Herford

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Herford
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Herford
Herford
Deutschlandkarte, Position der Stadt Herford hervorgehoben
52.1333333333338.683333333333365
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Herford
Höhe: 65 m ĂŒ. NN
FlĂ€che: 79 kmÂČ
Einwohner:

64.088 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 811 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahlen: 32049, 32051, 32052
Vorwahl: 05221
Kfz-Kennzeichen: HF
GemeindeschlĂŒssel: 05 7 58 012
Stadtgliederung: 12 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
32052 Herford
WebprÀsenz: www.herford.de
BĂŒrgermeister: Bruno Wollbrink (SPD)
Lage der Stadt Herford im Kreis Herford
Kreis Lippe Niedersachsen Kreis GĂŒtersloh Kreis Minden-LĂŒbbecke Kreis Minden-LĂŒbbecke Bielefeld Nordrhein-Westfalen Enger Löhne BĂŒnde Kirchlengern Herford Spenge Hiddenhausen Rödinghausen VlothoKarte
Über dieses Bild
Physische Karte von Herford
FlÀchennutzung
Gliederung von Herford

Herford Zum Anhören bitte klicken! [ˈhÉ›ÉÌŻfɔʁt] (niederdeutsch: Hiarwede, Hiarwe) ist eine Stadt im Regierungsbezirk Detmold in Nordrhein-Westfalen mit etwa 65.000 Einwohnern und die Kreisstadt des Kreises Herford.

Herford ist als große kreisangehörige Stadt klassifiziert und liegt in dem ostwestfĂ€lischen Verdichtungsgebiet, das sich von GĂŒtersloh ĂŒber Bielefeld und Herford bis Minden erstreckt. Die Stadt liegt im Ravensberger HĂŒgelland zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge 15 Kilometer nordöstlich von Bielefeld und 46 Kilometer östlich von OsnabrĂŒck und etwa in der Mitte zwischen Dortmund und Hannover, die jeweils etwa 100 Kilometer entfernt sind und die ĂŒber die Bundesautobahn 2 und die Bahnstrecke Hamm-Minden erreichbar sind.

Herford wurde um 789 gegrĂŒndet. Das um 800 gegrĂŒndete Frauenstift Herford wurde bald nach seiner GrĂŒndung in den Stand einer Reichsabtei erhoben und erlangte im 12. Jahrhundert die Reichsunmittelbarkeit, die das Stift bis 1803 bewahren konnte. In Nachbarschaft zur Abtei entwickelte sich die Stadt Herford im frĂŒhen Mittelalter zu einer der bedeutendsten und am stĂ€rksten befestigten HandelsstĂ€dte Westfalens. Ab 1342 gehörte Herford der Hanse an. Seit Mitte des 13. Jahrhunderts bis um 1530 nahm eine kondominiale Regierung von Stift und Stadt reichsstĂ€dtisches Recht wahr. SpĂ€testens 1631 erlangte neben der Abtei auch die Stadt Herford selbst die Reichsfreiheit, die zuvor umstritten war. Bereits 1647/1652 verlor die Reichsstadt Herford ihre Reichsfreiheit durch Annexion durch das KurfĂŒrstentum Brandenburg. Von 1911 bis 1968 war Herford kreisfreie Stadt in Preußen und Nordrhein-Westfalen. Bis 1968 waren die Stadtgrenzen die der alten Reichsabtei.

Seit der Eröffnung des Museums MARTa wirbt die Stadt unter anderem mit dem Slogan „Mittelalter trifft Moderne“.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Luftbild des Herforder Westens

Die Kreisstadt Herford liegt im nordöstlichen Teil Nordrhein-Westfalens in Ostwestfalen-Lippe, das deckungsgleich mit dem Regierungsbezirk Detmold ist. Seit dem Verlust der Kreisfreiheit gehört sie seit dem 1. Januar 1969 wieder als grĂ¶ĂŸte Stadt dem Kreis Herford an.

Herford liegt im Ravensberger HĂŒgelland zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge, wobei die östlichen Erhebungen wie der Stuckenberg mit dem Stadtwald zum Lipper Bergland gehören. Höchste Erhebung ist der Dornberg (240 m) im Stadtteil Schwarzenmoor. Der niedrigste Punkt (56 m) liegt im Werretal im Stadtteil Falkendiek. Das Ravensberger HĂŒgelland ist leicht wellig mit zahlreichen kleinen Sieken und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Die waldarme Landschaft ist lediglich in den Höhenlagen bewaldet.

Die Stadt liegt an der MĂŒndung der Aa in die Werre, die sich nördlich des Stadtzentrums befindet. Die Werre durchfließt die Stadt von Bad Salzuflen bis zur Aa-MĂŒndung in SĂŒdost-Nordwest-Richtung. Von dort verlĂ€uft sie nach Norden, wobei sie grĂ¶ĂŸtenteils die Stadtgrenze zur Gemeinde Hiddenhausen bildet. Die Aa kommt aus Richtung Bielefeld, wo sie erst kurz vor der Herforder Stadtgrenze an der EinmĂŒndung der Lutter in den Johannisbach ihren Namen erhĂ€lt. Die Aa ist der Grenzfluss zwischen den Herforder Stadtteilen Elverdissen, das östlich der Aa liegt, und Stedefreund sowie Diebrock. In Richtung Norden trennt sie die AltstĂ€dter Feldmark von der Radewiger Feldmark, die Altstadt von der Radewig und die Herforder Neustadt von der Radewiger Feldmark. Die Werre bildet die Grenze zwischen der NeustĂ€dter Feldmark östlich des Flusses sowie der AltstĂ€dter Feldmark, der Neustadt und der Radewiger Feldmark westlich der Werre.

Herford liegt 15 Kilometer nordöstlich von Bielefeld und 46 Kilometer östlich von OsnabrĂŒck. Über die Bundesautobahn 2 und die Bahnstrecke Hamm-Minden sind Dortmund und Hannover erreichbar, die jeweils etwa 100 Kilometer von Herford entfernt sind. Entlang dieser Achse erstreckt sich auch das ostwestfĂ€lische Verdichtungsgebiet, das von GĂŒtersloh ĂŒber Bielefeld und Herford bis Minden verlĂ€uft.

Geologie

Geothermische Karte von Herford
Werre-Wehr am Bergertor

Von Osten her schiebt sich als AuslĂ€ufer des Lippischen Berglandes der Herforder Keupervorsprung im Zuge der Piesberg-Pyrmonter Achse nördlich an der Stadt vorbei. Der nach Westen immer flacher werdende Keupervorsprung wird zwischen dem 201 Meter hohen Homberg und dem 168 Meter hohen Schweichelner Berg vom 55 Meter ĂŒber NN liegenden Werretal durchschnitten.

SĂŒdlich des Keupervorsprungs erstreckt sich eine 100 bis 200 Meter hoch liegende Liasrumpflandschaft, die schon pliozĂ€n oder altdiluvial durch weite Talungen zur jetzigen Form gegliedert wurde. Diluvial ist dann das Gebiet mit einer fruchtbaren Lehm- oder Lösslehmdecke ĂŒberkleidet worden, die heute noch in einer Dicke von vier bis sechs Metern erhalten ist. In diesem Gebiet liegt die Stadt Herford.

Etwa 3 Kilometer sĂŒdlich des Keupervorsprungs mĂŒndet die Aa in die aus Lippe kommende Werre. Durch die gegliederte Wirkung ihrer FlusstĂ€ler schieben sich zwischen ihnen zwei weitere Höhengebiete an Herford heran: eines von SĂŒden, vom Teutoburger Wald, das andere vom Westen, vom Jöllenbecker Plateau her.

WĂ€hrend der dritten Vereisung erreichte die Eisdecke dieses Gebiet nicht mehr. Durch die wasserstauende Wirkung erzeugte sie aber in den grĂ¶ĂŸeren TĂ€lern sandige AufschĂŒttungsterrassen von zwei bis fĂŒnf Meter Höhe.

Herford eignet sich in einigen Lagen im westlichen Stadtgebiet mittelmĂ€ĂŸig, in einigen Lagen besonders im nordöstlichen Stadtgebiet sehr gut und ansonsten gut zur Nutzung von geothermischen WĂ€rmequellen mittels ErdwĂ€rmesonde und WĂ€rmegewinnung durch WĂ€rmepumpe (vgl. dazu die nebenstehende Karte).[2]

Ausdehnung und Nutzung des Stadtgebiets

Die GesamtflĂ€che der Stadt Herford betrĂ€gt 78,95 kmÂČ. Die grĂ¶ĂŸte Ausdehnung in Nord-SĂŒd-Richtung betrĂ€gt etwa 13,1 Kilometer und in Ost-West-Richtung etwa 13,8 Kilometer. Die Stadtgrenze hat eine LĂ€nge von 56 Kilometern.

Die Innenstadt innerhalb der WĂ€lle (Altstadt, Neustadt, Radewig) hat eine FlĂ€che von 58 ha (0,58 kmÂČ). Die LĂ€nge der WĂ€lle betrĂ€gt 3,1 Kilometer.

Die Nutzung des Stadtgebiets kann der folgenden Tabelle entnommen werden:

FlÀche
nach Nutzungsart[3]
Landwirt-
schafts-
flÀche
Wald-
flÀche
GebÀude-,
Frei- und
BetriebsflÀche
Verkehrs-
flÀche
Wasser-
flÀche
Sport- und
GrĂŒnflĂ€che
sonstige
Nutzung
FlĂ€che in kmÂČ 42,23 7,16 19,87 6,92 0,84 1,58 0,40
Anteil an GesamtflĂ€che 53,46 % 9,06 % 25,15 % 8,76 % 1,06 % 2,00 % 0,51 %

Nachbargemeinden

Herford grenzt im Westen an Enger und Hiddenhausen, im Norden an Löhne, im Nordosten an Vlotho (alle Kreis Herford), im SĂŒdosten an Bad Salzuflen (Kreis Lippe) sowie im SĂŒdwesten an die kreisfreie Stadt Bielefeld.

Stadtgliederung

Gliederung von Herford

Seit 1969 besteht die Stadt aus den folgenden Stadtteilen:

Stadtteil Einwohner FlÀche
Herford-Stadt 50.693 25,07 kmÂČ
Diebrock 1.945 7,04 kmÂČ
Eickum 1.847 7,39 kmÂČ
Elverdissen 4.211 9,31 kmÂČ
Falkendiek 861 6,57 kmÂČ
Stadtteil Einwohner FlÀche
Herringhausen 2.738 2,16 kmÂČ
Laar 469 4,80 kmÂČ
Schwarzenmoor 1.697 14,74 kmÂČ
Stedefreund 1.477 1,78 kmÂČ

Quelle Einwohnerzahlen: Meldedatei der Stadt Herford, Stand 31. Dezember 2010[4].

Gliederung von Herford-Stadt

Mit Herford-Stadt ist die Kernstadt gemeint, wie sie bis zum 31. Dezember 1968 existierte. Sie besteht aus der Innenstadt und den Feldmarken, die aber keine eigenen Stadtteile sind.

Die Innenstadt ist das historische Zentrum der Stadt, das sich innerhalb der Wallanlagen befindet. Zu ihr gehören der frĂŒhere Abteibezirk („die Freiheit“), das Ă€lteste Stadtviertel Radewig, die Altstadt und die Neustadt. Altstadt und Radewig wurden gemeinsam von einem Rathaus auf dem Alten Markt verwaltet, die Neustadt war selbstĂ€ndig und hatte ein eigenes Rathaus. Die drei Stadtviertel schlossen sich erst 1634 zu einer Stadt zusammen.

Zu jedem Stadtviertel gibt es eine Feldmark, die sich von der Innenstadt bis zur ehemaligen Stadtgrenze erstreckt: Die AltstĂ€dter Feldmark (im SĂŒdosten), die NeustĂ€dter Feldmark (im Nordosten) und die Radewiger Feldmark (im Westen). Innerhalb der NeustĂ€dter Feldmark liegen die Bereiche Stiftberg, Friedenstal und Waldfrieden (mit dem Tierpark) und Nordstadt, die jedoch nicht genau umgrenzt sind.

Der flĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸte der am 1. Januar 1969 eingemeindeten Stadtteile ist Schwarzenmoor, der kleinste ist Stedefreund. Innerhalb der Stadtteile gibt es die Bereiche oder Viertel Dickenbrock (in Herringhausen), Hausheide und Hollinde (in Diebrock), Nieder-Eickum, Ober-Eickum, Pottkamp und Kaishagen (in Eickum), Elsen, Herforder Heide und Hillewalsen bzw. Hillewalser Baum (in Elverdissen) sowie die Berge Hamscheberg und Stuckenberg (in Schwarzenmoor) und Homberg (in Falkendiek).

Klima

Herford liegt im Bereich des subatlantischen Seeklimas, weist aber partiell sehr schwache kontinentale EinflĂŒsse auf. Der atlantische Klimabereich zeichnet sich durch relativ gleich verteilte und regelmĂ€ĂŸige NiederschlĂ€ge und relativ milde und eine im Jahresgang verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig ausgeglichene Temperatur aus. Die Winter sind unter dem atlantischen Einfluss meist mild und die Sommer mĂ€ĂŸig-warm. Seltener ist das Klima kontinental geprĂ€gt. Unter diesem Einfluss ist die Temperatur im Winter eher kĂ€lter, im Sommer eher wĂ€rmer, die NiederschlĂ€ge eher geringer als unter Einfluss des ĂŒberwiegend herrschenden Seeklimas. Durch die Beckenlage der Stadt im Ravensberger HĂŒgelland hĂ€lt der FrĂŒhling dort bis zu zwei Wochen frĂŒher seinen Einzug als in den umliegenden Mittelgebirgen. Die vorherrschende Windrichtung aus SĂŒdwest bringt regelmĂ€ĂŸig NiederschlĂ€ge vom Atlantik, die Niederschlagsmengen sind durch die Beckenlage in Herford aber geringer als am Teutoburger Wald, wo öfter Steigungsregen niedergehen.

Niederschlagsmittelwerte fĂŒr den Zeitraum von 1961 bis 1990

Klimadaten im langjĂ€hrigen Mittel (1971–2000):

Monatliche Durchschnittstemperaturen und NiederschlĂ€ge fĂŒr Herford (1971–2000), durchschnittliche Sonnenscheindauer (1961–1990)
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) 1,8 2,2 5,3 8,4 13,0 15,6 17,7 17,4 13,8 9,8 5,4 3,1 Ø 9,5
Niederschlag (mm) 72 49 65 53 65 82 69 71 73 61 64 80 ÎŁ 804
Sonnenstunden (h/d) 1,4 2,5 3,3 5,0 6,4 6,5 6,1 6,1 4,4 3,5 1,7 1,2 Ø 4
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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72 49 65 53 65 82 69 71 73 61 64 80
  Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: DWD

Geschichte

Geschichte

→ Hauptartikel: Geschichte der Stadt Herford

StadtgrĂŒndung

In gĂŒnstiger und auch militĂ€risch nicht unwichtiger Verkehrslage gelegen, entstand Herford um 789 (GrĂŒndungslegende in der Vita Waltgeri) auf dem Gebiet dreier Ă€lterer Höfe (Adonhusa, Herifurth und Libbere). Um 800 entstand das bedeutende Frauenstift Herford. Im Jahre 823 nahm Kaiser Ludwig der Fromme das Kloster in seinen persönlichen Schutz. Bald darauf entwickelte sich auch eine Kaufmannssiedlung. Es wird angenommen, dass 833 Ludwig der Fromme dem Kloster Herford das Markt-, MĂŒnz- und Zollrecht verlieh (BestĂ€tigung 973). Besonders die Ottonen waren Herford eng verbunden: Die Frau Heinrichs I., Mathilde, war hier erzogen worden, Otto der Große bestĂ€tigte 973 Markt- und Zollrechte; mit dem bestĂ€tigten Marktprivileg gehörte Herford zu den Ă€ltesten MĂ€rkten in Deutschland. 1011 grĂŒndete die Äbtissin Godesdiu auf der Grundlage einer Marienerscheinung (Herforder Vision, datiert etwa in der Mitte des 10. Jahrhunderts, diese Vision gilt als frĂŒheste Marienerscheinung nördlich der Alpen) vor den Toren der Stadt das Stift auf dem Berge als AusbildungsstĂ€tte fĂŒr die Töchter des niederen Adels, das sich auch zum Wallfahrtsort entwickelte.

12. bis 15. Jahrhundert

Herford war im Mittelalter ein bedeutendes geistliches und geistiges Zentrum. Zu dieser Zeit war es auch eine der am besten befestigten deutschen StĂ€dte mit fĂŒnf Stadttoren und 14 TĂŒrmen, die den verschiedenen ZĂŒnften zugeordnet waren. Sie waren Teil der 3,5 Kilometer langen Stadtbefestigung mit Mauer, die von der Werre, der Aa und dem Stadtgraben umgeben war. Die heute zugeschĂŒttete Bowerre markiert den ursprĂŒnglichen Verlauf der Werre, wĂ€hrend die heutige Werre Teil der Stadtbefestigung war. Als 1765 die Stadtbefestigung nicht mehr benötigt wurde, wurde das Material versteigert. Heute umschließt dort der Stadtwall, der im ĂŒberwiegenden Teil FußgĂ€ngern und Radfahrern vorbehalten ist, die Innenstadt.

In staufischer Zeit wurde das Stift Herford als reichsunmittelbar bestĂ€tigt (1147, Friedrich Barbarossa 1152); spĂ€tere Kaiser bestĂ€tigten verschiedene Rechte von Stift und Stadt. Die Äbtissin war ReichsfĂŒrstin mit quasibischöflichen Rechten („Monstrum Westphaliae“). Um 1170 wurde eine BĂŒrgergemeinde gebildet und das Stadtrecht entwickelt (keine Verleihungsurkunde ĂŒberliefert), wobei das Dortmunder Stadtrecht als Vorlage diente. Herford erhielt zu Beginn des 13. Jahrhunderts eine Ratsverfassung. Um 1220 ist die frĂŒheste ErwĂ€hnung des Herforder Stadtrates nachweisbar. Er war damit einer der ersten in Deutschland. Das Kondominats, die gemeinschaftliche selbstĂ€ndige Regierung von Stift und Stadt nahm seit Mitte des 13. Jahrhunderts reichsstĂ€dtisches Recht wahr.

Herford war Mitglied des Ladbergener StĂ€dtebundes, weiterer StĂ€dtebĂŒnde und sehr aktiv in der Hanse tĂ€tig (Hansestadt von 1342 bis ins 17. Jahrhundert). In der Sicherheit der Stadt kan es zu geistlichen Niederlassungen fast aller damaligen klösterlichen Orden (die Stadt wurde als Sancta Herfordia bezeichnet) Die rege kaufmĂ€nnische TĂ€tigkeit erstreckte sich frĂŒh ĂŒber den gesamten Hanseraum, aber auch die Verbindungen nach Westen (Flandern) waren bedeutsam. Besonders wichtig waren die Tuchproduktion (seit dem 13. Jahrhundert) und der Handel damit. Im Herforder Rechtsbuch von etwa 1375 werden zahlreiche Gilden und ZĂŒnfte erwĂ€hnt.

