Heinrich IV. (HRR)

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Heinrich IV. (HRR)
Aus einem Evangeliar aus St. Emmeram, nach 1106: In der oberen Reihe Kaiser Heinrich IV. (Heinricus imperator) zwischen seinen S√∂hnen. Ihm zur Linken Konrad (Chuonradus), der 1101 in Opposition zu seinen Vater verstorben war, und zu seiner Rechten Heinrich V. (Heinricus rex) mit dem f√ľr ihn typischen Schnurrbart. In der unteren Reihe die drei √Ąbte Hl. Ramwold (974‚Äď1000), Eberhard (1060‚Äď1068) und Rupert (1068‚Äď1095) des Klosters St. Emmeram in Regensburg. Zum Ausdruck gebracht wird der Gedanke der dynastischen Kontinuit√§t: Beide S√∂hne stehen trotz ihrer Rebellionen in gleicher herrscherlicher Haltung mit den gleichen Insignien in den H√§nden eintr√§chtig neben ihrem Vater. Krakau, Bibliothek des Domkapitels 208, fol. 2v

Heinrich IV. (* 11. November 1050 vermutlich in Goslar; ‚Ć 7. August 1106 in L√ľttich) aus der Familie der Salier war der √§lteste Sohn des Kaisers Heinrich III. und der Kaiserin Agnes. Ab 1053 war er Mitk√∂nig, ab 1056 r√∂misch-deutscher K√∂nig und von 1084 bis zu seiner durch seinen Sohn Heinrich V. erzwungenen Abdankung am 31. Dezember 1105 Kaiser.

Heinrich war der letzte K√∂nig des r√∂misch-deutschen Mittelalters, der als Minderj√§hriger auf den Thron kam. Die Legitimation seiner Herrschaft sah er, wie sein Vater, vor allem im Gottesgnadentum begr√ľndet. Dies erschwerte die Zusammenarbeit mit den Gro√üen des Reichs. Bereits in den letzten Regierungsjahren Heinrichs III. hatten Konflikte um die Teilhabe der F√ľrsten an der Herrschaft zu einer Krise gef√ľhrt. Die Zeit der Unm√ľndigkeit Heinrichs, als seine Mutter die Regierungsgesch√§fte f√ľhrte, nutzten die um Macht und Einfluss rivalisierenden F√ľrsten, um ihre eigenen Herrschaftsbereiche auszubauen.

Als Heinrich vollj√§hrig geworden war, versuchte er den Einfluss der F√ľrsten zur√ľckzudr√§ngen und die k√∂niglichen Herrschaftsrechte zu st√§rken. Er st√ľtzte sich dabei auch auf die Reichsministerialit√§t, die sich zu einer neuen Funktionselite entwickelte. In Sachsen wollte Heinrich durch den Bau zahlreicher Burgen der k√∂niglichen Autorit√§t wieder Geltung verschaffen und l√∂ste dadurch den Sachsenkrieg aus. Zeitlich parallel begannen die Auseinandersetzungen mit dem aufstrebenden Reformpapsttum um das Verh√§ltnis zwischen geistlicher (sacerdotium) und weltlicher (regnum) Macht. Sie kulminierten im sogenannten Investiturstreit und f√ľhrten 1076 zu Absetzung und Exkommunikation des Saliers durch Papst Gregor VII. Der Gang nach Canossa 1077, wo sich der K√∂nig unterwarf und vom Bann l√∂sen konnte, gilt als H√∂hepunkt der Auseinandersetzung mit dem Papsttum. Als Reaktion auf die zunehmende Unzufriedenheit der Gro√üen mit der Herrschaft Heinrichs wurden auf F√ľrstentagen die Gegenk√∂nige Rudolf von Rheinfelden (1077‚Äď1080) und Hermann von Salm (1080‚Äď1088) gew√§hlt.

Die krisenhaften Wandlungsprozesse in der Zeit Heinrichs IV. schm√§lerten vor allem die ideellen Grundlagen der K√∂nigsherrschaft. Die Vorstellung von einem durch dynastische Kontinuit√§t legitimierten K√∂nigtum trat zur√ľck. Das Prinzip der f√ľrstlichen Teilhabe an der Herrschaft im Reich, das durch die K√∂nigswahl begr√ľndet wurde, und der Idoneit√§tsgedanke, die Frage nach der Eignung eines Kandidaten, gewannen an Bedeutung. Heinrichs Versuch, die salische K√∂nigsgrablege Speyer als Inbegriff des Zusammenhangs von Herrschaftsanspruch und K√∂nigsdynastie zu pr√§sentieren, √§nderte daran letztlich nichts. Die Auseinandersetzung mit dem Reformpapsttum zeigte, dass der K√∂nig nicht allein Gott verantwortlich war, sondern durchaus bereits auf Erden gerichtet, ja sogar abgesetzt werden konnte.

Nur wenige Herrscher des Mittelalters wurden von den Zeitgenossen so unterschiedlich beurteilt. Den Anh√§ngern des salischen K√∂nigtums galt Heinrich IV. als Repr√§sentant des allein von Gott verliehenen Herrscheramtes, seinen Gegnern dagegen als Tyrann und als Verk√∂rperung des B√∂sen schlechthin. In der Forschung wurde er seit dem 19. Jahrhundert oft als M√§rtyrer im Kampf des K√∂nigtums um eine starke Zentralgewalt gegen die √ľberm√§chtigen Kr√§fte der gregorianischen Papstkirche und der deutschen F√ľrsten dargestellt. Die j√ľngere Forschung urteilt differenzierter, ohne jedoch einen Konsens gefunden zu haben. Die zahlreichen negativen Urteile der Zeitgenossen √ľber Lebens- und Amtsf√ľhrung des K√∂nigs werden unterschiedlich interpretiert, gelten jedoch grunds√§tzlich als Indikatoren f√ľr das in seiner Zeit herrschende politische Klima, das von Auseinandersetzungen gepr√§gt war, die auf grunds√§tzliche Konfliktlinien zur√ľckgingen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Herkunft und Kindheit

Heinrichs vermutliche Geburtsstätte, die Kaiserpfalz Goslar, heute.

Am 11. November 1050 wurde Kaiser Heinrich III. von seiner zweiten Frau Agnes von Poitou in der Kaiserpfalz Goslar ‚Äď Hermann von Reichenau zufolge ‚Äěendlich‚Äú[1] ‚Äď der lang ersehnte Thronfolger geboren. Die Eltern gaben ihrem Sohn zun√§chst den Namen des Gro√üvaters, Konrad. Auf einen Thronfolger hatte der Kaiser lange warten m√ľssen, aus seiner Ehe mit Agnes waren mit Adelheid (1045), Gisela (1047) und Mathilde (1048) zun√§chst drei T√∂chter hervorgegangen. Bereits am Weihnachtsfest 1050 in P√∂hlde lie√ü Heinrich die anwesenden Gro√üen dem noch ungetauften Sohn die Treue schw√∂ren. Am n√§chsten Osterfest in K√∂ln taufte der K√∂lner Erzbischof Hermann das Kind auf den Namen Heinrich. Die Wahl des Abtes Hugo von Cluny als Taufpate war Ausdruck der engen Bindung des salischen Herrscherhauses an die religi√∂sen Str√∂mungen dieser Zeit.[2]

Die Regierung Heinrichs III. war von zahlreichen schwerwiegenden und lang andauernden Konflikten mit den Gro√üen des Reiches gepr√§gt. Heinrich beharrte auf der Durchsetzung der k√∂niglichen Gewalt und Autorit√§t, die ihn weit √ľber die F√ľrsten heraushebe. Mit dieser Haltung wich er von der durch clementia, die herrscherliche Milde, gepr√§gten Regierungsweise der Ottonen ab. Bereits unter Heinrich III. zeigten sich Vorboten einer Krise des Herrschaftsmodells. Gegen die selbstherrliche Art und den autokratischen, allein der Verantwortung gegen√ľber Gott verpflichteten Regierungsstil rebellierten die Gro√üen Konrad von Bayern, Gebhard von Regensburg, Welf von K√§rnten und Gottfried der B√§rtige. Die zeitgen√∂ssische Sichtweise bringt Hermann von Reichenau im Zusammenhang mit dem Aufstand Konrads im Jahr 1053 zum Ausdruck: ‚ÄěZu dieser Zeit murrten sowohl die Gro√üen des Reiches wie die Geringeren mehr und mehr gegen den Kaiser und klagten, er falle schon l√§ngst von der anf√§nglichen Haltung der Gerechtigkeit, Friedensliebe, Fr√∂mmigkeit, Gottesfurcht und vielf√§ltigen Tugenden, in der er t√§glich h√§tte Fortschritte machen sollen, allm√§hlich mehr und mehr ab zu Gewinnsucht und einer gewissen Sorglosigkeit und werde bald viel schlechter sein, als er war.‚Äú[3] Eine gro√üe Verschw√∂rung der s√ľddeutschen F√ľrsten Welf III. von K√§rnten und des 1053 abgesetzten Bayernherzogs Konrad im Jahre 1055 zielte darauf, Heinrich III. Amt und Leben zu rauben und Konrad als Nachfolger einzusetzen. Doch scheiterte der Aufstand, da die beiden Anf√ľhrer Ende 1055 pl√∂tzlich verstarben.

Bereits in den ersten Lebensjahren des K√∂nigssohnes wurde in Kreisen der F√ľrsten die Bef√ľrchtung laut, dass dieser ‚Äěin Charakter und Lebensart in die Fu√üstapfen des Vaters treten‚Äú werde.[4] Als der Kaiser im Jahr 1053 in der s√ľdlich von Mainz auf der rechten Rheinseite gelegenen K√∂nigspfalz Trebur seinen Sohn zum Nachfolger im K√∂nigsamt w√§hlen lie√ü, brachten die Gro√üen des Reichs einen in der Geschichte der K√∂nigswahl noch nie dagewesenen Vorbehalt zum Ausdruck. Sie wollten dem neuen K√∂nig nur folgen, ‚Äěwenn er ein gerechter Herrscher werde‚Äú ‚Äď si rector iustus futurus esset.[5] Am 17. Juli 1054 salbte der K√∂lner Erzbischof Hermann den noch nicht vierj√§hrigen Heinrich in Aachen zum K√∂nig. Auch die zuk√ľnftige Heirat leitete Heinrich III. noch in die Wege. Am Weihnachtsfest 1055 wurde der Thronfolger mit der ein Jahr j√ľngeren Bertha von Turin verlobt. M√∂glicherweise sollte damit die Familie der Braut zur Loyalit√§t verpflichtet und ein Gegengewicht zu den Markgrafen von Tuszien geschaffen werden, da deren Erbin Beatrix mit Gottfried dem B√§rtigen einen hartn√§ckigen Widersacher Heinrichs III. geheiratet hatte.[6]

Regentschaft der Kaisermutter Agnes

Im Jahr 1056 starb Heinrich III. in der K√∂nigspfalz Bodfeld am Harz. Noch auf dem Totenbett sorgte der Kaiser daf√ľr, dass durch eine erneute Wahl die Thronfolge seines Sohnes best√§tigt wurde. Mit der Regelung der Nachfolge wurde Papst Viktor II. betraut, der als ehemaliger Kanzler und Bischof von Eichst√§tt im Reich gro√üe Autorit√§t besa√ü. Der Herrscherwechsel scheint ohne erkennbaren Widerstand vollzogen worden zu sein. Noch in Bodfeld versuchte Viktor die Zustimmung bislang noch oppositioneller Personen zu erreichen. Nach der Bestattung des Kaisers reiste er nach Aachen und setzte das k√∂nigliche Kind auf den Thron Karls des Gro√üen. Anfang Dezember gelang dem Papst auf einem Hoftag die Auss√∂hnung mit Gottfried dem B√§rtigen. Wenige Wochen sp√§ter erreichte er zu Weihnachten auf einem Hoftag in Regensburg den Ausgleich mit den Aufst√§ndischen in Bayern. Stellvertretend f√ľr den minderj√§hrigen K√∂nig f√ľhrte seine Mutter Agnes von Poitou die Regierungsgesch√§fte. Als Viktor II. im Sommer 1057 starb, verlor die Regentin ihren wichtigsten Helfer. Zugleich riss die Verbindung zu den kirchlichen Reformkr√§ften an der r√∂mischen Kurie ab.

Die Sorge um das Schicksal des Reiches lie√ü die gegens√§tzlichen Interessen der F√ľrsten zun√§chst in den Hintergrund treten, die Herrschaft des minderj√§hrigen K√∂nigs war unbestritten. Die F√ľrsten machten Agnes zahlreiche Zugest√§ndnisse f√ľr die Wahrnehmung der Regierungsgesch√§fte. Die Kaiserin behielt das Herzogtum Bayern und ihr wurde ein Designationsrecht f√ľr den Fall eines vorzeitigen Todes Heinrichs IV. einger√§umt. Der Beginn der Vormundschaftsregierung verlief erfolgversprechend. Im September 1058 gelang Agnes ein Friedensschluss mit dem ungarischen K√∂nig Andreas. Im Laufe der Zeit schr√§nkten politische Zw√§nge und pers√∂nliche Machtinteressen den Handlungsspielraum der Kaiserin jedoch zunehmend ein.[7] 1057 entf√ľhrte Rudolf von Rheinfelden die Kaisertochter Mathilde und erzwang dadurch seine Erhebung zum Herzog von Schwaben. Als Graf Berthold von Z√§hringen sich dagegen emp√∂rte, da der verstorbene Heinrich III. ihm dieses Herzogtum zugesagt hatte, musste ihn Agnes 1061 mit dem frei werdenden Herzogtum K√§rnten entsch√§digen. 1061 √ľbertrug Agnes, wohl als Folge der ungarischen Verwicklungen, das Herzogtum Bayern an den Sachsen Otto von Northeim. Der Verzicht auf die unmittelbare Verf√ľgungsgewalt √ľber die Herzogt√ľmer schm√§lerte die materielle Basis des K√∂nigtums und gab mit den Z√§hringern, Northeimern und Rheinfeldenern neuen Adelsfamilien die M√∂glichkeit zum Ausbau der eigenen Herrschaft.

In der Umgebung der Kaiserin nahm der Einfluss der unfreien k√∂niglichen Dienstleute, der Ministerialen, zu. Die Erziehung des jungen K√∂nigs √ľbernahm der Ministeriale Kuno. Auch andere Ministerialen gewannen an politischem Einfluss. Die F√ľrsten sahen sich bald nicht mehr in angemessener Weise an der Regierung beteiligt. Als politischen Ratgeber bevorzugte Agnes seit 1058 Bischof Heinrich von Augsburg in besonderem Ma√üe und brachte damit das labile Gef√ľge adliger Beteiligung an der K√∂nigsherrschaft aus dem Gleichgewicht. Einflussreiche M√§nner wie Erzbischof Anno von K√∂ln oder Erzbischof Siegfried von Mainz sahen sich √ľbergangen. √úber die Stellung Heinrichs von Augsburg am Hof und seine enge Beziehung zur Kaiserin kursierten zahlreiche Ger√ľchte. Nach Lampert von Hersfeld konnte Agnes ‚Äědem Verdacht unz√ľchtiger Liebe nicht entgehen, denn allgemein ging das Ger√ľcht, ein so vertrauliches Verh√§ltnis sei nicht ohne unsittlichen Verkehr erwachsen‚Äú.[8] Das Gerede habe die F√ľrsten geradezu zum Umsturz herausgefordert, ‚Äěsahen sie doch, da√ü wegen der pers√∂nlichen Liebe zu einem Manne ihr Einflu√ü, der im Reich am meisten h√§tte gelten m√ľssen, fast g√§nzlich ausgeschaltet war‚Äú.[9]

Streit der Erzbischöfe um Macht und Einfluss beim König und im Reich

‚Üí Hauptartikel: Staatsstreich von Kaiserswerth
Ruine der Kaiserpfalz in Kaiserswerth
Die Vita Annonis Minor des K√∂lner Erzbischofs Anno wurde unter Abt Gebhard I. (1173‚Äď1185?) im Zuge der Vorbereitungen zur Heiligsprechung Annos verfasst. Die Miniatur auf dem Vorsatzblatt (fol. 1v) zeigt den stehenden Heiligen ‚ÄěSanctus Anno episcopus Coloniensis‚Äú im bisch√∂flichen Ornat mit Casula und Pallium, umgeben von seinen Kirchengr√ľndungen: in den H√§nden die Stiftskirchen St. Maria ad Gradus (1057) und St. Georg (1067) zu K√∂ln, zu den F√ľ√üen die Benediktinerabteien Saalfeld in Th√ľringen (1063) und Grafschaft im Sauerland (1073), zu H√§upten die Benediktinerabtei Siegburg (1064).

