Henry Drury Hatfield

Henry D. Hatfield

Henry Drury Hatfield (* 15. September 1875 im Logan County, West Virginia; † 23. Oktober 1962 in Huntington, West Virginia) war ein US-amerikanischer Politiker und von 1913 bis 1917 der 14. Gouverneur von West Virginia. Außerdem war er auch Senator für diesen Bundesstaat.

Inhaltsverzeichnis

Frühe Jahre und politischer Aufstieg

Henry Hatfield besuchte das Franklin College in New Athens in Ohio. Anschließend studierte er an verschiedenen amerikanischen Universitäten Medizin. Später wurde er zunächst Arzt bei der Norfolk und Western Railroad Gesellschaft, dann Leiter der Gesundheitsbehörde (Commissioner of Health)im Mingo County und er sorgte für die Errichtung eines Krankenhauses für Bergleute in Welch in West Virginia und wurde dessen Leiter. Nach der Jahrhundertwende widmete sich Hatfield auch der Politik. Zwischen 1900 und 1905 war er Leiter der Straßenbaubehörde im McDowell County. Hier war er für die Kreisstraßen zuständig. Zwischen 1908 und 1912 war er Mitglied des Landessenats von West Virginia. Im Jahr 1911 war er sogar dessen Präsident. Während dieser Jahre war er nebenbei immer noch als Arzt für die Eisenbahngesellschaft tätig.

Gouverneur von West Virginia

Im Jahr 1912 wurde Hatfield als Kandidat seiner Republikanischen Partei zum neuen Gouverneur von West Virginia gewählt. Er trat seine vierjährige Amtszeit am 4.März 1913 an. Als Gouverneur unterstützte er die Rechte der Arbeiter und der Gewerkschaften. Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Beendigung eines Streiks im Kanawha County in dem er den Parteien keine andere Wahl ließ, als seinen Schlichterspruch zu akzeptieren. Als Folge eines Minenunglücks mit 180 Toten wurden einerseits die Sicherheitsvorkehrungen und Vorschriften im Bergbau verbessert und auf der sozialen Seite Gesetze zur Absicherung und Entschädigung er Opfer erlassen, die damals landesweit vorbildlich waren. Vor seinem medizinischen Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass ausgerechnet er ein Gesundheitsministerium in West Virginia ins Leben rief. Andere von Hatfield in die Wege geleitete Projekte waren die Gründung eines staatlichen Arbeitsamtes, eine Wahlreform und eine Erhöhung der Steuern für die Industrie. Im Jahr 1914 hatte West Virginia das so genannte Prohibitionsgesetz erlassen, wonach der Verkauf und Handel von alkoholischen Getränken im Land verboten wurden. Das geschah vor dem Hintergrund einer USA weiten Debatte über die bundesweite Einführung eines solchen Gesetzes. Im Jahr 1919 wurde dann bundesweit ein entsprechendes Gesetz per Verfassungszusatz eingeführt und 1933 wegen praktischer Undurchführbarkeit wieder aufgehoben.

Weiterer Lebenslauf

Da die Verfassung von West Virginia keine zwei zusammenhängende Amtszeiten erlaubte musste Hatfield am 4. März 1917 aus dem Amt scheiden. Als wenige Wochen nach dem Ende seiner Amtszeit die Vereinigten Staaten im April 1917 in den Ersten Weltkrieg eintraten, beschloss Hatfield seine medizinischen Kenntnisse der Armee zur Verfügung zu stellen. Er wurde Leiter eines Militärkrankenhauses in Detroit. Nach dem Krieg wurde er Oberstleutnant im medizinischen Dienst der militärischen Reserve. Zwischen 1929 und 1935 vertrat er seinen Heimatstaat im US Senat in Washington DC. Nach seinem Ausscheiden aus dem US-Kongress setzte er seine medizinische Karriere fort und wurde Leiter eines Krankenhauses. Außerdem hatte er mehrere Farmen erworben, um die er sich jetzt kümmerte. Henry Hatfield starb hoch betagt im Jahr 1962.

Literatur

  • Robert Sobel und John Raimo (Hrsg.): Biographical Directory of the Governors of the United States, 1789–1978. Band 1, Meckler Books, Westport, 1978. 4 Bände.
  • Carlyn Karr: A Political Biography of Henry Hatfield. In: West Virginia History. 28. (Oktober 1966), S. 35–64, 28 (Januar 1967): S. 137–170.
  • Neil Shay Penn: Henry D. Hatfield and Reform Politics: A Study of West Virginia Politics from 1908–1917. Ph.D. Dissertation, Emory University, 1973.

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