Henri Matisse, Scherenschnitt

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Henri Matisse, Scherenschnitt
Henri Matisse im Mai 1933, Fotografie von Carl van Vechten
Unterschrift von Henri Matisse

Henri Matisse (* 31. Dezember 1869 in Le Cateau-CambrĂ©sis, Aisne, Frankreich; † 3. November 1954 in Cimiez, heute ein Vorort von Nizza), vollstĂ€ndig Henri Émile BenoĂźt Matisse, war ein französischer Maler, Grafiker, Zeichner und Bildhauer. Er zĂ€hlt mit Pablo Picasso zu den bedeutendsten KĂŒnstlern der Moderne und gilt neben AndrĂ© Derain als Wegbereiter und Hauptvertreter des Fauvismus, der die Loslösung vom Impressionismus propagierte und eine kĂŒnstlerische Revolution des 20. Jahrhunderts darstellt.[1] Matisse fand seinen eigenen kĂŒnstlerischen Stil durch die Anwendung der reinen Farbe fĂŒr die rĂ€umliche Wirkung. In seinen GemĂ€lden sind die Farbgebung, der spielerische Bildaufbau und die Leichtigkeit seiner Bildthemen sowie die Einfachheit der Komposition das Ergebnis langer Studien.[2] Mit seinen in den 1940-er Jahren entstandenen papiers dĂ©coupĂ©s, ein Beispiel ist das KĂŒnstlerbuch Jazz, schuf Matisse ein SpĂ€twerk, das seine Reduktionsbestrebungen zum Abschluss bringt. Die von ihm geplante und ausgestattete Rosenkranzkapelle in Vence, eingeweiht im Jahr 1951, hielt der KĂŒnstler selbst fĂŒr sein Meisterwerk.[3] Seine stilistischen Neuerungen beeinflussten die Moderne Kunst. So geht unter anderem die Entstehung des abstrakten Expressionismus in den USA mit auf seinen Einfluss zurĂŒck.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kindheit und Ausbildung

Henri Matisse, Sohn des Émile Matisse und dessen Ehefrau HĂ©loĂŻse, geborene GĂ©rard, wurde auf dem Hof der Großeltern in Le Cateau-CambrĂ©sis geboren. Seine Eltern betrieben in Bohain-en-Vermandois eine Drogerie und einen Samenhandel; hier wuchs Matisse auf. 1872 wurde sein Bruder Émile Auguste geboren. Der Vater wĂŒnschte, dass sein Ă€ltester Sohn das elterliche GeschĂ€ft ĂŒbernehmen möge. Dieser entschied sich jedoch, nachdem er von 1882 bis 1887 das humanistische Henri-Martin-Gymnasiums in Saint-Quentin besucht hatte, fĂŒr das Studium der Rechtswissenschaft in Paris, das er zwei Jahre lang absolvierte.

WĂ€hrend einer kurzen TĂ€tigkeit als Anwaltsgehilfe 1889 in Saint-Quentin belegte Matisse in den Morgenstunden Zeichenkurse an der École Quentin de la Cour. Im Jahr 1890 begann er nach einer Blinddarmoperation, deren Folgen ihn ein Jahr lang ans Bett fesselten, mit der Malerei. Er gab 1891 seine juristische Karriere auf, kehrte nach Paris zurĂŒck und trat in die AcadĂ©mie Julian ein – an der unter anderem der Salonmaler William Adolphe Bouguereau unterrichtete – um sich auf die AufnahmeprĂŒfung an der École des Beaux-Arts vorzubereiten. Dabei scheiterte er im ersten Anlauf.[4]

Matisse besuchte ebenfalls die École des Arts dĂ©coratifs (Kunstgewerbeschule), an der er Albert Marquet kennenlernte, mit dem ihn eine lange Freundschaft verband. Im Jahr 1895 wurden beide nach bestandener AufnahmeprĂŒfung der École des Beaux Arts SchĂŒler des symbolistischen Malers Gustave Moreau, in dessen Klasse sie bereits 1893 als GastschĂŒler aufgenommen worden waren. Matisse wurde 1894 Vater einer Tochter, Marguerite († 1982), die Mutter war Camille (Caroline) Joblaud, eine Frau, die er als Modell beschĂ€ftigte und die seine Geliebte war.

Paul CĂ©zanne: Les trois baigneuses (Die drei Badenden), 1879–82. Dieses Bild kaufte Matisse 1899 bei Ambroise Vollard. Heute ist es im Petit-Palais, Paris, ausgestellt.

WĂ€hrend eines Aufenthalts in der Bretagne im Jahr 1896 lernte Matisse durch den Maler Émile WĂ©ry, seinen Nachbarn vom Quai Saint-Michel 19, der ihn auf der Reise begleitete, die impressionistische Farbpalette kennen. In dieser Zeit begann er, klassische Werke im Louvre zu kopieren und stellte erstmals fĂŒnf GemĂ€lde im Salon der SociĂ©tĂ© Nationale des Beaux Arts aus.[5] In den Jahren 1897 und 1898 besuchte er den Maler John Peter Russell auf Belle-Île, einer Insel vor der KĂŒste der Bretagne. Russell fĂŒhrte ihn in die impressionistische Malweise ein und machte ihn mit dem Werk von Vincent van Gogh bekannt. Matisse’ Malstil verĂ€nderte sich grundlegend, und spĂ€ter fĂŒhrte er aus: „Russell war mein Lehrer, und Russell erklĂ€rte mir die Farbtheorie“.[6]

1898 heiratete Matisse AmĂ©lie Noellie Parayre. Auf den Rat Camille Pissarros reiste er nach London, um dort die Arbeiten Turners zu studieren und die Flitterwochen zu verbringen; anschließend besuchte er Korsika und Toulouse. Aus der Ehe gingen zwei Söhne, Jean (*1899) und Pierre (*1900) hervor.[7] Marguerite wurde in die Familie aufgenommen; Matisse liebte seine Tochter sehr und schuf von ihr viele PortrĂ€ts. Sie heiratete den Kunstkritiker und Philosophen Georges Duthuit; im Jahr 1983 gab sie mit ihrem Sohn Claude Duthuit das Werkverzeichnis der Druckgrafik ihres Vaters heraus.[8]

Als sein Lehrer Gustave Moreau starb, verließ Matisse 1899 die École des Beaux Arts, da es Differenzen mit Moreaus Nachfolger Fernand Cormon gab. Nach einem erneuten kurzen Studium an der AcadĂ©mie Julian belegte er Kurse bei EugĂ©ne CarriĂšre, der ein Freund des Bildhauers Auguste Rodin war. Matisse lernte hier seine spĂ€teren WeggefĂ€hrten AndrĂ© Derain und dessen Freund Maurice de Vlaminck kennen. Er malte mit Albert Marquet im Jardin du Luxembourg und besuchte in den Abendstunden Kurse fĂŒr Skulptur.[9] Noch im selben Jahr kaufte er bei Vollard das GemĂ€lde Drei Badende von Paul CĂ©zanne. Trotz schwerer finanzieller Sorgen behielt er das Werk, das einen weitreichenden Einfluss auf sein Denken und Schaffen ausĂŒbte, bis zum Jahr 1936. In diesem Jahr ĂŒbergab er das GemĂ€lde als Geschenk an das Museum der schönen KĂŒnste im Petit Palais in Paris.[10]

Krisenjahre

Grand Palais, Paris, Postkarte um 1900

An der AcadĂ©mie Rodin besuchte Matisse im Jahr 1900 Abendkurse und arbeitete unter der Leitung des Bildhauers Antoine Bourdelle mit anfangs geringem Erfolg.[11] Aufgrund mangelnder Einnahmen – das ModistengeschĂ€ft seiner Frau warf zum Lebensunterhalt nicht genug Einnahmen ab, und die Kinder mussten oft den Großeltern ĂŒberlassen werden – geriet er in eine schwere finanzielle Krise und nahm Arbeit als Dekorationsmaler an. Gemeinsam mit Albert Marquet malte Matisse Girlanden und Rahmenschmuck fĂŒr die Ausstattung der Weltausstellung 1900, die im Pariser Grand Palais stattfand. Die Arbeit war anstrengend, deshalb kehrte er erschöpft nach Bohain zurĂŒck, um sich zu erholen. In jenen Tagen war Matisse derart entmutigt, dass er daran dachte, die Malerei aufzugeben. Nachdem er seine Krise ĂŒberwunden hatte, bemĂŒhte er sich um Kunstsammler und Austellungsmöglichkeiten. Eine erste Einzelausstellung seiner Arbeiten fand 1904 bei dem französischen KunsthĂ€ndler Ambroise Vollard statt. Im Sommer desselben Jahres reiste Matisse auf Veranlassung von Paul Signac nach Saint-Tropez und begann, Bilder im Stil des Neoimpressionismus zu malen.[12]

Entstehung des Fauvismus

Collioure, Foto aus dem Jahr 2006

Den Sommer des Jahres 1905 verbrachte Matisse mit AndrĂ© Derain und zeitweise mit Maurice de Vlaminck in Collioure, einem Fischerdorf am Mittelmeer. Dieser Aufenthalt wurde zu einem bedeutsamen Wendepunkt in seinem Schaffen. So kristallisierte sich in dieser Zeit in Zusammenarbeit mit Derain ein Stil heraus, der unter dem Namen Fauvismus in die Kunstgeschichte einging. Die Bewegung erhielt ihren Namen, als die kleine Gruppe gleichgesinnter Maler, bestehend aus Matisse, AndrĂ© Derain und Maurice de Vlaminck, zum ersten Mal in einer Ausstellung des Salon d’Automne in Paris im Herbst 1905 ihre Bilder zeigten und Empörung bei Publikum und Kunstkritikern ernteten.[13]

Ausstellung des Salon d’Automne in Paris, 1905. Die Skulptur in der Mitte provozierte Vauxcelles’ Bemerkung „Donatello au milieu des fauves“.

Der Kritiker Louis Vauxcelles bezeichnete die KĂŒnstler als „Fauves“ („Die wilden Tiere“). Sein Kommentar „Donatello au milieu des fauves!“ wurde am 17. Oktober 1905 in der Zeitung Gil Blas veröffentlicht und erlangte Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch.[14] Im Mittelpunkt der Kritik stand das starkfarbige GemĂ€lde Femme au chapeau (Frau mit Hut) von Matisse. Michael Stein, ein Bruder von Gertrude Stein, kaufte das Bild. Dieser „Skandalerfolg“ trieb Matisse’ Marktwert in die Höhe. Die Steins gehörten ebenfalls in der Zukunft zu seinen Förderern.[15] Die Gruppe der Fauvisten löste sich bereits 1907 wieder auf.

