Herzogtum Luxemburg

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Herzogtum Luxemburg
Groussherzogtum L√ętzebuerg (ltz.)
Großherzogtum Luxemburg (deu.)
Grand-Duché de Luxembourg (fra.)
Flagge Luxemburgs
Wappen Luxemburgs
Flagge Wappen
Wahlspruch: Mir w√ęlle bleiwe wat mir sinn (ltz.)

Wir wollen bleiben, was wir sind (deu.)
Nous voulons rester ce que nous sommes (fra.)

Amtssprache Luxemburgisch (Nationalsprache), Französisch, Deutsch
Hauptstadt Luxemburg
Staatsform Konstitutionell-parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt Großherzog Henri
Regierungschef Premierminister Jean-Claude Juncker
Fläche (166.) 2586 km²
Einwohnerzahl (162.) 483.800 (Januar 2008)
Bevölkerungsdichte (45.) 187 Einwohner pro km²
BIP

- Total (Nominal)
- Total (PPP)
- BIP/Einw. (Nom.)
- BIP/Einw. (PPP)

2006

(65.) $42,87 Mrd
(94.) $33,100 Mrd
(1.) $104.673 (2007)
(2.) Int. Dollar 80.457 (2007)

HDI 0,944 (18.)
W√§hrung Euro (‚ā¨) 1 Euro = 100 Cent
Unabhängigkeit 1815
Nationalhymne Ons Heemecht
Nationalfeiertag 23. Juni
Zeitzone UTC+1
Kfz-Kennzeichen L
Internet-TLD .lu
Telefonvorwahl +352

Das Großherzogtum Luxemburg ist eine Monarchie in Westeuropa. Es grenzt an Frankreich (Grenzlänge 73 km) und an Belgien (Grenzlänge 148 km) sowie an die deutschen Länder Rheinland-Pfalz und Saarland (Grenzlänge 138 km). Luxemburg ist mit einer Fläche von 2586 km² der zweitkleinste Staat der Europäischen Union.

Das Gro√üherzogtum ist Gr√ľndungsmitglied der Europ√§ischen Wirtschaftsgemeinschaft, dem Vorl√§ufer der heutigen Europ√§ischen Union, und bildet zusammen mit Belgien und den Niederlanden die Beneluxstaaten. Seit M√§rz 1970 ist Luxemburg Mitglied der ‚ÄěOrganisation internationale de la Francophonie‚Äú (Internationale Organisation der Frankophonie).

Der Name leitet sich von Lucilinburhuc ab, sp√§ter L√ľtzelburg, einer kleinen Burg, um die sich die (Haupt-)Stadt Luxemburg gr√ľndete. Luxemburg ist als Grafschaft im damaligen Heiligen R√∂mischen Reich entstanden und heute das letzte Gro√üherzogtum der Welt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Relief

Der Norden des Landes ist ein Teil der Ardennen und wird √Ėsling genannt. Dieser Teil liegt auf durchschnittlich 400 bis 500 Metern √ľber dem Meeresspiegel. Die Landschaft im √Ėsling ist gepr√§gt von bewaldeten Bergen, H√ľgeln und tiefen Flusst√§lern, wie zum Beispiel das Tal der Sauer. Mit 560 Metern stellt der H√ľgel ‚ÄěKneiff‚Äú in Huldange (deutsch: Huldingen) die h√∂chste Erhebung des Landes dar.

Im S√ľden liegt das fruchtbare Gutland, das zum Lothringer Stufenland geh√∂rt. Dieses Gebiet weist eine h√∂here Bev√∂lkerungs- und Industriedichte als das √Ėsling auf. Entw√§ssert wird das Land durch die west√∂stlich verlaufende Sauer, mit Clerve und Our im Norden und Alzette im S√ľden. Der niedrigste Punkt des Landes, Spatz genannt (129 Meter √ľ. M.), befindet sich am Zusammenfluss von Sauer und Mosel in Wasserbillig.

Im Norden Luxemburgs werden 358 Quadratkilometer des Landes durch den Deutsch-Luxemburgischen Naturpark gesch√ľtzt.

Wichtige Fl√ľsse Luxemburgs sind die Mosel, die im S√ľdosten den Grenzfluss zu Deutschland bildet, die Sauer, die Our und die Alzette.

Siehe auch: Liste der Fl√ľsse in Luxemburg

Klima

Klimadiagramm von Luxemburg-Stadt

Luxemburg hat gem√§√üigtes westeurop√§isches Klima, das durch atlantische Meereswinde beeinflusst wird und sich durch milde Winter und gem√§√üigte und deshalb angenehme Sommer auszeichnet. Die Luft ist meist mild und feucht; die j√§hrliche Niederschlagsmenge betr√§gt 782,2¬†mm; Temperaturen im Jahresmittel 9¬†¬įC, im Januar 0,8¬†¬įC, im Juli 17,5¬†¬įC. So liegen die im Januar, dem k√§ltesten Monat, gemessenen Durchschnittstemperaturen bei etwa ‚ąí2¬†¬įC. Die h√∂chsten Temperaturen werden √ľblicherweise w√§hrend der Sommermonate Juli und August gemessen. Zu dieser Zeit betr√§gt die Durchschnittstemperatur etwa 15‚Äď25¬†¬įC, wobei das Thermometer nicht selten auf Temperaturen von 30¬†¬įC steigt. Im Norden des Landes, dem √Ėsling, ist es meist etwas k√ľhler und es kommt auch h√§ufiger zu Niederschl√§gen.

Flora und Fauna

Das M√ľllerthal

Das √Ėsling im Norden des Landes, ein Teil der Ardennen, ist durch bewaldete Mittelgebirgsz√ľge und tiefe Flusst√§ler gepr√§gt. Die am st√§rksten verbreiteten Baumarten sind Rotbuchen, Eichen, Ahorn und Fichten. Dabei nehmen Eichen-Niederw√§lder, die so genannten Lohhecken, immer noch einen gro√üen Teil der Waldfl√§che ein. F√ľr unbewaldete Fl√§chen sind unter anderem die Glockenheide und Stechpalme charakteristisch. Die Lippenbl√ľtler Echter- und Trauben-Gamander sind mediterrane Pflanzen, die im S√ľdosten Luxemburgs vorkommen.

Die Vegetation des tiefer gelegenen s√ľdlichen Teil des Landes (ca. 300¬†m), dem so genannten Gutland, ist durch die landwirtschaftliche Nutzung und den Weinanbau an der Mosel gepr√§gt.

Die Tierwelt entspricht der f√ľr mitteleurop√§ische L√§nder √ľblichen Fauna. Allerdings beeindruckt das √Ėsling durch gro√üe Best√§nde an Rot- und Schwarzwild sowie Greifv√∂geln, aber auch durch seltene Vogelarten wie den Schwarzstorch oder das Haselhuhn. Luxemburg ist bekannt f√ľr seinen Fischreichtum, es gibt Forellen, Hechte, Zander, Aale, Karpfen und viele andere Fischarten. Im milden Moseltal hat sich die Mauereidechse angesiedelt, ein sonst eher in mediterranen L√§ndern vorkommendes Tier.

Verwaltungsgliederung

Gliederung Luxemburgs in 3 Distrikte, 12 Kantone und 116 Gemeinden

Das Land wird untergliedert in drei Distrikte (Grevenmacher, Luxemburg, Diekirch) mit zwölf Kantonen und 116 Gemeinden. 12 dieser Gemeinden haben den Status einer Stadt. Die Gemeinden sind Selbstverwaltungskörperschaften, die allerdings der Rechtsaufsicht der vom Großherzog ernannten Distriktskommissare unterliegen.

Die Stadt Luxemburg ist Hauptstadt des Gro√üherzogtums und Sitz der Regierung. Sie hat sich zu einem der f√ľhrenden Finanzpl√§tze in Europa entwickelt, der vor allem f√ľr die 48 deutschen von den 161 hier ans√§ssigen Banken von besonderer Bedeutung ist.

Siehe auch: Liste der Gemeinden im Großherzogtum Luxemburg

Städte

Der Urbanisierungsgrad ist in Luxemburg sehr hoch; etwa 92 Prozent der Einwohner leben in St√§dten (2003), die jedoch √ľberwiegend Land- und Kleinst√§dte sind. Gr√∂√üte Stadt ist die Hauptstadt Luxemburg (lux.: L√ętzebuerg) mit etwa 86.329 Einwohnern (Gro√üraum 110.000). Da sich ein Ort nur per Gesetz als ‚ÄěStadt‚Äú bezeichnen darf, hat Luxemburg lediglich zw√∂lf St√§dte, denen die Stadtrechte oft bereits im Mittelalter verliehen wurden. Die gr√∂√üeren St√§dte liegen im S√ľdwesten in der Minette-Region, in der sich die Eisen- und Stahlindustrie des Gro√üherzogtums konzentriert. Dies sind unter anderem Esch-sur-Alzette (28.200), Differdingen (19.000), und D√ľdelingen (17.800). Im Norden Luxemburgs gibt es hingegen mehrere kleine St√§dte, die meist Hauptorte eines Kantons sind. Um die beiden St√§dte Diekirch (6500) und Ettelbr√ľck (7500) bildet sich die Nordstad, der gr√∂√üte Ballungsraum im Norden Luxemburgs, der neben der Hauptstadt und Esch-sur-Alzette als dritter Entwicklungspol des Gro√üherzogtums gilt.

Siehe auch: Liste der Städte im Großherzogtum Luxemburg

Bevölkerung

Bevölkerungsstruktur

Bevölkerungsentwicklung in Luxemburg, 1961 bis 2003; Zahl der Einwohner in Tausend

Luxemburg hat etwa 484.000 Einwohner. Der Ausl√§nderanteil betr√§gt 44,5 Prozent (STATEC 2008). 16,5 Prozent der Einwohner sind portugiesische, 5,8 Prozent franz√∂sische, 4,1 Prozent italienische, 3,5 Prozent belgische, 2,5 Prozent deutsche und 1,6 Prozent serbische Staatsb√ľrger. In der Hauptstadt sind fast zwei Drittel (61,66 Prozent) der Einwohner ausl√§ndische Staatsb√ľrger. Die Gemeinde Fiels gilt mit √ľber 60 Prozent Ausl√§ndern (vorwiegend Portugiesen) als die Gemeinde mit dem h√∂chsten Ausl√§nderanteil in Europa.

Vor 10 Jahren betrug der Ausländeranteil noch 37,6 Prozent. Mit knapp 60.000 lag beispielsweise der Anteil der Portugiesen an der Gesamtbevölkerung bei erst 13,4 Prozent. Im Jahr 2015 werden die Ausländer mit aller Voraussicht die Mehrheit der Bevölkerung stellen.

Ausländeranteil in Luxemburg
(STATEC 1. Juni 2008[1])
Nationalität Anzahl Anteil an der Gesamtbevölkerung 2008
Portugal Portugal 82.200 16,5 %
Frankreich Frankreich 29.130 5,8 %
Italien Italien 20.360 4,1 %
Belgien Belgien 17.460 3,5 %
Deutschland Deutschland 12.650 2,5 %
Serbien Serbien 7.580 1,6 %
Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 5.530 1,1 %
Niederlande Niederlande 4.290 0,9 %

In Luxemburg leben ca. 2.500 Jenische als Minderheitenvolk ohne eigenen Status und mit verschiedenen Staatszugeh√∂rigkeiten. Bekanntester ‚Äějenischer Ort‚Äú Luxemburgs ist Weimerskirch, wo seit Generationen jenische Familien ihren Hauptwohnsitz haben.

In Luxemburg arbeiten knapp √ľber 138.000 (2008) Grenzg√§nger aus den umliegenden Nachbarregionen. Sie machen etwa 40 Prozent der in Luxemburg Besch√§ftigten aus. 52 Prozent der Grenzpendler kommen aus dem benachbarten Lothringen, 27 Prozent aus den benachbarten belgischen Provinzen und 21 Prozent aus den angrenzenden deutschen Bundesl√§ndern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland (2005). 7.500 Nicht-Luxemburger arbeiten bei den in Luxemburg angesiedelten europ√§ischen Institutionen.

