft zu finden, in denen die PĂ€pste selbst Partei waren. Im Herbst 1044 wurde Papst Benedikt IX. aus dem Geschlecht der Tuskulaner infolge der römischen AdelskĂ€mpfe vertrieben. An seine Stelle wĂ€hlten Anfang des Jahres 1045 die Crescentier ihren ParteigĂ€nger Bischof Johannes von Sabina zum Papst Silvester III. Benedikt IX. gelang es jedoch im MĂ€rz 1045, Silvester zu verdrĂ€ngen und den Papstthron zurĂŒckzuerobern. Aus unbekannten GrĂŒnden trat Benedikt seine WĂŒrde jedoch am 1. Mai 1045 an den Erzpriester Johannes Gratianus von St. Johann an der Porta Latina fĂŒr eine hohe Geldzahlung ab. Der neue Papst nahm den Namen Gregor VI. an.

Nach heutigem Forschungsstand zog Heinrich wegen der Kaiserkrönung nach Rom und nicht um das Papstschisma zu beenden.[28] Als Zeitpunkt fĂŒr den Aufbruch zum Italienzug im Jahre 1046 bestimmte Heinrich die Tage um den 8. September, den Tag MariĂ€ Geburt. Bei dieser Gelegenheit machte er der Kirche von Speyer eine Reihe von Schenkungen. Als erster römisch-deutscher Herrscher konnte Heinrich Italien betreten, ohne auf Widerstand zu stoßen.[29] Am 25. Oktober 1046 fand eine Synode in Pavia statt, die sich vor allem gegen den Verkauf kirchlicher Ämter wandte. Um den 1. November traf Heinrich mit dem seit mehr als einem Jahr amtierenden Papst Gregor VI. zusammen. Die Verhandlungen verliefen zunĂ€chst offenbar zu Heinrichs Zufriedenheit, denn in Piacenza haben sich beide in eine GebetsverbrĂŒderung eingetragen. Der König scheint dann allerdings Informationen erhalten zu haben, die den Verdacht weckten, dass sich Gregor VI. die PapstwĂŒrde erkauft hatte. Dies warf ein grundlegendes Problem auf: Sollte die Kaiserkrone ĂŒber jeden Zweifel erhaben sein, bedurfte Heinrich eines Coronators, dessen WĂŒrde und RechtmĂ€ĂŸigkeit außer Frage stand. So ließ der König am 20. Dezember 1046 eine Synode in Sutri einberufen. Sie ist als erste Reformsynode der Regierungszeit Heinrichs III. anzusehen, die sich das Ziel setzte die Simonie zu bekĂ€mpfen.[30] Die Synode kam zu dem Ergebnis, dass Benedikt IX., der nicht anwesend war, kein Papst mehr sei. Der erschienene Silvester erhielt eine Strafe, deren Maß unbekannt ist. Gregor VI. fĂŒhrte als amtierender Papst den Vorsitz, zog jedoch so viel Kritik auf sich, dass er unter dem Druck der Versammlung zur Resignation bereit war und den Weg fĂŒr einen neuen, unbelasteten Papst freimachte. Am 24. Dezember 1046 wurde erneut eine Synode in Rom abgehalten, die das in Sutri begonnene Reformwerk fortfĂŒhrte, Benedikt IX. förmlich absetzte und einen neuen Papst wĂ€hlte. Heinrichs Wunschkandidat Erzbischof Adalbert von Hamburg-Bremen lehnte ab und schlug seinen Freund, Bischof Suidger von Bamberg vor. Daraufhin wurde Suidger am 25. Dezember 1046 als Clemens II. zum Papst erhoben.

Unmittelbar im Anschluss krönte der neue Papst Heinrich und seine Gemahlin Agnes zu Kaiser und Kaiserin. FĂŒr Agnes setzte sich seit diesem Zeitpunkt in der Kanzlei die Bezeichnung Consors Regni durch, Heinrich ließ sich zusĂ€tzlich den spĂ€tantiken Titel Patricius ĂŒbertragen.[31] Der Patricius galt traditionell als Schutzherr Roms und war berechtigt an der Erhebung des Papstes mitzuwirken. So konnte der neue Kaiser nachtrĂ€glich sein Handeln rechtfertigen.

Im Januar 1047 wurden auf der nach Rom einberufenen Synode der Kauf kirchlicher Ämter scharf verurteilt und BeschlĂŒsse ĂŒber das Vorgehen gegen simonistische Priester gefasst. Noch im selben Monat stieß Heinrich, begleitet von Clemens II., zur KlĂ€rung der politischen Lage in den lombardischen FĂŒrstentĂŒmern nach SĂŒditalien vor. Er entzog Waimar IV., der nach der Vormachtstellung in diesem Raum strebte, das FĂŒrstentum Capua und ĂŒbertrug dieses erneut Pandulf IV., der einst von Konrad II. abgesetzt worden war. Hauptgrund fĂŒr diese Maßnahme dĂŒrfte gewesen sein, dass Pandulf in enger Verbindung mit den Tuskulanern stand und mit seiner Macht Rom und dem Kirchenstaat gefĂ€hrlich werden konnte.[32] Gleichzeitig wurden die NormannenfĂŒhrer Rainulf mit Aversa und Drogo von Hauteville mit seinem apulischem Landbesitz belehnt. Diese Bestimmung ging zu Lasten der rechtlichen AnsprĂŒche des Byzantinischen Reiches, dem die Normannen Teile Apuliens bereits entrissen hatten. Damit traten zum ersten Male NormannenfĂŒhrer in eine unmittelbare Lehnsbindung zum Reich und erreichten eine Legalisierung ihres eroberten Landbesitzes[33] Offenbar versuchte Heinrich ein Gleichgewicht zwischen normannischen und einheimischen FĂŒhrern herzustellen. Bestand hatte diese Neuordnung jedoch nicht; schon bald erschien Waimar erneut als Lehnsherr der Normannen. Noch vor Beginn des Sommers 1047 kehrte Heinrich nach Deutschland zurĂŒck.

Mit der Erhebung Papst Clemens II. wurde eine Entwicklung eingeleitet, die auf eine Verklammerung des Reiches mit der Kirche zulief. Clemens und seine Nachfolger waren Mitglieder des Reichsepiskopats gewesen und behielten auch nach ihrer Erhebung zum Papst ihr Bistum. Dies ergab die Möglichkeit, auch den römischen Bischofssitz enger in das Beziehungsgeflecht der Reichskirche einzubeziehen. Auf Clemens folgte 1047/48 Bischof Poppo von Brixen als Papst Damasus II. und 1048/49 Bischof Bruno von Toul als Papst Leo IX. Mit dem fĂŒnfjĂ€hrigen Pontifikat Leos IX. erreichte der Kampf um die MissstĂ€nde in der Kirche (Priesterehen, Simonie) einen ersten Höhepunkt. Leo sammelte Persönlichkeiten in seinem Umfeld wie den LĂŒtticher Domkanoniker Friedrich, den spĂ€teren Papst Stephan X., der Kanzler der römischen Kirche wurde, Hugo Candidus, Geistlicher am Frauenkloster Remiremont, Humbert, Mönch der Abtei Moyenmoutier, der es zum Kardinalbischof von Silva Candida brachte, aber auch den jungen römischen Kleriker Hildebrand, den spĂ€teren Papst Gregor VII. Sie alle waren Persönlichkeiten, die vom Geiste kirchlicher Erneuerung geprĂ€gt waren. Mit dem Pontifikat Leos IX. erhielten BemĂŒhungen um Zentralisierung und hierarchische Ordnung der gesamten Kirche deutlichere Gestalt. Das Papsttum begann sich aus der regionalen Gebundenheit an den römisch-mittelitalienischen Raum zu lösen und entwickelte sich zu einer institutionell verankerten Primatsgewalt. Leo bereiste SĂŒditalien, Deutschland und Frankreich und suchte selbst die Grenzregionen Ungarns auf. WĂ€hrend seiner fĂŒnfjĂ€hrigen Regierungszeit tagten in Deutschland, Frankreich und Italien zwölf von ihm persönlich geleitete Synoden, die die Reform des Klerus zum Thema hatten.[34] Das BemĂŒhen um die kirchliche Erneuerung wurde von Kaiser Heinrich III. unterstĂŒtzt. Seine Herrschaft orientierte sich ebenfalls stark an kirchlichen Normen und kanonischen Schriften. Heinrich bekĂ€mpfte die Simonie, und die Priestersöhne erhielten - wohl entgegen der Auffassung der meisten Reichsbischöfe - keine Chance ein Bischofsamt zu bekommen. Auf der Mainzer Synode vom Oktober 1049 wurde ein enges Zusammenwirken der beiden höchsten Gewalten deutlich. Doch gelang es Leo einige Jahre spĂ€ter nicht die UnterstĂŒtzung Heinrichs gegen die expandierenden Normannen in SĂŒditalien zu erhalten. Am 18. Juni 1053 erlitt das pĂ€pstliche Heer bei Civitate im Norden Apuliens eine vernichtende Niederlage (Schlacht von Civitate). Leo geriet in die Gefangenschaft der Normannen und starb bald nach seiner Freilassung. Heinrich bewirkte im folgenden Jahr die Erhebung eines vertrauten Ratgebers, des Bischofs Gebhard von EichstĂ€tt, als Papst Viktor II.