Bis 1634 war die Neustadt selbstĂ€ndig und hatte neben der Altstadt einen eigenen BĂŒrgermeister. Die Außengrenzen (Landwehrgrenzen) der mittelalterlichen Stadt Herford blieben bis 1969 Stadtgrenze von Herford.

Neuzeit

Herford um 1840
Die ehemalige Kleinbahntrasse direkt an der Werre (LĂŒbbertor / Jahnstraße)

In der FrĂŒhen Neuzeit begann eine lange rechtliche Auseinandersetzung um den Status der Stadt als Reichsstadt. Die Abtei war reichsfrei, die Äbtissin ReichsfĂŒrstin mit quasibischöflichen Rechten („Monstrum Westphaliae“), die Stadt Herford nahm aufgrund des sogenannten Kondominats (der gemeinschaftlichen selbstĂ€ndigen Regierung von Stift und Stadt seit Mitte des 13. Jahrhunderts) reichsstĂ€dtisches Recht war. Mehrere Prozesse vor dem Reichskammergericht, die zunĂ€chst vom Reich angestrengt wurden, das gerne von Herford Reichsteuern erheben wollte, fĂŒhrten schließlich 1631 zur BestĂ€tigung als Reichsstadt, was zu diesem Zeitpunkt auch im Interesse der Stadt lag. In der Stadt setzte sich ab 1530 die Reformation durch, die Abtei blieb bis 1565 katholisch. Die Stadt wurde im DreißigjĂ€hrigen Krieg mehrfach belagert, 1638 brannten große Teile der Stadt ab. In Folge der jĂŒlisch-klevischen Erbfolgeauseinandersetzungen wurde Herford 1647 durch brandenburgische Truppen besetzt und verlor seine SelbstĂ€ndigkeit. Die Annexion durch Brandenburg wurde durch den WestfĂ€lischen Frieden und schließlich 1652 endgĂŒltig bestĂ€tigt. Herford wurde nun abhĂ€ngige brandenburgisch-preußische Landstadt. Die Leitung der Reichsabtei wurde nun durch adelige Damen brandenburgisch-preußischer Familien wahrgenommen. Die Abtei blieb bis zur SĂ€kularisierung 1803 Reichsstand.

Herford wurde Mitte des 19. Jahrhunderts industrialisiert und war seit 1935 Garnisonsstadt. Noch heute sind britische Truppen dort stationiert (siehe Abschnitt MilitÀr).

1816 wurde Herford Kreisstadt innerhalb der preußischen Provinz Westfalen.

1847 erhielt Herford Anschluss an die Cöln-Mindener Eisenbahn. Die Strecke wurde am 29. September 1968 elektrifiziert. Im Jahre 1880 wurde die Strecke Herford - Detmold - Altenbeken und 1904 die Strecke nach BĂŒnde gebaut.

Im August 1900 wurde die Herforder Kleinbahn nach Enger eröffnet und im September erfolgte die VerlĂ€ngerung bis Spenge und WallenbrĂŒck. 1902 kam eine Strecke ĂŒber Bad Salzuflen und Exter nach Vlotho hinzu. Die Schmalspurbahn (Meterspur) wurde in den 1930er Jahren elektrifiziert. Die Einstellung des Betriebes erfolgte 1962 auf der Strecke Herford – Vlotho, 1966 auf der Strecke Herford – Spenge.

1911 wurde Herford kreisfrei. WĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt durch Bombenangriffe – vergleichsweise – nur gering zerstört. Knapp 40 Prozent der HĂ€user waren leicht beschĂ€digt, sieben Prozent wiesen mittlere bis schwere SchĂ€den auf und nur etwa sechs Prozent waren total zerstört. Nach dem Krieg fiel ein Teil der historischen Bausubstanz einer vereinfachenden Stadtplanung zum Opfer. So wich das ganze Quartier um die Bergertormauer einem 4-spurigen Straßen-Neubau. Dennoch blieb der mittelalterliche Grundriss der Stadt weitgehend erhalten und bleibt trotz der umfangreichen Abrissarbeiten bis heute nachvollziehbar.

Die Stadt wurde im Zuge der kommunalen Neuordnung am 1. Januar 1969 wieder in den Kreis Herford eingegliedert. Dabei wurden die acht umliegenden Gemeinden Diebrock, Eickum, Elverdissen, Falkendiek, Herringhausen Ost, Laar, Schwarzenmoor und Stedefreund eingemeindet.[5]

Am 25. Juni 1983 wurde in Herford der WestfĂ€lische Hansebund gegrĂŒndet. Anfang 2011 gehörten ihm 45 ehemalige HansestĂ€dte aus Westfalen, dem angrenzenden Niedersachsen und Nordhessen an.

1988 – ein Jahr vor der 1200-Jahr-Feier – wurden bei Ausgrabungen wertvolle Funde in den Resten der AbteigebĂ€ude aus karolingischer, ottonischer und barocker Zeit gemacht und auch die industrielle Nutzung des GelĂ€ndes ab 1810 mit archĂ€ologischen Funden belegt.

Am 23. September 2008 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Religionen

Christen

Marienerscheinung

Im 10. Jahrhundert fand in Herford angeblich die Ă€lteste bekannte Marienerscheinung nördlich der Alpen statt, nach der die grĂ¶ĂŸte Herforder Kirmes (Vision) benannt war, die seit 2010 nicht mehr mit einem Jahrmarkt gefeiert wird. Der Legende nach machte ein Hirte mit seinen Schafen Rast auf dem heutigen Stiftberg. Seinen Hirtenstab steckte er in den Boden. Im Traum erschien ihm Maria in Gestalt einer weißen Taube, die sich auf seinen Stab setzte. Sie trug ihm auf, an dieser Stelle eine Kirche bauen zu lassen. WĂ€hrenddessen begann der Hirtenstab wie eine Linde auszuschlagen. Als der Hirte wieder aufgewacht war, lief er in die Stadt und erzĂ€hlte dies den Stiftsdamen, welche an dem Ort der Vision die Marienkirche bauten.

Ein StĂŒck Baumstamm wird im Altar der Marienkirche als angeblicher Überrest ebendieser Linde aufbewahrt. Vermutlich handelt es sich dabei um „christianisierte“ Überreste eines alt-sĂ€chsischen Heiligtums. FrĂŒher wurden Holzsplitter davon in der Hoffnung auf Heilung bei Zahnschmerzen zwischen die ZĂ€hne gesteckt.

Siehe auch: Herforder Vision
Klöster

Gegen Ende des Mittelalters waren in Herford mehr als 20 sakrale Bauwerke und Einrichtungen verzeichnet. Die Zahl der Stifte und Klöster war Ă€hnlich der in den benachbarten BischofsstĂ€dten OsnabrĂŒck, Minden und Paderborn. In Quellen ist die Rede vom heiligen Herford, „Sancta Herfordia“ und dem „Hilligen Hervede“. Der Begriff wurde vermutlich von dem aus Herford stammenden pĂ€pstlichen Protonotar Hermann Dwerg geprĂ€gt. Er war ein enger Vertrauter von Papst Martin V. (Amtszeit 1417 – 1431).

Neben der MĂŒnster-, Johannis-, Jakobi- und Marienkirche sowie der nicht mehr vorhandenen Nikolaikirche am Alten Markt gab es außer der freiweltlichen FĂŒrstabtei und dem Damenstift auf dem Stiftberg weitere zahlreiche Klöster.

Zwischen Gehrenberg und BrĂŒderstraße lag das Augustinerkloster, aus dessen Lateinschule 1540 das Friedrichs-Gymnasium hervorging. Aus dem Franziskanerkloster zwischen GĂ€nsemarkt und Altem Markt ging spĂ€ter das Armenhaus und die Herberge zur Heimat hervor. Das Fraternhaus der BrĂŒder vom gemeinsamen Leben und das SĂŒsternhaus (Schwesternhaus) befanden sich im Holland. An der Clarenstraße gab es das Klarissenkloster und nicht weit davon entfernt den Beginenhof.

Im 13. Jahrhundert wurde in der Komturstraße die Komturei des Johanniterordens errichtet, spĂ€ter nannten sie sich Malteserritter. WĂ€hrend sich fast alle anderen Klöster nach EinfĂŒhrung der Reformation in Herford auflösten und die HĂ€user anderen Bestimmungen zugefĂŒhrt wurden, wurde die Komturei zur Keimzelle der katholischen Gemeinde in Herford. Das ehemalige Komturei-GebĂ€ude mit seinem Renaissanceportal in der Komturstraße 4a ist das Ă€lteste Steinhaus der Stadt. Es liegt in der NĂ€he der katholischen Kirche St. Johannes Baptist.

Jakobspilger
Jakobspilger - Detail am Remensniderhaus, BrĂŒderstraße 26

Bis zur Reformation war Herford ein bedeutender Sammelpunkt der Jakobspilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Die Stadt lag verkehrsgĂŒnstig am Kreuzungspunkt der Handelsstraßen von Mainz nach LĂŒbeck und von Hameln nach OsnabrĂŒck. Im Norden verlief der Hellweg vor dem Santforde (die heutige Bundesstraße 65), im SĂŒden der Hellweg von Paderborn nach Soest.

Zahlreiche in Herford ansĂ€ssige Bruderschaften kĂŒmmerten sich um die durchreisenden Pilger und unterhielten HospitĂ€ler und Herbergen. Sicher dokumentiert sind vier Pilgerherbergen: das Gertruden-Gasthaus in der Komturstraße (geschlossen 1545) nahe der Malteser-Kommende, die Pilgerherberge in der heutigen LĂŒbberstraße Nr. 31, das FĂŒrstenau-Haus in der Radewiger Straße Nr. 25 und das nicht mehr existierende Nachbarhaus Nr. 24.

Anziehungspunkte fĂŒr die Pilger waren die wundertĂ€tige Marienkirche als Ort der Herforder Vision sowie die heilige Pusinna, deren Reliquie in der MĂŒnsterkirche aufbewahrt wurde. In der Radewig, dem Rast- und Marktplatz der FernhĂ€ndler, wurde eine Kapelle errichtet, aus der die spĂ€tere Jakobikirche (Radewiger Kirche) entstand. Aus einer Bulle des Papstes Julius II. von 1510 geht hervor, dass die Jakobikirche keine Pfarrkirche war, sondern eine reine Pilgerkirche, die dem Jakobskult diente. Im Jahr 1530 wurde die Kirche auf Anordnung des Rates wegen der zur „Landplage“ gewordenen Pilger geschlossen. Jakobspilger wurden jedoch noch bis ins 17. Jahrhundert in der Stadt gesehen.

Heute finden sich noch Zeichen des Jakobuskultes in den Knaggen des Remensnider-Haus (BrĂŒderstraße Nr. 26), im Traufenhaus (Tribenstraße Nr. 8), an der Fassade und im Siegel der Jakobi-Kirche von 1494, im Wappen des BĂŒrgermeisters Johann von Rintelen von 1523, einer Figur des Heiligen Jakobus im Herforder MĂŒnster und zwei Steinplastiken von 1350, die sich im Bestand des derzeit geschlossenen Herforder Museums befinden.

Im Jahr 1987 ging die Aufforderung des Europarates aus, den Verlauf der historischen Jakobswege wissenschaftlich zu dokumentieren und die alten Kulturwege wiederzubeleben. Die Erforschung der Wegstrecke von Minden ĂŒber Herford - Bielefeld - Rheda-WiedenbrĂŒck nach Lippstadt und weiter in Richtung Soest wird von der Altertumskomission des Landschaftsverband Westfalen-Lippe unter Leitung von Ulrike Spichal wahrgenommen. Die wissenschaftliche Ausarbeitung und die Markierung dieses intern als „Weg 3“ bezeichneten Jakobsweges beginnt im Jahr 2009.

Schutzpatronin

Die Herforder Schutzpatronin war bis zur Reformation die Heilige Pusinna. Ihre Gebeine wurden im Jahr 860 in das Stift Herford ĂŒberfĂŒhrt, das dadurch erheblich an geistiger Bedeutung gewann und deren MĂŒnster den Namen St. Marien und Pusinna trug. Gedenktag ist der 23. April. Heute befinden sich Teile der Reliquien der Heiligen Pusinna in der katholischen Kirche St. Johannes Baptist.

EinfĂŒhrung der Reformation

Bereits 1523, sechs Jahre nach der Reformation, predigten die Fraterherren als erste das Evangelium in Herford. Zwei Jahre spĂ€ter wurden deutsche Kirchenlieder im Herforder MĂŒnster gesungen, was zunĂ€chst stillschweigend von der Stadtobrigkeit toleriert wurde. Die Reformation wurde in Herford wohl im Winter 1529/1530 durch den Entschluss einer BĂŒrgerversammlung eingefĂŒhrt. Als erste Kirche des Ravensberger Landes erlaubte die Johanniskirche im Jahre 1530 evangelische Predigten. Weiteres siehe unter EinfĂŒhrung der Reformation in Herford.

Religionsgemeinschaften

Der ĂŒberwiegende Teil der Bevölkerung ist evangelisch. Anfang 2011 lebten etwa 32.000 evangelische und etwa 11.000 katholische Christen in Herford.

Die evangelischen Kirchengemeinden der Stadt gehören dem Kirchenkreis Herford an, der Teil der Evangelischen Kirche von Westfalen ist. Evangelisch-lutherische Kirchengemeinden sind Herford-Mitte, Stiftberg, Emmaus, Kreuzkirche, Herringhausen, Laar und Elverdissen.

Zur Gemeinde Herford-Mitte gehören das MĂŒnster, die Johanniskirche und die Jakobikirche, zur Gemeinde Stiftberg die Marienkirche. Die vier Kirchen der Emmausgemeinde sind die Christuskirche an der Glazer Straße, die Markuskirche an der Landsberger Straße, die Thomaskirche in Schwarzenmoor und die Trinitatiskirche in Falkendiek. Letztere wurde im Dezember 2008 entwidmet, sie ist aber noch im Eigentum der Emmausgemeinde. Die Kreuzkirche an der Hessestraße im Friedenstal bildet eine eigene Kirchengemeinde. In der Kirchengemeinde Herringhausen steht die Evangelische Kirche Herringhausen, in Laar die Auferstehungskirche und in Elverdissen die Friedenskirche.

Evangelisch-reformiert ist die Petri-Kirchengemeinde auf dem Wilhelmsplatz.

Weitere evangelische Kirchen sind die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Herford an der Ravensberger Straße und die Christus-Gemeinde Herford e. V. an der Jungfernstraße sowie das Missionswerk der Gemeinde Gottes e. V. an der Zimmerstraße.

Die Katholische Kirche hat die Pfarrgemeinden St. Johannes Baptist, Sankt Paulus, Maria Frieden und St. Josef (in Elverdissen) zu einem Pastoralverbund zusammengeschlossen. Dieser ist Teil des Dekanats Herford-Minden, das wiederum zum Erzbistum Paderborn gehört.

Die Neuapostolische Kirche „Herford-Mitte“ an der Hermannstraße ist die Neuapostolische Gemeinde der Stadt. Die Gemeinde „Herford-Nord“ wurde im SpĂ€tsommer 2005 geschlossen.

Die Herforder Gemeinde der Apostolische Gemeinschaft befindet sich in der Komturstraße.

In der Renntorwallstraße steht die Katholisch-apostolische Kirche, ein BacksteingebĂ€ude aus dem Jahr 1995.

Die Griechisch-orthodoxe Gemeinde ist eine weitere christliche Gemeinde in der Stadt. Sie hĂ€lt ihre Gottesdienste in der Wolderuskapelle neben der MĂŒnsterkirche ab, die den Namen Nektarios-Kapelle erhalten hat. Die Wolderuskapelle befindet sich weiterhin im Eigentum der Kirchengemeinde Herford-Mitte.

Juden

Nach Verfolgungen im Rheinland im 11. Jahrhundert kamen Menschen jĂŒdischen Glaubens nach Westfalen und somit auch nach Herford. Ab 1306 existieren urkundliche Nachweise ĂŒber Juden in Herford. Die Juden dienten dort auch aufgrund des Zinsverbotes fĂŒr Christen als Geldgeber fĂŒr die Abtei. Die reichsfreie Abtei konnte das Judengeleit einrĂ€umen. Gegen die Zahlung von Steuern erlaubte man damals den Juden, sich in der Stadt niederzulassen. In der Zeit des Kondominats nahm auch die Stadt das Judengeleit wahr. In der Pestzeit im 14. Jahrhundert wurden die Herforder Juden ermordet. Kurz danach sind aber wieder Juden in Herford niedergelassen. FĂŒr die Zeit bis zum Ende des 16. Jahrhunderts ist von der stĂ€ndigen Anwesenheit von 3 bis 5 Familien auszugehen. Ob die in der Altstadt liegende Judengasse eine ghettoĂ€hnliche Funktion hatte, ist nicht nachweisbar. 1910 wurde sie in Lessingstraße umbenannt. Nach dem DreißigjĂ€hrigen Krieg gaben die Brandenburger wieder Juden in Herford zielgerichtet Geleit.

1808 wurde den Juden erlaubt, eine Synagoge zu bauen, und die jĂŒdische Gemeinde wuchs auf ca. 300 Personen an. Trotzdem fehlte eine völlige Gleichstellung mit allen BĂŒrgerrechten, die erst im Jahre 1869 stattfand.

In der Komturstraße befand sich die 1852 erstmals geweihte Synagoge der jĂŒdischen Gemeinde. Zwischen 1892 und 1893 wurde sie im neogotischen Stil umgebaut. 1934 setzten SA-Leute die Herforder Synagoge in Brand, was allerdings nur zu kleinen SchĂ€den fĂŒhrte. Durch Reparaturen konnte sie schnell wieder genutzt werden. Zur Reichspogromnacht 1938 wurde die Synagoge erneut angezĂŒndet, darĂŒber hinaus noch geplĂŒndert. Durch den Brand und die zusĂ€tzliche Zerstörung durch die Brandstifter wurde die Synagoge vollkommen zerstört.

Nach dem Nationalsozialismus lebten nur noch sehr wenige Juden in Herford. Sie bildeten mit 10 bis 15 Menschen 1945 eine neue jĂŒdische Gemeinde. Diese Gemeinde wuchs nicht sehr stark an. Durch einige Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion zĂ€hlt die Gemeinde ungefĂ€hr 40 Mitglieder. Das Gemeindehaus, das gleichzeitig mit der Synagoge errichtet wurde, dient der jĂŒdischen Gemeinde Herford-Detmold heute als Gebetsraum. Die jĂŒdische Gemeinde Herford-Detmold, die in Herford ihren Sitz hat, hatte Anfang 2010 etwa 110 Mitglieder.

Am 9. November 1978 wurde an der Stelle der alten Synagoge ein von der JĂŒdischen Gemeinde bezahlter Gedenkstein enthĂŒllt.

Am 29. Mai 2008 wurde der erste Spatenstich fĂŒr den Bau einer neuen Synagoge getan, die am 14. MĂ€rz 2010 eröffnet wurde.

Zwischen Juni 2009 und Mai 2011 wurden in Herford vor HĂ€usern, in denen bis zum Zweiten Weltkrieg Juden gelebt haben, die durch die Nationalsozialisten ermordet wurden, von Gunter Demnig 123 Stolpersteine verlegt.