Altersstruktur

18,9 Prozent der Luxemburger sind unter 15 Jahre alt (davon männlich 45.768, weiblich 42.980), 66,5 Prozent der Einwohner sind zwischen 15 und 64 Jahre alt (davon männlich 157.453, weiblich 153.927), 14,6 Prozent sind 65 und älter (davon männlich 27.573, weiblich 40.870). Das Durchschnittsalter beträgt 38,51 Jahre. (Stand 2005)

Die Lebenserwartung in Luxemburg betr√§gt durchschnittlich 78,7 Jahre; f√ľr M√§nner 75,5 Jahre und f√ľr Frauen 82,2 Jahre. (Stand 2005)

Sprachen der Luxemburger

Die Sprachensituation in Luxemburg ist komplex. Die Muttersprache der Luxemburger ist Luxemburgisch (‚ÄěL√ętzebuergesch‚Äú), eine mitteldeutsche-moselfr√§nkische Mundart mit etwas mehr franz√∂sischen Lehnw√∂rtern als im Hochdeutschen. Sie wurde allerdings erst mit dem Sprachengesetz von 1984 zur Nationalsprache und m√ľndlichen Amtssprache des Landes erhoben und wird laut Umfrage der Europ√§ischen Union von nur ca. 70 Prozent der Bev√∂lkerung als Muttersprache angegeben. Die hochdeutsche Standardsprache und Franz√∂sisch sind gem√§√ü dem Sprachengesetz von 1984 ebenfalls offizielle Amtssprachen; somit hat Luxemburg also drei offizielle Sprachen. Dabei wird insbesondere Deutsch von den Druckmedien genutzt. So erscheinen ca. 85 Prozent aller Zeitungsartikel auf Deutsch, nur etwa 12 Prozent auf Franz√∂sisch und lediglich 3 Prozent auf Luxemburgisch. Zahlreiche Radiosender, offizielle Internetseiten und Werbungen sind oft aus Luxemburgisch, Deutsch und Franz√∂sisch gemischt zusammengesetzt. Obwohl B√ľcher aus Luxemburg am Anfang der ISBN eine 2 f√ľr Franz√∂sisch stehen haben, sind die meisten B√ľcher auf Luxemburgisch oder Deutsch. Die luxemburgische Mundart als kulturelles Gut dient der Identit√§tswahrung der Luxemburger.

Auf Grund ihrer Bedeutung lernt man in der Grundschule die Pflichtf√§cher Deutsch und Franz√∂sisch und sp√§ter noch Englisch (je nach Ausbildungsgrad k√∂nnen noch andere Sprachen hinzukommen). Auch wechselt die Unterrichtssprache der naturwissenschaftlichen F√§cher im Laufe der Jahre von Deutsch nach Franz√∂sisch. Seit 1944 wird allerdings in den Verwaltungen und Ministerien, sowie in h√∂heren Schulen (nicht an den grunds√§tzlich deutschsprachigen Grund- und Berufsschulen) Franz√∂sisch schriftlich verwendet, Luxemburgisch aber nach wie vor bevorzugt gesprochen. Wendet sich allerdings ein B√ľrger auf Luxemburgisch oder in der hochdeutschen Standardsprache an eine amtliche Stelle, muss er seine Antwort gleichwohl vorschriftgem√§√ü in der von ihm benutzten Sprache erhalten. Auch vor Gericht wird ‚Äď der allgemeinen Verst√§ndlichkeit wegen ‚Äď Luxemburgisch gesprochen, das Sitzungsprotokoll wird auf Hochdeutsch erstellt und die Gesetzestexte auf Franz√∂sisch zitiert. In Banken, Gesch√§ften oder in der Gastronomie wird oft franz√∂sisch gesprochen, da viele Angestellte im Dienstleistungsbereich als Pendler aus Frankreich und aus der belgischen Region Wallonien kommen. Die moselfr√§nkische Muttersprache und das Hochdeutsche besitzen demgegen√ľber als Presse- und Literatursprache sowie im religi√∂sen Bereich nach wie vor einen besonderen Stellenwert.

Seit der Befreiung von der Nazi-Herrschaft 1944 wurde der internationale Landesname ‚ÄěLuxemburg‚Äú in ‚ÄěLuxembourg‚Äú ge√§ndert und alle Gesetze werden seit diesem Zeitpunkt nur noch auf Franz√∂sisch ver√∂ffentlicht.

Seit einigen Jahren kann jeder B√ľrger der Europ√§ischen Union, der der luxemburgischen Sprache m√§chtig ist, ohne seine Nationalit√§t wechseln zu m√ľssen, in die Luxemburger Armee eintreten, allerdings muss der Antragssteller mindestens 36 Monate ohne Unterbrechung in Luxemburg wohnen.

Als zur Betreuung der Deutsche Rechtschreibreform von 1996 die Zwischenstaatliche Kommission f√ľr deutsche Rechtschreibung ins Leben gerufen wurde, lehnte die luxemburgische Regierung eine Beteiligung ab, da Luxemburg kein deutschsprachiges Land sei. Die reformierte deutsche Rechtschreibung wurde durch Dekret der Regierung im Schulunterricht eingef√ľhrt.

Weitere Sprachen in Luxemburg sind die jenische Sprache, welche von einigen Sprachgelehrten als eigenständiges Idiom gepflegt und vor allem in Luxemburg-Pfaffenthal und Luxemburg-Weimerskirch gesprochen wird. Des Weiteren sind fast 20 Prozent der Bevölkerung Luxemburgs portugiesische Einwanderer bzw. deren Nachkommen, die oft auch ihre Muttersprache sprechen.[2][3]

Religionen

1988 wurde das Bistum Luxemburg von Papst Johannes Paul II. zum Erzbistum erhoben. Nach √§lteren Sch√§tzungen sind etwa 98 Prozent der Bev√∂lkerung r√∂misch-katholisch getauft, nach neueren noch gut 90 Prozent. Der Rest verteilt sich √ľberwiegend auf Atheisten, Protestanten, Juden und Muslime.

Da Angaben zur Religion oder Konfession jedoch einem strengen Datenschutz unterliegen, sind genaue neuere Angaben nicht erh√§ltlich. √úberdies praktiziert √§hnlich wie in den Nachbarl√§ndern etwa die H√§lfte der katholisch Getauften ihren Glauben nicht mehr. Die katholische Kirche Luxemburgs geht auf ihrer Homepage selbst davon aus, dass die Bev√∂lkerung ‚Äěmehrheitlich‚Äú katholisch ist (vgl. www.cathol.lu zum Stichwort ‚Äě√Ėkumene‚Äú).

Geschichte

‚Üí Hauptartikel: Geschichte Luxemburgs

Kelten, Franken, Römer

Der Bockfelsen in Luxemburg Stadt, den Graf Siegfried 963 erwarb

Die ersten Siedlungsspuren auf dem Gebiet des heutigen Luxemburgs gehen auf die Kelten zur√ľck und stammen aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. Ungef√§hr einhundert Jahre sp√§ter drangen R√∂mer in das Land ein, als Caesar um 58‚Äď51 v. Chr. Gallien und einen Teil von Germanien bis zur Rheingrenze eroberte. Das Gebiet des heutigen ‚ÄěLuxemburg‚Äú wurde Teil des Imperium Romanum.

Im 5. Jahrhundert n. Chr. ‚Äď zur Zeit der V√∂lkerwanderung ‚Äď dr√§ngten die germanischen Franken die R√∂mer zur√ľck. Wanderm√∂nche missionierten die Menschen zum Christentum und bauten Kl√∂ster. Das Kloster Echternach wurde vom angels√§chsischen Missionar Willibrord im Jahre 698 gegr√ľndet.

Im Jahre 963, das Land geh√∂rte zum ostfr√§nkischen Reich, erwarb Graf Siegfried durch einen Tauschhandel mit dem St.-Maximin-Kloster in Trier den kleinen Bockfelsen im Alzettetal mit der Burg Lucilinburhuc. Damit legte er den Grundstein f√ľr das deutsche Adelsgeschlecht der Luxemburger und f√ľr die Grafschaft Luxemburg.

Vorherrschaft des Hauses Luxemburg im Heiligen Römischen Reich

Kaiser Sigismund (Holzschnitt, 1536)

1308 wurde Graf Heinrich von Luxemburg zum r√∂misch-deutschen K√∂nig gew√§hlt. Er und sein Sohn Johann, der 1310 K√∂nig von B√∂hmen wurde, begr√ľnden die Machtstellung der Luxemburger im mittelalterlichen Deutschen Reich (Heiliges R√∂misches Reich). 1354 wird die Grafschaft Luxemburg von Kaiser Karl IV. zum Herzogtum erhoben. Erster Herzog wird Wenzel I.. Mit dem Tod Kaiser Sigismunds 1437 stirbt die Hauptlinie des Hauses Luxemburg aus, womit die Vorherrschaft im Reich endet. Im Jahr 1441 verkaufte die letzte Herzogin aus dem Haus Luxemburg das Land an das franz√∂sische Haus Burgund. Es blieb aber staatsrechtlich ein Lehen des Reiches. Nach dem Tod des letzten Burgunderherzogs Karls des K√ľhnen im Jahr 1477 kam Luxemburg mit dem gesamten burgundischen Erbe an Karls Tochter Maria und ihren Ehemann, den sp√§teren Kaiser Maximilian von Habsburg.

Zwischen habsburgischer und französischer Herrschaft

Karte Luxemburgs vom 1712

1482 gelangt Luxemburg unter die Herrschaft der Habsburger; 1555 unter deren spanische Linie.

1659 kommt es als Konsequenz des Pyren√§enfriedens zur 1. Teilung Luxemburgs: Die Abtrennung des S√ľdens des Landes von Diedenhofen bis Montm√©dy an Frankreich. Von 1684 bis 1697 ist das Land infolge der Reunionen Ludwigs XIV. sogar g√§nzlich unter der Fremdherrschaft Frankreichs.

Im Spanischen Erbfolgekrieg 1713 fällt Luxemburg an die österreichischen Niederlande und wird somit wiederholt ein Habsburger Land. Von 1795/1801 bis 1814 fällt das Land nach dem Einzug Napoleons bzw. der Französischen Revolutionstruppen abermals unter französische Fremdherrschaft.

Auf dem Weg in die Souveränität

Deutscher Bund 1815‚Äď1866

Nach der Aufl√∂sung des Heiligen R√∂mischen Reichs Deutscher Nation 1806, zu dessen Territorium das Herzogtum geh√∂rte, kommt Luxemburg zu Frankreich bis zum Untergang des ersten napoleonischen Kaiserreichs. Der Wiener Kongress legt 1815 schlie√ülich fest, dass das nun zum Gro√üherzogtum erhobene Land ein Mitgliedstaat des neu gegr√ľndeten Deutschen Bundes wird. Gleichzeitig f√ľhren die Kongressbeschl√ľsse zu einer Personalunion mit dem K√∂nigreich der Vereinigten Niederlande, die die 2.¬†Teilung des Landes bewirkt, eigentlich jedoch nur eine nicht vollst√§ndige Wiederherstellung des status quo ante: einige n√∂rdliche Gebiete des alten Luxemburg fallen von Frankreich unmittelbar an die Niederlande, √∂stliche an Rheinpreu√üen. 1830 schlie√üt sich Luxemburg der belgischen Revolution an. 1839 kommt es zur 3. und letzten Teilung, in der das Franz√∂sische Quartier, n√§mlich die franz√∂sischsprachige Westh√§lfte, komplett an Belgien f√§llt, und seither im Gro√üherzogtum Luxemburg nur noch das Deutsche Quartier, die rein deutschsprachige Osth√§lfte, verbleibt. Nach der Aufl√∂sung des Deutschen Bundes 1866 bleibt Luxemburg bis 1919 weiterhin Mitglied im Deutschen Zollverein (1843‚Äď1919). K√∂nig Wilhelm III. der Niederlande, dessen Privateigentum das Gro√üherzogtum Luxemburg ist, versucht vergeblich, sein Gro√üherzogtum als Bundesstaat in den neu gegr√ľndeten Norddeutschen Bund aufnehmen zu lassen.

1867 kommt es zur Luxemburgkrise: Napol√©on III. versucht Luxemburg von K√∂nig Wilhelm III. der Niederlande zu kaufen. Die deutsche √Ėffentlichkeit im Gro√üherzogtum und in den anderen Gebieten des Deutschen Bundes emp√∂rt sich gegen den beabsichtigten Verkauf des Landes an Frankreich: Luxemburg, das Heimatland der Dynastie der Luxemburger, welche vier r√∂misch-deutsche Kaiser gestellt hatte, soll nicht an Frankreich, den damaligen ‚ÄěErbfeind‚ÄĚ, fallen. Eine starke Protestbewegung pl√§diert mit ihrer Petition an den K√∂nig-Gro√üherzog Wilhelm III. f√ľr den Status Quo. Der Wahlspruch ‚ÄěMir w√ęlle bleiwe wat mir sinn‚Äú wird unter den Luxemburgern popul√§r. Die Krise m√ľndet im zweiten Londoner Vertrag von 1867, in dem das Land gegen den Willen der Luxemburger als Kompromiss f√ľr immer neutral erkl√§rt wird. Die deutsche Bundesfestung in Luxemburg wird geschleift.

Gro√üherzogin Charlotte von Luxemburg 1896‚Äď1985

Wegen des Aussterbens des niederländischen Königshauses (Oranien-Nassau) im Mannesstamme 1890 gelangen aufgrund des privatrechtlichen Erbvertrags zwischen den Prinzen des Hauses Nassau, des Nassauischen Erbvereins, die nächsten männlichen Verwandten, die Herzöge von Nassau-Weilburg, an die Regierung. Damit erhält Luxemburg seine eigene erbliche Dynastie, das Haus Nassau-Weilburg.