Reichspolitik

Adelspolitik

Als Herzog Konrad der JĂŒngere von KĂ€rnten am 20. Juli 1039 starb, besetzte Heinrich auch dieses Herzogtum zunĂ€chst nicht wieder. Die drei sĂŒddeutschen HerzogtĂŒmer Bayern, Schwaben und KĂ€rnten standen damit in der VerfĂŒgungsgewalt des Königs. Nie zuvor hatte ein römisch-deutscher Herrscher bei seinem Regierungsantritt eine so breite Machtbasis besessen. Bayern wurde 1042 ohne eine Wahl der einheimischen Großen in Basel an den Luxemburger Heinrich VII. vergeben. 1045 ĂŒbertrug der König Schwaben an den Ezzonen Otto II. Heinrich konnte dadurch seine Position am Niederrhein ausbauen, denn Otto ĂŒberließ ihm die Suitbertinsel (Kaiserswerth) und Duisburg. Die fĂŒhrende Rolle der Ezzonen in der Reichspolitik veranschaulichen die Überlegungen einer Gruppe von FĂŒrsten, den Ezzonen Heinrich zum Nachfolger Heinrichs III. zu bestimmen, als dieser im Herbst 1045 so schwer erkrankte, dass man mit seinem Ableben rechnete. Doch Heinrich wurde wieder gesund. 1047 erhielt der schwĂ€bische Graf Welf III. das Herzogtum KĂ€rnten. Alle neu ernannten Herzöge waren Landfremde.[35] Damit waren sie auf die UnterstĂŒtzung durch die königliche Zentralgewalt angewiesen. Der Amtscharakter blieb so gewahrt, die Erblichkeit der HerzogswĂŒrde und die Bildung neuer Herzogsdynastien konnte verhindert werden.

Bereits 1047 starben die neuen Herzöge in Bayern und Schwaben. Anfang 1048 ĂŒbertrug Heinrich das Herzogtum Schwaben an Otto (III.) von Schweinfurt aus der frĂ€nkischen Linie der Babenberger. Bayern wurde im Februar 1049 gegen die gewohnte Mitbestimmung des bayerischen Adels und dazu noch an einen Landfremden, den Ezzonen Konrad, vergeben. Schon bald muss es zu Unstimmigkeiten zwischen dem Kaiser und dem neuen Bayernherzog gekommen sein. Laut dem GrĂŒndungsbericht der Abtei Brauweiler war die Ursache fĂŒr die spĂ€tere Absetzung Konrads die Tatsache, dass er die Ehe mit einer der Kaisertöchter verschmĂ€ht habe[36] und gegen den Willen Heinrichs Judith von Schweinfurt heiratete. Doch sind die HintergrĂŒnde fĂŒr die auslösenden Konflikte wohl eher in unterschiedlichen Auffassungen ĂŒber Heinrichs Ungarnpolitik zu finden.[37] Die Adelsfraktion um den Herzog Konrad hat wohl einen Ausgleich mit den Ungarn angestrebt.[38] Der Onkel des Kaisers, der Bischof Gebhard III. von Regensburg, spielte bei der Absetzung Konrads eine entscheidende Rolle. Gebhard galt als Exponent einer ungarnfeindlichen Position. Zwischen Gebhard und Konrad soll spĂ€testens ab 1052 eine offene Feindschaft bestanden haben.[39] Gegen die sich formierende Opposition ging Heinrich energisch vor. Ostern 1053 wurden beide Parteien vor Gericht geladen. Am 11. April folgte auf dem Merseburger Hoftag der Urteilsspruch gegen Konrad. Er wurde fĂŒr schuldig befunden und als Herzog von Bayern abgesetzt. Heinrich beauftragte den Bischof Gebhard I. mit der Leitung des Herzogtums.

Noch 1053 gelang es dem abgesetzten Herzog Konrad, zum ungarischen Gegner zu fliehen und breite Kreise Bayerns gegen den Herrscher zu sammeln und zu mobilisieren. 1055 schloss sich eine Gruppe mĂ€chtiger FĂŒrsten in den sĂŒddeutschen HerzogtĂŒmern gegen die autoritĂ€re Herrschaft des Königs zusammen, darunter ausgerechnet der Bischof von Regensburg, der mĂ€chtige Herzog Welf III. und der abgesetzte Herzog Konrad I. von Bayern. Die GrĂŒnde bleiben im Dunkeln; die Verschwörer planten, Heinrich zu ermorden. Als Nachfolger war Konrad I. vorgesehen. Der geplante Königsmord verdeutlicht grĂ¶ĂŸte Spannungen im Ordnungssystem. Niemals zuvor hatte es im frĂ€nkisch-deutschen Herrschaftsbereich solche VorgĂ€nge gegeben.[40] Der Umsturz wurde jedoch durch den plötzlichen Tod Welfs III. und Konrads I. verhindert. Die Niederaltaicher Annalen schrieben dies dem göttlichen Eingreifen zu.[41] Nach dem GrĂŒndungsbericht des seit 1051 den Kölner Erzbischöfen gehörenden Ezzonenklosters soll Heinrich den Giftmord an Konrad durch seinen Koch in Auftrag gegeben haben.[42] Doch fehlen parallele Quellen, die derartige VorwĂŒrfe auch nur andeuten.[43] Bischof Gebhard von Regensburg wurde vorgeladen, ĂŒberfĂŒhrt und inhaftiert, bald darauf jedoch wieder freigelassen und im folgenden Jahr vom Kaiser in Gnaden aufgenommen.

Verschlechterung der salisch-billungischen Beziehungen
Die Kaiserpfalz Goslar mit dem Pfalzstift St. Simon und Judas wurde zum geistigen Zentrum der Hofkapelle.

Nicht nur in den sĂŒddeutschen HerzogtĂŒmern, sondern auch in Sachsen und Lothringen verschĂ€rfte sich die Lage. WĂ€hrend der Herrschaft Konrads II. und Heinrichs III. war das VerhĂ€ltnis der Salier zu den Billungern zunĂ€chst von GleichgĂŒltigkeit geprĂ€gt. Sachsen erhielt den Charakter eines Nebenlandes.[44] Ein Vorgang im Jahr 1047 markiert einen Wendepunkt in den salisch-billungischen Beziehungen.[45] In diesem Jahr besuchte Heinrich den Erzbischof Adalbert von Bremen und hielt sich dabei auch auf dem Königshof in Lesum auf. Als Grund fĂŒr diesen Besuch nennt Adam von Bremen, man habe „die Treue der Herzöge erkunden wollen“.[46] Gerade noch rechtzeitig konnte der Kaiser vor einem Anschlag bewahrt werden. Der Billunger Graf Thietmar, der Bruder Herzog Bernhards II. von Sachsen, soll ein Attentat vorbereitet haben. Durch einen Vasallen des Grafen wurde Heinrich dieser Anschlag offenbart. GeklĂ€rt werden sollte die Anschuldigung in einem gerichtlichen Zweikampf. Dass dabei mit dem Billunger Thietmar ein Hochadliger gegen seinen eigenen Vasallen antrat, war unĂŒblich; Heinrich ließ dies jedoch zumindest zu oder hat dies vielleicht sogar selbst verlangt. Im Zweikampf starb der Billunger an seinen Wunden, worauf dessen Sohn den Vasallen in seine Gewalt brachte und tötete. Dies wiederum veranlasste den Kaiser, Thietmars Sohn lebenslang ins Exil zu schicken und seine GĂŒter zu konfiszieren. Die HĂ€rte und Konsequenz, mit der Heinrich III. gegen den Billunger und dessen Sohn vorging, verschlechterte die Beziehungen zu den Billungern. Unter Heinrich setzte eine neuartige Behandlung von Konflikten zwischen König und Großen ein, die sich von der Praxis in ottonischer Zeit erheblich unterschied. Im gĂŒtlichen Vergleich hatten sich bislang die Gegner des Königs bei der Beendigung von Auseinandersetzungen bereit erklĂ€rt, Genugtuung durch Unterwerfung zu leisten, woraufhin der König Milde und Verzeihen walten ließ. Dieses eingespielte Ritual akzeptierte Heinrich III. nicht mehr. Die Konsequenzen fĂŒr die Betroffenen fielen nun erheblich hĂ€rter aus. Erstmals wurde unter Heinrich fĂŒr MajestĂ€tsverbrechen (contemptor imperatoris), also fĂŒr jede Auflehnung gegen den Herrscher, die Todesstrafe festgesetzt.[47] Das Verhalten und die Reaktionen der Billunger machen deutlich, dass sie das gegen ihre Verwandten angewandte Verfahren nicht billigten.[48] FĂŒr Unmut sorgte auch der energische Ausbau des Reichsgutes in Sachsen, wo die Salier kein Hausgut besaßen. Alle Versuche der Könige, die Verwaltung zu straffen und den Ausbau des Reichsgutes voranzutreiben, lösten dort Widerstand aus. FĂŒr den Unterhalt des königlichen Hofes wurde der sĂ€chsische Besitz intensiver genutzt. Nach der Ansicht eines sĂŒddeutschen Chronisten entwickelte sich Sachsen zur „coquina imperatoris“ („KĂŒche des Kaisers“).[49]

Bereits unter Heinrich II. war die Königspfalz von Werla nach Goslar verlegt worden. Heinrich III. förderte Goslar mit mehreren Privilegien, da der Silberbergbau dem Königtum erhebliche EinkĂŒnfte verschaffte. Die neue Pfalz mit dem Pfalzstift St. Simon und Judas wurde ein zentraler Ort der Reichsverwaltung. Die Spannungen mit den Sachsen vertieften sich jedoch durch die Einsetzung Adalberts zum Erzbischof von Hamburg-Bremen. Adalbert entwickelte sich zu einem erbitterten Gegner der Billunger. Ihn selbst, seine Kirche und die Kirchenleute hĂ€tten die Billunger mit tödlicher Feindschaft verfolgt.[50] Herzog Bernhard betrachtete den Erzbischof von vorneherein als seinen Gegner, der zu seiner Überwachung und als Spion in seine Gebiete geschickt sei „um Fremden und dem Kaiser die SchwĂ€chen des Landes zu verraten“.[51]

Auseinandersetzungen in Lothringen

In Lothringen hatte Herzog Gozelo, der am 19. April 1044 starb, seit 1033 sowohl ĂŒber Niederlothringen als auch ĂŒber Oberlothringen geherrscht. Sein Tod fĂŒhrte zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Heinrich und Gozelos jĂŒngerem Sohn Gottfried dem BĂ€rtigen ĂŒber die Nachfolgeregelung. Die spĂ€rlichen Quellen machen es schwierig, den konkreten Sachverhalt zu erhellen. Nach der Darstellung der Annales Altahenses und Hermanns von der Reichenau scheint es so, dass sich Gottfried dem Willen des Vaters ebenso wie der VerfĂŒgung des Königs widersetzte. Gozelo hatte Gottfried bereits zu seinen Lebzeiten das Herzogtum Oberlothringen ĂŒbertragen. Niederlothringen wurde jedoch an seinen jĂŒngeren Sohn Gozelo II. - trotz dessen Feigheit (ignavus) und UnfĂ€higkeit (quamvis ignavo[52]) – vergeben. Der Annalist von Niederaltaich schreibt allerdings eindeutig allein dem König die Entscheidung zu, das Herzogtum Niederlothringen nach dem Tod Gozelos an dessen Ă€lteren Sohn zu vergeben. Heinrich III. wollte Gottfried nur Oberlothringen zuerkennen. Offenbar nutzte er durch den Tod Gozelos I. die Gelegenheit, um den lothringischen Machtkomplex zu zerschlagen.[53] Beim Tod seines Vaters 1044 erhob Gottfried der BĂ€rtige Widerspruch und wollte zusĂ€tzlich die HerzogswĂŒrde von Niederlothringen. Gottfried berief sich auf seine bisherige bedeutende Stellung und wohl auch auf den Willen seines Vaters.[54] Als weiteres Argument dĂŒrfte das IdoneitĂ€tsprinzip in den folgenden Auseinandersetzungen eine Rolle gespielt haben, da die UnfĂ€higkeit Gozelos II., dem der König Niederlothringen zur Verwaltung gegeben hat, von Hermann von Reichenau bezeugt wird.