Im Fr√ľhjahr 1062 fand sich eine Gruppe von weltlichen und geistlichen Gro√üen unter der F√ľhrung des Erzbischofs Anno von K√∂ln zusammen, um Bischof Heinrich von Augsburg und Agnes zu entmachten und den K√∂nig in ihre Gewalt zu bringen. Die Verschw√∂rer, unter denen neben Anno von K√∂ln Herzog Otto von Bayern und Graf Ekbert von Braunschweig namentlich genannt werden, lockten w√§hrend des Aufenthalts der Kaiserin in der Pfalz Kaiserswerth am Niederrhein den zw√∂lfj√§hrigen K√∂nig auf ein Schiff und brachten ihn gegen seinen Willen nach K√∂ln. Durch diese Entf√ľhrung versuchten die F√ľrsten ihren Einfluss auf die Reichsgesch√§fte wiederherzustellen. Als weitere Motive werden in den Quellen der Wille zur Herrschaft, die Sorge um die Erziehung des K√∂nigs, die Kritik am Regiment der Kaiserin und die Wiederherstellung der Ordnung im Reich genannt.[10] Die Kaiserin entschloss sich daraufhin, der Welt zu entsagen und ein kl√∂sterliches Leben zu f√ľhren, doch schob sie dieses Vorhaben bis zur Vollj√§hrigkeit ihres Sohns auf. Ab dem Jahr 1064 tritt sie wieder regelm√§√üig als F√ľrsprecherin in den Urkunden Heinrichs IV. in Erscheinung.[11]

Der Erzbischof von K√∂ln √ľbernahm die Erziehung Heinrichs und die Verf√ľgungsgewalt √ľber den minderj√§hrigen K√∂nig. Faktisch leitete er damit die Regierung des Reichs. Unter seiner F√ľhrung setzte der zielstrebige Ausbau der K√∂lner Kirche ein. Am 14. Juli 1063 verf√ľgte Anno in einer Urkunde,[12] dass der neunte Teil aller Eink√ľnfte des Reiches und des K√∂nigs an die K√∂lner Kirche zu √ľbertragen sei. Die Jahre der Regierung Annos werteten der ihm wohlgesinnte Chronist Lampert von Hersfeld und andere als goldenes Zeitalter f√ľr das Reich.[13] Anno habe Dienst an Kirche und Reich in vorbildlicher Weise miteinander verbunden. Dagegen entwarf Adam von Bremen das Bild eines herrschaftsbesessenen und machthungrigen F√ľrsten. Der K√∂lner Erzbischof ‚Äěwurde sogar des Treubruchs gegen√ľber dem K√∂nig beschuldigt. In allen Verschw√∂rungen seiner Zeit war er immer der Drahtzieher‚Äú.[14] In diesen Jahren kam erstmals die ‚ÄěIdee einer Handlungsgemeinschaft der F√ľrsten‚Äú[15] auf. Die Sorge f√ľr Heinrich IV. sollte nicht wieder allein von einer Person ausge√ľbt werden, da die Gro√üen f√ľr diesen Fall ihren Anspruch auf Teilhabe an der K√∂nigsherrschaft bedroht sahen. Daher sollte die Verantwortung f√ľr K√∂nig und Reich dem Bischof √ľbertragen werden, in dessen Di√∂zese sich Heinrich gerade aufhielt. Die in den 1060er Jahren offen zu Tage tretenden Machtk√§mpfe am Hof d√ľrften prim√§r die Folge der Unm√ľndigkeit Heinrichs gewesen sein;[16] die Zeitgenossen wiesen allerdings auf die Rolle seiner Mutter hin, die ‚Äěals Frau allzu leicht diesen oder jenen zustimmte, die ihr Ratschl√§ge erteilten‚Äú.[17] Die Rangstreitigkeiten ersch√ľtterten den Herrschaftsverband nachhaltig, ‚Äěda jetzt, wo der K√∂nig noch im Knabenalter stand, jeder ungestraft tun konnte, was ihm in den Sinn kam.‚Äú[18]

Auf dem Mainzer Hoftag Ende M√§rz 1065 empfing Heinrich die Schwertleite als Zeichen rechtlicher M√ľndigkeit und politischer Handlungsf√§higkeit. Als Schildtr√§ger fungierte Gottfried der B√§rtige, der langj√§hrige Rivale seines Vaters. Durch diesen demonstrativen Akt versprach er Unterordnung und Loyalit√§t. Wie belastet das Verh√§ltnis Heinrichs zu seinem Erzieher Anno war, zeigte sich unmittelbar nach der Schwertleite. Kaum war die Feierlichkeit beendet, wollte der junge K√∂nig auf ihn losgehen. Nur mit M√ľhe konnte ihn seine Mutter zur√ľckhalten.

Gleich zu Beginn seiner selbstst√§ndigen Herrschaft machte Heinrich eine Reihe ungew√∂hnlich umfangreicher Schenkungen. Zw√∂lf Reichskl√∂ster und -stifte (Polling, Malmedy, Benediktbeuern, Limburg an der Haardt, St. Lambrecht, Corvey, Lorsch, Kornelim√ľnster, Vilich, Niederaltaich, Kempten, Rheinau) √ľbertrug er an geistliche und weltliche F√ľrsten, um seinem herrscherlichen Handeln in einem Beziehungsgef√ľge, das auf Konsens, Gefolgschaft und Treue basierte, gr√∂√üere Autorit√§t und Geltung zu verschaffen.[19] Durch diese Aktionen griff er aber auch, anders als seine Vorg√§nger, massiv in die Rechtssicherheit der Kl√∂ster ein.

Bereits ab Mitte 1063 hatte der Einfluss des Erzbischofs Adalbert von Hamburg-Bremen zugenommen, der nicht habe ‚Äěmitansehen k√∂nnen, da√ü die Leute seinen Herrn und K√∂nig wie einen Gefangenen umherzerrten‚Äú.[20] Adalbert gelang es, das Vertrauen des K√∂nigs zu gewinnen, und wurde dessen bevorzugter Ratgeber. Der von Anno vertretenen Konzeption der F√ľrstenverantwortung wurde nun das Prinzip der Treuebindung zum K√∂nig entgegengesetzt.[21] Die anderen Gro√üen wurden schon nach einem Jahr von jeder Beratung und Einflussnahme ausgeschlossen und unter Androhung von Gewalt vom K√∂nigshof gewiesen. Adalberts Aufstieg ist in den K√∂nigsurkunden deutlich ablesbar. Im Juni 1065 wird er in einem Diplom erstmals als patronus des K√∂nigs gew√ľrdigt und nahezu das gesamte Jahr ist er in der Umgebung des Herrschers nachweisbar.[22]

Die Bevorzugung des Erzbischofs von Hamburg-Bremen ersch√ľtterte das Vertrauen der F√ľrsten in den jungen K√∂nig und erregte ihren Hass.[23] Adalbert wurde vorgeworfen, ‚Äěer habe sich unter dem Vorwand der vertrauten Freundschaft mit dem K√∂nig eine offenkundig tyrannische Herrschaft angema√üt.‚Äú[24] Die Quellen akzentuieren den angeblich verderblichen Einfluss Adalberts, der nachhaltig die Interessen seiner Bischofskirche verfolgte.[25] Anno von K√∂ln verb√ľndete sich mit den Erzbisch√∂fen Siegfried von Mainz und Gebhard von Salzburg sowie mit den Herz√∂gen Rudolf von Schwaben, Otto von Bayern und Berthold von K√§rnten. Im Januar 1066 endete die Sonderstellung des Erzbischofs von Hamburg-Bremen. Die in Trebur (Tribur) versammelten Gro√üen zwangen Heinrich, Adalbert vom Hof zu weisen. Nach dem Bericht Lamperts von Hersfeld war der K√∂nig vor die Alternative gestellt worden, den Erzbischof zu entlassen oder abzudanken.[26]

Der h√§ufige Wechsel im Einflusskreis am K√∂nigshof f√ľhrte dazu, dass die Umgebung Heinrichs IV. als Ort von Verd√§chtigungen, Nachstellungen und Verleumdungen wahrgenommen wurde.[27] Anno von K√∂ln veranlasste Heinrich 1066, die ein Jahr j√ľngere Bertha von Turin zu heiraten, mit der er seit zehn Jahren verlobt war. Schon 1069 bem√ľhte sich Heinrich jedoch um die Trennung von seiner Frau. Der antiheinrizianische Geschichtsschreiber Bruno von Merseburg berichtet, dass der K√∂nig einen Gesellen angestiftet habe, Bertha zum Ehebruch zu zwingen. Die K√∂nigin habe aber die Intrige durchschaut und ihren Gemahl, der Zeuge des Ehebruchs werden wollte, mit Stuhlbeinen und St√∂cken so verpr√ľgeln lassen, dass er einen Monat das Bett habe h√ľten m√ľssen.[28] Heinrich gab auf einer Versammlung in Worms an, dass weder eine zu nahe Verwandtschaft vorliege noch Bertha Ehebruch vorzuhalten sei. Er betonte vielmehr, dass er mit seiner Gemahlin nicht mehr in ehelicher Gemeinschaft leben k√∂nne. Damit lieferte er seinen Gegnern Argumente, die ihm nachgesagten sexuellen und moralischen Ausschweifungen propagandistisch zu verwenden.[29] Eine f√ľr Oktober 1069 anberaumte Versammlung in Frankfurt sollte die Angelegenheit kl√§ren. Papst Alexander II. schickte den hochangesehenen Petrus Damiani, der dem K√∂nig mit der Exkommunikation und der Verweigerung der Kaiserkr√∂nung drohte. Heinrich lenkte daraufhin ein. Erneut ver√§nderte sich der Kreis der Berater. Adalbert von Hamburg-Bremen gewann wieder an Bedeutung, Anno von K√∂ln und die anderen F√ľrsten wurden abermals ausgegrenzt.

Die Auseinandersetzung mit Otto von Northeim 1070

Der Einfluss des Erzbischofs Adalbert von Hamburg-Bremen auf den jungen K√∂nig d√ľrfte dazu gef√ľhrt haben, dass der Salier seine ersten herrschaftlichen Unternehmungen vor allem gegen die Sachsen richtete.[30] Die Geringsch√§tzung des s√§chsischen Adels, die Br√ľskierung hochrangiger Personen und die Bevorzugung Niedriggestellter ebenso wie der Bau von Burgen zur Herrschaftssicherung stie√üen bereits in der Zeit, in der Adalbert die k√∂nigliche Politik pr√§gte, auf heftigen Widerstand.[31]

1070 wurde Otto von Northeim, bayerischer Herzog und zugleich einer der angesehensten s√§chsischen F√ľrsten, von einem gewissen Egino beschuldigt, die Ermordung des K√∂nigs geplant zu haben. Obwohl Egino als √ľbel beleumundeter Stra√üenr√§uber galt und ihm nachgesagt wurde, bestochen worden zu sein, bestand Heinrich auf einem Zweikampf zwischen dem beschuldigten Herzog und seinem Ankl√§ger. Lampert von Hersfeld berichtet, dass die F√ľrsten dies wegen des Standesunterschieds der beiden Protagonisten f√ľr unbillig hielten.[32] Heinrichs Verhalten brachte ihm den Vorwurf ein, selbst den Ankl√§ger zur L√ľge angestiftet zu haben, um den unbequemen Herzog zu beseitigen.[33] Otto war zwar an der Entf√ľhrung Heinrichs in Kaiserswerth und auch am Sturz Adalberts 1066 ma√ügeblich beteiligt gewesen, doch hatte er in den letzten Jahren eng mit dem K√∂nig zusammengearbeitet.[34] Er wies die Vorw√ľrfe zur√ľck und verlangte, die Entscheidung des K√∂nigs durch ein Urteil der F√ľrsten korrigieren zu lassen.[35] Heinrich schloss die F√ľrsten jedoch von der Entscheidung √ľber die Anklage aus und beharrte auf seiner Forderung nach einem Zweikampf. Dies best√§rkte Otto von Northeim in seinem Verdacht, dass der K√∂nig nur an seiner Vernichtung interessiert sei. Er verweigerte deshalb den Zweikampf.[36] Daraufhin erkl√§rten ihn s√§chsische F√ľrsten auf Betreiben des K√∂nigs am 2. August 1070 zum Majest√§tsverbrecher und entzogen ihm das bayerische Herzogtum.

Nach gewaltsamen Auseinandersetzungen f√ľhrte der Einsatz von Vermittlern zur Unterwerfung (deditio) Ottos und seiner Anh√§nger zu Pfingsten 1071 in Goslar. Der ehemalige Herzog wurde inhaftiert, erhielt im Mai des folgenden Jahres aber Freiheit und Eigenbesitz zur√ľck. Den jungen Billunger Magnus, der Otto unterst√ľtzt hatte, lie√ü der K√∂nig dagegen weit l√§nger in Haft. Selbst als dessen Vater Ordulf starb und das s√§chsische Herzogtum damit vakant wurde, wurde er nicht freigelassen. Heinrich wollte Magnus offenbar zwingen, auf die Nachfolge im s√§chsischen Herzogsamt und auf alle ihm von seinen Eltern ‚Äěkraft Erbrecht‚Äú (hereditario iure) zustehenden G√ľter zu verzichten. Im Hintergrund stand wohl das Bem√ľhen des K√∂nigs, in Sachsen die erbrechtlichen Bindungen der √Ąmter zu durchbrechen und den Amtscharakter der Grafschaften durchzusetzen.[37] Nach dem Tod Ordulfs besetzte Heinrich die L√ľneburg, den Stammsitz der Billunger, mit schw√§bischen Ministerialen. Erst nach der Eroberung der Burg im Verlauf der folgenden Konflikte kam Magnus frei.

Eine unbeschr√§nkte Beugehaft, die erst ihr Ende finden sollte, wenn der Betroffene auf seine gesamte Herrschaftsstellung und sein Erbe verzichtete, hatte es bis dahin nicht gegeben. In der Regel war die ‚Äď eher symbolisch gemeinte ‚Äď Haft von kurzer Dauer; √Ąmter, Lehen und Eigeng√ľter wurden dem sich Unterwerfenden entweder vollst√§ndig oder zu einem festgelegten Teil zur√ľckgegeben.[38] Heinrichs unnachgiebiges Verhalten belastete das politische Verh√§ltnis zu den Sachsen dauerhaft und war eine der Ursachen f√ľr den Sachsenkrieg.

Die Sachsenkriege (1073‚Äď1075)

‚Üí Hauptartikel: Sachsenkrieg (Heinrich IV.)

√úber Vorgeschichte und Verlauf der Sachsenkriege berichten in erster Linie pros√§chsisch-antik√∂nigliche Historiographen, allen voran Lampert von Hersfeld und Bruno von Merseburg. Heutige Historiker machen strukturell-institutionelle Probleme f√ľr den Ausbruch der Konflikte verantwortlich.[39] Heinrich IV. berief sich auf Herrschaftsrechte, die dem K√∂nigtum entfremdet worden seien, und lie√ü in exponierten Lagen H√∂henburgen als k√∂nigliche Herrschafts- und Verwaltungszentren f√ľr das Reichsgut errichten. Sie unterschieden sich grunds√§tzlich von den bisher √ľblichen Burganlagen in Sachsen. Besetzt wurden sie gr√∂√ütenteils mit Angeh√∂rigen der k√∂niglichen Dienstmannschaft, der Ministerialit√§t, die zum gr√∂√üten Teil aus Schwaben stammten und die st√§ndige Pr√§senz der Zentralgewalt auch in milit√§rischer Hinsicht sicherten. Das m√§chtigste Bauwerk war die √∂stlich von Goslar gelegene Harzburg. In der Burgkirche lie√ü Heinrich seinen wohl im August 1071 verstorbenen Sohn bestatten, sein schon 1055 verstorbener Bruder wurde dorthin √ľberf√ľhrt. Die Harzburg erhielt somit den Charakter einer zentralen Burgpfalz des K√∂nigs. Die bisherige K√∂nigsgrablege Speyer spielte in dieser Zeit eine untergeordnete Rolle.[40]

Die verst√§rkte herrschaftliche Durchdringung des osts√§chsischen Raumes, vor allem der Harzregion, stie√ü auf erbitterten Widerstand der Sachsen. Die Einheimischen mussten Dienstleistungen erbringen ‚Äď f√ľr Fremde, die sogar unfreie Ministerialen waren. Die daraus resultierenden Konflikte m√ľndeten im Vorwurf, Heinrich verletze das Stammesrecht der Sachsen und bedrohe ihre Freiheit. Lange ging die Forschung davon aus, dass der junge salische K√∂nig mit dieser Politik versucht habe, die in der √úbergangszeit von den Ottonen zu den Saliern durch den Adel entfremdeten G√ľter und Rechte des K√∂nigs zur√ľckzugewinnen (‚ÄěRevindikationspolitik‚Äú). Neuere Untersuchungen zeigen dagegen, dass in dieser Zeit tats√§chlich nur wenig K√∂nigsgut verlorengegangen war.[41]

Nach mehreren Beschwerden lud Heinrich 1073 die s√§chsischen Gro√üen nach Goslar, um gemeinsam √ľber die Streitpunkte zu beraten. Die Sachsen, so berichtet Bruno in seinem Werk √ľber den Sachsenkrieg, seien am festgesetzten Tag vor der Pfalz erschienen, mussten jedoch vergeblich auf Einlass warten. Der Salier habe den Tag lieber mit W√ľrfelspielen verbracht, ungeachtet der Tatsache, ‚Äěda√ü er so viele und bedeutende M√§nner vor seiner T√ľr warten lie√ü, als seien sie die niedrigsten Knechte.‚Äú[42] Die Sachsen harrten die ganze Nacht aus, bis ihnen schlie√ülich von einem der k√∂niglichen H√∂flinge mitgeteilt wurde, dass der K√∂nig die Pfalz bereits verlassen habe. Diese unw√ľrdige Behandlung hochrangiger Personen erschien in s√§chsischer Perspektive als Ausl√∂ser f√ľr den Krieg.[43]

Die Sachsen trafen sich noch in der Nacht in einer Kirche und schlossen dort eine coniuratio (Schwureinung) mit dem Ziel, lieber den Tod zu erleiden, als diese Schmach zu akzeptieren.[44] Ein anderes Bild bietet eine k√∂nigsnahe Quelle: Dem von einem Unbekannten verfassten Panegyrikos Carmen de bello saxonico zufolge hatte sich Heinrich so verhalten, wie es einem Herrscher angemessen war. Die Boten habe er empfangen, ihr Anliegen vernommen und ihnen versichert, dass er gerechtfertigte Bitten erh√∂ren werde. Die Sachsen h√§tten sich jedoch schuldig gemacht, da sie den festgesetzten Verhandlungstag negierten.[45] Sicher ist jedenfalls, dass die Verhandlungen in Goslar scheiterten und die Situation eskalierte.[46] Um den Widerstand auf eine breite Grundlage zu stellen, beriefen die Sachsen einen Stammestag in Hoetensleben ein, auf dem die Beschwerden gegen die Amtsaus√ľbung des K√∂nigs √∂ffentlich zur Sprache kommen sollten. In einer Rede Ottos von Northeim ist der Burgenbau ein zentraler Vorwurf. Mit dieser Politik habe der K√∂nig die Vernichtung der s√§chsischen Freiheiten geplant.[47] F√ľr das Jahr 1074 berichtet Lampert von Hersfeld erstmals von der Absicht, dass nach der Beratung mit den √ľbrigen Reichsf√ľrsten dem h√∂chst bedrohten Reich ein Herrscher gegeben werden solle, mit dem alle einverstanden w√§ren.[48]

Als die Sachsen mit Heeresmacht vor der Harzburg erschienen, sah sich der K√∂nig nach halbherzigen Verhandlungen zur Flucht gezwungen. In der folgenden Zeit gelang es ihm nicht, die s√ľddeutschen und lothringischen F√ľrsten gegen die Aufst√§ndischen zu mobilisieren, ‚Äěweil sie erkannten, da√ü ihr Rat wegen anderer Ratgeber, die beim K√∂nig ein- und ausgingen, nichts mehr galt.‚Äú[49] Heinrich musste einlenken. Im Frieden von Gerstungen wurde im Februar 1074 in Anwesenheit von 15 Bisch√∂fen beschlossen, dass er seine Burgen in Sachsen und Th√ľringen zu zerst√∂ren, alle Konfiskationen r√ľckg√§ngig zu machen und das s√§chsische Recht anzuerkennen habe.