Bekanntschaft mit Picasso

Am 20. MĂ€rz 1906 zeigte Matisse im Salon des IndĂ©pendants sein neues Werk Bonheur de vivre (Lebensfreude). Kritiker und akademische Maler reagierten gereizt, und sogar Paul Signac, VizeprĂ€sident der IndĂ©pendants, reihte sich ein und nahm Matisse die durch das GemĂ€lde deutlich gewordene Absage an den Nachimpressionismus ĂŒbel. Leo Stein empfand es jedoch „als das wichtigste Bild unserer Zeit“ und erwarb es fĂŒr den gemeinsam mit seiner Schwester Gertrude gefĂŒhrten Salon. Im selben Jahr lernte Matisse Pablo Picasso kennen; ihr erstes Zusammentreffen fand im Salon der Steins statt, in dem Matisse seit einem Jahr regelmĂ€ĂŸig verkehrte. Mit Picasso verband ihn seit dieser Zeit eine rivalisierende Freundschaft, die von gegenseitigem Respekt getragen wurde.[16] Getrude Steins amerikanische Freunde aus Baltimore, Clarabel und Etta Cone, wurden ebenfalls Förderer von Matisse and Picasso. In der Gegenwart ist die Cone Collection im Baltimore Museum of Art ausgestellt.[17]

Reise nach Algerien

Im Mai 1906 reiste Matisse nach Algerien und besuchte die Oase Biskra. WĂ€hrend der Reise malte er nicht; erst nach der RĂŒckkehr entstand das GemĂ€lde Blauer Akt (Erinnerung an Biskra) und vor Vollendung des GemĂ€ldes eine Skulptur Liegender Akt, die eine identische Körperhaltung aufweist. Von der zweiwöchigen Reise brachte er GebrauchsgegenstĂ€nde wie Keramiken und Stoffe mit, die er hĂ€ufig als Motive fĂŒr seine Bilder verwendete. Matisse entnahm der orientalischen Keramik die reine, flĂ€chig aufgetragene Farbe, die Reduktion der Zeichnung auf eine arabeskenhafte Linie sowie die flĂ€chige Anordnung des Bildraums. Orientalische Teppiche erschienen auf seinen GemĂ€lden wie bei keinem anderen Maler der Moderne. Ein Beispiel ist das Stillleben Orientalische Teppiche, das er nach der RĂŒckkehr malte.[18]

Die Académie Matisse

Auf Betreiben und mit UnterstĂŒtzung seiner Bewunderer, Michael, Sarah, Gertrude und Leo Stein sowie Hans Purrmann, Marg und Oskar Moll und anderer grĂŒndete er eine private Malschule, die seinen Namen erhielt: Die „AcadĂ©mie Matisse“. Dort unterrichtete er von Januar 1908 bis 1911 und hatte schließlich 100 SchĂŒler aus dem In- und Ausland. Purrmann war fĂŒr Organisation und Verwaltung zustĂ€ndig.[19]

Matisse und seine Studenten im Atelier, 1909

Der Unterricht fand zunĂ€chst in den RĂ€umen des Couvent des Oiseaux an der Rue de SĂšvres statt. In diesem leerstehenden Kloster hatte Matisse bereits seit 1905 neben seinem ursprĂŒnglichen Atelier am Quai St.-Michel einen weiteren Atelierraum angemietet. Nachdem die GrĂŒndung der Privatakademie feststand, mietete Stein im Couvent einen weiteren Raum fĂŒr den Unterricht an. Allerdings musste der Klosterkomplex schon nach wenigen Wochen gerĂ€umt werden. Die Schule zog deshalb in den Couvent de SacrĂ©-CƓur auf dem Boulevard des Invalides an der Ecke der Rue de Babylon um.

Durch ihren nicht-kommerziellen Charakter hob sich die AcadĂ©mie Matisse von vergleichbaren Meisterateliers ab. Matisse legte viel Wert auf eine klassische Grundausbildung der jungen KĂŒnstler. Einmal in der Woche stand ein gemeinsamer Museumsbesuch auf dem Lehrplan. Das Arbeiten nach einem Modell kam erst nach der MĂŒhe des Kopierens. FĂŒr die damalige Zeit war der Frauenanteil innerhalb der SchĂŒlerschaft ĂŒberraschend hoch. Unter den insgesamt 18 deutschen SchĂŒlern, beispielsweise Friedrich Ahlers-Hestermann und Franz Nölken, waren acht KĂŒnstlerinnen, unter anderem Mathilde Vollmoeller.

Mit Purrmann unternahm Matisse 1908 seine erste Reise nach Deutschland. Dort lernte er die Werke deutscher Expressionisten kennen. Im selben Jahr fand seine erste amerikanische Ausstellung in Alfred Stieglitz’ Galerie 291 statt. Seine kunsttheoretische Schrift Notes d’un Peintre (Notizen eines Malers) erschien am 25. Dezember 1908 in der Grande Revue.[20]

Umzug nach Issy-les-Moulineaux und Kriegsjahre

Ausstellungsplakat der Armory Show, New York 1913

Der russische MĂ€zen Sergej Schtschukin begann, die Werke von Matisse zu sammeln und erteilte ihm den Auftrag zu zwei großen Wandbildern, Der Tanz und Die Musik. Die Krisenjahre waren ĂŒberwunden, und die von nun an finanziell gefestigte Position ermöglichte es Matisse, 1909 den Wohnsitz am Quai Saint-Michel in Paris zu verlassen und nach Issy-les-Moulineaux zu ziehen, wo er ein Haus kaufte und auf dem GrundstĂŒck sein Atelier errichten ließ. FĂŒr lange Zeit standen ihm die Familienmitglieder kostenlos Modell und kamen seinen WĂŒnschen verstĂ€ndnisvoll entgegen. Sie richteten sich nach den BedĂŒrfnissen des KĂŒnstlers, beispielsweise mussten die Kinder beim Essen schweigen, um die Konzentration des Vaters nicht zu stören.[21]

Nach der Teilnahme an der von Roger Fry im Jahr 1910 zusammengestellten Ausstellung Manet and the Postimpressionists in London wurden seine Skulpturen 1912 in Alfred Stieglitz’ Galerie 291 in New York ausgestellt. Ein Jahr spĂ€ter, 1913, nahmen einige seiner GemĂ€lde an der bedeutenden Ausstellung Armory Show, New York, teil, die das konservative amerikanische Publikum jedoch mit Ă€tzender Kritik bedachte.

Neben seinen Aufenthalten in Sevilla (1910/1911) und Tanger (1911/1912 und 1912/1913) weilte er im Sommer 1914 in Berlin. WĂ€hrend Matisse sich im August 1914 in Paris aufhielt, kam es zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Matisse meldete sich zum MilitĂ€rdienst, sein Gesuch wurde abgelehnt. Das Gehöft der Familie wurde bei einem deutschen Angriff zerstört; Matisse erhielt keine Nachricht mehr von seiner Mutter und von seinem Bruder, der wie die anderen MĂ€nner des Dorfes von deutschem MilitĂ€r als Kriegsgefangener mitgenommen wurde. Kurz vor der Marne-Schlacht verließ Matisse Paris und fuhr mit Marquet nach Collioure. Die Schrecken jener Zeit fĂŒhrte Fauvisten und Kubisten, die bisher durch kĂŒnstlerische Konflikte zerstritten waren, wieder nĂ€her zusammen, so wohnte Juan Gris bei dem Lehrer der Kinder von Matisse. Dessen kubistischer Einfluss verstĂ€rkte Matisse’ Neigung zu geometrischer Vereinfachung. Die Söhne Jean und Pierre mussten ab dem Sommer 1917 MilitĂ€rdienst leisten.[22]

In Nizza

Ehemaliger Wohnsitz von Matisse in Nizza, No. 1, Place Charles-Félix

Matisse hielt sich 1916 auf Ă€rztliches Anraten in Menton an der CĂŽte d’Azur auf, da er unter Bronchitis litt und mietete 1916/1917 in Nizza im HĂŽtel Beau-Rivage ein Zimmer. Diese Stadt sollte fĂŒr die weiteren Jahre zu seinem Domizil werden. Nachdem er zwischenzeitlich im HĂŽtel MĂ©diterranĂ©e wohnte, bezog er in den zwanziger Jahren eine zweistöckige Wohnung am Place Charles-FĂ©lix in Nizza. In den Monaten Mai bis September kehrte er regelmĂ€ĂŸig nach Issy-le-Moulineaux zurĂŒck und arbeitete dort in seinem Atelier.[23]

1918 fand in der Galerie Guillaume die Ausstellung Matisse – Picasso statt, die in gewissem Maße ein Beweis fĂŒr die fĂŒhrende Rolle dieser Maler in der zeitgenössischen Kunst war. [24] Er zeigte einige seiner Bilder Renoir, den er in dieser Zeit oft besuchte; ebenso verkehrte er mit Bonnard in Antibes.

Im Jahr 1920 wurde Djagilews Ballett Le Chant du Rossignol in Paris uraufgefĂŒhrt, fĂŒr das Matisse die KostĂŒme und das BĂŒhnenbild entworfen hatte. Er widmete sich erneut der Arbeit an Skulpturen, die er in den vorhergehenden Jahren vernachlĂ€ssigt hatte. 1927 organisierte sein Sohn Pierre Matisse, der Galerist geworden war, eine Ausstellung fĂŒr ihn in seiner New Yorker Galerie; im selben Jahr erhielt er den Preis fĂŒr Malerei der Carnegie International Exhibition in Pittsburgh.

Zur Entspannung unternahm Matisse viele Reisen, so 1921 nach Étretat, 1925 nach Italien und 1930 ĂŒber New York und San Francisco nach Tahiti.[25] Auf der RĂŒckreise im September 1930 besuchte er seinen wichtigen Sammler Albert C. Barnes in Merion (USA), der ihn um eine Dekoration unter dem Thema Tanz fĂŒr sein Privatmuseum bat. Werke von Georges Seurat, CĂ©zanne, Auguste Renoir fĂŒllten hier bereits die WĂ€nde. Matisse nahm die Herausforderung an und konnte sie 1932 fertigstellen. Im Jahr 1933 wurde sein Enkel Paul Matisse in New York geboren.