Heinrich blieb in den Konflikten unnachgiebig und verlangte die Anerkennung Gozelos II. als Herzog, obwohl Gottfried seine Bereitschaft erklĂ€rte, jede von ihm verlangte Gegenleistung zu erbringen, wenn er nur beide HerzogtĂŒmer behalten könne. FĂŒr Heinrich war der Amtscharakter der herzoglichen WĂŒrde entscheidend und in Wahrung seiner Amtshoheit verfĂŒgte er ĂŒber die Zwischengewalten nach seinem Ermessen. In den folgenden Konflikten soll sich Gottfried mit Heinrich I. von Frankreich verbĂŒndet haben. Dieser Hochverrat, wie die Annales Altahenses ihn ĂŒberliefern[55], ist von Egon Boshof in einer grundlegenden Studie bezweifelt worden.[56]

Durch FĂŒrstenspruch wurden Gottfried seine Reichslehen aberkannt, was den Verlust beider Lothringen bedeutete. Im Winter 1044 begann Heinrich den Feldzug. Gleichzeitig brachen in Burgund Unruhen aus, die jedoch ohne grĂ¶ĂŸeres Zutun des Königs beendet worden konnten. Bereits im Januar 1045 konnte Heinrich die Unterwerfung der burgundischen Rebellen entgegennehmen. In den Konflikten wurde Gottfried politisch isoliert. Heinrich gelang es, die fĂŒhrenden Familien Lothringens, besonders die Ezzonen, aber auch die LĂŒtzelburger fĂŒr sein Anliegen zu gewinnen. Auch der lothringische Episkopat erwies sich als zuverlĂ€ssiger RĂŒckhalt des Königs.[57] Auf einem Hoftag in Goslar im FrĂŒhjahr 1045 nahm Heinrich die Huldigung eines Sohnes Balduins V. von Flandern entgegen und ĂŒbertrug ihm ein Flandern benachbartes Grenzgebiet, auf das Gottfried Anspruch erhoben hatte. Damit gewann er Balduins NeutralitĂ€t, leistete aber zugleich der flandrischen Expansion ins Reich Vorschub. Die militĂ€rischen Auseinandersetzungen zogen sich noch lĂ€ngere Zeit hin, da eine schwere Hungersnot die kriegfĂŒhrenden Parteien zur EinschrĂ€nkung ihrer Aktionen zwang. Erst im Juli 1045 unterwarf sich Gottfried und wurde von Heinrich im Giebichenstein in Gewahrsam genommen. Durch eine Entscheidung auf einem Aachener Hoftag im Mai 1046 erhielt er nach seiner Entlassung aus der Haft das Herzogtum Oberlothringen. Als Garantie fĂŒr zukĂŒnftiges Wohlverhalten musste er seinen Sohn als Geisel stellen. Niederlothringen wurde dem LĂŒtzelburger Friedrich ĂŒbertragen, wodurch die LĂŒtzelburger als Nutznießer aus den Auseinandersetzungen hervorgingen. Sie verfĂŒgten nun ĂŒber zwei HerzogtĂŒmer und konnten mit dem Bistum Metz eine SchlĂŒsselstellung in Oberlothringen behaupten. Um die Mitte des Jahres galt die Lage so weit als beruhigt und gefestigt, dass Heinrich Vorbereitungen fĂŒr den Italienzug treffen konnte.

Gottfried hat sich offenbar ĂŒber seine Unterwerfung hinaus intensiv um eine Aussöhnung mit Heinrich bemĂŒht. Umso schwerer musste ihn die BrĂŒskierung treffen, als der Kaiser am Grabe der ApostelfĂŒrsten - wohl aus Anlass seiner Kaiserkrönung - eine Indulgenz verkĂŒndete und öffentlich seinen Gegnern und Feinden verzieh, jedoch Gottfried ausdrĂŒcklich ausnahm. Die Ausschaltung aus dem Akt der Vergebung widersprach der kaiserlichen Friedenspolitik zutiefst. Sie verdeutlicht, wie tief das Misstrauen Heinrichs gegenĂŒber Gottfried gewesen sein muss.[58] Wahrscheinlich nach Heinrichs RĂŒckkehr aus Italien im Mai 1047 begann Gottfried mit den Vorbereitungen zu einer erneuten Empörung. Mehr zufĂ€llig als bewusst geplant fanden sich Gottfried, Dietrich von Holland, Balduin V. von Flandern und Graf Hermann vom Hennegau zu einer Koalition zusammen. In den folgenden militĂ€rischen Auseinandersetzungen wurden die Kaiserpfalz Nimwegen und Verdun zerstört. Heinrich konnte den Aufstand durch ein Treffen mit Heinrich I. von Frankreich und durch Absprachen mit den DĂ€nen und Angelsachsen, die Flottenhilfe zusagten, einkreisen. Im folgenden Jahr gelang ihm die Wende. Im Januar 1049 fiel Dietrich von Holland. Nachdem Gottfried 1049 von Papst Leo IX. exkommuniziert worden war, unterwarf er sich im Juli dieses Jahres in Aachen dem Herrscher und musste daraufhin auf sein Herzogtum verzichten. Dass Gottfried unter den FĂŒrsten noch immer FĂŒrsprecher fand, deutet darauf hin, dass sie durchaus das Recht des Lothringers erwogen haben.[59] Gottfried wurde unter der Obhut des Erzbischofs Eberhard in Trier inhaftiert. Im Herbst war auch Balduin von Flandern bezwungen. Heinrich hatte damit die bislang grĂ¶ĂŸte Gefahr seiner Herrschaft bestanden und sein Ziel erreicht, ein ĂŒbergroßes Herzogtum zu zerschlagen und einer besseren Kontrolle der Zentralgewalt zu unterwerfen. Auf lange Sicht gestalteten sich die VerhĂ€ltnisse fĂŒr das Reich allerdings nachteilig. Die SchwĂ€chung der lothringischen Herzogsgewalt fĂŒhrte dazu, dass der herrschaftsbildende Adel immer weniger kontrolliert werden konnte. Die Nachfolger Gottfrieds im geteilten Herzogtum besaßen nicht die Basis, um die Interessen des Reiches machtvoll vertreten zu können. Die politische Zersplitterung des westlichen Grenzraumes fĂŒhrte zu einer Machteinbuße des Reiches. Nutznießer war vor allem Graf Balduin V. von Flandern.

Nach seiner Entlassung aus der Haft suchte Gottfried bald nach Wegen, um eine neue Machtstellung aufzubauen. Ohne Absprache mit dem Kaiser heiratete er Beatrix von Tuszien, die Witwe des 1052 ermordeten Markgrafen Bonifatius von Tuszien. Die enorme Machtstellung, die er damit in Oberitalien erreichte, veranlasste Heinrich im FrĂŒhjahr 1055 zum zweiten Italienzug. Gottfried setzte sich rasch in seine lothringische Heimat ab, Beatrix und ihre Tochter Mathilde wurden gefangen genommen und Ende 1055 in das Reich gefĂŒhrt. Gemeinsam mit dem seit dem 13. April 1055 amtierenden Papst Viktor II. wurde zu Pfingsten eine Reformsynode in Florenz abgehalten. Viktor wurden von Heinrich das Herzogtum Spoleto und die Markgrafschaft Fermo ĂŒbertragen. Mit den langobardischen FĂŒrstentĂŒmern und Byzanz wurden Verhandlungen ĂŒber das Problem der normannischen Expansion aufgenommen[60], ĂŒber das Ergebnis ist jedoch nichts bekannt. Im November 1055 kehrte Heinrich nach Deutschland zurĂŒck. Das wichtigste Ziel, die Festigung der Herrschaft in Italien, war erreicht worden. Die Normannenfrage blieb allerdings ungeklĂ€rt.

Kirchenpolitik

Heinrich III. stĂ€rkte die Bischofskirchen auf Kosten der Reichsklöster. Den Bischöfen von Bamberg, Brixen, Minden, Köln und Passau bestĂ€tigte er die Übertragung ehemaliger Reichsabteien und Eigenklöster.[61] Dies bedeutet jedoch nicht, dass Maßnahmen zur StĂ€rkung der verbliebenen Reichsklöster eingestellt wurden. Schutz und Förderung dieser Klöster waren untrennbar mit dem Wohl und dem Bestand von König und Reich verbunden (stabilitas regni vel imperii).[62] Die Ausstattung der Klöster und Stifte mit Besitzungen und Rechten diente nicht nur der Sicherung des Seelenheils des Königs, sondern garantierte auch den Fortbestand des Reiches.