Weitere Religionsgemeinschaften

An der Eimterstraße gibt es einen Königreichssaal der Zeugen Jehovas.

Die Gebets- und KulturstĂ€tten der „TĂŒrkisch-islamische Union der Anstalt fĂŒr Religion (DITIB)“ befinden sich an der Bielefelder Straße.

Nachdem im Mai 2009 in Herford eine Alevitische Gemeinde gegrĂŒndet worden war, wurde im November 2010 an der Goebenstraße ein Alevitisches Gemeindezentrum eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Gemeinde 210 Mitglieder.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1969 wurden folgende Gemeinden in die Stadt eingegliedert: Diebrock, Eickum, Elverdissen, Falkendiek, Herringhausen Ost (der westliche Teil, Herringhausen Dorf, gehört zur Stadt Enger), Laar, Schwarzenmoor und Stedefreund, wodurch die Einwohnerzahl von etwa 55.000 auf ĂŒber 67.000 anstieg. Die FlĂ€che des Stadtgebiets verdreifachte sich von 25 kmÂČ auf 78,95 kmÂČ.

Einwohnerentwicklung

Bevölkerungsentwicklung in Herford von 1818 bis 2007 (obere Linie: heutiger Gebietsstand,
untere Linie: jeweiliger Gebietsstand)

Die Bevölkerungszahl von Herford wuchs im Mittelalter und der frĂŒhen Neuzeit nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurĂŒck. Durch den Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhunderts beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1818 erst 5.832 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits 25.000. Bis 1950 verdoppelte sich diese Zahl auf 50.000.

Durch Eingemeindungen mehrerer Orte in der Umgebung wuchs die Bevölkerung der Stadt am 1. Januar 1969 um 12.486 Personen auf den historischen Höchststand von 67.661 Einwohner. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ fĂŒr Herford nach Fortschreibung des Landesamtes fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 65.050 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen LandesĂ€mtern).

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Dabei handelt es sich um VolkszĂ€hlungsergebnisse beziehungsweise amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1818 5.832
1. Dezember 1831 Âč 6.640
1. Dezember 1840 Âč 7.946
3. Dezember 1855 Âč 9.621
3. Dezember 1861 Âč 10.400
3. Dezember 1864 Âč 11.300
3. Dezember 1867 Âč 10.800
1. Dezember 1871 Âč 10.968
1. Dezember 1875 Âč 12.100
1. Dezember 1880 Âč 13.600
1. Dezember 1885 Âč 15.902
1. Dezember 1890 Âč 19.255
2. Dezember 1895 Âč 21.575
1. Dezember 1900 Âč 25.109
Jahr Einwohner
1. Dezember 1905 Âč 28.832
1. Dezember 1910 Âč 32.527
1. Dezember 1916 Âč 31.054
5. Dezember 1917 Âč 29.653
8. Oktober 1919 Âč 34.835
16. Juni 1925 Âč 36.106
16. Juni 1933 Âč 38.536
17. Mai 1939 Âč 42.339
31. Dezember 1945 40.655
29. Oktober 1946 Âč 43.940
13. September 1950 Âč 50.107
25. September 1956 Âč 53.889
6. Juni 1961 Âč 55.663
31. Dezember 1965 55.728
Jahr Einwohner
27. Mai 1970 Âč 65.531
31. Dezember 1975 64.385
31. Dezember 1980 62.881
31. Dezember 1985 59.640
25. Mai 1987 Âč 60.935
31. Dezember 1990 63.893
31. Dezember 1995 65.919
31. Dezember 2000 ÂČ 65.050
31. Dezember 2005 ÂČ 64.965
31. Dezember 2006 ÂČ 65.060
31. Dezember 2007 ÂČ 65.019
31. Dezember 2008 ÂČ 64.852
31. Dezember 2009 ÂČ 64.469

Âč VolkszĂ€hlungsergebnis
ÂČ laut Landesamt fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik NRW

Politik

Stadtrat

Der Herforder Stadtrat hat derzeit 44 Mitglieder. Hinzu kommt der BĂŒrgermeister als Ratsvorsitzender. Die folgende Tabelle zeigt die Zusammensetzung des Stadtrates und die Kommunalwahlergebnisse seit 1975.

Rat der Stadt Herford: WÀhleranteil und GemeinderÀte seit 1975
CDU
SPD
BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen
FDP
Die Linke
Liste 2004
BĂŒrger fĂŒr Herford
Partei Rechtsstaatlicher Offensive

Einzel-
bewerber

Gesamt Wahl-
beteiligung
Wahlperiode  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Mandate  % Gesamtanzahl der Sitze im Rat  %
1975–1979 49,25 25 43,96 23 6,78 3 100 51 85,77
1979–1984 49,60 25 44,46 23 5,94 3 100 51 73,13
1984–1989 48,13 25 38,98 21 9,32 5 3,57 0 100 51 69,43
1989–1994 43,58 23 41,89 22 7,18 3 6,41 3 0,93 0 100 51 66,48
1994–1999 46,04 24 42,43 23 8,17 4 3,29 0 0,08 0 100 51 80,83
1999–2004 54,08 27 35,28 18 5,84 3 4,80 2 100 50 53,52
2004–2009 40,47 18 36,84 16 8,49 4 6,64 3 5,31 2* 2,25 1* 100 44 48,71
2009–2014 37,42 17 34,83 15 9,88 4 8,68 4 4,40 2* 3,32 1 1,47 1 100 44 47,95
Prozentanteile gerundet. Quellen: Landesdatenbank NRW[6]; Landesbetrieb Information und Technik NRW[7];[8]

*Eine Abgeordnete der Liste 2004 hat die Fraktion im November 2005 verlassen. Die Partei Rechtsstaatlicher Offensive hat sich im Jahr 2007 aufgelöst, der Abgeordnete ist der CDU beigetreten. Ein Abgeordneter der Linken hat die Fraktion im September 2009 verlassen.

Siehe auch: Ergebnisse der Kommunalwahlen vor 1975

StadtoberhÀupter

Nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1974 gab es in Herford einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Verwaltung (Wahlbeamter) und einen ehrenamtlichen OberbĂŒrgermeister, der Vorsitzender des Stadtrats war. Durch den Verlust der Kreisfreiheit und die Wiedereingliederung der Stadt in den Kreis Herford durften beide ihre Bezeichnung nur bis zum Ende der Amtszeit des Oberstadtdirektors 1974 tragen. Danach gab es in Herford einen BĂŒrgermeister und einen Stadtdirektor. Seit dem Jahre 1999 wird (wie ĂŒberall in NRW) ein hauptamtlicher BĂŒrgermeister von der Bevölkerung direkt gewĂ€hlt. Das Amt des Stadtdirektors gibt es seitdem nicht mehr.

OberbĂŒrgermeister und BĂŒrgermeister

(Ober-) BĂŒrgermeister der Stadt Herford
Amtszeit BĂŒrgermeister Partei Bemerkung
1791–1827 Carl Anton von Diederichs Erster BĂŒrgermeister
1828–1855 August Viktor Wilhelm Rose BĂŒrgermeister
1855–1867 Karl Albert Strosser BĂŒrgermeister
1867–1875 Karl Sack BĂŒrgermeister
1875–1908 Ludwig Quentin BĂŒrgermeister und OberbĂŒrgermeister
1908–1921 Wilhelm Busse OberbĂŒrgermeister, im Amt ermordet
1922–1928 Diedrich Osmer OberbĂŒrgermeister
1928–1933 Ernst Althaus OberbĂŒrgermeister
1933–2. April 1945 Fritz Kleim NSDAP OberbĂŒrgermeister
5. April – 9. Juni 1945 Heinrich Tiemann kommissarischer OberbĂŒrgermeister
(von der britischen MilitÀrregierung eingesetzt)
10. Juni 1945–1946 Friedrich Holzapfel CDU OberbĂŒrgermeister
1946–1961 Heinrich Höcker SPD OberbĂŒrgermeister
1961–1984 Kurt Schober CDU OberbĂŒrgermeister; seit 1975 BĂŒrgermeister
1984–1999 Gerhard Klippstein SPD seit 1994 hauptamtlicher BĂŒrgermeister
1999–2004 Thomas Gabriel CDU hauptamtlicher BĂŒrgermeister
2004- vorr. 2015 Bruno Wollbrink SPD hauptamtlicher BĂŒrgermeister

Oberstadtdirektoren und Stadtdirektoren

Oberstadtdirektoren und Stadtdirektoren von Herford
Name Zeitraum Bemerkung
Fritz Meister 1947–1961 Oberstadtdirektor
Walter Abel 1962–1974 Oberstadtdirektor, ab 1969 Stadtdirektor
Gerd Oberscheven 1974–1986 Stadtdirektor
Ernst Otto Althaus 1986–1994 Stadtdirektor

Wappen

Wappen von Herford.svg

„Das Wappen der Stadt Herford besteht aus einem offenen Tore mit anstoßenden FlĂŒgelgebĂ€uden. Über dem Tore erhebt sich ein gotisch gewölbtes Dach mit einem Kreuz gekrönt. Auf den DĂ€chern der NebengebĂ€ude erscheint je eine flatternde Fahne, bis zur Mitte in drei Wimpel aufgeschlitzt, in der Toröffnung ein SchlĂŒssel. Die Farben der Fahne zur rechten Seite sind rot und weiß. Die Fahne auf der linken Seite weist die Farbe schwarz und weiß auf.“ [9]

Dieses Wappen fĂŒhrt die Stadt infolge königlicher Verleihung vom 1. November 1899. Das Bild ist dem Ă€ltesten Siegel der Altstadt entnommen, das zuerst aus dem Jahre 1231 mit der Umschrift: „SIGILLUM CIVIUM HERVORDENSIUM“ ĂŒberliefert ist und seither mit geringen Abweichungen ununterbrochen beibehalten wurde: „In goldenem Schilde ein roter gotischer Torbau mit offenem Tor, in dem ein aufrechter schwarzer SchlĂŒssel steht; auf der Giebelspitze des Tors ein rotes Kreuz, flankiert von zwei Fahnen, die rechte rot-silbern, die linke schwarz-silbern, an langen roten Stangen.“

Der SchlĂŒssel im Torbogen, der auch bei zahlreichen Stadtwappen des Regierungsbezirks Arnsberg (z. B. Brilon, Hallenberg, Schmallenberg, Soest, Werl) anzutreffen ist, ist das Symbol des Heiligen Petrus, des Stiftsheiligen von Kurköln, dem die Stadt unterstand. Auf Kurköln weist auch die schwarz-weiße Fahne hin, wĂ€hrend die andere die Farben der Reichsabtei Herford enthĂ€lt.

ZusĂ€tzlich zum Wappen fĂŒhrt die Stadt Herford eine Flagge aus weißrotem Tuch.

Bis 1899 war das Stadtwappen das der Abtei Herford, ein roter Balken in silbernem Schilde, wobei der Balken die Furt und die silberne FlÀche das Wasser darstellen sollte.

StÀdtepartnerschaften

Rathaus und Marktplatz

Herford pflegt StÀdtepartnerschaften, StÀdtefreundschaften und ist Mitglied einer StÀdteunion.

PartnerstĂ€dte sind seit 1972 Hinckley (England) und seit 1987 die dĂ€nische Stadt Fredericia. Seit 1991 gibt es eine entsprechende Urkunde zwischen Herford und Fredericia. Auslöser waren in beiden FĂ€llen SchĂŒler- und BĂŒrgerkontakte zwischen den StĂ€dten.

StĂ€dtefreundschaften bestehen seit 1974 zu Vodice in (Kroatien), seit 1991 zu Quincy (Illinois in den USA), seit 1995 zu GorzĂłw Wielkopolski/Landsberg an der Warthe in Polen und seit 2008 zu Manavgat in der TĂŒrkei. Zu Vodice bestehen BĂŒrgerkontakte, die ĂŒber Kontakte des Kreises Herford nach Kroatien zustande kamen. Die Initiative zu einer Kontaktaufnahme mit Quincy kam aus den USA, da dort viele Bewohner Vorfahren aus dem Raum Herford haben. Verbindungen zu Manavgat kamen ĂŒber Herforder Sportvereine zustande.

Seit 1990 besteht eine StĂ€dteunion zwischen Herford und den StĂ€dten Quedlinburg aus Sachsen-Anhalt, Hameln, Celle und Hannoversch MĂŒnden. Der Kontakt zu Quedlinburg kam zustande, weil die im Stift Herford erzogene Mathilde den Herzog Heinrich von Sachsen heiratete, der als spĂ€terer deutscher König in Quedlinburg residierte.

Weitere Kontakte bestehen im Rahmen einer BĂŒrgerfreundschaft zu Leutesdorf am Rhein. Der Ort wurde erstmals im Jahr 868 urkundlich erwĂ€hnt, als König Ludwig der Deutsche der FĂŒrstabtei Herford den Fronhof Leutesdorf schenkte.

DarĂŒber hinaus ist Herford GrĂŒndungsmitglied des StĂ€dtebundes der Neuen Hanse und des WestfĂ€lischen Hansebundes. Im Jahre 2013 findet der internationale Hansetag in Herford statt.

Sonstiges

Am 22. Januar 1946 wurde im kleinen Sitzungssaal des Rathauses Konrad Adenauer zum Vorsitzenden der Christlich Demokratischen Union (CDU) in der britischen Zone gewÀhlt.

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Theater

Das 1960 gebaute Stadttheater an der Mindener Straße mit 692 PlĂ€tzen wird von GastspielbĂŒhnen bespielt.

In der NĂ€he des Neuen Marktes hat seit Anfang 2005 die „LAG Spiel und Theater e. V.“ ihren Sitz. In der ehemaligen Leinenmanufaktur befindet sich neben dem BĂŒro und einer theaterpĂ€dagogischen Fachbibliothek ein Theatersaal fĂŒr Proben, Workshops und AuffĂŒhrungen. Es finden unterschiedliche Angebote fĂŒr Kinder und Jugendliche sowie landesweite theaterpĂ€dagogische Fortbildungen statt. Außerdem ist die „manufactur“ Ausgangspunkt fĂŒr mobile Theaterprojekte.

Im Seniorenzentrum Johannes-Haus hat seit 2010 das Augenblick-Theater Herford eine Spiel- und ProduktionsstĂ€tte gefunden. Das Augenblick-Theater inszeniert In- und Outdoorproduktionen. Historische Produktionen wie z.B. das Herforder "Visionsspiel" und die Bespielung von historischen StadtfĂŒhrungen fĂŒr die PRO Herford GmbH, wie moderne Inszenierungen und Walkactproduktionen in NRW und deutschlandweit zeigen die Vielfalt des Theaters. 2010 fĂŒhrt das Augenblick-Theater das Theaterfestival Augenblick-Mal! mit elf Kulturveranstaltungen an sieben Tagen durch.

Kinos

Der im Jahr 1927 gegrĂŒndete Herforder Lichtspielpalast (He-Li-Pa) wurde 1937 in Capitol umbenannt. Seit einem Umbau im Jahre 1979 gibt es dort vier KinosĂ€le. Vom 1. November 2009 bis 11. November 2010 war das Kino geschlossen.

Das Ă€lteste Herforder Kino Wittekind befand sich seit etwa 1910 an der Höckerstraße und wurde in den 2000er Jahren geschlossen. WĂ€hrend im hinteren GebĂ€udeteil eine Seniorenresidenz gebaut wurde, steht der vordere Teil leer. Nach einem Beschluss des Stadtrates Anfang 2010 soll auch dieser abgerissen werden, um einem GeschĂ€ftsneubau Platz zu machen.

Ein weiteres Kino gab es in den Anfangsjahren an der Radewiger Straße.

Die Werre-Lichtspiele an der Werrestraße wurden „Puschenkino“ genannt, weil dorthin angeblich viele Leute aus der Nachbarschaft in Hausschuhen gingen. Es schloss bereits um 1960.

Ebenfalls in der ersten HĂ€lfte der 1960er Jahre schloss das Kino Scala. Von Januar 1966 bis Oktober 1970 befand sich dort der Jaguar-Club, einer der bekanntesten Beat-Clubs Ostwestfalen-Lippes. Damals traten dort so bekannte MusikergrĂ¶ĂŸen wie Jimi Hendrix und The Lords auf. Von 1978 bis 1981 dienten die RĂ€umlichkeiten unter dem Namen Scala Herford als Veranstaltungsort fĂŒr Punk-, Reggae und New Wave-Konzerte. Am 11. Januar 1982 wurde das GebĂ€ude abgebrochen. Das GelĂ€nde gehört heute zur Hauptschule Meierfeld.

Im GebĂ€ude der ehemaligen Welt-Lichtspiele an der Bruchstraße in der NĂ€he des Stadttheaters und des Ravensberger Gymnasiums hat heute der Tanzclub GrĂŒn-Gold seinen Sitz.

Das neueste Herforder Kino war das Film-Studio an der Ecke Gehrenberg/BrĂŒderstraße. WĂ€hrend sich im Erdgeschoss LĂ€den befanden, war der Kinosaal darĂŒber. Nach der Schließung wurde der Kinosaal zu einer VerkaufsflĂ€che umgebaut.

An der Liststraße auf dem Stiftberg betreiben die Britischen StreitkrĂ€fte ein Kino, das jedoch nur von den Armeeangehörigen besucht werden darf.

Museen

MARTa Herford

Seit Mai 2005 hat das MARTa Herford seine Pforten geöffnet. In diesem Museum fĂŒr zeitgenössische Kunst und Design werden die Ausstellungen in grĂ¶ĂŸeren unregelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden gewechselt.

Des Weiteren befindet sich in Herford das Daniel-Pöppelmann-Haus, dort befand sich eine Dauerausstellung zur Stadtgeschichte. Thematische Wechselausstellungen werden im Anbau gezeigt.

Im Jahr 2005 wurde in den Kellergewölben des Herforder Rathauses die Gedenk-, Dokumentations- und BegegnungsstÀtte Zellentrakt eingerichtet. Diese erinnert an die Verfolgung und Vernichtung von Minderheiten in der Vergangenheit und soll Tendenzen und Umgang mit diesem Thema in der Gegenwart aufzeigen.

PlĂ€ne, am Herforder MĂŒnster mit Hilfe der Ernstmeier-Stiftung ein Museum fĂŒr Stadtgeschichte zu bauen, sind Ende 2007 weit zurĂŒckgestellt worden.

Musik

Hochschule fĂŒr Kirchenmusik

Im StadtPark-SchĂŒtzenhof gibt es mehrere SĂ€le und RĂ€ume fĂŒr Veranstaltungen. Hier gibt auch die Nordwestdeutsche Philharmonie ihre Konzerte. Herford ist Sitz der Nordwestdeutschen Philharmonie, eines von drei Nordrhein-WestfĂ€lischen Landes-Synphonieorchestern, und der WestfĂ€lischen Kantorei der evangelischen Hochschule fĂŒr Kirchenmusik. Der Nachwuchs wird an der Musikschule Herford ausgebildet. Daneben gibt es noch eine private Musikschule in der Stadt.