In den folgenden Jahren entstanden Projekte fĂŒr Tapisserien und Buchillustrationen. Er radierte Szenen aus der Odyssee als Illustrationen zum Ulysses von James Joyce. Im November 1931 gab das Museum of Modern Art Matisse die Gelegenheit zu seiner ersten großen amerikanischen Einzelausstellung in New York. Vorausgegangen war eine bedeutende Ausstellung in der Berliner Galerie Thannhauser im SpĂ€tsommer 1930. So brachten die Jahre 1930 bis 1931 viele von Matisse’ persönlichen PlĂ€nen zur Reife und festigten seinen bereits wachsenden internationalen Ruf. Im Oktober erschien das erste von Matisse illustrierte Buch, die Skira-Ausgabe der PoĂ©sie de StĂ©phane MallarmĂ©.

1937 wurde Matisse von LĂ©onide Massine gebeten, Dekorationen und KostĂŒme fĂŒr Rouge et noir zu entwerfen, ein Ballett mit der Musik von Schostakowitsch und der Choreographie von Massine. 1938 ĂŒbersiedelte er nach Cimiez ins frĂŒhere Hotel RĂ©gina, mit Blick auf Nizza, wo er bis zu seinem Tod wohnte.

FĂŒr die gewaltige Aufgabe von Barnes’ WandgemĂ€lde hatte Matisse die 22-jĂ€hrige russische Emigrantin Lidia Delektorskaya als Assistentin angestellt, die ihm außerdem Modell saß. Daraufhin wurde er von seiner Frau AmĂ©lie vor die Alternative gestellt wurde: „Ich oder sie.“ Lidia Delektorskaya wurde entlassen, trotzdem forderte AmĂ©lie die Scheidung und verließ ihn nach 31 Jahren Ehe. Matisse wurde sehr krank und stellte Delektorskaya wieder ein. Nach einem Parisaufenthalt bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs kehrte er nach Nizza zurĂŒck.[26]

Schwere Krankheit – Arbeit an Jazz

Im Vordergrund das Musée Matisse in Cimiez, Nizza, im Hintergrund das Hotel Régina, in dem Matisse im Alter wohnte

1941 musste sich Matisse in Lyon einer schweren Darmoperation unterziehen. Fast drei Monate blieb er in der Klinik, danach zwei Monate mit Grippe im Hotel. Er litt an einem Zwölffingerdarmkrebs und zwei nachfolgenden Lungenembolien.

Im Mai kehrte er wieder nach Cimiez zurĂŒck. Die Operation und die darauffolgende Krankheit setzten ihm ernstlich zu, sodass er sich nur noch beschrĂ€nkte Zeit aufrechthalten konnte. WĂ€hrend seiner Rekonvaleszenz begann er von neuem zu arbeiten, er malte und zeichnete im Bett, so unter anderem an den Illustrationen fĂŒr die Fabiani-Ausgabe von Henry de Montherlants PasiphaĂ© und die Skira-Ausgabe der FlorilĂ©ge des amours de Ronsard.

Montagne du Baou

In seinem nach einem Luftangriff auf Cimiez im Jahr 1943 bezogenen Atelier zu FĂŒĂŸen des Montagne du Baou in der Villa Le RĂȘve, zwei Kilometer vom Hauptplatz des provenzalischen Dorfes Vence entfernt, begann Matisse an seinen Schnitt- und Klebekompositionen fĂŒr sein Buch Jazz zu arbeiten, obwohl es um seine Gesundheit immer noch nicht gut bestellt war. 1944 wurde seine geschiedene Frau verhaftet und Tochter Marguerite wegen Beteiligung an der RĂ©sistance deportiert und zu einer sechsmonatigen Haft verurteilt.[27] Le RĂȘve blieb bis 1948 sein Wohnsitz, dann kehrte er nach Nizza in das Hotel RĂ©gina zurĂŒck.

Im FrĂŒhsommer 1945 reiste Matisse nach Paris, wo 37 Werke im Salon d’Automne in einer Retrospektive gezeigt wurden. Im selben Jahr stellte er mit Picasso zusammen im Victoria und Albert Museum in London aus. 1946 erhielt Matisse erstmals Besuch von Picasso und dessen LebensgefĂ€hrtin Françoise Gilot in Vence; bis 1954 trafen die beiden KĂŒnstler sich noch mehrmals.[28]

Letzte Jahre – Die Kapelle in Vence

Außenansicht der Kapelle

Im Jahr 1947 wurde Matisse in den Rang eines Kommandeurs der Ehrenlegion erhoben. Im selben Jahr begann er mit seinen EntwĂŒrfen fĂŒr eine Kapelle der Dominikanerinnen, die Rosenkranzkapelle in Vence, die ihn wĂ€hrend der nĂ€chsten Jahre fast ausschließlich beschĂ€ftigen sollten. Das Projekt war das Ergebnis einer engen Freundschaft zwischen Matisse und Schwester Jacques-Marie. Er hatte Monique Bourgeois 1941 als Pflegerin und Modell angestellt; 1946 trat sie in ein Dominikanerkloster in Vence ein und erhielt den Namen Jacques-Marie. Als sie sich dort wiedersahen, bat sie ihn um Rat fĂŒr die Errichtung einer Kapelle fĂŒr das Kloster. Im Dezember 1949 wurde der Grundstein fĂŒr die Kapelle gelegt, und am 25. Juni 1951 erfolgte die Einweihung durch den Bischof von Nizza. Ebenfalls im Jahr 1951 erhielt Matisse den ersten Preis fĂŒr Malerei auf der Biennale in Venedig.

Im Zusammenhang mit seinen 1951 in den USA ausgestellten Werken gab der amerikanische Kunsthistoriker Alfred H. Barr Matisse: his Art and his Public heraus, das bis in die heutige Zeit ein bedeutendes Buch ĂŒber den KĂŒnstler darstellt. Im Jahr 1952 eröffnete das MusĂ©e Henri Matisse in seiner Heimatstadt Le Cateau-CambrĂ©sis seine Pforten. Ein Jahr spĂ€ter folgten Ausstellungen der papiers dĂ©coupĂ©s in Paris und seiner Skulpturen in London.

Matisse arbeitete in den letzten Tagen seines Lebens an der Rockefeller Rose, die sein letztes Werk werden sollte, ein Glasfenster fĂŒr die Union Church of Pocantico Hills, das er im Auftrag der Familie Nelson Rockefeller zur Erinnerung an Abby Aldrich Rockefeller gestaltete. Die Kirche enthĂ€lt neben Matisse’ Werk auch Fenster von Marc Chagall.[29]

Grabstein auf dem Friedhof von Cimiez

Matisse starb am 3. November 1954 in Nizza an einem Herzanfall. Sein Grab – der Gedenkstein ist zusĂ€tzlich versehen mit der Inschrift seiner frĂŒheren Ehefrau – liegt auf dem höchsten Punkt des Friedhofs von Cimiez; es ist ein Geschenk der Stadt Nizza.

Am 5. Januar 1963 wurde ein weiteres Museum, das MusĂ©e Matisse, in Nizza gegrĂŒndet. Der KĂŒnstler selbst schenkte bereits vor der GrĂŒndung am 21. Oktober 1953 das GemĂ€lde Stillleben mit Granatapfel (1947), vier Zeichnungen aus den Jahren 1941/42, den Scherenschnitt Die kreolische TĂ€nzerin (1950) sowie die zwei Seidendrucke, Ozeanien – Das Meer und Ozeanien – Der Himmel, beide aus dem Jahr 1947. Weitere Schenkungen der Erben folgten zwischen den Jahren 1960 und 1978.[30]

Das malerische Werk

„Die Lehrer an der Beaux-Arts pflegten zu sagen: ‚Haltet Euch stur an die Natur!‘. WĂ€hrend meiner ganzen Laufbahn habe ich mich gegen diese Einstellung aufgelehnt, der ich mich nicht unterwerfen konnte. Diese Auseinandersetzung hatte verschiedene Wendungen in meinem Wege zur Folge, der ein stĂ€ndiges Suchen nach Ausdrucksmöglichkeit jenseits des naturgetreuen Abklatsches war; solche Wendungen waren zum Beispiel der Divisionismus und der Fauvismus.“

– Henri Matisse, 1951[31]

Das FrĂŒhwerk bis 1900

Matisse entschied sich ziemlich spĂ€t fĂŒr eine kĂŒnstlerische Laufbahn. Als 20-jĂ€hriger Anwaltsgehilfe in St.-Quentin begann er, Kunstunterricht zu nehmen. Seine ersten Bilder entsprachen dem bĂŒrgerlichen Naturalismus, den die französische Schule von den NiederlĂ€ndern ĂŒbernommen hatte. Ein bekanntes Bild aus dieser Zeit ist Die Lesende aus dem Jahr 1894, das sich heute im MusĂ©e National d’Art Moderne in Paris befindet. Das Stillleben mit Selbstbildnis in Ă€hnlichen braun-grĂŒnen Farben folgte ein Jahr spĂ€ter. Es weist in seiner Ästhetik eine Ähnlichkeit zu CĂ©zannes zwanzig Jahre Ă€lteren Stillleben auf, ohne deren Raffinesse zu haben. Bekannte GemĂ€lde aus dem Jahr 1897 sind Der gedeckte Tisch und das SeestĂŒck, Belle Île; in letzterem finden sich AnnĂ€herungen an Claude Monets Sturm in Belle Île aus dem Jahr 1896, das die impressionistischen EinflĂŒsse durch Monet und John Peter Russell in der Bretagne widerspiegelt.[32]

Das Hauptwerk von Matisse lĂ€sst sich in die folgenden fĂŒnf Perioden einteilen:[33]:

Fauve-Periode (1900−1908)

Hauptartikel: Fauvismus
Paul CĂ©zanne: Haus in der Provence, 1882–1885

Im Jahr 1900 begann Matisse in einer Art zu malen, die als „Proto-Fauve“ bezeichnet wurde. Er wollte seine Formen nicht in Licht aufgelöst sehen, sondern als ein vollstĂ€ndiges Ganzes auffassen, und so entfernte er sich vom „orthodoxen“ Impressionismus. Es waren nun neben den Arbeiten Paul CĂ©zannes die divisionistischen Arbeiten Seurats, denen er seine Aufmerksamkeit widmete. Georges Seurat und die Neoimpressionisten schufen ihre Werke nach der theoretischen Lehre, die auf der Farbtheorie EugĂšne Chevreuls basierte. Neben Seurat waren es auch Vincent van Gogh und Paul Gauguin, die Matisse’ Farbempfinden steigerten; die Imitation der Natur war nicht lĂ€nger gefragt.[34] Matisse’ Figurenkomposition Luxus, Stille und Begierde (1904/05) entstand beispielsweise nach divisionistischen Regeln. Wenig spĂ€ter erkannte er, dass die divisionistische Bildauffassung nicht dazu geeignet war, den Bildwerken Festigkeit zu verleihen und die farblichen Empfindungen des Malers wiederzugeben, daher verließ er, wie es CĂ©zanne schon Jahre vor ihm getan hatte, die impressionistische Richtung.[35]