Vor allem aber wurden die Bischofskirchen des Reichs gefördert. In den Jahren 1049 bis 1052 erhielt Hildesheim sechs grĂ¶ĂŸere Schenkungen. An Halberstadt gingen im selben Zeitraum drei Schenkungen. Der Regierungspraxis seiner VorgĂ€nger folgend baute Heinrich die Reichskirche durch Verleihung und BestĂ€tigung von ImmunitĂ€ten, Forsten, geldlich nutzbaren Hoheitsrechten und Grafschaften weiter aus. Die Reichskirche war dadurch in der Lage, die aus den Schenkungen von Besitz und Rechten resultierenden Leistungen fĂŒr den Herrscher wirkungsvoll zu leisten und den Königsdienst (servitium regis) zu erfĂŒllen. Die Arengen der Diplome betonen gelegentlich, dass der Herrscher fĂŒr alle Kirchen des Reiches Sorge zu tragen und jede einzelne in ihrer Aufgabe, dem Dienst fĂŒr Gott, zu fördern habe. In allen schwierigen Situationen wĂ€hrend seiner Herrschaft erwies sich die Reichskirche als feste StĂŒtze.[63] Auf die Erhebung der Bischöfe und der Vorsteher der Reichsabteien und Reichsstifte ĂŒbte Heinrich maßgeblichen Einfluss aus. Die königlichen Entscheidungen standen dabei durchaus in Einklang mit der kirchlichen Reformströmung. Bei der Nachfolgeregelung 1042 in EichstĂ€tt akzeptierte Heinrich den von Bischof Gebhard von Regensburg vorgeschlagenen Kandidaten Konrad nicht, da er Sohn eines Priesters war.[64] Heinrich achtete zudem auf hohe QualitĂ€t der AmtstrĂ€ger. Sie mussten die kirchlichen Gesetze kennen und in ihren Kirchen anwenden. Im Zeremoniell der Bischofserhebung fĂŒhrte er eine bedeutende Neuerung ein. Als erster Herrscher verwandte er bei der Investitur neben dem Stab den Ring.[65] Der Ring ist ein geistliches Zeichen, das die VermĂ€hlung des Bischofs mit seiner Kirche symbolisiert. Unter seinem Sohn fĂŒhrte dieser Akt unter dem Schlagwort investitura per annulum et baculum (Investitur mit Ring und Stab) zu massiven Konflikten mit den Vertretern der gregorianischen Reform.

Bis 1045, dem Todesjahr Poppos, des Patriarchen von Aquileia, fĂŒhrte dieser eine weitgehend eigenstĂ€ndige Territorial- und Kirchenpolitik. Sie war von scharfen, auch außenpolitischen Konflikten geprĂ€gt, in die er auch Konrad II. hineingezogen hatte. Schon 1027 hatte er zur Durchsetzung seines Anspruchs als Patriarch die Rivalin Grado zerstören lassen, erneut geschah dies im Jahr 1044. Damit drohte eine offene Auseinandersetzung mit Venedig, auf dessen Territorium Grado lag. TatsĂ€chlich eroberte die Stadt nach Poppos Tod Grado zurĂŒck. Karl Schmid ist einer der wenigen, die diesen kaum beforschten Vorgang kommentierten: „Symptomatisch mit Blick auf Aquileja und seinen Vorrang als Patriarchat ist es, daß Heinrich III. Poppos antigradensische und damit antivenezianische Politik nach dessen Tod [
] nicht fortgesetzt hat“.[66]

Die Verklammerung der Hofkapelle mit der Reichskirche wurde unter Heinrich weiter verstĂ€rkt, die Effizienz der Hofkapelle im Königsdienst erreichte ihren Höhepunkt.[67] 1040 wurden die SpitzenĂ€mter neu geregelt. Seit 965 war der Mainzer Erzbischof alleiniger und stĂ€ndiger Erzkapellan gewesen und hatte damit das höchste geistliche Amt der Hofkapelle bekleidet. Als Erzkapellan war er gleichzeitig Erzkanzler fĂŒr Deutschland. Zur Zeit Heinrichs wurde der Mainzer Erzbischof Bardo in den Urkunden immer hĂ€ufiger Erzkanzler genannt. Das Amt des Erzkapellans wurde von dem des Erzkanzlers getrennt. Schließlich verschwand der Titel archicapellanus ganz und wurde durch capellarius ersetzt. Gleichzeitig ĂŒbernahm ein fĂŒhrender Hofgeistlicher die Funktion des obersten Kapellans in der Hofkapelle. Er war den Weisungen des Herrschers in viel stĂ€rkerem Maße unterworfen und weilte zudem stĂ€ndig am Hof. Dies steigerte die EffektivitĂ€t der Verwaltung. Mit dem Erlöschen des Amtes des Erzkapellans rĂŒckte der Erzkanzler an die Spitze der geistlichen HofĂ€mter. Der Erzkanzler fĂŒr Deutschland, der Mainzer Erzbischof, besaß das Privileg, neben dem Kaiser sitzen zu dĂŒrfen (primatus sedendi), und dokumentierte damit seinen Vorrang gegenĂŒber den anderen Großen. FĂŒr den italischen Reichsteil hatte der Kölner Erzbischof Hermann II. das Amt des Erzkanzlers inne. FĂŒr Burgund fĂŒhrte Heinrich III. ein weiteres Erzkanzleramt ein, das dem Erzbischof Hugo von Besançon ĂŒbertragen wurde.

Durch die GrĂŒndung von Pfalzstiften in seiner Lieblingspfalz Goslar und in Kaiserswerth bewirkte Heinrich III. eine noch engere Verbindung von königlichem Herrschaftszentrum und Kirche, wodurch sich die personelle Basis der königlichen Hofkapelle verbreiterte. Die Pfalz Goslar mit dem Pfalzstift St. Simon und Judas wurde zum wichtigsten Ausbildungszentrum. Neun Urkunden fĂŒr das Pfalzstift sind erhalten. Sie sind sĂ€mtlich Schenkungen, mit denen das Pfalzstift reich ausstattet wurde.[68] Mit den Aposteln Simon und Judas wĂ€hlte Heinrich Tagesheilige seines Geburtstages (28. Oktober) als Stiftspatrone. Die Bedeutung, die Heinrich seinem Geburtstag zumaß, ist fĂŒr einen mittelalterlichen Herrscher ungewöhnlich, da in dieser Zeit nicht der Geburts-, sondern der Todestag - als Beginn des Lebens in Gott - von Bedeutung waren.[69]

Unter Heinrich III. wurden besonders viele KapellĂ€ne zu Bischöfen ernannt.[70] Die „Kapellan-Bischöfe“ sollten Garant fĂŒr besonders enge Bindungen zwischen den Bischofskirchen und dem Herrscherhof sein. Die KapellĂ€ne, die in der Verwaltung und Rechtspflege tĂ€tig waren, vollbrachten auf diesem Gebiet Meisterleistungen. Das Leistungsvermögen der Hofkanzlei fĂŒhrte dazu, dass die mittelalterliche Königsurkunde zu dieser Zeit ihren Höhepunkt erreichte.[71]

Friedensprogramm

Rechts- und Friedenswahrung gehörten zu den wichtigsten Pflichten des Königs. Die Vorstellung eines „Friedens durch Herrschaft“ stammte aus der antiken Welt und war im frĂŒhen Mittelalter intensiv erörtert worden, in der ottonischen Zeit jedoch in den Hintergrund geraten.[72] Mit Heinrich trat diese Vorstellung wieder hervor. Der Kerngedanke seines Königtums war die Friedensidee.[73] In Wipos Tetralogus wird der Herrscher aufgefordert, die kaiserliche Ordnungsaufgabe tatkrĂ€ftig anzugehen. Den gesamten Erdkreis (totus orbis) solle er dem gottgefĂ€lligen und gottgewollten umfassenden Frieden (pax) zufĂŒhren. Der König wird als „Urheber des Friedens“ (auctor pacis) und „Hoffnung des Erdkreises“ (spes orbis) gefeiert[74] Zu den Grundlagen von Heinrichs Friedensbefehlen gehörten Buße und Barmherzigkeit. Mit seinem Bußweinen war auch immer das Gebot eines allgemeinen Friedens an alle verbunden.[75] Schon fĂŒr seinen Aufenthalt in Burgund 1042 berichten die Chronisten, dass er den Frieden gesichert habe, ohne allerdings nĂ€here Auskunft ĂŒber die Art seines Vorgehens zu geben. Auf der Konstanzer Synode im Oktober 1043, wenige Wochen nach dem siegreichen Ungarnfeldzug, habe Heinrich das Volk zum Frieden ermahnt. Am Ende der Synode habe er noch ein königliches Edikt erlassen, mit dem er „einen seit vielen Jahrhunderten nicht bekannten Frieden“[76] anordnete. Es ist ungewiss, was die unmittelbare Triebkraft fĂŒr die Friedensidee war. Möglicherweise waren es Anregungen aus dem sĂŒdfranzösisch-burgundischen Raum, wo sich die Gottesfriedensbewegung weit ausgebreitet hatte.[77] Im Zusammenschluss von Bischöfen und FĂŒrsten wurden dort bestimmte Personengruppen sowie gewisse kirchliche Festtage und Zeitabschnitte unter besonderen Schutz gestellt (pax Dei und treuga Dei). Die ausgeprĂ€gte Frömmigkeit des zweiten salischen Herrschers sowie die burgundische Herkunft seiner ebenfalls als ĂŒberaus fromm geschilderten Gemahlin sprechen fĂŒr EinflĂŒsse von dieser Seite. Allerdings sollte im Unterschied zur Gottesfriedensbewegung dieser Frieden keineswegs im Zusammenschluss der Großen des Reiches errichtet werden, sondern allein durch herrscherliche Anordnung.[78]

Besonders heftige Angriffe auf diese Friedenskonzeption kamen aus kirchlichen Kreisen. Abt Siegfried von Gorze vertritt in einem Brief aus dem Jahre 1043[79] die Ansicht, dass Heinrich durch seine Eheschließung mit Agnes eine SĂŒnde begehe. Ziel des Schreibens war vor allem der Nachweis, dass Heinrich und Agnes zu nah verwandt seien und die geplante Ehe somit kanonisch unzulĂ€ssig sei.[80] Die Argumentation des Hofes, dass man dadurch das deutsche und das burgundische Reich zu einer großen Friedenseinheit zusammenfĂŒhren könne, bezeichnete Siegfried als irrig und verderblich. Der Abt sprach von einem verderblichen Frieden (pax perniciosa), weil er in Ungehorsam vor den kanonischen und somit den göttlichen Gesetzen zustande kĂ€me.