Der Friede von Gerstungen blieb jedoch Episode. S√§chsische Bauern erregten sich dar√ľber, dass die Niederlegung der Harzburg auf sich warten lie√ü, und ergriffen selbst die Initiative. Bei der Zerst√∂rung der Burganlage wurden die Gr√§ber der dort bestatteten Salier gesch√§ndet. Der K√∂nig konnte Rache verlangen, er erhielt daf√ľr nun auch die Unterst√ľtzung gro√üer Kreise der Reichsf√ľrsten. Bei seinem Feldzug gegen die s√§chsischen Aufst√§ndischen konnte Heinrich daher ein gro√ües Heer aufbieten. Am 9. Juni 1075 errang er bei Homburg an der Unstrut einen vollst√§ndigen Sieg. Ein zweiter Feldzug im Oktober brachte die Entscheidung. Die F√ľhrer des Aufstands, der Erzbischof Werner von Magdeburg, Bischof Burchard von Halberstadt, Otto von Northeim und der Sachsenherzog Magnus Billung, unterwarfen sich. Die sachsenfreundlichen Quellen empfanden es als Vertragsbruch, dass Heinrich den Aufst√§ndischen nicht sogleich verzieh, sondern ihre Anf√ľhrer an weit entfernten Orten inhaftieren lie√ü.[50] Dies war eine √§u√üerst ungew√∂hnliche Art der Konfliktbew√§ltigung.[51] Ende des Jahres konnte Heinrich in Goslar das Weihnachtsfest feiern. Es gelang ihm, die dort versammelten Gro√üen eidlich zu verpflichten, keinen anderen als seinen am 12. Februar 1074 geborenen Sohn Konrad zu seinem Nachfolger zu w√§hlen.

Der Konflikt mit Papst Gregor VII.

Das Reformpapsttum

Darstellung Gregors VII. Beginn der Vita Gregorii VII. Pauls von Bernried, Heiligenkreuz, Stiftsbibliothek, Cod. 12, fol. 181v.

Unter der Leitung Papst Nikolaus‚Äô II. fand zu Ostern 1059 eine Lateransynode statt. Das wichtigste Ergebnis war das Papstwahldekret. Den Kardinalbisch√∂fen kam nun die entscheidende Rolle bei der Wahl zu. Die Ma√ünahme richtete sich wohl nicht gegen den Einfluss des Kaisers, sondern eher gegen die nach wie vor virulenten Versuche stadtr√∂mischer Adelsgruppen, die Papstwahl zu beeinflussen. Da nach dem Tod Heinrichs III. der kaiserliche Schutz ausblieb, vollzog Nikolaus II. zudem eine politische Kehrtwendung: Er schloss ein B√ľndnis mit den bisher energisch bek√§mpften Normannen in Unteritalien.[52] Die Normannenf√ľrsten Richard von Capua und Robert Guiskard erhielten die von ihnen eroberten Gebiete als p√§pstliches Lehen.

In der Kirchenreform sollten Kleriker und Laien zur Beachtung der kirchlichen Normen gezwungen werden. Zwangsl√§ufig f√ľhrte dies zu Bem√ľhungen, die Autorit√§t des Papsttums zu steigern. Seit den fr√ľhen sechziger Jahren versuchten die P√§pste, auf die Reichskirche Einfluss zu nehmen. Als Kaiserin Agnes bat, dem 1060 eingesetzten Erzbischof Siegfried von Mainz das Pallium zu √ľbersenden, wurde ihr Gesuch abgelehnt. Siegfried wurde aufgefordert, das Pallium pers√∂nlich in Rom abzuholen. Dies war ein Affront. Die Spannungen versch√§rften sich nach einer umstrittenen Papstwahl, die zu einem Schisma f√ľhrte. Ende Oktober 1061 akzeptierte der K√∂nigshof auf einer Reichsversammlung die Wahl des Bischofs Cadalus von Parma, der den Namen Honorius II. annahm. Die Reformpartei hatte jedoch am 30. September 1061 in Rom den Bischof Anselm von Lucca als Alexander II. zum Papst erhoben. Die Entscheidung des K√∂nigshofs wurde nach dem Staatsstreich von Kaiserswerth r√ľckg√§ngig gemacht, belastete allerdings dauerhaft das urspr√ľnglich gute Verh√§ltnis zwischen Reich und Reformpapsttum.

Nach Heinrichs M√ľndigkeit scheiterten zwei geplante Romz√ľge (1065 und 1067) an den Rangstreitigkeiten und an der fehlenden Loyalit√§t der Gro√üen; die 1065 ausgesprochene Einladung Alexanders zur Kaiserkr√∂nung konnte nicht angenommen werden. Dies vergr√∂√üerte die Distanz zwischen K√∂nigtum und Reformpapsttum. 1072 f√ľhrte ein lokales Investiturproblem zum Streit. Im Erzbistum Mailand war es im Konflikt um die Durchsetzung der Kirchenreform zu blutigen Auseinandersetzungen gekommen. Nachdem der Erzbischof zur√ľckgetreten war, setzte Heinrich einen neuen Kandidaten ein. Der Papst favorisierte jedoch einen anderen Kandidaten, betrachtete die k√∂nigliche Ma√ünahme als Affront und exkommunizierte auf der r√∂mischen Fastensynode 1073 f√ľnf Ratgeber des K√∂nigs unter dem Vorwurf der Simonie. Der offene Ausbruch des Konflikts wurde durch den Tod Alexanders im April 1073 verhindert. Zu seinem Nachfolger wurde unter tumultuarischen Umst√§nden und gegen die Regeln des Papstwahldekretes Hildebrand erhoben, der sich Gregor VII. nannte. Hildebrand hatte bereits in den Jahren zuvor die p√§pstliche Politik ma√ügeblich bestimmt, als Papst f√ľhrte er den Kampf f√ľr die Ziele der Kirchenreform mit unerbittlicher Strenge fort. Im Dictatus Papae vom M√§rz 1075 brachte er seine Leitvorstellungen von der Vollgewalt des Papsttums zum Ausdruck.

Zun√§chst deutete allerdings nichts auf einen ernsthaften Konflikt mit Heinrich IV. hin. Der Papst sah im K√∂nig noch immer einen Verb√ľndeten bei der Durchsetzung der Kirchenreform; die Streitpunkte waren nicht prinzipieller Natur. In einem Brief (supplex epistola) Heinrichs vom August 1073 an Gregor VII. bedauerte der K√∂nig seine Jugends√ľnden. Er verwies auf den Einfluss falscher Ratgeber und versprach, sich zu bessern.[53] Heinrich befand sich im Kampf mit den Sachsen, einen Konflikt mit dem Papst konnte er sich zu diesem Zeitpunkt nicht leisten. Der Brief macht seine ‚Äědilatorische Geschicklichkeit‚Äú[54] deutlich. Offenbar machte der K√∂nig Zugest√§ndnisse, um Zeit zu gewinnen; ob sie ernst gemeint waren, ist in der Forschung umstritten. Der Papst jedenfalls glaubte an die Option einer friedlichen Zusammenarbeit und sah dar√ľber hinweg, dass den frommen Worten keine Taten folgten. Noch am 7. Dezember 1074 hoffte Gregor, in Heinrich einen verl√§sslichen Bundesgenossen zu finden.[55]

Exkommunikation des Königs 1076

Unter dem Eindruck seines Sieges √ľber die aufst√§ndischen Sachsen begann Heinrich eine √ľberaus aktive Italienpolitik, die sich nicht mit den p√§pstlichen Interessen deckte und mit allen vorherigen Zusicherungen brach. Der K√∂nig investierte am 28. September 1075 unter Missachtung des p√§pstlichen Willens den Kleriker Tedald mit dem Erzbistum Mailand. Es folgten weitere provokante Personalentscheidungen f√ľr die Di√∂zesen Fermo und Spoleto. 1075 √ľberbrachten Gesandte einen Brief Papst Gregors VII., in dem dieser sich √ľber die Ma√ünahmen des K√∂nigs beschwerte und Gehorsam forderte. Der Brief erreichte Heinrich, als er in der Pfalz Goslar gerade den milit√§rischen Erfolg √ľber die Sachsen feierte und bei den F√ľrsten die Wahl seines zweij√§hrigen Sohnes Konrad zum Mitk√∂nig durchgesetzt hatte. Heinrich ver√∂ffentlichte die Drohungen des Papstes und berief die Bisch√∂fe des Reichs nach Worms. Indem er die vertrauliche Mahnung des Papstes in aller √Ėffentlichkeit beantwortete, verstie√ü er gegen die Gepflogenheiten der Konfliktf√ľhrung und provozierte die Eskalation.[56] Auf der Wormser Synode vom 24. Januar 1076 formulierte der K√∂nig zusammen mit den beiden Erzbisch√∂fen Siegfried von Mainz und Udo von Trier sowie weiteren 24 Bisch√∂fen drastische Vorw√ľrfe gegen Gregor VII. Er sei entgegen den Vorschriften des Papstwahldekrets in das Amt gelangt und habe zudem den Eid gebrochen, sich niemals zum Papst w√§hlen zu lassen. Um die Folgerung zu unterstreichen, dass Gregor demnach niemals rechtm√§√üiger Papst gewesen sei, wurde er mit seinem Taufnamen Hildebrand angesprochen. Sowohl in der Eingangs- als auch in der Schlussformel verwies Heinrich dezidiert auf sein Gottesgnadentum. Sein Amt stamme von Gott, ihm allein sei er Rechenschaft schuldig. Die lange Liste der Vorw√ľrfe endet mit der Aufforderung: ‚ÄěIch Heinrich, durch die Gnade Gottes K√∂nig, sage dir zusammen mit allen meinen Bisch√∂fen: ‚ÄöSteige herab, steige herab!‚Äė‚Äú[57]

Gregor VII. lie√ü sich von den Wormser Ereignissen nicht beeindrucken. Am 22. Februar 1076 setzte er auf der Fastensynode in Rom den K√∂nig ab, exkommunizierte ihn und l√∂ste alle Christen von den Treueiden, die sie Heinrich geschworen hatten. Dabei r√§umte er aber eine Frist zur Umkehr bis zum 1. August 1076 ein. Gegen√ľber dem Bischof Hermann von Metz begr√ľndete der Papst Exkommunikation und Absetzung damit, dass Heinrich ein ‚ÄěVer√§chter des christlichen Glaubens, ein Verw√ľster der Kirchen und des Reiches sowie ein Anstifter und Genosse der Ketzer‚Äú sei.[58]

Diese Ma√ünahmen bewegten die Zeitgenossen tief, ihre ungeheuerliche Wirkung wird in den Worten des Gregorianers Bonizo von Sutri deutlich: ‚ÄěAls die Nachricht von der Bannung des K√∂nigs an die Ohren des Volkes drang, erzitterte unser ganzer Erdkreis.‚Äú[59] √úber seine Gegner in den Reihen des Episkopats verh√§ngte Gregor differenzierte Sanktionen. Den Vorsitzenden der Wormser Synode, Erzbischof Siegfried von Mainz, sowie einen zum K√∂nig √ľbergelaufenen Kardinal und die Anh√§nger Heinrichs unter den italienischen Bisch√∂fen setzte er mit sofortiger Wirkung ab und verstie√ü sie aus der Gemeinschaft der Kirche. Andere Bisch√∂fe wurden hingegen zur Rechtfertigung nach Rom vorgeladen.

Gang nach Canossa 1077

‚Üí Hauptartikel: Investiturstreit
Mathilde von Tuszien und Hugo von Cluny als F√ľrsprecher Heinrichs IV. (Vita Mathildis des Donizio, um 1115. Vatikanstadt, Bibliotheca Apostolica Vaticana, Ms. Vat. lat. 4922, fol. 49v)

Die Nachricht von seiner Exkommunikation und Absetzung durch den Papst erreichte Heinrich w√§hrend des Osterfestes in Utrecht. Bischof Wilhelm von Utrecht, der in Worms einer der sch√§rfsten Kritiker Gregors gewesen war, und einige der in Worms beteiligten Bisch√∂fe starben kurze Zeit sp√§ter. Die Kathedrale von Utrecht brannte nach einem Blitzschlag aus. Von Heinrichs Gegnern wurden diese Ereignisse als Zeichen f√ľr Gottes Zorn aufgefasst. Eine K√∂nigsurkunde mit einer Stiftung f√ľr den Wiederaufbau vermerkt, dass die Kathedrale ‚Äěwegen unserer S√ľnden‚Äú abgebrannt sei.[60] Die Unterst√ľtzung Heinrichs schwand nach Ostern rapide. Bereits nach kurzer Zeit distanzierten sich die Erzbisch√∂fe von Mainz und Trier sowie die Bisch√∂fe von Stra√üburg, Verdun, M√ľnster, Utrecht, Speyer, Basel und Konstanz, die den K√∂nig noch in Worms unterst√ľtzt hatten.[61] Andere bezogen eine abwartende Haltung. Ein f√ľr Pfingsten vorgesehener Hoftag, auf dem man Gregor absetzen wollte, kam mangels Beteiligung zu keinem Ergebnis. Die Frage, warum so viele Bisch√∂fe 1076 schwankend wurden, verweist auch auf die individuellen Werdeg√§nge.[62] Die 16 von Heinrich bis 1076 eingesetzten Bisch√∂fe stammten aus der Hofkapelle. Doch hatte der K√∂nig im Unterschied zu seinem Vater nicht immer eine gl√ľckliche Hand gehabt. Gegen eine Reihe seiner Kandidaten regte sich Widerstand in den Bischofskirchen, etwa in Worms, Speyer, Konstanz, Bamberg und K√∂ln. Ohne Anerkennung und R√ľckhalt in ihren Kirchen konnten diese Bisch√∂fe keine wirksame St√ľtze sein.[63] Im Sommer 1076 verharrte nur noch eine kleine Gruppe auf der Seite des K√∂nigs.

Die drei m√§chtigen s√ľddeutschen Herz√∂ge Welf von Bayern, Rudolf von Schwaben und Berthold von K√§rnten verbanden sich fr√ľh gegen Heinrich. Die von ihnen gef√ľhrte F√ľrstenopposition vereinigte sich mit den s√§chsischen Gegnern und den wenigen ausgewiesenen Gregorianern in der deutschen Geistlichkeit. Am 16. Oktober trat eine F√ľrstenversammlung in Trebur zusammen, um √ľber das weitere Schicksal des Reiches und des K√∂nigs zu beraten. Die wichtigsten Reichsf√ľrsten, p√§pstlichen Legaten sowie Anh√§nger Heinrichs sollten die Konflikte beilegen, der K√∂nig selbst wurde nicht beteiligt. Gegenstand der Beratungen der Gro√üen war die gesamte Amts- und Lebensf√ľhrung des Herrschers.[64] Besonders kritisiert wurde, dass er die F√ľrsten nur unzureichend an Entscheidungsprozessen beteilige.[65]

Heinrich befand sich w√§hrenddessen mit seinem Heer auf der anderen Rheinseite in Oppenheim. Schlie√ülich teilte man ihm mit, er m√ľsse sich bis zum Jahrestag der Exkommunikation vom p√§pstlichen Bann befreien, sonst w√ľrde man ihn nicht mehr als Herrscher akzeptieren. Nach langen Verhandlungen versprach Heinrich, dem Papst Gehorsam (oboedientia) und Genugtuung (satisfactio) zu leisten. Daf√ľr wurde auf die sofortige Wahl eines anderen K√∂nigs verzichtet. Eine erneute Pr√ľfung und Untersuchung der Lebens- und Amtsf√ľhrung durch den Papst sollte am 2. Februar 1077 auf einer Versammlung in Augsburg stattfinden.

Angesichts dieses Ultimatums blieb Heinrich im Winter 1076/77 nur der Weg nach Italien, um sich mit dem Papst in Verbindung zu setzen und die Aufhebung der Exkommunikation zu erwirken. Die feindlichen Herz√∂ge Welf von Bayern, Rudolf von Schwaben und Berthold von K√§rnten hatten die Alpenp√§sse besetzt. So blieb nur der gefahrvolle Weg √ľber den Mont Cenis in Burgund. Lampert von Hersfeld hat die Erz√§hlungen √ľber die winterliche Reise durch die Westalpen in dramatischen Worten wiedergegeben. Die k√∂nigliche Familie stieg mit kleinem Gefolge √ľber den Pass. Die M√§nner krochen auf H√§nden und F√ľ√üen, die Frauen wurden auf Rinderh√§uten √ľber das Eis gezogen, die meisten Pferde starben oder wurden schwer verletzt.[66] Papst Gregor begab sich nach dem Eintreffen der Nachricht, dass der gebannte K√∂nig nahe, auf die Burg Canossa seiner Parteig√§ngerin Mathilde von Tuszien. Heinrich kam jedoch nicht als F√ľhrer eines milit√§rischen Aufgebots. Im B√ľ√üergewand, barfu√ü und ohne Herrschaftszeichen verbrachte er drei Tage im Vorhof der Burg. Unter Tr√§nen der Reue flehte er um Erbarmen. Als Vermittler zur Vers√∂hnung traten unter anderen Abt Hugo von Cluny und die Markgr√§fin Mathilde auf. Am 28. Januar wurde Heinrich Einlass gew√§hrt. Die Niederwerfung vor Gregor, Schuldbekenntnis, Absolution und Eucharistiefeier stellten die Gemeinschaft von Papst und K√∂nig wieder her. Durch ein abschlie√üendes gemeinsames Mahl zeigte man, dass man k√ľnftig friedlich und freundschaftlich miteinander umgehen wollte. Heinrich versprach eidlich, sich der in Trebur beschlossenen Untersuchung seiner Amts- und Lebensf√ľhrung zu stellen.