Das Ergebnis seiner Arbeit wĂ€hrend seiner fauvistischen Phase stellte nun eine Lösung bezogen auf die flĂ€chige Farbbehandlung dar, die dem „Zerfließen“ impressionistischer Bilder entgegensteht. Seine neue Farbpalette wies die Hauptfarben Rot und GrĂŒn auf, wĂ€hrend die Impressionisten Gelb, Violett, Orange und Blau bevorzugten, um die Illusion von Licht und Schatten und die Vorstellung von AtmosphĂ€re und Raum zu erzielen. Rot und GrĂŒn dagegen löscht die Tiefe und betont die bemalte FlĂ€che. Beispiele sind Offenes Fenster in Colliure und Frau mit Hut, beide aus dem Jahr 1905, die auf der Ausstellung im Salon Empörung hervorriefen und damit zum Begriff Fauvismus fĂŒhrten. In seinem GemĂ€lde Der grĂŒne Streifen. Bildnis Madame Matisse, ebenfalls aus dem Jahr 1905, bildet das GrĂŒn eine feste GrĂ¶ĂŸe. Der auf den ersten Blick unnatĂŒrlich wirkende Streifen ĂŒber dem Gesicht ist nicht willkĂŒrlich gesetzt, sondern dient als Grenze zwischen Licht- und Schattenzone.[36][37] Matisse zeigte auf, dass durch die Autonomie der Farbe in Verbindung mit ihrem flĂ€chenhaften Auftrag, die „Objekte“ untereinander zu „linearisieren“ sind, ihre rĂ€umlichen ZusammenhĂ€nge somit in den Hintergrund treten mĂŒssen. Die Werke der Folgejahre stellen in erster Linie Variationen dieser grundlegenden Erkenntnis dar.

Nach Matisse’ Aussage begann sein Lebenswerk mit dem GemĂ€lde Die Lebensfreude, das er 1906 im Salon des IndĂ©pendants ausstellte, wo es heftige Kritik hervorrief. Nach der Algerienreise 1906 entstand Blauer Akt (Erinnerung an Biskra), die Palmen im Hintergrund reflektieren die Reise. Der weibliche Akt lastet schwer auf dem Boden und wirft einen Schatten. Die dominante Figur und die flĂ€chige Umgebung gibt Matisse’ Auffassung wieder: „Gerade die Figur und nicht das Stillleben oder die Landschaft interessiert mich am meisten. An ihr kann ich am besten, man könnte sagen, das mir stets eigene religiöse GefĂŒhl dem Leben gegenĂŒber zum Ausdruck bringen.“[38]

Experimentelle Periode (1908–1917)

„Die Bilder der Impressionisten sind voll widersprechender EindrĂŒcke. Wir wollen etwas anderes, wir wollen innere Ausgeglichenheit durch Vereinfachung der Ideen und gestaltenden Formen erreichen.“

– Henri Matisse, 1909[39]

Matisse’ experimentelle Periode, in der er sehr produktiv war, wird in zwei Phasen unterteilt: In der ersten Phase von 1908 bis 1910 herrschen organisch-flĂŒssige und arabeske Formen vor, wĂ€hrend die zweite Phase von 1911 bis 1917, geprĂ€gt von Matisse’ Auseinandersetzung mit dem Kubismus, von geometrischen Formen dominiert wird. Matisse hat seine Malerei niemals einer einheitlichen Stilistik untergeordnet, sondern er vollzog hĂ€ufig Positionswechsel, von dekorativen zu realistischen Phasen.[40]

Im Jahr 1909 gab der russische KunstmĂ€zen Schtschukin zwei große Werke in Auftrag, La Danse (Der Tanz) und La Musique (Die Musik), die zum Schmuck des Treppenhauses seines Moskauer Domizils dienen sollten. Vom Tanz entstanden zwei Fassungen in unterschiedlichen Farbtönungen. Inspiriert wurde Matisse vom provenzalischen Rundtanz Farandole. Die jeweils aus fĂŒnf Körpern vor einem starkfarbigen Hintergrund bestehenden Bilder vermitteln Lebensfreude, der dekorative Stil verbindet sich mit der menschlichen Figur. Ihre MonumentalitĂ€t folgt aus der Vereinfachung der malerischen Mittel: wenige Farben sind in großen homogenen FlĂ€chen aufgetragen, die Zeichnung wird zur reinen Linie, die die Formen bildet. Der Tanz gehört zu Matisse’ bekanntesten Werken. Bestimmt durch die Vereinfachung der Formen wird auch das GemĂ€lde Blumenstrauß und Keramikteller aus dem Jahr 1911. Bedingt durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs wird seine Farbskala dunkler, die Reduktion auf geometrische Formen in Anlehnung an den Kubismus erreichte 1914 mit dem Bild Ansicht von Notre Dame ihren Höhepunkt und setzte sich bis 1918 fort. Das Schwarz spielt in den Kriegsjahren eine große Rolle, ein Beispiel ist das TĂŒrfenster in Colliure, 1914.[41]

Nizza-Periode (1917−1929)

Matisse widmete sich unter anderem dem Malen von Odalisken in verschiedenen Positionen. Auch PortrĂ€ts, lichtdurchflutete Interieurs, Stillleben, Landschaften standen im Zentrum seines Darstellungsinteresses. Seine Werke wiesen mehr naturalistische ZĂŒge auf als jemals zuvor. Indem Matisse seine fantasievolle Vorstellung real gestaltete, bewies er damit seinen Glauben an die Malerei als „Quelle ungetrĂŒbter Freude“.[42] Die Liebe zur Farbe und zum Detail wird durch den oft außergewöhnlichen „ornamentalen Hintergrund“ deutlich. Das GemĂ€lde Dekorative Figur vor ornamentalem Hintergrund (1925/26) weist besonders die emblematischen Attribute seiner Malerei auf: eine Frau, Blumen und bunte Stoffe im Hintergrund. Es zĂ€hlt zu den bedeutendste Werken der „Nizza-Periode“. Sein Modell war zu dieser Zeit Henriette DarricarrĂšre. In Nizza dekorierte er sein Atelier mit Stoffbahnen, Teppichen und VorhĂ€ngen. Der mit Blumen ĂŒbersĂ€te Stoff erscheint noch bei weiteren Werken, beispielsweise in Zwei Odalisken (1927/28) und Odaliske mit Lehnstuhl (1928).[43]

Periode erneuter Einfachheit (1929−1940)

Der Nizza-Periode folgte eine Periode erneuter Einfachheit. Sein kĂŒnstlerisches Streben konzentrierte sich auf die Harmonie zwischen der maximalen Entfaltungsmöglichkeit der Farbe und einer fortschreitenden Abstraktion der gegenstĂ€ndlichen Form. Im Jahr 1929 reiste er in die USA und war dort Jurymitglied der 29. Carnegie International. Ein Jahr spĂ€ter reiste er nach Tahiti, New York und Baltimore, Maryland sowie nach Merion in Pennsylvania. Albert C. Barnes aus Merion, ein bedeutender Kunstsammler moderner Kunst, der bereits die grĂ¶ĂŸte Matisse-Sammlung Amerikas besaß, beauftragte den KĂŒnstler, ein großes Wandbild fĂŒr die Kunstgalerie seines Wohnhauses anzufertigen. Matisse wĂ€hlte ein Tanzthema, das ihn bereits seit seiner fauvistischen Phase eingenommen hatte. Das Wandbild existiert in zwei Versionen aufgrund eines Irrtums in den Maßangaben; es wurde im Mai 1933 installiert und wird gegenwĂ€rtig bei der Barnes Foundation ausgestellt. Die Komposition zeigt in ihrer Einfachheit tanzende Frauen in ĂŒberaus starker Bewegung vor einem abstrakten, fast geometrischen Hintergrund. Bei den Vorarbeiten zum Wandbild wandte Matisse ein neues Verfahren an, indem er die Komposition aus ausgeschnittenen Teilen kolorierten Papiers zusammenfĂŒgte. Ab 1940 wurden die Scherenschnitte zu Matisse’ bevorzugtem Ausdrucksmittel, eine Technik, die er bis zum Lebensende beibehielt.[44]

Periode der BeschrĂ€nkung auf das Wesentliche (1940−1954)

Die Reduktion der Form bis hin zur Abstraktion fĂŒhrte Matisse zur Betonung des dynamischen Elements. Um 1943 wurde aus gesundheitlichen GrĂŒnden der Papierschnitt zu einem Hauptausdrucksmittel in der Arbeit des erkrankten KĂŒnstlers; um 1948 schloss Matisse ganz mit der Malerei ab. Er ließ von Assistenten Papierbögen mit monochromer Gouachefarbe bemalen, aus denen er seine Figuren und freien Formen ausschneiden konnte. Matisse nannte diese Technik „mit der Schere zeichnen“. 1947 wurde eine Folge von Papierschnitten aus den Jahren 1943 bis 1944 als KĂŒnstlerbuch unter dem Titel Jazz veröffentlicht, die im Schablonendruck vervielfĂ€ltigt worden waren. Der Titel spielt auf die SpontanitĂ€t und Improvisation des Musikstils Jazz an. Hinzu kamen EntwĂŒrfe fĂŒr Wandteppiche wie Polynesien – Der Himmel und Polynesien – Das Meer, 1946. Die Ausgestaltung einer Kapelle, der Rosenkranzkapelle, (auch Chapelle Matisse genannt), in Vence, eingeweiht 1951, deren Glasfenster ebenfalls in Papierschnitten vorbereitet wurden, zeigt die erste Glasmalerei des KĂŒnstlers. Ein weiteres Beispiel fĂŒr Matisse’ Scherenschnitte, die papiers dĂ©coupĂ©s, ist der Blaue Akt, eine Serie aus dem Jahr 1952; sie ist ausschließlich in Blau und Weiß gehalten und hat in seiner Abstraktion eine skulpturale Wirkung.