Thronfolgereglung und frĂŒher Tod

Sarg Heinrichs III. mit seinem Herz und Eingeweiden in der Goslarer Pfalzkapelle St. Ulrich
Heinrich III., Detail vom Sarkophag auf dem Herzgrab, Pfalzkapelle Goslar.

Aus seiner ersten Ehe mit Gunhild hatte Heinrich eine Tochter namens Beatrix. Seiner zweiten Ehe entstammten die drei Töchter Adelheid (1045), Gisela (1047) und Mathilde (1048). In vorbildlicher Weise kĂŒmmerte sich das Paar um die Pflege der salischen Memoria in den sĂ€chsischen Damenstiften. Beatrix wurde mit sieben Jahren 1044/45 Vorsteherin der Stifte Quedlinburg und Gandersheim. Auch Adelheid wurde frĂŒh zur Erziehung an den Quedlinburger Konvent gegeben und leitete spĂ€ter mehr als 30 Jahre lang Gandersheim und Quedlinburg als Äbtissin.

1047 forderte Erzbischof Hermann von Köln dazu auf, fĂŒr die Geburt eines Kaisersohnes zu beten. Am 11. November 1050 kam nach siebenjĂ€hriger Ehe der lang ersehnte prĂ€sumptive Thronfolger zur Welt. Seine Geburt wurde mit dem Stoßseufzer endlich begrĂŒĂŸt.[81] Die Eltern wĂ€hlten den Namen des Großvaters Konrad fĂŒr den Sohn. Noch am Weihnachtsfest 1050 ließ der kaiserliche Vater die anwesenden Großen dem noch ungetauften Sohn die Treue schwören. Am Osterfest (31. MĂ€rz 1051) vollzog Erzbischof Hermann in Köln die Taufe. Der Reformabt Hugo von Cluny ĂŒbernahm die Patenschaft und plĂ€dierte fĂŒr die Umbenennung des Kindes in Heinrich. Die Wahl Hugos als Taufpate des Thronfolgers dokumentiert die enge Anbindung des salischen Herrscherhauses an die religiösen Strömungen dieser Zeit.[82] Als der Kaiser seinen dreijĂ€hrigen Sohn im Jahr 1053 in der Königspfalz Trebur (sĂŒdlich von Mainz auf der rechten Seite des Rheins) zum Nachfolger im Königsamt wĂ€hlen ließ, brachten die WĂ€hler einen in der Geschichte der Königswahl noch nie dagewesenen Vorbehalt zum Ausdruck. Sie wollten dem neuen König nur folgen, wenn er ein gerechter Herrscher werde (si rector iustus futurus esset).[83] Ein Jahr spĂ€ter wurde das Kind am 17. Juli 1054 in Aachen von Erzbischof Hermann von Köln zum König gekrönt und geweiht. Wenig spĂ€ter wurde auch die Versorgung des 1052 geborenen zweiten Sohnes Konrad geregelt: Ihm wurde das Herzogtum Bayern ĂŒbertragen. Der Zweitgeborene war wohl als „Personalreserve“ fĂŒr die nicht mehr anzufechtende Nachfolge des Erstgeborenen gedacht.[84] Wohl im Sommer 1054 brachte Agnes mit Judith noch eine Tochter zur Welt. Nachdem der zweite Sohn Konrad bereits am 10. April 1055 gestorben war, ĂŒbertrug Heinrich 1055 privato iure[85] seiner Gemahlin auf unbestimmte Zeit das bayerische Herzogtum, ohne auf das Wahlrecht der Großen RĂŒcksicht zu nehmen.

Heinrich III. leitete auch die zukĂŒnftige Heirat seines Nachfolgers noch verbindlich in die Wege. Am Weihnachtsfest 1055 wurde der Thronfolger in ZĂŒrich mit Bertha aus dem Hause der Markgrafen von Turin verlobt. Die Ehe diente dem Ziel das Turiner Markgrafenhaus gegen das mit Heinrich verfeindete lothringisch-tuszische Herzogs- und Markgrafenhaus zu stĂ€rken und an das salische Kaiserhaus zu binden.[86]

Heinrich starb unerwartet am 5. Oktober 1056 mit 38 Jahren nach einer kurzen, schweren Krankheit in der Königspfalz Bodfeld am Harz, wo er sich zur Jagd aufgehalten hatte. Auf dem Totenbett sorgte er ein letztes Mal dafĂŒr, dass die Großen durch eine erneute Wahl des Sohnes dessen Thronfolge bestĂ€tigten. Laut den Niederaltaicher Annalen habe das Reich Ruhe und Frieden genossen, „als Gott den von ihm begnadeten Kaiser aus Zorn ĂŒber unsere SĂŒnden mit der schweren Krankheit belegte“[87] Die inneren Organe bestattete man in der Pfalzkirche St. Simon und Judas. Der Leichnam wurde nach Speyer ĂŒberfĂŒhrt und am 28. Oktober 1056 an der Seite des Vaters beigesetzt. Beide Kirchen waren von Heinrich mit besonderer FĂŒrsorge bedacht worden, insbesondere in Speyer pflegte man in der folgenden Zeit sein Andenken. In einem Nekrolog wird der Herrscher als Heinricus dictus niger tercius Romanorum imperator (Heinrich der Schwarze) verzeichnet, auch seine wichtigsten Schenkungen fĂŒr die Speyerer Kirche wurden vermerkt. Die RegierungsgeschĂ€fte fĂŒr Heinrichs gleichnamigen Sohn fĂŒhrte zunĂ€chst seine Mutter Agnes von Poitou weiter. Doch geriet ihre Herrschaft immer mehr in die Kritik vor allem reformorientierter Geistlicher wie des Erzbischofs Anno von Köln.

Wirkung

Urteile der Zeitgenossen

Die Beurteilungen der Zeitgenossen ergeben ein uneinheitliches Bild. Anders als sein Vater hat Heinrich III. keinen Historiographen gefunden, der das Urteil der Nachwelt dominiert hĂ€tte. Konrads Hofhistoriograph Wipo hat in seinem zu Weihnachten 1041 ĂŒberreichten Tetralog, einer Art Kaiserspiegel, und in seinen Proverbia Heinrich die Aufgaben des Herrschers beschrieben und dabei die GrundzĂŒge einer Königsethik entwickelt. Bildung, Wissenschaft und Weisheit erscheinen hier als Voraussetzung fĂŒr gerechtes Regieren. Bern von Reichenau beschreibt Heinrich in seinen Widmungsschreiben als unbesiegbaren Friedensbringer, als gĂŒtigsten und gerechtesten Weltherrscher sowie als Verbreiter des Glaubens und Ruhm der Könige. Von Heinrichs Herrschaft erhoffte er sich den Beginn eines neuen Zeitalters der Eintracht und des Friedens. Lob und Preisdichtungen rĂŒhmen Heinrich als friedliebenden Herrscher und vergleichen ihn mit dem alttestamentlichen David. Dieser Vergleich findet sich zwar schon in der Merowinger- und Karolingerzeit und auch Heinrich II. und Konrad II. waren bereits als David gepriesen worden, doch begegnet der Verweis auf David unter Heinrich III. besonders hĂ€ufig.[88] Mit David wurde die Vorstellung vom Beginn eines Goldenen Zeitalters verknĂŒpft. Der Hofgelehrte und Lehrer Heinrichs, Wipo, verglich seinen SchĂŒler mehrmals mit König David. In der Liedersammlung von Cambridge sind zwei Davidlieder enthalten. Selbst Petrus Damiani, der Reformer und Gelehrte am pĂ€pstlichen Hof, feierte Heinrich als Erneuerer des Goldenen Zeitalter Davids.

Deutlich im Kontrast zu den im Umkreis des Hofs entstandenen Werken stehen einige zumeist spĂ€tere Stimmen, die aus dem Kreis der Kirchenreformer stammen und vor dem Hintergrund der voranschreitenden Kirchenreform Kritik an Heinrichs Maßnahmen in Rom Ă€ußern. In der Schrift „De ordinando pontifice“ (Über die Papsterhebung) wird Heinrich vehement die Befugnis abgesprochen, einen Papst ab- oder einzusetzen[89], denn Priester, Bischof und Papst seien ĂŒber alle Laien gestellt. In den Taten der LĂŒtticher Bischöfe (Gesta episcoporum Leodicensium) ist eine Ă€hnliche Kritik ĂŒberliefert. Von Bischof Wazo von LĂŒttich wird berichtet, er habe die Absetzung Gregors VI. verurteilt, da der Papst auf Erden von niemanden gerichtet werden könne. Dies sind die ersten Belege fĂŒr die in der Mitte des 11. Jahrhunderts beginnende Debatte um Stellung und Legitimation des Königs. Man begann, die SakralitĂ€t des Herrschres von der der der Geistlichen abzugrenzen und schließlich abzuwerten.[90]

Heinrichs Herrschaftsstil brachte aber nicht nur ein theologisches Problem mit sich. Nach dem Bericht des Mönches Otloh von St. Emmeram in seinem ungefÀhr 1063 entstandenen Liber Visionum (Buch der Visionen) habe Gott selbst den Kaiser mit dem Tod bestraft, da dieser die so wichtige Herrschertugend, den Armen zu helfen und ihre Sorgen anzuhören, missachtet habe.[91]

Kritik kam aber auch von einer ganz anderen Seite: Die Großen des Reiches zeigten sich mit dem Herrschaftsstil unzufrieden. Heinrichs Zeitgenossen registrierten eine zunehmende HĂ€rte des Herrschers im Umgang mit Gegnern. Der Chronist Hermann von Reichenau schrieb zum Jahr 1053: „Zu dieser Zeit murrten sowohl die Großen des Reiches wie auch die weniger MĂ€chtigen immer hĂ€ufiger gegen den Kaiser und klagten, er falle schon seit langem von der anfĂ€nglichen Haltung der Gerechtigkeit, Friedensliebe, Frömmigkeit, Gottesfurcht und vielfĂ€ltigen Tugenden, worin er doch alltĂ€glich Fortschritte hĂ€tte machen sollen, mehr und mehr ab zu Eigennutz und VernachlĂ€ssigung seiner Pflichten und werde bald viel schlechter sein.“[92] Allerdings fehlen Berichte, welche konkreten Handlungen des Herrschers diese Kritik hervorriefen.[93]