Der B√ľ√üergang nach Canossa wird von der Forschung vor allem als taktischer Schachzug des K√∂nigs angesehen, um der drohenden Absetzung durch die F√ľrsten zu entgehen.[67] Timothy Reuter (1991) und Gerd Althoff (1993) haben die rituellen Handlungen Heinrichs in Canossa als Akte einer deditio und weniger als Kirchenbu√üe aufgefasst.[68] Vor kurzem hat Johannes Fried eine Neuinterpretation der Ereignisse vorgestellt: Heinrich und Gregor h√§tten in Canossa ein B√ľndnis geschlossen mit dem Ziel, eine enge politische Zusammenarbeit zu begr√ľnden. Das Geschehen in Canossa erscheint in dieser Perspektive nicht als Dem√ľtigung, sondern vielmehr als gro√üer Erfolg des salischen K√∂nigs.[69]

Die Zeit der Gegenk√∂nige (1077‚Äď1080)

Die Grabplatte Rudolfs von Rheinfelden im Dom zu Merseburg ist die √§lteste Bronzegrabplatte Mitteleuropas. Sie war einst vergoldet und mit Edelsteinen ausgelegt. Die Grabplatte tr√§gt die Umschrift: K√∂nig Rudolf, dahingerafft f√ľr das Gesetz der V√§ter, zu beklagen nach seinem Verdienst, ist hier im Grab bestattet. Als K√∂nig war ihm, h√§tte er in Friedenszeiten geherrscht, niemand seit Karl vergleichbar an F√§higkeiten des Geistes und Schwertes. Dort wo die Seinen siegten, fiel er, heiliges Opfer des Krieges. Der Tod ward ihm Leben: f√ľr die Kirche sank er dahin.[70]

Die oppositionellen F√ľrsten wollten Heinrich auch nach dessen L√∂sung vom Bann nicht mehr als K√∂nig akzeptieren. Bereits vor den Ereignissen in Canossa waren die Absetzung des K√∂nigs und die Wahl eines Nachfolgers vereinbart worden.[71] Im M√§rz 1077 versammelten sich in Forchheim die s√ľddeutschen Herz√∂ge, Otto von Northeim, die drei Erzbisch√∂fe Siegfried von Mainz, Werner von Magdeburg und Gebhard von Salzburg sowie die Bisch√∂fe von Worms, W√ľrzburg, Passau und Halberstadt. Am 15. M√§rz wurde Rudolf von Schwaben (‚Äěvon Rheinfelden‚Äú) zum gerechten ‚ÄěK√∂nig, Lenker und Sch√ľtzer des ganzen Reiches‚Äú[72] erhoben. Nach Vorstellung der F√ľrsten sollte der zum Wohle des Reiches am besten Geeignete frei gew√§hlt werden. Damit wurde zugleich ein gesalbter und von den Gro√üen einst gew√§hlter Herrscher, dem jeder einzelne einen Treueid geschworen hatte, durch die kollektive Entscheidung der Gro√üen abgesetzt.[73] Rudolf musste sich verpflichten, die Bischofsst√ľhle nach freier kanonischer Wahl ohne simonistische Praktiken zu besetzen, und f√ľr die Thronfolge das Prinzip der freien Wahl anerkennen. Am 26. M√§rz 1077 wurde er von Erzbischof Siegfried in Mainz gekr√∂nt und gesalbt. Der neue K√∂nig hielt sich vornehmlich in Sachsen auf, wo er die verl√§sslichste Unterst√ľtzung fand. Gregor nahm im Thronstreit eine abwartende Position ein. Der Papst bestand auf einer Untersuchung, welchem K√∂nig das Recht zu herrschen zukomme. Mit dieser Haltung stie√ü er auf die Kritik der s√§chsischen Opposition. Erst das Jahr 1080 brachte in den Beziehungen zwischen K√∂nigtum und Papsttum die Wende, als Gregor erneut die Exkommunikation √ľber Heinrich verh√§ngte und zugleich das Investiturverbot versch√§rfte. Gregor d√ľrfte seine Haltung erst ge√§ndert haben, als er erkannte, dass Heinrich eine Untersuchung seiner Lebens- und Amtsf√ľhrung nicht wollte und bisher alles getan hatte, um sie zu verhindern.[74]

Auf einem Hoftag Heinrichs in Ulm im Mai 1077 wurden Rudolf von Rheinfelden, Welf IV. von Bayern und Berthold von K√§rnten als Hochverr√§ter verurteilt, ihre Herzogt√ľmer und Lehen wurden ihnen entzogen. Bayern behielt Heinrich, das Herzogtum K√§rnten erhielt Liutold aus der Familie der Eppensteiner. Im M√§rz 1079 erhob Heinrich den Staufer Friedrich I. zum Herzog von Schwaben. Zugleich wurde Friedrich mit Heinrichs Tochter Agnes verm√§hlt. Rudolf erhob daraufhin mit Unterst√ľtzung Welfs IV. seinen Sohn Berthold zum Herzog von Schwaben. Nach der Doppelung im K√∂nigtum gab es nun auch eine Doppelung im Herzogtum. Die Jahre zwischen 1077 und 1080 waren von umfassenden milit√§rischen Anstrengungen gepr√§gt, die jedoch keine Entscheidung brachten. Erst am 15. Oktober 1080 kam es in Th√ľringen an der Elster zur Entscheidungsschlacht zwischen den beiden K√∂nigen. Heinrichs Heer unterlag, jedoch wurde Rudolf verwundet und starb wenige Tage sp√§ter. Es war der erste Schlachtentod eines K√∂nigs im Kampf um die Krone des ostfr√§nkisch-deutschen Reiches.[75] Der Umstand, dass Rudolf bei seiner t√∂dlichen Verwundung die rechte Hand (die Schwurhand) verloren hatte, erschien Heinrichs Anh√§ngern als Gottesurteil. In ihren Augen war dies die Folge des offenkundigen Treubruchs eines Verr√§ters. Rudolfs Anh√§nger dagegen stellten seinen Tod als heiliges Opfer f√ľr die Kirche dar. In der Merseburger Bischofskirche, dem Zentrum des antisalischen Widerstandes, wurde Rudolf wie ein M√§rtyrer inmitten des Chores vor dem Hochaltar beigesetzt. F√ľr das Grab wurde eine ehemals vergoldete Bronzeplatte angefertigt, die als √§lteste erhaltene fig√ľrliche Plastik des Mittelalters bis heute im Merseburger Dom zu sehen ist. Die Grabinschrift l√§sst erkennen, dass der gefallene K√∂nig von seinen Anh√§ngern als M√§rtyrer verehrt wurde. Angesichts der Art der Bestattung Rudolfs soll Heinrich bemerkt haben, er w√ľnschte, alle seine Feinde l√§gen so ehrenvoll begraben.[76]

Der s√§chsische Widerstand gegen Heinrich brach nach Rudolfs Tod keineswegs zusammen. Der Plan des Saliers, das Weihnachtsfest in Goslar zu feiern, scheiterte an einem gro√üen s√§chsischen Heer, das sich diesem Vorhaben entgegenstellte. Daraufhin soll der K√∂nig, um Sachsen dennoch dem salischen K√∂nigtum zu erhalten, den F√ľrsten angeboten haben, niemals wieder ihr Land zu betreten, falls sie seinen Sohn Konrad zum K√∂nig w√§hlten. Nach Bruno von Merseburg soll Otto von Northeim dieses Angebot abgelehnt haben: Er habe schon oft gesehen, dass ein minderwertiges Rind auch ein ebensolches Kalb zur Welt gebracht habe, und so trage er weder nach dem Vater noch nach dem Sohn Verlangen.[77] Heinrich wollte nach dem Ende des Gegenk√∂nigtums nach Italien ziehen, um sich gegen Gregor VII. zu wenden. Seine Ratgeber wiesen jedoch darauf hin, dass eine l√§ngere Abwesenheit zu gef√§hrlich sei, wenn man nicht zuvor mit den Sachsen einen Frieden f√ľr die Dauer der Abwesenheit ausgehandelt habe. Im Februar fanden sich jeweils f√ľnf Bisch√∂fe aus den beiden Lagern im Kaufunger Wald ein. Unter F√ľhrung des Erzbischofs Gebhard von Salzburg wollten die Sachsen ihr Wissen √ľber die Taten und Untaten des K√∂nigs √∂ffentlich verbreiten, um so die Gegenseite zu √ľberzeugen, dass der K√∂nig sein Amt verwirkt habe. Die k√∂nigstreuen Bisch√∂fe verweigerten jedoch diese Untersuchung. Obwohl die Verhandlungen scheiterten, machte sich Heinrich auf den Weg nach Italien. Zwar w√§hlte die antisalische Partei auf einer wenig besuchten F√ľrstenversammlung in Ochsenfurt im August 1081 mit Graf Hermann von Salm erneut einen K√∂nig, au√üerhalb Sachsens blieb dieser jedoch weitgehend wirkungslos.

Förderung Speyers in den 1080er Jahren

Der Dom zu Speyer

Heinrich hatte sich am Vorabend der Entscheidungsschlacht gegen Rudolf von Rheinfelden mit einer Stiftung der G√ľter Winterbach und Waiblingen an Speyer unter den Schutz der Gottesmutter Maria begeben. Nach dem Tod des Gegenk√∂nigs entschloss sich der Salier zu einem grundlegenden Umbau des Speyerer Domes. Mit dem Neubau stattete er den himmlischen M√§chten Dank f√ľr ihre Unterst√ľtzung gegen seine Widersacher ab.[78] Besonders in den 1080er Jahren wurden der Kirche zahl- und umfangreiche Schenkungen √ľbertragen. Nach den Kl√∂stern Limburg an der Haardt und St. Lambrecht (1065) √ľbertrug Heinrich ihr nun auch Eschwege, Kaufungen, Hornbach und die Propstei Naumburg in der Wetterau. Zudem schenkte er ihr Besitz im Remstal, im Nahegau, im Uffgau und in Sachsen. Dem Bischof von Speyer verlieh er die Grafschaften Lutramsforst und Forchheim.[79]

In seinen Schenkungsurkunden verwies Heinrich auf das Andenken seiner Ahnen, an die der salische K√∂nig, sich auf die Legitimationskraft ihrer Grablege in Speyer st√ľtzend, anzukn√ľpfen versuchte.[80] Bis 1090 stehen mit Konrad II. und seine Frau Gisela sowie Heinrich III. und seine Frau Agnes immer dieselben Personen des engsten Kreises der Herrscherdynastie im Mittelpunkt. Bis auf Agnes waren alle seine Ahnen, die ihm nach seiner Auffassung nach g√∂ttlichem Willen das Recht zur K√∂nigsherrschaft verschafft hatten (‚ÄěErbfolge auf g√∂ttlichen Ratschluss‚Äú),[81] im Dom zu Speyer bestattet. Diese Gottunmittelbarkeit des K√∂nig- und Kaisertums sollte in einem einzigartigen Prachtbau dokumentiert werden. Der Dom mit seiner Patronin Maria sollte Heinrichs wichtigster Halt im Kampf gegen die gregorianischen Kirchenreformer und gegen die F√ľrstenopposition im Reich werden. In zwanzigj√§hriger Bauzeit wurde von etwa 1080/1081 bis 1102/1106 unter der Bauleitung Bischof Bennos II. von Osnabr√ľck und sp√§ter des k√∂niglichen Kapellans Otto das gro√üartigste Bauwerk der damaligen christlichen Welt des Westens geschaffen. Der gesamte Ostteil der Kirche wurde neu errichtet, alle anderen Teile wurden erheblich ver√§ndert. Aussehen und Pracht des Kirchengeb√§udes waren nun entscheidend und nicht mehr die Ausdehnung der Saliergr√§ber. Nach dem Urteil des Verfassers der Heinrichsvita entstand ein Bauwerk, das ‚Äěmehr als alle Werke der alten K√∂nige Lob und Bewunderung verdient.‚Äú[82] 1101 wurden dem Domklerus in einem gro√üen Privileg alle Besitzungen, Rechte und Freiheiten best√§tigt und garantiert.[83] Speyer wurde ein bedeutendes Symbol f√ľr Begr√ľndung und Bestand des salischen K√∂nig- und Kaisertums im Allgemeinen und f√ľr das Seelenheil Heinrichs im Besonderen.

Heinrichs Kaiserkrönung und Gregors Ende

Als Folge des strikteren Investiturverbots stellte sich in Versammlungen in Bamberg und Mainz der √ľberwiegende Teil des Reichsepiskopats durch die Aufk√ľndigung des Gehorsams gegen√ľber Gregor klar auf die Seite des K√∂nigs. Allein in Mainz wollten 19 Bisch√∂fe einen neuen Papst w√§hlen.[84] Dem Ansehen Gregors schadete es au√üerdem, dass er nach der erneuten Bannung des K√∂nigs 1080 dessen Untergang bis zum 1. August 1080 vorhersagte und zu seiner eigenen Vertreibung aufforderte, sollte seine Prophezeiung sich nicht erf√ľllen. Im Juni 1080 wurde auf der Synode in Brixen ein Gegenpapst gew√§hlt und die Einleitung eines kanonischen Verfahrens gegen Gregor bestimmt. Die Wahl fiel auf Wigbert, seit 1072 Erzbischof von Ravenna, der sich den Namen Clemens III. gab.

Um das Pfingstfest 1081 erreichte Heinrich die Stadtmauern Roms, doch stellten sich die R√∂mer vor Papst Gregor VII. und die Stadt blieb ihm verschlossen. Mehrere Wochen lagerte Heinrichs Heer vor Rom und verw√ľstete das Umland. Aufgrund der einsetzenden Sommerhitze musste es sich unverrichteter Dinge zur√ľckziehen. Anfang 1082 erschien Heinrich erneut vor Rom. Dem K√∂nig gelang es, den Normannen Jordanes von Capua zu einem Parteiwechsel zu √ľberreden. Die Normannen von Apulien und Capua waren nun in ihrer Haltung zum Papst gespalten. Nachdem sich in Rom Widerstand gegen Gregor formiert hatte, gelang es Heinrich 1084, die Stadt einzunehmen. Entscheidend wurde der Abfall von 13 Kardin√§len, die Gregors Kompromisslosigkeit und seinen autokratischen Herrschaftsstil nicht mehr hinnehmen wollten. Gregor VII. zog sich in die Engelsburg zur√ľck. Am 21. M√§rz 1084 wurde eine Synode einberufen, die Gregor die p√§pstliche W√ľrde absprach und ihn exkommunizierte. Als Grundlage f√ľr die Absetzung wurde der Hauptvorwurf angef√ľhrt, dass er sich durch Anerkennung des Gegenk√∂nigs Rudolf des Majest√§tsverbrechens schuldig gemacht habe.[85] An Gregors Stelle wurde Clemens III. zum Papst erhoben, der am Ostersonntag 1084 Heinrich und seine Gemahlin zu Kaiser und Kaiserin kr√∂nte. Dieser Moment gilt als H√∂hepunkt der Regierung Heinrichs.[86] Kurz nach der Kaiserkr√∂nung wurde in einem Diplom vom 24. Mai 1084 die unmittelbare g√∂ttliche Einsetzung (A deo coronatus) herausgestellt. Entscheidend war es nun, die Unmittelbarkeit zu Gott ohne die Vermittlung der Geistlichkeit, insbesondere des Papstes, zu betonen.[87]

Gregor VII. hoffte auf das Einschreiten des normannischen Herzogs Robert Guiskard, f√ľr den eine starke Kaisermacht in Italien eine Gefahr f√ľr die Konsolidierung der normannischen Herrschaft darstellte. Am 28. Mai 1084 nahmen die Normannen Rom ein, Heinrichs Heer verlie√ü die Stadt fluchtartig. Robert Guiskards Truppen befreiten Gregor, pl√ľnderten die Stadt und z√ľndeten Rom an. Wegen der folgenden Unruhen gegen die Verb√ľndeten des Papstes verlie√ü Gregor die Stadt mit kleinem Gefolge und zog sich nach Salerno zur√ľck. Dort starb er am 25. Mai 1085. Noch auf dem Totenbett nahm er Heinrich und Wigbert und die H√§upter ihrer Partei ausdr√ľcklich von seiner Vergebung aus. Heinrich zog sich in wenigen Wochen √ľber Pisa nach Verona zur√ľck und k√ľndigte seinen Anh√§ngern n√∂rdlich der Alpen sein baldiges Erscheinen in Regensburg an. Seinen minderj√§hrigen Sohn Konrad lie√ü er in Oberitalien zur√ľck, um die Pr√§senz des salischen K√∂nigtums zu gew√§hrleisten.

Festigung der Macht und Fortdauer der Krise: Die 1080er und 1090er Jahre

Um die Mitte des Jahres 1084 war Heinrich in den n√∂rdlichen Reichsteil zur√ľckgekehrt. In Mainz setzte er Anfang Oktober 1084 mit der Ernennung Wezilos zum Erzbischof von Mainz seinen Investituranspruch durch. Anschlie√üend wandte er sich gegen Bischof Hermann von Metz. Bischof und Stadt unterwarfen sich dem heranziehenden Kaiser. Dennoch wurde Hermann im Mai 1085 auf einer Mainzer Synode seines Amtes enthoben. F√ľnfzehn weitere gregorianische Bisch√∂fe wurden abgesetzt und exkommuniziert, ein Gottesfrieden wurde verk√ľndet. Seinen langj√§hrigen Helfer Herzog Wratislav von B√∂hmen erhob Heinrich zum K√∂nig.

Am 20. Januar 1085 fanden erneute Verhandlungen zwischen der s√§chsischen und der k√∂niglichen Seite im th√ľringischen Gerstungen-Berka statt. Dabei ging es um die Frage, ob man mit Exkommunizierten in einer Gemeinschaft leben d√ľrfe. Die k√∂nigliche Seite wurde von den vier Erzbisch√∂fen Liemar von Hamburg-Bremen, Wezilo von Mainz, Sigewin von K√∂ln und Egilbert von Trier unterst√ľtzt; die Gregorianer wurden vom Kardinallegaten Odo von Ostia, von Gebhard von Salzburg und Hartwig von Magdeburg sowie weiteren ausschlie√ülich s√§chsischen Bisch√∂fen vertreten.[88] Die Anh√§nger Heinrichs gingen aus diesen Verhandlungen gest√§rkt hervor. Durch den Tod ihrer f√ľhrenden K√∂pfe Otto von Northeim (1083) und Bischof Burchard von Halberstadt (1088) fiel die s√§chsische Oppositionsbewegung in den folgenden Jahren in sich zusammen. Den Gegnern des Kaisers gelang es nach dem Tod des erfolglosen Hermann von Salm nicht, einen dritten Gegenk√∂nig aufzubieten. Doch Heinrich konnte seinerseits Sachsen nicht dauerhaft an das K√∂nigtum binden.[89] 1088 gelang schlie√ülich ein Friedensschluss zwischen Heinrich und den Sachsen.

1087 lie√ü Heinrich seinen Sohn Konrad in Aachen zum K√∂nig kr√∂nen und versuchte damit, dem salischen Haus die Nachfolge zu sichern. Im selben Jahr verstarb seine Gemahlin Bertha. Am 14. August 1089 heiratete der Kaiser in K√∂ln Praxedis (Adelheid), die um 1070 geborene Tochter des Gro√üf√ľrsten Wsewolod I. von Kiew und Witwe des Markgrafen Heinrich von Stade, m√∂glicherweise, um den 1088 mit den s√§chsischen Bisch√∂fen und F√ľrsten ausgehandelten Friedensschluss zu bekr√§ftigen.[90] Die Kr√∂nung der Kaiserin vollzog dabei mit Erzbischof Hartwig von Magdeburg ein fr√ľherer Gegner Heinrichs. Um 1090 stellte Heinrich unter R√ľckgriff auf karolingische Vorg√§ngerbestimmungen ein erstes Schutzprivileg f√ľr die Wormser Juden aus. Dieses Privileg stellte die Juden unter den besonderen Schutz des K√∂nigs und regelte ihre Rechte im Umgang mit den christlichen Mitbewohnern. Im Jahre 1090 verlieh Heinrich auch den Juden von Speyer ein Privileg.