20. Jahrhundert

Im Ersten Weltkrieg (1914‚Äď1918) wird die vertragliche Neutralit√§t Luxemburgs von den deutschen kaiserlichen Truppen verletzt, da Luxemburg als Durchmarsch im Krieg gegen Frankreich gebraucht und deshalb besetzt wird. Es kommt zur Staatskrise von 1918 bis 1919: Wegen ihrer pro-deutschen Haltung w√§hrend des Ersten Weltkrieges ger√§t Gro√üherzogin Marie Adelha√Įde unter starken innenpolitischen Druck und dankt schlie√ülich zugunsten ihrer Schwester Charlotte ab.

Siehe auch: Referendum vom 20. September 1919

1919 erfolgt die Einf√ľhrung des Frauenwahlrechts, die Gr√ľndung der Union √Čconomique Belgo-Luxembourgeoise erfolgt 1922. In diesem Vertragswerk wird u.¬†a. die Parit√§t zwischen belgischer und luxemburgischer W√§hrung (Franken) beschlossen.

Die deutsche Wehrmacht marschiert im Zweiten Weltkrieg (1939‚Äď1945) durch Luxemburg, um Frankreich anzugreifen. Luxemburg wird im Mai 1940 von deutschen Truppen besetzt. Die Regierung und die Gro√üherzogin fliehen ins Exil nach London. Nach einer Milit√§rverwaltung wird eine Zivilverwaltung unter Gustav Simon, NSDAP-Gauleiter des angrenzenden Gaus Moselland, eingesetzt. Luxemburger wurden zur deutschen Wehrmacht zwangseingezogen und j√ľdische B√ľrger in deutsche Konzentrationslager deportiert. Im August 1942 annektiert Deutschland das besetzte Land. Der Zweite Weltkrieg wird zur harten Probe f√ľr die junge Nation und f√ľhrt dazu, dass Nationalsymbole wie die Monarchie und die luxemburgische Sprache noch fester im Nationalbewusstsein verankert werden. Am 10. September 1944 wurde Luxemburg von den Amerikanern erstmals befreit. Es folgte die deutsche Ardennenoffensive.

Siehe auch: Luxemburg im Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Zoll- und Wirtschaftsunion schrittweise auf die Niederlande ausgedehnt (Benelux-Staaten). Luxemburg wird 1945 Mitglied der Vereinten Nationen. 1948 wird die seit 1867 bestehende ‚Äěimmerw√§hrende Neutralit√§t‚Äú formell aufgehoben. Luxemburg wird 1952 Sitz der Europ√§ischen Gemeinschaft f√ľr Kohle und Stahl (EGKS), auch Montanunion genannt. 1957 ist Luxemburg Gr√ľndungsmitglied der Europ√§ischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Luxemburg beschlie√üt 1985 mit vier weiteren EU-Staaten das nach dem luxemburgischen Moselort benannte Schengener Abkommen. 1986 kommt es zur Verleihung des Karlspreis an das gesamte luxemburgische Volk wegen besonderer Verdienste zur Europ√§ischen Einheit. 1995 tritt das Schengener Abkommens in Kraft. 2002 folgt die Einf√ľhrung des Euro als offizielles Zahlungsmittel im Bargeldverkehr.

Politik

Luxemburg ist eine konstitutionelle Monarchie in Form einer parlamentarischen Demokratie. Laut der Verfassung von 1868 bekleidet der Gro√üherzog das Amt des Staatsoberhaupts. Die Gesetzgebung ist Aufgabe der Abgeordnetenkammer, welche alle f√ľnf Jahre gew√§hlt wird (gleichzeitig mit den Wahlen des Europaparlamentes).

Die luxemburgische Innenpolitik ist auf Bewahrung der politischen Stabilität und des sozialen Friedens sowie der Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit gerichtet. Themen der innenpolitischen Diskussion sind unter anderen die Zukunft Luxemburgs im sich vergrößernden Europa, die Erhaltung der Systeme der sozialen Sicherheit, die Reform des Schulsystems, die Einwanderungspolitik, die innere Sicherheit vor dem Hintergrund einer wachsenden Jugend- und Eigentumskriminalität sowie in zunehmendem Maße Umweltfragen.

Wahlspruch

Mir w√ęlle bleiwe wat mir sinn (‚ÄěWir wollen bleiben, was wir sind‚Äú), d.¬†h. keine Deutschen oder Franzosen werden. (Anlass war der von Bismarck eingef√§delte, geplante, aber nicht realisierte Verkauf des Gro√üherzogtums Luxemburg, dessen Staatsoberhaupt Wilhelm III. der Niederlande war, an Frankreich unter Napoleon III.)

Nationalflagge

Wappenflagge

‚Üí Hauptartikel: Flagge Luxemburgs

Eine Besonderheit Luxemburgs ist, dass neben der eigentlichen Staatsflagge, der rot-wei√ü-blauen Trikolore, auch die Wappenflagge, der ‚ÄěRoude L√©iw‚Äú (auf deutsch: ‚ÄěRoter L√∂we‚Äú) als nationales Symbol verwendet wird. Vor allem bei Sportveranstaltungen wie bei der Tour de France oder dem Fu√üball wurde die eigentliche Staatsflagge fast vollst√§ndig verdr√§ngt. Als Grund hierf√ľr wird oft die starke √Ąhnlichkeit zur niederl√§ndischen Flagge angegeben. Ein weiterer Grund ist die Verwendung des Roten L√∂wen als k√§mpferisches, tapferes und patriotisches Symbol, das zudem √ľber einen hohen Wiedererkennungswert verf√ľgt.

Nachdem der Abgeordnete der CSV, Michel Wolter, 2006 einen Gesetzesvorschlag einbrachte, der vorsieht die Trikolore durch den Roten L√∂wen als Staatsflagge zu ersetzen, brach in der Politik, der Presse und der Bev√∂lkerung eine Diskussion √ľber die Flaggenfrage aus. Obwohl Umfragen zufolge der Gro√üteil der Bev√∂lkerung f√ľr einen Flaggenwechsel eintritt, gab Premierminister Jean-Claude Juncker im Juni 2007 bekannt, dass es unter ihm und seiner Regierung keine √Ąnderung der Flagge geben werde. Im Gegenzug k√ľndigte er an, dass man dem Roten L√∂wen eine legale Basis geben werde und ihn im Inland der Trikolore gleichstelle, da er die Bedeutung des Roten L√∂wen in der Bev√∂lkerung anerkenne.

Staatsoberhaupt

Großherzog Henri bei der Hochzeit seines Sohnes Prinz Louis (2006)

Staatsoberhaupt ist seit Oktober 2000 Gro√üherzog Henri. Er ist verheiratet mit Gro√üherzogin Maria Teresa. Der Gro√üherzog verf√ľgt formal √ľber weit reichende exekutive und legislative Befugnisse; er ernennt und entl√§sst die Regierung, vollzieht alle Gesetze, nimmt aber faktisch nahezu ausschlie√ülich repr√§sentative Aufgaben wahr. Der Gro√üherzog ist √ľberparteilich. Von seinem Recht, die Abgeordnetenkammer (das Parlament) aufzul√∂sen, hat er noch keinen Gebrauch gemacht.

2008 verweigerte Henri die Ausf√ľhrung eines neueren liberalen Sterbehilfegesetzes; deshalb plant die Regierung Luxemburgs eine Verfassungs√§nderung, bei der der Gro√üherzog auch de jure auf rein repr√§sentative Aufgaben beschr√§nkt wird.[4]

Siehe auch: Liste der Großherzöge Luxemburgs

Regierung und Staatsrat

Die exekutive Gewalt wird vom Gro√üherzog und der Regierung ausge√ľbt. Die Regierung setzt sich zusammen aus dem Premierminister, der auch den traditionellen Titel Staatsminister f√ľhrt, zw√∂lf Ministern, einem delegierten Minister und einer Staatssekret√§rin. Ein beratendes Organ ist der Staatsrat, der aus 21 Mitgliedern besteht und zu je einem Drittel vom Parlament, vom Gro√üherzog und vom Staatsrat selbst ernannt wird. Er wirkt mit bei der Gesetzgebung. Sein Veto bei Gesetzentw√ľrfen hat eine auf drei Monate begrenzte aufschiebende Wirkung.

Die Regierung von Premierminister Jean-Claude Juncker wurde in der Wahl am 13. Juni 2004 best√§tigt und st√ľtzt sich seit dem 31. Juli 2004 auf eine gro√üe Koalition aus Christlich-Sozialer Volkspartei (CSV) und der Luxemburgischen Sozialistischen Arbeiterpartei (LSAP). Jean Asselborn (LSAP) ist Au√üen- und Luc Frieden (CSV) ist Budget (Haushalt)-minister.

Siehe auch

Parlament

Die Abgeordnetenkammer, auch Chambre des D√©put√©s genannt, ist das luxemburgische Parlament und hat 60 Sitze. Ihr Pr√§sident ist seit dem 3. August 2004 Lucien Weiler (CSV). Die Mitglieder (Deputierten) werden in den Nationalwahlen f√ľr f√ľnf Jahre gew√§hlt.

Seit 2004 ist die Aufteilung der Sitze folgende: CSV 23, LSAP 14, DP 10, Die Gréng 7, ADR 4, unabhängig 1.

Wahlen

Wahlbezirke: Norden (Gr√ľn), Zentrum (Blau), S√ľden (Rot) und Osten (Gelb). Angegeben ist die Anzahl der Parlamentssitze pro Bezirk.

Die Wahlen zum Abgeordnetenhaus finden alle 5 Jahre nach dem Verh√§ltniswahlrecht statt. Das Land ist in vier Wahlbezirke mit unterschiedlicher Abgeordnetenzahl eingeteilt, um so der Bev√∂lkerungsverteilung im Land gerecht zu werden (S√ľden (23), Zentrum (21), Norden (9), Osten (7)). Die W√§hler haben entsprechende Stimmenzahlen und k√∂nnen ihre Stimmen entweder kumulieren (alle Stimmen an 1 Partei) oder panaschieren (Personenwahl, maximal 2 Stimmen pro Kandidat). Seit 1919 besteht Wahlpflicht f√ľr alle B√ľrger √ľber 18 Jahre. Dies gilt auch f√ľr jeden, der in das luxemburgische W√§hlerverzeichnis eingetragen ist und in Luxemburg wohnt.

Parteienlandschaft

Das Parteienspektrum entspricht weitgehend dem deutschen. Die Christlich Soziale Volkspartei (CSV) (D√©i Schwaarz) und die Luxemburger Sozialistische Arbeiterpartei (LSAP) (D√©i Roud) bilden die aktuelle Koalition. In der parlamentarischen Opposition befinden sich die liberale Demokratische Partei (DP) (D√©i Blo), die Gr√ľne Partei (D√©i Gr√©ng) sowie die rechtskonservative Alternative Demokratische Reformpartei (ADR). Weitere Parteien in Luxemburg sind D√©i L√©nk (Die Linke) und die Kommunistische Partei Luxemburgs (KPL) (D√©i Bordeau Roud)

Siehe auch: Liste der Parteien in Luxemburg

Gewerkschaften

Die Gewerkschaften sind mitgliedsstark und haben großen Einfluss. In der so genannten Tripartite wirken sie mit Regierung und Arbeitgebern an der Gestaltung der Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik mit.

Verschiedene Gewerkschaften:

  • Onofh√§ngege Gewerkschaftsbond L√ętzebuerg (OGBL)
  • L√ętzebuerger Chr√ęschtleche Gewerkschaftsbond (LCGB)
  • F√©d√©ration des Employ√©s Priv√©s (FEP)
  • Neutralen Handwierker Verband (NHV)
  • Association Luxembourgeoise des Employ√©s de Banque et d‚ÄôAssurance (ALEBA)
  • F√©d√©ration Nationale des Cheminots, Travailleurs du Transport, Fonctionnaires et Employ√©s Luxembourgeois (FNCTTFEL)
  • F√©d√©ration Chr√©tienne du Personnel des Transports (FCPT)
  • Conf√©d√©ration G√©n√©rale de la Fonction Publique (CGFP)
  • Neutralen Zuchpersonal Verband (NZV)
  • NGL-SNEP

Finanzplatz Luxemburg

Herzst√ľck des luxemburgischen Wirtschaftsgef√ľges ist der Finanzsektor. Die Entstehung des Finanzplatzes Luxemburg wurde in erster Linie durch vorteilhafte gesetzliche Rahmenbedingungen und attraktive Steuers√§tze beg√ľnstigt. Bereits 1970 war das Gewicht des Finanzsektors in der luxemburgischen Wirtschaft leicht h√∂her als anderswo, doch nahm die Entwicklung in Luxemburg unerreichte Ausma√üe an: der Finanzsektor wurde zum wichtigsten Motor der luxemburgischen Wirtschaft. Die Wirtschaftssektoren Finanzdienstleistungen und unternehmensbezogene Dienstleistungen generieren heute 45,1 Prozent der Bruttowertsch√∂pfung. Der Finanzsektor allein, verbucht an der gesamten Besch√§ftigung einen Anteil von nahezu 12 Prozent und beschert dem Staat mehr als 40 Prozent der Steuereinnahmen.