Das grafische Werk – Buchillustrationen

Matisse’ schuf Zeichnungen, Studien zu seinen Werken, in großer Anzahl. Sein Interesse an grafischen Arbeiten begann um 1900, als er probeweise anfing zu radieren. Das von seiner Tochter Marguerite Duthuit und seinem Enkel Claude Duthuit herausgegebene Werkverzeichnis der Druckgrafik beschreibt etwa 800 Arbeiten, wobei die zwischen 1908 und 1948 entstandenen rund 300 Radierungen und 300 Lithografien aus den Jahren 1906 bis 1952 den Schwerpunkt bilden. Außerdem schuf er 62 Werke in Aquatinta, 68 Monotypien, 70 Linolschnitte und aus der FrĂŒhzeit 1906/07 vier Holzschnitte. Im Gegensatz zu Picasso verzichtete Matisse auf die Erprobung neuer Materialien und Techniken.[45]

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nahm Matisse’ grafische Arbeit einen grĂ¶ĂŸeren Raum ein, so entwarf er Illustrationen zu Henry de Montherlants PasiphaĂ© (1944), Pierre Reverdys Visages (1946), Mariana Alcaforados Lettres portugaises (1946), Charles Baudelaires Les Fleurs du Mal (1947), Pierre de Ronsards FlorilĂšge des Amours (1948) und Charles d’OrlĂ©ans’ PoĂšmes (1950). Diese BĂŒcher waren meistens mit schwarz-weißen Illustrationen ausgestattet; im Unterschied hierzu versah er sein bekanntes KĂŒnstlerbuch Jazz aus dem Jahr 1947, in dem er seine Reflexionen ĂŒber die Kunst und das Leben niederschrieb, mit farbigen Illustrationen.[46]

Das plastische Werk

Antoine-Louis Barye: Tiger einen Gavial verschlingend, 1855, Louvre

Mehr als die HĂ€lfte von Matisse’ Skulpturen entstanden in den Jahren zwischen 1900 bis 1910. Er arbeitete oft in Serien, wobei er die Form ĂŒber Jahre hinweg vereinfachte. Die erste dreidimensionale Arbeit von insgesamt 82 Skulpturen, die Matisse schuf, entstand wĂ€hrend Matisse’ bildhauerischen Studien ab dem Jahr 1899. Sie weist nicht nur auf den Einfluss von Auguste Rodin hin, sondern ebenfalls auf Antoine-Louis Barye, einen bekannten französischen Bildhauer, der fĂŒr seine Tierskulpturen bekannt war. Matisse modellierte nach dessen Tiger-Bronze die Skulptur Jaguar, einen Hasen verschlingend, an der er von 1899 bis 1901 arbeitete. Die Skulptur Der Knecht entstand wie das gleichnamige GemĂ€lde im Jahr 1900 und wurde 1903 beendet. Als Modell diente ihm der Italiener Bevilaqua, der schon fĂŒr Rodin in dessen Werk Johannes der TĂ€ufer (1878) und Gehender Mann (1900) Modell gestanden hatte.[47] Matisse setzte oft Motive seiner Plastiken in GemĂ€lde um oder umgekehrt. Die GrĂ¶ĂŸe seiner Skulpturen entsprachen nicht wie bei traditionellen Bildhauern der LebensgrĂ¶ĂŸe, sondern wurden in kleinerem Format angelegt.

Im Jahr 1907 begann seine Arbeit am Liegenden Akt, den er aus dem GemĂ€lde Luxus, Stille und Begierde (1904–05) weiter entwickelt hatte. Das Sujet sollte ihn 30  Jahre lang beschĂ€ftigen. Die Skulptur Zwei Negerinnen aus dem Jahr 1908 findet sich wieder auf seinem Stillleben von 1910, Bronze mit FrĂŒchten. CĂ©zannes GemĂ€lde, Die drei Badenden, 1899 erworben, diente Matisse zum Vorbild in Werken, die den Körper monumental abbilden, so wie beispielsweise in der Reliefserie der RĂŒckenakte, die Matisse in den Jahren 1909 bis 1929 schuf. Die Inspiration zu der Serie Jeannette I – V von 1910 bis 1913 war ein frĂŒheres impressionistisches GemĂ€lde, der Kopf der Jeanette wurde in den Fassungen mehr und mehr verfremdet. Jeanette V bildet eine Vorstufe zur körperlichen Abstraktion, die sich spĂ€ter, ab den 1930-er Jahren, in der Kunst ausbreitete. Die Anregungen durch die primitive Kunst schlugen sich nicht wie bei Picasso in seinen GemĂ€lden nieder, sondern seine Transformationen blieben in dieser Hinsicht auf das plastische Werk beschrĂ€nkt.[48]

Fast alle seine Skulpturen bestanden aus einer Edition von zehn Exemplaren, mit einer Ausnahme: Der Kleine dĂŒnne Torso aus dem Jahr 1929 existiert nur in drei Exemplaren. Matisse benutzte als Gusstechnik das Sand- und das Wachsausschmelzverfahren. Die meisten seiner plastischen Werke wurden in spĂ€teren Jahren gegossen, als eine grĂ¶ĂŸere Zahl von Sammlern sich dafĂŒr interessierte. Die RĂŒckenakte I – IV, die zu den wichtigsten Matisse-Skulpturen gehören, wurden erst nach Matisse’ Tod auf Veranlassung seiner Erben gegossen. In den 1990-er Jahren ließen die Erben die meisten Originalformen vernichten, um weitere Editionen zu verhindern.[49]

Kunsttheoretische Schriften

Unter den vier grĂ¶ĂŸten französischen Malern der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts – Matisse, Picasso, Derain und Braque – war Matisse der erste Theoretiker. Seine Schrift aus dem Jahr 1908, Notes d’un peintre (Notizen eines Malers), ging den publizierten Aussagen von Braque und Picasso mit zeitlichem Abstand voraus. Obwohl Braques frĂŒhestes Interview (1908) im Jahr 1910 veröffentlicht wurde,[50] erfolgte die Veröffentlichung seiner Texte erst im Jahr 1917.[51] Picassos erste theoretische Aussage, Picasso speaks,[52] kam im Mai 1923 heraus.

In den Notizen eines Malers verdeutlichte Matisse die Hauptanliegen seiner Kunst: „Expression“ („Ausdruck und Aussage“), geistige Verarbeitung von Naturformen, Klarheit und Farbe. Ferner bekennt er in diesem Artikel seinen Glauben an die Kunst als Ausdruck der Persönlichkeit. Sie ist fĂŒr ihn weder Darstellung einer „Imagination“ noch Mittler literarischer Vorstellungen, sondern er begrĂŒndet sie auf der intuitiven Synthese von NatureindrĂŒcken. In dieser Schrift lautet eine zentrale, oft zitierte Passage:

„Ich trĂ€ume von einer Kunst des Gleichgewichts, der Reinheit, der Ruhe, ohne beunruhigende und sich aufdrĂ€ngende GegenstĂ€nde, von einer Kunst, die fĂŒr jeden Geistesarbeiter, fĂŒr den GeschĂ€ftsmann so gut wie fĂŒr den Literaten, ein Beruhigungsmittel ist, eine Erholung fĂŒr das Gehirn, so etwas wie ein guter Lehnstuhl, in dem man sich von physischen Anstrengungen erholen kann.“[53]

Der zweite theoretische Text Notes d’un peintre sur son dessin (Notizen eines Malers ĂŒber das Zeichnen) erschien im Jahr 1939 in Le Point. In den Jahren nach 1930 entstanden viele Strichzeichnungen, die mit Bleistift oder Feder ausgefĂŒhrt wurden; die Federzeichnungen entstanden, wie Matisse definierte, „erst nach Hunderten von Zeichnungen, nach Versuchen, Erkenntnissen, und Formdefinitionen; dann zeichnete ich sie mit geschlossenen Augen.“[54]

Rezeption

Zeugnisse von Zeitgenossen

Der um sechs Jahre Ă€ltere Malerkollege Paul Signac kaufte im Jahr 1905 das von Matisse im Salon des IndĂ©pendants ausgestellte Bild Luxus, Stille und Wollust. Ein Jahr spĂ€ter mokierte sich der Neoimpressionist ĂŒber Matisse’ im Salon ausgestelltes Werk Die Lebensfreude:

„Matisse, dessen Versuche ich bisher schĂ€tzte, scheint mir auf einen völlig falschen Weg geraten zu sein. Auf einem zweieinhalb Meter langen Bild hat er sonderbare Gestalten mit einer daumenstarken Linie umrissen. Dann hat er das Ganze mit glanzlosen, deutlich umgrenzten Farbtönen bedeckt, die, so rein sie sind, widerlich aussehen. Ah, diese hellrosa Töne. Das erinnert [
] an den abscheulichsten ‚Cloisonismus‘ des seligen Anquetin und an die bunten Ladenschilder der Eisen- und KurzwarenhĂ€ndler.“[55]

Gertrude Stein, Matisse’ Förderin, beschrieb sein GemĂ€lde aus dem Jahr 1906 Blauer Akt (Erinnerungen an Biskra) und seine Intention folgendermaßen:

„In diesem Bild fĂŒhrt Matisse zum erstenmal seine Absicht bewußt durch, die Linien des menschlichen Körpers zu verzeichnen, um dadurch den malerischen Wert der ungemischten Farben zu harmonisieren und zu vereinfachen, die er nur in Verbindung mit Weiß verwendete. Er benutzt diese systematisch verdrehte Zeichnung genau so, wie man in der Musik Dissonanzen, in der KĂŒche Essig oder Zitrone benutzt [
].“[56]

Matisse’ SchĂŒler und Freund, der deutsche Maler Hans Purrmann, organisierte im Jahr 1908 eine Ausstellung in Berlin in der Galerie von Paul Cassirer. Die Ausstellung stieß auf Kritik. Bei einem gemeinsamen Treffen mit Max Liebermann in der Galerie fĂŒrchtete dieser beim Anblick der Bilder „der Jugend Verderben“ und beschĂ€ftigte sich lieber mit seinem Dackel. „Pfefferkuchen-Malerei“ und „Tapete“ lauteten die Schlagworte jener Zeit ĂŒber Matisse’ Malerei.[57] Wenige Jahre vor Matisse’ Tod Ă€ußerte sich Purrmann ĂŒber dessen spĂ€te LebensumstĂ€nde:

„ [
] In geruhsamer, fast tragisch-mönchischer Einsamkeit verlĂ€uft sein Leben. Selbst ĂŒber Mangel an Freunden hörte ich ihn klagen. Ihm fehlt die Unruhe, die anderen Menschen anhaftet, und doch ist er innerlich bestĂ€ndig im Kampf mit sich selbst. Einmal fand ich ihn beim Abschreiben von Gedichten in Zierschrift. Ich nahm an, er wolle die Gedichte illustrieren – nein. Er tat es, wie sein Geistlicher sein Brevier liest.“[58]

Matisse und seine Modelle

Über Leben und Arbeit von Matisse gibt es zahlreiche Vorurteile – zum Beispiel, dass er mit seinen weiblichen Modellen AffĂ€ren gehabt haben soll. Hilary Spurling, die britische Matisse-Biografin, hat diese Vermutung ins Reich der Legende verwiesen. Sie schreibt, dass sich aus Briefen, TagebucheintrĂ€gen und Berichten seiner WeggefĂ€hrten ein anderes Bild ergĂ€be: „Sie alle beschrieben ein System mönchischer Strenge und Disziplin, und alle waren von Matisse’ unmenschlicher Norm der Selbstkasteiung bis an die Grenzen des ErtrĂ€glichen getrieben worden“. Spurling hat mit allen noch lebenden Modellen ausfĂŒhrliche GesprĂ€che gefĂŒhrt.[59]

Beziehung zu Picasso

Pablo Picasso im Jahr 1962

Matisse war der einzige zeitgenössische KĂŒnstler, den Picasso als ebenbĂŒrtig ansah. Die respektvolle, gleichfalls auch von RivalitĂ€t geprĂ€gte KĂŒnstlerfreundschaft zwischen diesen beiden MaßstĂ€be setzenden KĂŒnstlern des 20. Jahrhunderts wird von Françoise Gilot in ihrem Buch Matisse und Picasso  –  Eine KĂŒnstlerfreundschaft ausfĂŒhrlich gewĂŒrdigt.