AlljÀhrlich wird seit 2001 der Orgelsommer mit Orgelkonzerten in den Kirchen der Stadt veranstaltet. Im November 2006 fand erstmalig der durch die Ernstmeier-Stiftung geförderte Internationale Orgelwettbewerb in der Marienkirche statt.

Standort Rockakademie OWL seit 2008

Von 1966 bis 1970 befand sich in der Stadt einer der bekanntesten Beat-Clubs der Region. Im Jaguar-Club im ehemaligen Kino Scala traten damals fast alle national und international bekannten SĂ€nger und Bands auf.

Die Rockakademie OWL, die in einem ehemaligen FabrikgebĂ€ude am Heller Weg Nr. 2 / Ecke Elverdisser Straße untergebracht ist, fördert junge Bands und Musiker. Sie vergibt monatlich seit 2005 den Titel „Bester NachwuchskĂŒnstler des Monats“. Im Jahr 2008 hat die Stadt das GebĂ€ude am LĂŒbbertorwall verkauft, in dem die Rockakademie von 2004 - 2008 ihr bisherigen Domizil hatte.

Bauwerke

Kirchen

Die MĂŒnsterkirche mit dem Kantorhaus
Herforder Jakobikirche
Johanniskirche

Die MĂŒnsterkirche mit Wolderuskapelle war die Kirche des reichsunmittelbaren Frauenstifts in Herford. Die spĂ€tromanische Hallenkirche wurde vermutlich 1220 - 1250 erbaut und ist der erste Großbau einer Hallenkirche in Deutschland und heute die grĂ¶ĂŸte Hallenkirche in Westfalen. Seit 1532 ist sie eine evangelische Kirche. Der Turm birgt mit elf Glocken aus der Zeit von ~1200 bis 2001 eines der umfangreichsten GelĂ€ute des Landes. Das ehemalige Frauenstift erstreckte sich vom Marktplatz ĂŒber das Terrain des heutigen Rathauses bis ĂŒber den Stephanplatz, wo heute noch (rekonstruierte) Grundmauern einzelner GebĂ€ude stehen. Auch die Wolderuskapelle steht auf diesem Gebiet, unmittelbar nördlich der MĂŒnsterkirche. In der Kapelle liegt der Überlieferung zufolge der Heilige Waltger (gestorben 825), der GrĂŒnder des Frauenstifts, begraben. Der heutige schlichte Saalbau wurde 1735 errichtet und ist seit 1962 griechisch-orthodoxe Nektarios-Kapelle.

Die Jakobikirche (Radewiger Kirche) ist eine gotische Hallenkirche aus dem 14. Jahrhundert. Die Kirche war bis ins 16. Jahrhundert Pilgerkirche der Jakobspilger auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela. Als 1530 die Pilger nicht mehr erwĂŒnscht waren, wurde die Kirche geschlossen. Am Donnerstag nach dem 1. Advent im Jahre 1590 wurde sie als evangelische Kirche wiedereröffnet. Da zu dieser Jahreszeit keine Blumen zum AusschmĂŒcken der Kirche zur VerfĂŒgung standen, wurde hierfĂŒr „Braunkohl“ verwendet. Noch heute wird aus diesem Anlass das Radewiger Kohlfest gefeiert.

Zwei weitere gotische Hallenkirchen aus dem 14. Jahrhundert sind St. Johannis (NeustĂ€dter Kirche) und St. Marien auf dem Berge (Herforder Marienkirche), eine Kirche des 1011 gegrĂŒndeten Tochterstifts. Johanniskirche und Marienkirche sind seit 1530 bzw. 1548 evangelische Kirchen.

Nur die SĂŒdwand mit zwei GewölbeansĂ€tzen ist von der spĂ€tgotischen SĂŒsternkapelle (geweiht 1518) noch erhalten, der Klosterkirche der Herforder Augustinerinnen.

Eine weitere Kirche ist die katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist, ein barocker Saalbau von 1715/16.

Die ĂŒbrigen Herforder Kirchen wurden im 20. Jahrhundert gebaut. Die Ă€lteste davon ist die evangelisch-reformierte Petrikirche aus dem Jahre 1902. Der Baustil wurde den Zentralbauten des 14. Jahrhunderts mit kreuzförmigem Grundriss nachempfunden.

Anschließend entstanden die Friedenskirche in Elverdissen (1914/1915) und die Thomaskirche in Schwarzenmoor (1931). Die Trinitatiskirche in Falkendiek entstand 1962 aus einem 1934 erbauten Gemeindehaus. Alle drei Kirchen in den damals noch selbstĂ€ndigen Gemeinden sind evangelische Kirchen.

Insbesondere wegen des Zuzugs von FlĂŒchtlingen nach dem 2. Weltkrieg wurden zwischen 1958 und 1965 in der Stadt und einigen damals noch selbstĂ€ndigen Umlandgemeinden folgende vier evangelische Kirchen gebaut: die Christuskirche an der Glatzer Straße (1958), die Evangelische Kirche Herringhausen (1958), die Markuskirche an der Landsberger Straße (1960), die Auferstehungskirche in Laar (1963) und die Kreuzkirche im Friedenstal (1965).

Zwischen 1955 und 1962 wurden drei katholische Kirchen eingeweiht: Maria Frieden am LĂŒbberlindenweg (1955), St. Josef in Elverdissen (1957) und St. Paulus an der Kiebitzstraße (1962).

Im Lutherhaus am Oetinghauser Weg, das 1914 als zweite PredigtstĂ€tte der MĂŒnstergemeinde aufgebaut worden war, werden heute keine Gottesdienste mehr abgehalten.

RathÀuser

Das Herforder Rathaus

Sehenswert ist das in unmittelbarer NĂ€he der MĂŒnsterkirche gelegene Rathaus, ein großer neobarocker Bau mit SeitenflĂŒgeln und anschließender Markthalle. Es wurde von 1913 bis 1916 nach PlĂ€nen des hannoverschen Architekten Paul Kanold anstelle der ehemaligen AbteigebĂ€ude erbaut. Das NeustĂ€dter Rathaus am Neuen Markt entstand um 1600. Der aufwĂ€ndige Volutengiebel wurde 1930 expressionistisch ĂŒberformt. Ab 1988 erfolgte die Rekonstruktion der ursprĂŒnglichen Renaissancefassade.

Wohnbauten

Remensnider-Haus, BrĂŒderstr. 26
Giebelhaus, BrĂŒderstr. 28
Das Kantorhaus
Fachwerkhaus Holland 21

Durch anglo-amerikanische Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg wurden mehrere innerstĂ€dtische Quartiere (wie die Johannisstraße) schwer getroffen und brannten aus. Folgenschwerer fĂŒr die Vernichtung des mittelalterlichen Stadtbildes waren jedoch die Zerstörungen durch die Stadtplanungen der 1950er und 1960er Jahre. Hier wurde der Bestand an Ă€lteren Wohnbauten und ganzen Quartieren (Bergertormauer) erheblich reduziert. WĂ€hrend kriegsbedingt etwa 20 % des Bestandes der teils mittelalterlichen FachwerkhĂ€user vernichtet wurde, fielen 60 % dieser historischen Bausubstanz der Stadtplanung erst nach dem Krieg zum Opfer. Besonders schmerzlich ist der Verlust des so genannten CrĂŒwell-Hauses in der LĂŒbberstraße. Der 1957 abgebrochene Fachwerkbau zeichnete sich durch einen bemerkenswerten Massivgiebel von 1589 in Weserrenaissanceformen aus. 1960 folgte das Haus Alter Markt 14 (mit FĂ€cherrosetten, um 1560), 1961 HĂ€melingerstraße 2 (1639) , 1966 das Hagen-Haus in der Rennstraße (Nr. 47), ein stattlicher Fachwerkbau von 1537 und noch 1972 verschwand das spĂ€tklassizistische Friedrichs-Gymnasium von 1869 in der BrĂŒderstraße.

Trotz dieser Verluste haben sich in der BrĂŒderstraße mehrere Fachwerkbauten des 16. Jahrhunderts erhalten, dessen bekanntestes das so genannte Remensnider-Haus von 1521 ist (Nr. 26). Der dreigeschossige Bau verfĂŒgt ĂŒber reich beschnitzte Figurenknaggen. Direkt nebenan (Nr. 28) befindet sich ein 1532 entstandenes zweigeschossiges Giebelhaus mit Toreinfahrt. Es wurde 1961/62 restauriert. WĂ€hrend das um 1550 errichtete Dielenhaus BrĂŒderstraße Nr. 14 mit einer seitlichen Utlucht versehen ist, zeichnet sich das um 1528 erstellte zweigeschossige Giebelhaus Nr. 18 durch Taubandknaggen aus.

In der Elisabethstraße 2 steht das Kantorhaus, ein zwischen 1484 und 1494 erbautes zweigeschossiges Fachwerk-Traufenhaus mit Ziegelausfachung im Zierverband. Das Obergeschoss kragt nach allen Seiten ĂŒber gekehlte Knaggen vor, in die zum Teil Wappen eingeschnitzt sind. Das Kantorhaus gehört zu den Ă€ltesten Fachwerkbauten Westfalens; auf der am Außenbau angebrachten Denkmaltafel wird es als „zweitĂ€ltestes Fachwerkhaus in Westfalen“ bezeichnet. Letzteres trifft aber lĂ€ngst nicht mehr zu, da mittlerweile Bauten entdeckt wurden, die in das 14. Jahrhundert datiert werden konnten.

Auch am Holland blieben mehrere Ă€ltere FachwerkhĂ€user vom Zahn der Zeit verschont: Nr. 21 ist 1554 bezeichnet. Nur wenig jĂŒnger ist Nr. 39, ein 1559 datiertes zweigeschossiges Traufenhaus, dessen Knaggen mit TaustĂ€ben verziert sind. Nr. 29, ein Giebelhaus in Ecklage, stammt im Kern wohl noch aus dem frĂŒhen 16. Jahrhundert. In der Komturstraße 9 liegt ein kleines Fachwerkgiebelhaus, das ebenso wie das traufstĂ€ndige NachbargebĂ€ude (Nr. 11) wohl um 1600 errichtet wurde. Bei Lessingstraße 14 handelt es sich um einen verputzten Fachwerkbau, der vermutlich noch der ersten HĂ€lfte des 16. Jahrhunderts angehört.

Bei dem ehemaligen Adelshof in der Löhrstraße 5 handelt es sich um ein 1648 errichtetes Traufenhaus, das in der Mitte des 18. Jahrhunderts mit einem Quaderputz und einem klassizistischen Portal versehen wurde. Das Alte Pastorat in der Löhrstraße 11 ist ein zweigeschossiges Dielenhaus mit Utlucht, das an der Frontseite verschiefert ist. Es stammt nach neuesten Erkenntnissen aus den Jahren 1638-1639.

ErwĂ€hnenswert sind des Weiteren die GiebelhĂ€user Neuer Markt 7 von 1695 und Radewiger Straße 23 von 1638, deren Kern wohl ins 16. Jahrhundert zurĂŒckgeht, Radewiger Straße 27 ein Traufenhaus mit beschnitzten FĂŒllbrettern (1645 bezeichnet), Rennstraße 32 ein zweigeschossiges Fachwerkgiebelhaus (etwa 1550–1560 errichtet und 1979 restauriert) und Steinstraße 17 ein Fachwerkdielenhaus mit reichem Schnitzwerk, das 1639 bezeichnet ist. In der Tribenstraße 8 steht ferner ein kleines Traufenhaus mit Figurenknaggen, das wohl zwischen 1500 und 1550 errichtet wurde.

Besonders schön ist auch die an die ehemalige Stiftsfreiheit erinnernde Bebauung der Elisabethstraße 3-11 mit Fachwerkbauten des 17. und 18. Jahrhunderts. Auf dem Stiftberg in unmittelbarer Nachbarschaft von Sankt Marien sind noch einige Wohnbauten der Stiftsdamen erhalten, darunter Stiftberger Straße 33 (ehemalige Kurie der Dechantin de Vincke) - ein zweigeschossiges Traufenhaus mit Walmdach, wohl 18. Jahrhundert. Über dem Eingang befindet sich ein barockes Wappen

Neben den oben genannten Fachwerkbauten blieb auch eine Reihe von Steinbauten erhalten. In der HĂ€melinger Straße 4 findet sich ein spĂ€tgotisches massives Giebelhaus mit kombiniertem Dreieck- und Staffelgiebel, Ă€hnlich FrĂŒhherrenstraße 11, das in der Mitte des 16. Jahrhunderts entstanden sein dĂŒrfte. In der Höckerstraße 4, eingerahmt von grĂŒnderzeitlichen Bauten, liegt das BĂŒrgermeisterhaus, ein zweigeschossiger Bau mit spĂ€tgotischem Treppengiebel nach mĂŒnsterschem Vorbild. Es wurde 1538 errichtet. Das Haus, dessen Erdgeschosszone durch Ladeneinbauten verĂ€ndert wurde, erinnert stark an das nur wenige Jahre Ă€ltere CrĂŒwellhaus in Bielefeld.

FrĂŒhherrenhaus
Wulfert-Haus am Neuen Markt Nr. 2

In der FrĂŒhherrenstraße 11 steht ein verputzter Massivbau mit kombiniertem Dreiecks- und Staffelgiebel, dessen Erbauungszeit mit 1591 angegeben wird. In jĂŒngster Zeit erfolgte eine durchgreifende Restaurierung (2004–2005), bei der die völlig verbaute Diele und die ursprĂŒngliche Fenstereinteilung wiederhergestellt wurden. Außerdem wurde das Äußere mit einem neuen Putz versehen. Das Wulfert-Haus am Neuen Markt 2 ist ein zweigeschossiges Giebelhaus, das 1560 erbaut wurde. Der Giebel prĂ€sentiert sich in Formen der so genannten Lipperenaissance. 1977 bis 1979 wurde es umfassend restauriert. Im Zuge dieser Maßnahmen wurde der Fronterker in Anlehnung an vergleichbare Vorbilder rekonstruiert. ErwĂ€hnenswert ist außerdem Radewiger Straße 33, ein 1610 bezeichnetes Giebelhaus. Die Fassade wurde im 19. Jahrhundert allerdings im Stil der Neorenaissance umgebaut. Nebenan (Nr. 35) steht ein Steinbau mit spitzbogigem Tor und Fachwerkobergeschoss von 1555.

Die Villa Bergertorwall 22 der ehemaligen jĂŒdischen Textilunternehmerfamilie Elsbach ist ein exemplarisches Beispiel eines Jugendstilanwesens nach der Jahrhundertwende.

Das neue Viertel an der Goebenstraße

In den Jahren 2004 und 2005 wurde im Zusammenhang mit dem Neubau des Museums MARTa das schmucklose Viertel an der Goebenstraße unweit des Bahnhofs zwischen der Schillerstraße und der Luisenstraße komplett neu gestaltet. Das aufwĂ€ndig restaurierte Elsbachhaus in diesem Bereich mit Einkaufspassage und Sitz der regionalen Telefongesellschaft Teleos, der Herforder Versorgungs- und Verkehrs-Beteiligungs-GmbH (HVV) sowie von Radio Herford geht auf das hier frĂŒher ansĂ€ssige bedeutende Textilunternehmen Elsbach zurĂŒck.

Im Zuge des Umbaus des Viertels wurde auch das neue GebĂ€ude der Musikschule Herford in der unmittelbaren Nachbarschaft gebaut. Außerdem haben sich Restaurationen wie das „Rubens“ etabliert.

Bismarckturm

Der 22,5 Meter hohe Bismarckturm ist ein Aussichtsturm auf dem Stuckenberg, nahe der Ostgrenze zu Bad Salzuflen. Einzelheiten siehe unter Bismarckturm (Herford).

Wilhelmsplatz

Widukind-Denkmal nach dem Original von Heinrich Wefing

Der Wilhelmsplatz ist Teil der Herforder Wallanlagen, die die Herforder Innenstadt weitgehend als Fußweg umgeben. Auf dem Wilhelmsplatz steht das einzige Widukindsdenkmal Deutschlands. Widukind (wahrsch. 730-807), im Volksmund Wittekind genannt, war Herzog der Sachsen und wurde in der Region zum Sinnbild des Widerstands gegen Karl den Großen in den Sachsenkriegen.

Zwischen dem 15. MÀrz und Ende Juni 1949 strömten Tausende von Menschen zum Haus Wilhelmsplatz Nr. 7, wo der sog. Wunderheiler Bruno Gröning angeblich einen unheilbar kranken Jungen geheilt hatte.

Linnenbauerdenkmal, Linnenbauerplatz

Das 1906 eingeweihte Denkmal zeigt den letzten Herforder Handweber, der sein Leinen noch selbst zum GroßhĂ€ndler in die Stadt brachte und dort verkaufte, wie er verschmitzt lĂ€chelnd sein Geld fĂŒr die verkauften Leinwandballen zĂ€hlt. Bis in die 1960er Jahre verlief hier die Bowerre, die eine MĂŒhle antrieb und Alt- und Neustadt trennte.

Neuer Markt

Der Neue Markt als Zentrum der Herforder Neustadt ist einer der schönsten Herforder PlĂ€tze und geprĂ€gt von Fachwerk- und Renaissancearchitektur. Der Brunnen von 1599 zeigt einen Ritter mit Banner und Schild der freien Reichsstadt Herford. Der um 1830 von der Stadt verkaufte Brunnen wurde 1962 am alten Standort wieder aufgebaut. Das ehemalige Rathaus der bis 1634 selbststĂ€ndigen Neustadt ist ein steinernes Giebelhaus mit mittelalterlichem Kern. Sein 1930 abgerissener Schaugiebel aus der Zeit der Weserrenaissance wurde 1988/89 rekonstruiert. Das 1560 erbaute Wulfert-Haus besitzt einen Giebel im Stil der Lippe-Renaissance und verdeutlicht das Selbstbewusstsein des Herforder Kaufmanns- und BĂŒrgertums.

Alter Markt

Der Alte Markt war wichtigster Handelsort und ist bis heute lebendiger Mittelpunkt der Herforder Altstadt. Hier stand bis 1878 das ursprĂŒnglich gotische im 16. Jh. mit Renaissanceelementen erweiterte AltstĂ€dter Rathaus.

Weitere PlĂ€tze und Straßen

Detaillierte Informationen zu weiteren InnenstadtplĂ€tzen und -straßen sind bei Herforder Neustadt und Altstadt (Herford) zu finden.

BrĂŒcken

HansabrĂŒcke
WerrebrĂŒcke mit Mindener Straße

Dadurch, dass durch Herford die Werre, die Aa und der Stadtgraben fließen, gibt es hier viele BrĂŒcken. Über diese drei WasserlĂ€ufe fĂŒhren alleine 23 Straßen-, Eisenbahn- und FußgĂ€ngerbrĂŒcken. Hinzu kommen 15 BrĂŒcken der Bahnanlagen ĂŒber Straßen und zahlreiche StraßenbrĂŒcken ĂŒber andere Straßen.

Die Herforder BrĂŒcken haben keine offiziellen Namen. Einige werden allerdings von der Bevölkerung nach der Straße, die ĂŒber die jeweilige BrĂŒcke fĂŒhrt, oder nach den ehemaligen Stadttoren benannt. So gibt es die LĂŒbbertorbrĂŒcke, die zwei BergertorbrĂŒcken ĂŒber die Werre und eine der Ă€ltesten Herforder BrĂŒcken, die SteintorbrĂŒcke ĂŒber den Stadtgraben.