Staatshaushalt

Luxemburg ist mit seiner offenen Wirtschaft verstärkt von der globalen Konjunkturentwicklung abhängig.

Das Budget 2007 trägt der schwieriger gewordenen wirtschaftlichen Gesamtlage Rechnung, verzichtet aber auf Einschnitte in das soziale Netz.

Der Tanktourismus, der aufgrund niedrigerer Steuerbelastung des Treibstoffs im Großherzogtum entstanden ist, bringt Luxemburg jährlich rund 600 Mio. EUR ein. Aus dem Tabakverkauf, der ebenfalls von niedrigen Steuersätzen profitiert, erhält der luxemburgische Staat Steuereinnahmen in Höhe von 400 Mio. EUR im Jahr. Zusätzliche Einnahmen durch die mit 15 Prozent niedrigste Mehrwertsteuer der EU erhält der luxemburgische Staat auch dank der Präsenz internationaler Internetfirmen im Großherzogtum (z. B. eBay, Microsoft, Amazon, Apple, Paypal).

Auf der Ausgabenseite machen die Geh√§lter und Pensionen des Staats 20 Prozent der Gesamtaufwendungen aus, womit Luxemburg, das nur √ľber eine kleine Armee verf√ľgt, besser dasteht als seine Nachbarn. Sozialer Sprengstoff entwickelt sich aber aus der Tatsache, dass die durchschnittlichen Geh√§lter und Ruhestandsbez√ľge im √∂ffentlichen Dienst bei weitem (Faktor 1,5 bis 2) die in Handel und Industrie √ľbersteigen (Ausnahme: Banken und Versicherungen) (Quelle: Statec, 2005).

Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben f√ľr

  • das Gesundheitswesen bei 2 Prozent
  • das Bildungswesen bei 11 Prozent
  • das Milit√§r bei 2 Prozent

Rechtsordnung und Justiz

Das luxemburgische Privatrechtssystem wurzelt in dem unter Napoléon Bonaparte entstandenen französischen Code Civil und gehört zusammen mit dem französischen und belgischen Recht zu den am engsten an das napoleonische Zivilrecht angelehnten heutigen Rechten des romanischen Rechtskreises. Auch das Strafrecht ist stark vom französischen Vorbild beeinflusst, während das Verwaltungsrecht eher dem deutschen Vorbild entspricht. Die Rechtssprache ist Französisch, Gerichtssprache hingegen luxemburgisch, deutsch und/oder französisch, je nach Fall.

Im Großherzogtum gibt es drei Friedensgerichte (in Esch-sur-Alzette, Luxemburg und Diekirch), zwei Bezirksgerichte (in Luxemburg und Diekirch) und einen Obersten Gerichtshof (Luxemburg), der den Berufungsgerichtshof und den Kassationshof umfasst. In Straf- und Zivilsachen ist der Kassationshof die höchste Rechtsprechungsinstanz im Land. Des Weiteren gibt es ein Verwaltungsgericht (in Luxemburg) und einen Verwaltungsgerichtshof (ebenfalls Luxemburg) sowie einen Verfassungsgerichtshof (Luxemburg).

Sicherheitspolitik

Nach dem Londoner Vertrag 1867 sollte Luxemburg nicht nur neutral, sondern auch unbewaffnet sein. Aufgrund der negativen Erfahrungen im Ersten und Zweiten Weltkrieg ‚Äď Luxemburg wurde trotz seines Status der immerw√§hrenden Neutralit√§t beide Male von deutschen Truppen besetzt ‚Äď gab es 1948 diese Neutralit√§t auf. Eine gro√üherzogliche Verordnung hatte bereits am 30. November 1944 die Neutralit√§t als beendet erkl√§rt und die allgemeine Wehrpflicht eingef√ľhrt; dies wurde 1948 durch das Parlament best√§tigt. Die Wehrpflicht wurde erst 1967 wieder abgeschafft.

Die luxemburgischen Streitkräfte sind in die NATO integriert und im Rahmen ihres verfassungsmäßigen Auftrages gut organisiert und ausgebildet. Personalbestand: ca. 1.000 Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten. Der Wehrdienst ist freiwillig; seine Ableistung erleichtert allerdings den Zugang zu einer Laufbahn im Staatsdienst (z. B. Polizei, Post, Zoll, Strafvollzug). Luxemburg beteiligt sich an internationalen Friedensmissionen (bspw. NATO-Einsatz KFOR im Kosovo, EU-Einsatz in Mazedonien und Beteiligung an der UNIFIL-Mission im Libanon).

Militär

→ Hauptartikel: Streitkräfte Luxemburgs

Luxemburg besitzt eine bis zu 1000 Mann starke Freiwilligenarmee. Der Wehrdienst ist freiwillig; seine Ableistung erleichtert allerdings den Zugang zu einer Laufbahn im unteren Staatsdienst. Jeder EU-B√ľrger, welcher seit mindestens 3 Jahren in Luxemburg lebt und Luxemburgisch versteht, kann in Luxemburg zur Armee gehen, ohne seine Nationalit√§t wechseln zu m√ľssen.

Die Armee ist in ein Infanteriebataillon und zwei Aufklärungskompanien gegliedert. Eigene Marine und Luftwaffe besitzt Luxemburg nicht, die AWACS-Aufklärungsflotte der NATO ist jedoch in Luxemburg registriert.

Trotz geringer Kapazitäten beteiligt sich Luxemburg an internationalen Friedensmissionen, etwa auf dem Balkan (NATO-Einsatz KFOR im Kosovo, EUFOR in Bosnien-Herzegowina oder an der ISAF-Mission in Afghanistan (weitere Friedensmissionen sind im Libanon, Kongo und auch im Tschad).

Nachrichtendienst

Der Service de Renseignement de l‚ÄôEtat (SRE) ist der Nachrichtendienst Luxemburgs. Er soll Informationen sammeln und auswerten, um einer Bedrohung des luxemburgischen Territoriums, seiner Verb√ľndeten oder internationaler Einrichtungen, die ihren Sitz in Luxemburg haben, vorzubeugen. Dazu geh√∂rt auch die Gef√§hrdung kritischer Infrastruktur, insbesondere der Energie- und Wasserversorgung, des Stra√üenverkehrs und der Informationstechnik.

Beziehungen zwischen Deutschland und Luxemburg

Die deutsch-luxemburgischen Beziehungen entsprechen der engen Partnerschaft in der Europ√§ischen Union und im westlichen Verteidigungsb√ľndnis. Die Pflege guter Nachbarschaft mit Deutschland, Frankreich und Belgien hat f√ľr Luxemburg Priorit√§t und kommt auch in der regionalen Zusammenarbeit Saar-Lor-Lux-Trier/Westpfalz und Saarland zum Ausdruck, die inzwischen um die belgische Wallonie erweitert worden ist. Luxemburg versteht sich dabei als Gravitationszentrum. Die wichtigsten Bereiche der grenz√ľberschreitenden Kooperation sind: Raumordnung, Arbeitnehmermigration, Zivilschutz, Kultur, Tourismus und Verkehr.

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Luxemburg und Deutschland sind besonders eng. Deutschland ist f√ľr Luxemburg der gr√∂√üte Abnehmer luxemburgischer Exportwaren und zugleich der zweitwichtigste Lieferant des Gro√üherzogtums f√ľr Importg√ľter: ca. 27 Prozent der luxemburgischen Einfuhren kommen aus Deutschland (Belgien: 35 Prozent, Frankreich: 12 Prozent). Deutschland ist mit 26 Prozent gr√∂√üter Abnehmer luxemburgischer Ausfuhrg√ľter vor Frankreich (17,4 Prozent) und Belgien (11,4 Prozent). Von den 156 Luxemburger Banken sind 43 T√∂chter oder Niederlassungen deutscher Kreditinstitute.

Die kulturellen Beziehungen zu Luxemburg sind eng und vielf√§ltig. Auf den Gebieten Kunst, Theater, Literatur, Musik, Hochschulen usw. gibt es regen Austausch ‚Äď wenn auch vorwiegend in Richtung von Deutschland nach Luxemburg, was in Anbetracht der Gr√∂√üenverh√§ltnisse verst√§ndlich ist. Die luxemburgischen Medien berichten regelm√§√üig √ľber kulturelle Veranstaltungen in Deutschland. Dank des problemlosen sprachlichen Zugangs finden das deutsche Fernsehen und die deutschen Printmedien in Luxemburg eine gro√üe Verbreitung.

Ein Kulturabkommen zwischen Luxemburg und Deutschland wurde am 28. Oktober 1980 unterzeichnet und ist am 1. M√§rz 1982 in Kraft getreten. Es sichert unter anderem luxemburgischen Studenten den Zugang zu deutschen Universit√§ten. Etwa 1.450 Luxemburger studieren an deutschen Hochschulen, zumeist Germanistik, Ingenieur- und Naturwissenschaften. In Luxemburg gibt es seit Oktober 2003 das gemeinsame deutsch-franz√∂sisch-luxemburgische Kulturinstitut ‚ÄěPierre Werner‚Äú, das sich um eine Kulturarbeit in europ√§ischem Geist bem√ľht.

Im Jahr 2007 war Luxemburg in Zusammenarbeit mit der Großregion Saar-Lor-Lux-Wallonien Kulturhauptstadt Europas. Auf dieses Ereignis hatte sich das Großherzogtum in den vergangenen Jahren mit bedeutenden Investitionen in die kulturelle Infrastruktur vorbereitet.

Luxemburg in der EU

Denkmal am Ort der Unterzeichnung des Schengener Abkommens

Luxemburg ist Sitz wichtiger europ√§ischer Institutionen wie des Europ√§ischen Gerichtshofs, des Europ√§ischen Rechnungshofs, der Europ√§ischen Investitionsbank und des Sekretariat des Europ√§ischen Parlaments und geh√∂rt ebenfalls zu den Gr√ľnderl√§ndern der EU.

Luxemburg ist aktiver Mitgestalter der Politik der Europ√§ischen Union. Es legt auch EU-intern gro√üen Wert auf eine angemessene Beteiligung der kleineren EU-Mitgliedstaaten, sowie an Reformen als auch an der Weiterentwicklung der EU-Institutionen. Das Land ist leidenschaftlicher Bef√ľrworter der europ√§ischen Zusammenarbeit und ratifizierte als erster Staat den Vertrag von Maastricht.

Im Jahr 1986 wurde das ‚ÄěVolk Luxemburgs‚ÄĚ mit dem Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Damit wurde anerkannt, dass Luxemburger zu √ľberzeugten Europ√§ern der ersten Stunde z√§hlen und luxemburgische Politiker wichtige Beitr√§ge zur europ√§ischen Einigung geleistet haben. Der Text auf der Medaille, die Gro√üherzog Jean stellvertretend f√ľr seine Staatsb√ľrger √ľberreicht wurde, lautet: Karlspreis der Stadt Aachen 1986. Das Volk Luxemburgs, Vorbild der Beharrlichkeit auf dem Weg zur Einheit Europas.

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen

CCD, EU, Europarat, FAO, IAEA, ICAO, IAO, ITU, IWF, OSZE, NATO, OECD, UNESCO, UNO, UPU, Weltbank, BENELUX, WHO, WMO, WTO, IMO.

Bildung

Schulsystem

In Luxemburg besteht eine Schulpflicht von elf Jahren: zwei Jahre Kindergarten, sechs Jahre Prim√§rstufe und drei Jahre im Sekund√§rbereich. Luxemburg hat damit ein dreistufiges Schulsystem (Kindergarten, Grundschule, Oberschule). Der Alphabetisierungsgrad betr√§gt 100¬†%. Das luxemburgische Schulwesen kennt mehrere Probleme, wie beispielsweise der gro√üe Aufwand f√ľr den Sprachunterricht in Deutsch, Franz√∂sisch und Englisch, sowie einen hohen Anteil ausl√§ndischer Sch√ľlerinnen und Sch√ľlern, besonders aus romanischen L√§ndern, die am Deutschunterricht scheitern.