Matisse und Picasso – die Antipoden – gingen in hochachtungsvoller Anerkennung um einander herum. „Im Grunde gibt es nichts als Matisse“, sagte Picasso. „Nur Picasso kann sich alles erlauben. Er kann alles verwirren. Entstellen, verstĂŒmmeln, zerstĂŒckeln. Er ist immer, er bleibt immer im Recht“, sagte Matisse. „Deshalb allein zum Beispiel ist Matisse Matisse: weil er die Sonne im Leib hat“, sagte Picasso.[60] Ihre GegensĂ€tze treten scharf in den folgenden Zitaten hervor: „Die Malerei ist nicht dazu da, Wohnungen zu schmĂŒcken. Sie ist eine Angriffs- und Verteidigungswaffe“, sagte Picasso 1945 in einem Interview in „Lettres Françaises“. „Ein GemĂ€lde an der Wand sollte wie ein Blumenstrauß im Zimmer sein“, Ă€ußerte Matisse sich ein paar Monate spĂ€ter in derselben Zeitschrift. [61]

Vergleicht man in diesem Zusammenhang die der Gestaltung zugrundeliegenden Vorgehensweisen zwischen beiden KĂŒnstlern, so tritt ein fundamentaler Unterschied zutage. Picasso unterwarf das „Motiv“ seinem Gestaltungswillen, seiner gestalterischen Idee, dies drĂŒckt sich im Kubismus aus. Bei Matisse hingegen entsprang das Gestaltungskonzept der „Naturbeobachtung“, welche die „GemĂŒtsbewegung“ auslöst, was sich im Fauvismus widerspiegelt. Andererseits wiederum stellt das Werk CĂ©zannes das beide verbindende Element dar. Picasso hatte dessen GemĂ€lde studiert und Ă€ußerte spĂ€ter gegenĂŒber dem Fotografen BrassaĂŻ: „CĂ©zanne! Er war unser aller Vater!“[62] Matisse hat in diesem Zusammenhang mit CĂ©zanne, dessen Briefe er studierte, den Forscherinstinkt gemein, der danach strebt, ein voll und ganz „realisiertes“ Bild hervorzubringen. Dieses Suchen und Forschen, das die Schriften von Matisse wie ein roter Faden durchzieht, findet sich ganz ausgeprĂ€gt bei CĂ©zanne.[63]

Einfluss auf den Abstrakten Expressionismus in den USA

Nachdem Mark Rothko, ein Vertreter des Abstrakten Expressionismus, Ende der 1940-er Jahre im New Yorker Museum of Modern Art Matisse’ Red Studio (Das rote Atelier, 1911) gesehen hatte, war er vom Schaffen des französischen KĂŒnstlers sehr beeindruckt, und es beeinflusste wesentlich sein eigenes Werk. Wie Rothko einmal erzĂ€hlte, habe er „Stunden um Stunden“ vor dem GemĂ€lde sitzend verbracht. Im Todesjahr von Matisse, 1954, malte Rothko Homage Ă  Matisse; dieses Werk erzielte im November 2005 bei einer Auktion ĂŒber 22 Millionen Dollar.[64]

Filme ĂŒber Matisse

Der Schriftsteller Louis Aragon hatte Henri Matisse im Winter 1941 kennengelernt, als er mit Elsa Triolet aus dem besetzten Teil Frankreichs nach Nizza geflohen war, um dort die gemeinsame Arbeit in der RĂ©sistance fortzusetzen. Es entstand eine tiefe Freundschaft, aus der heraus Aragons Buch ĂŒber Matisse, Henri Matisse, roman entstand, das jedoch erst kurz nach Elsas Tod im Jahr 1971 vollendet werden konnte. Aragons Werk bildete mit der Mischung aus Autobiografie und Kunstkritik sowie AufsĂ€tzen und Gedichten die Vorlage fĂŒr den Filmemacher Richard Dindo, der bereits Dokumentarfilme, unter anderem ĂŒber Max Frisch und Arthur Rimbaud, gedreht hatte. Dindo schildert in dem 52-minĂŒtigen Farbfilm Aragon, le roman de Matisse die RĂŒckkehr an die Orte, wo Matisse gewohnt hatte. Eine gelungene Montage verdichtet Bilder und Töne zu einer filmischen LektĂŒre von GemĂ€lden, Buch und authentischen SchauplĂ€tzen. Produktion: Lea Produktion, ZĂŒrich 2003, Regie Richard Dindo.[65]

Ferner wurden Filme gedreht, die als Videofilme erhĂ€ltlich sind und von verschiedenen Fernsehsendern ausgestrahlt wurden: Gero von Boehm drehte Henri Matisse – die Jahre in Nizza, Fernsehmitschnitt: ARD, 4. Oktober 1988. Matisse – Picasso, eine unwahrscheinliche Freundschaft von Philippe Kohly aus dem Jahr 2002 ist ein französischer Filmbericht, Fernsehmitschnitt: 3sat, 20. Juli 2003. Henri Matisse – eine filmische Reise (Henri Matisse – un voyage en peinture), ein FilmportrĂ€t, wurde von von Heinz Peter Schwerfel bearbeitet, Deutschland/Frankreich 2005, Fernsehmitschnitt: Arte, 10. Dezember 2005.

Der anderthalbstĂŒndige Fernsehfilm Matisse & Picasso: A Gentle Rivalry entstand im Jahr 2000; er befasst sich mit den PortrĂ€ts der zwei „Giganten“ in der Kunst des 20. Jahhrhunderts. Er zeigt unter anderem selten veröffentlichte Fotografien ihrer GemĂ€lde und Skulpturen sowie Fotos und Filme der beiden KĂŒnstler aus Archiven, die sie bei der Arbeit zeigen. GeneviĂšve Bujold ist die Stimme von Françoise Gilot, Robert Clary ist Matisse und Miguel Ferrer Picasso. Die mit einem nationalen Emmy ausgestattete Produktion stammt von KERA-Dallas/Fort Worth/Denton in Zusammenarbeit mit dem Kimbell Art Museum, Fort Worth, Texas.[66]

Matisse auf dem Kunstmarkt

Matisse’ Werke erzielen oft Spitzenpreise bei Auktionen. Beispiele aus den letzten Jahren sind das GemĂ€lde Geranium (1910), das 2007 bei Sotheby’s in New York fĂŒr 9, 5 Millionen Dollar versteigert wurde[67] sowie das GemĂ€lde aus dem Jahr 1911, Les coucous, tapis bleu et rose, das im Februar 2009 auf der Versteigerung der Kunstsammlung des Modeschöpfers Yves Saint Laurent durch Christie’s in Paris den Rekordpreis fĂŒr ein Matisse-GemĂ€lde erzielte. Der Hammer fiel bei 35.905.000 Euro.[68] Unter den aktuell zwölf teuersten GemĂ€lden der Welt sind seine Werke im Gegensatz zu Picasso jedoch nicht zu finden.

Matisse in Alltag und Wissenschaft

Die Werke des KĂŒnstlers sind in der Gegenwart so beliebt, dass sowohl viele Poster mit Abbildungen seiner Werke angeboten werden als auch Puzzles, beispielsweise das 1000-teilige Puzzle mit dem Werk Der Tanz. Der Autohersteller CitroĂ«n stellt nicht nur ein Auto mit dem Namen seine Freundes und Antipoden Picasso her, sondern seit dem Jahr 2006 auch den C Matisse. Matisse hat auch in der Musikszene Eingang gefunden: Im Jahr 1999 nannte sich eine alternative griechische Rockband in Athen Matisse, und in Troisdorf gibt es eine Musikkneipe gleichen Namens.

Auf dem Planeten Merkur werden Krater nach verstorbenen bekannten Persönlichkeiten benannt, beispielsweise nach KĂŒnstlern, Malern, Schriftstellern und Musikern. Der Matisse-Krater ist nach Henri Matisse benannt; er hat einen Durchmesser von rund 210 Kilometern und liegt auf der SĂŒdhalbkugel des Merkur.[69]

Ausstellungen, Museen (Auswahl)

Das Musée Matisse in Le Cateau-Cambrésis
Das Musée Matisse in Nizza
  • Werke von Henri Matisse wurden in der Galerie 291 (1908, 1910, 1912), der Armory Show (1913), auf der documenta 1 (1955), der documenta II (1959) und der documenta III (1964) in Kassel gezeigt.
  • 1904: Erste Einzelaustellung bei Ambroise Vollard, Paris
  • 1905: Gemeinschaftsausstellung im Salon d’Automne, der Begriff Fauvismus wurde hier geprĂ€gt
  • 1910: Erste Ausstellung bei Bernheim-Jeune, Paris
  • 1919/1920: Ausstellungen bei Bernheim-Jeune, Paris
  • 1931–1933: Retrospektiven in Berlin, Paris, Basel, New York
  • 1934/35: Mehrere Ausstellungen in der New Yorker Galerie seines Sohnes Pierre Matisse
  • 1945: Retrospektive im Salon d’Automne; gemeinsame Ausstellung mit Picasso in London
  • 1949: Ausstellung von Scherenschnitten und anderen neuen Werken im MusĂ©e National d’Art Moderne, Paris
  • 1952: Eröffnung des MusĂ©e Matisse in seiner Heimatstadt Le Cateau-CambrĂ©sis
  • 1953: Ausstellung der Scherenschnitte in der Galerie Berggruen, Paris und der Skulpturen in London
  • 1963: Eröffnung des MusĂ©e Matisse in Nizza
  • 2002: Matisse − Picasso. Tate Modern, London; Les Galeries Nationales du Grand Palais, Paris; Museum of Modern Art, New York
  • 2008/2009: Matisse − Menschen Masken Modelle: Ausstellung in der Staatsgalerie Stuttgart und im Bucerius Kunst Forum, Hamburg
  • 2009/2010: Matisse – Rodin, une rencontre entre deux maĂźtres de l’art moderne. 12. Juni − 23. September 2009 im MusĂ©e Matisse, Nizza; 15. Oktober 2009 − 15. Februar 2010 im MusĂ©e Rodin, Paris