Die WiesestraßenbrĂŒcke ĂŒberquert die Werre am Freizeitbad H2O, wo es auch noch eine EisenbahnbrĂŒcke der Bahnstrecke Herford–Himmighausen ĂŒber die Werre gibt. Diese BrĂŒcke können auch FußgĂ€nger benutzen. Weitere FußgĂ€ngerbrĂŒcken ĂŒber die Werre sind die HerderbrĂŒcke an der Herderstraße in der NĂ€he der Kreispolizei sowie die beiden BrĂŒcken zwischen der Salzufler Straße und dem Weddigenufer und zwischen dem LĂŒbbertorwall und dem Werrepark beim Friedrichs-Gymnasium. Eine der bekanntesten BrĂŒcken ist die HansabrĂŒcke an der Hansastraße, ĂŒber die einstmals die Herforder Kleinbahn die Werre ĂŒberquerte. Die Umgehungsstraße kreuzt die Werre im Bereich der KlĂ€ranlage und die Aa in der NĂ€he der Anschlussstelle Bielefelder Straße.

Weitere Aa-BrĂŒcken befinden sich an der Hermannstraße, am Wall „Unter den Linden“, im EinmĂŒndungsbereich Radewiger Straße/BĂ€ckerstraße/Elisabethstraße, an der Straße „Auf der Freiheit“ in der NĂ€he der Sparkasse Herford und des Amtsgerichts. Eine FußgĂ€ngerbrĂŒcke gibt es am Steintorwall, wo der Stadtgraben in die Aa fließt und die Bowerre ehemals in die Aa mĂŒndete. Auf dem letzten Abschnitt bis zur MĂŒndung der Aa in die Werre ĂŒberquert die SchillerbrĂŒcke an der Schillerstraße die Aa.

Am Stadtgraben gibt es außer der bereits erwĂ€hnten SteintorbrĂŒcke eine BrĂŒcke an der Bielefelder Straße, eine FußgĂ€ngerbrĂŒcke am Daniel-Pöppelmann-Haus und eine vierstreifige BrĂŒcke an der Bahnhofskreuzung, wo in der NĂ€he des Steintors die Straße Auf der Freiheit den Stadtgraben ĂŒberquert.

Die beiden EisenbahnbrĂŒcken, die im Bereich des Herforder Bahnhofs die Sophienstraße und die Straße Schliefe ĂŒberqueren, werden wegen ihrer LĂ€nge als UnterfĂŒhrungen bezeichnet.

Überregional bekannt wurde die im Jahr 2009 neugebaute FußgĂ€ngerbrĂŒcke zwischen dem Alten Friedhof an der Hermannstraße und der Elverdisser Straße ĂŒber die Bahnstrecke Herford-Himmighausen, da sie vom Bund der Steuerzahler wegen der Kosten kritisiert wurde.

Die neuesten BrĂŒcken innerhalb des Stadtgebietes wurden im Zusammenhang mit dem vierstreifigen Ausbau der Bundesstraße 239 (Umgehungsstraße) zwischen der Autobahnanschlussstelle Herford/Bad Salzuflen und der Diebrocker Straße im Jahr 2008 fertiggestellt.

In den letzten Jahrzehnten wurden in der Stadt auch einige BrĂŒcken ersatzlos zurĂŒckgebaut bzw. verfĂŒllt. Das betrifft vor allem die BrĂŒcken ĂŒber die Bowerre, die zwischen 1969 und 1976 zugeschĂŒttet wurde. Es handelt sich um die BrĂŒcken am Weddigenufer, die OsterbrĂŒcke, die die Johannisstraße und die Bergertorstraße verband, die MittelstĂ€dter BrĂŒcke am Linnenbauerplatz und die BrĂŒcke an der Arndtstraße.

Ebenfalls zurĂŒckgebaut wurde die FußgĂ€ngerbrĂŒcke ĂŒber die Bahnstrecke Hamm-Minden zwischen der Diebrocker Straße und der Wittekindstraße.

Brunnen

→ Hauptartikel: Brunnen in Herford
GĂ€nsebrunnen und GĂ€nsemarkt

In der Herforder Innenstadt stehen zahlreiche Brunnen. Sie sind im folgenden vom LĂŒbbertor bis zum Steintor aufgefĂŒhrt.

Der Hansebrunnen am Anfang der FußgĂ€ngerzone (Kreuzung LĂŒbberstraße/Berliner Straße) erinnert an die Hansemitgliedschaft der Stadt. Die Bronzeplastik ist in Form einer Hansekogge gestaltet. Auf dem Neuen Markt steht der Neustadtbrunnen aus dem Jahre 1599, ein Renaissance-Sandsteinbrunnen. Im Gehrenberg an der EinmĂŒndung zur BrĂŒderstraße befindet sich ein Brunnen mit beweglichen Figuren, die die Herforder Originale Mutter GrĂŒn und Trompeten-Oskar (ĂŒbrigens ein Ehepaar) sowie die Schausteller darstellen. Ebenfalls im Gehrenberg an der EinmĂŒndung „Am Gange“ wurde ein neuzeitlicher Brunnen aufgestellt, der wegen seiner Form im Volksmund „BĂŒrgerdusche“ genannt wird. Der ehemals auf dem Alten Markt stehende AltstĂ€dter Marktbrunnen aus dem Jahre 1616 steht heute auf dem MĂŒnsterkirchplatz. Die Erinnerung an die Abtei soll der Abteibrunnen auf dem Rathausplatz wachhalten. Ein weiterer Brunnen, der einen Jungen darstellt steht in der BĂ€ckerstraße. Auf dem GĂ€nsemarkt befindet sich der GĂ€nsebrunnen.

DenkmÀler, Gedenksteine und Kunstplastiken

Neben den bereits erwĂ€hnten Widukind- und LinnebauerdenkmĂ€lern sowie dem Mahnmal fĂŒr die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft (siehe unter „Parks“) und dem Kriegerdenkmal (siehe unter „Friedhöfe“) steht zwischen MĂŒnsterkirche und Kantorhaus die Abteistele. Sie erinnert seit 1989 an das hochadelige Reichsstift Herford und das Wirken der Stiftsdamen. Das Stadtgeschichtsdenkmal der Reichstiftstadt Herford, das sich seit 1998 an der benachbarten Markthalle befindet, soll das singulĂ€re VerhĂ€ltnis von Stift und Stadt, das Kondominat (seit 1256) darstellen. Auf dem MĂŒnsterkirchplatz in der NĂ€he des AltstĂ€dter Marktbrunnens wurde im Jahre 2002 ein Stadtmodell der ummauerten Reichsstadt in der Mitte des 17. Jahrhunderts aufgestellt.

Elisabeth von der Pfalz

Auf dem FĂŒrstenauplatz befindet sich das FĂŒrstenaudenkmal, das an Anton FĂŒrstenau, den BeschĂŒtzer Herfords im DreißigjĂ€hrigen Krieg und den Verteidiger der Reichsfreiheit gegen Brandenburg, gegen den Großen KurfĂŒrsten erinnert.

Die zerbrochenen Teile des Sockels, auf dem von 1912 bis 1942 dieser KurfĂŒrst stand, wurden im Jahre 2002 im Aawiesenpark aufgestellt. Sie verdeutlichen das gebrochene VerhĂ€ltnis Herfords zu den Preußen.

In diesem Zusammenhang sollte auch das einzige Geschichtshotel Deutschlands, das Hotel zur FĂŒrstabtei erwĂ€hnt werden. Es wurde im Jahre 1999 im mittleren Kurienhaus an der Elisabethstraße eröffnet und ist unter anderem mit GemĂ€lden, Stuckarbeiten und Denkmalmodellen der Herforder Geschichte ausgestattet. Im Durchgang von der Straße zum Hof sind sieben bronzene Reliefs aus der Stadtgeschichte angebracht.

GegenĂŒber dem Geschichtshotel steht eine vom KĂŒnstler Wolfgang Knorr geschaffene BĂŒste von Elisabeth von Herford, die im Jahre 1667 Äbtissin der FĂŒrstabtei Herford wurde. Ihr Wohnhaus steht noch heute in der Straße Holland Nr. 33. Ihre letzte RuhestĂ€tte liegt vor dem Hochaltar im Herforder MĂŒnster.

An der Jahnstraße befindet sich eine BĂŒste von Friedrich Ludwig Jahn und an der Schillerstraße eine Schiller-BĂŒste.

Kunstplastiken stehen vor dem Arbeitsamt (Kunst am Bau) und am Steintor. Dort wurde vor der Diskothek Go-Parc auf einer Verkehrsinsel ein zusammengepresstes Autowrack aufgestellt. Weitere Kunstwerke im öffentlichen Raum wurden in jĂŒngster Zeit im Umkreis des Museums MARTa installiert (z. B. „Der Ball“ auf dem Schillerplatz).

Denkmal fĂŒr Albrecht von Roon in Laar

Im Herforder Stadtteil Laar steht im Kreuzungsbereich LĂŒbbecker Straße – Laarer Straße/Vilsendorfer Straße ein Denkmal fĂŒr Albrecht von Roon, dem preußischen General und Kriegsminister. Es wurde 1913 vom Kriegerverein Laar-Hollinde errichtet. Nach 1968[10] wurde es einmal umgesetzt.

Parks

Der 4,5 Hektar große Aawiesenpark wurde 1957 aus einem alten Friedhof entwickelt. 1987 wurde dem Terrain zusĂ€tzlich das GelĂ€nde der ehemaligen GĂ€rtnerei Breder hinzugefĂŒgt. Der Park weist heute ausgedehnte WiesenflĂ€chen und einen großen Spielplatz auf. Es wurde ein Teich mit SchilfbestĂ€nden angelegt, ĂŒber den eine BrĂŒcke fĂŒhrt.

Der SchĂŒtzenhofpark schließt sich an den StadtPark-SchĂŒtzenhof an. Er geht im Norden in den Luttenberg ĂŒber. Der Weddigenuferpark am Bergertor besitzt ein Mahnmal fĂŒr die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Die kleine Parkanlage des Hinckley-Rosengartens wurde auf der ehemaligen Trasse der Herforder Kleinbahn und des Kleinbahnhofs Bergertor angelegt. Sehenswert ist auch der Tierpark Herford mit heimischen Tieren.

Friedhöfe

Bis 1808 wurden die BĂŒrger der Altstadt, der Radewig, der Abtei und der zu Herford gehörenden Bauerschaften auf dem MĂŒnsterkirchplatz beerdigt. Auch an den anderen Kirchen existierten Kirchhöfe. Gegen den Widerstand der Bevölkerung wurden die innerstĂ€dtischen BegrĂ€bnisplĂ€tze wĂ€hrend der Zeit des Königreichs Westphalen (1807–1813) geschlossen und ein neuer, nach rationalen Kriterien geplanter Friedhof am Eisgraben (heute Friedhofstraße) eröffnet.

Im alten Herforder Stadtgebiet (ohne eingemeindete Stadtteile) gibt es die folgenden stÀdtische Friedhöfe:

Der Hauptfriedhof Ewiger Frieden liegt zwischen der Mindener Straße und der Eimterstraße. Der grĂ¶ĂŸte Herforder Friedhof wurde am 29. Juni 1924 eingeweiht. Die relativ große Friedhofskapelle wurde 1955 gebaut.

„Alter Friedhof“ an der Friedhofstraße/Hermannstraße, und „Alter Friedhof“ (alter Teil). Dieser 1808 mit Verlagerung der BegrĂ€bnisplĂ€tze entstandene Friedhof „Am Eisgraben“ ist heute eine Parkanlage, die in den Aawiesenpark ĂŒbergeht. Seit 1960 steht hier das Kriegerdenkmal, das sich zuvor auf dem Alten Markt im Zentrum der Stadt befand. Der Friedhof an der Hermannstraße mit zahlreichen großen BegrĂ€bnisstĂ€tten und KriegsgrĂ€berstĂ€tten wird seit dem Ende des 19. Jahrhunderts genutzt.

Weitere Friedhöfe der ev.-luth. Marienkirchengemeinde Stiftberg sind der Erika-Friedhof an der Vlothoer Straße, der Marien-Friedhof an der Marienstraße und der Friedhof Schwarzenmoor/Falkendiek an der Mindener Straße.

An der Friedhofstraße liegt der Israelische Friedhof, der bereits seit dem 17. Jahrhundert der jĂŒdischen Gemeinde als BegrĂ€bnisstĂ€tte dient.

In den 1969 eingemeindeten Stadtteilen befinden sich folgende stÀdtische Friedhöfe:

Friedhof Diebrock an der Hausheider Straße, Friedhof Eickum an der Diebrocker Straße, Friedhof Elverdissen an der Hillewalser Straße, Friedhof Laar an der Laarer Straße und Friedhof Stedefreund an der Bielefelder Straße.

In der NĂ€he der Autobahnanschlussstelle Herford Ost befindet sich der private Tierfriedhof Schwarzenmoor.

Natur und Freizeit

Bramschebach – Nagelsbachtal Bramschebach – Nagelsbachtal Bramschebach – Nagelsbachtal Bramschebach – Nagelsbachtal Bramschebach – Nagelsbachtal Asbeke-Kinzbachtal FĂŒllenbruch Jammertal Uhlenbachtal (Kreis Herford)Herford
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Go!Parc Herford

ErwĂ€hnenswert ist der Stiftberg mit Langenberg und Luttenberg. Auf dem Luttenberg fand im 10. Jahrhundert die Herforder Vision statt. Der Legende nach soll hier einem SchĂ€fer die Jungfrau Maria erschienen sein. Einen Besuch wert ist auch der Stuckenberg mit Bismarckturm. Dabei handelt es sich um ein ausgedehntes Waldgebiet im Osten der Stadt mit Blick auf Herford, das in den Bad Salzufler Obernberg ĂŒbergeht.

Freizeiteinrichtungen in Herford sind das H2O, eines der bestbesuchten FreizeitbĂ€der der Region mit großer Saunalandschaft, das Sportzentrum Im Kleinen Felde mit ĂŒberdachtem Eisstadion und Freibad, das Freibad Herford-Elverdissen, die zwei Großdiskotheken (Go!Parc, X-Herford), Deutschlands grĂ¶ĂŸte Indoor-Spielanlage Springolino und der Tierpark Waldfrieden. Am Elisabethsee in Herford-Eickum befindet sich ein Campingplatz.

Zur Stadt Herford zĂ€hlen sechs Naturschutzgebiete, dies sind das Asbeke-Kinzbachtal, das Gebiet Bramschebach – Nagelsbachtal (in zwei amtlich gefĂŒhrten Teilgebieten), der FĂŒllenbruch, das Jammertal und das Uhlenbachtal. Insgesamt stehen etwa 351,9 ha, beziehungsweise 4,45% der StadtflĂ€che unter Naturschutz.

Sport

Sportanlagen

Jahnstadion: Die grĂ¶ĂŸte Herforder Sportanlage ist das Ludwig-Jahn-Stadion mit PlĂ€tzen fĂŒr 18.400 Zuschauer. Im Stadionbereich befinden sich mehrere SportplĂ€tze, zu denen auch zwei KunstrasenplĂ€tze gehören. Das Stadion ist unter anderem Austragungsort der Fußball-Damenmannschaft des Herforder SV Borussia Friedenstal, die seit 2006 entweder in der 1. oder 2. Fußball-Bundesliga spielt. Außerdem werden dort die Fußballspiele des SC Herford ausgetragen.

H2O und Sportzentrum Im Kleinen Felde: siehe oben unter Natur und Freizeit bzw. unter H2O (Herford).

Sportvereine

In der Stadt gibt es 65 Sportvereine mit 18.792 Mitgliedern (Stand 2010).

Die 1860 gegrĂŒndete Turngemeinde Herford (TGH) ist der Ă€lteste und mit etwa 4000 Mitgliedern (Anfang 2009) und 16 Fachsportabteilungen der grĂ¶ĂŸte Sportverein der Stadt. In dem Verein werden auch andere Sportarten, wie z. B. Badminton, Basketball, Breitensport, Fechten, Handball, Judo, Kegeln, Leichtathletik, (Nordic) Walking, Schwimmen, Tischtennis und Volleyball betrieben.

Im 1996 neu geschaffenen Sportpark Waldfrieden wurden auf dem GelĂ€nde der ehemaligen britischen Maresfield-Kaserne mehrere Sportvereine (aber auch Wohnungen) angesiedelt. U. a. befinden sich dort der Tennisclub Herford (TCH), die Turngemeinde Herford (TGH), der Herforder Verein fĂŒr Luftfahrt, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), der Radsportclub Endspurt und der Motor-Veteranen-Sport-Club Herford (MSC).

Die Gundheits- und BehindertenSportGemeinschaft Herford e. V. (GBSG) wurde im Mai 1951 als eine der ersten Versehrtensportgemeinschaften in Nordrhein-Westfalen gegrĂŒndet. Sie war auch GrĂŒndungsmitglied des Behindertensportverbandes Nordrhein-Westfalen. Mit mehr als 550 Mitgliedern ist sie einer der großen Vereine innerhalb des Behinderten-Sportverbandes Nordrhein-Westfalen (BSNW) und der Stadt Herford. Was zunĂ€chst zur Selbsthilfe von Kriegsversehrten gegrĂŒndet wurde, entwickelte sich bald zum Sportverein fĂŒr alle, die von Behinderungen betroffen oder bedroht sind. Die Integration von geistig Behinderten durch Spiel und Sport hat sich die GBSG Herford seit mehr als 20 Jahren zur besonderen Aufgabe gemacht.

Sportarten

Die MĂ€nner-Kegelmannschaft der Turngemeinde Herford (TGH) spielt seit mehreren Jahren in der 1. oder 2. Bundesliga auf Scheren-Kegelbahnen. Die 2. TGH-Mannschaft spielte von 2006/2007 bis 2010/2011 in der 2. Kegelbundesliga.

Eine große Rolle spielt in Herford der Reitsport. Der Reit- und Fahrverein „von LĂŒtzow“ ist mit derzeit (Anfang 2009) 686 Mitgliedern einer der mitgliederstĂ€rkste Reitvereine Westfalens. Weitere Reitvereine sind der RV „von Derfflinger“ in Schwarzenmoor-Falkendiek, die RSG Dornberger Heide in Schwarzenmoor und der RV „Drei Eichen“ in Diebrock, der seinen Sitz auf der Reitanlage Heyderhof der Familie Meyer zu Bentrup hat. Hinzu kommen die Reiterhöfe Meyer zu Bexten und Meyer zu Hartum in Diebrock und Brinkmann in Laar. Seit 1999 findet auf dem Bexterhof alle zwei Jahre das internationale Jugendreitturnier German Friendships statt. Seit 2004 wird im Wechsel dazu das internationale Kinderreitturnier „Bexter-Hof-Open“ ausgerichtet. Bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul errang der Herforder Unternehmer Wolfgang Brinkmann auf dem Pferd „Pedro“ zusammen mit Ludger Beerbaum, Franke Sloothaak, und Dirk Hafemeister die Goldmedaille im Mannschafts-Springreiten.