Dem konservativen Lampert von Hersfeld ging es in seinen Annalen um die Erhaltung der alten, christlich-monastischen und politischen Werte, die er in der Regierungszeit Heinrichs III. noch verkörpert sah. Doch auch Lampert vermerkt nach dem Tod des Herrschers eine tiefe Verstimmung in Sachsen wegen Heinrichs Verhalten.[94] Zum Jahr 1057 berichtet er von den PlĂ€nen sĂ€chsischer FĂŒrsten, den jungen Heinrich IV. zu ermorden. Als Grund werden die Ungerechtigkeiten genannt, die den Sachsen von seinem Vater zugefĂŒgt worden seien. Man mĂŒsse befĂŒrchten, dass der Sohn in Charakter und Lebensart den Spuren seines Vaters folgen werde.[95]

Forschungsgeschichte

Heinrich III. wurde auch in der Geschichtswissenschaft sehr unterschiedlich beurteilt. Dies liegt zum einen am uneinheitlichen Bild der Quellen und zum anderen an den Kontroversen ĂŒber Bedeutung und Folgen des sogenannten Investiturstreits, der die Zeit seines Sohnes und Nachfolgers prĂ€gte.[96] Die Zeit Heinrichs III. galt und gilt vielen Historiker als ein Höhepunkt der Kaisergeschichte des Mittelalters. FĂŒr die Forschung des 19. Jahrhunderts erreichte unter Konrad II. und insbesondere unter dessen Sohn die deutsche Kaiserherrlichkeit ihren Zenit. Albert Hauck schrieb in seiner „Kirchengeschichte Deutschlands“, dass Deutschland nach Karl dem Großen keinen mĂ€chtigeren Herrscher gehabt habe.[97] Zu einem sehr differenzierten Urteil kam Ernst Steindorff in seinen JahrbĂŒchern des deutschen Reiches. FĂŒr die einzelnen Ereignisse versuchte er stets mehrere Perspektiven zu berĂŒcksichtigen. Sein Fazit betonte die Stellung Heinrichs III. zwischen seinem Vater, der „Nation und Reich auf eine Stufe der Macht und des Gedeihens“ gehoben habe, und dem „Zerfall des Reiches, der Dynastie und der Nation“, den Steindorff in der Zeit der Nachfolger Heinrichs verortete.[98]

Heinrichs frĂŒher Tod mit 38 Jahren wurde in der Geschichtsforschung lange als „Katastrophe grĂ¶ĂŸten Ausmaßes“ fĂŒr das Reich gewertet. Paul Kehr meinte, dass Heinrich alle Gefahren wacker bekĂ€mpft habe. Die lothringisch-tuszische Verbindung habe er unschĂ€dlich gemacht und das Papsttum fest in der Hand gehabt. FĂŒr Kehr war daher der Todestag Heinrichs III. „ein schwarzer Tag fĂŒr die deutsche Geschichte“[99] Die gĂŒnstige Beurteilung Heinrichs III. erreichte 1956 unter Theodor Schieffer ihren Höhepunkt. Auf Schieffers Arbeiten beziehen sich bis heute alle Darstellungen, auch wenn sie zu anderen Ergebnissen kommen. Schieffer bezeichnete Heinrichs Tod als „Katastrophe grĂ¶ĂŸten Ausmaßes“[100] FĂŒr Schieffer war Heinrich die „SchlĂŒsselgestalt der Reichs- und Kirchengeschichte“.[101]

Die jĂŒngere Forschung vollzog eine Trendwende in der Beurteilung des zweiten salischen Herrschers. Egon Boshof zeichnete 1979 fĂŒr die zweite HĂ€lfte der Regierungszeit Heinrichs das Bild eines Reichs in der Krise. Gegen den zunehmend „autokratischen Regierungsstil“ Heinrichs III. opponierten die FĂŒrsten, die diesem Modell den herkömmlichen Anspruch auf Teilhabe an der Herrschaft entgegengestellt hĂ€tten. Die allmĂ€hlich einsetzende Diskussion „um das rechte VerhĂ€ltnis von königlicher und geistlicher Gewalt“ habe sich „in letzter Konsequenz zu einem Angriff auf die Grundlagen des theokratischen Königtums“ ausweiten mĂŒssen.[102] Den Ergebnissen Boshofs folgend zog Friedrich Prinz „ein eher ernĂŒchterndes Fazit“ fĂŒr die Regierungszeit Heinrichs. Prinz stellte in seiner Darstellung stĂ€rker Heinrichs Persönlichkeit und seine Entscheidungen in den Blickpunkt. In seiner Personalpolitik habe der König vor allem bei der Besetzung der HerzogtĂŒmer keine sehr glĂŒckliche Hand besessen. FĂŒr die letzten Jahre stellte Prinz fast „bĂŒrgerkriegsĂ€hnliche ZustĂ€nde“ fest.[103]

In jĂŒngster Zeit bettete Stefan Weinfurter seine strukturgeschichtliche Darstellung in ein Konzept von miteinander im Konflikt stehenden „Ordnungskonfigurationen“ ein. Rituale im Rahmen der vom König vertretenen „Ordnungskonfigurationen“, wie das sogenannte „Bußweinen“, das rituelle, öffentlich vollzogene Weinen des Herrschers, und sein auf Nachahmung Christi begrĂŒndeter Friedensbefehl haben demnach ihre Integrationskraft verloren und liefen anderen zeitgenössischen Vorstellungen fundamental entgegen. Vertreten und, langfristig gesehen, auch durchgesetzt wurden andere „Ordnungskonfigurationen“, wie das aus adliger HerrschaftsbegrĂŒndung erwachsene „konsensuale Prinzip“, also die Teilhabe der FĂŒrsten an den Reichsangelegenheiten.[104] Ähnliches gelte auch fĂŒr das in kirchlichen Kreisen gĂŒltige „funktionale Ordnungsdenken“, die Einteilung der Gesellschaft in funktionale Gruppen, welche dem König keinen Platz mehr im ordo ecclesiasticus (Ordnung der Kirche) zugewiesen und somit zu einer Entsakralisierung beigetragen habe. In einer der jĂŒngsten Überblicksdarstellungen zĂ€hlt Egon Boshof Heinrichs Regierungszeit dennoch „fraglos zu den glanzvollsten Epochen der mittelalterlichen Geschichte“, denn „in seiner Herrschaft vollendete sich jene Ordnung des harmonischen Zusammenwirkens von weltlicher und geistlicher Gewalt“.[105]

Quellen

  • Adam von Bremen: Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum. In: Werner Trillmich, Rudolf Buchner (Hrsg.): Quellen des 9. und 11. Jahrhunderts zur Geschichte der Hamburgischen Kirche und des Reiches. (FSGA 11), 7., gegenĂŒber der 6. um einen Nachtrag von Volker Scior erweiterte Auflage, Darmstadt 2000, S. 137–499, ISBN 3-534-00602-X.
  • Annales Altahenses maiores. Hrsg. v. W. v. Giesebrecht, E.L.B. Oefele, Monumenta Germaniae historica, Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum [4], 2. Aufl. 1891.
  • Hermann von Reichenau: Chronicon. In: Rudolf Buchner, Werner Trillmich (Hrsg.): Quellen des 9. und 10. Jahrhunderts zur Geschichte der Hamburgischen Kirche und des Reiches. (Freiherr vom Stein-GedĂ€chtnisausgabe 11), Darmstadt 1961, S. 615–707.
  • Lampert von Hersfeld: Annalen. Lateinisch und deutsch. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000 (AusgewĂ€hlte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters Freiherr vom Stein-GedĂ€chtnisausgabe; 13).
  • Die Urkunden Heinrichs III. (Heinrici III. Diplomata). Herausgegeben von Harry Bresslau und Paul Kehr. 1931; 2. unverĂ€nderte Auflage Berlin 1957. Digitalisat (DD H. III)

Literatur

Allgemeine Darstellungen

Monografien und AufsÀtze

  • Mechthild Black: Die Töchter Heinrichs III. und der Kaiserin Agnes. In: Vinculum Societatis: Festschrift fĂŒr Joachim Wollasch, 1991. S. 36–57.
  • Mechthild Black-Veldtrup: Kaiserin Agnes (1043–1077). Quellenkritische Studien. Böhlau, Köln 1995.
  • Albert Boeckler: Das goldene Evangelienbuch Heinrichs III., Nachdruck der Ausgabe von 1933, Leipzig 2004.
  • Johannes Fried: Tugend und Heiligkeit. Beobachtungen und Überlegungen zu den Herrscherbildern Heinrichs III. in Echternacher Handschriften. In: Wilfried Hartmann (Hrsg.): Mittelalter. AnnĂ€herungen an eine fremde Zeit. Regensburg 1993, S. 41–85.
  • Guido Martin: Der Salische Herrscher als Patrus romanorum. Zur Einflussnahme Heinrichs III und Heinrichs IV auf die Besetzung der Cathedra Petri. In: FrĂŒhmittelalterliche Studien. Bd. 28. 1994, S. 257–295.
  • Johannes Laudage: Heinrich III. (1017–1056). Ein Lebensbild. In: Das salische Kaiser-Evangeliar, Kommentar Bd. I. herausgegeben von Johannes Rathofer, Madrid 1999, S. 87–145.
  • Friedrich Prinz: Kaiser Heinrich III und seine widersprĂŒchliche Beurteilung und deren GrĂŒnde. In: Historische Zeitschrift. 246, 1988, S. 529–548.
  • Franz-Josef Schmale: Die „Absetzung“ Gregors VI. in Sutri und die Synodale Tradition. In: Annuarium Historiae Conciliorum. 11, 1979, S. 55–103.
  • Paul Gerhard Schmidt: Heinrich III. - das Bild Heinrichs III. in der Literatur seiner Zeit. In: Deutsches Archiv fĂŒr Erforschung des Mittelalters. Bd. 39 (1983), S. 582–590.
  • Karl. Schnith: Recht und Friede. Zum Königsgedanken im Umkreis Heinrichs III. In: Historisches Jahrbuch Bd. 81, 1961, S. 22–57.
  • Ernst Steindorff: JahrbĂŒcher des Deutschen Reichs unter Heinrich III. 2 BĂ€nde, WBG Darmstadt, 1963, ND von 1874 und 1881. (bislang einzige Biographie Heinrichs III.)
  • Stefan Weinfurter: Ordnungskonfigurationen im Konflikt. Das Beispiel Heinrichs III. In: JĂŒrgen Petersohn (Hrsg.): Mediaevalia Augiensia. Forschungen zur Geschichte des Mittelalters. Stuttgart 2001, ISBN 3-7995-6654-6.
  • Daniel Ziemann: Heinrich III. Krise oder Höhepunkt des salischen Königtums? in: Tilman Struve (Hrsg.): Die Salier, das Reich und der Niederrhein. Köln u.a. 2008, S. 13–46, ISBN 978-3-412-20201-9.