Seit 1999 gibt es die einj√§hrige Fr√ľherziehung (√©ducation pr√©coce) vor dem zweij√§hrigen Kindergarten (pr√©scolaire); sie soll eine bessere Sozialisation sowie eine sprachliche, soziale und schulische Integration erm√∂glichen. Nach der sechsj√§hrigen Grundschule entscheiden Schulministerin, Grundschullehrerin, Psychologin, ein Gymnasiallehrer und ein Realschullehrer zwischen zwei mittleren Bildungswegen:

  • Dem technischen Lyzeum (Enseignement secondaire technique) (67¬†% der Sch√ľler/-innen), das aufgeteilt ist in

1. die Vorbereitungsklasse f√ľr das Technische Lyzeum (classe modulaire du r√©gime pr√©paratoire de l‚Äôenseignement secondaire technique), gleichzusetzen mit der Hauptschule, welches mindestens f√ľnf weitere Jahre dauert, und in insgesamt f√ľnf bis sechs Jahren zu einem Berufsabschluss (CITP, CCM, oder CATP) f√ľhrt,

2. Lyc√©e Technique General welches mindestens sechs weitere Jahre dauert, und in insgesamt sechs bis acht Jahren zu einem Berufsabschluss (CATP), beziehungsweise zur (Fach-) Hochschulreife (dipl√īme de technicien, bac technique) f√ľhren kann, au√üerdem erh√§lt man hierdurch Zugang zu einem Fachhochschulstudium oder Universit√§tsstudium, oder

  • dem (allgemeinbildenden oder klassischen) Lyzeum (Enseignement secondaire) (33¬†% der Sch√ľler/-innen). Der Abschluss nach sieben Jahren besteht aus dem dipl√īme de fin d‚Äô√©tudes secondaires, welches den Zugang zum Universit√§tsstudium erm√∂glicht.

Es ist relativ schwer von einer Schulform in die nächst höhere zu wechseln, sei es von Modulaire auf General im Lycee Technique, oder von Technique auf Classique.

Das Bildungswesen erh√§lt nach dem sogenannten ‚ÄěSozialbudget‚Äú mit 11,5¬†% den zweitgr√∂√üten Anteil des Staatshaushaltes. Dennoch hat Luxemburg in der PISA-Untersuchung schlechter abgeschnitten als z.¬†B. Deutschland. 2004/2005 waren ungef√§hr 33,3¬†% aller Sch√ľler in der sechsten Klasse der Grundschule Ausl√§nder.

Die Verteilung der sechsten Klasse der Grundschule im Jahre [2] 2004/2005 beim Wechsel ins Enseignement Secondaire war wie folgt:

√úberweisung ins Lycee Classique (Gymnasium) ‚Äď Ausl√§nder 19,7¬†% , Luxemburger 80,3¬†% von 1945 Sch√ľlern. √úberweisung ins Lycee Technique (Realschule/Hauptschule) ‚Äď Ausl√§nder 41,5¬†%, Luxemburger 58,5¬†% von 2349 Sch√ľlern. √úberweisung ins Modulaire (Hauptschule/Sonderschule) ‚Äď Ausl√§nder 56,3¬†%, Luxemburger 43,7¬†% von 295 Sch√ľlern. Wiederholen ‚Äď Ausl√§nder 44,1¬†% , Luxemburger 55,9¬†% von 34 Sch√ľlern. Die Tatsache, dass nur wenige Ausl√§nder es in die h√∂heren Schullaufbahnen schaffen und dass es offensichtliche Integrationsprobleme in der Schule hat, wurde ab den 1970er-Jahren erkannt, aber erfolgreiche Gegenma√ünahmen gab es bis jetzt nicht. In den meisten Schulen besteht eine gro√üe Kluft zwischen den luxemburgischen Sch√ľlern (und Deutschen, Niederl√§ndern, Engl√§ndern) mit Hauptsprache: Deutsch und den ausl√§ndischen Sch√ľlern (Portugiesen, Franzosen, Italienern, Cap-Verdianern) mit Hauptsprache: Franz√∂sisch.

Hochschulwesen

Universität Luxemburg

Seit 2003 gibt es in Luxemburg eine eigenst√§ndige Universit√§t, welche sich seit 2001 im Aufbau befindet. In den Bereichen Medizin, Naturwissenschaften, Technik, Recht, Wirtschaft sowie Sozial- und Erziehungswissenschaften werden inzwischen in insgesamt 5 Fakult√§ten Studenten ausgebildet. Allerdings sind die Studieng√§nge nicht vollst√§ndig in Luxemburg zu belegen, so dass weiterhin mehrsemestrige Studienaufenthalte im Ausland notwendig sind. Dabei spielen besonders belgische, franz√∂sische und deutsche Universit√§ten eine wichtige Gastgeberrolle. An den benachbarten rheinland-pf√§lzischen Universit√§ten in Trier und Kaiserslautern ist dementsprechend ein relativ hoher Anteil luxemburgischer Studenten vertreten. Die Universit√§t Innsbruck und die Universit√§t Wien tragen bereits seit der Zeit Maria Theresias, welche damals auch Luxemburgische Gro√üherzogin war, den Titel einer ‚ÄěLandesuniversit√§t f√ľr Luxemburg‚Äú. Luxemburger Studenten erwerben ihre akademischen Abschl√ľsse zur Zeit noch gr√∂√ütenteils im Ausland, wo √ľber 6.000 Luxemburger studieren. Etwa 19,6 Prozent der Studenten sind an deutschen Hochschulen (insbesondere technische Fachrichtungen und Naturwissenschaften) eingeschrieben, jeweils 22,6 Prozent sind in Belgien und Frankreich immatrikuliert.

Durch den Aufbau der Universit√§t Luxemburg soll der Forschungsstandort Luxemburg gest√§rkt und der Wirtschaftsstandort Luxemburg gefestigt werden. Au√üerdem sollen vermehrt ausl√§ndische Studenten nach Luxemburg gelockt werden. Gleichwohl tut sich Luxemburg mit der Anerkennung einiger ausl√§ndischer Abschl√ľsse schwer und hat insbesondere mit Absolventen deutscher Fachhochschulen und Berufsakademien Probleme, die zum Beispiel die in der EG-Architekturrichtlinie geforderte vierj√§hrige Berufspraxis in Deutschland nicht nachweisen k√∂nnen. Luxemburg hat mit dem Institut Sup√©rieur de Technologie eine eigene Fachhochschule, die seit 2003 der neu gegr√ľndeten Universit√§t angegliedert ist.

Berufsausbildung

Der Enseignement secondaire technique r√©gime de la formation technicien (Bildungsweg der technischen Sekundarstufe f√ľr Techniker) besteht aus drei zunehmend spezialisierten Orientierungsjahren, gefolgt von drei Ausbildungsg√§ngen:

  • Die dreij√§hrige handwerkliche und gewerbliche Berufsausbildung erfolgt sowohl nach dem dualen System im Betrieb und im Lyc√©e Technique wie auch auf rein schulischer Basis. Als Abschluss gibt es das Technische und Berufliche Bef√§higungszertifikat CATP. Diese Art der Berufsausbildung ist durch einen Mangel an Lehrlingen in vielen Berufszweigen gekennzeichnet.
  • Eine vierj√§hrige Technikerausbildung mit Technikerdiplom.

Der Enseignement secondaire technique division des professions de sant√© et des professions sociale (Bildungsweg der technischen Sekundarstufe f√ľr Berufe des Gesundheits- und Erziehungswesens) bietet unter anderem die M√∂glichkeit:

  • den Beruf des Erziehers sowie den BAC zu erwerben.
  • den Beruf des Krankenpflegers zu erwerben.

F√ľr diese muss neben der 13i√®me noch eine 14i√®me absolviert werden.

Wirtschaft

Luxemburg ist ein bedeutendes Finanzzentrum und hat das zweith√∂chste Pro-Kopf-Einkommen der Welt. Als Sitz mehrerer Beh√∂rden der Europ√§ischen Union ist das Land auch ein bedeutendes internationales Verwaltungszentrum. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betr√§gt 30,9 Milliarden US-Dollar [5] (2005); daraus errechnet sich ein BIP pro Einwohner von 65.900 US-Dollar. Im Vergleich mit dem BIP pro Kopf der EU ausgedr√ľckt in Kaufkraftstandards erreicht Luxemburg einen Index von 251 (EU25=100).[6] So liegt zum Beispiel der Durchschnittsverdienst eines Angestellten in der Industrie bei 4.334 ‚ā¨ im Monat (Okt. 2005, Quelle: Statec)

Die Wirtschaftsstruktur Luxemburgs ist somit vor allem durch den Terti√§ren Sektor gepr√§gt. Dies geht insbesondere auf die Bedeutung Luxemburgs als internationalem Finanzplatz und als Sitz verschiedener EU-Institutionen zur√ľck. Der Bankensektor trug 2001 √ľber 40 Prozent zur nationalen Wertsch√∂pfung bei. Lediglich ein Prozent der Erwerbst√§tigen sind in der Landwirtschaft und 13 Prozent in der Industrie besch√§ftigt wohingegen 86 Prozent im Dienstleistungssektor arbeiten (2005).

Die Inflationsrate lag in den letzten Jahren konstant bei 2 bis 3 Prozent und erreichte im Schnitt der Jahre 1990‚Äď2003 einen Wert von 2,82 Prozent.

Die Arbeitslosenquote betrug im Juni 2007 4,9 Prozent. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt jedoch bei 15,5 Prozent. Fast die H√§lfte der √ľber 50-j√§hrigen Arbeitslosen ist l√§nger als 12 Monate arbeitslos. Die Arbeitslosenquote schwankt zwischen 3,5 und 5 Prozent. Trotz dieser, im europ√§ischen Vergleich, noch immer sehr geringen Arbeitslosigkeit beunruhigt die Entwicklung die Luxemburger zunehmend.

2006 wies Luxemburg erstmals ein Haushaltsdefizit auf. Die Staatsverschuldung beträgt allerdings lediglich 6,2 Prozent des BIP (2005, Quelle: Statec).

Dienstleistungen

In wohl keinem anderen Land der Europäischen Union hat die Krise der Industrie den Marsch in die Dienstleistungsgesellschaft derart beschleunigt wie in Luxemburg. Marktbestimmte und nicht marktbestimmte Dienstleistungen tragen 83,3 Prozent zur Bruttowertschöpfung im Großherzogtum bei: Die größte Gruppe in diesem Bereich ist das Finanzwesen, das mit 23,4 Prozent noch vor dem Sektor Handel, Gastgewerbe und Transport liegt, der auf 20,8 Prozent kommt.

Dienstleistungen dominieren in der luxemburgischen Wirtschaft: die größte Gruppe in diesem Bereich sind das Kreditwesen und das Versicherungsgewerbe (30,8 Prozent) vor dem Handel, dem Gastgewerbe und dem Transportgewerbe (20,4 Prozent).

Der Finanzsektor steuert 28,5 Prozent zum luxemburgischen Bruttoinlandsprodukt bei. Er besch√§ftigt etwa 33.100 Mitarbeiter, was 11,6 Prozent der aktiven Bev√∂lkerung entspricht. 2002 waren in der Hauptstadt 177 Banken registriert, √ľberwiegend Tochtergesellschaften oder Niederlassungen gro√üer ausl√§ndischer Banken. Weitere Charakteristika des Finanzplatzes sind zahlreiche Anlagefonds, Holding-, Versicherungs- und R√ľckversicherungsgesellschaften.

Bergbau und verarbeitende Industrie

Nationales Grubenmuseum in R√ľmelingen.
Verwaltungssitz ArcelorMittal in Luxemburg (Stadt)

Die noch bis in die 1970er Jahre dominierende Schwerindustrie, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem auch mit deutschem Kapital gegr√ľndet worden war, war der Grundstein zu Luxemburgs Wohlstand und st√ľtzte sich auf die reichen Erzvorkommen im S√ľdwesten des Landes. Seit der gro√üen Strukturkrise in den 1970er Jahren macht sie nur noch etwa 30 Prozent der Industrieproduktion aus und hat kontinuierlich an Bedeutung verloren. Eisen- und Stahlindustrie erarbeiten nur mehr 2,7 Prozent der Bruttowertsch√∂pfung. Hauptarbeitgeber war der Stahlkonzern Arbed, der die Stahlkrise um den Preis der Verkleinerung der Belegschaft (von 27.000 in den fr√ľhen 1970er Jahren auf ca. 6.700) und rigoroser Modernisierung √ľberstehen konnte. Arbed hatte im Januar 2002 mit Usinor (frz.) und Aceralia (span.) eine Fusion zum seinerzeit zweitgr√∂√üten Stahlkonzern der Welt Arcelor vollzogen, welcher 2006 mit Mittal Steel zu dem weltweit gr√∂√üten Stahlhersteller ArcelorMittal fusionierte. Hinzugekommen sind dank der Bem√ľhungen verschiedener luxemburgischer Regierungen seit Mitte der 70er Jahre weitere Industrien wie Chemie, insbesondere Autoreifen (Goodyear) und andere Kautschukerzeugnisse sowie Kunststoffe und Kunstfasern, Maschinen- und Fahrzeugbau, keramische Industrie, Glas, Textilerzeugung und Lebensmittelproduktion. Ihr Anteil an der Bruttowertsch√∂pfung bel√§uft sich auf 6,6 Prozent. Im Rahmen einer noch st√§rkeren Diversifizierung der wirtschaftlichen Grundlagen richten sich die aktuellen Bem√ľhungen der Regierung vor allem auf den High-Tech-Bereich. Hauptstandort der verarbeitenden Industrie ist immer noch das fr√ľhere Schwerindustrierevier im S√ľdwesten des Landes mit dem Zentrum bei Esch/Alzette (‚ÄěMinette‚Äú).