Werke (Auswahl)

GemÀlde und Papierschnitte, grafisches Werk

  • 1894: Die Lesende, Öl auf Leinwand, 61,5 × 47,9 cm, MusĂ©e National d’Art Moderne, Paris Abb.
  • 1897: Der gedeckte Tisch, Öl auf Leinwand, 100 × 131 cm, Sammlung Stavros Niarchos Abb.
  • 1900: Der Knecht, Öl auf Leinwand, 99,3 × 72,7 cm, Museum of Modern Art, New York Abb.
  • 1904/05: Luxus, Stille und Begierde, Öl auf Leinwand, 94 × 117 cm, Privatbesitz Abb.
  • 1905: Lebensfreude, Barnes Foundation, Merion Abb.
  • 1905: Frau mit Hut, Öl auf Leinwand, 81 × 65 cm, Privatbesitz Abb.
  • 1905: Offenes Fenster in Colliure, Öl auf Leinwand, 52,7 × 46 cm, Privatbesitz Abb.
  • 1905: Der grĂŒne Streifen. Bildnis Madame Matisse, Öl auf Leinwand, 40 × 32,5 cm, Statens Museum for Kunst, Kopenhagen Abb.
  • 1906: Blauer Akt (Erinnerung an Biskra), Öl auf Leinwand, 92 × 140 cm, Baltimore Museum of Art, Baltimore Abb.
  • 1906: Orientalische Teppiche, Öl auf Leinwand, 89 × 116,5 cm, MusĂ©e de Peinture et de Sculpture, Grenoble Abb.
  • 1907: Luxus I, Öl auf Leinwand, 210 × 138 cm, MusĂ©e National d’Art Moderne, Paris Abb.
  • 1908: Rote Harmonie, Öl auf Leinwand, 180 × 200 cm, Eremitage, Sankt Petersburg Abb.
  • 1909: Spanierin mit Tamburin, Puschkin-Museum, Moskau
  • 1909/10: Der Tanz (I und II), Museum of Modern Art, New York und Eremitage, Sankt Petersburg
  • 1910: Bronze mit FrĂŒchten, Öl auf Leinwand, 90 × 115 cm, Puschkin-Museum, Moskau Abb.
  • 1911: Familienbildnis, Öl auf Leinwand, 143 × 194 cm, Eremitage, Sankt Petersburg Abb.
  • 1911: Das rote Atelier, Öl auf Leinwand, 181 × 219 cm, Museum of Modern Art, New York Abb.
  • 1911: Blumenstrauß und Keramikteller, Öl auf Leinwand, 93,3 × 82,5 cm, StĂ€delsches Kunstinstitut, Frankfurt a.M. Abb.
  • 1914: Ansicht von Notre Dame, Öl auf Leinwand, 147,3 × 94,2 cm, Museum of Modern Art, New York Abb.
  • 1917: Kopf Laurettes mit Kaffeetasse, Öl auf Leinwand, 92 × 73 cm, Kunstmuseum Solothurn, DĂŒbi-MĂŒller-Stiftung Abb.
  • 1919: Die Teestunde, Öl auf Leinwand, 140 × 211,1 cm, Los Angeles County Museum of Art, Los Angeles
  • 1928: Odaliske mit Lehnstuhl, Öl auf Leinwand, 60 × 73 cm, MusĂ©e Nationale d’Art Moderne, Paris Abb.
  • 1932: Der Tanz, Öl auf Leinwand, 356,8 × 1432,5 cm, Wanddekoration fĂŒr die Barnes Foundation in Merion Abb.
  • 1937: Dame in Blau, Öl auf Leinwand, 93 × 73,6 cm, Philadelphia Museum of Art, Philadelphia
  • 1940: Der Traum, Öl auf Leinwand, 80,9 × 64,7, Privatbesitz
  • 1946: Polynesien – Das Meer, Scherenschnitt, 200 × 314 cm, MusĂ©e National d’Art Moderne, Paris Abb.
  • 1950: Zulma, Scherenschnitt, 238,1 × 133 cm, Statens Museum for Kunst, Kopenhagen
  • 1953: Die Schnecke, Scherenschnitt, 286,3 × 287 cm, Tate Gallery, London
  • 1952: Blauer Akt, Serie, Papierschnitt
  • 1952: Der Papagei und die Sirene, Scherenschnitt, 337 × 773 cm, Stedelijk Museum, Amsterdam
  • 1953: Die Schnecke, Papierschnitt, 286,3 × 287 cm, Tate Gallery, London Abb.

Das bildhauerische Werk

  • 1899–1901: Jaguar, einen Hasen verschlingend, Bronze, 22,8 × 57,1 cm, Privatbesitz
  • 1900–1903: Der Knecht, Bronze, Höhe 92,3 cm, Sockel 33 × 30,5 cm, Baltimore Museum of Art, Cone Collection Abb.
  • 1906: Stehender Akt, Bronze, Höhe 48,2 cm, Privatbesitz
  • um 1909, 1914, 1916, 1930: RĂŒckenakt I–IV, Bronze, alle im Museum of Modern Art, New York Abb.
  • 1910–1913; Jeanette I – V. Jeanette V: Bronze, Höhe 58,4 cm, Art Gallery of Ontario, Toronto Abb.

Buchillustrationen

Literatur

PrimÀrliteratur

  • Henri Matisse: Farbe und Gleichnis. Gesammelte Schriften, Hrsg. Peter Schifferli, Fischer, Frankfurt a. M. 1960
  • Henri Matisse: Über Kunst, Hrsg. Jack D. Flam, detebe 21457, Diogenes, ZĂŒrich 2005, ISBN 978-3-257-21457-4
    engl. Ausg.: Matisse on Art, Hrsg. Jack D. Flam (1995), ISBN 0-520-20032-2.
  • Henri Matisse: Scherenschnitte, Text von Gilles NĂ©ret, Taschen, Köln 1994, ISBN 3-8228-8412-X
  • Henri Matisse: Scherenschnitte, Text von Ralf Schiebler, Schirmer/Mosel, MĂŒnchen 1994, ISBN 3-88814-359-4
  • Henri Matisse: Matisse Portfolio, 2003, ISBN 3-8228-2982-X
  • Henri Matisse. Jazz. Hrsg. von Katrin Wiethege. Prestel, MĂŒnchen 2005, ISBN 978-3-7913-3508-7

SekundÀrliteratur

Biografische Gesamtdarstellungen
  • Volkmar Essers: Matisse. Taschen, Köln 2006, ISBN 978-3-822-86365-7
  • Lawrence Gowing: Matisse, Lichtenberg, MĂŒnchen 1997, ISBN 3-7852-8406-3
  • Gabriele Grepaldi: Henri Matisse, DuMont, Köln 1998, ISBN 3-7701-4541-0
  • Gilles NĂ©ret: Henri Matisse, Taschen, Köln 1997, ISBN 3-8228-8217-8
  • John Russell: Matisse, Father & Son. Harry N. Abrams, New York 1999, ISBN 0-810-94378-6
  • Pierre Schneider: Matisse. Rizzoli, New York 1984, ISBN 0-847-80546-8
  • Hilary Spurling: Matisse. Leben und Werk. DuMont:
    • einbĂ€ndige Ausgabe: 700 S., 150 s/w. Abb., 300 farb. Abb. Köln 2006 ISBN 978-3-8321-7704-1
    • zweibĂ€ndige Ausgabe: im Schuber, zus. 1096 S., 320 s/w. Abb., 60 farb. Abb. Köln 2007, ISBN 978-3-8321-7774-4
Lebensabschnitte
  • 1916–1930: Jack Cowart/Dominique Fourcade: Henri Matisse. The Early Years in Nice 1916–1930, Ausstellungskatalog (2. November 1986–29. MĂ€rz 1987) der National Gallery of Art (Washington), Harry N. Abrams, New York 1986, ISBN 0-894-68097-8
  • 1943–1948: Marie-France Boyer/HĂ©lĂšne Adant: Matisse in der Villa Le RĂȘve. (1943–1948). Benteli, Bern 2005, ISBN 3-7165-1390-3
  • 1943–1954: Francoise Gilot: Matisse und Picasso. Eine KĂŒnstlerfreundschaft, Kindler, MĂŒnchen 1990, ISBN 3-463-40139-8
Augenzeugenberichte
  • Hans Purrmann: Über Henri Matisse. In: Henri Matisse Farbe und Gleichnis. Gesammelte Schriften, Hrsg. Peter Schifferli, Fischer BĂŒcherei Nr.324, Fischer BĂŒcherei KG, Frankfurt a. M. 1960, o. ISBN, S. 121–154
Einzelaspekte des Werkes
  • Oliver Berggruen/Max Hollein (Hrsg.): Henri Matisse. Mit der Schere zeichnen. Meisterwerke der letzten Jahre, Ausstellungskatalog, Prestel, MĂŒnchen 2002 ISBN 3-7913-2798-4
  • Xavier Girard/Sandor Kuthy: Henri Matisse 1869–1954 – Skulpturen und Druckgraphik – Sculptures et gravures, Ausstellungskatalog (30. November 1990 – 10. Februar 1991), Kunstmuseum Bern/MusĂ©e des beaux-arts de Berne, Bern 1990, ISBN 3-7165-0768-7
  • Ernst-Gerhard GĂŒse (Hrsg.): Henri Matisse. Zeichnungen und Skulpturen, Ausstellungskatalog zur Ausstellung im Saarland Museum SaarbrĂŒcken (12. Mai – 7. Juli 1991), Prestel, MĂŒnchen 1991, ISBN 3-7913-1124-7
  • Gotthard Jedlicka: Die Matisse Kapelle in Vence − Rosenkranzkapelle der Dominikanerinnen. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1955
  • Beatrice Lavarini: Henri Matisse: JAZZ (1943–1947). Ein Malerbuch als Selbstbekenntnis, scaneg 2000 ISBN 3-89235-079-5.
  • Thomas Levy und Carl-JĂŒrgen Tohmfor: Das CafĂ© du DĂŽme und die AcadĂ©mie Matisse. Schimper, Schwetzingen 1988, ISBN 978-3-877-42033-1
  • Annette Ludwig: Zauberfest des Lichts. Matisse in Marokko: GemĂ€lde und Zeichnungen. Insel Verlag, Frankfurt a. M. 2007 ISBN 978-3-458-19226-8
  • Markus MĂŒller (Hrsg.): Matisse − Picasso. Ihr kĂŒnstlerischer Dialog im buchillustrativen Schaffen, Ausstellungskatalog zur Ausstellung im Graphikmuseum Pablo Picasso MĂŒnster (18. Februar – 25. Mai 2005), MĂŒnster 2005
  • Pia MĂŒller-Tamm (Hrsg.): Henri Matisse. Figur/Farbe/Raum, Ausstellungskatalog zur Ausstellung der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (29. Oktober 2005 – 19. Februar 2006), Hatje Cantz, Ostfildern-Ruit 2005, ISBN 3-7757-1600-9
  • Henri Matisse/Nina Hollein/Max Hollein: Schnipp, Schnapp, Matisse. Prestel 2002, ISBN 3-7913-2753-4.
  • Otfried SchĂŒtz: Henri Matisse. Die blauen Akte. Insel, Frankfurt a. M. 1996, ISBN 3-458-33495-5
  • DaniaThomas: Henri Matisse. ‚Der Tanz‘ und ‚Die Musik‘. VDM-Verlag, SaarbrĂŒcken 2008, ISBN 978-3-8364-9561-5
  • Ortrude Westheider: Matisse: Menschen Masken Modelle, Hirmer, 2008 ISBN 978-3-7774-4385-0
Wirkung und Rezeption
  • Alfred H. Barr: Matisse. His Art and his Public. Erstausgabe 1951. Little, Brown & Co, Boston 1974, ISBN 0-870-70469-9
  • Die große Inspiration. Deutsche KĂŒnstler in der AcadĂ©mie Matisse, Teil III, Ausstellungskatalog, Kunst-Museum Ahlen 2004/05
Werkverzeichnis
  • Claude Duthuit/Marguerite Duthuit-Matisse (Hrsg.): Henri Matisse. Catalogue RaisonnĂ© de l’ƒuvre GravĂ©. Zwei BĂ€nde. Paris, 1983
  • Claude Duthuit (Hrsg.): Henri Matisse. Catalogue RaisonnĂ© des Ouvrages illustrĂ©es. Paris, 1988
  • Claude Duthuit (Hrsg.): Henri Matisse. Catalogue RaisonnĂ© de l’ƒuvre SculptĂ©. Duthuit, Paris 1997, ISBN 2-904-85204-2
  • Pierre Schneider/Massimo CarrĂ : Tout l’ƒuvre peint de Matisse 1904–1928, Paris 1982