In Italien hatte sich w√§hrenddessen die Lage f√ľr den K√∂nig verschlechtert. 1090 vereinigten sich seine oberitalienischen und s√ľditalienischen Gegner. Der gregorianische Papst Urban II. konnte sich gegen den kaiserlichen Gegenpapst Clemens III. behaupten, Erzbischof Anselm von Mailand schloss sich ihm an. Urban, der als gro√üer Pragmatiker unter den Reformp√§psten gilt, verhalf der Reformkirche in der Folgezeit zum Durchbruch. 1089 gelang es ihm, eine Ehe zwischen der 43-j√§hrigen Markgr√§fin Mathilde von Tuszien und dem achtzehnj√§hrigen Welf V. zu vermitteln, wodurch ein wirkungsvoller Zusammenschluss der antisalischen Parteien n√∂rdlich und s√ľdlich der Alpen erzielt werden konnte. Die neue Kr√§ftekonstellation in Italien veranlasste Heinrich 1090 zu seinem dritten Italienzug. In Reichsitalien f√∂rderte Heinrich besonders im Machtbereich Mathildes von Tuszien die aufstrebende Schicht des Stadtb√ľrgertums (Lucca, Pisa, Mantua). Viele der von Heinrich gef√∂rderten Angeh√∂rigen wohlhabender Kaufmannsfamilien wie etwa in Pisa sollten k√ľnftig das st√§dtische Konsulat bekleiden.[91] Nach √ľber einj√§hriger Belagerung nahm Heinrich Mantua ein und feierte dort 1091 das Osterfest. 1092 wandte er sich Canossa zu, dem Hauptsitz der Markgr√§fin Mathilde. Dort wurden jedoch seine milit√§rischen Erfolge durch einen pl√∂tzlichen Ausfall der Belagerten wieder zunichte gemacht.

Im Fr√ľhjahr 1093 fiel v√∂llig √ľberraschend sein Sohn Konrad von ihm ab und im Jahr darauf floh seine zweite Gemahlin Praxedis (Adelheid) in das Lager der italienischen Gegner. Konrad lie√ü sich in Mailand zum K√∂nig von Italien kr√∂nen und nahm Kontakte zu Papst Urban II. auf, der ihm die Kaiserkrone in Aussicht stellte. Durch die Verm√§hlung mit einer Tochter des normannischen Grafen Roger integrierte Urban ihn vollst√§ndig in das p√§pstliche Netzwerk. Konrads Gegenk√∂nigtum in Italien blieb jedoch im n√∂rdlichen Reichsteil bedeutungslos. Die gregorianische Seite konnte allerdings die Flucht und den Parteiwechsel der Praxedis f√ľr sich nutzen: Praxedis trat auf der Synode von Piacenza auf und beschwerte sich √∂ffentlich ‚Äěwegen der unerh√∂rten Scheu√ülichkeiten der Unzucht, welche sie bei ihrem Gemahl erduldet hatte‚Äú.[92] Der Salier wurde aufgrund der Vorw√ľrfe abermals exkommuniziert.

Heinrich konnte wegen der Sperrung der Alpen√ľberg√§nge durch eine Koalition der s√ľddeutschen Herz√∂ge Welf von Bayern und Berthold von Z√§hringen mit Bischof Gebhard von Konstanz Italien nicht verlassen. Die Jahre 1093 bis 1096 verbrachte er ‚Äď zur Unt√§tigkeit gezwungen ‚Äď eingeschlossen in Oberitalien. Zwischen Mailand, Cremona, Lodi und Piacenza bildete sich in dieser Zeit ein lombardischer St√§dtebund, der sich der welfisch-tuszischen Koalition anschloss. Unterst√ľtzung erhielt Heinrich nur durch Aquileja und Venedig.[93] Nach einer gregorianischen Stimme soll Heinrich in seiner Bedr√§ngnis gar an Selbstmord gedacht haben.[94] Urban konnte w√§hrenddessen nach S√ľdfrankreich reisen und dort den Ersten Kreuzzug initiieren.

In der Zwischenzeit breiteten sich die Ideen der gregorianischen Reform im Reich weiter aus. Im Adel griff der Reformgedanke um sich und f√ľhrte besonders in Schwaben und in Sachsen zu einer engen Verbindung zwischen adlig-f√ľrstlicher Opposition und kirchlicher Reformbewegung. In Schwaben war der Staufer Friedrich I. 1079 mit der K√∂nigstochter Agnes verm√§hlt und zum Herzog von Schwaben erhoben worden. Die Gregorianer hatten sich 1092 auf die Erhebung eines Gegenherzogs, des Z√§hringers Berthold II., verst√§ndigt. In Ulm einigte man sich auf einen Landfrieden, in dem die Anh√§nger Heinrichs IV. jedoch nicht mit eingeschlossen waren. Die Mehrzahl der Konvente nahm jedoch in Heinrichs Konflikten mit Reformpapsttum und F√ľrstenopposition eine neutrale Haltung ein. Sie k√ľndigten dem K√∂nig weder die Treue auf noch suchten sie Kontakt zum Reformpapsttum und dessen Anh√§ngern. Zu Heinrichs entschiedenen Gegnern geh√∂rten allerdings die Kl√∂ster Reichenau, Corvey, St. Blasien, Hirsau, Polirone und Montecassino. Insbesondere Hirsau etablierte sich als Zentrum der M√∂nchs- und Kirchenreform.

Erst das abrupte Ende der Ehe zwischen Welf V. und Mathilde 1095 er√∂ffnete Heinrich neue Handlungsm√∂glichkeiten. Er erreichte eine Einigung mit den Welfen und erkannte 1096 Welf IV. wieder als Herzog von Bayern an. Vielleicht wurde dabei den Welfen die Erblichkeit der Herzogsw√ľrde Bayerns zugesichert.[95] Mit dem Z√§hringer erzielte Heinrich 1098 ebenfalls eine Einigung. Der Staufer Friedrich behielt das Herzogtum, der Z√§hringer durfte jedoch den Herzogstitel und seinen Herrschaftsbereich, der noch durch die umfangreiche Reichsvogtei Z√ľrich vergr√∂√üert wurde, behalten. Es gab nun das Herzogtum Schwaben und einen ‚ÄěHerzog von Z√§hringen‚Äú. Der Ausgleich mit den oppositionellen Gruppen bildete die Voraussetzung f√ľr die R√ľckkehr Heinrichs aus Italien.

Die Herrschaft des Kaisers schien in den folgenden Jahren gefestigt zu sein. Als Heinrich nach seiner R√ľckkehr aus Italien in Regensburg das Pfingstfest feierte, erschien eine gro√üe Anzahl weltlicher und geistlicher Reichsf√ľrsten. Auch die sp√§teren Hoftage waren gut besucht, die Bischofserhebungen verliefen fast immer ohne Widerspruch im Sinne des Kaisers.[96] Gegen Erzbischof Ruthard von Mainz ging Heinrich vor, da dieser den Juden bei mit dem Beginn des ersten Kreuzzuges zusammenh√§ngenden Pogromen nicht genug Schutz gew√§hrt hatte. Ruthard musste sich daraufhin nach Th√ľringen zur√ľckziehen und versuchte die Opposition gegen den K√∂nig zu organisieren. 1098 gelang es Heinrich auf der Mainzer Synode, trotz mancher Bedenken die Zustimmung der F√ľrsten zur Enterbung seines Sohnes Konrad zu erlangen. K√∂nigtum und Erbe wurden Konrad aberkannt und Heinrichs j√ľngerem Sohn Heinrich V. zugesprochen. Heinrich nutzte dabei geschickt das immer st√§rker ausgepr√§gte Selbstverst√§ndnis der F√ľrsten, f√ľr das Wohl des Reiches Sorge zu tragen, indem er argumentierte, dass die F√ľrsten wenigstens im Interesse des ‚ÄěStaatswesens‚Äú (rei publicae causae) einschreiten w√ľrden, wenn jemand durch Gewalt und Verbrechen zur Herrschaft gelange.[97] Der 1086 geborene Sohn Heinrich V. wurde am 6. Januar 1099 in Aachen gekr√∂nt. Ihm nahm Heinrich den Eid ab, sich zu Lebzeiten des Vaters niemals gewaltsam des Reiches oder der v√§terlichen G√ľter zu bem√§chtigen. In Rom starb am 29. Juli 1099 Papst Urban II., von den Kirchenreformern wurde Paschalis II. zum Nachfolger gew√§hlt. Der Gegenpapst Clemens III. starb am 8. September 1100. Die Investitur durch den K√∂nig bildete fortan den Schwerpunkt des Konfliktes zwischen Kaiser und Papst. Paschalis II. bem√ľhte sich in den Folgejahren, die deutschen F√ľrsten f√ľr sich zu gewinnen.

Heinrich widmete sich um die Jahrhundertwende verst√§rkt der Friedenswahrung. 1103 wurde in Mainz ein reichsweiter Landfrieden verk√ľndet. Eine Anzahl der m√§chtigsten F√ľrsten des Reichs, Welf V. von Bayern, Berthold II. von Z√§hringen und Friedrich I. von Schwaben, schloss sich mit Heinrich IV. zusammen und beschwor einen Frieden im ganzen Reich. Friedensbrecher wurden ohne Ansehen des Standes mit schweren k√∂rperlichen Strafen bedroht. In den Friedensschutz wurden neben Klerikern auch Kaufleute und Juden eingeschlossen. Der Frieden entfaltete offenbar keine weitreichenden praktischen Folgen, die Grundidee war allerdings folgenreich.

Absetzung durch den Sohn

Herrschafts√ľbergabe von Heinrich IV. an seinen Sohn Heinrich V., Darstellung aus der Chronik des Ekkehard von Aura. Heinrich IV. √ľberreicht seinem Sohn Heinrich V., der das Lilienzepter in seiner Rechten h√§lt, die Reichsinsignien Sphaira (mit einem Kreuz) und Kronreif. Der junge Heinrich muss sich auf einen H√ľgel stellen, um auf gleicher H√∂he mit seinem Vater zu sein. Von seinem Vater √ľbernimmt er die Reichsinsignien und damit die Herrschaft. Die ca. 1106 entstandene Zeichnung soll den Eindruck erwecken, die Herrschaft sei friedlich von Heinrich IV. auf seinen Sohn Heinrich V. √ľbergegangen.

Mit dem fr√ľhen Tod des √§lteren Sohnes Konrad am 27. Juli 1101 war die Gefahr eines Bruderzwistes um die Nachfolge im K√∂nigtum gebannt. Stefan Weinfurter erkl√§rt Heinrichs Gr√ľnde daf√ľr, sich vom Vater zu distanzieren und den Treueid zu brechen, mit dem Verweis auf die Vorstellungen des reformorientierten Adels, der die Verantwortung f√ľr das Reich inzwischen f√ľr sich reklamierte. Heinrich sah sich zum Handeln gezwungen, wenn er seinem Geschlecht die K√∂nigsherrschaft sichern wollte. Der bayerische Adel hatte ihn nachdr√ľcklich auf die Gefahr des Herrschaftsverlustes hingewiesen. Wenn er mit der Thronbesteigung bis zum Tod des Vaters warte, werde ihm ein anderer zuvorkommen.[98] Als weiteres Motiv f√ľr die Rebellion des Sohnes nimmt Weinfurter dessen Angst um sein Seelenheil an. Heinrich V. ging mit anderen jungen Adligen eine ‚ÄěHeilsgemeinschaft‚Äú ein, die jedoch schon wenige Jahre nach Heinrichs Herrschaftsbeginn zerbrochen sei.[99]

Zu Weihnachten 1104 √ľbernahm Heinrich V. in Regensburg die F√ľhrung einer Gruppe junger F√ľrsten, die sich zur Rebellion gegen den alten Kaiser entschloss. Von Bayern aus schickte Heinrich Boten zu Papst Paschalis und bat um Rat wegen des Eides, den er seinem Vater geschworen hatte und den er nun brechen w√ľrde. Durch Bischof Gebhard von Konstanz lie√ü der Papst ihm den apostolischen Segen √ľbermitteln. Er versprach Heinrich V. die Absolution im J√ľngsten Gericht, wenn er ein gerechter K√∂nig und Lenker der Kirche sein wolle.[100] 1105 kam es zu zahlreichen Kampfhandlungen, die zun√§chst ohne durchschlagenden Erfolg blieben. Ende Oktober 1105 gelang es Heinrich V. jedoch, Speyer mit Hilfe des dortigen Vogtes einzunehmen. Mit Gebhard, dem Abt von Hirsau, konnte er einen der √§rgsten Gegner Heinrichs IV. als neuen Bischof einsetzen. Das Domkapitel von Speyer, bislang wichtigster R√ľckhalt des Kaisers, war damit ausgeschaltet. 1105 sammelten Vater und Sohn ihre Truppen. Ein entscheidendes Gefecht kam jedoch nicht zustande. Zu Weihnachten 1105 wurde der Beschluss gefasst, die Auseinandersetzung auf einem Hoftag in Mainz zu kl√§ren. Heinrich V. sicherte seinem Vater freies Geleit zu, brach jedoch sein Wort und nahm ihn gefangen. Zu Weihnachten wurde der Kaiser auf der Burg B√∂ckelheim inhaftiert.

Heinrich V. gab sich reue- und vers√∂hnungsbereit, der Vater dr√ľckte ihn unter Tr√§nen an seine Brust und entlie√ü sein Heer. Sein Sohn legte ihm daraufhin nahe, sich zu seinem Schutz in die Burg B√∂ckelheim zu begeben. Die √ľblichen Rituale der Vers√∂hnung (Fu√üfall, Tr√§nen und K√ľsse), die bis dahin bindend gewesen waren, verloren im Vater-Sohn-Konflikt allerdings offenbar ihre Wirksamkeit. Kaum war Heinrich IV. auf der Burg angekommen, wurde er gefangengenommen. Sein Bewacher war Gebhard, der neue Bischof von Speyer. Er setzte dem Kaiser so zu, dass dieser einige Tage sp√§ter auf seine Herrschaft verzichtete, und erpresste die Herausgabe der Reichsinsignien. Das umstrittene Problem, ob und wie man einen Kaiser absetzen k√∂nne, hatte sich damit erledigt. Ohne Krieg und Blutvergie√üen war nun der Herrschafts√ľbergang m√∂glich.[101] Das Verhalten des Sohnes wurde vom Vater als ‚Äěruchloser Verrat‚Äú, als ‚Äěunmenschlich und grausam gegen alles Recht‚Äú und als ‚ÄěT√§uschung und Betrug‚Äú bezeichnet.[102]

Auf einer F√ľrstenversammlung zu Ingelheim am 31. Dezember 1105 musste Heinrich IV. auf massiven Druck der F√ľrsten auf den Thron verzichten. Am 5. Januar 1106 wurde Heinrich V. in Mainz von den F√ľrsten zum K√∂nig gew√§hlt. Erzbischof Ruthard von Mainz √ľberreichte ihm die Reichsinsignien. Mit ihrer √úbertragung wurde ‚Äědie volle Legitimit√§t der Herrschafts√ľbernahme durch Heinrich V. bei Lebzeiten des Vaters garantiert‚Äú.[103]

Heinrichs Ende

Die Grabkrone Heinrichs IV. Aus der Domschatzkammer des Doms zu Speyer
Erzbischof Ruthard von Mainz √ľberreicht Heinrich V. die Sphaira. Anonyme Kaiserchronik f√ľr Heinrich V., 1112/1114

Dem alten Kaiser Heinrich IV. gelang es Ende Januar oder Anfang Februar 1106, aus der Pfalz Ingelheim zu entkommen und den Widerstand zu organisieren. Nach erfolgversprechenden Anf√§ngen erkrankte er jedoch und starb am 7. August 1106 in L√ľttich. Dort erhielt er zun√§chst ein ehrenvolles Begr√§bnis im Dom. Die F√ľrsten jedoch erhoben Einspruch, da der Kirchenbann noch nicht aufgehoben worden war. Der tote Kaiser wurde aus seinem Grab geholt und in einer noch ungeweihten Kapelle au√üerhalb der Stadt in Cornelio monte sita (heute Cornillon, ein Stadtteil von L√ľttich) in ungeweihter Erde beigesetzt. Heinrich V. setzte sich wenig sp√§ter √ľber den Beschluss der F√ľrsten hinweg, lie√ü den Leichnam am 24. August erneut aus der Erde holen und zun√§chst nach L√ľttich, dann nach Speyer √ľberf√ľhren, um ihn dort im Mariendom zu bestatten. Gebhard, der Bischof von Speyer, verbot jedoch Begr√§bnis und Begr√§bnisfeierlichkeiten. So wurde der tote Kaiser au√üerhalb des Domes in einer ungeweihten Kapelle, der sp√§teren Afrakapelle, begraben. In der Bev√∂lkerung Speyers f√ľhrte dies zu Tumulten, Gebhard musste sich 1106 aus der Stadt zur√ľckziehen. Bauern legten Saatk√∂rner auf die Bahre und nahmen Erde vom Grab, die sie sp√§ter auf die Felder streuten, um den Ertrag der Ernte zu steigern. Heinrichs Leichnam wurde erst am 7. August 1111 in die Krypta des Doms umgebettet, nachdem sein Sohn beim Papst die Aufhebung des Kirchenbanns erwirkt hatte.

W√§hrend sich f√ľr den ersten Salier, Konrad II., noch 26 Eintr√§ge in Nekrologien finden lassen, wird Heinrich lediglich in 14 erhaltenen Totenb√ľchern verzeichnet.[104] Die Reichskl√∂ster Lorsch, Fulda, Hersfeld, Pr√ľm oder Niederaltaich, aber auch Bischofskl√∂ster wie St. Emmeram in Regensburg, Weihenstephan in Freising, Weltenburg oder Neuenheersee haben Heinrichs Todestag in ihrem Nekrolog vermerkt. Die angesehenen Abteien Echternach, Subiaco und Farfa und das cassinesische Priorat S. Maria in Albaneta bei Montecassino haben Heinrich zu Lebzeiten in ihre Gebetsgemeinschaft aufgenommen und ihrem k√∂niglichen Mitbruder ein dauerhaftes Andenken in der liturgischen Praxis erhalten.[105] In den Totenb√ľchern der reformorientierten Kl√∂ster Hirsau und Michelsberg, aber auch in Wei√üenburg, Reichenau, St. Gallen, Einsiedeln, Ebersberg und Montecassino fehlt dagegen sein Todestag.

Nachwirkung

Im sp√§ten 11. Jahrhundert wurde die Idee einer neuartigen F√ľrstenverantwortung f√ľr das ganze Reich fassbar. Die Vorstellung von einem dynastisch begr√ľndeten Recht (hereditas) auf die Herrschernachfolge trat zur√ľck, der Gedanke der ‚Äěfreien Wahl‚Äú (electio spontanea) der F√ľrsten gewann an Gewicht. Heinrich V., Sohn und Nachfolger Heinrichs IV., z√§hlte seine Herrscherjahre vom Tag der Wahl und Einsetzung durch die F√ľrsten am 5. Januar 1106. Fortan war nicht mehr die heilige Maria, die Patronin der Domkirche von Speyer und bisherige Besch√ľtzerin des salischen Hauses, die Garantin des K√∂nigtums. Der Dom zu Speyer wurde daher von Heinrich V. auch nicht mehr in besonderer Weise gef√∂rdert, Maria nicht mehr mit Schenkungen geehrt. Heinrich V. verlieh vielmehr den B√ľrgern von Speyer zahlreiche Rechte und Beg√ľnstigungen, damit diese f√ľr das Seelenheil des Vaters sorgten.[106] In diesem Zusammenhang √ľbertrug er am 14. August 1111 ein ber√ľhmtes Privileg, das er in goldenen Lettern und mit dem kaiserlichen Bild versehen √ľber dem Speyerer Domportal anbringen lie√ü. B√ľrgerfreiheit, Privilegien und Wirtschaftsaufschwung sollten sich im Bewusstsein der Speyerer mit dem Ged√§chtnis an Heinrich IV. verbinden. F√ľr das Gebetsged√§chtnis war nunmehr eine ganze Stadtgemeinde verpflichtet.

