Hitachi (Unternehmen)


Hitachi (Unternehmen)
Hitachi Ltd. Corporation
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Rechtsform Kabushiki-gaisha (Aktiengesellschaft)
ISIN JP3788600009
Gründung 1910
Sitz Tokio, Japan
Leitung Hiroaki Nakanishi (Präsident)
Mitarbeiter 400.129 (2009)[1]
Umsatz 10,0004 Billionen Yen (2009)[2]
Branche Elektronik
Website www.hitachi.com

Die Hitachi Ltd. Corporation (jap. 株式会社日立製作所, Kabushiki-gaisha Hitachi Seisakusho), gelistet im Nikkei 225, ist ein weltweit agierender Elektrotechnik- und Maschinenbaukonzern mit Sitz in Tokio (Japan).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und Entwicklung

Hitachi Pavillon auf der Expo 2005

Gegründet 1910 von Namihei Odaira (小平 浪平, Odaira Namihei) als Werkstatt für Elektrotechnik, entwickelte sich das Unternehmen schnell zu einer Produktionsstätte weiter, noch im selben Jahr wurden erste Elektromotoren in Serie gefertigt. In den Folgejahren kamen weitere Produkte hinzu, u. a. Industrieanlagen, Haushaltsgeräte und Kommunikationssysteme, später auch Unterhaltungselektronik und Informationselektronik sowie Software.

Im Jahre 1959 wurde die Hitachi America Ltd. gegründet, weitere Niederlassungen (z. B. Hitachi Europe (1980), Australia (1983), China (1994)) und spezialisierte Unternehmensbereiche (z. B. Hitachi Cable (1956), Metals (1956), Chemical (1962)) kamen hinzu.

Hitachi Data Systems wurde 1989 als Joint Venture mit Electronic Data Systems gegründet. Ursprünglich sollte HDS Hitachi Mainframes vermarkten. 1990 beschäftigte das Unternehmen 290.810 Mitarbeiter. 1999 übernahm Hitachi die Anteile von EDS und baut das Unternehmen seit dem zu einem Anbieter von Speicherlösungen aus.

Heute zählt die Hitachi Ltd. Corporation zu den 100 größten Unternehmen der Welt (Rang 52, Stand 20. Juli 2009).

Geschäftsfelder und Produkte

Bagger von Hitachi

Hitachi ist ein großer Mischkonzern, der von Großindustrieprodukten, wie Turbinengeneratoren über Baumaschinen, Haushaltsgeräte wie Klimaanlage bis Unterhaltungselektronik vertreten ist.

Hitachi fertigte auch Festplatten, zunächst 2,5" Notebookfestplatten aus eigener Entwicklung. 2003 wurde die IBM-Festplattensparte einschließlich sämtlicher Modellreihen (Deskstar, Travelstar etc.) und der Entwicklungsabteilung übernommen. Die daraus entstandene Hitachi Global Storage Technologies Ltd. (HGST) wurde 2011 von Western Digital übernommen.[3]

Der Halbleiterbereich wurde 2003 in das neugegründete Joint Venture mit Mitsubishi Electric Renesas Technology (heute Renesas Electronics) ausgegliedert, in die Hitachi u.a. die H8 Mikrocontroller-Familie und die Superh Prozessorarchitektur einbrachte.

Das Tochterunternehmen Hitachi Maxell Ltd. ist eine Firma für Vertrieb und Herstellung von Batterien und Speichermedien.

Zusammen mit der südkoreanischen Unternehmen LG wurde im Jahr 2001 Hitachi-LG Data Storage zur Herstellung von optischen Laufwerken gegründet.

Mit dem japanischen Unternehmen Omron wurde 2004 das Joint-Venture Hitachi-Omron Terminal Solutions zur Herstellung und Vertrieb von Kartenlesern (motorische und manuelle Leser/Schreiber für Magnetstreifenkarten und Chipkarten im ISO-Format) gegründet.

Seit 1920 ist Hitachi auch im Bau von Schienenfahrzeugen und Eisenbahnsystemen tätig. Siehe hierzu den Artikel Hitachi Transportation Systems.

In Deutschland ist Hitachi unter anderem mit dem Anlagenbauer Hitachi Power Europe GmbH vertreten. Das aus der Konkursmasse von Babcock Borsig hervorgegangene Unternehmen mit Sitz in Oberhausen errichtete 2007 im Duisburger Innenhafen eine neue Unternehmenszentrale, das Hitachi Power Office.

2000 stieg der Hitachi-Konzern ins Beratungsgeschäft ein und firmiert dort seit 2003 unter dem Namen Hitachi Consulting.

Am 12. Februar 1973 begann Hitachi mit dem Bau von Block 4 des Kernkraftwerks Fukushima-Daiichi, der nach einem Ausfall der Abklingbeckenkühlung am 15. März 2011 weitgehend zerstört wurde.[4] Präsident Hiroaki Nakanishi erklärte am 6. April 2011, die Sorgen der Anwohner würden Japan nicht vom Weg des Ausbaus der Kernenergie abbringen. Es sei zwar schwieriger geworden, die Unterstützung der Anwohner zu gewinnen, dennoch sei es für Japan unmöglich, ganz auf Kernenergie zu verzichten.[5]

Weblinks

 Commons: Hitachi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege

  1. http://www.hitachi.com/IR-e/library/annual/2009/ar2009e.pdf Annual report 2009 (Geschäftsjahr endete am 31. März 2009)
  2. http://www.hitachi.com/IR-e/library/annual/2009/ar2009e.pdf Annual report 2009 (Geschäftsjahr endete am 31. März 2009)
  3. Durchschnittliche Kapazität von 3,5-Zoll-Festplatten steigt auf 755 GByte. Heise.de (21. Februar 2011). Abgerufen am 8. März 2011.
  4. Nuclear Reactor Maps: Fukushima-Daiichi (Englisch). Nuclear Transparency in the Asia Pacific. Abgerufen am 21. März 2011.
  5. Mariko Yasu; Maki Shiraki (22. April 2011): Silver lining in sight for makers of solar panels (Englisch). The Japan Times online. Archiviert vom Original am 23. April 2011. Abgerufen am 23. April 2011. „Hitachi President Hiroaki Nakanishi said April 6 residents' concerns won't derail Japan's plans to seek more nuclear power. "It surely has become harder to get the backing of residents to build a nuclear plant," Nakanishi said. "It's not possible for Japan to totally eliminate the usage of nuclear power."“

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