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ Bucerius Kunst Forum: Matisse. Menschen, Masken, Modelle, Ausstellung in Hamburg, 2009
  2. ↑ Lawrence Gowing: Matisse, UmschlagrĂŒckseite
  3. ↑ Henri Matisse: Farbe und Gleichnis, S. 110
  4. ↑ Volkmar Essers: Matisse, S. 7, 92
  5. ↑ Henri and Pierre Matisse, Cosmopolis, No 2, January 1999
  6. ↑ Jill Kitson: Über Hilary Spurlings The Unknown Matisse. abc.net. Abgerufen am 3. April 2009.
  7. ↑ Volkmar Essers: Matisse, S. 92
  8. ↑ Obituaries: Marguerite Duthuit. New York Times, 3. April 1982. Abgerufen am 23. MĂ€rz 2009.
  9. ↑ Volkmar Essers: Matisse, S. 92
  10. ↑ Paris 1900. Kulturportal Paris. Abgerufen am 20. MĂ€rz 2009.
  11. ↑ Lawrence Gowing: Matisse, S. 63
  12. ↑ Volkmar Essers: Matisse, S. 11 ff
  13. ↑ Volkmar Essers: Matisse, S. 14
  14. ↑ John Elderfield: The Wild Beasts Fauvism and Its Affinities, 1976, Museum of Modern Art, S. 43, ISBN 0-870-70638-1. Übersetzung: (Eine Skulptur von) „Donatello inmitten der Wilden“
  15. ↑ Volkmar Essers: Matisse, S. 14
  16. ↑ Volkmar Essers: Matisse, S. 19
  17. ↑ The Cone Collection. Baltimore Museum of Art. Abgerufen am 30. MĂ€rz 2009.
  18. ↑ Volkmar Essers: Matisse, S. 21–23
  19. ↑ Eric Gelber: The Academie Matisse. artnet.com, 2001. Abgerufen am 2. April 2009.
  20. ↑ Sandra Orienti: Henri Matisse. g26.ch/art. Abgerufen am 2. April 2009.
  21. ↑ Volkmar Essers: Matisse, S. 28–39
  22. ↑ Volkmar Essers: Matisse, S. 42–48
  23. ↑ Volkmar Essers: Matisse, S. 51–54, 94
  24. ↑ Französische Malerei der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts, Ermitage Leningrad, Aurora-Kunstverlag, Leningrad, 1987
  25. ↑ Henry Matisse. EnzyklopĂ€dia Britannica. Abgerufen am 24. MĂ€rz 2009.
  26. ↑ Phyllis Tuchman: Matisse the Master von Hilary Spurling. The Washington Post, 25. September 2005. Abgerufen am 26. MĂ€rz 2009.
  27. ↑ Volkmar Essers: Matisse, S. 95
  28. ↑ Henri Matisse: Mit der Schere zeichnen. Schirn Kunsthalle (PDF). Abgerufen am 5. April 2009.
  29. ↑ David Rockefeller: Union Church of Pocantico Hills. Abgerufen am 1. April 2009.
  30. ↑ Quelle MusĂ©e Matisse, Cimiez, Nizza, siehe Weblink
  31. ↑ Henri Matisse: Farbe und Gleichnis, S. 105. Aus: Chapelle du Rosaire de Vence, 1951
  32. ↑ Lawrence Gowing: Matisse, S. 9–18
  33. ↑ Matisse – Über Kunst. S. 25
  34. ↑ Matisse: Color and Light. National Gallery of Art, 2009. Abgerufen am 28. April 2009.
  35. ↑ Lawrence Going: Matisse, S. 47 f
  36. ↑ Lawrence Going: Matisse, S. 50 ff
  37. ↑ Volkmar Essers: Matisse, S. 16 f
  38. ↑ Volkmar Essers: Matisse. S. 18 ff
  39. ↑ Henri Matisse. kunstzitate.de. Abgerufen am 15. April 2009.
  40. ↑ Pia MĂŒller Tamm: Henri Matisse: Figur Farbe Raum (Ausstellungen 2005/06. Kunstaspekte. Abgerufen am 26. MĂ€rz 2009.
  41. ↑ Volkmar Essers: Matisse, S. 32–44
  42. ↑ Lawrence Gowing: Matisse. S. 142 f
  43. ↑ Karin Ego-Gaal: Henri Matisse – Figur Farbe Raum. Portal Kunstgeschichte.14. Mai 2006. Abgerufen am 18. MĂ€rz 2009.
  44. ↑ Magdalena Dabrowski: Henri Matisse. MoMA. Abgerufen am 18. MĂ€rz 2009.
  45. ↑ Gisela Fischer: Henri Matisse, Anmerkungen zum grafischen Werk. Galerie BoiserĂ©e, 200. Abgerufen am 19. April 2009.
  46. ↑ Henry Matisse. EnzyklopĂ€dia Britannica. Abgerufen am 24. MĂ€rz 2009.
  47. ↑ Henry Matisse Sculpture Facts. Baltimore Museum of Art. Abgerufen am 6. April 2009.
  48. ↑ Lawrence Gowing: Matisse, S. 18 f, 34, 72, 79 f, 88 f, 102
  49. ↑ Siehe Weblink matisse.net unter „Sculptures
  50. ↑ Gelett Burgess: The Wild Men of Paris, Architectural Record, Mai 1910, S. 400–414
  51. ↑ PensĂ©es et rĂ©flections sur la peinture. Nord-Sud, Dezember 1917, S. 3–5
  52. ↑ Picasso speaks. The Arts, Mai 1923, S. 315–326
  53. ↑ Matisse – Über Kunst. S. 75
  54. ↑ Volmar Essers: Matisse, S. 70
  55. ↑ Volkmar Essers' Matisse, S. 19
  56. ↑ Volkmar Essers' Matisse, S. 20
  57. ↑ Henri Matisse: Farbe und Gleichnis, S.  137. Aus: Die Erinnerungen von Hans Purrmann, in Werk, 1946
  58. ↑ Henri Matisse: Farbe und Gleichnis, S. 154. Aus: Die Erinnerungen von Hans Purrmann, in Werk, 1946
  59. ↑ Katja Engler: Matisse und das Geheimnis der Frauen. Welt am Sonntag Online, 25. Januar 2009. Abgerufen am 4. April 2009.
  60. ↑ Petra Kipphoff: Die Sonne im Leib. zeit.de, 5. November 2002. Abgerufen am 4. Mai 1982.
  61. ↑ Petra Kipphoff: Odaliske mit Kapuzinerkresse?. Zeit Online 10/93. Abgerufen am 28. MĂ€rz 2009.
  62. ↑ Bernard Grom: Menschen- und Weltbilder moderner Malerei S. 173. Beckmann Verlag. Abgerufen am 6. November 2008.
  63. ↑ Matisse - Über Kunst, Hrsg. und Einleitungstext: Jack D. Flam, Diogenes Verlag, ZĂŒrich 1982
  64. ↑ Carter B. Horsley: Auctions Christies: Post-War and Contemporary Art, Mark Rothko. thecityreview.com. Abgerufen am 14. April 2009.
  65. ↑ Marcy Goldberg: Aragon, le roman de Matisse. Cinema, 4. Juni 2006. Abgerufen am 15. April 2009.
  66. ↑ Quelle: siehe Weblink Film Matisse & Picasso
  67. ↑ Auction. Sotheby’s, 8. Mai 2007. Abgerufen am 18. April 2009.
  68. ↑ Auction February 2009. Christie’s. Abgerufen am 15. April 2009.
  69. ↑ Stefan Deiters: Ein Matisse, der die Glocken klingen lĂ€sst. astronews, 24. Januar 2008. Abgerufen am 2. Mai 2009.
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