Der Tod Heinrichs IV. beendete die Konflikte zwischen den P√§psten und den K√∂nigen nicht. Nach ihm herrschten noch f√ľnf Kaiser zeitweilig im p√§pstlichen Bann: Heinrich V. (1106‚Äď1125, Bann 1111‚Äď1122), Friedrich Barbarossa (1152‚Äď1190, Bann 1160‚Äď1177), Otto IV. (1198‚Äď1218, Bann 1210‚Äď1218), Friedrich II. (1212‚Äď1250, Bann 1227‚Äď1230 und 1239‚Äď1250) und Ludwig IV. ‚Äěder Bayer‚Äú (1314‚Äď1347, Bann 1324‚Äď1347). Heinrich V. bestand zun√§chst wie sein Vater auf dem Investiturrecht in althergebrachter Form. 1111 nahm er bei seinem Romzug Papst Paschalis II. und mehrere Kardin√§le in Beugehaft. Der erzwungenen Kaiserkr√∂nung 1111 folgte eine erneute Exkommunikation durch den Papst. 1122 kam es zwischen Heinrich V. und Papst Calixt II. zu einem tragf√§higen Kompromiss, der sp√§ter als Wormser Konkordat bezeichnet wurde. Beim Amt der Reichsbisch√∂fe und -√§bte wurden geistliche (Spiritualien) und weltliche Funktionen (Temporalien) unterschieden. Heinrich musste auf das allgemeine Investiturrecht verzichten, durfte allerdings die Investitur in den weltlichen Besitz einer Kirche mit einem Zepter vornehmen.

Heinrich im Urteil der hochmittelalterlichen Geschichtsschreibung

Die Pers√∂nlichkeit des Herrschers ist im Ganzen nicht eindeutig zu fassen.[107] Die Urteile √ľber Heinrich IV. in der zeitgen√∂ssischen Historiographie sind entweder Panegyrik ‚Äď wie bei Benzo von Alba, im Carmen oder in der Vita ‚Äď oder hasserf√ľllte Polemik wie bei Lampert von Hersfeld, Bruno und auch bei Berthold oder Bernold.

Von seinen Gegnern wurde Heinrich nahezu jede denkbare Schlechtigkeit angelastet ‚Äď vom heimt√ľckischen Mord bis zur befohlenen Vergewaltigung engster Angeh√∂riger durch seine Vertrauten. Heinrich wird als hinterh√§ltig, berechnend und heimt√ľckisch beschrieben. Insbesondere in seinen Anfangsjahren lasteten ihm seine Gegner eine Vielzahl an Vergehen und Verbrechen an. Ihm wurde vorgeworfen, den hohen Adel ausrotten und die Sachsen versklaven zu wollen.[108] Die Quellen artikulieren auch vielfach Vorw√ľrfe gegen seine Amtsf√ľhrung: Er habe die adligen und kirchlichen Gro√üen nicht an den politischen Entscheidungen beteiligt. Als weitere Vorw√ľrfe werden aufgef√ľhrt: die Verlegung der Residenz nach Sachsen,[109] die Unterdr√ľckung des Adels bei gleichzeitiger Bevorzugung der Ministerialen,[110] die Vernachl√§ssigung der Herrschaftspflichten zu Gunsten von Jagd und Spiel, der Umgang mit Konkubinen,[111] die Verkuppelung hochadliger T√∂chter mit M√§nnern niederer Herkunft[112] und die Rekrutierung der k√∂niglichen Besatzung durch die k√∂niglichen Dienstleute.[113] Folgt man dieser √úberlieferung, so muss ein ‚ÄěMonster auf dem Thron‚Äú gesessen haben, wie es Gerd Tellenbach formuliert hat.[114]

Beim Blick auf die bedeutenden Chroniken und Annalenwerke zeigt sich die Vielfalt der Geschichtsschreibung im Zeitalter des Investiturstreites. Dem konservativen Lampert von Hersfeld ging es um die Bewahrung der alten, christlich-monastischen und politischen Werte, die er noch durch Heinrich III. verk√∂rpert sah. Heinrich IV. dagegen erschien ihm als unf√§higer K√∂nig, da er ‚Äď ganz anders als Rudolf von Rheinfelden ‚Äď den Rat der F√ľrsten missachtet und dadurch die Gemeinschaft zerst√∂rt habe. Lampert schloss seine Annalen 1077 mit der K√∂nigswahl Rudolfs von Rheinfelden. In dieser Perspektive erschien Rudolf als Garant der Erneuerung jener Ideale, denen Heinrich IV. so gar nicht entsprach. Der Sachse Bruno betitelte den Salier nach 1076 als exrex, der sein Herrschaftsrecht verloren hatte, und lie√ü sein Buch vom Sachsenkrieg Ende 1081 mit der Wahl Hermanns von Salm enden.

Weniger geradlinig verlief die Parteinahme Bertholds von der Reichenau. Berthold setzte die Weltchronik Hermanns in durchaus k√∂nigstreuer Haltung bis etwa Mitte der 1070er Jahre fort. Wohl √ľberlieferungsbedingt ist diese Fassung nur bis 1066 erhalten. Mitte 1070 √ľberarbeitete Berthold seine Chronik und f√ľhrte sie bis mindestens 1080 fort. Der Reichenauer M√∂nch passte seine Darstellung nun aber dem ver√§nderten Ordnungsgef√ľge seiner Zeit an. Die kirchliche Reformbewegung wurde in den Mittelpunkt ger√ľckt, von Heinrich IV. distanzierte sich Berthold nun. Nach 1080 ist eine ganze Reihe von ausf√ľhrlichen Briefen √ľberliefert, die als erste Zeugnisse einer neuen Quellengattung, der Streitschriften, gelten.[115] Beide Parteien beschr√§nkten sich nicht mehr auf milit√§rische Auseinandersetzungen, sondern versuchten in zunehmendem Ma√üe ihre Positionen durch theoretische Abhandlungen zu untermauern. Die gregorianischen Streitschriften charakterisieren Heinrich als Tyrannen. Er habe durch die Verletzung der k√∂niglichen Pflichten sein Amt selbst verwirkt und k√∂nne nicht mehr als legitimer Herrscher gelten.

Die k√∂nigsfreundliche Geschichtsschreibung nahm in den erbitterten politischen Auseinandersetzungen teilweise den Charakter von Rechtfertigungs- oder Verteidigungsschriften an. In der Hervorhebung bestimmter Eigenschaften und Handlungsweisen des K√∂nigs wird h√§ufig eine Gegenposition zu den Angriffen und Verleumdungen der Gegenseite deutlich.[116] Das Carmen de bello saxonico, das mit der Unterwerfung der Sachsen bei Spier im Oktober 1075 endet, schlie√üt mit dem Aufruf an den K√∂nig, nach seinem Sieg Milde walten zu lassen. Das Carmen ist seinem Charakter nach ein die Person und die milit√§rische Leistung Heinrichs IV. preisendes Heldengedicht. Bei Benzo von Alba, einem fanatischen Anh√§nger Heinrichs in Reichsitalien, der wegen seiner Parteinahme f√ľr den salischen K√∂nig aus seinem Bistum vertrieben worden war, wird der K√∂nig als ‚ÄěErl√∂ser‚Äú des Erdkreises, ja geradezu als Verk√∂rperung der Gottheit (De celo missis, non homo carnis) selbst gefeiert.[117] Die Hoffnung auf das baldige Erscheinen Heinrichs in Italien wird mit dem Beiwort spes Romanorum[118] zum Ausdruck gebracht, der Herrscher wird als novus Constantinus gefeiert.[119] Die um 1107 entstandene Vita Heinrici imperatoris ist ein Panegyrikos auf den verstorbenen Kaiser in Gestalt einer Totenklage. Der Herrscher wird als ‚ÄěK√∂nig der Armen‚Äú portr√§tiert. Ger√ľhmt wird seine Mildt√§tigkeit gegen√ľber Armen und Kranken. Armenspeisung, Krankenpflege und Totengedenken werden besonders hervorgehoben. Der K√∂nig erscheint dadurch als die Verk√∂rperung der traditionellen K√∂nigstugenden und damit als gerechter K√∂nig. Liebe und Verehrung der Armen sind entscheidende Motive f√ľr das Jenseitsverst√§ndnis mittelalterlicher Herrscher, da die Armen als wichtige F√ľrbitter vor Gott galten.[120]

Noch sieben Jahrzehnte sp√§ter hob Bischof Otto von Freising, Enkel Heinrichs IV. und Onkel Friedrich Barbarossas, in seiner Weltchronik das Unerh√∂rte und Einmalige von Bann und Absetzung des Saliers in seiner Weltchronik hervor: ‚ÄěWieder und wieder lese ich die Geschichte der r√∂mischen K√∂nige und Kaiser, aber ich finde vor Heinrich keinen unter ihnen, der vom Papst exkommuniziert oder abgesetzt worden ist.‚Äú[121]

Rezeption

Das Historiengem√§lde ‚ÄěHeinrich vor Canossa‚Äú von Eduard Schwoiser aus dem Jahre 1860 verdeutlicht einen ungebeugten, trotzigen Heinrich, dessen starken Willen der arrogant auf ihn herabblickende Gregor in seinem pomp√∂sen Ornat nicht brechen kann.
Heinrich IV. durch Anno von Köln geraubt (1868) Anton von Werner. Das Bild zeigt den Moment, in welchem der ohnmächtige junge König von einem bärtigen Alten aus dem Wasser gezogen wird, während ein Ruderer mit entblößtem Oberkörper den sich an ein Tau klammernden Grafen Ekbert wieder ins Boot zu holen versucht. Aufrecht stehend verfolgen Anno von Köln und Otto von Northeim mit versteinerter Miene das Geschehen.

Verschiedene Lebenssituationen in Heinrichs Herrschaft, wie der Sprung des um sein Leben bangenden Knaben in den Rhein, die Bu√üe des gebannten K√∂nigs im winterlichen Canossa oder die dem√ľtigenden Umst√§nde seiner Abdankung, befl√ľgelten die Phantasie sp√§terer Generationen. Heinrichs Bu√ügang nach Canossa gilt bis heute als Inbegriff politischer Dem√ľtigung.

In der Aufkl√§rung er√∂rterten die Dramen von Johann Jakob Bodmer (1768) und Johann Gottfried Dyck (Roms Bannstrahl im 11. Jahrhundert, 1788) die Notwendigkeit der Trennung von Staat und Kirche, wobei st√§rker der Vater-Sohn-Konflikt als der Streit zwischen Kaiser und Papst im Mittelpunkt stand. Besonders im 19. Jahrhundert entstanden zahlreiche Dramen und Historiengem√§lde. Antiklerikale Tendenzen wurden mit nationalen vermischt. Im Drama Friedrich R√ľckerts (1844) wird Gregor als Erzfeind und der Canossa-Gang als Dem√ľtigung dargestellt. Bezeichnend ist die Ver√§nderung der historischen Fakten: Nach einem anonymen Gedicht (Kaiser Heinrich IV. 1844) wendete Heinrich sich ohne Bannl√∂sung von Canossa ab und die Soldaten zerst√∂rten die Burg. Die katholische Sichtweise brachte Karl von Bolanden zum Ausdruck. Heinrichs scheinbare politische Schw√§che wurde mit seinem sensiblen Charakter begr√ľndet.

Die ungeheure Wirkungsgeschichte Canossas wird im Kulturkampf des Deutschen Reiches von 1871 mit der katholischen Kirche deutlich. Als es zum Konflikt mit der Kurie um die Bestellung eines deutschen Gesandten beim Heiligen Stuhl kam, formulierte der Reichskanzler Otto von Bismarck die ber√ľhmten Worte: ‚ÄěSeien Sie au√üer Sorge: Nach Canossa gehen wir nicht ‚Äď weder k√∂rperlich noch geistig!‚Äú[122] Noch im selben Jahr wurden Gedenkm√ľnzen gepr√§gt. Auf der Vorderseite war Bismarck als H√ľter der kaiserlichen Herrschaft dargestellt, auf der R√ľckseite eine personifizierte Germania, die vor der Burg Canossa mit Schwert und Bibel gegen den Papst mit seiner Bannbulle k√§mpft. Die Bildunterschrift lautete: ‚ÄěNicht nach Canossa!‚Äú In der Historienmalerei inspirierten die Vorg√§nge von Canossa unter anderem die K√ľnstler Peter Johann Nepomuk Geiger (um 1840), Peter Carl Gei√üler (1841 und 1860), Adeodato Malatesta (um 1845), Alfred Rethel (1844), Adolf Schmitz-Crolenburgh (1852), Hermann Freihold Pl√ľddemann (1861) und Eduard Schwoiser (1860).

Die Entf√ľhrung des K√∂nigs in Kaiserswerth galt im 19. Jahrhundert als Symbol f√ľr die Schw√§che des K√∂nigtums angesichts f√ľrstlicher Eigensucht. Auf die Entf√ľhrung Heinrichs mit einem Schiff nahmen die K√ľnstler Hugo von Reichenbach (1844), Moritz von Schwind (1856), Anton von Werner (1868), Gustav Adolf Closs (1890) Bezug. F√ľr Hermann Wislicenus war diese Episode dagegen kein Thema von zentraler Bedeutung. Im Reichssaal der wiederhergestellten Kaiserpfalz zu Goslar stand in einem Freskenzyklus der gro√üformatige Einzug des Kaisers in Mainz im Jahre 1105 im Mittelpunkt. In der urspr√ľnglichen Konzeption sollte die Darstellung der Entf√ľhrung von Kaiserswerth mit dem als Hauptbild vorgesehenen Canossagang Heinrichs IV. die Dem√ľtigung des K√∂nigtums demonstrieren. Doch f√ľhlte sich das vom Kulturkampf emotional erregte Publikum dadurch in seinem Nationalgef√ľhl verletzt. Vom preu√üischen Kultusminister Adalbert Falk wurde Wislicenus angehalten, nicht auch noch die ‚ÄěDenkm√§ler seiner Schande‚Äú an die Wand zu malen.[123]

Wie sehr ein festliegendes Geschichtsbild und das daraus resultierende Bild der Person Heinrichs IV. auch die Darstellung ganz objektiver Fakten beeinflussen konnte, zeigt die Ver√∂ffentlichung des anthropologischen Befunds zu Heinrichs Skelett nach der im Jahre 1900 durchgef√ľhrten √Ėffnung der Saliergr√§ber im Dom von Speyer: ‚ÄěDas Bild Heinrichs IV. ‚Ķ als das eines gro√üen, starken, untadelig gewachsenen Mannes ‚Ķ die Gestalt eines schlanken, aber kr√§ftigen, beinahe athletischen Mannes, zu allen ritterlichen √úbungen geschickt und in ihnen ge√ľbt. Im Antlitz erscheint m√§nnliche Kraft mit beinahe weiblicher Anmut gepaart‚Äú. Das Gesicht habe ‚Äěeinen energischen Ausdruck‚Äú sowie eine ‚Äěgewisse Weichheit und besondere individuelle Sch√∂nheit‚Äú aufgewiesen.[124]

Geschichtsbilder und Forschungstendenzen

F√ľr die versp√§tete Entstehung des deutschen Nationalstaats suchten die Historiker des 19. Jahrhunderts die Ursachen gerade im Mittelalter. Die K√∂nige und Kaiser identifizierten sie als fr√ľhe Repr√§sentanten der auch f√ľr die Gegenwart ersehnten starken monarchischen Gewalt. Im bestimmenden Geschichtsbild des 19. und 20. Jahrhunderts galt das Kaiserreich in seinen Anf√§ngen unter den Ottonen, Saliern und Staufern als √ľberaus m√§chtig und dominierend in Europa. Diese Stellung sei den Kaisern aber im Laufe der Zeit verloren gegangen und habe erst mit der Gr√ľndung des Nationalstaates 1871 wieder errungen werden k√∂nnen. Nach dieser Ansicht begann die Herrschaft der K√∂nige und Kaiser bereits im 11. Jahrhundert zu br√∂ckeln. Die deutschen F√ľrsten mit ihren partikularen Interessen und das Papsttum mit seinem Streben nach Vorrangstellung galten als ‚ÄěTotengr√§ber‚Äú der Kaisermacht. Als ‚Äěerste Wende‚Äú f√ľr den Niedergang wurde das Geschehen in Canossa 1077 identifiziert. Durch Canossa habe das deutsche K√∂nigtum ‚Äěseine Todeswunde‚Äú empfangen, wie es Hermann Heimpel noch in den 1950er Jahren formulierte.[125]

Ganz wesentlich wurde das historische Urteil √ľber einen Herrscher mit der Frage bestimmt, ob und wie er die Macht gegen√ľber den beiden Gewalten zu behaupten und zu steigern verstand oder aber ob er zum Niedergang der Zentralgewalt beigetragen habe. In diesem Geschichtsbild kam Heinrich eine Schl√ľsselrolle zu. Die Fixierung eines Geschichtsbildes auf eine starke Zentralgewalt und einen m√§chtigen K√∂nig f√ľhrte zur Verteidigung des Saliers. Heinrich galt geradezu als M√§rtyrer im Kampf des K√∂nigtums um eine starke Zentralgewalt gegen die √ľberm√§chtigen Kr√§fte der gregorianischen Papstkirche und der deutschen F√ľrsten. Seine Handlungen wurden daher unter apologetischem Aspekt beurteilt. Die zahlreichen von (s√§chsischen und gregorianischen) Gegnern erhobenen Vorw√ľrfe gegen seine Regierungs- und Lebensf√ľhrung wurden oft hinweginterpretiert oder als √ľbersteigerte Polemik √ľbergangen. Historiker wie Wilhelm von Giesebrecht (1852) oder Karl Hampe (1909) waren dem Salier wohlgesinnt, orientierten sich an Fragen der Machtpolitik und beurteilten Heinrichs Regierung nach ihrem Nutzen f√ľr die k√∂nigliche Zentralgewalt. Die nationale Geschichtsschreibung hat Heinrich insgesamt ein positives Andenken bewahrt. Ihm wurde bescheinigt, die Rechte des K√∂nigtums gewahrt zu haben. Zwei Aspekte wurden daf√ľr angef√ľhrt: zum einen die Verteidigung der Grundlagen k√∂niglicher Macht gegen√ľber f√ľrstlichen Sonderinteressen und zum anderen die Abwehr der vom Papsttum ausgehenden hierokratischen Anspr√ľche.[126] Heinrich, in dem man einen ‚Äěvollkr√§ftigen germanischen Laien‚Äú[127] sah, wurde gepriesen als ‚Äěeiner der ausgezeichnetesten F√ľrsten, die Deutschland je besa√ü‚Äú.[128] Alle seine Gegner habe er √ľberlebt. Nur ‚Äědurch List und Verrat sei er zuletzt doch noch besiegt worden‚Äú.[129] Die listvolle Entmachtung des Vaters durch den Sohn galt gar als ‚Äědie teuflischste Tat der ganzen deutschen Geschichte‚Äú.[130]

Das in den Jahren zwischen 1890 und 1909 erschienene siebenb√§ndige Geschichtswerk des Historikers Gerold Meyer von Knonau stellt mit 3344 Druckseiten mit Einschluss von 5698 Fu√ünoten qualitativ und quantitativ den H√∂hepunkt der gesamten ‚ÄěJahrb√ľcher der deutschen Geschichte‚Äú dar.[131] Das quellenges√§ttigte Werk ist ‚Äěgrundlegend f√ľr die seitherige Besch√§ftigung mit der Herrschaft dieses Saliers geworden‚Äú.[132] Meyer von Knonau sah sich keineswegs als Biograph. Er vermied daher zumeist charakterisierende √Ąu√üerungen √ľber Heinrich IV. und versuchte alle Fragen nach der historischen Bedeutung und der Pers√∂nlichkeit des Kaisers zu meiden. Doch blieb auch Meyer von Knonau vom zeitgen√∂ssisch-preu√üischen Heinrichbild beeinflusst. Seine quellenkritischen Entscheidungen pr√§gten das weitere Bild der Forschung von Heinrichs Regierungszeit bis in die heutige Zeit.