Lexikonartikel

Weblinks

 Wikisource: Heinrich III. â€“ Quellen und Volltexte
 Commons: Heinrich III. â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Wipo c. 2.
  2. ↑ Herwig Wolfram: Konrad II. 990–1039. Kaiser dreier Reiche. MĂŒnchen 2000, S. 133.
  3. ↑ Herwig Wolfram: Konrad II. 990–1039. Kaiser dreier Reiche. MĂŒnchen 2000, S. 47. Vgl. dazu: DD.Ko.II. 114ff.
  4. ↑ Egon Boshof: Die Salier. 5., aktualisierte Auflage, Stuttgart 2008, S. 53.
  5. ↑ Herwig Wolfram: Konrad II. 990–1039. Kaiser dreier Reiche. MĂŒnchen 2000, S. 93.
  6. ↑ Franz-Reiner Erkens: Konrad II. (um 990–1039) Herrschaft und Reich des ersten Salierkaisers. Regensburg 1998, S. 168.
  7. ↑ Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024–1125. Ostfildern 2006, S. 54.
  8. ↑ Wipo c. 39.
  9. ↑ Egon Boshof: Die Salier. 5., aktualisierte Auflage, Stuttgart 2008, S. 120.
  10. ↑ Rudolf Schieffer: Heinrich III. 1039–1056, in: Helmut Beumann (Hrsg.), Kaisergestalten des Mittelalters, MĂŒnchen 1984, S. 98–115, hier: S. 103.
  11. ↑ Friedrich Prinz: Kaiser Heinrich III. und seine widersprĂŒchliche Beurteilung und deren GrĂŒnde. In: Historische Zeitschrift 246 (1988), S. 529–548.
  12. ↑ Der EinschĂ€tzung Prinz folgend: Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024–1125. Ostfildern 2006, S. 111.
  13. ↑ Annales Altahenses ad 1052.
  14. ↑ Egon Boshof: Die Salier. 5., aktualisierte Auflage, Stuttgart 2008, S. 157.
  15. ↑ O regina poli, me regem spernere noli. Me tibi commendo praesentia dona ferendo, patrem cum matre, quin iunctam prolis amore, ut sis adiutrix et in omni tempore fautrix vgl. dazu die Übersetzung: Stefan Weinfurter: Ordnungskonfigurationen im Konflikt. Das Beispiel Heinrichs III. In: JĂŒrgen Petersohn (Hrsg.): Mediaevalia Augiensia. Forschungen zur Geschichte des Mittelalters. Stuttgart 2001, S. 79–100, hier: S. 86.
  16. ↑ Ante tui vultum mea defleo crimina multum. Da veniam, merear, cuius sum munere caesar. Pectore cum mundo, regina, precamina fundo aeternae pacis et propter gaudia lucis. vgl. dazu die Übersetzung: Stefan Weinfurter: Ordnungskonfigurationen im Konflikt. Das Beispiel Heinrichs III. In: JĂŒrgen Petersohn (Hrsg.): Mediaevalia Augiensia. Forschungen zur Geschichte des Mittelalters. Stuttgart 2001, S. 79–100, hier: S. 86.
  17. ↑ Gerd Althoff: Die letzten Salier im Urteil ihrer Zeitgenossen. In: Christoph Stiegemann, Matthias Wemhoff (Hrsg.): Canossa 1077. ErschĂŒtterung der Welt. MĂŒnchen 2006, S. 79–92, hier: S. 81.
  18. ↑ Stefan Weinfurter: Canossa. Die Entzauberung der Welt. 2. Auflage, MĂŒnchen 2006, S. 32.
  19. ↑ Johannes Fried: Tugend und Heiligkeit. Beobachtungen und Überlegungen zu den Herrscherbildern Heinrichs III. in Echternacher Handschriften. In: Wilfried Hartmann (Hrsg.): Mittelalter. AnnĂ€herungen an eine fremde Zeit. Regensburg 1993, S. 41–85, hier: S. 47.
  20. ↑ Mechthild Black-Veldtrup: Kaiserin Agnes (1043–1077). Quellenkritische Studien. Köln 1995, S. 117.
  21. ↑ Ludger Körntgen: Königsherrschaft und Gottes Gnade. Zu Kontext und Funktion sakraler Vorstellungen in Historiographie und Bildzeugnissen der ottonisch-frĂŒhsalischen Zeit. Berlin 2001, S. 252.
  22. ↑ Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024–1125. Ostfildern 2006, S. 90.
  23. ↑ Johannes Laudage: Heinrich III. (1017–1056). Ein Lebensbild. In: Das salische Kaiser-Evangeliar, Kommentar Bd. I. herausgegeben von Johannes Rathofer, Madrid 1999, S. 87–200, hier: S. 98.
  24. ↑ So eine Formulierung aus den Annales Altahenses maiores, a. 1045.
  25. ↑ Stefan Weinfurter: Herrschaftslegitimation und KönigsautoritĂ€t im Wandel: Die Salier und ihr Dom zu Speyer. In: Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die Salier und das Reich Bd. 1: Salier, Adel und Reichsverfassung. Sigmaringen 1991, S. 55–96, S. 73.
  26. ↑ Hermann von Reichenau, Chronicon, a. 1052.
  27. ↑ Stefan Weinfurter: Ordnungskonfigurationen im Konflikt. Das Beispiel Heinrichs III. In: JĂŒrgen Petersohn (Hrsg.): Mediaevalia Augiensia. Forschungen zur Geschichte des Mittelalters. Stuttgart 2001, S. 79–100, hier: S. 99.
  28. ↑ Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024–1125. Ostfildern 2006, S. 93.
  29. ↑ Egon Boshof: Die Salier. 5., aktualisierte Auflage, Stuttgart 2008, S. 126.
  30. ↑ Guido Martin: Der salische Herrscher als Patricius Romanorum. Zur Einflussnahme Heinrichs III. und Heinrichs IV. auf die Besetzung der Cathedra Petri, In: FrĂŒhmittelalterliche Studien, Bd. 28 (1994), S. 257–295, hier: S. 260.
  31. ↑ Guido Martin: Der salische Herrscher als Patricius Romanorum. Zur Einflussnahme Heinrichs III. und Heinrichs IV. auf die Besetzung der Cathedra Petri, In: FrĂŒhmittelalterliche Studien, Bd. 28 (1994), S. 257–295, hier: S. 264.
  32. ↑ Egon Boshof, Die Salier. 5., aktualisierte Auflage, Stuttgart 2008, S. 131.
  33. ↑ Egon Boshof: Die Salier. 5., aktualisierte Auflage, Stuttgart 2008, S. 131.
  34. ↑ Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024–1125. Ostfildern 2006, S. 96.
  35. ↑ Egon Boshof: Die Salier. 5., aktualisierte Auflage, Stuttgart 2008, S. 96.
  36. ↑ Fundatio monasterii Brunwilarensis ed. Von Herman Pabst, NA 12 (1874), S. 174–192, hier: c. 8, S. 161.
  37. ↑ Stefan Weinfurter, Das Jahrhundert der Salier 1024–1125. Ostfildern 2006, S. 110. Dazu auch: Egon Boshof, Die Salier. 5., aktualisierte Auflage, Stuttgart 2008, S. 96.
  38. ↑ Egon Boshof: Das Reich in der Krise. Überlegungen zum Regierungsausgang Heinrichs III. In: Historische Zeitschrift 228 (1979), S. 265–278, hier: S. 282.
  39. ↑ Hermann von Reichenau, Chronicon, a. 1052.
  40. ↑ Stefan Weinfurter: Canossa. Die Entzauberung der Welt 2. Auflage, MĂŒnchen 2006, S. 44.
  41. ↑ Annales Altahenses a. 1055.
  42. ↑ Fundatio monasterii Brunwilarensis ed. Von Herman Pabst, NA 12 (1874), S. 174–192, hier: c. 8, S. 161.
  43. ↑ Ernst Steindorff: JahrbĂŒcher des deutschen Reiches unter Heinrich III., Bd. 2 (1881 Nachdruck 1969), S. 321f.
  44. ↑ Gerd Althoff: Die Billunger in der Salierzeit, In: Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die Salier und das Reich. Sigmaringen 1990, Bd. 3, S. 309–329, hier: S. 319.
  45. ↑ Gerd Althoff: Die Billunger in der Salierzeit, In: Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die Salier und das Reich. Sigmaringen 1990, Bd. 3, S. 309–329, hier: S. 309.
  46. ↑ Adam III, 8.
  47. ↑ Stefan Weinfurter: Herrschaftslegitimation und KönigsautoritĂ€t im Wandel: Die Salier und ihr Dom zu Speyer. In: Die Salier und das Reich Bd. 1. Sigmaringen 1991, S. 55–96, hier: S. 84.
  48. ↑ Gerd Althoff: Die Billunger in der Salierzeit. In: Stefan Weinfurter (Hrsg.): Die Salier und das Reich. Sigmaringen 1990, Bd. 3, S. 309–329, hier: S. 320f.
  49. ↑ Chronik des Klosters Petershausen, Buch 2, cap. 31.
  50. ↑ Adam III, 8.
  51. ↑ Adam III, 5.
  52. ↑ Hermann von Reichenau, Chronicon, a. 1044.
  53. ↑ Egon Boshof: Lothringen, Frankreich und das Reich in der Regierungszeit Heinrichs III., In: Rheinische VierteljahrsblĂ€tter. Bd. 42 (1978), S. 63–127, hier: S. 66.
  54. ↑ Egon Boshof: Lothringen, Frankreich und das Reich in der Regierungszeit Heinrichs III., in: Rheinische VierteljahrsblĂ€tter, Bd. 42 (1978), S. 63–127, hier: S. 69.