Baugewerbe

Mit 5,9 Prozent Anteil an der Bruttowertsch√∂pfung ist das Baugewerbe nur viertwichtigster Wirtschaftszweig. Es profitiert von der Ansiedlung neuer Industrien, Banken und Versicherungen und der damit einhergehenden Nachfrage nach B√ľro- und Wohnraum. Ein weiterer Faktor sind die Ausbaupl√§ne f√ľr das Stra√üen- und Autobahnnetz sowie andere staatliche Bauvorhaben zur Verbesserung der Infrastruktur.

Landwirtschaft

Die Bedeutung der Landwirtschaft (Anteil an der Bruttowertsch√∂pfung: 0,5 Prozent) ist r√ľckl√§ufig, die Zahl der auf dem Lande lebenden Bev√∂lkerung nimmt wie die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe kontinuierlich ab (1980: 5.173; 1990: 3.803; 2003 2.450). Daf√ľr steigt die durchschnittliche Betriebsgr√∂√üe (1980: 29,63; 1990: 38,37; 2002: 57,18 ha). Von der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfl√§che von 128.157 ha (2003) werden 43,8 Prozent f√ľr Acker- und Gartenbau, 50,7 Prozent als Weideland benutzt. Das landwirtschaftliche Einkommen wird √ľberwiegend aus Milcherzeugung und Rinderzucht erzielt. F√ľr den Weinbau werden gerade 1,0 Prozent der landwirtschaftlichen Fl√§che genutzt.

Technologie und Umwelt

Im Rahmen der seit Mitte der 70er Jahre betriebenen Diversifizierungspolitik hat sich Luxemburg auch erfolgreich um die Ansiedlung von High-Tech-Unternehmen bem√ľht, wie die SES Global (ASTRA-Satelliten) in Betzdorf. Forschungsintensive Unternehmen werden staatlich gef√∂rdert.

Die Umweltpolitik der luxemburgischen Regierung genie√üt einen hohen politischen Stellenwert und ist auf eine nachhaltige Entwicklung ausgelegt. Der nationale Plan zum Schutz der Umwelt st√ľtzt sich auf drei Pfeiler:

  • Biodiversit√§t, Wald, Boden, Wasser, Atmosph√§re, Abfall
  • Wirtschaftliche Effizienz (Industrie, Landwirtschaft, Energie, Transport)
  • Gesellschaftliche Solidarit√§t (Erhaltung des sozialen Friedens, internationale Solidarit√§t)

Im S√ľden des Gro√üherzogtums insbesondere in Esch-sur-Alzette gibt es jedoch weiterhin erhebliche Probleme mit der Schadstoffbelastung des Bodens und der Luft, insbesondere mit Blei und mit Dioxinen. Der Verzehr von Gem√ľse aus den betroffenen Gebieten wurde wiederholt beh√∂rdlich untersagt.

Energie

Der weitaus größte Teil des Energiebedarfs wird durch Importe gedeckt. In den letzten Jahren wurde sowohl von gewerblicher Seite als auch von Privathaushalten viel in alternative Energien investiert, so ist Luxemburg z. B. der europäische Rekordhalter in installierter Photovoltaikleistung pro Kopf der Bevölkerung, Wind und Biogasanlagen sind auf dem Vormarsch.

Laut Statec waren die installierten Leistungen zum 31. Dezember 2005 folgende: BHKWs: 100¬†MW (el.); √Ėl und Gaskraftwerke: 357¬†MW; Wasserkraft: 1.134¬†MW (hier ist das Pumpspeicherwerk Vianden allerdings mit 1.100¬†MW inbegriffen, keine Produktion im eigentlichen Sinne); Windkraft 34¬†MW; Biogas 4,6¬†MW; Photovoltaik 23,5¬†MW.

Außenhandel

Die wichtigsten Ausfuhrg√ľter sind Metalle und Metallerzeugnisse, Maschinen und Ger√§te, Kunststoff- und Gummierzeugnisse, Transportmaterial, Erzeugnisse aus Stein, Glas, Keramik, chemische Erzeugnisse.

Wichtigste Einfuhrg√ľter sind Maschinen und Apparate, Erzeugnisse der Eisen- und Stahlindustrie, Transportmaterial, Mineralstoffe einschl. Mineral√∂lprodukten, chemische Erzeugnisse, Textilerzeugnisse und Bekleidung, Kunststoff- und Gummierzeugnisse.

Die wichtigsten Handelspartner Luxemburgs sind Belgien, Deutschland und Frankreich. In diese Länder gehen rund 60 Prozente der Exporte und fast 80 Prozent der Importe stammen von dort. Die Handelsbilanz ist positiv.

Bedeutende luxemburgische Unternehmen

Boeing 747-400F der Cargolux
Logo der Gruppe ArcelorMittal
Logo der RTL Group

Siehe auch: Wirtschaftsgeschichte Luxemburgs

Verkehr

Luxemburg verf√ľgt √ľber ein dichtes Netz von Nationalstra√üen von 2873¬†km L√§nge (2003), davon 125¬†km Autobahn. Stra√üenverbindungen mit Deutschland werden weiter ausgebaut. Der Autobahnanschluss zur A 8 nach Saarbr√ľcken wurde 2003 fertig gestellt. Diese hei√üt dann innerhalb Luxemburgs A 13.

Weiter n√∂rdlich f√ľhrt die deutsche A 64 von Trier nach Luxemburg und wird als A 1 fortgef√ľhrt.

Wegen der niedrigen Treibstoffpreise im Gro√üherzogtum entstand ein lebhafter Tanktourismus. Auch die Edelsorten V-Power bzw. Ultimate mit jeweils 100 Oktan und einer Begrenzung des Ethanolanteils auf 5 Prozent werden angeboten. Der Eisenbahnverkehr in Luxemburg wird, abgesehen von Werksbahnen, von der Soci√©t√© Nationale des Chemins de Fer Luxembourgeois (CFL) betrieben [7][8]. In Summe betr√§gt die Streckenl√§nge aller Eisenbahnstrecken in Luxemburg 274¬†km. 2002 wurde mit Frankreich ein Abkommen zur Anbindung an das TGV-Netz unterzeichnet. Demnach wird sich Luxemburg mit 117,4 Mio Euro am Ausbau der Eisenbahnstrecke beteiligen. Von Juni 2006 bis Juni 2007 fuhren vier TGV-Z√ľge t√§glich vom Pariser Gare de l‚ÄôEst nach Luxemburg-Stadt, jedoch noch auf der alten Strecke. Seit 10. Juni 2007 fahren t√§glich f√ľnf TGV-Z√ľge √ľber die neue TGV-Trasse (‚ÄěLGV Est europ√©enne‚Äú). Somit verk√ľrzte sich die Fahrzeit zwischen der luxemburgischen und der franz√∂sischen Hauptstadt von etwa dreieinhalb Stunden auf nur noch etwa zwei Stunden. Bis 2010 ist mit der sogenannten Eurocaprail eine Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen den Hauptst√§dten der EU, Br√ľssel, Luxemburg und Stra√üburg geplant. Langfristig ist auch an eine Anbindung an das Hochgeschwindigkeitsnetz Deutschlands gedacht. An das deutsche Fernverkehrsnetz ist Luxemburg bereits angeschlossen: Zurzeit (M√§rz 2008) fahren t√§glich jeweils f√ľnf ICs von bzw. nach Luxemburg. Die Z√ľge aus Luxemburg fahren √ľber Koblenz und K√∂ln Richtung Ruhrgebiet ‚Äď M√ľnster ‚Äď Norddeich-Mole.

Zur Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Personennahverkehrs in der Hauptstadt Luxemburg ist ein modernes Straßenbahnsystem in Planung, das den Hauptbahnhof mit der Innenstadt und dem Kirchberg verbinden soll. Mögliches Eröffnungsjahr ist 2012.

Seit Abschluss der Moselkanalisierung und der Er√∂ffnung des Moselhafens Mertert im Jahr 1964 spielt auch die Binnenschifffahrt eine Rolle (2003: geladene G√ľter 312.000 Tonnen, entladene G√ľter 1,075 Mio. Tonnen). Nach Verabschiedung eines Gesetzes √ľber die Errichtung eines luxemburgischen Schiffsregisters im November 1990, das als belgisches Zweitregister z√§hlt, fahren ca. 70 Seeschiffe (50 Ex-Belgien) und einige Moseldampfer unter der Flagge des Gro√üherzogtums.

Der internationale Flughafen Luxemburg in Findel verzeichnete in den letzten Jahren einen beachtlichen Verkehrszuwachs. Findel wird von 16 Linien- und auch deutschen Chartergesellschaften angeflogen. Die luxemburgische Fluggesellschaft im Personenverkehr heißt Luxair. Ihr Pendant im Frachtbereich ist die Cargolux, deren Standort direkten Anschluss an die Autobahn besitzt und in den Flughafen Findel integriert ist.

In Bau ist derweilen ebenfalls eine Nordstra√üe (d‚ÄôNordstrooss), die das Gutland (Minette und Umkreis Luxemburg-Stadt) und das √Ėsling (√Čisl√©ck) verbinden soll. Jedoch erweist sich die Umsetzung dieses Projektes als schwierig. Deshalb wurden die Er√∂ffnungspl√§ne um ein weiteres Jahr verschoben. Die Strecke soll nun 2012 komplett fertiggestellt sein.

Medien

Presse

Luxemburg hat eine ausgesprochen vielf√§ltige Presselandschaft. Es gibt vier mehrsprachige Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von 135.000 Exemplaren: das 1848 gegr√ľndete, der r√∂misch-katholischen Kirche und der CSV nahe stehende und in einem bistumsnahen Verlag erscheinende Organ Luxemburger Wort mit einer Auflage von 82.000 Exemplaren; dann, mit der zweitst√§rksten Auflage, das der Gewerkschaft OGBL nahe stehende Tageblatt; gefolgt von dem liberalen L√ętzebuerger Journal sowie der kommunistischen Zeitung vum L√ętzebuerger Vollek. Au√üerdem gibt es noch die unabh√§ngige linke Wochenzeitung woxx sowie die den Patronatskreisen sehr nahe stehende Wochenzeitung d'L√ętzebuerger Land.

Daneben verf√ľgt das Land √ľber eine w√∂chentliche satirische Zeitung Den neie Feierkrop, ein w√∂chentliches Boulevardblatt L√ętzebuerg Privat und zwei Wochenmagazine, T√©l√©cran und Revue. Letztere bieten ein ausf√ľhrliches, auf die besonderen Sprachverh√§ltnisse Luxemburgs zugeschnittenes Fernsehprogramm und widmen sich aber auch in Hintergrundberichten dem aktuellen Geschehen in Luxemburg.

Die meisten luxemburgischen Zeitungen und Zeitschriften sind mehrsprachig; dabei √ľberwiegen Artikel in Standarddeutsch, doch werden auch viele franz√∂sisch- und luxemburgischsprachige Beitr√§ge aufgenommen. Seit einigen Jahren erscheinen auch (wieder) rein franz√∂sischsprachige Tages- und Wochenzeitungen (Le Jeudi, La Voix du Luxembourg, Le Quotidien ind√©pendant).

Radio

Die Liberalisierung der Radiofrequenzen begann in Luxemburg im Jahre 1992. Zum H√∂rfunksender RTL Radio L√ętzebuerg kamen neue Sender hinzu, von denen der zweit-meistgeh√∂rte Radio- und einzige Musiksender Eldoradio, das zur Saint-Paul-Gruppe geh√∂rende DNR, das portugiesischsprachige Radio Latina sowie das freie und alternative Radio ARA und Radio Aktiv am erfolgreichsten sind. Au√üerdem gibt es seit 1993 mit radio 100,7 erstmals einen √∂ffentlich-rechtlichen Radiosender mit kulturellem Programmauftrag.

Im Jahr 2002 gab es in Luxemburg zwei nationale, vier regionale und etwa 20 lokale Radiosender.

Besondere Bekanntheit √ľber die Grenzen Luxemburgs hinaus hat der deutschsprachige Radiosender RTL Radio, der terrestrisch in der gesamten Gro√üregion Saar-Lor-Lux empfangen werden kann. In der √ľbrigen Bundesrepublik wird das Programm in zahlreiche Kabelnetze eingespeist.