Fußball: Die Frauenmannschaft des Herforder Sportvereins Borussia Friedenstal spielte in der Saison 2008/2009 und in der Saison 2010/2011 in der Frauenfußball-Bundesliga, davor und danach in der 2. Fußball-Bundesliga. Herford ist LandesleistungsstĂŒtzpunkt im MĂ€dchenfußball. Der SC Herford, der zwischen 1976 und 1981 (mit einem Jahr Unterbrechung) in der 2. Fußball-Bundesliga gespielt hatte, spielt seit der Saison 2008/2009 in der Landesliga Westfalen.

GrĂŒn Gold Haus in der Bruchstraße

Die Standardformation des Tanzclubs GrĂŒn Gold TTC Herford (GGH) hat die Regionalliga West 2007 gewonnen und ist in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Die Lateinformation des GGH tanzt in der Regionalliga West Latein. Das vereinseigene GrĂŒn Gold Haus an der Bruchstraße in Herford, dem ehemaligen Kino „Weltlichtspiele“, ist seit 1986 Trainingszentrum der Herforder TĂ€nzer. Herford ist LandesleistungsstĂŒtzpunkt.

Der Herforder Eishockey-Verein (HEV) spielte seit der Saison 2006/2007 in der Verbandsliga und der Eishockey-Regionalliga. In der Saison 2011/2012 rĂŒckte er in die Oberliga West, die dritthöchste deutsche Eishockey-Liga, auf. In der Herforder Eissporthalle Im Kleinen Felde mit 2.000 ZuschauerplĂ€tzen wird außerdem der Eiskunstlauf betrieben.

Die Basketballer der BBG Herford (Ehemalige Spielgemeinschaft der Vereine TGH und DJK) spielen in der 2. Regionalliga (2; West; Herren), bzw Bezirksliga (Damen). Des Weiteren hat die TGH seit der Saison 2007/2008 wieder eine Basketballabteilung und spielt in der 1. Kreisliga (Herren).

Sehr populĂ€r ist in Herford auch das Radfahren mit einigen bundesweit bekannten Sportlern im Straßen, Querfeldein- und Kunstradfahren, die Mitglied in einem der beiden Radsportvereine sind. Jedes Jahr am 1. Mai findet im Bereich der Wiesestraße ein Straßenrennen statt. Im Jahre 2007 fand das Rennen erstmals im Bereich des Museums MARTa statt. Ein weiteres Straßenrennen wird wĂ€hrend des Hoekerfestes in der Straße „Auf der Freiheit“ vom RSV Wittekind Herford durchgefĂŒhrt. Jeweils an Silvester (im Jahre 2006 ausnahmsweise am 30. Dezember) wird im Stadtteil Eickum am Elisabethsee ein Querfeldeinrennen ausgerichtet. Im Jahre 2007 fand das Silvesterrennen allerdings nicht statt, da der Radsportverein RC Endspurt Herford am 5. und 6. Januar 2008 auf dem Langenberg die Deutschen Meisterschaften im Querfeldeinradsport ausrichtete.

In kleinen Teilen auf Herforder Gebiet befindet sich ein Golfplatz, der von der Wippermann Golfanlage Heerhof betrieben wird, fast direkt an der Ausfahrt/Abfahrt Nr. 30 der BAB A2 (Herford Ost). Der weitaus grĂ¶ĂŸere Teil liegt im Vlothoer Stadtteil Exter. Der Golfplatz des Herforder Golfclubs befindet sich komplett auf dem Gebiet der Nachbarstadt Vlotho und zwar etwa 3 Kilometer in nordöstlicher Richtung, nahe der Ausfahrt/Abfahrt Nr. 31 der BAB A2 (Exter). Auf der Maiwiese befindet sich ein Minigolfplatz.

Auch die Ballettschule Albers in der HĂ€melinger Straße ist in Herford sehr populĂ€r. Mit ihren etwa 200 SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern prĂ€sentiert sie sich alle zwei Jahre im Stadttheater Herford. Diese AuffĂŒhrung gehört zu den kulturellen Höhepunkten der Stadt.

Weitere Sportarten

In der Stadt sind unter anderem noch die Mannschaftssportarten Handball, Tennis und Tischtennis vertreten, von denen aber keine Mannschaft auf Bundesebene spielt. Außerdem werden folgende Sportarten in Vereinen betrieben: Angelsport, Ballett, Boxen, Kanusport, Motorsport, Poolbillard, Schach, Schießsport, Segelflug und Squash.

Veranstaltungen

RegelmĂ€ĂŸige Veranstaltungen

Im MĂ€rz/April findet die Oster-Kirmes statt, im Mai in der Innenstadt die Automeile, ein ostdeutscher SpezialitĂ€tenmarkt, der Tag der Hanse und ein Jazz-Festival mit dem Auftritt mehrerer Jazzbands in verschiedenen Kneipen. Ebenfalls im Mai wird das Radewiger SchĂŒtzenfest in der Radewig und der Radewiger Feldmark ausgerichtet.

Im Juni wurde bis 2010 die Visions-Kirmes veranstaltet. Die Herforder Vision geht auf die Ă€lteste Marienerscheinung nördlich der Alpen zurĂŒck. Die Kirmes fand jedes Jahr in der Woche um den Jahrestag 19. Juni statt. Nachdem sie jahrelang auf der Kiewiese und von 2008 bis 2010 im Bereich Herforder MĂŒnster/Rathaus durchgefĂŒhrt wurde, wurde im JubilĂ€umsjahr 2011 neben dem 1999 eingefĂŒhrten Visionsspiel ein Fest an der Marienkirche veranstaltet.

Im Juli treten auf der SommerbĂŒhne auf dem Rathausplatz an vier Abenden i. A. Popgruppen auf, allerdings nicht jedes Jahr. Seit einigen Jahren tritt an mehreren Tagen im Juli und August in der Innenstadt das Straßentheater/VarietĂ© spettacolo teatrale auf.

Von Juli bis September wird der Orgelsommer mit Orgelkonzerten an acht Sonntagen in den verschiedenen Kirchen der Stadt veranstaltet.

Seit 1973 findet im Juli oder August das Hoekerfest (Herforder Stadtfest) mit vielen Innenstadtveranstaltungen statt, außerdem das SchĂŒtzenfest Herford-Elverdissen in Elverdissen und das SchĂŒtzenfest der SchĂŒtzengesellschaft zu Herford von 1832 in der Altstadt und im StadtPark-SchĂŒtzenhof.

Veranstaltungen im Oktober sind die Citykirmes im Bereich Alter Markt/MĂŒnsterkirchplatz/Rathausplatz, das Weinfest auf dem GĂ€nsemarkt und die Ausstellung Herbstzeitlos in der ehemaligen GĂŒterhalle des Bahnhofs.

Im November 2006 wurde erstmalig in der Marienkirche der 1. Internationale Orgelwettbewerb durchgefĂŒhrt, der seitdem regelmĂ€ĂŸig ausgerichtet wird.

Im Dezember wird das Radewiger Kohlfest gefeiert. Es erinnert an die Wiedereröffnung der Radewiger St. Jakobikirche am Donnerstag nach dem 1. Advent im Jahre 1590. Ebenfalls im Dezember findet der Weihnachtsmarkt Weihnachtslicht in der Innenstadt statt.

VeranstaltungsrÀume

Im Mehrzweckbau Markthalle am Rathausplatz finden der Wochenmarkt sowie Konzerte, Festveranstaltungen, VortrÀge und andere Veranstaltungen statt.

Die von der Deutschen Bahn nicht mehr benötigte GĂŒterhalle des Alten GĂŒterbahnhofes wurde von der Stadt gekauft und steht allen Interessenten u. a. fĂŒr Ausstellungen zur VerfĂŒgung.

Im großen und kleinen Saal sowie weiteren RĂ€umen des StadtPark-SchĂŒtzenhof an der Stiftbergstraße finden Konzerte, Festveranstaltungen, VortrĂ€ge und andere Veranstaltungen statt.

Das Forum im Museum MARTa an der Goebenstraße steht fĂŒr Kulturveranstaltungen (Musik, VortrĂ€ge, Diskussionen, Filme und Ausstellungen), EmpfĂ€nge, Kongresse und Events der Wirtschaft sowie ProduktprĂ€sentationen zur VerfĂŒgung.

Auf dem Herforder Festplatz Kiewiese an der Wiesestraße fanden bis 2010 Zirkus- und Kirmesveranstaltungen statt. Seitdem gibt es in der Stadt keinen Festplatz mehr, da die Kiewiese als Parkplatz fĂŒr das gegenĂŒberliegende Freizeitbad H2O und das Stadion ausgebaut wird.

Schausteller

In Herford und Umgebung wohnen viele Schausteller. Die Stadt ist Sitz des Mitteldeutschen Schaustellervereins von 1895 Herford e. V., des zweitĂ€ltesten Schaustellervereins Deutschlands. Am 13. Januar 1950 wurde in Herford der Deutsche Schaustellerbund e. V. (DSB) gegrĂŒndet, der heute seinen Sitz in Berlin hat. Von 1950 bis 1957 war Herford Sitz der HauptgeschĂ€ftsstelle des DSB. Sie wurde 1957 nach Bonn verlegt. Bereits dreimal fand in Herford der Delegiertentag des DSB statt: 1963, 1995 und 2005. Damit ist Herford die kleinste Stadt, in der der Bundesdelegiertentag jemals stattgefunden hat.

An der Mindener Straße gibt es seit 1981 ein Internat fĂŒr Schaustellerkinder. Die dort lebenden Kinder (2006: ein knappes Dutzend) besuchen Herforder Schulen und mĂŒssen nicht mit ihren Eltern von einer Kirmes zur anderen reisen und dabei laufend die Schule wechseln oder Einzelunterricht im Kirmeswagen erhalten.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Luftverkehr

Der nĂ€chstgelegene Flughafen ist der Flughafen Paderborn/Lippstadt mit einer Entfernung von 85 Kilometern. Der Flughafen Hannover-Langenhagen ist 90 Kilometer von Herford entfernt. 1911 wurde in Herford auf dem FĂŒllenbruch eine provisorische Landebahn fĂŒr Notlandungen errichtet, sie wurde wĂ€hrend des 2.Weltkrieges zerstört. In Herford wurden bis zum 2.Weltkrieg Flugsportschauen durchgefĂŒhrt.

Schienenverkehr

Bahnhof Herford

Der Herforder Bahnhof ist ein Kreuzungsbahnhof mit vier Bahnsteigen und sieben Bahnsteiggleisen. Er liegt an der elektrifizierten, viergleisigen Bahnstrecke Hamm–Minden, der Hauptverbindung aus dem Ruhrgebiet nach Hannover und Berlin, die 1847 von der historischen Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft eröffnet wurde. Hier zweigen die Verbindungsstrecke Herford–Kirchlengern nach OsnabrĂŒck und Rahden sowie die Bahnstrecke Herford–Altenbeken (Lippische Bahn) ab. Im Schienenpersonennahverkehr ist Herford nach Bielefeld der zweitgrĂ¶ĂŸte Eisenbahnknotenpunkt im Regionalverkehr Ostwestfalens mit stĂŒndlich neun ankommenden und abfahrenden NahverkehrszĂŒgen sowie stĂŒndlich einem InterCity und einigen tĂ€glichen ICE in bzw. aus Richtung Hannover.

Zugverbindungen im Fern- und Nahverkehr → Hauptartikel Bahnhof Herford.

Busverkehr

→ Hauptartikel: Nahverkehr im Kreis Herford

Der zentrale Bus-Treffpunkt befindet sich am Alten Markt. Als zweiter wichtiger Umsteigepunkt im innerstĂ€dtischen Nahverkehr wird der Bahnhof von zwei Stadtbuslinien und Regionalbussen bedient. Das Herforder Stadtbusnetz besteht aus sechs Linien (S1 bis S6). Regionalbusse fahren unter anderem nach BĂŒnde, Löhne, Vlotho, Bad Salzuflen, Spenge, Bielefeld-Milse (Stadtbahn) und Schildesche. An Wochenenden und vor Feiertagen verkehren Nachtbusse im Stadtgebiet und nach Bielefeld (Ringlokschuppen und Jahnplatz), BĂŒnde, Enger sowie DiscoBusse nach Löhne und Bad Salzuflen.

Der Busverkehr in Herford und einem Teil des Kreises Herford wird seit Juni 2011 von den Busverkehr Ostwestfalen GmbH durchgefĂŒhrt. Die Stadt gehört dem Verbund OWL Verkehr (OVLW) „Der Sechser“ an. Zum Verkehrsverbund gehören die Kreise Herford, Lippe, Minden-LĂŒbbecke, GĂŒtersloh, und die kreisfreie Stadt Bielefeld. Mit dem „Sechser-Ticket“ können alle RegionalzĂŒge benutzt werden. Verbundtickets gelten jedoch nicht in Nacht- und DiscoBussen.

Straßen

Die Autobahn A 2 streift seit 1938 das Stadtgebiet im Osten. Dort befinden sich die Anschlussstellen Herford Ost, Herford/Bad Salzuflen und Ostwestfalen-Lippe sowie die RaststĂ€tten Herford SĂŒd und Herford Nord. Die Bundesstraßen 239 und 61 leiten den Fernverkehr ĂŒber die Umgehungsstraße, die zwischen der BĂŒnder Straße und der Autobahnanschlussstelle Herford/Bad Salzuflen vierspurig ausgebaut ist, ins Umland.

Seit einigen Jahren existiert im Herforder Stadtzentrum ein Parkleitsystem entlang des Innenstadtrings – Berliner Straße, Auf der Freiheit, Wittekindstraße, Hermannstraße, Rennstraße, Johannisstraße, Bergertorstraße -, das die Autofahrer ĂŒber vorhandene ParkplĂ€tze informiert. Herford ist fĂŒr seine intensive „Parkraumbewirtschaftung“ bekannt.

An der Vlothoer Straße in der NĂ€he der Autobahnanschlussstelle Herford Ost befindet sich die Autobahnmeisterei Herford. An der Ahmser Straße in der NĂ€he der Autobahnanschlussstelle Herford/Bad Salzuflen ist die Autobahnpolizei stationiert.

Fahrradverkehr

Am Bahnhof befinden sich eine Fahrradstation (Parkhaus und Rad-Center mit Werkstatt und Verkauf). In und um Herford gibt es ein ausgeschildertes Radwegenetz und mehrere lokale Fahrradrouten. Die BahnRadRoute Weser-Lippe verlĂ€uft durch die Stadt. Landschaftlich schöne Strecken sind die Fuß- und Radwege direkt an der Werre nach Bad Salzuflen und ĂŒber die ehemalige Kleinbahntrasse nach Enger. Diese Strecken sind allerdings oft stark frequentiert. Die Stadt ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche StĂ€dte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen.

Wirtschaft

AnsÀssige Unternehmen

Die wichtigste Branche ist die Textilindustrie mit drei weltweit tĂ€tigen Unternehmen. Weitere große Firmen sind in den Bereichen Kunststoff, Holzverarbeitung (Möbel) und Nahrungsmittelproduktion, zum Teil auch als WeltmarktfĂŒhrer tĂ€tig. In den letzten Jahren hat sich Herford immer mehr zu einem Logistikstandort entwickelt.

Textilindustrie

In Herford haben drei der fĂŒnf grĂ¶ĂŸten europĂ€ischen Herrenbekleidungsunternehmen ihren Sitz.

Die Firma Ahlers, die seit 1932 in Herford beheimatet ist, ist der zweitgrĂ¶ĂŸte europĂ€ische Herrenbekleidungsproduzent, sie stellt aber auch Damenoberbekleidung her. Die Kleidung wird unter den Markennamen Baldessarini, Pierre Cardin, Otto Kern, Jupiter, Gin Tonic, Pionier Sportive, Pionier Workwear-Berufskleidung, Pioneer Authentic Jeans vertrieben.

Die 1947 gegrĂŒndete Bugatti GmbH stellt Herrenbekleidung, wie MĂ€ntel, Jacken, Hosen, AnzĂŒge, Designermode, Freizeitkleidung, Reitbekleidung, Gesellschaftskleidung und Maßkleidung mit den Markennamen Bugatti, Doris Hartwich, Wilvorst, Eres, Pikeur, Odermark und Eduard Dressler her. Außerdem vertreiben Lizenzpartner weitere Artikel unter dem Namen Bugatti.

Ebenfalls seit 1932 hat die Firma Leineweber ihren Sitz in Herford. Sie stellt unter dem Namen Brax Herren- und Damenhosen, Strickwaren, Herrenhemden, Damenjacken und Golfkleidung her.

Die 1958 gegrĂŒndete Firma Grobecker vertreibt ihre Damen- und Herrenhosen unter dem Namen Vabond fast ausschließlich ĂŒber eigene DirektverkaufslĂ€den, die ĂŒberwiegend in Nordrhein-Westfalen liegen, sowie ĂŒber das Internet.

Die Firma JAB Anstoetz Teppiche in Herford-Elverdissen gehört zur Firmengruppe JAB Anstoetz, die ihren Hauptsitz in Bielefeld hat. In Herford werden Teppiche und Teppichböden hergestellt.

Möbel

Die bereits seit 1897 in Herford ansĂ€ssige Poggenpohl Möbelwerke GmbH ist Deutschlands Ă€lteste Möbelmarke. Es werden ausschließlich hochwertige KĂŒchenmöbel hergestellt und weltweit vertrieben.

Auch Deutschlands grĂ¶ĂŸter Hersteller von Krankenhausbetten, die Joh. Stiegelmeyer GmbH & Co. KG Möbelwerke hat seinen Sitz in Herford, wo seit 1899 Krankenhaus- und Altenheimmöbel herstellt werden.

Die BĂŒromöbelfabrik FebrĂŒ ist die Nachfolgefirma der einst renommierten Firma gleichen Namens, die nach dem GrĂŒnder Felix BrĂŒnger benannt wurde und die Konkurs anmelden musste.

Discountkuechen.de ist Deutschlands grĂ¶ĂŸter InternetkĂŒchenhĂ€ndler. Vertrieben werden KĂŒchenmöbel vieler namhafter Produzenten. Ein Ă€hnliches Angebot hat auch Kueche24.com.

Nahrungsmittel

Die Humana GmbH ist ein Tochterunternehmen des Deutschen Milchkontors, das 2011 durch Fusion der Humana Milchunion und der Nordmilch entstanden ist. Am Standort Herford wird seit den 1950er Jahren Babynahrung hergestellt. Die anderen dort ursprĂŒnglich produzierten Molkereierzeugnisse wurden nach mehreren ZusammenschlĂŒssen im Molkereisektor zur Humana Milchunion in die anderen Standorte des Unternehmens verlagert.

Von den ursprĂŒnglich etwa 20 Herforder Schokoladenfabriken sind nur noch zwei ĂŒbriggeblieben. Die 1895 in Herford gegrĂŒndete Ludwig Weinrich GmbH & Co. KG stellt neben Vivani-Bioschokolade, Transfair-Schokolade fĂŒr das Gepa Fair Handelshaus und handelsĂŒblicher Tafelschokolade auch Schokolade fĂŒr Lidl her. In der Herforder Innenstadt werden in Weinrich’s Schokoladen Bruchbude Schokoladen ab Werk und sogenannte „Bruchschokolade“ verkauft.