Der nationalstaatliche Blickwinkel, unter dem man Heinrichs Herrschaft betrachtete, f√ľhrte bisweilen aber auch zu Kritik und Abwertung. Ein negatives Urteil f√§llte der deutsch-nationale Historiker Johannes Haller (1926). F√ľr ihn gab Heinrich nur eine schw√§chliche Figur ab. Heinrich ‚Äěsei weder Staatsmann noch Feldherr‚Äú gewesen. Der Salier habe nicht nur die Preisgabe der Reichsgewalt in Italien, sondern auch die Schw√§chung des deutschen K√∂nigtums zu verantworten.[133] F√ľr die von der Geschichte gestellten Aufgaben habe ihm die notwendige Kraft gefehlt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg trat das nationale Geschichtsverst√§ndnis zur√ľck. Doch f√ľhrte dies in den folgenden Jahrzehnten nicht zu einer Neubewertung seiner Herrschaft. Vielmehr standen andere Themen im Blickpunkt. Zur Salier-Ausstellung in Speyer 1991 wurden in den drei Tagungsb√§nden ‚ÄěDie Salier und das Reich‚Äú der Investiturstreit und die Auseinandersetzungen um die Herrschaft Heinrichs IV. nicht behandelt. Die Heinrich-Biografie von Ian S. Robinson (1999) steht in der Tradition der √§lteren deutschsprachigen Medi√§vistik und bringt keine neueren Forschungserkenntnisse.

Widerstand und Aufruhr der F√ľrsten gegen das K√∂nigtum in der Regierungszeit Heinrichs IV. werden in den letzten beiden Jahrzehnten verst√§rkt aus ‚Äěverfassungsrechtlicher‚Äú Sicht als Wende begriffen. Innerhalb der politischen Ordnung seien die Gewichte der Kr√§fte grundlegend ver√§ndert worden. Nicht mehr der K√∂nig, sondern mindestens in gleichberechtigter Weise h√§tten die geistlichen und weltlichen Gro√üen zunehmend das Reich repr√§sentiert. Hagen Keller (1983) konnte herausarbeiten, dass die Gro√üen bei K√∂nigswahlen in dem Bewusstsein ihrer funktional tragenden Rolle f√ľr das politische Gesamtgef√ľge des Reiches entschieden und handelten. Die F√ľrsten betrachteten es im Verlauf des Jahrhunderts zunehmend als ihr Recht und auch ihre Pflicht, die Geschicke des Reiches zu lenken, notfalls auch gegen den K√∂nig.[134] Es ist nicht mehr der K√∂nig, der das Reichsinteresse wahrt, wie die √§ltere Forschung meinte, es waren schlie√ülich vielmehr die F√ľrsten, die das ‚ÄěSchicksal des Reichs in ihre Hand‚Äú nehmen[135], f√ľr die ‚Äědas Wohl des Reichs Priorit√§t besa√ü‚Äú[136], die ‚Äěihre Verantwortung f√ľr das Reich √ľber die eigenen W√ľnsche stellten‚Äú und ‚Äěin Krisenzeiten das Reich auch vor dem K√∂nig sch√ľtzen konnten‚Äú.[137]

Zu seinem 900. Todesjahr im Jahr 2006 wurden Heinrich und seiner Zeit wieder Ausstellungen und Tagungen in Speyer, Paderborn, Goslar und auf der Reichenau gewidmet. Gerd Althoff (2006) deutete in seiner Biografie die zahlreichen Vorw√ľrfe gegen Heinrich als ‚ÄěArgumente in den politischen Auseinandersetzungen und als Indizien f√ľr das herrschende politische Klima‚Äú.[138] Althoff neigt dazu, die von Heinrichs Gegnern erhobenen Vorw√ľrfe als Indizien f√ľr tats√§chliches Fehlverhalten zu werten und nicht nur als blo√üe Propaganda. Als ‚ÄěWesensmerkmal von Heinrichs Pers√∂nlichkeit‚Äú ergibt sich f√ľr Althoff ein ‚ÄěEindruck von taktischen R√§nkespielen und unaufrichtigem Verhalten‚Äú.[139] In seinem abschlie√üenden, recht negativen Gesamturteil √ľberwiegen in Heinrichs Pers√∂nlichkeit die ‚ÄěSchattenseiten‚Äú. Heinrich habe ‚Äěganz ohne Zweifel die Krise der K√∂nigsherrschaft seiner Zeit zu verantworten‚Äú.[140]

Quellen

  • Johann Friedrich B√∂hmer, Tilman Struve: Regesta Imperii III, 2. Die Regesten des Kaiserreiches unter Heinrich IV. K√∂ln u. a. 1984.
  • D H IV: Die Urkunden Heinrichs IV. / Heinrici IV. Diplomata (MGH DD 6/1‚Äď3), Teil 1: Die Urkunden Heinrichs IV. 1056‚Äď1076, herausgegeben von Dietrich Gladiss, Hannover 1941 (ND 1978), Teil 2: Die Urkunden Heinrichs IV. 1077‚Äď1106, herausgegeben von Dietrich von Gladiss, Hannover 1952 (ND 2001), Teil 3: Einleitung, Nachtr√§ge, Verzeichnisse, herausgegeben von Alfred Gawlik, Hannover 1978.
  • Onlineversion der Regesta Imperii
  • Quellen zur Geschichte Kaiser Heinrichs IV. Lateinisch und deutsch. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2006, ISBN 3-534-19876-X (Ausgew√§hlte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr vom Stein-Ged√§chtnisausgabe. Band 12). Enth√§lt u.a.: Bruno von Merseburg: Brunonis Saxonicum bellum. Brunos Sachsenkrieg (√ľbersetzt von Franz-Josef Schmale, S. 191‚Äď405) und Carmen de bello saxonico. Das Lied vom Sachsenkrieg (√ľbersetzt von Franz-Josef Schmale, S. 142‚Äď189).
  • Quellen zum Investiturstreit: Schriften √ľber den Streit zwischen Regnum und Sacerdotium. Lateinisch und deutsch. Herausgegeben und √ľbersetzt von Irene Schmale-Ott. Wissenschaftliche Buchgemeinschaft, Darmstadt 1984 (Ausgew√§hlte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr vom Stein-Ged√§chtnisausgabe. Band 12b).
  • Lampert von Hersfeld: Annalen. Lateinisch und deutsch. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000 (Ausgew√§hlte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr vom Stein-Ged√§chtnisausgabe. Band 13).
  • Bertholds und Bernolds Chroniken. Lateinisch und deutsch. Hrsg. von Ian Stuart Robinson. √úbersetzt von Helga Robinson-Hammerstein, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2002, ISBN 3-534-01428-6. (Ausgew√§hlte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr vom Stein-Ged√§chtnisausgabe. Band 14; Rezension).
  • Frutolfs und Ekkehards Chroniken und die anonyme Kaiserchronik. Lateinisch und deutsch. Herausgegeben und √ľbersetzt von Franz-Josef Schmale Schmale u. Irene Schmale-Ott. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1972 (Ausgew√§hlte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr vom Stein-Ged√§chtnisausgabe. Band 15).

Literatur

Allgemeine Darstellungen

Monografien

Lexikonartikel

Weblinks

 Commons: Heinrich IV. ‚Äď Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Wikisource: Heinrich IV. ‚Äď Quellen und Volltexte