Seit 2005 werden von Junglinster und Marnach aus DRM-Versuchssendungen √ľber Kurz- und Mittelwelle ausgestrahlt.

Fernsehen

Der Privatsender und Marktf√ľhrer RTL T√©l√© L√ętzebuerg hatte bis 2000 keine Konkurrenz. Seit 2001 starteten mit dem Parlamentsfernsehen Chamber TV, den oppene Kanal, den 2. RTL und Luxe TV f√ľnf weitere Fernsehsender, wobei T.TV den Betrieb im M√§rz 2007 einstellen musste. In den H√∂rfunk- und Fernsehprogrammen, die f√ľr den luxemburgischen Eigenbedarf ausgestrahlt werden, √ľberwiegt die luxemburgische Sprache. Wort√§u√üerungen deutsch- oder franz√∂sischsprachiger Personen werden allerdings im Originalton wiedergegeben. Sie werden nicht ins Luxemburgische √ľbersetzt, da Kenntnisse der deutschen und franz√∂sischen Sprache beim Publikum vorausgesetzt werden.

Die meisten Luxemburger sehen zudem vor allem die deutschen TV-Sender (u.¬†a. der RTL Group), w√§hrend die portugiesischen und franz√∂sischen, ausl√§ndischen Mitb√ľrger eher Sender in ihrer Sprache sehen.

Seit dem 4. April 2006 werden Fernsehsender in Luxemburg auch √ľber DVB-T ausgestrahlt.

Kultur

Im Schloss von Clerf ist die Ausstellung The Family of Man untergebracht.
Die Luxemburger Philharmonie
Mus√©e d'Art Moderne Grand-Duc Jean und das Fort Th√ľngen
Das Schloss von Vianden

1994 hat die UNESCO die gesamte luxemburger Altstadt zum Kulturerbe der Menschheit erkl√§rt. Luxemburg war 1995 und 2007 Kulturhauptstadt Europas. Im Jahr 2007 war Luxemburg gemeinsam mit der Gro√üregion europ√§ische Kulturhauptstadt. Mit einbezogen war auch die rum√§nische Stadt Hermannstadt (Sibiu). Im Oktober 2003 wurde in Luxemburg das trinationale deutsch-franz√∂sisch-luxemburgische Kulturinstitut ‚ÄěPierre Werner‚Äú (benannt nach dem ehemaligen luxemburgischen Premierminister) er√∂ffnet. Seither hat sich das Institut mit gro√üen internationalen Kulturforen erfolgreich in das Luxemburger Kulturleben integriert.

Film

Luxemburgs Filmszene ist klein. Filme auf luxemburgisch werden nur alle paar Jahre gedreht. Daf√ľr kommen diese nat√ľrlich beim Publikum recht gut an, wie zum Beispiel der Spielfilm Perl oder Pica (2006) von Pol Cruchten. Bekannter sind die ausl√§ndischen Filmproduktionen, die Luxemburg wegen seiner landschaftlichen Vielfalt und den g√ľnstigen Herstellungsbedingungen zu sch√§tzen wissen. Zu diesen Produktionen z√§hlt u.¬†a. der Film Das M√§dchen mit dem Perlenohrring (2003) mit Scarlett Johansson, der f√ľr drei Oscars nominiert wurde und der Film Shadow of a Vampire. In den letzten Jahren haben sich einige luxemburgische Filmproduktionsgesellschaften wie Samsa Film, Delux Film, Minotaurus Film, lucil film oder Iris Production einen Namen gemacht.

International bekannte luxemburgische Schauspieler sind u. a. Thierry van Werveke (als Henk in Knockin’ on Heaven’s Door) oder André Jung der vom Magazin Theater Heute zweimal (1981 und 2002) zum besten Schauspieler gewählt wurde.

Andy Bausch, der wohl die populärsten Luxemburg-Filme (unter anderem mit Désirée Nosbusch oder Camillo Felgen, meist in den in Luxemburg gängigen drei Sprachen) drehte, war auch in Deutschland bei verschiedenen Serien und in Fernsehfilmen als Regisseur aktiv.

Die junge luxemburgische Filmszene zeigt sich kreativ und innovativ; als Beispiel daf√ľr seien u.¬†a. die Initiativen von Filmreakter und Pyramid Pictures erw√§hnt.

Musik

Die Musikszene in Luxemburg gewinnt seit den 1990er-Jahren immer mehr an Bedeutung. Zwar sind die wenigsten Musikbands √ľber die Landesgrenzen hinaus bekannt, doch entstehen jedes Jahr viele Sch√ľler- wie Studentenbands. Insbesondere die Luxemburgische Metal-/Rock-/Hardcore-Szene gewinnt immer mehr Zuwachs (z.¬†B. Eternal Tango).

Au√üerdem hat fast jede Gemeinde ihre eigene Dorfkapelle, die auf vielen Festen auftreten. Gut besuchte und in der Regel hochkar√§tig besetzte Konzerte gibt es im Sommer im Rahmen der Aktion ‚ÄěSummer in the City‚Äú. Einer der H√∂hepunkte ist die ‚ÄěBlues‚Äôn‚ÄôJazz Rallye‚Äú in der Altstadt und ein Konzertreigen auf dem Marktplatz, ebenso das ‚ÄěNew Orleans Jazz Festival‚Äú, das in Zusammenarbeit mit der Luxemburger Partnerstadt New Orleans j√§hrlich an Ostern veranstaltet wird.

Die klassische Musik hat ebenfalls einen hohen Stellenwert im luxemburgischen Kulturleben. Das Orchestre Philharmonique du Luxembourg (ehem. Symphonieorchester von RTL) sowie das Orchester der Streitkräfte haben hier Bedeutung. Außerdem hat Luxemburg eine Reihe hervorragender Solisten hervorgebracht, die etwa mit den Solistes Européens unter der Leitung von Jack Martin Händler auftreten.

Theater

Das Theater hat in Luxemburg eine lange Tradition. In vielen Gemeinden gibt es Amateur-Theatergruppen, und die Auftritte sind gut besucht. Die bedeutendsten Theater sind das Stadt- und das Kapuzinertheater in der Hauptstadt.

Bibliothekswesen

‚Üí Hauptartikel: Bibliothekswesen in Luxemburg

Die Bibliothèque nationale de Luxembourg ist die größte wissenschaftliche Bibliothek Luxemburgs. Alle Wissenschaftsbereiche sind hier vertreten. Der Allgemeinbestand umfasst rund 750.000 Bände und 3.500 internationale Zeitschriftentitel aller Disziplinen. In den Lese- und Nachschlageräumen sind rund 30.000 Bände frei zugänglich. Pro Jahr wird der Allgemeinbestand um rund 10.000 Bände erweitert.

Die luxemburgische Sprachsituation erfordert eine kostenintensive Anschaffung von Literatur. Die zweitbedeutendste Bibliothek ist die nur im Rahmen der Schlossbesichtigung öffentliche Hofbibliothek mit immerhin 30.000 Bänden und bedeutenden Sammlungen. Sie ist erst zu etwa 10 Prozent erschlossen und noch weitgehend unbekannt.

Wichtige wissenschaftliche Bibliotheken sind neben der Nationalbibliothek, die Universität Luxemburg, einige spezialisierte Bibliotheken (Centre national de la littérature, Bibliothèque du Grand Seminaire, Statec usw.), die Bibliotheken der ausländischen Kulturinstitute und die Bibliotheken europäischer Institutionen: die Europäische Kommission, das Europaparlament, der Europäische Gerichtshof und die Europäische Investitionsbank etc.

Essen und Trinken

Beliebte landestypische Gerichte sind Judd mat Gaardebounen, geräuchertes Schweinefleisch mit dicken Bohnen sowie Bouneschlupp, eine Bohnensuppe mit Kartoffeln, und die sogenannten Kniddelen, große Knödeln bestehend aus Mehl, Wasser, Eier und Salz. Desserts sind zum Beispiel Quetschentaart und Omelette soufflée au kirsch. Regionale Spezialitäten sind Ardennenschinken, Schwein in Aspik, Riesling-Pasteten, Krebse und Hechte sowie gebackene Fische aus Mosel und Untersauer.

Die Wei√üweine der luxemburgischen Mosel (‚Üí Weinbau in Luxemburg) sind der frische, dezent fruchtige Riesling, der erfrischende, leichte und trockene Elbling, der fruchtige Auxerrois, der sanfte fruchtige Rivaner, der Pinot Gris und der elegante Pinot Blanc. Der sehr w√ľrzige Wei√üwein Gew√ľrztraminer und der vollmundige Rotwein Pinot Noir vervollst√§ndigen das Sortiment der Luxemburger Weine, welche das Qualit√§tssiegel ‚ÄěMarque Nationale ‚Äď Appellation Contr√īl√©e‚Äú tragen.

Auch die luxemburgische Landwirtschaft tr√§gt ihren Teil zum guten Essen bei. So wurde 1994 das Qualit√§tsprogramm ‚ÄěProduit du terroir‚Äú aufgelegt, welches garantiert, dass die landwirtschaftlichen Produkte aus der Region kommen.

Eine weitere ber√ľhmte Spezialit√§t ist der sog. Kachk√©is, gekochter K√§se der oft mit Gew√ľrzen verfeinert wird.

Sitten und Gebräuche

In Luxemburg sind Traditionen in vielen weltlichen und religi√∂sen Festen lebendig. Die Ende August bis Anfang September stattfindende Schueberfouer ist das bedeutendste Schaustellerfest auf dem Glacis-Platz, dessen Urspr√ľnge ins 14. Jahrhundert zur√ľckreichen. Bei der √Čimaischen, dem traditionellen Emmaus-Fest am Ostermontag, ziehen viele Luxemburger auf den Platz beim Fischmarkt, um dort eine der nur an diesem Tag erh√§ltlichen Keramikpfeifen in Vogelform, den P√©ckvillchen, zu bekommen. Am Fastensonntag wird in vielen Ortschaften das Burgbrennen gefeiert.

Das wichtigste religi√∂se Fest in Luxemburg ist die Oktave, die vom dritten bis f√ľnften Sonntag nach Ostern gefeiert wird und w√§hrenddessen zu Unserer Lieben Frau, der Schutzheiligen von Luxemburg, gepilgert wird. Begleitet wird das Fest von einem Jahrmarkt, dem Oktavm√§ertchen auf dem Wilhelmsplatz. Die Echternacher Springprozession ist eine religi√∂se Prozession, die jedes Jahr am Dienstag nach Pfingsten in Echternach stattfindet. Die Teilnehmer ‚Äěspringen‚Äú zu Polkamelodien in Reihen durch die Stra√üen der Stadt bis zur Echternacher Basilika mit dem Grab des Heiligen Willibrord.

Feiertage

Bis zu zwei öffentliche Feiertage pro Jahr, die auf einen Sonntag fallen, können auf den darauf folgenden Montag gelegt werden. Die Hauptferienzeit geht vom 15. Juli bis zum 15. September, aber auch an Weihnachten, Ostern und Pfingsten sind viele Luxemburger im Urlaub.

Da Luxemburg sehr klein ist, sind im ganzen Land zur gleichen Zeit Ferien und nicht wie z.¬†B. in Deutschland in verschiedene Regionen gegliedert. Jedoch kann die Ferienzeit dank verschiedener Feiertage (z.¬†B. der ‚ÄěNiklosdaag‚Äú, an dem die Sch√ľler ab der Mittelstufe trotzdem zur Schule gehen) bis zu einer Woche variieren.

Sport

Fußball

Die am meisten verbreitete Sportart in Luxemburg ist Fußball, welcher nur auf Amateurniveau gespielt wird. Die einzigen Fußballprofis in der luxemburgischen Fußballnationalmannschaft sind Jeff Strasser, Mario Mutsch und Gilles Bettmer (Stand: August 2008). International ist die Nationalmannschaft vollkommen unbedeutend (Platz 126 in der FIFA-Weltrangliste, Stand: 08.April 2009), während die Jugendnationalmannschaften immer wieder gute Ergebnisse erzielen. Höchste Spielklasse ist die BGL Ligue, die bis zur Saison 2007/2008 noch Nationaldivison hieß. Spiele der Nationalmannschaft finden im Josy-Barthel-Stadion statt. Der nationale Fußballverband von Luxemburg heißt Fédération Luxembourgeoise de Football (FLF).

Radsport

Die wohl erfolgreichste Sportart ist der Luxemburger Radsport. So siegte bereits vier Mal ein Luxemburger bei der Tour de France. Dies waren:

Auch heute (Stand Februar 2008) bringt der luxemburgische Radsport namhafte Radsportler hervor, die auch international regelmäßig erfolgreich sind. U.a.: Jempy Drucker, Ben Gastauer, Benoit Joachim, Kim Kirchen, Andy Schleck und Fränk Schleck. Mit dem Team Continental Cycling Team Differdange gibt es in Luxemburg ein Continental-Tour Team (Stand: Februar 2008).