Die zweite Schokoladenfabrik ist die Eickmeyer & Gehring GmbH & Co. KG, die ĂŒberwiegend Schokolade am Stiel zu Ostern als Osterhase am Stiel und zu Weichnachten als Weihnachtsmann oder Schneemann am Stiel verkauft.

Die Herforder Brauerei GmbH & Co. KG, die 2007 von der Warsteiner Brauerei ĂŒbernommen wurde, hat ihren Sitz im benachbarten Hiddenhausen. Sie wurde 1878 gegrĂŒndet und ist die grĂ¶ĂŸte Brauerei in Ostwestfalen.

Maschinenbau

Die seit 1892 bestehende Herforder Elektromotoren-Werke GmbH & Co. KG (HEW) stellt Elektromotoren, LĂ€utemaschinen und Kirchturmuhren her. LĂ€utemaschinen der Firma befinden sich unter anderem im Kölner Dom, im Petersdom in Rom, in der Saint Paul’s Cathedral in London und in der Kathedrale von Canterbury.

Die Schwabedissen Maschinen+Anlagen Service GmbH stellt Holzbearbeitungsmaschinen her, ebenso wie die Wemhöner Anlagen GmbH & Co. KG. Die Wemhöner Surface Technologies GmbH & Co. KG ist WeltmarktfĂŒhrer bei Kurztaktpressen. Es handelt sich dabei um Pressen fĂŒr die Holzbearbeitung, Automobilindustrie und Solartechnik. Die Firma Prekwinkel Maschinen- und Anlagenbau entwickelt, produziert und vertreibt Werkzeugsysteme fĂŒr die holzwerkstoffverarbeitende Industrie.

Kunststoff, Entsorgung

Nach mehreren EigentĂŒmerwechseln stellt die 1892 gegrĂŒndete Sulo GmbH heute ĂŒberwiegend MĂŒllbehĂ€lter im grĂ¶ĂŸten MĂŒlltonnenwerk der Welt her. Die Heinze Kunststofftechnik GmbH & Co. KG fertigt Spritzgusskunststoffe fĂŒr die Automobilindustrie sowie GehĂ€use fĂŒr Mobiltelefone und ElektrokleingerĂ€te. Die Firma Ebert, bei der sich seit der Übernahme durch die finnische Firma Fiskars der Verwaltungssitz, der Logistik- und Produktionsstandort fĂŒr alle Fiskars-GeschĂ€ftsaktivitĂ€ten in Zentraleuropa befindet, stellt BlumenkĂ€sten, Gießkannen und weitere Artikel fĂŒr Garten und Haushalt aus Kunststoff her. Die Richter Werkzeugbau GmbH ist im Bereich Artikeldesign sowie Artikelentwicklung, Konstruktion und Fertigung von Spritzgussformen und die Spritzguss-Produktion fĂŒr die Branchen HausgerĂ€te, GehĂ€usesysteme und Automobilindustrie tĂ€tig.

BeschlÀge

Durch die im Raum Herford ansĂ€ssigen Möbelfabriken haben sich auch Hersteller und HĂ€ndler von MöbelbeschlĂ€gen in der Stadt angesiedelt. Die Joseph Dresselhaus GmbH & Co. KG, die 1994 von Bielefeld nach Herford zog, ist der grĂ¶ĂŸte gewerbliche Arbeitgeber in Herford. Sie vertreibt Befestigungs- u. Beschlagtechnik und ist in Teilbereichen MarktfĂŒhrer in Deutschland. Die Deutschland-Zentrale der österreichischen Julius Blum GmbH, dem WeltmarktfĂŒhrer bei MöbelbeschlĂ€gen, hat ihren Sitz in Herford.

Logistik

Die Deutsche Post AG, Niederlassung Produktion Brief, betreibt seit 1996 an der Bielefelder Straße das Briefzentrum fĂŒr die Postleitzahlenbereiche 32 und 33. Es ist eines der 16 grĂ¶ĂŸten deutschen Briefzentren und Sitz der Verwaltung des Bielefelder Paketzentrums.

Die UPS hat in Herford eine Niederlassung fĂŒr den Paketversand. Das Logistikunternehmen trans-o-flex transportiert Pakete und Paletten. Der ApothekengroßhĂ€ndler NOWEDA hat in Herford eine Niederlassung bzw. ein Regionalverteilzentrum. Die Loewe Logistics ist ein Logistikunternehmen fĂŒr die Lufthansa, die Deutsche Bahn, die Firma Porsche, die Citibank, die Postbank und andere. Die Schöneberg-Gruppe mit Wellpappe- und Verpackungswerken besitzt ihr eigenes Logistikunternehmen Wellogistik. Die Firmen Ahlers, Brax, Bugatti und Weinrich betreiben in Herford Lager- und Verteilzentren.

Weitere Unternehmen

Weitere Unternehmen sind in alphabethischer Reihenfolge Audio Service (HörgerĂ€te), Bonitas (Pflegedienst), Brillux (Farben und Lacke), E.ON Westfalen Weser (Energieversorger, Hauptverwaltung in Herford), Eratex (Herstellung von textilen SchleifmitteltrĂ€gern), Ferrocontrol Steuerungssysteme (Mess- und Regeltechnik), Glockenklang (PA-GerĂ€te, VerstĂ€rker und Lautsprecher fĂŒr Bassisten), HL-Technology GmbH (chemisch-technische Produkte), HTT energy Systems, imos AG (Software fĂŒr die Holz- und Möbelbranche), Inometa (FĂŒhrendes Unternehmen in der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb von BahnfĂŒhrungs- und Sensorwalzen aus Alumium und Kohlefaser-Verbundwerkstoff fĂŒr die Druckindustrie und Folienherstellung in Herfords grĂ¶ĂŸter freitragender Halle), KFM Regelungstechnik, Ladage Media GmbH (Audio Marketing Agentur), Prekwinkel Strahl- und Beschichtungstechnik, Schöneberg-Verpackungen, T+A elektroakustik (Elektroakustik, Licht- und Tonanlagen, u. a. hochwertige Lautsprecherboxen), Teleos (Telekommunikation), Wedeco AG (Umwelttechnologie), Wellformat (Wellpappenwerk), Westfa-Werbung Modersohn GmbH & Co. KG, Wetzel GmbH & Co. KG (Leime und Klebstoffe).

Industrie- und Gewerbegebiete

Eines der grĂ¶ĂŸten Gewerbegebiete der Stadt Herford ist das Gewerbegebiet Herringhausen im Osten der Stadt. Ebenso wie das Gewerbegebiet Herringhausen wurde das Gewerbegebiet Diebrock nach der Eingemeindung der beiden ehemaligen Gemeinden geschaffen. Es liegt beiderseits der Laarer Straße im Bereich der Zeppelinstraße.

Im SĂŒden der Stadt gibt es die kleineren Gewerbegebiete Gaußstraße/Waterfuhr und Ahmser Straße/Hohe Warth. Das Gewerbegebiet Heidsiek sĂŒdlich der Umgehungsstraße, das immer noch erweitert wird, ist eines der grĂ¶ĂŸeren Industrie- und Gewerbegebiete der Stadt. An der Grenze der StĂ€dte Bielefeld, Bad Salzuflen und Herford in Elverdissen (Auf der Helle) wurde ein interkommunales Gewerbegebiet geschaffen.

WirtschaftsverbÀnde

Mit dem Kompetenzzentrum der Holz-, Möbel- und Kunststoffindustrie im Museum MARTa sind folgende FachverbĂ€nde der Holz- und Möbelindustrie in Herford ansĂ€ssig: Verband der Deutschen KĂŒchenmöbelindustrie, Verband der Deutschen Polstermöbelindustrie, Verband der Holzindustrie und Kunststoffverarbeitung Westfalen-Lippe e. V., Industrieverband Möbel – Holz – Kunststoff Westfalen, Fachverband Serienmöbelbetriebe des Handwerks und Service-Gesellschaft der Holz- und Möbelindustrie Herford mbH. Weiterhin befinden sich dort die Export Marketinggesellschaft der Holz- und Möbelindustrie Westfalen-Lippe mbH, die Service-Gesellschaft der Holz- und Möbelindustrie Herford mbH, die Arbeitsgemeinschaft Zukunftsinitiative Möbelindustrie NRW (ZiMit GbR), die Initiative Pro Massivholz und das Daten Competence Center e. V.

Seit 2004 befindet sich in dem GebĂ€ude außerdem eine PrĂŒflabor- und Beratungsstelle des MöbelprĂŒfinstituts LGA QualiTest GmbH, einer Tochtergesellschaft der Landesgewerbeanstalt Bayern (LGA) (NĂŒrnberg).

Handel

FußgĂ€ngerzone

Herford ist eine alte Handelsstadt. Aus diesem Grunde wurde das 1973 geschaffenen Stadtfest Hoekerfest (von hökern = handel) genannt. Herford ist Einkaufsstadt fĂŒr einen Einkaufsbereich mit ca. 150.000 Einwohnern.

Nach dem fußgĂ€ngergerechten Umbau einiger Innenstadtstraßen wurde am 15. November 1968 die Herforder FußgĂ€ngerzone eröffnet. Sie ist heute im Vergleich mit anderen StĂ€dten dieser GrĂ¶ĂŸenordnung besonders weitlĂ€ufig und erstreckt sich vom LĂŒbbertor ĂŒber den Neuen Markt, den Alten Markt, die BĂ€ckerstraße und den GĂ€nsemarkt bis zum Steintor. Von der LĂŒbberstraße bis zur BĂ€ckerstraße ist sie rund 750 Meter lang. Allerdings schlossen in den letzten Jahren viele GeschĂ€fte wie zum Beispiel der Kaufhof im Herzen der FußgĂ€ngerzone. Seit 2005 ist der Neue Markt in einer Richtung befahrbar und es sind einige Parkbuchten fĂŒr Kurzzeitparker eingerichtet worden.

Wochenmarkt

Der Wochenmarkt, der dreimal wöchentlich stattfindet, wird in der Markthalle und teilweise auf dem davor liegenden Rathausplatz abgehalten. Er heißt seit einigen Jahren Ludwigsmarkt. DarĂŒber hinaus wird die Markt- und Mehrzweckhalle mit zwei SĂ€len auch fĂŒr diverse Veranstaltungen und Feierlichkeiten (Konzerte, Festveranstaltungen, VortrĂ€ge) genutzt.

FabrikverkÀufe

Inzwischen ist Herford auch wegen der FabrikverkĂ€ufe der drei Bekleidungsunternehmen Ahlers (Otto Kern – Jeans/Hemden/Sakkos, Pierre Cardin – AnzĂŒge/Jeans/Hemden/Pullover, Pioneer Jeans, Jupiter, u. a.), Brinkmann (Bugatti) und Leineweber (Brax) bekannt. Die VerkĂ€ufe finden mehrmals in der Woche innerhalb der FirmengelĂ€nde statt. Die Schokoladenfabrik Weinrich betreibt am GĂ€nsemarkt einen Laden, in dem direkt ab Fabrik Bruchschokolade und Restposten verkauft werden. In Herford-Elverdissen gibt es in der NĂ€he der Autobahnabfahrt Ostwestfalen-Lippe ein Lufthansa WorldShop-Outlet.

Parkmöglichkeiten

Das Parkhaus „Altstadt“ bietet Platz fĂŒr 450 Pkw. Im Parkhaus „Neustadt“ sind 420 ParkplĂ€tze vorhanden. Das Parkhaus „Radewig“ am Bahnhof, das auch von Bahnreisenden genutzt werden kann, bietet 444 ParkplĂ€tze. Im Parkhaus MARTa-Areal stehen 456 ParkplĂ€tze zur VerfĂŒgung.

Weitere öffentliche ParkplĂ€tze befinden sich u. a. auf dem Rathausplatz, am Amtsgericht, am Technischen Rathaus, am „Faulen Steg“, am Wilhelmsplatz und vor dem Stadttheater sowie am Wochenende und nach Dienstschluss in der Tiefgarage der Sparkasse „Auf der Freiheit“, auf den MitarbeiterparkplĂ€tzen am Rathaus, am technischen Rathaus, an der Sparkasse/Volksbank „Am Pulverturm“ und bei E.ON Westfalen Weser an der Bielefelder Straße.

Medien

Zeitungen

In Herford gibt es die zwei Tageszeitungen Neue WestfÀlische und Herforder Kreisblatt. Letztere ist eine regionale Ausgabe des Westfalen-Blatts.

Das Herforder Kreisblatt erschien erstmals am 4. Juli 1846, zunĂ€chst nur wöchentlich jeden Sonntagabend. Die Zeitung war acht Seiten stark und kostete jĂ€hrlich 20 Silbergroschen, was etwa zwei Tagelöhnen eines Landarbeiters entsprach. Damals hatte die Stadt Herford etwa 9.000 Einwohner. 1880 erwarb der aus Minden stammende BuchhĂ€ndler Ferdinand Eßmann das Herforder Kreisblatt, bei dem er bereits seit 1873 als Redaktionsleiter gearbeitet hatte. 1913 ĂŒbergab er die Zeitung an Fritz Heidemann. Der neue Herausgeber siedelte 1918 von der Mönchstraße, wo das Kreisblatt bis dahin gedruckt wurde, in die BrĂŒderstraße ĂŒber. Wenige Jahre spĂ€ter wurde sie von einer Gruppe Industrieller erworben, die sie 1926 an die bis dahin mitbeteiligte Familie Busse verĂ€ußerte. 1936 wurde in der BrĂŒderstraße das neue Verlagshaus errichtet, in dem sich bis heute die Redaktion und die GeschĂ€ftsstelle befinden. Zwischen Pfingsten 1941 und dem 1. November 1949 durfte das Herforder Kreisblatt nicht erscheinen. Nachdem Carl-Wilhelm Busse das Bielefelder Westfalen-Blatt 1949 ĂŒbernommen hatte, erscheint das Herforder Kreisblatt heute als eines von 28 Lokalausgaben des Westfalen-Blatts. Die Zeitung gilt als bĂŒrgerlich-konservativ.

Wie im ĂŒbrigen Verbreitungsgebiet entstand auch in Herford die Neue WestfĂ€lische am 3. Juli 1967 aus dem Zusammenschluss der sozialdemokratisch ausgerichteten Freien Presse und der WestfĂ€lischen Zeitung, die 1879 gegrĂŒndet wurde. Die Freie Presse geht auf die 1890 gegrĂŒndete Volkswacht zurĂŒck. Die Herforder Ausgabe mit dem Untertitel Herforder Kreisanzeiger ist eine von 19 Lokalausgaben der Neuen WestfĂ€lische, die als sozialdemokratisch-liberal gilt.

Der Herforder Wochenanzeiger erscheint seit 1975 mittwochs als kostenloses Anzeigenblatt. Vom Herforder Kreisblatt bzw. Westfalen-Blatt wird seit 1978 donnerstags die ebenfalls kostenlose Wochenzeitung Herford Extra herausgegeben.

Rundfunk

Herford ist Sitz des Lokalradios Radio Herford (Verbreitungsgebiet: Kreis Herford). Von Oktober 1990 bis Juli 2009 war die Zentrale des britischen Soldatensenders British Forces Broadcasting Service (BFBS) in Herford.

In Herford-Schwarzenmoor befand sich bis 1993 ein Mittelwellensender des WDR, siehe Sender Herford.

Öffentliche Einrichtungen

Justiz

Das Amtsgericht Herford befindet sich an der Straße „Auf der Freiheit“, das Arbeitsgericht Herford an der Elverdisser Straße und die Justizvollzugsanstalt fĂŒr Jugendliche an der Eimterstraße.

Von 1949 bis 1984 hatte das Oberste RĂŒckerstattungsgericht seinen Sitz zunĂ€chst im Herforder Rathaus und danach an der Berliner Straße Ecke Petersilienstraße. Dieses internationale Gericht entschied als oberste Rechtsmittelinstanz ĂŒber Streitigkeiten bei AntrĂ€gen auf RĂŒckerstattung der zwischen dem 30. Januar 1933 und dem 8. Mai 1945 einem EigentĂŒmer unter politischem Zwang entzogenen, identifizierbaren Vermögensobjekte. 1984 wurde der Sitz von Herford nach MĂŒnchen verlegt und im Dezember 1990 wurde das Gericht aufgelöst.

Bundes- und Landesbehörden

Das Kreiswehrersatzamt in der Wittekindstraße ist zustĂ€ndig fĂŒr die Wehrpflichtigen in der Stadt Bielefeld und den Kreisen GĂŒtersloh, Herford, Lippe und Paderborn. Seine Schließung wurde beschlossen. Daneben befindet sich das Finanzamt fĂŒr den sĂŒdlichen Teil des Kreises Herford. Ebenfalls in der Wittekindstraße/Amtshaustraße ist die Kreisverwaltung Herford angesiedelt.

Neben der Polizeiinspektion Herford der Kreispolizeibehörde an der Hansastraße hat der Kirchenkreis Herford seinen Sitz. Ebenfalls an der Hansastraße befindet sich die Agentur fĂŒr Arbeit, dessen ZustĂ€ndigkeitsbereich sich auf die Kreise Herford und Minden-LĂŒbbecke erstreckt.

Der Ortsverband des Technischen Hilfswerks hat seinen Sitz an der Ackerstraße.

Gesundheitswesen

Klinikum Herford
  • KrankenhĂ€user und medizinische Einrichtungen
Das Klinikum Herford ist ein vom Kreis Herford betriebenes Krankenhaus mit 753 Betten. Es ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule Hannover. Dort gibt es auch eine Dialysestation.
Das Mathilden-Hospital mit 220 Betten ist in katholisches TrÀgerschaft.
In seiner befindet sich ein Screeningzentrum fĂŒr Brustkrebs-FrĂŒherkennung und an der Hansastraße eine Praxisklinik mit mehreren Arztpraxen.
Im Januar 2007 wurde an der Schillerstraße ein Geburtshaus eröffnet.
  • Krankenkassen und Ersatzkassen
In Herford gibt es folgende Krankenkassen: Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) an der KurfĂŒrstenstraße, 'Barmer GEK an der Schillerstraße, BKK Herford Minden Ravensberg an der Straße „Am Kleinbahnhof“, Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) an der Johannisstraße, Signal Iduna IKK an der FĂŒrstenaustraße.

StÀdtische Einrichtungen

Außer den unter den Abschnitten „Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten“, „Natur und Freizeit“, „Sportanlagen“ und „VeranstaltungsrĂ€ume“ gibt es noch folgende stĂ€dtische Einrichtungen:

Die Hauptwache der Freiwilligen Feuerwehr befindet sich an der Werrestraße. Dort sind die hauptamtlichen KrĂ€fte mit dem Rettungsdienst und der Löschzug Mitte stationiert. Weitere Löschgruppen gibt es in den Stadtteilen Diebrock, Elverdissen, Herringhausen und Schwarzenmoor.

An der Goebenstraße zwischen der Bahnstrecke, der Werre und der Umgehungsstraße liegt eine der modernsten KlĂ€ranlagen Deutschlands. Die Stadtwerke haben ihren Sitz an der Werrestraße.