Anmerkungen

  1. ‚ÜĎ Hermann von Reichenau, Chronicon, a. 1050.
  2. ‚ÜĎ Egon Boshof: Die Salier. 5., aktualisierte Auflage, Stuttgart 2008, S. 160.
  3. ‚ÜĎ Hermann von Reichenau a. 1053.
  4. ‚ÜĎ Lampert von Hersfeld, Annalen 1057.
  5. ‚ÜĎ Zitierte Quellenstelle: Hermann von Reichenau, Chronicon, a. 1053; Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024‚Äď1125. Ostfildern 2006, S. 106.
  6. ‚ÜĎ Gerd Althoff: Heinrich IV. Darmstadt 2006, S. 44.
  7. ‚ÜĎ Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024‚Äď1125. Ostfildern 2006, S. 117.
  8. ‚ÜĎ Lampert von Hersfeld, Annalen 1062.
  9. ‚ÜĎ Lampert von Hersfeld, Annalen 1062.
  10. ‚ÜĎ Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024‚Äď1125. Ostfildern 2006, S. 122.
  11. ‚ÜĎ Tilman Struve: Lampert von Hersfeld, der K√∂nigsraub von Kaiserswerth im Jahre 1062 und die Erinnerungskultur des 19. Jahrhunderts, in: Archiv f√ľr Kulturgeschichte, Bd. 88 (2006), S. 251‚Äď278, hier: S. 257.
  12. ‚ÜĎ DH. IV. 104.
  13. ‚ÜĎ Claudia Zey: Vorm√ľnder und Berater Heinrichs IV. im Urteil der Zeitgenossen (1056‚Äď1075), in: Gerd Althoff (Hrsg.), Heinrich IV., Ostfildern 2009, S. 87‚Äď126, hier: S. 104.
  14. ‚ÜĎ Adam von Bremen, III, 34.
  15. ‚ÜĎ Jutta Schlick: K√∂nig, F√ľrsten und Reich (1056‚Äď1159). Herrschaftsverst√§ndnis im Wandel, Stuttgart 2001, S. 15.
  16. ‚ÜĎ Steffen Patzold: Konsens und Konkurrenz. √úberlegungen zu einem aktuellen Forschungskonzept der Medi√§vistik, in: Fr√ľhmittelalterliche Studien, Bd. 41 (2007), S. 75‚Äď103, hier: S. 90.
  17. ‚ÜĎ Annales Altahenes maiores 1060.
  18. ‚ÜĎ Lampert von Hersfeld, Annalen 1063.
  19. ‚ÜĎ Hubertus Seibert: Geld, Gehorsam, Gerechtigkeit, Gebet. Heinrich IV. und die M√∂nche, in: Gerd Althoff (Hrsg.), Heinrich IV. Ostfildern 2009, S. 269‚Äď331, hier: S. 308‚Äď315.
  20. ‚ÜĎ Adam von Bremen, III, 47.
  21. ‚ÜĎ Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024‚Äď1125. Ostfildern 2006, S. 132.
  22. ‚ÜĎ Steffen Patzold: Konsens und Konkurrenz. √úberlegungen zu einem aktuellen Forschungskonzept der Medi√§vistik, in: Fr√ľhmittelalterliche Studien, Bd. 41 (2007), S. 75‚Äď103, hier: S. 89.
  23. ‚ÜĎ Jutta Schlick: K√∂nig, F√ľrsten und Reich (1056‚Äď1159). Herrschaftsverst√§ndnis im Wandel. Stuttgart 2001, S. 16.
  24. ‚ÜĎ Lampert von Hersfeld, Annalen 1066.
  25. ‚ÜĎ Die Quellenstellen bei: Gerd Althoff: Heinrich IV. Darmstadt 2006, S. 61.
  26. ‚ÜĎ Lampert von Hersfeld, Annalen 1066.
  27. ‚ÜĎ Claudia Zey, Vorm√ľnder und Berater Heinrichs IV. im Urteil der Zeitgenossen (1056‚Äď1075), in: Gerd Althoff (Hrsg.), Heinrich IV., Ostfildern 2009, S. 87‚Äď126, hier: S. 125.
  28. ‚ÜĎ Bruno, De bello Saxonico, cap. 7 und 8.
  29. ‚ÜĎ Matthias Becher: Luxuria, libido und adulterium. Kritik am Herrscher und seiner Gemahlin im Spiegel der zeitgen√∂ssischen Historiographie (6. bis 11. Jahrhundert), in: Gerd Althoff (Hrsg.), Heinrich IV. Ostfildern 2009, S. 41‚Äď72, hier: S. 71.
  30. ‚ÜĎ Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024‚Äď1125. Ostfildern 2006, S. 140.
  31. ‚ÜĎ Gerd Althoff, Heinrich IV. Darmstadt 2006, S. 293ff.
  32. ‚ÜĎ Lampert von Hersfeld, Annalen 1070.
  33. ‚ÜĎ Bruno, De bello Saxonico cap. 19.
  34. ‚ÜĎ Gerd Althoff: Heinrich IV. Darmstadt 2006, S. 75.
  35. ‚ÜĎ Gerd Althoff: Heinrich IV. Darmstadt 2006, S. 79.
  36. ‚ÜĎ Lampert von Hersfeld, Annalen 1070.
  37. ‚ÜĎ Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024‚Äď1125. Ostfildern 2006, S. 139.
  38. ‚ÜĎ Gerd Althoff: Die Billunger in der Salierzeit, in: Stefan Weinfurter (Hrsg.), Die Salier und das Reich, Sigmaringen 1990, Bd. 3, S. 309‚Äď329, hier: S. 324.
  39. ‚ÜĎ Claudia Garnier: Der bittende Herrscher ‚Äď der gebetene Herrscher. Zur Instrumentalisierung der Bitte im ausgehenden 11. Jahrhundert, in: Gerd Althoff (Hrsg.), Heinrich IV. Ostfildern 2009, S. 189‚Äď218, hier: S. 204.
  40. ‚ÜĎ Stefan Weinfurter: Herrschaftslegitimation und K√∂nigsautorit√§t im Wandel: Die Salier und ihr Dom zu Speyer. In: Die Salier und das Reich Bd. 1. Sigmaringen 1991, S. 55‚Äď96, hier: S. 86f.
  41. ‚ÜĎ Hans Krabusch: Untersuchungen zur Geschichte des K√∂nigsguts unter den Saliern, Heidelberg 1949; Sabine Wilke: Das Goslarer Reichsgebiet und seine Beziehungen zu den territorialen Nachbargewalten. Politische, verfassungs- und familiengeschichtliche Untersuchungen zum Verh√§ltnis von K√∂nigtum und Landesherrschaft am Nordharz im Mittelalter. G√∂ttingen 1970, S. 24f.
  42. ‚ÜĎ Bruno, De bello Saxonico cap. 23.
  43. ‚ÜĎ Bruno, De bello Saxonico cap. 23.
  44. ‚ÜĎ Gerd Althoff: Noch einmal zu den Vorw√ľrfen gegen Heinrich IV. Genese, Themen, Einsatzfelder, in: Gerd Althoff (Hrsg.), Heinrich IV. Ostfildern 2009, S. 255‚Äď268, hier: S. 261.
  45. ‚ÜĎ Carmen de bello saxonico I, S. 3.
  46. ‚ÜĎ Claudia Garnier: Der bittende Herrscher ‚Äď der gebetene Herrscher. Zur Instrumentalisierung der Bitte im ausgehenden 11. Jahrhundert, in: Gerd Althoff (Hrsg.), Heinrich IV. Ostfildern 2009, S. 189‚Äď218, hier: S. 206.
  47. ‚ÜĎ Die m√ľndlichen Beratungen in Hoetensleben √ľberliefert vor allem Bruno, De bello Saxonico cap. 24-26.
  48. ‚ÜĎ Lampert von Hersfeld, Annalen 1074; Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024‚Äď1125. Ostfildern 2006, S. 142.
  49. ‚ÜĎ Berthold, Chronicon 1073.
  50. ‚ÜĎ Lampert von Hersfeld, Annalen 1075.
  51. ‚ÜĎ Gerd Althoff: K√∂nigsherrschaft und Konfliktbew√§ltigung im 10. und 11. Jahrhundert, in: Fr√ľhmittelalterliche Studien, Bd. 23 (1989), S. 265‚Äď290, hier: S. 286.
  52. ‚ÜĎ Gerd Althoff: Heinrich IV. Darmstadt 2006, S. 118.
  53. ‚ÜĎ Die Briefe Heinrichs IV., ed. Carl Erdmann (MGH Dt. MA 1, 1937) Nr. 5.
  54. ‚ÜĎ Carl Erdmann: Untersuchungen zu den Briefen Heinrichs IV., in: Archiv f√ľr Urkundenforschung, Bd. 16 (1939), S. 184‚Äď253, hier: S. 247.
  55. ‚ÜĎ Johannes Laudage. Am Vorabend von Canossa ‚Äď die Eskalation eines Konflikts. in: Christoph Stiegemann/Matthias Wemhoff (Hrsg.), Canossa 1077. Ersch√ľtterung der Welt, M√ľnchen 2006, S. 71‚Äď78, hier: S. 72.
  56. ‚ÜĎ Gerd Althoff: Vom Konflikt zur Krise: Praktiken der F√ľhrung und Beilegung von Konflikten in der sp√§tsalischen Zeit, in: Bernd Schneidm√ľller/Stefan Weinfurter (Hrsg.), Salisches Kaisertum und neues Europa. Die Zeit Heinrichs IV. und Heinrichs V., Darmstadt 2007, S. 27‚Äď45, hier: S. 39.
  57. ‚ÜĎ Die Briefe Heinrichs IV., ed. Carl Erdmann (MGH Dt. MA 1, 1937) Nr. 12.
  58. ‚ÜĎ (‚Ķ) regem Heinricium, hominem chrostianae legis contemptorem, ecclesiarum videlicet et imperii destructorem atque haerticorum auctorem et consentaneum (Das Register Gregors VII. VIII. 21, ed. Erich Caspar [MGH Epp. Sel. 2/2, 1923. Nachdr. 1978] S. 547.)
  59. ‚ÜĎ Bonizo, Liber ad amicum, Buch 8, 609; Johannes Laudage. Am Vorabend von Canossa ‚Äď die Eskalation eines Konflikts. in: Christoph Stiegemann/Matthias Wemhoff (Hrsg.), Canossa 1077. Ersch√ľtterung der Welt, M√ľnchen 2006, S. 71‚Äď78, hier: S. 74
  60. ‚ÜĎ Gerd Althoff: Heinrich IV. Darmstadt 2006, S. 142.
  61. ‚ÜĎ Gerd Althoff: Heinrich IV. Darmstadt 2006, S. 145.
  62. ‚ÜĎ Stefan Weinfurter: Bischof und Reich. Wandel der Autorit√§ten und Strukturen in der sp√§teren Salierzeit, in: Canossa 1077 ‚Äď Ersch√ľtterung der Welt. Geschichte, Kunst und Kultur am Aufgang der Romanik. Katalog zur Ausstellung, Band I: Essays, hg. von Christoph Stiegemann/Matthias Wemhoff, M√ľnchen 2006, S. 150‚Äď157, hier: S. 151.
  63. ‚ÜĎ Josef Fleckenstein: Heinrich IV. und der deutsche Episkopat in den Anf√§ngen des des Investiturstreites. Ein Beitrag zur Problematik von Worms, Tribur und Canossa, in: Josef Fleckenstein/Karl Schmid (Hrsg.): Adel und Kirche. Gerd Tellenbach zum 65. Geburtstag dargebracht von Freunden und Sch√ľlern. Freiburg u.a. 1968, S. 221‚Äď236.
  64. ‚ÜĎ Dazu detailliert: Lampert von Hersfeld, Annalen 1076.
  65. ‚ÜĎ Monika Suchan: F√ľrstliche Opposition gegen das K√∂nigtum im 11. und 12. Jahrhundert als Gestalterin mittelalterlicher Staatlichkeit, in: Fr√ľhmittelalterliche Studien, Bd. 37 (2003), S. 141‚Äď165, hier: S. 153.
  66. ‚ÜĎ Lampert von Hersfeld, Annalen 1077.
  67. ‚ÜĎ Stefan Weinfurter, Das Jahrhundert der Salier 1024‚Äď1125. Ostfildern 2006, S. 156.
  68. ‚ÜĎ Timothy Reuter: Unruhestiftung, Fehde, Rebellion, Widerstand. Gewalt und Frieden in der. Politik der Salierzeit, in: Die Salier und das Reich. Band 3, Sigmaringen 1991, S. 297‚Äď325, hier: S. 323. Gerd Althoff: Demonstration und Inszenierung. Spielregeln der Kommunikation in mittelalterlicher √Ėffentlichkeit, in: Fr√ľhmittelalterliche Studien, Bd. 27 (1993), S. 27‚Äď50, hier: S. 37f. Dagegen u.a. besonders: Werner Goez: Canossa als deditio?, in: Matthias Thumser (Hrsg.): Studien zur Geschichte des Mittelalters. Festschrift f√ľr J√ľrgen Petersohn, Stuttgart 2000. S. 92‚Äď99.
  69. ‚ÜĎ Johannes Fried: Der Pakt von Canossa. Schritte zur Wirklichkeit durch Erinnerungsanalyse, in: Wilfried Hartmann, Klaus Herbers (Hrsg.), Die Faszination der Papstgeschichte. Neue Zug√§nge zum fr√ľhen und hohen Mittelalter. K√∂ln u.a. 2008, S. 133‚Äď197.
  70. ‚ÜĎ Elisabeth Handle/Clemens Kosch: Standortbestimmungen. √úberlegungen zur Grablege Rudolfs von Rheinfelden im Merseburger Dom, in: Canossa 1077. Ersch√ľtterung der Welt. Geschichte, Kunst und Kultur am Aufgang der Romanik. Band I: Essays, hg. von Christoph Stiegemann/Matthias Wemhoff, M√ľnchen 2006, S. 526‚Äď541, hier: S. 530.
  71. ‚ÜĎ Lampert von Hersfeld, Annalen 1076.
  72. ‚ÜĎ Berthold, Annalen 1077.
  73. ‚ÜĎ Lampert von Hersfeld, Annalen 1076; Monika Suchan: F√ľrstliche Opposition gegen das K√∂nigtum im 11. und 12. Jahrhundert als Gestalterin mittelalterlicher Staatlichkeit, in: Fr√ľhmittelalterliche Studien, Bd. 37 (2003) S. 141‚Äď165, hier: S. 151ff.
  74. ‚ÜĎ Gerd Althoff, Heinrich IV. Darmstadt 2006, S. 169.
  75. ‚ÜĎ Gerold Meyer von Knonau: Jahrb√ľcher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. 7. Bd., Leipzig 1890‚Äď1909, hier: Bd. 3, S. 339f.
  76. ‚ÜĎ Otto von Freising, Gesta Friderici I. imperatoris I 7.
  77. ‚ÜĎ Bruno, De bello Saxonico cap. 125.
  78. ‚ÜĎ Gerd Althoff: Heinrich IV. Darmstadt 2006, S. 177.
  79. ‚ÜĎ Stefan Weinfurter: Herrschaftslegitimation und K√∂nigsautorit√§t im Wandel: Die Salier und ihr Dom zu Speyer, in: Die Salier und das Reich Bd. 1. Sigmaringen 1991, S. 55‚Äď96, hier: S. 88f.
  80. ‚ÜĎ Stefan Weinfurter: Herrschaftslegitimation und K√∂nigsautorit√§t im Wandel: Die Salier und ihr Dom zu Speyer, in: Die Salier und das Reich Bd. 1. Sigmaringen 1991, S. 55‚Äď96, hier: S. 94
  81. ‚ÜĎ Stefan Weinfurter: Herrschaftslegitimation und K√∂nigsautorit√§t im Wandel: Die Salier und ihr Dom zu Speyer, in: Die Salier und das Reich Bd. 1. Sigmaringen 1991, S. 55‚Äď96, hier: S. 90.
  82. ‚ÜĎ Vita Heinrici cap. 1.
  83. ‚ÜĎ Stefan Weinfurter, Salisches Herrschaftsverst√§ndnis im Wandel. Heinrich V. und sein Privileg f√ľr die B√ľrger von Speyer, in: Fr√ľhmittelalterliche Studien 36, 2002, S. 317‚Äď335, hier: S. 324. Die Urkunde: MGHF DH IV 466 (1101 April 10).
  84. ‚ÜĎ Gerd Althoff: Heinrich IV. Darmstadt 2006, S. 171.
  85. ‚ÜĎ Gerd Althoff: Heinrich IV. Darmstadt 2006, S. 190.
  86. ‚ÜĎ Gerd Althoff: Heinrich IV. Darmstadt 2006, S. 192.
  87. ‚ÜĎ Stefan Weinfurter: Herrschaftslegitimation und K√∂nigsautorit√§t im Wandel: Die Salier und ihr Dom zu Speyer, in: Die Salier und das Reich Bd. 1. Sigmaringen 1991, S. 55‚Äď96, hier: S. 90. Die Urkunde: MGH D H IV. 361.
  88. ‚ÜĎ Gerd Althoff: Heinrich IV. Darmstadt 2006, S. 198
  89. ‚ÜĎ Tilman Struve: Heinrich IV. Die Behauptung einer Pers√∂nlichkeit im Zeichen der Krise, in: Fr√ľhmittelalterliche Studien, Bd. 21 (1987), S. 318‚Äď345, hier: S. 330.
  90. ‚ÜĎ Gerd Althoff: Heinrich IV. Darmstadt 2006, S. 216.
  91. ‚ÜĎ DH. IV. 334 vom 23. Juni 1081 f√ľr die B√ľrger von Lucca, DH. IV. 336 von 1081 f√ľr die B√ľrger von Pisa und DH. IV. 421 von 1091 f√ľr die B√ľrger von Mantua. Vgl.: Tilman Struve: Heinrich IV. und die fideles cives der st√§dtischen Kommunen Oberitaliens, in: Deutsches Archiv f√ľr Erforschung des Mittelalters, Bd. 53 (1997) S. 497‚Äď553.
  92. ‚ÜĎ Bernold, Chronicon 1095.
  93. ‚ÜĎ Egon Boshof: Die Salier. 5., aktualisierte Auflage, Stuttgart 2008, S. 255.
  94. ‚ÜĎ Tilman Struve: Heinrich IV. Die Behauptung einer Pers√∂nlichkeit im Zeichen der Krise, in: Fr√ľhmittelalterliche Studien, Bd. 21 (1987), S. 318‚Äď345, hier: S. 334. Die Quellenstelle: Bernold, Chronicon 1093.
  95. ‚ÜĎ Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024‚Äď1125. Ostfildern 2006, S. 166.
  96. ‚ÜĎ Gerd Althoff: Heinrich IV. Darmstadt 2006, S. 226.
  97. ‚ÜĎ Stefan Weinfurter: Das Jahrhundert der Salier 1024‚Äď1125. Ostfildern 2006, S. 166. Quellenstelle: Vita Heinrici cap. 7.
  98. ‚ÜĎ Vita Heinrici, cap. 9.
  99. ‚ÜĎ Stefan Weinfurter: Reformidee und K√∂nigtum im sp√§tsalischen Reich. √úberlegungen zu einer Neubewertung Kaiser Heinrichs V., in: Reformidee und Reformpolitik im sp√§tsalisch-fr√ľhstaufischen Reich, Mainz 1992, S. 1‚Äď45.
  100. ‚ÜĎ Gerd Althoff: Heinrich IV. Darmstadt 2006, S. 235.
  101. ‚ÜĎ Stefan Weinfurter: Salisches Herrschaftsverst√§ndnis im Wandel. Heinrich V. und sein Privileg f√ľr die B√ľrger von Speyer, in: Fr√ľhmittelalterliche Studien, Bd. 36 (2002), S. 317‚Äď335, hier: S. 328f.
  102. ‚ÜĎ Die Briefe Heinrichs IV., ed. Carl Erdmann (MGH Dt. MA 1, 1937) Nr. 37, 38, 39.
  103. ‚ÜĎ zitiert nach: Stefan Weinfurter: Das Ende Heinrichs IV. und die neue Legitimation des K√∂nigtums, in: Gerd Althoff (Hrsg.), Heinrich IV., Ostfildern 2009, S. 331‚Äď353, hier: S. 343.
  104. ‚ÜĎ Karl Schmid: Die Sorge der Salier um ihre Memoria in: Karl Schmid und Joachim Wollasch (Hrsg.): Der geschichtliche Zeugniswert des liturgischen Gedenkens im Mittelalter, M√ľnchen 1984, S. 666‚Äď726, hier: S. 689.
  105. ‚ÜĎ Hubertus Seibert: Geld, Gehorsam, Gerechtigkeit, Gebet. Heinrich IV. und die M√∂nche, in: Gerd Althoff (Hrsg.), Heinrich IV. Ostfildern 2009, S. 269‚Äď331, hier: S. 269.
  106. ‚ÜĎ Stefan Weinfurter: Salisches Herrschaftsverst√§ndnis im Wandel. Heinrich V. und sein Privileg f√ľr die B√ľrger von Speyer, in: Fr√ľhmittelalterliche Studien, Bd. 36 (2002), S. 317‚Äď335.
  107. ‚ÜĎ Grundlegend: Gerd Tellenbach: Der Charakter Kaiser Heinrichs IV. Zugleich ein Versuch √ľber die Erkennbarkeit menschlicher Individualit√§t im hohen Mittelalter, in: Gerd Althoff u.a. (Hrsg.), Person und Gemeinschaft im Mittelalter. Karl Schmid zum f√ľnfundsechzigsten Geburtstag, Sigmaringen 1988, S. 345‚Äď367, hier: S. 367.
  108. ‚ÜĎ Gerd Althoff: Die letzten Salier im Urteil ihrer Zeitgenossen, in: Christoph Stiegemann/Matthias Wemhoff (Hrsg.), Canossa 1077. Ersch√ľtterung der Welt, M√ľnchen 2006, S. 79‚Äď92, hier: S. 85.
  109. ‚ÜĎ Lampert von Hersfeld, Annalen 1066.
  110. ‚ÜĎ Annales Altahenes maiores, Annalen 1072; Lampert von Hersfeld, Annalen 1073.
  111. ‚ÜĎ Lampert von Hersfeld, Annalen 1073; Bruno, De bello Saxonico cap. 23.
  112. ‚ÜĎ Lampert von Hersfeld, Annalen 1073; Bruno, De bello Saxonico cap. 8.
  113. ‚ÜĎ Lampert von Hersfeld, Annalen 1073. Zusammenfassend zu den Vorw√ľrfen: Tilman Struve, Der ‚Äěgute‚Äú Kaiser Heinrich IV. Heinrich IV. im Lichte der Verteidiger des salischen Herrschaftssystems, in: Gerd Althoff (Hrsg.), Heinrich IV., Ostfildern 2009, S. 161‚Äď188, hier: S. 183f.
  114. ‚ÜĎ Gerd Tellenbach: Der Charakter Kaiser Heinrichs IV. Zugleich ein Versuch √ľber die Erkennbarkeit menschlicher Individualit√§t im hohen Mittelalter, in: Gerd Althoff u.a. (Hrsg.), Person und Gemeinschaft im Mittelalter. Karl Schmid zum f√ľnfundsechzigsten Geburtstag, Sigmaringen 1988, S. 345‚Äď367, hier: S. 348.
  115. ‚ÜĎ Gerd Althoff: Heinrich IV. Darmstadt 2006, S. 185.
  116. ‚ÜĎ Tilman Struve: Der ‚Äěgute‚Äú Kaiser Heinrich IV. Heinrich IV. im Lichte der Verteidiger des salischen Herrschaftssystems, in: Gerd Althoff (Hrsg.), Heinrich IV., Ostfildern 2009, S. 161‚Äď188, hier: S. 182.
  117. ‚ÜĎ Benzo von Alba, Ad Heinricum IV. imperatorem VI, c. 6.
  118. ‚ÜĎ Benzo von Alba, Ad Heinricum IV. imperatorem VI, c. 3.
  119. ‚ÜĎ Benzo von Alba, Ad Heinricum IV. imperatorem VI, c. 6.
  120. ‚ÜĎ Annelies Amberger: Insignienverlust ‚ÄĒ Insignienbesitz. Krone und Ring als Funeralinsignien im Grab Kaiser Heinrichs IV. und Herodesbilder in Lambach, in: Fr√ľhmittelalterliche Studien, Bd. 42 (2008) S. 189‚Äď228, hier: S. 222.
  121. ‚ÜĎ Otto von Freising, Chronica VI 35.
  122. ‚ÜĎ Bismarck. Die gro√üen Reden, herausgegeben von Lothar Gall, Berlin 1981, S. 131.
  123. ‚ÜĎ Tilman Struve: Lampert von Hersfeld, der K√∂nigsraub von Kaiserswerth im Jahre 1062 und die Erinnerungskultur des 19. Jahrhunderts, in: Archiv f√ľr Kulturgeschichte, Bd. 88 (2006), S. 251‚Äď278, hier: S. 265ff.
  124. ‚ÜĎ Der Dom zu Speyer, bearb. von Hans Erich Kubach/Walter Haas, Text und Bildband, Berlin u. a. 1972, S. 1065.
  125. ‚ÜĎ Hermann Heimpel: Canossa, in: Ders. (Hrsg.): Vier Kapitel aus der deutschen Geschichte. Festgabe zum 225 j√§hrigen Bestehen des Verlages am 13. Februar 1960, G√∂ttingen 1960, S. 27‚Äď46, hier: S. 42.
  126. ‚ÜĎ Vgl. dazu die Quellenstellen bei: Tilman Struve: Heinrich IV. in der historiographischen Tradition des 19. und 20. Jahrhunderts, in: Historisches Jahrbuch 119 (1999) S. 52‚Äď64, hier: S. 58.
  127. ‚ÜĎ Karl Wilhelm Nitzsch: Geschichte des deutschen Volkes im elften und zw√∂lften Jahrhundert, 2. Auflage, Leipzig 1892, S. 148.
  128. ‚ÜĎ Gustav Adolf Harald Stenzel, Geschichte Deutschlands unter den fr√§nkischen Kaisern. 1, Leipzig 1827, S. 607.
  129. ‚ÜĎ Hartwig Floto: Kaiser Heinrich der Vierte und sein Zeitalter, 2 Bd., Stuttgart/Hamburg 1855/56, S. 151.
  130. ‚ÜĎ Karl Hampe: Deutsche Kaisergeschichte in der Zeit der Salier und Staufer, 3. Auflage, Leipzig 1916, S. 74.
  131. ‚ÜĎ Rudolf Schieffer: Gerold Meyer von Knonaus Bild von Heinrich IV., in: Gerd Althoff (Hrsg.): Heinrich IV. Ostfildern 2009, S. 73‚Äď86, hier: S. 73.
  132. ‚ÜĎ Rudolf Schieffer: Gerold Meyer von Knonaus Bild von Heinrich IV., in: Gerd Althoff (Hrsg.): Heinrich IV. Ostfildern 2009, S. 73‚Äď86, hier: S. 77.
  133. ‚ÜĎ Johannes Haller, Altdeutsches Kaisertum, 4. Auflage, Stuttgart/Berlin 1926, S. 109.
  134. ‚ÜĎ Hagen Keller: Schw√§bische Herz√∂ge als Thronbewerber: Hermann II. (1002), Rudolf von Rheinfelden (1077), Friedrich von Staufen (1125). Zur Entwicklung von Reichsidee und F√ľrstenverantwortung, Wahlverst√§ndnis und Wahlverfahren im 11. und 12. Jahrhundert, in: Zeitschrift f√ľr die Geschichte des Oberrheins, Bd. 131 (1983), S. 123‚Äď162, bes. S. 145ff.
  135. ‚ÜĎ Jutta Schlick: K√∂nig, F√ľrsten und Reich (1056‚Äď1159). Herrschaftsverst√§ndnis im Wandel, Stuttgart 2001, S. 14.
  136. ‚ÜĎ Jutta Schlick: K√∂nig, F√ľrsten und Reich (1056‚Äď1159). Herrschaftsverst√§ndnis im Wandel, Stuttgart 2001, S. 31
  137. ‚ÜĎ Jutta Schlick: K√∂nig, F√ľrsten und Reich (1056‚Äď1159). Herrschaftsverst√§ndnis im Wandel, Stuttgart 2001, S. 40.
  138. ‚ÜĎ Gerd Althoff: Heinrich IV. Darmstadt 2006, S. 20.
  139. ‚ÜĎ Gerd Althoff: Heinrich IV. Darmstadt 2006, S. 299.
  140. ‚ÜĎ Gerd Althoff: Heinrich IV. Darmstadt 2006, S. 302.


Vorgänger Amt Nachfolger
Heinrich III. Römisch-deutscher König
ab 1084 Kaiser

1056‚Äď1105
Heinrich V.
Konrad I. Herzog von Bayern
1053‚Äď1054
Konrad II.
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