Leichtathletik

Luxemburg brachte zwei Olympiasieger der Leichtathletik hervor. Michel Th√©ato (* 22. M√§rz 1878 in Luxemburg; ‚Ć 1919 in Paris) holte bei den Olympischen Spielen 1900 in Paris im Marathonlauf Gold. Sein Sieg wird jedoch bis heute dem Medaillenspiegel Frankreichs zugerechnet. Der zweite luxemburgische Olympiasieger war der Leichtathlet Josy Barthel. Er gewann bei den XV. Olympischen Sommerspielen 1952 in Helsinki √ľber 1500¬†m olympisches Gold.

Ski Alpin

Der geb√ľrtige √∂sterreichische Skirennfahrer Marc Girardelli, der die luxemburgische Staatsangeh√∂rigkeit annahm, startete zeitweise f√ľr seine Wahlheimat und gewann in dieser Zeit bei den Olympischen Winterspielen 1992 in Albertville sowohl im Super G als auch im Riesenslalom olympisches Silber.

Tennis

Der Tennisspieler Gilles M√ľller sowie die Spielerinnen Anne Kremer und Claudine Schaul befinden sich derzeit (Stand Februar 2008) im Top200 Bereich der jeweiligen internationalen Rankings.

Schach

Im Schachsport hat Luxemburg mit Alberto David einen Großmeister, der bei der Mannschaftseuropameisterschaft in Plowdiw 2003 eine individuelle Goldmedaille am ersten Brett gewann. Fred Berend trägt den Titel eines Internationalen Meisters; seine Ehefrau Elvira ist Großmeisterin bei den Damen.

Eishockey

Die Weltmeisterschaft der Div. III wurde 2008 in Luxemburg ausgetragen. Luxemburg belegte den 3. Platz und kam so zu Bronze.

Siehe auch: Liste der olympischen Medaillengewinner aus Luxemburg

Telekommunikation und Internet

Telefon und Mobilfunk

Im Land gibt es ca. 355.400 Telefonanschl√ľsse (2002). Die internationale Vorwahl f√ľr Luxemburg ist +352. Ortsvorwahlen gibt es keine.

Die Nutzung des Mobilfunks ist in Luxemburg weit verbreitet. Es gibt ca. 473.000 Mobiltelefone (2002) in drei eigenständigen GSM- und UMTS-Netzen. Nach einer Umfrage im Jahr 2006 (Statec) besitzen 93,8 Prozent der Luxemburger mindestens ein Mobiltelefon.

  • Der gr√∂√üte Betreiber ist LuxGSM (Netzvorwahl 621), Tochterunternehmen der Luxemburger P&T.
  • Der zweitgr√∂√üte Betreiber ist die Tele2-Tochter Tango (Netzeinwahl 691)
  • Im Jahr 2004 startete der dritte Betreiber Vox (Netzeinwahl 661), Am Anfang bediente sich VoxMobile der Netzinfrastruktur von LUXGSM, baut jedoch sowohl ein eigenes GSM- als auch ein UMTS-Netz auf.

Derzeit gibt es Roamingverträge mit allen großen GSM- und UMTS-Anbietern.

Handynummern bestehen aus der 3-stelligen Netzeinwahl, wobei die ‚Äě6‚Äú der Netzeinwahl Teil der Rufnummer ist und auch aus dem Ausland gew√§hlt werden muss. Dieser Netzeinwahl folgt eine sechsstellige Rufnummer. Seit September 2006 beginnen die Nummern stets mit einer ‚Äě6‚Äú. Vorher war eine ‚Äě0‚Äú √ľblich. Die Umstellung der Netzeinwahl von ‚Äě0XX‚Äú auf ‚Äě6XX‚Äú erfolgte, um dem internationalen Abkommen √ľber Rufnummernpl√§ne zu entsprechen

  • LUXGSM: 021 ‚Üí 621
  • TANGO: 091 ‚Üí 691
  • VOX: 061 ‚Üí 661

Regulierungsbeh√∂rde ist das ‚ÄěInstitut Luxembourgeois de R√©gulation‚Äú.

Internet

Im Land gibt es ca. 330.000 Internetnutzer mit Internetzugang (2006) und 77.1 Prozent der Luxemburger Haushalte besitzen mindestens einen Computer (Quelle: Statec).

Um den Zugang existierender und zuk√ľnftiger Internetfirmen zu decken und die Kunden zu befriedigen, hat P&TLuxembourg Anfang 2007 die Arbeiten an seiner neuen eigenen internationalen Breitbandverbindung TERALINK abgeschlossen. TERALINK verbindet mit mehr als 4.000 Kilometer L√§nge die Backbones in Amsterdam, Br√ľssel, London, Paris, Frankfurt, Strasburg und Luxemburg und erlaubt eine Geschwindigkeit von 88 √ó 40¬†Gbit/s (3,5 Terabit/s). TERALINK basiert auf DWDM (Dense Wave Division Multiplexing). Wegen dieser Erweiterung wurden die Down- und Uploadraten f√ľr die Privatnutzer im Mai 2007 kostenfrei angehoben.

Persönlichkeiten

Filme

  • Reisewege Luxemburg ‚Äď Burgen, Banken, Bastionen. Dokumentation, 45 Min., ein Film von Wolfgang Felk, Produktion: SR, Erstsendung: 26. April 2006, Inhaltsangabe des SR
  • ‚ÄěFahr mal hin‚Äú: Neuerburg/Vianden. Sieben auf einen Streich ‚Äď Burgentour durch Eifel und √Ėsling. Dokumentation, 30 Min., ein Film von Wolfgang Felk, Produktion: SWR, Erstsendung: 8. Juni 2000, Inhaltsangabe des SWR

Weitere Themen

Literatur

Auf Deutsch
  • Guy Berg: ‚ÄěMir w√ęlle bleiwe wat mir sin‚Äú. Soziolinguistische und sprachtypologische Betrachtungen zur luxemburgischen Mehrsprachigkeit.
  • BRUCH Robert, Grundlegung einer Geschichte des Luxemburgischen, Luxembourg, Publications scientifiques et litt√©raires du Minist√®re de l'√Čducation nationale, 1953, vol. I; Das Luxemburgische im westfr√§nkischen Kreis, Luxembourg, Publications scientifiques et litt√©raires du Minist√®re de l'√Čducation nationale, 1954, vol. II.
  • Liette Derrmann-Loutsch: Deutsch-Luxemburgisches W√∂rterbuch. √Čditions Saint-Paul, Luxemburg 2004, ISBN 2-87963-464-4
  • J. F. Gangler: Lexikon der Luxemburger Umgangssprache. Hoffman, Luxemburg 1847 (Digitalisat)
  • GILLES, Peter, ‚ÄěDie Emanzipation des L√ętzebuergeschen aus dem Gef√ľge der deutschen Mundarten‚Äú, in Zeitschrift f√ľr deutsche Philologie 117 (1998), 20‚Äď35.
  • HOFFMANN, Fernand: Sprachen in Luxemburg: Sprachwissenschaftliche und literarhistorische Beschreibung einer Triglossie-Situation. (= Deutsche Sprache in Europa und √úbersee; Bd. 6), Wiesbaden 1979, ISBN 3-515-02985-0
  • Kloss, Heinz. Die Entwicklung neuer germanischer Kultursprachen seit 1800. 2., erw. Aufl. ed. Sprache der Gegenwart; Bd. 37. D√ľsseldorf: P√§dagogischer Verlag Schwann, 1978.
  • MOULIN, Claudine an N√ľbling, Damaris (Erausg.): Perspektiven einer linguistischen Luxemburgistik. Studien zu Diachronie und Synchronie., Universit√§tsverlag Winter, Heidelberg, 2006. This book is published with the support of the Fonds National de la Recherche
  • REMUS, Joscha, L√ętzebuergesch Wort f√ľr Wort. Kauderwelsch Band 104. Bielefeld, Reise Know-How Verlag 1997. ISBN 3-89416-310-0
Auf Englisch
  • NEWTON, Gerald (ed.), Luxembourg and L√ętzebuergesch: Language and Communication at the Crossroads of Europe, Oxford, 1996, ISBN 0-19-824016-3.
Auf Französisch
  • BRAUN, Josy, et al. (en coll. avec Projet Moien), Grammaire de la langue luxembourgeoise. Luxembourg, Minist√®re de l'√Čducation nationale et de la Formation professionnelle 2005. ISBN 2-495-00025-8.
  • Bruch, Robert. Pr√©cis populaire de grammaire luxembourgeoise. Luxemburger Grammatik in volkst√ľmlichem Abriss. 3e √©d. / rev. par L√©on Senninger. Beitr√§ge zur luxemburgischen Sprach- und Volkskunde; Nr. 10. Luxembourg: Section de linguistique de l‚ÄôInstitut Grand-Ducal, 1973.
  • Lehrman, Charles und Graziella, La Communaut√© juive du Luxembourg dans le pass√© et dans le pr√©sent, Esch-sur-Alzette 1953
  • Lulling, J√©r√īme. La cr√©ativit√© lexicale en luxembourgeois, Promotion, Universit√© Paul Val√©ry Montpellier III, 2002
  • SCHANEN, Fran√ßois, Parlons Luxembourgeois, Langue et culture linguistique d‚Äôun petit pays au coeur de l‚ÄôEurope. Paris, L‚ÄôHarmattan 2004, ISBN 2-7475-6289-1.
  • SCHANEN, Fran√ßois, Recherches sur la syntaxe du luxembourgeois de Schengen: l'√©nonc√© verbal. Th√®se Paris IV. 1980
  • SCHANEN, Fran√ßois / ZIMMER, Jacqui.1,2,3 L√ętzebuergesch Grammaire. Band 1: Le groupe verbal. Band 2: Le groupe nominal. Band 3: L‚Äôorthographe. Esch-sur-Alzette: √©ditions Schortgen, 2005‚Äď2006
  • Gilbert Sondag, Josiane Kartheiser, Henry Wickens: Parler Luxembourgeois / Esou Schwaetze mir / Living Luxembourgish. Editions Le Phare, Esch-sur-Alzette 1996
  • Memorial du Grand-Duch√© de Luxembourg, Arr√™t√© Minist√©riel portant fixation d‚Äôun syst√®me officiel d‚Äôorthographe. R√®glement grand-ducal du 5 juin 1946 [3]
  • Memorial du Grand-Duch√© de Luxembourg, R√©forme du syst√®me officiel d‚Äôorthographe luxembourgeoise. R√®glement grand-ducal du 30 juillet 1999 [4]
Auf Luxemburgisch
  • L√ętzebuergesch fir all Dag. Centre de Langues Luxembourg, Unterrechtsministaer Letzebuerg, Editioun 2000

Teil 1: Lektionen 1‚Äď8, Lehr-& Arbeitsbuch: ISBN 978-2-495-00016-1 & ISBN 978-2-495-00015-4

  • L√ętzebuergesch: Quo Vadis? Actes du cycle de conf√©rences. Hrsg. v. Projet Moien!, Sproochenhaus W√ęlwerwolz. Mamer, Wilwerwiltz 2004, ISBN 2-87996-855-0 (dreisprachig lb, de, fr)
  • Emissions luxembourgeoises 'Ech schw√§tzen och L√ętzebuergesch ‚Äď Je parle aussi le luxembourgeois'/Traditions luxembourgeoises 'Ech kennen och L√ętzebuerg ‚Äď Je connais aussi le Luxembourg. Hrsg. v. ASTI (Association de Soutien aux Travailleurs Immigr√©s) asbl, Luxemburg, ISBN 2-9599978-5-9 (zweisprachig lb, fr)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Statistiques ‚Äď 01.06.2008
  2. ‚ÜĎ Presse- und Informationsdienst der Luxemburger Regierung: Apropos Sprachen
  3. ‚ÜĎ Eurobarometer-Umfrage: Europeans and languages [1]
  4. ‚ÜĎ ‚ÄěD√©claration du Premier ministre sur les implications institutionnelles en cas de refus du Grand-Duc de donner son aval √† une √©ventuelle loi sur le droit de mourir en dignit√©‚Äú vom 2. Dezember 2008, Website der Luxemburger Regierung gouvernement.lu (Stand 02.12.2008, besucht 11.12.2008; franz√∂sisch).
  5. ‚ÜĎ CIA ‚Äď The World Factbook ‚Äď Luxembourg
  6. ‚ÜĎ http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=STAT/06/166&format=HTML&aged=0&language=EN&guiLanguage=en Eurostat News Release
  7. ‚ÜĎ Luxemburgische Staatsbahn: Soci√©t√© nationale des chemins de fer luxembourgeois
  8. ‚ÜĎ Fahrgastvertretung Luxemburg: Association Luxembourgeoise des Amis des Chemins de Fer (ALACF a.s.b.l.)

49.7936111111116.10638888888897Koordinaten: 50¬į¬†N, 6¬į¬†O


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