Weitere Einrichtungen sind die Stadtbibliothek und die Tourist-Information am Linnenbauerplatz.

KindertagesstÀtten und KinderspielplÀtze

In der Stadt gibt es ĂŒber 30 Kitas, davon sind die fĂŒnf KindertagesstĂ€tten Bornbrede, Maiwiese, Zur Bleiche, Schobeke und Stedefreund in stĂ€dtischer Hand. Weitere TrĂ€ger von Kitas sind die evangelische und katholische Kirche, die Arbeiterwohlfahrt, der Verein fĂŒr soziale Arbeit und Beratung und das Deutsche Rote Kreuz.

Von den 64 SpielplÀtzen befinden sich 40 in der Innenstadt und 24 in den Randbereichen.

Nachbarschaftsszentren

Zehn Einrichtungen werden als BĂŒrgertreffs, Nachbarschaftstreffs, Stadtteiltreffs, Begegnungszentren oder BĂŒrgerzentren bezeichnet. Sie werden von der Stadt, der Arbeiterwohlfahrt, der Caritas, der Diakonie, dem evangelischen Johanneswerk und, wie das Mehrgenerationenhaus in der Ottelau, vom Deutschen Roten Kreuz getragen.

Soziale Einrichtungen

Soziale Einrichtungen sind die Arbeiterwohlfahrt an der Schillerstraße, das Arbeitslosenzentrum am MĂŒnsterkirchplatz, der Caritasverband an der Renntormauer, der Deutsche Kinderschutzbund (Ortsverband), der Deutsche ParitĂ€tische Wohlfahrtsverband an der KurfĂŒrstenstraße, das Deutsche Rote Kreuz an der Wittekindstaße, da Diakonische Werk an der HĂ€melinger Straße, die Hospizbewegung Herford Auf der Freiheit und die Herforder Tafel am Benter Weg (mit Filiale in Spenge).

An der Hermannstraße gibt der Herforder Mittagstisch e. V. warmes Mittagessen an BedĂŒrftige aus. Im selben Haus sind die Sozialberatungsstelle und die Fachstelle fĂŒr Wohnungserhalt der Stadt untergebracht.

Seit 1980 existiert ein Frauenhaus.

Vereine und Vereinigungen

In Herford befinden sich der Fachverband GlĂŒcksspielsucht Auf der Freiheit und der Arbeitskreis Recycling an der Heidestraße mit Verkauf in der Radewiger Straße. In der Höckerstraße hat die MĂ€dchenberatungsstelle „Femina Vita, MĂ€dchenhaus Herford e. V.“ ihren Sitz.

Außerdem gibt es in der Stadt zwei Lions-Clubs und drei Rotary-Clubs.

Im 1906 und 1924 in zwei Bauabschnitten errichteten Logenhaus hat die 1899 gegrĂŒndete Freimaurerloge „Zur Roten Erde“ ihren Sitz. Seit 1972 befindet sich dort auch die Loge „The Rose of Minden“ der britischen Freimaurer in Deutschland.

Bildung

Schulen

Die 20 stĂ€dtischen Schulen besuchten im Schuljahr 2010/2011 etwa 8.600 SchĂŒlerinnen und SchĂŒler, wovon fast 1.300 nicht in Herford wohnten. Insgesamt verfĂŒgt die Stadt ĂŒber folgende Schulen:

  • 11 Grundschulen: Neben den Grundschulen Altensenne (frĂŒher Grundschule Elverdisser Straße), Eickum, Elverdissen, Falkstraße, Herringhausen, Landsberger Straße, Mindener Straße, Oberingstraße, Radewig (frĂŒher Grundschule Diebrocker Straße) und Stiftberg gibt es am Wilhelmsplatz die einzige Konfessionsschule der Stadt, die Wilhelm-Oberhaus-Schule, eine stĂ€dtische katholische Grundschule. Zum Schuljahresbeginn 2009 wurde in Diebrock die private Grundschule „Das Forscherhaus“eröffnet.
  • 1 Hauptschule: Auf dem GelĂ€nde der Hauptschule Meierfeld wird einer der wenigen deutschen Schulzoos betrieben. In Elverdissen gibt es eine Außenstelle der Hauptschule.
  • 1 Gesamtschule: Die Gesamtschule Friedenstal befindet sich an der Grenze zur Stadt Bad Salzuflen. Daher wird sie auch von vielen SchĂŒlern der Nachbarstadt besucht.
  • 3 Realschulen: Die 1914 als Mittelschule gegrĂŒndete Otto-Hahn-Schule an der Uhlandstaße ist die Ă€lteste Realschule der Stadt. Die beiden anderen Realschulen wurden erst nach dem Zweiten Weltkrieg gegrĂŒndet. Die Geschwister-Scholl-Schule wurde in den Jahren 1956 bis 1959 an der Wiesestraße als Entlastung fĂŒr die bis dahin einzige Realschule gebaut. Die Ernst-Barlach-Schule an der Graf-Kanitz-Straße ist eine Realschule mit bilingualem Zweig.
  • 3 Gymnasien: Das 1540 grĂŒndete ursprĂŒnglich altsprachliche Friedrichs-Gymnasium ist die Ă€lteste Schule der Stadt. Seit 1972 befindet sich die Schule in den WerregĂ€rten, nicht weit entfernt vom ehemals neusprachlich/mathematischen Ravensberger Gymnasium, das dort 1960 neu gebaut wurde. Das Königin-Mathilde-Gymnasium auf dem Stiftberg war ursprĂŒnglich ein Lyzeum fĂŒr MĂ€dchen. Seit 1974 werden dort auch Jungen unterrichtet.
  • 1 Schule fĂŒr Lernbehinderte: Die Albert-Schweitzer-Schule ist eine Sonderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen. Das GebĂ€ude am Wilhelmsplatz wurde 1966 bezogen.
  • Sonstige Schulen: Der Neubau der stĂ€dtischen Musikschule befindet sich seit 2004 an der Goebenstraße. Daneben gibt es noch eine private Musikschule. Die Volkshochschule im Kreis Herford hat ihre Hauptstelle am MĂŒnsterkirchplatz. Am Klinikum Herford ist der Hauptsitz der Schule fĂŒr Pflegeberufe Herford/Lippe GmbH.
  • 7 Berufskollegs: Fachschule fĂŒr Agrarwirtschaft, Elisabeth-von-der-Pfalz-Berufskolleg des Kirchenkreises Herford, Berufskolleg am Wilhelmsplatz des Instituts fĂŒr Weiterbildung in Wirtschaft und Gesellschaft e. V., Friedrich-List-Berufskolleg, Wilhelm-Normann-Berufskolleg des Kreises Herford, Anna-Siemsen-Berufskolleg des Kreises Herford sowie Berufskolleg der AWO fĂŒr das Sozial- und Gesundheitswesen

Hochschulen

MilitÀr

Wehrmacht

Im Oktober 1934 wurde mit dem Bau der drei heute noch bestehenden KasernengelĂ€nde begonnen. In die Estorff-Kaserne und Stobbe-Kaserne an der Vlothoer Straße (beide von der Wehrmacht nach Kommandeuren des ehemaligen Infanterie-Regiments 17 benannt) zog am 3. Oktober 1935 das Infanterie-Regiment 58 ein. In der Otto-Weddigen-Kaserne an der Mindener Straße war ab 16. Oktober 1935 die Panzer-Abwehrabteilung 6 stationiert. (siehe 6. Infanterie-Division)

Britische Rheinarmee

Am 3. April 1945 erreichte die 5. US-amerikanische Panzerdivision auf ihrem Vormarsch die heutige Autobahn 2 auf der Höhe von Herford und setzte ihren Weg Richtung Weser fort. Damit endete auch im Ravensberger Land das nationalsozialistische Regime. Ihnen folgten die britischen Alliierten. Im Zuge der Aufteilung der Besatzungsgebiete wurde das Stadtgebiet von der Britischen Rheinarmee ĂŒbernommen. Sie zog in die drei Kasernen ein, die nun zu Hammersmith- (vormals Estorff-), Wentworth- (vormals Stobbe-) und Harewood-Barracks (vormals Otto-Weddigen-Kaserne) umbenannt wurden. Der Stiftberg, in der NĂ€he der KasernengelĂ€nde an der Vlothoer Straße, wurde 1945 vom Stadtgebiet abgesperrt und sodann eine große Anzahl PrivathĂ€user fĂŒr die Familien der Soldaten und Offiziere beschlagnahmt. Sie wurden erst mehrere Jahre spĂ€ter (bis 1957) wieder zurĂŒckgegeben, nachdem in der Stadt mehrere Wohnsiedlungen fĂŒr die Briten entstanden waren.

Das von der Britischen Rheinarmee mitten im Stuckenberger Wald (Stadtholz) neu gebaute vierte KasernengelĂ€nde an der Stadtholzstraße (Maresfield-Kaserne), auf dem zuletzt das 7. Fernmelderegiment (7th Signal Regiment) stationiert war, wurde 1994 zwar aufgegeben, nicht jedoch renaturiert. Dort befinden sich heute der Sportpark Waldfrieden sowie eine neue in den Wald geplante Wohnsiedlung.

1952 war Herford Garnison der 11. britischen Panzerdivision (11th (UK) Armoured Division). Ihr unterstanden die Life Guards in WolfenbĂŒttel, die 3rd Hussars in Bielefeld, das 2nd Field Regiment RHA in Hildesheim, das 5th Field Regiment RHA in OsnabrĂŒck, das 53rd LAA Regiment RA in Lippstadt, das 26 Engineer Regiment in Hameln, das 11 Armoured Divisional Signal Regiment, die 33 Armoured Brigade (33. Panzerbrigade), Paderborn (spĂ€ter in Bad Lippspringe), 9th Lancers in Detmold, das 1st Royal Tank Regiment in Detmold, das 8th Royal Tank Regiment in Paderborn, das 1st Bn King’s Royal Rifle Corps, die 91st Lorried Infantry Brigade in Hilden, das 1st Bn Royal Lincolnshire Regiment, das 1 Bn Sherwood Foresters und das 1 Bn Royal Irish Fusiliers.

Im Jahre 1972 waren die Royal Scots Dragoon Guards in Herford stationiert, die mit dem MusikstĂŒck „Amazing Grace“ am 15. April 1972, die Spitzenposition der Singles-Charts in Großbritannien (und auch in Australien) erreichten. Ihr offizieller Name auf der Single war „The Pipes and Drums and Military Band of the Royal Scots Dragoon Guards“.

Britische StreitkrÀfte in Deutschland

Liegenschaften

Im Jahre 1994 wurde die Britische Rheinarmee in Britische StreitkrĂ€fte in Deutschland umbenannt. Seitdem befindet sich in der Wentworth-Kaserne an der Liststraße (zwischen Vlothoer Straße und Stadtholzstraße) das Hauptquartier der 1st (UK) Armoured Division (1. Britische Panzerdivision) unter der Leitung eines Generalmajors. Von dort werden die britischen Einsatztruppen in Deutschland befehligt. Im großen Divisionskonferenzzentrum befindet sich auch ein britisches Kino. Auf dem KasernengelĂ€nde ist die Grundschule „Lister School“ angesiedelt. Von Oktober 1990 bis Juli 2009 befand sich dort auch die Deutschlandzentrale des britischen Soldatensenders British Forces Broadcasting Service. Auf dem Sportplatz innerhalb des GelĂ€ndes finden neben Sportveranstaltungen auch Wettbewerbe und Volksfeste, wie zum Beispiel deutsch-englische Freundschaftsfeste statt.

In der Hammersmith-Kaserne an der Vlothoer Straße und in der Harewood-Kaserne an der Mindener Straße ist das „1st UK Armoured and Signal Regiment“ stationiert. Dort hat auch das deutschlandweit einzige Unternehmen seinen Sitz, das ehemaligen britischen Soldaten, die in Deutschland bleiben wollen, Arbeitsstellen in der Privatwirtschaft vermittelt. Es gibt dort auch einen Reitstall ("Saddle Club"), der englischen Reitunterricht auch fĂŒr deutsche Kinder anbietet.

An der Waltgeristraße gibt es einen NAAFI-Shop.

Auf einer FlĂ€che von 53 Hektar werden in Herford 29 Liegenschaften verwaltet. Neben den drei Kasernen gehören dazu ein Sportplatz an der Werrestraße und Wohnsiedlungen. 452 Wohnungen werden von der Bundesanstalt fĂŒr Immobilienaufgaben verwaltet und 122 Wohnungen sind angemietet.

Personen

Anfang 2011 leisteten etwa 850 Soldaten in Herford ihren Dienst. Mit Zivilpersonal und Familien lebten etwa 2.000 Briten in der Stadt. 50 Zivilangestellte arbeiteten fĂŒr die StreitkrĂ€fte.

UrsprĂŒnglich sollte sich die Zahl der Soldaten in Herford erhöhen, wenn bis 2014 die Standorte im Rheinland geschlossen werden sollten.[11] So sollte unter anderem das Hauptquartier des britischen UnterstĂŒtzungskommandos (UKSC(G)) zwischen 2011 und 2013 von Mönchengladbach nach Herford verlegt werden.[12]

Im Oktober 2010 kĂŒndigte der britische Premierminister David Cameron im britischen Unterhaus an, dass die rund 20.000 britischen Soldaten bis 2020 vollstĂ€ndig aus Deutschland abgezogen werden sollen.[13]

Bundeswehr

In der Wittekindstraße befindet sich als einzige Bundeswehreinrichtung in der Stadt das Kreiswehrersatzamt Herford. Der Einzugsbereich umfasste seit der GrĂŒndung der Bundeswehr die Kreise Herford und Minden-LĂŒbbecke bzw. vor den Kreisreformen 1969 und 1973 die Kreise Herford, Minden, LĂŒbbecke und die kreisfreie Stadt Herford. Nachdem die KreiswehrersĂ€tzĂ€mter in Bielefeld und Detmold aufgelöst worden waren, ist es seit 2007 fĂŒr die Erfassung der Wehrpflichtigen in der Stadt Bielefeld und den Kreisen GĂŒtersloh, Herford und Lippe zustĂ€ndig. Im Stationierungskonzept 2011 ist vorgesehen, dass Kreiswehrersatzamt mit seinen 60 Dienstposten zu schließen. Stattdessen wird ein "KarriereberatungsbĂŒro" mit sechs Dienstposten eingerichtet.

Persönlichkeiten

1610 wurde der Chemiker und Arzt Otto Tachenius in Herford geboren. Die bekannteste in Herford geborene Persönlichkeit ist der Architekt und Baumeister MatthĂ€us Daniel Pöppelmann (1662–1736), der Erbauer des Dresdner Zwingers. Außerdem sind hier der U-Boot-Kommandant im Ersten Weltkrieg Otto Weddigen (1882–1915), der Reichsinnenminister und preußische Innenminister Carl Severing (1875–1952), die SPD-Politikerin und Mitgestalterin des Grundgesetzes Frieda Nadig (1897–1970), der erste MinisterprĂ€sident (1946) Brandenburgs Karl Steinhoff (1882–1981), sowie der erste PrĂ€sident des Bundesverfassungsgerichts Hermann Höpker-Aschoff (1883–1954) geboren.

In Herford ist Hermann Kunst beerdigt, der von 1949 bis 1977 der erste BevollmÀchtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesregierung war. Von 1956 bis 1972 war er gleichzeitig evangelischer MilitÀrbischof. Zuvor war Hermann Kunst von 1932 bis 1956 Pfarrer der ev.-luth. Mariengemeinde Stift Berg und von 1942 bis 1954 Superintendent des Kirchenkreises Herford.

Literatur

  • Ralf Dorn: Die Kirche des ehemaligen Damenstifts St. Marien und Pusinna in Herford. Architektur unter den Edelherren zur Lippe. Imhof-Verlag, Petersberg 2006, ISBN 3-86568-087-9.
  • F. B. Fahlbusch: Herford. In: Lexikon des Mittelalters, Bd. 4, Sp. 2152f.
  • 1200 Jahre Herford. Spuren der Geschichte (Herforder Forschungen 2). Hrsg. von Thomas Schuler und Theodor Helmert-Corvey, Maximilian Verlag, Herford 1989, ISBN 3-7869-0249-6
  • WestfĂ€lischer StĂ€dteatlas. Band 1., 8 Teilband. Im Auftrage der Historischen Kommission fĂŒr Westfalen und mit UnterstĂŒtzung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Hrsg. von Heinz Stoob † und Wilfried Ehbrecht [Stadtmappe Herford von Heinz Stoob]. Dortmund-Altenbeken 1975, ISBN 3-89115-335-X
  • Norbert Sahrhage: Diktatur und Demokratie in einer protestantischen Region. Stadt und Landkreis Herford 1929 bis 1953. Verlag fĂŒr Regionalgeschichte, Bielefeld 2005, ISBN 3-89534-548-2.
  • Otto Gaul: Die Marienkirche in Herford, Große BaudenkmĂ€ler Heft 232, Deutscher Kunstverlag, MĂŒnchen 1969, 16 Seiten
  • Otto Gaul: Das MĂŒnster zu Herford. Presbyterium der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde, Herford 1982, 18 Seiten
  • Christoph Laue (Herausgeber): Archive im Kreis Herford. Verlag fĂŒr Regionalgeschichte, Bielefeld 1993, 244 Seiten, ISBN 3-927085-72-3
  • Rainer Pape: Sancta Herfordia. Geschichte Herfords von den AnfĂ€ngen bis zur Gegenwart. Bussesche Verlagshandlung GmbH, Herford 1979, ISBN 3-87120-857-4
  • Rainer Pape: Das StĂ€dtische Museum Herford – Ein FĂŒhrer durch seine Sammlungen. Maximilian Verlag, Herford 1979.
  • Eris Valentowicz: Herford zwischen 1900 und 1960. Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-142-4
  • Mathias Polster, Sven Nieder, Björn Pollmeyer: Über Herford tpk-Verlag, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-936359-44-2

Weblinks

 Commons: Herford â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Wikisource: Herford â€“ Quellen und Volltexte

Belege

  1. ↑ Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
  2. ↑ Geologischer Dienst NRW: ErdwĂ€rme nutzen – Geothermiestudie liefert Planungsgrundlage
  3. ↑ Landesamt fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Kommunalprofil Herford
  4. ↑ Stadt Herford, Daten und Fakten
  5. ↑ Martin BĂŒnermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970.
  6. ↑ Landesdatenbank NRW
  7. ↑ Landesbetrieb Information und Technik NRW: Kommunalwahlen
  8. ↑ Kommunales Rechenzentrum Minden-Ravensberg/ Lippe Wahl des Rates 1999
  9. ↑ § 2 Abs. 2 der Hauptsatzung der Stadt Herford
  10. ↑ Persönliches GesprĂ€ch von Norbert Bangert, HĂŒckeswagen mit einer Anwohnerin am 9. Juni 2007
  11. ↑ Neue WestfĂ€lische, 7. Oktober 2009
  12. ↑ Briten stĂ€rken OWL - Herford neues Hauptquartier, Westfalen-Blatt. 16. MĂ€rz 2010. 
  13. ↑ Stern: Grossbritannien zieht bis 2020 alle Soldaten aus Deutschland ab

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