  55. ↑ Annales Altahenses ad 1044.
  56. ↑ Egon Boshof: Lothringen, Frankreich und das Reich in der Regierungszeit Heinrichs III.. In: Rheinische VierteljahrsblĂ€tter. Bd. 42 (1978), S. 63–127, hier: S. 75.
  57. ↑ Egon Boshof: Lothringen, Frankreich und das Reich in der Regierungszeit Heinrichs III. In: Rheinische VierteljahrsblĂ€tter. Bd. 42 (1978), S. 63–127, hier: S. 78.
  58. ↑ Egon Boshof: Lothringen, Frankreich und das Reich in der Regierungszeit Heinrichs III. In: Rheinische VierteljahrsblĂ€tter. Bd. 42 (1978), S. 63–127, hier: S. 89f.
  59. ↑ Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024–1125. Ostfildern 2006, S. 107.
  60. ↑ D H. III. 322
  61. ↑ Hubertus Seibert: Libertas und Reichsabtei. Zur Klosterpolitik der salischen Herrscher. In: Die Salier und das Reich Bd. 2: Die Reichskirche in der Salierzeit. hg. von Stefan Weinfurter unter Mitarbeit von Frank Martin Siefarth, Sigmaringen 1991, S. 503–569, hier: S. 524f.
  62. ↑ Hubertus Seibert: Libertas und Reichsabtei. Zur Klosterpolitik der salischen Herrscher. in: Die Salier und das Reich Bd. 2: Die Reichskirche in der Salierzeit. hg. von Stefan Weinfurter unter Mitarbeit von Frank Martin Siefarth, Sigmaringen 1991, S. 503–569, hier: S. 526f.
  63. ↑ Egon Boshof: Das Reich in der Krise. Überlegungen zum Regierungsausgang Heinrichs III. In: Historische Zeitschrift. 228 (1979), S. 265–287, hier: S. 283.
  64. ↑ Stefan Weinfurter: Die Geschichte der EichstĂ€tter Bischöfe des Anonymus Haserensis. Edition – Übersetzung – Kommentar. Regensburg 1987, cap. 34.
  65. ↑ Egon Boshof: Die Salier. 5., aktualisierte Auflage, Stuttgart 2008, S. 106.
  66. ↑ Karl Schmid: Zum Haus- und HerrschaftsverstĂ€ndnis der Salier, in: Stefan Weinfurter (Hrsg.), Die Salier und das Reich Bd. 1, Salier, Adel und Reichsverfassung, Sigmaringen 1991, S. 21–54, hier: S. 35.
  67. ↑ Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024–1125. Ostfildern 2006, S. 100.
  68. ↑ Caspar Ehlers: Metropolis Germaniae. Studien zur Bedeutung Speyers fĂŒr das Königtum (751–1250). Göttingen 1996, S. 92.
  69. ↑ Mechthild Black-Veldtrup: Kaiserin Agnes (1043–1077). Quellenkritische Studien. Köln 1995, S. 104.
  70. ↑ Friedrich Prinz: Kaiser Heinrich III. seine widersprĂŒchliche Beurteilung und deren GrĂŒnde. in: Historische Zeitschrift. Bd. 246 (1988), S. 529–548, hier: S. 534.
  71. ↑ Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024–1125. Ostfildern 2006, S. 100.
  72. ↑ Stefan Weinfurter: Ordnungskonfigurationen im Konflikt. Das Beispiel Heinrichs III. In: JĂŒrgen Petersohn (Hrsg.): Mediaevalia Augiensia. Forschungen zur Geschichte des Mittelalters. Stuttgart 2001, S. 79–100, hier: S. 90.
  73. ↑ Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024–1125. Ostfildern 2006, S. 101.
  74. ↑ Wipo, Tetralogus, Vers 209 und Vers 220.
  75. ↑ Stefan Weinfurter: Ordnungskonfigurationen im Konflikt. Das Beispiel Heinrichs III. In: JĂŒrgen Petersohn (Hrsg.): Mediaevalia Augiensia. Forschungen zur Geschichte des Mittelalters. Stuttgart 2001, S. 79–100, hier: S. 89.
  76. ↑ Hermann von Reichenau, Chronicon, a. 1043.
  77. ↑ Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024–1125. Ostfildern 2006, S. 103.
  78. ↑ Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024–1125. Ostfildern 2006, S. 104.
  79. ↑ Abgedruckt bei Wilhelm von Giesebrecht, Geschichte der deutschen Kaiserzeit 2 (5. Aufl. 1885).
  80. ↑ Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024–1125. Ostfildern 2006, S. 104.
  81. ↑ Hermann von Reichenau, Chronicon, a. 1050.
  82. ↑ Egon Boshof: Die Salier. 5., aktualisierte Auflage, Stuttgart 2008, S. 160.
  83. ↑ Zitierte Quellenstelle: Hermann von Reichenau, Chronicon, a. 1053; Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024–1125. Ostfildern 2006, S. 106.
  84. ↑ Daniel Ziemann: Heinrich III. Krise oder Höhepunkt des salischen Königtums? In: Tilman Struve (Hrsg.): Die Salier, das Reich und der Niederrhein. Köln u.a. 2008, S. 13–46, hier: S. 37.
  85. ↑ Lampert, Annalen 1056.
  86. ↑ Claudia Zey: Frauen und Töchter der salischen Herrscher. Zum Wandel salischer Heiratspolitik in der Krise. In: Tilman Struve (Hrsg.): Die Salier, das Reich und der Niederrhein. Köln u.a. 2008, S. 47–98, hier: S. 67.
  87. ↑ Annales Altahenes a. 1056.
  88. ↑ Paul Gerhard Schmidt: Heinrich III. - das Bild Heinrichs III. in der Literatur seiner Zeit. In: Deutsches Archiv fĂŒr Erforschung des Mittelalters. 39, 1983, S. 582–590, hier: S. 587.
  89. ↑ Erwin Frauenknecht: Der Traktat De ordinando pontifice, 1992, S. 98 Z. 310-314.
  90. ↑ Stefan Weinfurter, Canossa. Die Entzauberung der Welt. 2. Auflage, MĂŒnchen 2006, S. 42.
  91. ↑ Otloh von St. Emmeram, Liber Visionum, herausgegeben von Paul Gerhard Schmidt, 1989, S. 86–88 Nr. 15.
  92. ↑ Hermann von Reichenau, Chronicon, a. 1053.
  93. ↑ Gerd Althoff, Die letzten Salier im Urteil ihrer Zeitgenossen. In: Christoph Stegemann, Matthias Wemhoff (Hrsg.): Canossa 1077. ErschĂŒtterung der Welt. MĂŒnchen 2006, S. 79–92, hier: S. 81.
  94. ↑ Lampert, Annalen 1053.
  95. ↑ Lampert, Annalen 1057.
  96. ↑ AusfĂŒhrlich zur Forschungsgeschichte vgl. dazu: Daniel Ziemann: Heinrich III. - Krise oder Höhepunkt des salischen Königtums? In: Tilman Struve (Hrsg.): Die Salier, das Reich und der Niederrhein. Köln u.a. 2008, S. 13–46.
  97. ↑ Albert Hauck: Kirchengeschichte Deutschlands, Bd. 3, 6. Auflage, Berlin 1952, S. 665.
  98. ↑ Ernst Steindorff: JahrbĂŒcher des deutschen Reiches unter Heinrich III., Bd. 2 (1881 Nachdruck 1969), S. 360ff.
  99. ↑ Paul Kehr: Vier Kapitel aus der Geschichte Kaiser Heinrichs III. In: Ernst Steindorff: JahrbĂŒcher des deutschen Reiches unter Heinrich III., Bd. 2. (1881 Nachdruck 1969), S. 55–615, hier: S. 613.
  100. ↑ Theodor Schieffer: Kaiser Heinrich III. In: Hermann Heimpel, Theodor Heuss, Benno Reiffenberg (Hrsg.): Die großen Deutschen. Bd. 1. 1956, S. 52–69, hier: S. 66.
  101. ↑ Theodor Schieffer: Die deutsche Kaiserzeit. Frankfurt am Main u.a. 1973, S. 42.
  102. ↑ Egon Boshof: Das Reich in der Krise. Überlegungen zum Regierungsausgang Heinrichs III. In: Historische Zeitschrift. 228 (1979), S. 265–287.
  103. ↑ Friedrich Prinz: Kaiser Heinrich III. seine widersprĂŒchliche Beurteilung und deren GrĂŒnde. In: Historische Zeitschrift. 246 (1988), S. 529–548, hier: S. 533.
  104. ↑ Stefan Weinfurter: Ordnungskonfigurationen im Konflikt. Das Beispiel Heinrichs III. In: JĂŒrgen Petersohn (Hrsg.): Mediaevalia Augiensia. Forschungen zur Geschichte des Mittelalters. Stuttgart 2001, S. 79–100. Ähnlich auch Stefan Weinfurter: Canossa. Die Entzauberung der Welt. MĂŒnchen 2006, S. 27–45.
  105. ↑ Egon Boshof: Die Salier. 5., aktualisierte Auflage, Stuttgart 2008, S. 163.
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VorgÀnger Amt Nachfolger
Konrad II./I. Römisch-deutscher König
ab 1046 Kaiser

1039–1056
Heinrich IV.
Herzog von Bayern
1027–1042
Heinrich VII.
Heinrich VII. Herzog von Bayern
1047–1049
Konrad I.
Hermann IV. Herzog von Schwaben
1038–1045
Otto II.
Konrad II. Herzog von KĂ€rnten
Markgraf von Verona

1039–1047
Welf III.
Konrad II. König von Burgund
1038–1056
Aufgehen im HRR
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